161. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfahr 18 Seiten. ia ’m jetzige l liljt WsW t begonnen. m.W ffi Oi» — Ter Nobelpreis der Literatur. Tie schwedische Akademie der Wissenschaften beschloß, den Nobelpreis der Literatur Maurice Maeterlink zuzuerlennen. die Post Ttt.2.— viertel- jährt. auSschl. VeueUa. 3cilcnprtiö: lokal 15 ausivan« 20 t'tfimiq. Edctredatleur: A Doetz. Verantwortlich für den politischen teil: Anansl As. Neue Untersuchungen über die Erblichkeit des Krebses. Süt einer Reihe von Jahren bescha'tigl sich in England cm Ausschuß von Aerzten mit der Untersuchung des Krebses. Dieser „Imperial Eancer Research Zünd" har jüngft feinen Upten Bericht veröffentlicht, und m diel em imden sich die Ergebnisse wich.igcr Untcriuchungen über die Erb.ich- feit dieser furchtbaren Krankheit verzeichnet. Das Menschemeb.n ist natürlich zu lang, als daß man auch nur daran denken könnte, genügendes stanmiches Material über die Erblichkeit des Krebses zu sammeln. Die cnlischcn Aerzie haben daher ihre Beobachtungen an Stau I en angene.lt, wobei angenommen wird, daß die Frage der Erblichkeit bei den Versuchstieren eine Antwort findet, die auf menschliche Verhütmise wenigstens zum Teil übenragen werden dar'. Innerhalb von acht Jahren sind 200 000 Mäuse von dem Ausschuß beobachtet worden. Nach die en Beobachtungen scheint es, a.s ob die Vererbung bei der Hau ig° feit des Krebses doch eine Rolle spielen könnte. Allerdings drücken sich die Aerzte in ihrem Berichte sehr zurückhaltend aus. 2er Brustdrüsenkrebs, um den es sich hauo.sachlich handelte, fo sagt z. B. Dr. Bashford in seinem Berichte, ist bei Mäusen in allen Leb.nsa.tern häufiger, ivenn die Mutter oder die Großmutter des Tieres an der gleichen Kranfh.it geuotuen sind. Aus weiche Weise die Vererbung errolg., läßt lieg teooch nicht angeben. Die englischen Aerzte vermuten, es handle sich Zreitag, 10. November 1911 Ve-ua»»ret4: monatlich 75Vf^ viertel» iäbrltd) WIL 2.20. durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich to durch l«lt KAHL 01] i ,! W- ntel uj\ ';. - LZ a1* ■ miteinander gepaart, so daß die vermutete erbliche Belastung von allen Vorfahren her vorhanden war und so aus ein Tier konzentriert wurde. Beim Menschen wird natürlich dieser Fall, baß die beiderseitigen Vorjahren eines Ehepaars alle Krebs gehabt haben, zu den seltensten Ausnahmen gehören. — Eine neue Infektionskrankheit. Immer neue Krankheiten sendet der Orient zu uns herüber. So melden sich seit einigen Monaten im Süden Europas, in Italien und Griechenland, die Vorposten der als Ka l a*a* ar — schwarzes Fieber — bekannten Kranlheit. Kala-azar ist in Indien h imisch; dort hat sie in den Niederungen des Brahmaputra lütAlcr» liche Verheerungen angerichtet, auch China und die malaytschen Inseln hat sie nicht verschont, um von Dort nach Arabien und Aegypten verschleppt zu werden, von wo sie sich den Zugang zu Europa verschalst hat. Lange Zeit ist sie mit der schweren Malaria verwechselt worden. Sterblichkeit der von ihr Beiallenen geht bis 96 Prozent Seit einiger Zeit kennt man auch den Erreger. Es ist dies ein wahrscheinlich den Trypamosomen nahestehendes Prowzoon, das nach seinem Entdecker den Namen L e 11 h m a n i a führt. Aehnlich wie bei Malaria, Schlafkrankheit und Pest lebt der Erreger in einem Zwischenwirl und gelangt durch dessen Biß in den menschlichen Körper Bet der Kala-azar wie bei der Pest sollen Wanzen diese Rolle spielen. Wenn auch die Krankheit gefährlich und ansteckend ist, so ist doch nicht zu furchten, daß - sie m Europa jesten Fuß saßt. Neuerdings wird zu ihrer B.kämofung das Ehrlichsche Salvo r s a n angewandt. Allein, seine Wirkung steht noch aus. NZW General-Anzeiger für Gberhefsen inoaumt wn anjeigen Notation,druck und Verlag der vrühl'schtn Unio.Guch: und Sltlndruckerel R. lange. Nedaltion, Lrpcdillan und vrnckerel: rchulftratzt 7. bifl vonniuaflöU9niibr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrahe 16a. AnzeigenteU: H. Beck, „Kranfcs" Schießpulver. Angesichts der schweren Unfälle, von Denen die Marine unseres westlichen Nactcharlandes betroffen wurde mü> die in der Tagespresse ständig disputiert werden, wird es unsere Leser ge- toiu interessieren, etwas über die wahrscheinlichen Ursachen solcher Explosionen zu hören. Unser artUlcristischer Mitarbeiter schreibt darüber: „Nicht allein Menschen und Tiere hoben ihre körperlichen Leiden: auch bei anorganischen Stoffen, insbesondere bei Mineralien, ist wohl zu unterscheiden zwischen Gesundheit und Krankheit. Einzelne Metaltarten können sogar von derartig Harten Gebrechen befallen werden, daß sie ihr .Leben" dabei einbüßcn und völlig unbrauchbar werden. So z. B. zerfällt Zinn bei einer bcilimmtcn Krankheit vollständig. Es handelt sich Dabei um sehr wenig erforschte Vorgänge, wahrscheinlich um molekulare Verschiebungen, vielleicht sogar um Atomumlagerungen, die noch wenig geklärt sind und die wir vorläufig nur in den Wirkungen erkennen. Auf derartige Ursachen sind auch die Krankheiten des Pulvers rurüäzuführen. Die Unglücksfälle der französstchen Marine sind bisher nur eine Folge von krankem Pulver, weil es die Aus- jichisorgane an der nötigen Sorgfalt Haden schien lassen. Tie verschiedenen Pulversorten gehen nach längerem Lagern chemische Verbindungen ein; fe nach Art dieser Verbindungen toirb das Pulver entweder „taub", d. h. es reagiert auf Entzündungen überhaupt nicht mehr, oder aber es wird derartig explosiv, daß schon eine geringe Reibung oder Erwarmung oder brr Truck seines eigenen Gewichts Selbstentzündungen Hervorruf en kann. Darum wird z. B. das in der deutschen -Irmce |u Platzpatronen noch gebrauchte Schwarzpulver oorschriftsgemäß, lorocit es zwei Jahre nach der Fabrikation nicht verbraucht ist, vernichtet. Tas zu wirklichen Geschossen gebrauchte Blättchenpulver hält 'ich langer, und trotzdem beucht in der deutschen Armee der Grundsatz, das Pulver immer möglichst frisch aufzubrauchen und keine allen Vorräte anzusammeln. ES ist ein großer Fehler, Sdjiifejnit voller Kriegsausrüstung in der Pulverkammer jahrelang in See zu halten. Wie die Er- labrung in Frankreich zeigt, kostet eine (Hornsion nicht allein das Sch-.sf, sondern viele Menschenleben. RsrurUcy ersoroert das hten 2barfan91aW tfvoQ, modem und afien zu kaufen. dien ?re, amen mW nut « en. äifSÄg mitbezablen ie4CnJh r Sation 'g uLLsauftt Srfs** ibetro'Cn^ dic'cr diiekie SdM Kir(- KI1-- •*’ ne DU Käufern ,L, £5^* HibW, bic Damenkapr'1 rb auch während * X steS ton^xüem • j Die marokkanische Abrechnung im Reichstag. Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Berlin, 9. 9toü. In trübem dtovembernebcl brach heute der Tag an, an dem der deutsche Reichstag über den für das Marokto- tlblommcn verantwortlichen Reichskanzler zu Gericht sitzen sollte. Ter Sitzungssaal war natürlich von Mgeordneten, die Tribünen von einem eleganten Publikum überfüllt, und in der Hosloge bemerkte man neben dem Prinzen August Wilhelm auch den Kronprinzen, der an diesem denkwürdigen Tuge nicht fern von Berlin bleiben wollte. Tie Herren Breitcnbach, Lisco und Wermuth, sowie v. Tirpitz und Kraetke befanden sich schon auf der Tribüne, als Herr v. Bethmann-Hollweg eintrat und sie mit verlegenem Lächeln grüßte. Bald darauf erschien Herr v. Kiderlen- Wächter und nahm neben dem Reichskanzler Platz, der ihm die Hand drückte, ganz so wie es Angeklagte tun, die sich verantworten sollen. Sie sind völlig isoliert, die übrigen Herren der Negierung halten sich von ihnen fern, sie fühlen, daß es nicht rätlich ist, sich in dieser Gesellschaft zu zeigen. Nur der provisorische Staatssekretär des Kolonialamts, Tr. Sols, hat nach seinem Eintritt den Mut, Jerst fesselnd —s — hinter nidcrlen-Wächter Posto zu fassen. Und dann beginnt Herr v. Bethmann-Hollweg zu reden. Nüchtern und geschäftsmäßig klingt cs, gleichsam als ob ihn die Not Teutschlands gar nichts anginge, genau so, wie bei der Fleischteucrung, wo er auch teilt warmes Wort fand für die mißliche soziale Lage. Freilich hat er bei der Berteioigung des Marotko-Aokommens einen ebenso schweren Stand, wie bei der Verteidigung des Kongoabkom- menü und seiner Rechtfertigung im Falle Lindequist. Sind doch die Reichstagsabgcordneten in ihrem Urteil über die Persönlichkeit Herrn v. Bethmanns und den Wert des Abkommens schon lange einig. Gelächter wurde ihm zuteil, als er behauptete, die deutsche Regierung habe den „Panther" nur nach Agadir geschickt, um Leben und Eigentum der dort wohnenden Deutschen zu schützen, während man doch zur Genüge weiß, daß der „Panther" ursprünglich deshalb entsandt wurde, um den Kompensationsfordc- rungen Teutschlands im Suslande Nachdruck zu verleihen. Gelächter antwortete ihm, als er von den trotz Sümpfen, 1 «Schlaftrantheit und französischen Konzessionsgesellschaften WWW'v i wertvollen riongolompensationen sprach, trotzdem er hier --- ~~ 1 klugerweise ins Gefecht führte, wie gering man ursprünglich von der ganzen deutschen Kolonialpvliiik gedacht habe. Ge- lächter erfolgte auch, als er die kühne Behauptung auf- stellte, Teutlchland sei keineswegs vor England zurückgewichen, als cs um die Erledigung der Marolkofrage kri- tisch stand. Herrn v. Bethmann aber recht unangenehme Bravorufe ertönten da, wo er im Falle Lindequist zu- gab, daß der jetzt ohne kaiserlichen Dank verabschiedete jStaatsset'retär von Anfang an von den jetzigen Kongo- abtrelungen nichts habe wissen wollen, sondern die Erwerbung kleinerer, aber schon kultivierter Gebietsteile befürwortet habe, und als er put schwacher Stimme sich zu dem Geständnis aufschwang, Herr v. Lindequist habe die Vertretung des Kongoablom- mens vor dem Reichstage verweigert, trotzdem er von ihm nur eine „objektive" Würdigung verlangt hätte. 93er- cinzcllcs „Sehr richtig" bei den Konservativen, z. ÖL, als Herr v. Lcthmann eS unpatriotisch nannte, daß man aus dem Verlauf der Marotloverhandlungcn ein Zurückweichen Deutschlands lonstruicrt habe, ändert nichts an der Tat» fache, daß Herr v. Bethmann mit seiner Rede ein gründliches FiaSlo erlitten hat. Und als er mit den Worten „Wir erwarten kein Lob, wir fürchten aber auch keinen Tadel" geendet, da zeigte ihm das im ganzen Haufe herrschende, eisige Schweigen, daß man seinen Behauptungen nicht glaubte, daß man in dem Marokko-Abkommen nach wie vor die größte Schlappe steht, die Deutschland feit der Reichsgrundung erlitten, und in der Art der Verabschiedung Lindequisls, insbesondere in seiner Verunglimpfung dura, dic offiziöse Pre,se, eine eines deutschen Reichstanzlers unwürdige Handlung. Wenn Herr v. Bethmann, der sich übrigens bei den Zwischenruscii des Hauses der sonst bei ihm beliebten Methode der Mkauzcluug und des auf den Tischschtagens enthielt, sondern höflich bat, ihn doch nicht zu stören, da er sonst unsicher wurde, am heutigen Morgen noch geglaubt haben sollte, daß er sich auf Konservative und Zentrum verlassen könne, so wuroe er eines besseren belehrt, als der Zentrumsdiplomat Frhr. v. Hertling und der ungekrönte König von Preußen, Herr v. Heydcbrand und der Lasa das Wort ergriffen. Tenn der erste beantragte sofort die UeberWeisung des Abiommens und der zahlreichen Marolkoanträge in den Budgetausschuß, machte also, da die ganze Opposition den gleichen Stand- punlt einnimmt, dem Vorhaben des Reichskanzlers, das Abkommen über den Kopf des Reichstags hinweg definitiv abzuschließen, ein jähes Ende, und Herr v. Heydebrand ließ nur gar zu deutlich durchblicken, daß auch feine Partei Herrn v Bethmann fallen lasse, wenn sie auch von einer die Befugnisse der Krone hinfichtlich der Schutzgebiete be- schranlenoen Verfassungsänderung nichts wisien wolle, die von Zentrum, Nationailiberalcn, Fortschrittlern und Sozialdemokraten in ihren Anträgen gefordert wird. Es war nicht nur pikant, sondern von der größten Bc- dcutuna für das Schicksal Betbmann-Hollwcgs und seines Marolto-Abkommens, zu beobachten, welchen Anteil der deutsche Kronprinz an den heutigen Verhandlungen des Reichstags nahm. Richt nur, daß er mit der gespann- testen Aufmerksamkeit zuhörte, nein, er gab sogar seiner Stellungnahme zu den Reden v. Bethmanns, v. HertlingS uizd v. Heydebrands dadurch Ausdruck, daß er die fragwürdigen Behauptungen des Reichskanzlers mit Kopfschütteln, alles das aber, was die beiden Reichstagsabgeordneten gegen Bethmaint vorbrachten, mit Nicken, ja sogar energische n Beifallsrufen begleitete. Unwillkürlich fragt man sich: War der Kronprinz von seinem kaiserlichen Vater bevollmächtigt, Urlaub zu nehmen, um sich in dieser Weise an dem Gericht über Beih- mann-Hollweg zu beteiligen? Herr v. Bethmann behauptete, der Kaiser haoe schon im Mai feine volle Zustimmung dazu gegeben, daß das damals aufgestellte Programm in allen Phasen voll durchgeführt werde, in dem festen Entschluß, für die Ehre des Laubes im Notfälle auch das Sdyrocrt zu ziehen. Tas mag fein, Herr v. Bethmann vergißt aber hinzuzu- fügeu, ob der Kaiser noch dem Marotkovcrtrag bcipflichtet, wie er jetzt dem Reichstage vorliegt, und gegen den sich fast das ganze deutsche Volk empört. Wir glauben, daß der Kaiser, nachdem ihm die Prinzen und seine weitere Umgebung die Augen Über die unselige Politik Bethmann- Hollwegs und die damit im Zusammenhänge stehende Ge- fahr einer inneren Krise, einer Schmälerung der kaiserlichen Rechte und einer lleberflutung des neuen Reichstags durch die Sozialdemokratie, geöfinet haben, so daß er nichts mehr durch die Brille des Rercyskanziers sieht, wayrscheui- lich von den Bethmann-Hollwegschen Künsten genug haben wird. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach den Kronprinzen in den Reichstag entsandt, um von ihm einen einwandfreien Bericht über die ganze Marokkodebatte zu erhalten. Danach wird der Kaiser handeln. Herr v. Bethmann steht heute ohne jede Parteiunterstützung da, und die feine Ein- und Ausschiffen großer Munitionsmengen viel Zeit und Arbeit, und das bangt eben die Gefahr mit sich, daß man, wie in Frankreich üblich. Die Ladung zu lange an Bord behält. Auch die anderen bekannten Sprengstoffe, wie z. B. Melinit, Lydit, Roburit und bergt, erleiden durch lange Lagerung ungünstige chemische Aenderungen, wenn auch nicht in Dem Maße, wie die eigentlichen Pulversorten. Am günftigiien verhalten sich nach dieser Richtung noch ZAeselguhr- und Gelatine-Dynamit, die durch längere Lagerung, selbst bei ungünstigen Temperatur- Verhältnissen, weder eine Qualitätseinbuve erleiden noch zur Selbstentzündung neigen. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß, wie so manchmal, auch bei den Vorgängen in Frankreich die Schuldigen an der unrechten Stelle gesucht werden: man macht Die technischen Leiter Der Fabriken verantwortlich, statt Die Schuld in dem oben geschilderten System zu suchen. Nr. 265 Trt •Itforntr 2ln)f1get erfdicinl täglich, äuget eo'.mlofiB. - Beilagen: viermal wöchentlich •itfocncrifliülitnblätttr, IiüuinnlivMfntl.Kceli' lattfüröcn KreH Aieften wieiafl undreitog); ^ir*: iml nionoll. tand' wnlschasülcheSeitlra^en nmiluicd) - Anschlüsse: Witterung, Die unsere hohen Staatsbeamten für Veränderungen im Rcichskanzlcramt haben, scheint zu beweisen, daß Herr v. Bethmann fd)on jetzt ein mortturus, ein Siechender ist. Ist das aber nicht der Fall, hält der Kaiser an Herrn v. ^.'ethmaiui-Hollweg fest, so droht Deutschland eine schwere innere Kri,c, eine politische Sturmflut, Die alles Das, was an monarchischem Empfinden noch un deutschen Volke vorhanden ist, verichlingcn und die Rechte des Kaisers in einer Weise schmälern würde, daß das deutsche Kaisertum dann nur noch eine dekorative Bedeutung hätte Tie Meinung des Kronprinzen. Wie das kronprinzliche Hosmarschaliumt bekannt gibt, entspricht dic von der „Nationalzcitung" gebrachte Notiz, wonach der Kronprinz eine gemeinsame Altion mit seinen Brüdern gegen den Reichskanzler plant, nicht oen Tatsachen. Es war auch von anderen Blättern noch gemeldet worden, der Kronprinz habe sich gegen des Reichskanzlers Politik ausgesprochen: das „Berl. Tgbl." sprach sogar davon, daß dies unter drastischen Umstanden geschehen sei. Die Fassung der Berichtigung läßt daraus schließen, daß an der Sache etwas Wahres ist. Pressestimmen. Aus Berlin werden uns drahtlich folgende Acuße- rungen Berliner Blätter zur R e i ch s k a n z t c r r e d e übermittelt: Die „Bossische Zeitung" widmet dem Thema „Kanzler und Kronprinz" einen Leitartikel. Sie fragt: Haben wir eine Kanzlerkrisis? und jährt, nachdem sic eingehend Das Kopsnicken, freuDigc Lächeln, HänDellatschcn Des Thronsvlgers bei Den HeyDebranD schen Kraftstellcn gc- schildert hat, fort: Ter Kronprinz ist in Der politischen Arena erschienen, ob mit ober ohne Plan gegen ben Rcuyskanzler, jeden- f all s nicht zu seiner Unterstützung. Tas ist ent Ereignis von nicht zu nnterschävenDcr Bedeutung. Ter Kanzler vertritt Die Politik des Kaisers, Der Thronfolger macht auS feinem Mißwi 11 en kein Hehl. Möglich, Dau im AuSlande sogar Die Behauptungen austauchen, kein geringerer als Der i u - künftige Kaiser stehe an c e r S V i b c Der deutschen Kriegspartei. Tieier Aufsai'ung mod,ic Das Blatt entgegen^. - ten, sagt aber zum Schluß: Es sino seltsame Zustände in einem monarchischen Staatswesen, das eine sozusagen einheitliche Regierung hat, und es kann und muß ein ossentiicher Gegensav zwischen Kanzler unD Kronprinz besprochen werden. Tas „Berliner Tageblatt": Als man sah, wie Herr v. Heydebrand Den bedrängten Kanzler fallen ließ, schien das Die Bestätigung Der allgemeinen Austastung zu sein: Herrn v. Bethmanns ReDe war em Grab- unD Schwanengesang! Trotzdem ist cs wahrscheinlich. Daß Herr v. Bethmann Hollweg nicht genötigt fein wirD, sich vor Dem fast einstimmigen Tadelsvotum zurück- n- ziehen. Ter Kaiser hält ihn einstweilen noch, er hat ihm noch gestern während Der Sitzung durch eine Tinereinlabung fein Vertrauen ausgebrückt. Tie Rebe bes Kanzlers nennt bas Blatt voll logischer Widersprüche und lückeuhast. Sie verwische nicht ben Einbruck, baß bie Vorbereitung ber Aktion un- -ureichenb war unb läßt ben Einbruck bestehen, baß die Krcuzer- fahrt nach Agabir nur geschähet, aber nichts genützt bat. Tas Pathos des Abgeordneten v. Heydebrand nennt das Blatt salsw. Tie Mißerfolge, vor Denen wir ftänDcn, fielen Der Partei Des Herrn v. HeyDebranD zur Last. Tie Temonstration Des Mron- prinzen gegen Die Bethmannfchc Politik erscheint Dem Blatt höchst beDenklich. Noch nie, solange ein Parlament existiere, habe man wohl ähnliches gesehen, noch nie habe man in einem halbwegs georbneten Staatswesen beobachtet. Daß ein Kronprinz feine Abneigung gegen die kaiserliche Politik und Den verantwortlichen Beamten Des Kaiser- zu erkennen gibt Tie „Kreuzz ei Lung" beschränkt sich auf ein (Stirn- mnngsbilD, in dem gedrängt der Inhalt der Rede wiederum eine Eigenschaft der Gewebe ganz bestimmter Organe. WaS nun Die Übertragung Dieser Ergebnisse auf Den Menschen an- gcht, so sagen Die englischen 2lerzte selbst, man dürfe nur bie Möglichkeit ber Vererbung erschließen, ohne sie mit Bestimmtheit behaupten zu können, ja vielleicht sogar könne man annebmen, in ber Praxis spiele bic Vererbung bes Krebses bum Metlichen gar keine Rolle. Bei ben Versuä)en an Mausen würben nämlich nur krebskranke ober solche mit krebskranken Vorjahren KP Abiö^^o. - bis " ;.2O- ' bis - ' n biS ' v-i ’ " biS " ' bis " findet Mtttwoch, 22. d. M., vormittags 3/4g Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Reklamation gegen die Bürgermei st erwähl zu Grüningen. 2. Enteignung von Gelände in Gemarkung. Saasen zur Verbreiterung der Mittelgasse. 3. Fasethaltung in der Gemeinde Ulfa. 4. Polizeibefehl gegen Johannes Zulauf von Brauerschwend. ** Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Allenthalben in Deutschland rüstet man sich in Städten, die als Musikzentren zu betrachten sind, zur Feier des 100. Geburtstages des Mannes, welcher in der Musik neben Richard Wagner als der größte musikalische Fortschrittler bezeichnet werden kann, der nach Beethoven kam, Franz Liszt's. Wenn man zu Lebzeiten einen Mahler, Reaer, Richard Strauß feiert, so ist es ein Akt der Gerechtigkeit, jetzt desjenigen zu gedenken, welcher in der Musik, speziell durch die musikalische Form wirklich Großes hinterlassen hak, welcher aber zu Lebzeiten so ganz mit Unrecht der gerechten Anerkennung entbehrte — wir meinen Liszt als Komponist. Wohl ist jedem Gebildeten der 92ernte Liszt geläufig, ja der Name ist auch populär geworden durch die Erinnerung an seine unvergleichlich große Virtuosentätigleit, die ja alles in Erstaunen setzte, kompositarisch aber auch durch die zweifellos sehr bekannt gewordenen, an äußerett Effekten nicht armen, aber doch rassigen Rhapsodien. Hier hört aber in der Regel bei dem Laien die Kenntnis von dem Komponisten Liszt auf, der in seinen, vielfach zu wenig bekannten Klaviersachen (b-Moll-Sonate, Konzerte), seinen sinfonischen Dichtungen und seinen kirchlichen und weltlichen Oratorien wirklich Neues in Form und Inhalt und zugleich Großes geschaffen hat. Unter den kirchlichen Werken sei auf die Grauer Messe, den „Christus", unter den weltlichen auf die „heilige Elisabeth" hingewiesen, welch letztere vor ea. 7 Jahren hier eine Aufführung erlebte; von den symphonischen Dichtungen sind die klangvollen „Preludes" aus „Tasso" vor zwei bezw. drei Jahren hier von Professor Trautmann aufgeführt worden. Gerade diese Werke, die anfangs einen geradezu lächerlichen, heute geradezu undenkbaren Widerspruch hervorgerufen haben, sind es gewesen, welche für oie Zukunft der Musik bestimmend wirken sollten. Eines der größten und besten symphonischen Werke hat nun Professor Trautmann für die Gedenkfeier aus gewählt, welches Gelegenheit bietet, die wahre Größe Liszts schätzen zu lernen, seine grandiose Faustsymphonie mit dem Schlußchor und Tenorsolo, sowie als Chorwerk, welches die echt kirchliche Gesinnung des Meisters in herrlicher Weise zeichnet, der XIII. Psalm, wohl das sangesreichste Werk Liszts. Auf die beiden Werke werden wir in aller Kürze noch zu sprechen kommen, möchten aber jetzt schon auf das im Stadttheater statt find ende Konzert am 19. November Hinweisen, zu dem Herr Ernst Challier jetzt bereits, Anmeldungen für Nichtabonnenten annimmt. ** In her Oberhessischen Gesellschaft für Natur -und Heilkunde hielt Dr. Albert P e p p l e r gestern abenb einen sehr anregenden Vortrag über die Ursachen der Diesjährigen Trockenperiode. An der Hand übersichtlicher Lichtbilder führte er ungefähr folgendes aus: Die diesjährige Trockenperiode beschränkte sich nicht allein auf imfere Gebietsteile, sondern zog sich in einem Gürtel über die ganze nördliche Halbkugel der Erde. Reichliche Negenbeobachtungen liegen vor von Nordamerika, Nordaftika, Europa und Asien. Island hat leider feine angestellt. Nimmt man das Mittel der Regenmengen in den csmzelnen Monaten, so zeigt sich, daß nur der Monat Mai mehr Regen als im Durchschnitt hatte. Bei allen anderen blieben die Regenhöhen weit unter dem Durchschnitt; noch im Oktober waren es nur 50 Prozent. Seit dem Jahre 1857 hatten wir keine ähnliche Trockenheit. Trockenzentren lagen über den Süd- vftstaaten der Union, über Deutschland und über Ostia sie n in bet Gegend von Wladiwostok; dagegen hatte die Sahara mehr Regen als in normalen Jahren. Heber dem Atlantissten Ozean lagen, ausgedehnte Regengebiete, auf die alle Wetterdienststellen hereinfielen. Im Juni erschien im Norden ein Tief, das für lange Zeit den letzten ergiebigen Regen brachte. Allmählich dehnte sich über ganz Europa ein Hochdruckgebiet aus. Erst im September drang vom Attantischen Ozean her ein Reaeugebiet vor das uns im Oktober erreichte. Die tropische Antizyklone lag dieses Jahr um 12° nordwärts verschoben über dem Atlantischen Ozean und hatte im Nordosten einen Ausläufer nach Norden, der den Tiefdruckgebieten den Einttitt in Europa versperrte und sie nordwärts ablenkte. Im Juli 1910 lag dieses sog. Azorenhoch 5° zu weit südlich und brachte uns einen kühlen feuchten Monat. Heber Dem Mittelmeer wurde hohe Temperatur beobachtet, die in stetigem Gefälle nach 92orden hin abnahm. Ebenso fiel die Temperatur in der Höhe ganz gleichmäßig. Die relative Feuchtigkeit zeigte mit 72 Prozent an der Erdoberfläche ihr Maximum. Die Windgeschwindigkeiten erlitten in der Höhe keine Abschwächung. Diese Umstände treten aber nur ein, wenn keine Wolken vorhanden sind. Die höchste Temperatur ist im Winter in den Tropen. Sie,nimmt koMinuierlich nach dem Pol hin ab. Der Temperaturunterschied beträgt 75°. Im Sommer ist sie weniger groß. Sie beträgt etwa die Hälfte. Dem Temperaturgefälle folgt auch das ^Druckgefälle, so daß dies im Winter bedeutend stärker ist als im Sommer. Diesen Sommer waren die Gefälle nun ausnahmsweise gering, daher traten nur sehr schwache Polarwirbel auf, die bei uns den Einfluß der Hochdruckgebiete nicht beseitigen konnten. Daß sich diese Hochs so weit vorschieben konnten, bringt der Vortragende mit der .Sonnenstrahlung in Zusammenhang. Dieses Jahr war die Sonne besonders fleckenarm. Daher war ihre Strahlung gering, so daß nur ein geringes Temperaturgefälle von Aequator zu Pol vorhanden war. Die Antizyklone konnte sich also nach Norden ausdehnen. Der Golfstrom war ziemlich kühl, unterstützte also obige Ursache. Die niedere Temperatur des Golfstromes hat seinen Grund in folgendem: Voriges Jahr war es in den Polargegenden ziemlich warm; es schmolz daher viel Eis ab und ausnahmsweise große kalte Wassermassen wurden mit dem Polarstrom nach Süden befördert. Zum Schlüsse brachte der Redner noch eine Theorie vom Geh. Regierungsrat A ß m a n n, mit der er sich aber nicht einverstanden erklären konnte. Aßmami schließt aus dem Fehlen des Purpurlichtes, daß die Atmosphäre dieses Jahr wenig Staubteilchen enthielt. Die Sonnenstrahlen konnten also durch nichts gehindert die Erde intensiv erwärmen. Durch das Fehlen des Staubes waren auch keine Ansatzpunkte für Wasserteilchen vorhanden. Der Beifall zeigte, daß die Zuhörer gern den interessanten Ausführungen gefolgt waren. ** Lufts chisfahrt. Wegen der andauernd ungünstigen Wetterlage muß die vom Hessischen Verein für Lufts chif fahrt und vom Ob erh essif chew Automobilklub geplante Ballonverfolgung ganz ausfallen. Dagegen wird im erstgenannten Verein !am Montag, 20. November, der Assistent am Physikalischen Institut in Marburg, Dr. Karl S tu ch t ey , der von, Marburg und hier aus schon eine Reihe von Ballonfahrten als Führer geleitet hat, einen Vortrag „Der Freiballon und Fahrten im Freiballon" (mit Lichtbildern) halten. Der Vortrag ftndet im großen Hörsaal des Kol- tegiengebäudes statt. Es ist beabsichtigt, dem Vortrag im Laufe des Winters noch weitere folgen zu lassen. Dey Besuch ist jedermann gestattet. ** Die Gießener freiwl Feuerwehr begeht morgen Samstag in der Turnhalle des Turnvereins ihr 5 6 j ä h r i g e s S t i f t u n g s f e st. Es findet nur ein Kommers statt, zu welchem aber ein abwechfelungsreiches Programm vorgesehen ist, so daß den Feuerw-ehrleuten rmt ihren Familien ein paar frohe Stunden in Aussicht „stehen. Bei der Feier werben auch wieder Auszeichnungen für 10-, 15- und 25jährige Dienstzeit verliehen. Da auch biß Bor- dieser * ij Mer Schaden ang G nachts ihre z, Inheiden, Lliswassttleituiig, dc ceichieht, stieß man. V 'Dieter Tiefe aus Iirf) wurde sestgestest Frau unter 24 Jahr Jahre gelegen hat, Limes, ^Aiellanc I '.nisten* t Zallat, \ k Taubenstößk S-.M hem M« K« r. Büdingen, deS Fürst!. Baufüh verschiedene Gerüchte unter großer Beteili Kewerbeschüler, benet Hof gebracht, wo sie )X Rupperts hiesigen Landwirts «lisgebrochen. § Rupperten seither ihre Milch kich en geliefert, tot bezahlt wurde. Tieft Händler aus Franlfur Tiefer Landler kauf' j zu 14,5 Pfg. das L I und auf Station Mi ■ Topf Milch war seil I 29 Pfg. Tast dies ■ ranlrn anlockte, ist 6 I Lieferanten schon übt I ier jmntjurtei: fcan ■ fW einjuleiten fud, pX intttfiinten unb bereit ■r ~ Maar, 8. fst Mereiniguna in ■Wüte eine'fchw ■wachsen. Für den IE, das zu Weaba WürigeOedunge WGrundstücke einverle ■Ame eine menschl Wvndcii^ zurzeit von 11 W ^teilte werden I «inet md di- »e(f I 3“ “"Mit ! JÄÄtt i =j 21^ Wollen schlau ! § 8tbt ez.Ä em freuen, Qe J68! erobert er & bish r^s W .EZ, ^Meji °zewt Mittel ( l ;N MI JaJh«en g e'ur' * Iv. I ■hn. .. , !0™«l :_;L' । Äg| m«ntn & ? I ber itant Sn* ■ fiwtken Ul I le ^'NuoienL-, I ""pojüariich 2 I gewordenen, 21 5 Öligen ZL- I w bem Lairn r I mt der in in?P I n MMÄ I 1 und seinen lä ■ tein Fvnn^W fat- Unter ■ wer Messe, "e „heilige M :iL 7 Ja^en II wphonijchen .aus „Tasso"^W Gor Trautmer W die anfangs eisal ndenkbaren McM ewesen, welche fcg ken sollten. Jerfe hat nun ‘h I tfeier ausgewä^D roße Liszts fd^cl Phonie mit c-rl Chorwerk, iwlfc-B 1 in herrlicher Dr-M sangesreichste LeD wir in aller jetzt schon auf■ am 19. NoveindeM Hier jetzt beirr-W nimmt. Gesellschaft crt Peppler gM M er die Ursachen de R । übersichtlicher M-1 e diesjährige Träte-1 jere Gebietsteile, fc-1 ve nördliche MM I regen vor ton Är> I sland hat leider K« W Regenmengen tn beg er Monat Mai m* ■ (en anbcren Mtd» ■ t; noch im Oft* ■ re 1857 haken k H igai über ben II jbtr Ofkasirante || Sahara mck 'ka - nttiiten SWW* ■ erdienstfiellen ipt» I Tief, das für la» j MlmäM btizl] aus. Erst im «»W ein iRcacngcbul AntizMne lag die« m Alantiichrn rach Norden, .der H : rsperrte inibJ« ■ sog. Azorenhoch mdjten Monat s bachtet,.dieiNlM« । siel die che Feuchtigmi^W tarinrunr. Mchwäihmg- Z 1 iolken vorhanden^ t Tropen. W* roß. Ste bdtofltg auch das,DE ist als im. -Hel aus, ine der fertigen .konnten » w>alir£ 5 S““Ä’!T lierungsrat^ 6N isKK-^ /, Dieter Tiefe auf ein menschliches Skelett. Behörd. lich ivurde festgestellt, daß eö sich um das Gerippe einer Fran unter 24 Jahren handelt, die dort länger als 2 000 Jahre gelegen hat. Inheiden ist die äußerste Grenze des LimeS. Kreis Büdingen. r. Büdingen, 9. Nov. Anläßlich des Selbstmordes befl FürOI. Bauführers W. sind hier bezüglich der Motive verschiedene Gerüchte im Umlauf. Die Leiche wurde heute Unter großer Beteiligung seiner Bekannten und auch der Gewerbeschüler, denen W. Unterricht erteilte, nach dem Bahnhof gebracht, wo sie nach seiner Heimat überfährt wird. KreiS Alsfeld. X Ruppertenrod, 9. Nov. In der Stallung eines hiesigen Landwirts ist die Maul- und Klauenseuche SilSgebrochen. 8 Ruppertenrod, 8. Nov. Unsere Landwirte haben seither ihre Milch in die beiden Molkereien nach Groß- Eichen geliefert, worin die Milch nach Maßgabe her Prozente bezahlt wurde. Diese Milchlieserung hat nun durch einen Milchhändler aus Frankfurt a. M. einen gänzlichen Umschwung erfahren. Dieser S)änb(er kauft hier die Milch direkt von den Lieferanten zu 14,5 Psg. daS Liter, läßt sic hier in einem Kühler abkühlen unb aus Station Mücke bringen. Ter gewöhnliche Preis für den Topf Milch war seither 20 Psg., jetzt bekommen die Leute dafür 29 Psg. Daß diese günstige Bctjablung der Milch die Lieferanten anlockte, ist begreiflich. So ist die Zahl der verpflichteten Lieferanten schon über 50 gestiegen, weitere werden folgen. Da der Frankfurter Händler auch in den Nachbarorten solche Abschlüsse einzuleiten sucht, wird die Milchzusuhr zu den Molkereien unterbunden und deren Rentabilität in Frage gestellt werden. Kreis Lauterbach. Maar, 8. Nov. Mit der Beendigung der Feld- icrciniguna in unserer Gemarkung ist einer Anzahl Landwirte eine'schwere und umfangreiche Mehrarbeit erwachsen. Für den Ausfall von z rka 10 Morgen Kulturland, das zu Wc-gbauten notwendig wurde, mußten bisherige Oed un gen in die den Landwirten zugeteiltcn iArundstücke einverleibt werden. Diese Oedungen, an die noch nie eine menschliche Hand *ur Bebauung gelegt wurde, werden zurzeit von den Landwirten umgerobet. O'-anze Berge Steine werden aus ber Erde geschafft, Raine müssen geebnet unb die Hecken metertief ausgerodet iverden. Wo ftitber nur Unkraut unb Steine den Erdboden bedeckten, wird man in Zukunft üppiges Getreide unb anbered nütz- ltche Gewächse dem Erdboden ersprießen sehen. Wenn auch mancher Grundbesitzer nicht so gut bei der Verteilung weggekommen wie er es wünschte unb daher einige Unzusriebcn- kjeit im Orte entstanden ist, werden dock) die Bequemlichkeiten und Wohltaten der Feldbereinsgung die Gemüter bald wieder zur Ruhe bringen. Freilich ist mit dem Ber- schwinden vieler Hecken den gefieberten Sängern manche Nistgelegenheit genommen unb ber Landwirtschaft ist daS Verziehen dieser Jnsektenvcrtilger nicht von Nutzen. KrriS Friedberg. L. Friedberg, 9. Nov. Heute vormittag wurde dem Seminaristen Schmidt au5 Darmstadt, Schüler ber Klasse III b, in Gegenwart seiner Mitschüler und bcS getarnten Lehrkörper- von Direktor Schäfer ein Gelb- aeschenk sowie ein Anerkennungsschreiben bc5 Ministeriums Überreicht Schmidt batte im Herbst einen jungen Mann aus dem großen Wog bei Darmstadt gerettet Starkenburg und R hem Hessen. ch. Ober-Ingelheim, 9. Nov Für daS Kon- ;ert eines blinbenGeigenvirtuofen wurden dieser Tage von einem fremden Manne Karten verkauft. Der Saalbesitzer, bei dem das Konzert ftattfinben sollte, hatte keine Ahnung davon. Das Ganze stellte sich als,'S ch w i n - del heraus. Eine große Anzahl Musikfreunde ist auf diesen Schwindel bereingesallen. ES ist sehr wahrsckn inlich, daß der Schwindler auch in anderen Orten, den hier gut gelungenen Trick versuchen wird. in. Offenbach, 9. Nov. Die heutige Sitzung ber Stadtverordneten beschäftigte sich zunächst mit dem Verwaltung!,- streit um die Stellvertretung des Bürgermeisters Da» Krrisamt hat am die Beschwerde be» Beig. Vorth hin beit Bürgermeister zur Aufhebung des Stadtverl'rbnelcnbe'ch!ub'cS vom 26. Mai bestimmt unb heute galt es herüber zu entscheiden, ob bie SLobtDcrorbnctcnoerfamnilung bem entgegenzutretcn genullt ist oder nicht. Stadtv. Dr. Katz berichtete unter Ausschaltung der Personcnsragc über bie Vorgänge, die zu dem Konflikt geführt haben unb betonte bie verschiedenartige Stellungnahme bc3 KreiS- amte» in biefer Angelegenheit, bas anfänglich aus Anfrage erklärt habe, bas der Eingriff nicht mit Bezug auf bie Bestimmungen bes Art. 122 ber lycff. Stäbteorbnung erfolgt sei. wonach bas KreiS- amt zur Aufhebung von Stabtverorbnctcnbcfmlüfsen ermächtigt ist, bie ihre Befugnisse überschreiten, gcsetz- ober rechtswibrig sinb. Diesen Stanbpunkt hat bas KreiSamt geändert, nachbem bie Klage Vorths aus formellen Gründen vom Kreisamt abgelehnt werden mußte, da» sich jetzt auf die Bestimmungen bc5 Art. 122 der Städteordnung stützt. Die Aussprache hierüber spitzte sich sehr zu. Stadtv. Ulrich wies darauf hin, daß das Kreisamt selbst nicht gewußt habe, was cs wolle unb habe bie Stabt so in eine Lage gebracht, gegen bie entschiebcn protestiert werben müsse. ES müsse gesagt werben, daß er unb seine Freunbe ben Beig. Vorth deswegen nicht ^um Vertreter beS Bürgermeisters gewählt haben, weil er nickK beruhigt fei, dieses Amt ohne Nachteile.für bie Stabt zu beflcibcn. Nach weiterer erregter Aussprache würbe schließlich ber Antrag des Bürgermeisters, bem Ansinnen bcS KreisamlcS gemäß ben Beschluß aufzuhebcn, abgelehnt, unb in namentlicher Abstimmung mit 24 gegen bie 5 Stimmen ber Nationalliberalen bei zwei Stimmenthaltungen beschlossen, auf bem früheren Beschlüsse zu verharren. Die Angelegenheit wirb nunmehr burch ben Instanzenweg cntschieben werben. Eine längere, höchst unsachliche Aussprache rief bie Gewährung einer Teuerungszulage für stäbtifche Beamte, Lehrer unb Arbeiter hervor, bie der Stabtv. Franz Nessel begonnen hatte. Nach Abschweifungen ber Zehner auf bas Gebiet ber Rcichspolitik würbe schließlich bie Teuerungszulage genehmigt. ES erhalten bie verheirateten ober einen felbftäiiDigcn Haushalt führenden Beamten, Lehrer unb Lehrerinnen, Schulverwalter unb Schulverwalterinnen, Haubarkeit»- unb Kochlehrerinnen mit einem Gehalt bis zu 3000 Mart je 75 Mk. nebst 10% Zuschlag für jebes Kinb unter sechzehn Jahren: bie unverheirateten Personen biefer Art bei einem Aller über 25 Jahren 50 Mk., bannttcr je 25 Mk. Den städtischen Arbeitern, Putzfrauen nsw. wirb als Teuerungszulage 25 Mk. gewährt, wenn biefer Satz den Betrag eines doppelten Wochen- lon.es nicht übersteigt, andernfalls nur ber Betrag eines hoppelten Wochenlohnes nebst 10% Zuschlag für jebes Kinb unter 16 Jahren. Kreis Wetzlar. ---Kinzenbach, 9. Nov. Wie im Vorjahr ist auch für diesen Winter wieder eine ländliche Fortbildungsschule zustande gekommen. Ter Unterricht wird an zwei Abenden erteilt und von 22 Schülern besucht. Der Kreis gewährt eine Beihilfe an die Gemeinden, die eine solck)e Schule einrichten. Hesfen-Nasfau. / [] Marburg, 9. Nov. Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung gaben heute nachmittag in der 2. Wählerklasse von 474 Wählern 72 ihre Stimme ab. Die seitherigen Stadtverordneten Schreinermeister Bang, Fabrikant Schäfer, Kaufmann Stumps und Kaufmann Tromm wurden mit je 70 Stimmen wiedergewählt. In der 1. Klasse erschienen von 94 Wahlberechtigten 26.. Es wurden wiedergewählt Professor Leonhardt mit 23, Bauunternehmer Reisfing mit 24 und Dr. Maurmann mit 18 Stimmen. Auf den Rechtsanwalt Aut entfielen ^ehn Stimmen. Bei der gestrigen Wahl in der 3. Klasse, worüber schon berichtet ist, waren von 2170 Wählern 717 erschienen. Wollen Sie wieder schlank werden'? Wollen Sie Ihre breiten Husten, Ihren starken Leib, 3br Dovvelk nn aus eine ganz einfache unb nalurgemäßc Art und Weise wieder loSiverden? Wollen Sie Ihre Korvulenz, die Sie nicht nur unschön macht, die Ihnen auch von Tag zu Tag lästiger wird, die Ihre Shräftc dovveli verbraucht, die Sie vorzeitig alt macht, wieder beseitigen'? Warum sorgen Sie dann aber nickt bafür, daß die ebenso unschönen wie lästigen Fcnvolster zum Bersckwinden kommen - Lic willen vielleichl noch garnicht, welche Erleichterung eS für einen ftorpulentcn bebemet, wenn er einige Vsunb iZett oerliert. L-der haben Sie vielleicht schon einmal mit einer der so zahlreich gegen Vie Korpulenz emvfoblenen Kuren, die „unfehlbar" wirken fallen, krotz skrengstcr Befolgung ber vielen dabei gegebenen Angaben und Lerhaltungsmahregeln gar keinen ober doch nur einen ganz vorübergehenden Erfolg ncbabiz- Dann ist eS natürlich kein Wunder, wenn 2ie glauben, weil Sie jetzt noch korpulent feien, mühten en 11.9lo»embet 1911: Morgennebel, später aufheckernb, meist trocken, Temperatur wenig veranbert ■ ■ „■__- 'J-1___L. ______ |;1". 'i!■■'■■■ i im.! Letzte Nachrichten. England und Deutschland. London, 10. Nov. Dem Premierminister Asquith wurde eine von 80 Abgeordneten aller Parteien unterzeichnete Kundgebung überreicht, in der e» als wichtige Aufgabe bezeichncl wird, den in Deutschland herrschendein üblen Eindruck wegen der Haltung Englands in der Marokkofrage zu beseitigen. Die Kundgebung wünscht ferner bie Feststellung, daß keine amtliche Stelle Englands die berechtigten Großmachtsbestrcbungcn Deutschlands bekämpfe, und tritt für eine herzliche Annäherung zwischen Teutschland und England ein. flrrlangtn 50 T & P's verb. Kochrezepte. TU RKä PABSTs Wollen Sie da noch zögern? Wollen Sic nickt weniastenS einen kleinen Bcrsuck mit diesem Mittel machen? Wollen Sie sich nicht zum mindesten unsere ausführltche, bockmieresiant geschriebene Broschüre „Die Entfettungskur der Zukunft", bie wir nebst einer Probe des DUttelS kouenlos und franko jedem einfenben, bet uns für Pono ufro. M. 0.20 in Briefmarken etnfenbcL kommen laften? Wir sind sicher, bah schon biesc kleine Probe Sie vollauf davou überzeugen wird, bah wir nicht ein Wörlcken zu viel behauptet haben, und daß Sie, wenn Sie bie Broschüre ausmerksam gelesen ballen, nicht eher ruhen werden, bis Sie wenigttenS einen Teil Obrer übermäßigen unb gefundheitSschäbigenden Körverwlle beseitigt haben werben. C*/,, Noghuri-Zentrale Dr. F. Schaffner & (So., Berlin-Grunewald. Senden Sie mir eine kostenfreie Probe Fbres Ent- settungSmittels, und legen Sie ibr die Broschüre „Tie Entfettungskur der Zukunft" ebenfalls kostenlos bei. 20 Psg. anbei. Name: ________ Berus oder Stand: Crt: ___________ Nähere Adresse: . --------——... Motorenfabrik Darmstadt Akt-Gee. Gas-und Benzin- Motoren Dl, Sauggas- :: Motoranlagen:: Selbstfahrbare Band-Sägen Kyffhänser-Technikum Frankenhausen j)a$ Eide der i Mmg dis. unemp r»1tleteiU£aden Nährmittelfabrik HANSA, Hamburg 6. Plockstr. in 3 Akten v. vr. Nb. Bruck mr Vorführung. Dauer der Vorführung ca.1'/« Stunde. 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MtS. keine Vorstellung. des reickhalber die Uhr ihren (v‘°/u 3 br> = 08 Ä Hotel zum Einhorn Täglich Künstler - Konzerte des ungarischen Salon-Quintetts Kälman und Zusammensein mit dortigen Kollegen. Abfahrt 12.05 Uhr. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Visitenkarten liefen ruacb and billigst ßruhl echo Ueew dreckeret Die geehrten Festteilnehmer feic^barauf auf- meMamaemachl. Prima Gesang — 3 Damen Anfang Sonntags 5 Uhr. Verkaufslaßer unterhalten die Elektrizitätswerke, Installateure sowie die technischen Bureaus der Siemens-Schuckert-Werke. Spkzial-Ausschank der Löwcnbrmicrci Tortinund. Mittagstisch in und llchtt Abmment. ß ===== Reichhaltige Abendkarte. ===== 8-Ahr-La-enschlnst Unserer werten Kundschaft teilen wir hierdurch mit, daß die Uhien- und Goldwarenqeschäfte auch Samstags um 8 Uhr abends geschlossen werden müssen und bitten dies gefälligst berücksichtigen zu wollen. S«M Gesangverein Die für Freitag abend angesetzte Singstunde der Tenöre fällt ans. -w- Sonntag, \4. November: Launspach—Sieben Hügel—Glen berg—Vetzberg-Nodheim. Ab» marsch: Oswaldsgarten 12 Ubr. Wanderzeit 21 /2 Stunden. (v’°/i Das feucht-fröhliche Oktoberfest ist in vollstem Gange! 11 Ein wirklich erstklassiger Schlager heitzt das allgemeine Urteil. Heute zum letzten Male. DB- Austerdem ein gut zuiammcnaestclltes Programm. "Dkl Trotz der enormen Kosten keine erhöhten Preise. Reservieren der Plätze ist schon jetzt erwünscht. Shife steht der OXDBouillon-V/örfelderCieUEBIG, srJ65 • -< iragen «I# Theater ■Variete Kolosseum Direktion: Karl Ohm. D. H. V.1 Ortsgruppe Giessen. Sonntag, TO den 12. November v dah^ haltigen Programmes fteter pünktlich um 8 Anfang nehmen muh. Heute zum letzten FslaBe gelaugt die mit grobem Beifall, was der starke Besuch während dieser Tage besagt, ausge- nommene ö» Tragödie Bist noch nicht abzusehen, weshalb alle praktischen Hausfrauen nach wie vor nur wirklich vorteilhafte und zuverlässige Küchen-Artikel wie HANSA-Backpulver, HANSA - Puddingpulver. 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Preise Zu LlhillerS BcPurtstep: DieJungfrauvon Orleans Eine romantische Tragödie in 5 Ausz. von Friedr. v. Schmer Ende IO3/« Ubr. Sonntag, den Nov. 191L nachmittags 3'/, Ubr Volks-Vorstellung HORA od.: Em Puppenheim Schauspiel in 3 Akten von Henrik Ibsen. a1 lv Ende gegen 6 Uhr. Abends 7'/, Ubr Kleine Preise. Kleine Preise TfS~ Auf Verlangen! W PolnischeWirtschafi Musik von Jean Gilbert. Ende 10'/, Ubr. === Hotel Schütz Heute Gastspiel der berühmten Sitte Tyroler-Troppe t Xetde — , —- Almenrausch und Edelweiss ===== Sektion Giessen D.&Oe. A.-V. wegen Vergrösserung meiner Tapeten-, Linoleum- und Dekorations- — Abteilungen -- mein gesamtes Möbel-Lager zh bedeitend herahgesetzten Preisen Selten günstige Gelegenheit für Brautleute Besonders preiswert Ca.15 Schlafzimmer in verschied. 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Es ist der Staatsregier Lmdtages aber1 rechnen dürfen. Es ist häuft Vorwurf eryobet ihrer Beamten n Hotel-Resiaurant bönme, Braunfels Für Tanz. Ausflüge empfehle Saal mit spiegelglattem Tanzboden. Klavier und Violinspieler stehen frei zur Verfügung. Kegelbahn. Sonntags Frei-Konzert. . Billard. Gute Küche und Keller. [C3/nl Prima Kaffee. Eigenes Fuhrwerk._______Hochachtend K. Böhme, Hotelier. (Siebener krSiw. Feuerwehr Samstag, den 11. November 1911, abends 81/, Uhr findet die feier des M. Ämg#s in der Turnhalle des Turnvereins (Nord-Anlage) == mit reichhaltigem Programm statt. ■ — Die Mitglieder werden zu dieser Feier mit ihren Verein Thalia. Samstag, 1 l.Nov., abds.il Uhr tep-Einweihung im Vereinslokai zur Neichskrone, Löwengasse, bei Mitglied Moos. [00308 Es lad, ergeb, ein TerVorttand. Plattduisken In’d Eenhorn Van Dage, Freedag’s, abend» Kohl mit Speek un Pinkel. [6742 Iberht ■v/ 8 ograph