Erstes Blatt M Jahrgang General-Anzeiger für Gberyeffen Nr. 110 Erstes Blatt M Jahrgang Donnerstag, 11- Mai M (ölCnCHCT ZlHKlGvt W Lr V *9 -ZLZL" General-Anzeiger für Oberhessen LK8L ■ nimmt« ^tationsbrud «nd Verlag dervrühl'schen Univ.'vuch- und Steinöruderei H. Lange. Nevaktion, LxpeöMon und Drudcrei: Schulstrahe 7. Laich-: E-HeßElür den ti; vormittags"^Uhr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschäftzstelle Bahnhofstrasse ;62. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. tragen hat. Wenn wir zuerst her Geistlichen der Landeskircke gedenken, die ans der 3chulunn der Fakultät hcrvorgegangen iinb.Jo müssen siegreiche Waffen zu erhalten. Als der Krieg zuungunsten CorcnraS, da» durch Bürgerkriege arg mitgenommen wurde, beendet war, vernachlässigten die Corcyräer den undankbaren 0oit und seinen schönen Altar und wandten sich, teils au» Resignation, teil» au» der Erkenntnis, daß nur ein großes Volk stark und mächtig sein kann, den Göttern und Göttinnen der Liebe und der Nahrung hin. Unzählige Denkmäler erstanden der Frau Venus und ihrem Lohn Amor. Da die drei obersten Götter als Brüder cm erfreuliches Zu sannnenaehörigkeitsgefühl besaßen, halten die Eorcyraer auch aus Lee als Handelsvvlk wenig Glück Syrakus rir, beit handel im Ionischen und Adriatischen Meere volllom men an sich und verdrängte U'orcpra mehr und mehr Auch einige Flotten znußten an den Unmut de» Meeresgotte» glauben. In dieser höchsten ")lot wandten sich die Corcyräcr an die Brattt des Meeresgottes, Pallas Athene, und baten diese um ihre Vermittlung zur Versöhnung mit den Mitgliedern des alten Götterhauses. Ueberall entstanden nun Denkmäler und Altäre zum Ruhm der Göttin dec Weisheit Vorsichtshalber wurde auch Hephaistos mehr beachtet. Lein Altar erhielt neue Verzierungen. Doch im Jahre 229 wurde Corcnra abermals von Syrakus mit Krieg bedroht, der für die Insel unglücklich verlief. Um den Tyrannen von Syrakus, Agat ho cles, der nun als Beherrscher Korfus auftrat,' günstig zu erhalten, wurde fein Brustbild in Lebens große nebst schöner Widmung auf dem Altar des Hephaistos eingemeißell Agatbvcles trat jedoch Eorcyra au Pyrrhus von Epirus ab, und das vielgeprüfte Lpferinstrumenr uiußle sich auch noch den epirensischen Herrscher in feinen Lew ein- nieißeln lassen. Der Wetten Lauf har ihn nun schlummern lassen, um ihn im Jahre 1911 zu neuem Leben und Leiden zu erwecken. .. . _ . . Bald wird ihn der Zettgeno,,e im Korfu Muieum cr- &lidcn. Da» Museum, da» voraussichtlich Bodo Ebhardt erbauen wird, soll als Königliches Mufemn der Vcrwalning dieser Kunsttustitute unter Leitung von Geh Wilhelm u Bode bcigcgeven werden Tie Bauart wird, denr Zweck entsprechend, in antik-griechischer Stilarr erfolgen. In erkennen würden, als das der lauteren und, sei es, der bitteren Wahrheit Allerdings man does not live by knowledpre but by faith! Dieser Satz selbst ist doch wieder ein Ergebnis der Wisien idiaft. Er kann nidn ausgesprochen werden, ohne das; die Namen Kant und Schleiermacher, vorlnle und Emerson verschwiegen in iDm inirflängen. lind nur meinen versichern zu dürfen, daß es keinen unter uns gibt, der diese Wahrheit seinen oändern nicht immer wieder ins Gedäätlnis mriufriefe. Dennoch, wir sind her men, eben nicht dem Leben als solchem, dem hnhhdwn Leben in Verwaltung und Praxis, — wir sind berufen, der 2 heonr des Lebens, der Wissenschaft von Religion und Christentum zu dienen. Dieier Ausgabe, zu der wir verpflichtet sind, fölincn wir nicht gerecht werden, wenn wir nicht den rückhaltlosen Mut der Wahrheit haben dürfen, sondern nach kirchlichen Sorgen oder gar nach Partei wünschen lnnüberlausäien oder säiielcn sollen. Daraus ergeben jid) notwendig Gegensätze und Reibungen., Eine Wissenschaft, wie , sie den Verfassern der Eingabe genehm wäre, gibt es zurzeit aui vrotestantisdien Mnthebcrii iiberhaupt nicht. Sic reden von einer „liefen Mluit", die in Gießen die Wissenschaft von den Bedüri nissen des vraktischen Annes trennt Aber sie versdnveigen natürlich unbewußt , daß auch die Theologie, bereit Vertreter sie demonstrativ uns gegenüber feiern, das nicht bietet, nicht bieten kann, was einer von niobernen Fragestelluiigen unberührten Gemeindeorthodorie allein wirklich genügen würde. Denn und hier allerdings tut sich eine linüberbrückbare Must aus, aber eine, die alle heutige Theologie von der des 17. Jahrhunderts trennt — es gibt zurzeit keinen Theologen mehr auf bcutidten Maihebcrn, der ernstlich und ivdhrhaft die Lehre von bei wörr lidien Inspiration der Heiligen Schrift verträte. Ganz besonders ■ult das and) von den gefeierten Dogmatikern „modern-positiver" Theologie: D Sccberg Berlin und I). Jhinels Leipzig. dem Augenblick aber, wo der Hinfall dieser sicheren Grundlage alt protestantischer Dogmatik ehrlich anerkaniit wird, güt es nur ein Mehr oder Minder der Abweichung von aller Theologie oder Gemeindeorthodori. Wirklich ahgciuidicn iind sie alle. Da ist keiner, der an diesem einzig-klaren Maßstab nod) bestehen könnte, auch nicht einer! Das Mehr oder Minder also schafit die schmerzen, an denen die Verfasser -der Eingabe zu tragen haben. Wir kennen selbst diese Schmerzen, die der unvermeidliche Bruch mit dem Alten bereitet Leben und vollends Leben der Wahrheit entsteht nirgends ohne diese Wchen der Geburt. Aber wie dann lallten wir baian denken, lemandenl zu wehren, aus anberen Wegen als den iins- rigen, dieser Schmerzen Herr zu werden ? Wir erkennen die rela itocn Gegensätze an. Also sind ivir uns and) wie die Verfasser der Eingabe verlangen -- der Pflicht bewußt, den in Gießen Studierenden „die Möglichkeit zu verichafsen, nach dem Glundiap audiatur et altera pars auch Vertreter der >sogenannten> positiven Theologie zu Horen". Welche ^lubienorbnung Deutschlands gilbe dazu größere Freiheit? Wir fordern fedzs Semester Univecsitals ftubicn, darunter kein einziges Zwangssemester m Gießen. SoT denn diese Ta'iache nnbeschränkter Studieiisreiheit gar nichts geb' len? Gar nichts, datz von ihr ausgiebiger ttlebrauch gemachi wird? In den letzten zehn Semestern haben von 110 Kandidaten 43 nur m Gießen, 67 auch auswärts studiert. Wcun das Recht gut auswärtiges Studium nicht beschränkt, jeder leiseste Truck aus die Studierenden in dieser Beziehung vermieden wird, wie will man die Behauptung ausrecht erhalten, daß die Gießener theologische Fakultät die Beeinslufsung durch andersartige Umw logische Richtungen unmöglich mariic' Abi r allerdings sind wilder Meinung, daß eilte Kenntnisnahme moderner Theologie für einen Pfarrer der Gegenwart ein unumgänglickics Erfordernis ist, daß es darum für hessische Landeskinder kein Schaden sein wird, wenn nicht Zwang, sondern freier Wille sie für einen Teil ihrer Studienzeit zu uns nad) Gießen führt Nur dann wird das audiatur et altera pars nicht einseitig g c g c n u n 0 in Anwendung Di Verfasser der Eingabe reden aber nicht mit Recht von einem Preisgeben ,,von Vergünstigungen wie Stipendien und dergl " im Falle auswärtigen Studiums. Es werden von dem Groß herzoglichen Lberkonsistoriuin und von dem Vorstände Der Lntherstiflung namhafte Stipendien, auch und) auswärts verliehen, und wir haben von bedeutenden Unterstützungen vernommen, die ohne unser Wissen gerat. nur auswärts Studierenden verlieben werden, io daß dief unter Umständen pekuniär befi werden als unsere Gießener. So wenig hält man in diesen althessischen streifen auf eine Förderung der Landesuniversität und ihrer Interessen. _____________________________ an. Ter Pfarrer Jean Gunvt bat der Fakultät in bösen und in guten Tagen Treue gehalten. Er ist für sie und ihreIWissen schäft eingetreten, wann immer es not tat. Aber die Fakultät hat dem Verstorbenen ihren Doktor verliehen ausdrücklich um inner kirchlichen Wirksamkeit willen. Tie Landgemeinden um Mainz stehen in glücklicher.Blüte: er bat sie geschaffen. Tie Iohannesgemeinde in Darmstadt ist von ihm gegründet. Er ift in der Geschichte der letzten zwanzig Jahre des hessischen Gustav Adolf-Vereins an erster Stelle wirksam gewesen. Er hat einen umfassenden Einfluß weit über Parteikreise hinaus auf die Geist- lichkeit des Landes geübt. Seines Sinnes find darum auch heute viele, bie, wie er, kirchlich aiirbaucnbe Wirksamkeit und freie wissenschaftliche Stellung verbinden wollen. Er bedeutet ein Programm, wenn wir es sagen dürfen, ein Ideal für Hessische. Geistliche. Und eben, weil er kein Einzelner nur war, sondern eine Persönlichkeit, die ihre Gedanken und Lebensziele tief in die Gesinnung vieler grub, darum bürgt uns sein Name dafür, daß es, um nidit zu sagen ein schweres Unrecht, so jedenfalls eine unbedachte Uebereilung ist, der „liberalen Richtung" der Hessischen Geistlichkeit die im besten Sinne positiv-anfbaucnde Wirksamkeit abzuivrechen. Aber wir selbst! ilaint und darf von den gegenwärtigen Mitgliedern der Fakultät behauptet werden, daß sie dem kirchlichen Leben fentheben?, baß destruktive Tendenzen oder aud) nur Gleich gültigkeit gegen die evangelische Gemeinde sie beseelen? Wir müssen einzelnes aufzäblen. Tie Herren D. ttrüger, ö. Bälden sperger, D. Eck sind Mitglieder der .stirchengemeinde Benretung in Gießen. Es bat niemals verlautet, daß fic_ in dieser Stellung oppositionelle Führer gewesen wären. D. Schian und l). Eck bienen, seit sie in Gießen sinb, aus freien Stücken der Gemeinde im Gottesdienst: sie predigen jährlich feder etwa zehnmal. Es ist uns niemals zu Ohren gekommen, daß unsere Predigtttltigkeu Anstoß erregt hätte Wohl aber büricn wir es mit Freuden ausivrechen, daß wir diese freie Tätigkeit nidit ganz ohne Erfolg geübt zu haben glauben. Naturgemäß fällt dem Vertreter der praktischen Theologie in her Fakultät der größte Anteil an praktifcher Wirksamkeit in der Landeskirche zu. I). Schian sitzt im Vorstand des Landesvereins und des Sberhessifchen Vereins für Innere Mission, er ist Vorstandsmitglied des Landesvereins des Evan gelischen Bundes und des Ausschusses iür die Evangelische Be wegung in Ccfterreid), er hat als Vortragender .1908 an einem Instruktionskursus für Innere Mission in Darmstadt tcilgcnom men, ui Stadt und Dorf hat er seine Sirart mannigfach evan gelischern Vereinsleben zur Verfügung gestellt. Er ist der Mitbegründer der Konferenz für evangelische Gemeiiidearbeit, die im nächsten Monat m Tarmstadt ihre zweite Tagung erleben will. Aber auch wir anderen, wenn auch in geringerem Maße, haben an dieser Arbeit unseren Teil. Wir sind in Gießen, Worin», Mainz wiederholt auf wichtigen Versammlungen des Evangeli scheu Bundes bei Gelegenheit der Aufregung über die Eanisius, die Borromäus Enzyklika, in Friedberg bei den Tagungen des Vereins. füi‘ Aenne re Mission i1!* betreten. Wie hab?" als die Pfarrer der Stadtgemeinde Darmstadt nnS riefen, uns sofort zur Abwehr der radikalen Thesen des Philosophen Arthur Drews zur Verfügung gestellt. Wir haben der Aufforderung derselben Stadtgeistlichkeit Folge geleistet und im vorigen Winter in tüm vorzüglich besuchten wiistnscka'tlichen Vorträgen über religiöse Fragen rückhaltlos, aber in positiv aufbaucndem Sinne uniere Meinung geäußert. — — Tas alles geschähe, wir wollen nicht sagen in der Absicht, aber doch mit dem Nebenerfolg „vorwiegend negativ kritischer" Wirkung * Es ist positiv kirchliche Wirksamkeit. Niemand beirr wagen, das in Abrede zu stellen. Warum wirb es verschwiegen? Warum vor dem Großherzoglichen ^Lber konfistoriuiii und vor Eurer königlichen Roheit selbst der ^dwin erweckt, als ob diese Tätigkeit der Fakultät für ein Gesamturteil über ihre Wirksamkeit gar nicht in Betracht käme? — Wir haben von uns selbst reden müssen. Tie Verantwortung dafür wird dieses Museum werben alle weiteren Ausgrabungen nicht nur von Storni, sondern aus dem Bereiche aller jonischen Inseln untergebracht werden, wofür eine Abteilung: „Ionische .Eunsl" eingerichtet werden soll. Tie Aufstellung und Anordnung in den einzelnen Sälen erfolgt zeitgefchicht lich. Tu der Hauptbestandteil aller Ausgrabungen Werke vom Zeitalter des Peloponnesifchen Krieges enthalt, so wird diesen Arbeiten ganz besondere Leganisation gewidmet werden. Mit der Befördernng der einzelnen Kunstwerke wird bereits in allernächster Zett begonnen. Dieser dürfte nicht ohne große Sckstvierigkciien vor sich gehen, wenn man bedenkt, daß einzelne Ausgrabungsstücke die Mlcinigfeit von vier Metern im Umfang besitzen Da die Witterung einzelnen künstlerisch sehr wertvollen Arbeiten bereits ihre Spuren aufgedrückt Hal, so werden die meisten Bildwerte vor ihrer Aufstellung von den bekanntesten Bildhauern und Mosaitarbettern der Gegenwart mit jonischem Material an Crt und Stelle r e fta u r i e r t 1 werden. Im ganzen sind bisher 173 Stücke ausgegraben worden, von denen 98 noch gut erhalten sind und nur kleinerer Aus" besserungen bedürfen, während die übrigen Kunstwerke teilweise durch sm eg oder elementare Ereignisse stark beschädigt find. Nur sehr wenige Arbeiten sind gänzlich unbrauchbar. Allerdings darunter einige sehr wertvolle Standbilder au» dem ,eht seltenen schwarzen jonischen Marmor. Ta» schönste und zugleich tast unbeschädigte Denkmal altgriechischer .stunst ist ein R t e s e n st a n d b 11 d der Minerva, dessen einzelne Teile chsammengesetzt wurden. Tas Standbild stammt aus der Zeit des Anoeginns der ro mischen Weltherrschaft Bekanntlich reinigten die Römer nach'den Pyrrhustriegen die Insel Korfu von den illyrischen Seeräubern, dte da» Land öe,etzt hielten Ter rechte Arm der Pallas Athene halt eine scheinbar abgebrvck die, Hach der Inschrift zu schließen, einem Standbild der römischen Zwiiinigsgotttn linerva angeböric und eine Huldigung auf die panisch-römische Freundschaft darstellt. Ta» Standbild ist ungefähr .7 Meter hoch. Eine in der griechischen Geschichte wenig bekannte .Tat- Vas Berliner ttorsu-Museum. Pon Georg von Rosen. Unter den Auspizien der .vohenzollernslagge sind auf der homerischen ISennra wichtige Steindokumente der großen altgriechisch ionischen Kultur geftmden worden, oie auf Wunsch des Deutschen Kaisers in einem neu zu errichtenden Museum in Berlin untergebracht «erden sollen. Ein würdige» Gegenstück zum Perganion-Museum' Welcher „SDOincrift" gedenkt bei dieser gewitz allgemeine .streife interessierenden 'Jiacbriait nicht an die griechischen Greueltaten vor Troja, die als strafe für den irevelhatten Raub einer freien Griechin an den armen Trosancftn ver- übt wurden: und man spürt den ^auch der Versöhnung, wenn Troja und >?e(la», Zieger und Besiegte, nnt ihren großartigen Kunstschätzen, als Geschenke für die 'Aachwelt, aemeiiisam bei späten Epigoiten Bewunderung vor den Werken des Altertums beivorrufen. . Durch die Ausgrabungen auf der Insel st o r s tt wird bewiesen, das; die sozialen und politischen Zustande eines Lande» sehr wohl großen Einfluß auf die Entwicklung der stunst au'iiben können. Tie Linie im Bilderwerk wechielt ständig. Bald ist e» die zarte Form athenischer stunst, sehr bald weicht diese der unbeholfen plumpen Linie der storinther. Man erkennt an den mächtigen Statuen einiger Freiheitshelden die, allerdings nur zeitweise, Unabhängigkeit vom Festland, um bald wieder an .Vaud mehrerer Denkmäler und Standbilder des Periander storinlhs Ein flutz zu fühlen. Ein Altar des Hephaistos, der nnt keinen vielen Schnörkeln und Verzierungen in allen ^Harten nicht gerade schön wirkt, scheint durch verichiedeue niltzliche Umstände viele Jahre bis zu seiner Fertigstellung gebraucht zu haben Desto einwandfreier läßt er die politischen Wirren dieser Jahre erkennen. Zu Ausbruch de» pelopon- uesis.hen Krieges — dessen indirekte Ursache die ^n)el M^rpi durch ihren Streit mir Korinth war wurde, wie Aufzeichnungen besagen, dein Gotte Hephaistos ein großer Altar erbaut, um durch seine Hilfe, als Gott der Waften,chmlede, Eingabe -er Theologischen $atultät zu Gießen an Seine königliche Hoheit den Grohherzog. Tic Theologische Fataltäl zu Gießen übersendet der „Darmst. $:g.", dem Organ bet Hess. Regierung, nachstehende Eingabe zum 'Jfbbrud mit dem Bemerken, daß sie aus die Peröi'entlidning Gewidu legen müsse, nachdem die Eingabe der stirchlid> positiven Vereinigung im Großherzogtum Hessen an da» Großherzogliche Obertonsistcrium, am die lic sich bezieht, ber Lcffentlichieit übergeben worben ist '5lorresponbenzblatt für b;? Evangelückw Konferenz in Baben, der Rheinpfalz und die Mhd) licl».positive Vereinigung im GroßHerzogturn Hessen, Nr. 1H voiu 3D. April 1911). Auch wir geben diese Ausführungen wörtlich wieder, weil sie für die weitesten Volkskreise von höchstem Interesse fein werden: Allerburchlanckstilpier Großherzog k Allergnäbigster Fürst und Herr! < Eure stönigliche doheit iMiben der theologischen Fakultät der Banbcyiuiivcriitäi eine (Angabe der „Kirchlich poiiti reinig ung des Grosherzogtums dessen" nicht von Gewissensbedent'en die Rede ist, — .nur „mißlich auch für den tüchtigsten Studenten" wird es genannt, nach auswärtigem Studium bei uns die Prüfung zu bestehen. Darauf kommen wir zurück. Zunächst aber müssen wir an den Motiven sesthalten, die in den Fahren 1896 und 1908 denselben Antrag in allen Instanzen — Ministerium, Oberkonsistorium, Landessünode zur Ablehnung brachten. Erstlich ist es ein unvvllzichbarn Gedanke, unseren! Hessenlande die Unterhaltung' einer theologischen Fakultät zuzumuten, der ment die Unterweisung «und Prüfung der künftigen Diener der Landeskirche abnimmt. Denn die fatultativc Zulassung einer auswärtigen Fakultät als Priifungskommission macht sofort die Prüfung im eigenen Lande zu einer in gleicher Weise fakultativen Einrichtung. Es kann hier leine Grenze geben. Tie theologische Fakultät der Landes-- 'universität wird entrechtet und das in einer Zeit, in der für die 'kleinen und mittleren Hochschulen der Kumpf nm die Existenz aufs Aeußerste erschwert erscheint. Zweitens gibt es neben her Gießener keine Prüfungskommission Deutschlands, die auf unsere hessischen Ordnungen eingerichtet wäre. Keine deutsche Landeskirche außer unserer hessischen kennt den obligatorischen Besuch eines Preöigerseininars, in leincr darum sind der Studiengang auf der Universität und die erste Prüfung jo wie bei uns auf theoretische Unterweisung beschränkt, von dem praktischen Lehrgang in Friedberg und der zweiten Prüsung in Darmstadt gänzlich geschieden. Diese Ordnung steht einzig da in Deutschland. Wir halten dafür, daß sie ein Werk hoher Weisheit und glücklichster Organisationsgabe ist. Man rüttelt an bewährten Ordnungen nur, wenn man etwas an ihnen schadhast findet. Hier will man Iie durchbrechen, weil man mit der Richtung derjenigen unzu- rieden ist, die sie zur Zeit vertreten. Aber die Ordnungen dauern, 4e Menschen vergehen. Wird man sich nicht vielleicht vergeblich nach jenen zurücksehnen, wenn diese sich werden geändert haben? Endlich drittens: Wer soll die Entscheidung treffen, wo ein Kandidat sich zur Prüfung melden solj: in Gießen oder auswärts? Tie Gesuche um Zulassung zur Prüfung gehen von unseren Kandidaten aus. Sic also werden durch ihr Gesuch sich als „liberal" oder „positiv" bekennen, und sich damit selbst zu Richtungsgcistlichen stempeln. Sie werden das tun in einem Lebensalter, dem wir weder die Reife des Urteils noch die Festigkeit der Gesinnung zusprecheit Tonnen, über die eigene künftige Richtung zu entscheiden. Und sie werden es doch nicht aus eigener Ge- wissensentscheidimg tun, sondern unter einem Gewissenszwang, den die Väter ihnen auserlegcn werden. Wir könnten eine Landeskirche nicht beneiden, die ihre Söhne dazu verführen läßt. Die Beleuchtung der Folgen, die der Landeskirche daraus unfehlbar erwachsen würden, glauben wir dem Großherzoglichen Oberkonsistorium überladen zu müssen. Es würde den Bereich unserer Kompetenz überschreiten. Aber mißlich, sagte die Eingabe, bleibt die Prüfung vor einem Professor anderer Richtung, dessen Lehr- und Denkweise dem Kandidaten unbekannt geblieben ist. Wir nehmen an, daß die Fälle gänzlicher Uubekanntheit doch nur seltene sein würden. Hat der Kandidat überhaupt nur mit moderner Theologie — einerlei ob in Gießen oder anderwärts — sich beschäftigt, so vermindert sich die Mißlichkeit bis zu einem erträglichen Grade. Wir haben vor der Landessünode von 1908 den statistischen Nachweis erbracht, daß int Durchschnitt diejenigen Kandidaten in unserer Prüsung zu einem besseren Ziel gelangen, höhere Noten erlangt haben, die einige Zeit auswärts studiert, als diejenigen, die ihre Studienjahre nur in Gießen zugebracht haben. Dieser Nachweis ist unwidersprochen geblieben. Er müßte genügen, die Ueberzeugung zu begründen oder aufrecht zu erhalten, daß die Fakultät ihren Kandidaten gleichmäßig gerecht gegenübersteht, daß sie nach ihrem Wissen allein und nicht nach ihrer Richtung fragt, daß sie sich ernstlich müht, denjenigen, die ihr fremd gegenüberstehen, möglichst weit entgegen zu kommen. Tie Fakultät muß es vor Eurer Königlichen Hoheit schmerzlich beklagen, daß diese ihre Nachweise Tein Gehör gefunden zu haben scheinen, wiewohl entgegenstehende Tatsachen uns nicht zu Ohren gekommen sind. Diese Klage gilt nicht einer Beschuldigung unserer Richtung, sondern versteckten Vorwürfen gegen die Lauterkeit und Gerechtigkeit unserer Gesinnung. Wir ziehen aus ihr eine letzte Konsequenz. Wir bitten Eure Königliche Hoheit, verfügen zu wollen, daß durch einen Abgeordneten des Großherzoglichen Oberkonsistoriums das Verfahren bei der theologischen■ Prüfung in Gießen einer ein- oder mehrmaligen Revision unterzogen werde, damit festgestellt werde, ob zu den schweren Vorwürfen, die die Verfasser der Eingabe gegen uns erheben, Grund vorliegt oder nicht. Offen vor Eurer Königlichen Hoheit uni> vor deut Lande haben wir gehandelt und wollen wir ferner handeln. Werden Schäden bei uns aufgedeckt, uns nach- gewiesen, so sind wir bereit, sie abzustellen. Gegen unbegründete Angriffe auf Eurer Königlichen Hoheit wohlbedachte Landesord- niingen und unsere Gewissenhaftigkeit in ihrer Befolgung bitten mir um Eurer Königlichen Hoheit starken Schutz. Gießen, den 25. März 1911. Die theologische Fakultät der Landesuniverfität. Im Auftrag: (uuterz.) v. Eck.__________________________ Aus den Ausschüssen der hessischen Zweiten Kammer, sd. Darmstadt, 10. Mai. Der Finanzausschuß der Zweiten K am m e r trat heute unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann zusamsache lvird durch ein Denkmal bekannt, das Epaminondas darsteltt, der sich, wie die Inschriften beweisen, während der spartanischen Krise in Korfu aufhielt und hier als angesehener Mann in Sicherheit vor Sparta lebte und den Feldzugsplan gegen Laeedämon ausarbeitete, in dem auch die zum ©rege führende sogenannte schiefe Schtachtreihe vertreten war. Er organisierte dann das thebänische Heer und besiegte Sparta'vollständig. Das Museum wird ungefähr die Summe von 250 000 Mark kosten, eingerechnet der Arbeiten für die innere künstlerische Ausgestaltung. * — Der zweite deutsche Vogelschutz tag findet in den Tagen vorn 11.—13. Mai unter dem Ehrenschutz des Königs von Württemberg in St uttgart statt. Zur Teilnahme haben etngeladen die 5 stärlstett in Deutschland bestehenden Vogelschutz-Vereinigungen: Ter Bund für Vogelschutz: der Deutsche Verein zum Schutze der Vogelwelt: der Internationale Frauenbund für Vogelschutz: der Vogelschutzverein für das Königreich Bayern: der Vogelschutzverein für das Großherzogtum Hessen. — Von den Gegenitäitden der Verhandlung dürften für weitere Kreise besoitderes Interesse haben, die Vorträge über: Weinbau und Vogelschutz (Dr. Schwangart-Neustadt a. H.); Obstbau und Vogelschutz (Oekonomierat Lukas- Reutlingen): ferner die Referate über Damen mode und Vogelausrottung (Prof. Dr. Schillings) und über die Katze ns rage (Major z. D. Henriei). Der hessische Verein wtrd durch seine Vorstandsmitglieder, Oberfinanzrat Dr. Fuchs und Forstmeister Kullmann, auf dem Stuttgarter Vogelschutztag vertreten sein. - Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- s eh a s t. Prof. Dr. Theobald Ziegler, der ausgezeichnete Lehrer der Philosophie und Pädagogik an der Universität Straßburg, bcabfid)ligt, wie von verschiedenen Seiten gemeldet wird, mit Ablans des Soinmersemeslerü von seinem Lehramt zurnckzutrelen. — Ernst von P o s s a r t, der frühere Münchener Generalintendant, begebt am 11. Mai seinen 70. Geburtstag. — Ter Professor der Zoologie an der Universität Bft eS l au, K u k e n t h a l, geht als A u S t a u s ch p r o f e s s o r an die Harvard-Universität in C a m b r i t> g c. — In Göttingen ist der Ehirurg und Professor an der Umversität sGcheilnrat Braun im Alter von 64 Jahren an einem Lungenjchlag gestorben. men, um über das G emei nd e steuer g es etz zu. beraten. Im ganzen sind 16 teilweise recht wesentliche Differenzpunkte mit der Ersten Kammer vorhanden. Man beschloß zunächst bezüglich der Grundsteuer auf dem Grundsatz des Gemeinen Wertes festzuhalten. In besonders erheblichen Fällen könne nach dem Antrag Weder auf den Ertragswert zurückgegriffen werden. Der Antrag der Ersten Kammer, bei der ganzen landwirtschaftlichen Grundsteuer den Ertragswert anzunehmen, wurde abgelehnt. Auch bei der Gewerbesteuer, der Warenhausund Filialsteuer soll bei dem Beschluß, „den Umsatz gelten zu lassen", beharrt werden. Auch an der Deklarations- Pflicht soll entgegen der Ersten Kammer bei der Grundsteuer festgehalten werden. Hieraus wurde mit der Regte- rung hierüber beraten. Die Verhandlungen werden am Donnerstag früh fortgesetzt. Der Sonderausschuß für die Vereinfachung im Staatshaushalt beriet heute unter Vorsitz des Staatsministers Ewald. Es wurde besonders über die Einteilung der Oberförsterbezirke beraten. Die Verhandlungen zogen sich bis zum späten Abend hin. Der Dritte Ausschuß der 2. Kammer befaßte sich heute unter dem Vorsitz des Abg. Breidenbach mit der Vorstellung der Steinbrucharbeiter in Aschoach, betr. Ausbeutung der dortigen Granitlager. Nachdem der Re- aierungsvertreter Geh. Oberforstrat Grünewald das Entgegenkommen der Regierung zugesagt hatte, wurde die Vorstellung für erledigt erklärt. Die Ersatzwahlen des Abg. Köhler für Worms, Abg'. Fenchel für den vierten Wahlbezirk Oberhessen, wurden nach Berichten des Abg. Pennrich, sowie die Wahl für den 9. Wahlbezirk Starkenburg, Dr. Box Heimer, nach Bericht des Abg. Eibach, für gültig erklärt. Der Kaiser und der Prinzregent von Bayern. München, 10. Mai. Der Kais er sandte aus Metz an den Prinzregenten folgendes Telegramm: Bei der heute hier vor Mir stattgehabten großen! Truppenübung hatte Ich Gelegenheit, Deine Brigade im Gefecht und in der Parade zu sehen, und Ich bin erfreut, Dir von dem ganz ausgezeichneten Zustande Dainer Regimenter berichten zu können. Es würde Mir eine große Freude sein, wenn Du gnädigst Dich damit einverstanden erklären wolltest, daß Ich der neuen, im Ausbau befindlichen Fe st e O r n y Deinen erlauchten Namen verleihen dürfte. Für das Armeekorps und besonders Deine schöne Brigade würde es eine' große Ehre sein und große Begeisterung erwecken, sich unter dem Schutze der „Feste Luitpold" zu fühlen. Darauf sandte der P r i n z r e g e n t an den Kaiser irach Wiesbaden folgendes Antworttelegramm: „Es erfüllt Mich mit lebhafter Befriedigung, daß die bayerische Brigade in Metz auch in diesem Jahre vor Deinen Augen bei der gestrigen großen Truppenübung sich im Gefecht und in der Parade bewährt hat. Deine hohe Anerkennung wird dieser Truppe ein besonderer Ansporn sein, im Wettbewerb mit Deinen Regimentern in Metz allezeit das Beste zu leisten. Die Ehrung, die Du Mir dadurch erweist, daß die Feste Orny Meinen Namen tragen soll, nehme Ich mit großer Freude und herzlichem Danke an. Ick) teile die Ehre mit Meinen braven, unter dem Schutze oieser Feste stehenden Truppen. Möge die Feste Luitpold allezeit ein starker Schutz für des Reiches Grenzen sein und den Frieden bewahren helfen, dessen sich unser heißgeliebtes Vaterland heute seit vier Jahrzehnten erfreuen darf." Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts und folgte um 1 Uhr einer Einladung des Regierungspräsidenten v. Meister zur Frühstückstafel. Der Kaiser hörte heute noch den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts. Heute nachmittag machte der Kaiser mit den Herren der Umgebung eine Automobilfahrt mit anschließendem Spaziergang von der Platte bis zur Eisernen Hand. Berlin, 10. Mai. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Der Reichskanzler begibt sich am Freitag zum Vortrag beim Kaiser nach Wiesbaden und nimmt anschließend daran in Heidelberg an dem Jubiläumstag des Deutschen Handelstages teil. Der Beginn der Festspiele. Wiesbaden, 10. Mai. Auf Allerhöchsten Befehl begannen heute die diesjährigen Festvorstellungen unter musikalischer Leitung des Professors Mannstädt. Das Haus war, wie immer, mit Girlanden und duftenden Blüten geschmückt. Bon dem General-Intendanten Grasen Hülsen- Häseler und dem Intendanten v. Mutzenbecher geführt, erschien in der Hofloge der Kaiser, mit Hochrufen empfangen. Neben ihm nahmen die Generaladjutanten von Plessen und v. Scholl Platz. Gegeben wurde die „Weiße Dame" in Wiesbadener Neueinrichtung. Die Titelrolle sang Frau Müller-Weiß, den George Brown Herr Jadlowker, der nach deiw wundervollen Vortrag der Arie „Komm, o holde Dame" starken Beifall bei offener Szene hatte. Nachdem der Kaiser ins Schloß zurückgekehrt war, brachten ihm die vereinigten Wiesbadener Männergesangvereine eine Serenade dar. Frankreich und Spanien in Marokko. Paris, 10. Mai. Der Agence Havas wird aus Al- kassar unter dem 8. ds. Mts. gemeldet: Hauptmann More aux ist am 7. Mai mit zwei Geschützen nach Suk-el-Arba abgegangen, um dort eine Kamelreiterabteilung zu bilden. Bet Su ar vereinigten sich zwei Stämme und sandten Sendboten an andere Stämme mit der Aufforderung, sich mit ihnen zu einem Aufstand zu verbinden. Der Stamm der Rmaila, her sich gegen Raisuli erhob, wurde auf dessen Befehl in der Nacht vom 3. Mai von dem Käid Bendahan überfallen; 500 Rinder und 1800 Hämmel wurden nach Alkassar entführt. Die Rmaila erhoben bei den Behörden von Rabat Einspruch. — Am 7. Mai überschritt Oberst Gouraud mit 1600 Mann Kolonialtruppen den Bu Re- greg, um sich nach El-Knitra zu begeben. Madrid, 10. Mai. In einer Unterredung über die zwischen den spanischen und den französischen Zeitungen bezüglich Marokkos entstandene Preßpolemik erklärte der Minister des Aeußern, daß seit Beginn der marokkanischen Krise die Staatskanzleien von Paris und Madrid in gegenseitigem Gedankenaustausch ständen, um jede Meinungsverschiedenheit aus dem Wege zu räumen. Ter Minister drückte die Hoffnung aus, daß die Aufregung, die durch das hohe Interesse, das die Frage in den beiden Ländern erwecke, erklärlich gemacht würde, und ebenso -ie Leichtfertigteit ein Ende nähme, mit der man zuweilen ohne böse Absicht Gerüchte und Lärmnach- | richten aufgegriffen hätte, die den anderen Teil verletzten, und daß man weiter zu dem normalen Zustand der Herz, lichkeit und innigen Freundschaft, die die beiden Völker verbänden, zurückkehren möge. Aus Hefte«. Eine dringen.de Anfrage, betr. die Zündholz i n d u strie, haben die Abgg. Dr. O s a n n und Lang in der hessischen Zweiten Kämmer eingebracht: Die Holzdrahtfabrik Rexroth-Lynen in Michelstadt hat in den letzten Tagen wegen mangelnden Absatzes der Hilfsprodukte zur Zündholzindustrie 73 Arbeiter entlassen müssen. Wir fragen bei Großherzoglicher Regierung an, ob und in welcher Weise sie Sem hierdurch entstandenen Notstände der Arbeiter abhelfen will. Deutsches Reich. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Für den Postscheckverkehr in dem R eich spo st gebiet zeitigte der Monat April das erfreuliche Ergebnis, daß auf den Postscheckkonten erstmalig an Gut- und Lastschriften je über eine Milliarde Mark gebucht worden sinS und zwar 1023 Millionen Gutschriften und 1006 Millionen Lastschriften. Auch die Zahl der Kontoinhaber nahm im April allein um über 1000 zu, so daß sie jetzt auf über 55 000 gestiegen ist. Ausland. Der rU s si s ch e G e r i ch t s r e f o rm a u s s chn ß stimmte der Verschärfung der Strafbestimmungen gegen die Juden zu, die sich der Wehrpflicht entziehen. Der Ausschuß beschloß ferner, die Bestimmung aufzuheben, nach der Anverwandte solcher Juden 300 Rubel zu zablen verpflichtet sind. Der russische Iu stizminister brachte in der Reiä>s- buma einen Gesetzentwurf ein, nach welchem diejenigen, welche im Staats- oder Gemeindedienst Stehende durch Geld und Geschenke oder auf andere Weise bestechen, bestraft werden. Ein Erlaß der chinesischen Regierung setzt die Eröffnung des Dorp arlaments auf den 23. Oktober 1911 an Heer und Flotte. T e g c r n f e z, 10. Mai. PrinzOttovonSayn-Witt- g e n ft e i n, preußischer Generalleutnant ä la suite der Armee und General ä la suite des Großherzogs von Sachsen, ist im 69. Lebensjahre gestorben. Aus Stafct und Cans. Gießen, 11. Mai 1911. •’ Tageskalender für Donnerstag, 11. Mai. 93erein für Naturheilknnde: Oeffentl. Vortrag von Oberst a. D. Spohr: Das Verhältnis der Naturheilkunde zur Medizin. Abends 81/. Uhr int Hotel Schütz * * In Audienz empfangen wurde vom Großherzog am Mittwoch u. a. Professor Schlesinger von Gießen. ** Erledigte Lehr er stellen. Eine mit einem evana. Lehrer zu besetzende Stelle an der Gemeindeschule zu EberstaSt (Kr. Darmstadt). Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nie- Ser-Stoll. Mit der Stelle ist Organisten- unb Lektordienst verbunden. Dem Grafen v. Schlitz genannt v. Goch steht das Präsentationsrecht zu. • * * 91 uS dem 18. Armeekorps. Mit Wahrnehmung einer offenen Assistenzarztstelle beauftragt Dr. Ncinecg, Unterarzt beim 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61. • • Verhaftet wurde gestern abend ein fremder taubstummer Mensch, der mit Heftpflaster hausierte und bei dieser Gelegenheit aus einem Ladengeschäft einen neuen Herrenrock entwendete. Der Diebstahl war gleich bemerkt und zur Anzeige gebracht worden: ber Täter wurde noch am Bahnhofe, als er int Begriffe stand, abzureisen, betroffen unb verhaftet. Der gestohlene Rock fand 'sich noch bei ihm vor. Landkreis Gießen. »-Linden st ruth, 10. Mai. In der Nahe unseres DorseS hoben in der vorletzten Nacht junge unreife Burschen auf eine Länge von zwei Metern K l o p f ft c i n c und eine Eisc nplaftte aut die Schienen des Gleises Gießett-Fulda aufgelegt. Die Hindernisse wurden voit dem revidierenden Bahnwärter recht- zütigt beseitigt, so daß ein Unglück vermieden wurde. Wie man hört, ist die Behörde den verbrecherischen Buben, die auch^im Ort Unfug getrieben haben, auf der Spur. Kreis Schotten. st. Schotten, 10. Mai. Heute wurde vom Kreis- fomitee für die Veranstaltung des Blumentags im SlrciS- amtSgebäude die Zählung der eingegangenen Gelder vor- genommen unb ber Betrag von 2 2 2 6,7 9 Mark festgestellt. Das Ergebnis von NnppertSburg ist noch nicht bekannt, mit diesem werden etwa 2250 Mark im Kreise Schotten zusammen- fonunen. In ber Stadt Schotten gingen allein 602,22 Mark ein. — Heute nachmittag 6 Uhr ging hier ein Gewitter mit furchtbarem Regen unb auch teilweise Hagel nieber, wodurch viele Blüten vernichtet wurden. X Gedern, 10. Mai. Nächsten Freitag den 12. d. M. trifft die fürstliche Familie mit Gefolge hier ein. Kreis Friedberg. X Friedberg, 10. Mai. Am Samstag fand ander Obstbcruschnle ein Ku r s u s fürBaum -unb Straßenwärter seinen Abschluß. Er war von 28 Leuten aus Oberhessen und Starkenburg besucht. Jeder erhielt von der Landwirtschaftskammer einen Zuschuß von 60 Ml. Der Repetitionskursus für Baumwärter schließt nächsten Samstag durch eine Prüfung. Zum erstenmal wird diese "Prüfung im Beisein eines Regierungsvertreters, eines Mitgliedes der Landwirtschaststammer und des Vertreters des oberbessischen Obstbauvereins abgehalten; seither hielt der Obstoauverein allein die Prüfungen ab. Von jetzt an gibt cs also staatlich geprüfte Baumwärter. Die Prüflinge sind aus ganz Hessen. Nächsten Montag beginnt Ser sogen. Li ebb ab er kur sus für Geistliche, Lehrer und Freunde des Obstbaues; es haben sich 10 Herren gemeldet. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach, 10. Mai. Der Bauausschuß beschäftigte sich mit dem Bau eines neuen Stadthauses und beschloß, die städtische Hochbanverwaltung mit der Vorbereitung eines Preisausschreibens zu beauftragen für den Entwurf eines Stadthausbaues, bezw. einer Gebäudegruppe auf dem Grundstück des jetzigen Stadthauses. — DaS Automobil deS Fabrikanten Albert Kopp von hier stieß gestern nachmittag auf dec Fahrt nach Frankfurt in der Nähe der Mühlbergfchule mit zwei sich begegnenden Trambahn- wagen zusammen und geriet in Brand. Die Jnsaspn, Fräulein Kopp, sowie der Chauffeur konnten sich rcchtzeitig retten. Das Automobil wurde vollständig vernichtet, die sind die als Butter- Ersatzmittel unübertroffenen Van den Bergh'schen Margarine-Marken Cleverstoiz undVitello Stets frisch zu haben In allen einschlägigen Geschiftet. Für die warmen Tage! Weisse Damen-Blusen Mk. 13.—, 10.50, 6.50, 4.75, 3.50, 2.45, 1.25 in grosser Auswahl und nur Saison-Neuheiten A. 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M. entflohen war, sowie seinen stomplizen, einen mit über 10 Jahren ZuchtbauS vorbestraften Einbrecher. Die beiden sollen einen großen Einbruch in Mainz verübt haben. dir 9jn ^Niabf i Nute ! > entslax^,. . febt' > . kbms, bat, «en sind i* Millionen S 'ahm im über 55 oi Lbermedizinalral Prok. Dr. Galsky, Direkior de« Institut? für Inlett wnskrankbelten in Berlin zur Ionsetzung feiner Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf her Witterung seit gestern früh: Ter flache Tresdruck- rotrbcl über Frankreich hat in Süd- und Mitteldeutschland auch Sandel. AuS der Lederindustrie. Berlin, 10. Mai. Heute fand unter dem Vorsitz von Direktor Aestendorsf - Wandsbcck die diesjährige Mitglieder Versammlung des Zen tral v er ernS der Deutschen Lederindustrie statt. In dem Geschäftsbericht teilte daS geschästsführende Vorstandsmitglied Generalsekretär Kraus: -Berlin mit, das; die Produktion von Leder in Deutschland im letzten Iahrwlmt uarl zugenommen habe. Nach der Produktionsstatistik des Eichamts des Innern vom Jahre 1897, die sich auf die zur Bcrufsgenosscnschast gehörenden Lederfabriken bezog und enter für dasselbe Jahr vom Zentralverein der deutschen Lederindustrie Dprgennmmcncit ErgänzungSstatistik, hatte die deutsche Ledcrproduk- tion einen Jahreswert von etwa 420 Millionen Mark. Tie jetzige von dem Generalsekretär MYauk an £)anb der von der Geschäfts, stelle für Vorbereitung von Lederkartellen geführten väule- und Fcllstatisnk wird auf etwa 550 Millwnen geschätzt. Emen großen Teil der Verhandlungen nahm die Frage dec Stellungnahme der deutschen Lederindunrie zur künftigen Zoll- und Handelspolitik Deutschlands ein. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der sich der Zentralvercin für eine mäßige Schutzzollpolitik in den bisherigen Grenzen ausspricht und btc Bestrebungen au, Einführung eines Maximal- und Minimalzolltarifs verimrst. Univcrfitats^lacbridyten. — Robert Koch-Stiftung. Das Vermögen der RobertKoch-Stiftung zur Bekämpfung derTuber- ki, lose beträgt zurzeit rund 1200 000 9)lf. Don den für ba6 kommende Geschästöjahr zur Verfügung stehenden Zinsen (rund 64 0b0 Ulf.) hat der Vorstand 1000 Mk. dem Privatdozenten für Augenheilkunde Prof. Tr. Ira»; Schieck in Göttingen und 1500 Mk. dem Prioatdozcnlen für Augenheilkunde an der Universität Marburg Tr. Franz fl ruf tue- für Studien über die Tuberkulose de- Auges, 1200 Mk. Tr. W. Weinberg-Stuttgart für statistische Tuberkulosearbeiten und 20 000 Vlk. dem Gehennen (ßcricbtsfaal. Zweibrücken, 10. Mai. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Gendarmerieoberwachtmeister Adam Werdner wegen Freiheitsberaubung im Amte zu drei Monaten Gefängnis. Er batte eine Kellnerin in Pirmasens, die ihm zu schlecht emgescbenkt hatte, von einem Gendarm zwangsweise auf der Gendarmerie vorsühren lassen. Gravitation". Marburg, 10. Mai. In Kirchhain wurde der -ahnschassner Puttlitz aus Harleshausen durch Puffer totg edrückt. — In Frohnhausen bet Gladenbach wurde ein junger Bursche mit seinen zwei Pf er- gen vom Blitz er' Mftimmtt> I - solcher jüq I ,in der $tjI tötm Ditjatic- nbt iwd)ig I >, Dtltrart toctir seht die EtÄ I i 23. ßfteic I sind RADER Achtung! Achtung! Wchrneh» Lr. Rents l at. Nr. 61. i sremder ta» aufiede uni r [ einen neun l roar gleich ■ der Täter M» , abzureisen, h- 1 sand-sich Elegant schnellaufend und unverwüstlich Dürkopp Torpedo Triumph >» L Mai 1911. | Mai. 'Herein tt a. T. 6voh:l Abends 6'/„L- fl e vom i ilefinger rn lSahn-NiiiW feilt der fc- ■ Sachsen, ist Peter Kronenberg Süd-Anlage 7 GIESSEN Tel. 680 Seit Jahrzehnten als erstklassige Gualitätsmarken allseitig anerkannt- hc unsere- guri'dien aus s eEiscnple:.' n nuigclegt t gchniv.irl.'r tt- mieden nv» ischen L'lbcn. X _ . Meine Eiswagen gehen von jetzt ab regelmäßig unb nehme Bestellungen auf Monat- und Saison 'Abonnement bet biuigiten , _ Preisen gern entgegen. Emil Schmoll, (jitfttal 1L BlttMghchg., Tel. 83. [3136J Frankfurter Strane 7. Morgen Freitag den 12. ds. Mts. groger Berkau im harten des Hotel- ium FelienkellerlnGtenen: prim» hollBn- dlscher Kopfsalat, Slück von 5 Vlg. ail pi-^Gnrken. _tud 3ö und 40 Pm-, großer trän;. Blumenkohl. ^>tud von 30 btg. in. Acht Sorten fuße saftige Blut- unbJl uraia-ApfeIsinen. Ul 5t. 45, 50, 00 bis SO Pfg. Ertra Itarfe, betterte rhcin. Sellerie- Pflanzen. 25 Stück 20 Vsg, fororc neue. 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Mai Dee .'tor üianbant der BundeStruppen Navarro ist nicht aus Zuarez entflohen, sondern leitete den letzten Widerstand der ^.egierungstruvven an der Üaferne. Nach zweistündigem Kampfe «vergab er iid) Madcro. Sin neuer Angriff auf Fez. Tanger, 11. Mai. ^lgence Sdqüqv ) Nach Meldungen auS Fez sand neuerdings ein Angriff aus dieStadt statt, bet von den Truppen des Sultans z u rück g es ch l a g en wurde. Die Angreifer ließen 80 Tote aus dem Schlachtfeld zurück. ♦ Paris, 11. Mai In einem Orte deS Departements Eure wurde der Geschäftsführer eines gwßen Pariser WarenliauseS verhaftet, der 420000 Franken unterschlagen Iwtte. Sieg auf Sieg 70-km- Wcttgchen München Erster Sieger SPORER Wettmar sch München-Brüssel HANS RITTER 6. Internationaler Anneegepäckniarsch Berlin Erster ALBERT SCHULZE in Dr. Diehl - Stiefel Rin neue« System natargemässer Fussbekleidung mit allen hygien. Vorzügen; Ventilation. Leiser, federnder Gang. Natürliche Form. Elastisch. Schutz geg. Plattfuss : NEU! 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