161. Mrgang Zweiter Blatt Nr. 188 Erscheint täglich mii «u«nahme des Sonntag«. Bas $d)idjal des entführten Ingenieurs Richter Üamml, so ganz glaubwürdig ist? Bor Bremer Spion. ,bcnn L V*1 nSkMK. »K-«M , oreske. herck t ^hllM0N,Mirr Xie „eichener KamIUeidläNer" werden dem „älnueiflfr* viermal roödicntlid) beigelegt, das „Kreisblatt für bei Kreis -letzen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen Zett- frage■" erf ehernen monatlich jweimaL gicrung hlU in der ttou'.i.icn dann iolltc jic ud), m ..r treuste Fäden ein Ben»cgungsamricb cnl lieben sollte, na bin cs in die Hand und iprad-; „Jetzt fühle ich mich dorthin gegen die lür gezogen. ' Nun schritt ec enn die Türju. „Wenn dem io ift, mein Herr," erwiderte ich, „so werden >sie jeden davon lehr leicht überzeugen, indem sie biocs 1'incJl m*i aus Wasser schwimmen lassen, dae> 'ich dann ohne Ihre penönlid'e Intervention immer in einem bestimmten 2in» bewegen wird." Tas versprach er zu tu» Ich fühlte mich mut gegen die Tür getrieben und cm prahl mich, da mir etwas unheimlich zu Mute wurde, Es war doch unbehaglich, irgendwo zu verweilen, wo ein verichmrrtes Pater oder ein zujammengeschraubtes Möbelstück durch dte Ungleichheit von Trutt und Gegendruck sich svontan und ielbstäirdig aus bte^ Reise macken und mir an den Mopf fliegen konnte. Seit etwa 20 Jahren habe ich von diesen wunderbaren tiiperimcnten nichts mehr gehört. rev, t)uinori|tiir mutter i§bi(b. ?iü'i‘ti von Bort» trennt. Jetzt sind sie aus den Subabdan- -Dram. Längt l-t Meter. iugmppinl ZOO Metcr lang. hrgeizes bem Leücv. Samstag, 12. August 19U RstaiwnSbruck und Verlag der BrüKl'fch« Untvcv”..'ät6 • IBiicfh und oieinbrudcrtL R. Lange, Rieften. Redaktion. Eipedition und Trucfetei: ödnrf« ftrafte 7. Grpebftion unb Vertag: e^jebl. Redaktion: 12. XeWftu AnzeigerGießw», Einer der merfiuürbigüen Erfinder, den ich kennen gelernt habe, war ein alter Mechaniker. An jeb.-r flicinigfeit bemerttc er irgendeinen Konstruktwnsvortcil und lührtr seinen Qicbantcn soson au^. Er reiormierte die Henkel unb die Form der Bierglaser, die 25äi(Umangci, den Thcatervorhang, tomtriuertc eine Uhr aus einem beiderseits geschlossenen Barometerrobr, üi roilcbcm ein lur^e-s Cuediilberiäuichen neben einer empiri'ch geteilten, z ei km eis en den Skala herabsank Er war ein drolliger Miu), der an den Turmuhren die Zittern nbidmfiien wollte der müßte schon ein grofer Esel sein, der an der Zeigeritellung nicht erkennen sollte, meld'.c Zeir di. Uhr wein' Er war tut geborener Naturforscher Ich kann nach seiner idflütilcn ersabiung nicht bczn>itt'lu, da» er beim Wegotasen der 2Däne von einer am Rande durchlöd .nen Ärtiv'ägc das Prinzip der xa eiben- sirene und das efeietz der Sckuoiugunaszabl der -töne 'elbitanbig erschaute Er war auch maßlos ivermditig auf Eaginard Latour, als hätte dieser mit ) einer viel älteren Beobachtung dm um die schönste Entdechnng gebracht. Auf das * r i n i i D d c r ©(betbenf irene gründete er ein n e u e s Muitk- i nur um ent, welches er Sircnophon nannte Ein Pedül Per JcFic mittels eines (tzcwichtS unb einer cnMoicn rd'mu das Zostern der Sirenenscheiben in gletdrniäftige llm?tchung unb ;u- q(eid) einen Blasebalg in Tätigkeit. Bei verstärktem ^rul mehr ober weniger tie» euiiallenbe »taviertasten öimeten einen ober mebiere Schläuche, welch, die Lochreihen der 3trencnid*iben i end nden stark anbliesen, so da» auch einzelne -töne geidurdli merben konnten Die tcmv.riertc Stimmung wurde durch das Rabienverbälmis der 5dm]mäirc der -.chttben erzielt. EinWiebes Instrument, welches mit einer viel angciwbmeren xlangtarbe aniprad), als ein Harmonium, war einfach u n v e r t i m m b a > Es konnte durch ein simples Stanwerfahren gleich ui vollkommener Stimmung b 'gestellt werden. Als ihm an «nnga • den Antrag ikkt . uut Erttnder- die Erfindung ab^iaujen, erhielt er die Aniwort: Tie Erfindung ist groß, aber unoer lau ri id)/' -sie Erfindergeschlchten. Ernst Macht, der Wiener Planster, hat in seiner langen Toicntcniauibahn die verschied.neu Erfinder kennen gelernt, bic ihn m ihren Beschwerden ,n Nate gezogen haben. Gelehrte und Ungelehrte, sanguinische und nüchterne, problemloienbc und pro blcmfdnniebcnbc, uns trauiid e und vertrauensvolle, ruhmnichtige und sachlide, Erfinder um leben Piets und Ok legen hei i-.-.innbci. Aus seiner reichen Erfalnung mit solchen Leuten i.roiienUtcht er nun in bei „Naturwissenschaftlichen Wochenichriil euie Reihe hübscher Proben. „Eines Tages wurde nur ein Herr gemeldet, bei nur Wicl> tigeo minutcilen hätte. Er erzählte mir, er hätte eine enge, mit Flüssigkeit gefüllte Röhre, die am oberen Ende geichlolien. am unteren offen war, aus welcher natürlich des --uftdntdes wegen nichts auSilosi, elektrisiert, woraus das Austticßcn loton begann. Er zog hieraus den kühnen Schluß, daß das Elektrisieren den Luftdruck authebc. Ich bestellte den Herrn aus eine freie Stunde des Nachmittags, um das betreffende Experiment anzustellai. Ta man aber einem Menichen wohl aniieht, ob er envas nur in theoretischem Intereiie unternimmt, so äuperte ich zum Laboranten: „Ter Herr denkt wohl mit der Elektrisiermaschine einen Evenbahnzug zu treiben^' Am Rachmittag, beträchtlich vor der bestimmten Zeil, war der errembe wieder am Platz. „Sie wollen einen Eisenbahnzug treiben ' meinte der ibn einstweilen unterhaltende Laborant. Raich, ohne weiter ein Wort zu verlieren, grih der Herr nach >einem i?ide nnb i cridiivanb für immer. Ich hatte also wohl seine Ablickst erraten unb ihm die Lust benommen, mid) bei seinem vermeintlichen lukrativen Unternehmen ins Vertrauen zu ziehen. Es lind im diesem Vorfälle reichlich 40 Jahre verflossen und her verr wirb sich einstweilen beruhigt haben. Ich wurde einmal bringend von einem Herrn zu einem Besuch eingeladen, bei mir etwas sehr merkwürdiges zeigen wollte. Als id l.inkam, erzählte er mir zu nächst folgende Geschichte. Er bitte nie an bem Prinzip der Gleichheit von Truck und Gegendruck g< zweifelt. Ta hätte er einmal von einem Reisenden von einem .Tier svreckien gehört, das in Südamerika lebe, das gewandt von 3iveig zu Zweig springe, aber diesen Zweigen hierbei nicht die q Ungfie Ersdütierung erteile, weder beun Abstößen, nod) beim 'Jinivringcit. Ties hätte ihm ein solches Interesse erregt, bau sofort nack Südamerika gereift fei, um dieses einem Eidstwrnchen clHinte Tier zu sehen und zu beobachten. Hierbei habe er sich ii b c l » cu g t, ba B bas G e setz der Gleichhe it vonTruck und Gegendruck nicht b e n e b e. Rach seiner Rückkehr sei es ihm mm gelungen, eine Vorrichtung anszudenkeu, an meldet durch an cvuiu und dem'elbut Mörvcr gespannte Schnüre an diesem eine Bewegungstenden; auitrete. Er zeigte mir cm Lineal, an welchem durch zwischen Wirbeln vielfach gefpaiuue und gc W Bahulwssstatt; dieser Berge berabgestiegen P a r i 11. Ang. >? a l b a ui 111 d» ivirb gemeldet. Tic sramösische Regierung habe bezüglich der Besetzung von Ain Gaiaka der türkischen Regierung niugeieilt, fie feil iijid :, l ast dies Vorgesten in einer sran-zofischen VtnfluB- ipluue bem Uebereinkommen vom Jahre l-sw xunttderlaitfe und keinesivegs eine vollendete Tatsache werden dürfe, welche bet der von einem französisch türkischen Ausschns; un »erbst d. I vorznnel inende,i Besiimmung der Sabaragrenxe von irgendwelchem Unviibt sein iönnie. 'Kadi einer BlÜtterrneldung |ei vorlaung noch nicht festgestellt, ob die türkisckwn Truppen oon ben Ikarolui 310111)1 herbeigerufen wurden, oder ob dies auf eine von Avnsiantinopel gekommene B.tt'iji,ng erfolgt sei. r. August rmes •ei-ger 1,1 tfeeini' tpf^^.—< t KitN politische TagerscKam. Die ersten r.'andlagswahlen in Elsatz-Lothringen. Straßburg i E., 10. Aug. Als Tag für die allgemeinen Wahlen zur zweiten flammet des Land-« tags für Elsaß Lothringen ist durch Anordnung des Statthalters der 22. £Uobcr b. I. festgesetzt worben. Etwa erforderliche Rachwahlen haben demgemäß am 29. Oktober stattzusindei,. , u „ Der Wahlkampf wird bedeuttiiigsvoll werden, auch als Vorspiel zu den Reichstagswahlen, weil die Walsten zur neuen zweiten reichsländischen flammer genau wie für den Reichstag auf Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts bei geheimer Stimmabgabe erfolgen. Turd) die neue Versa),ungsreform ist für Elfaß- Lothringen eine parlamentarische Vertretung in Zorm eines aus zwei flammern beftcbeitben Landtags eingeführt wor den. Für die erste Kammer roerben die Mitglieder zum Teil vom flaifcr ernannt. Tie übrigen sind Vertreter bestimmter Verbände. Für die erste reichsländische Kammer io mm en also allgemeine Wahlen nicht in Betracht. Wohl aber für die neue zrvcite flammet Tiefe zweite flammer geht aus allgemeinen Wahlen auf Gntnd des Reichstags wahlgefetzes hervor. Sie besteht aus 60 Mitgliedern, von Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhegcn unbehelligt Rickuer über die Grenze unb iid) selbst in Sicher ui bringen Wenn die deutsche R Angelegenheit etwas madien will. .... .--- Meinung nach, etwas energneutr mit her g r i ech t \ di i Regierung befassen, die angeblich den Räubern, d h der flinüitiuc® (111'111(1 etbera, Vondub leistet Tas ist nod, nicht al Id, was id» in der Angelegenlreit Riditer hier am Schauplatz seiner Cntfubritng in Erfahrung bringen konnte xodi 1inb die mir iveiter g machten Mitteilunlieu nod) nicht vollständig genug, um iie mitleilen zu können Vielleicht kann uh sie in Saloniki vervolluandigcn A*b dieser Bericht, der türkt chen Informationen au- sollte also oiieubar lieber als einzigartig und iageiilxjit fort-1 leben, als nutzbringend erhalten loerben Als ein Moll ege einmal versuchen wollte, das Instrument zu ivielen, ’iel ihm der Er itnbcr ungestüm in die Hände und erklärte dies für eine Ent. weihimg! * K. F. — Tuber fulo* e unb Ä e i stes kr 2 n kd e 11 Bei Zusammentritt des englischen Gesundheitsrats zu Bettast hielt der Präsident, Sir X'auDu örunton, eine bemerkenswerte Rede, in der er der juvmidn Ausdruck gab, dast in nicht zu ferner Zeit die Schwind,acht io leimt werden würde, wie letzt die Lepra. Tiefe hof-nuugsv.'lle Prophezeiung auf gänzliches Er löschen der Schwindsucht roirb eingeschränkt durch eine ipitere Feststellung in seiner Rede „Es scheint," sagte er ntmlub, „eine enge Verbindung zwischen Tubertulose unb Geiitesschwocde ober Geisteskrankheit zu bestehen. Der den Dunsch Hal, die Schwiichsuchl auszurotten und nicht gleichzeitig die Geistes- lrankheiten zu vermehren, must bestrebt sein, die Art dieses Zu-- iammenhanger zu entdecken. Gegenwärtig kennen wir ne noch nickn. Aber man sollte sich jedenfalls vergewissern, ob bei Tob von Geistesfchwachen ober Geisteskranken auf Schwindsucht zurückpiführen ist, und man fpllte jedesmal fest stell en, ob ihr Gehirn Tuberkelbazillen enthielt." Bmmon loarnt bann vor der schablonenha'ten Jlmvciioung von frischer Lust g?fi .-nüber Sduvind'üchtlgen und empfiehlt für sein Land ein G.'etz gegen ,i- 'i> bi • UcbertTagung von 2 t au’ flinber oon vornherein zu verhindern ober wenigneus zu verringern. — Er die ft er. Es gibt zahlreiche Teutsch., bic m einen, besonders gebildet zu erscheinen, wenn sie das Fremdwort Ci d cftei Critbeitcr ausimechen: sie glauben, damit ,u *,eigen, da st iie ihr Franzöttsch verstehen. ?lber o weh! der Frauzosa 'vrickt das Don ja mit k, unb nicht mit sch'. Haben wir aber Anlast, diese, mc richtige französische und auch italienische - Aussorache mit k bei diesem Dörte anzuwenden, wie das fast die meisten Teutleben tun? keineswegs, denn bin» müstten wir aud) Monor'chie sprechen, weil bei Franzos w 'Mich.. Ta wir das Dort aber wohl ober übel als ein nnenibehcliches Fremdwon, ja als em halbes Lehnwort betrachten müttcn, io sollten wir es aud mtürhi t'euhcfr aus'vrcch. ', al io Orchester, mit ch, genau wie cs geid rieben ivirb. Ttefe Äusforache ent- spricht nicht allein ben deul'ch n Sorad'gesetzen, ionbim auch dem gricchtichen Ursprung bes Dortcs Ganz unsinnig ist cs aber. Den Orchesterraum Orkeitra zu nennen. Denn f- >e ganj griechisch gebliebene Form Mv DorteS c?.ri leibfönrilänbltd) auch n:u griechisch ausAc'oroch.ii werben, beileibe aber nicht französisch. nick>: Orke't. . .•.e.rn Crtbeirra, unb weder Ork s> i noch Or sehest er, sondern Orchester. Aus (S at her in a am £ In m p ist an bie Adresse der . Pogtl Ftg ' ein Schreiben des Ingeineurs Heinrich , Goldberg gelommen, das interessante Mitteilungen iiber i bie Lage des gefangen gehaltenen Ingenieurs Richter ent hall In dem Briefe heißt es „Tie letzten Tage führten mich wieder ins Clhnipgcbirge, wo ;Dtr "tn her Gegend von Trauma Vermessungen vorzunehmcn xitten Als wir ui Traniüa anlangten, nfunDcricn wir uns über bic Menge Militär, die m diesem Torfe lag. Tas hing taiürlid) mit der Affäre Richter zusammen, ^on den Offizieren, röeldje bie Truppe befehligten, erfuhr ich nun die ncucuc über raldjenbc Den Dung, welche die Angelegenlieit Richter genommen bat Tie türkische Regierung hatte bclanntltdi 500 Inianteristen imD 100 berittene Soldaten zur Verfolgung der Bande aus qjanbi, bic Richter geraubt hatte. Tic Verfolger suchten alle Spur von Richter zu entdecken Tagegen gelang cs ben Ver n, mit Sick erheit festzi i sich gemnd nnb wohlbehalten ui öricdjenlanb befindet, '.'lutjerbcm aber — unb bau ist das Wichtigste und Interessanteste — haben bic Verfolger unumstößliche Beweise dafür erhalten, daß die Ent- iihrung Richters schon lange geplant war, und zwar lieht hinter diesem Plane niemanb geringerer als bic griechiiche Ethiuki dhera Tiefe Gesellschaft treibt großgriechische Propa« janba mit dem Enbzweck, das alte Griechenland in inner ur ilidjen Form mit der Hauptstadt flonftantim eil’telien ,u lassen. Ratürlick» ist diese (^eiellidiaft ein Feind -er Türkei unb wird von dieser nicht geduldet, so daß iie nur un Gehnmen arbeiten kann. Eine ganze Reihe cinflubrcid)cr, in ber Türkei unb besonders in Saloniki lebender Griechen und Mitglieder dieser Gesellschaft. Um nun Geld für Prova i a n d a z w e ck e zu bekommen, bereitete die Gesellschaft leit langer ■leit die Entführung Richters vor, da es in Saloniki bekannt war, haft er im Mai dies. 3ahr< wieder nm den Olymp steigen wollte Tie Räuber Strati, Lolios und flonforten waren nur die von der t^esellfchast bestimmten Aus führ er dieies Planes. Tic Ethnil» et Hera rechnete damit, daß im Falle der Entführung eines Tentschen die d e u t s ch c R e g i c r u n g cncrgudi nou der türkischen Regierung die Bezahlung des L oiegelbes mrbern würde, wie fic dies vor etlichen 3ahrenj(hon einmal getan ratic qclcgcntlid) der Entführung von vier neulichen durch ben Hauber Athanas. Bekanntlid) verlangten nun bic Räuber Richters ;,0000' türkische Pfund, etwa 025 000 Mk. Ter türkischen Regie- jung, die bereits seit langem den Zusammenhang der «ringe ahnte, kann man eS unter diesen Umständen nickst verargen, wenn'sie keinen Pfennig Lösegeld zahlen will. Tiefe Reuigkeiten kamen mir ganz lonbcrbar vor, aber bie .laubwurdigkcit der Offiziere, die nur versicherten, baß die türk,»die H.qurung vollgültige Beweise für die Richtigkeit bie)er Mitteilung in Händen hat, ist über allen Zweifeln. Tic .Hauptsache >t das; R > ck> ter lebt und gesund ist: nach Meinung iamt> lidicr hiesigen Leute, welche bic Banditen kennen, hat er für ein Leben nie etwas zu befürchten. Vielleicht teilt man dies fein« Frau mit, um sie zu trösten. Tie Rachfonchuugen der Verfolger haben weiter ergeben, baft sich die Räuber »tj a 11 unb Lolios nicht mehr bei Richter befinden Wahrend Strati 1U Griechenland sein soll, wursden Spuren Lolws in der Gegend von Tranilta entdeckt, iveshalb eine Abteilung Soldaten, darunter auch meine beiden Ofuziere, dorthin gesandt wurden. Ta bie Möglichkeit vorhanden war, daß mir bei unseren Veiinenunge arbeiten nut dem Räuber Lolios zuiammengeraten konnten, gaben „ns bie Offiziere außer drei (Mciibarmeii noch fünf Loldaten und einen Flur Wächter mit, unter deren Bedeckung wir innere Urbeiten aussührten. Leider machten mir hierbei feine Bekannt- idjajt mit dem Räuber, der hoffentlich bald emgeiangen wird. Man uiuft bei türkischen Regierung großes Lob danir ivendeii, daß lic bie Bersolgiing der Räuber in äußerst tatkräftiger ©euc au|> Genommen hat. Wer bic hiesigen Verhältmsic einigermaßen kennt, wird mir beivflickstcu. Tic türkischen Otttziere behaupten, daß ne die Räuber schon längst erwischt hätten, wenn ne von Anfang an die Verfolgung so hätten aufnehmen können wie bisher. Aber angeblich hätten bic deutschen B e b ö r d e n gleich nach der Entführung darauf bestanden, baft tede Verfolgung bei Räuber unterbleibt, damit diese Rickstcr nichts zu leide tun. -Liefe Taktik wäre natürlich falsch .icmen-u unb baue beu Raul'.ru eHuubt, Paris, 11. Aug Ter einstige Maruicminister und gegen roärtigc Deputierte Pellet a n veröffentlicht tut „Malin" einen Artikel, der sich i c h r f d) a r f gegen daS I un g t u r k c n t um wendet, dem darin grnublidi bic Leviten gelesen werden. Verfasser behauptet, aus bester Quelle zu wnfen, baß bie tuitildn Regierung bie Auniahmc einer riesigen Anleihe von^ mast weniger als einer halben Milliarde Franks und war in -chiebsaerichts- hof im Haag oder einem anderen >Lchiebsgerickpshof unterbreitet werden sollen. ... . Artikel 2 setzt bic Einsetzung eines gemucksten Uni. rinchungs auSichufies vor. Tic Streitigkeiten werben diesem Ausichuß über wiesen, bevor sie dem Schiedsgenchtshoi unterbreitet werden Ter Ausschuß setzt lick aus Angehörigen beider Parteien zuiainmen Artikel 3 umschreibt die Rolle, die dem gemilchten Anchchutz jufällt. Dieser prüft die ihm überwiesenen Fragen nnb erstattet x mt1ic Artikel 1 und b beziehen sich auf bic Boll,nachten und die Tätigkeit des Ausschusses.__ Bremen, 11 Aug. Boesmanns Bureau meldet. An gesichts der vielen Widersprüche, welche m den Mitteilungen ber Presse betreffs ber Lpionageaffäre in Bremen firii finden, und mit Rücksicht auf die Tatfache, daß uns die zuständigen Behörden heute noch erklären, über keinerlei amNiches Material zu versügen, fallen wir uns veraistaßt, uns an^volst informierter Stelle eingehend iiber die Sachlage des (vnlle? ;n erkundigen. Wir stellen folgendes fest: Der verhaftete Engländer ist ein Jurist aus einer an- nefebenen Familie, namens Bertrand Stewart, etwa 40 'n ine alt, Teilhaber der bclanittcn Solicilarsirma Mark bn, Sleivart u Eo in London und Reserveoffizier der Beomaurp. Er ist in Bremen wegen auffälligen Verhaltens 1 istiert, vernommen und bann wegen spionageverdachts, Fluchtverdachts und flollufionsgefahr in das hiesige Unter luchungsgefängnis gebracht worden Man vermutet, ihn in Zusammenhang mit den Spionageassären in Borkum und Hamburg bringen zu können; wie weit die Vermutung richtig ist, kann allein die Untersuchung ergeben. TerBeschul- diate bestreitet s ä m 11 i cl) e i h m zur L a st gelegten Vergehen, jedoch befinden fich feine Ausfagen teil weise im Widerspruch mit denjeni-eu vernommener Zeugen. Tie bis soweit aufgenommenen Ak.en sind inzwifchen nach Leipzig gesandt, wo über die wei.ere Behandlung der äugen scheinlich großen Umfang annehmenden -Sache entfehtoben nirb. Aus Englanb find lediglich zwei Personen zum Befuch des Verhafteten hier gewesen, ein Angestellter seines Bureaus namens Woeif und cm der Familie Nahestehender namens Boston Bruce Beide hatten die Erlaubnis er- l alten, ihn im Untersuchungsgefängnis zu sprechen. Im Einverständnis mit Boston Bruce hat der hiesige Verteidiger Stewarts, Tr. Finke, mit Rücrsicht aus die Bedeutung der Sache den momentan in Wiesbaden weilenden Spezialisten und Verteidiger in den letzten Spionageprozenen, Fuslizrat Tr. v. G o r d o n-Berlin, zur Mitwirkung in der Verteidigung gewonnen. Irgendeine Unterhaltung mit den Angehörigen des Beschuldigren in Wiesbaden hat n ich t stattgefunden. Verwandle von Stewart sind seil feiner Verhaftung üb er Haupt nicht in Teutschland gewesen. Lin Mlisch-französifcher ErenzkonflM in Asrtta. Wie dem „Tempü" aus Wadai berichtet wird, sollen türkische Truppen Ain Gal a f a in Borku besetzt haben. Borlu ivirb von den Franzosen' als zu ihrer Eiiifiußzone gehörig betrachtet, und Ain GalaUi bildet das nördlichste Bollwert der französischen Mililärregwn am Tschad. Tas Vordringen der tünischen Truppen von Tripoiitanien aus hat bereits mehrfach zu flonili.tcn mit den Franzosen geführt. Französische Truppen haben bereit.' zweimal Ain Galala besetzt, laben es aber toieoer oerlas|en müssen, weil die französische Militärmacht in dem ungeheuren Wadaigebiel zu schwach ist. Tripolis hat nach Borlu hin fehr unbestimmte Grenzen. Bisher hielten sich bie türkischen Truppen aus der Rorbseite der Bergkette, die w* iürf* ■ * stR "(ApH .'C>) nes Solche" Händen war. Beim Zurückschwunrnen verschwand er plötzlich vor den Augen seiner Mitarbeiter, ein Herzschlag hatte ihn dahingerafft. b. Biedenkopf, 10. Ang. Ein Antrag der Herdbuch- aesellschaft des Kreises Biedenkopf für das Vogelsberger Rind lind deS Kreis - Ziegenzuchtverbandes auf ausnahmsweise Gestattung der Abhaltung der diesjährigen Tierschauen ist mit Rücksicht auf die große Seuchengefahr ablehnend beschieden ivorden. denen jedes in einem besonderen Wachbkreis gewühlt wird. In den Reichstag entsendet Elsaß-Lothringen 15 Abgeordnete. Tic „Voss. Ztg." erirmert daran, daß nach dem neuen Wahlgesetz für Elfaß-Lothringen dort die Kammerwahlen an einem Sonntag stattfinden müssen, und die Nachwahlen, für den Fall, daß kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält, am ersten Sonntag nach der .Hauptwahl. Stichwahlen, bei denen nur die beiden Kandidaten mit der größten Skimmenzahl des ersten Wahlgangs in Frage kommen, gibt es für die zweite reichsländische Kammei- nicht. Hier können, wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang erlangt hat, in der „NaclMahl" für beliebig viele Kandidaten Stimmen abgegeben werden, auch für Männer, die im ersten Wahlgang überhaupt nicht in Frage kamen. Erst die Erfahrung muß lehren, wieweit diese Bestimmung den Abschluß von Wahlvereinbarungen herbeiführen wird. * Reserveoffizier und Sozialdemokratie. Die Entfernung des Abg. Dr. Potthoff aus dem Offizierkorps ist in den letzten Wochen von rechtsstehenden Blättern verlangt worden, weil dieser öffentlich für die Reserveoffiziere das Recht in Anspruch genommen hat, eventuell in einer Stichwahl dem sozialdemokratischen Kandidaten als dem Heineren Hebel die Stimme zu geben. Wie die „Franks. Ztg." aus München meldet, ist der Abg. Dr. Potthoff bereits Ende Juni um seinen Abschied als bayerischer Reserveoffizier e i ng e k o m m e n. Nach dem Reichs'tagshandbuch ist Dr. Potthoff Leutnant der Reserve im bayerischen 1. Trainbataillon. 3um Zusammenbruch der hassiawcrke in Siegen. Der ehemalige Direktor der Hassia-Werke, Herr Kaufmann, bittet uns, unseren Lesern folgende Darstellung über den Zusammenbruch der Hassiawerke in Gießen zu machen: Der Konkursverwalter, Rechtsanwalt Hornberger, hat den Arttkel vom 7. ix M. als einen der persönlichen Stimmung des Verfassers entsprungeneu gekennzeichnet aber auch der Bericht, den der .Konkursverwalter in der Gläubigerversammlung vorbrachte, dürste von einer persönlichen Stimmung beseelt gewesen sein, denn der Konkursverwalter hat versucht, möglichst einzig den Geschäftsführer Kaufmann für ben Zusammenbruch des Unternehmens verantivortlich zu machen. Es dürste deshalb interessieren, wie das Unternehmen ins Leben gerufen unb wie der Zusammenbruch hervorgerusen tonrbc. Es ist in erster Linie nicht richtig, daß jemals Kapitalien von 400 000 Mark im Geschäft gewesen sind. Auf Grund welcher Erfahrung oder welches sachverständigen Urteils kann der Konkursverwalter die Behauptung ausstellen, der Geschäftsführer der Gesellschaft habe von der Fabrikation nichts verstanden? ES wäre ihm ein Leichtes gewesen, sich bei verschiedenen Abnehmern in und außerhalb Gießens Gewißheit zu verschaffen, daß die von den Hassia-Werken gefertigten Automobil- und Fahrradreifen ihren Slnforderungen entsprechen, ehe er den Geschäftsführer des Werkes als einen Laien hinstellt. Wenn es auch richtig ist, daß der Geschäftsführer ehedem in anderen Berufs- Msten tätig Ivar, unter anderen vor 22 Jahren li/a Jahr lang em Hotel-Restaurant fülsrte, das damals einen guten Rus hatte Nachdem Herr Kaustnann anfang der 90 er Jahre in Bordeaux bereits Versuche wegen der Verwendbarkeit von Kibokohüuten beobachtet hatte, errichtete er später eine Werkstätte mit elektrischem Betrieb, in der er Elfenbein-Artikel, wie Billard-Bälle, Billard-Queues, sowie Elfenbeinspitzen herstellte imb hierzu aus zelbst vorberetteten Nilpferdhäuten kleine Schrauben verwendete auch gleichzeittg Versuche anstellte, diese Häute für Gteitschutz- zwecte brauchbar zu machen. Nachdem K. diese sehr kostspieligen Versuche 6 Jahre lang aus eigenen Mitteln betrieben hatte, und mehrere Wochen die Herstellung von Autoreifen in einer Gummi- fabrik selbst Praktisch ausgeführt hatte, wobei sich die Brauchbarkeit bestätigte, interessierten sich die Herren Architekt Stein, Karl Frensdorf und Max Baer für die Verwertung des von Kaufmann erworbenen Patentes und weiterer vatentamtlicher Schutzrechte Diese Herren stellten nun dem Patentinhaber Kaufmann in Aussicht, eine Gesellschaft mit einem Kapital von 150 000 Mark W bilden, wofür eine Provision von 15 000 Mark bei Abschluß der Gründung zu zahlen sei. Da aber diesen Herren die beabsichttgte Gesellschaftsbildung nicht gelang, zogen sie noch Generalagent Fröhlich und Bankier Grünewald hinzu. Von Kaufmann wurde ein Kapital von 300 000 Mark verlangt, wogegen er sich verpflichten mußte, eine weitere Provision von 12000 Mark an die beiden neu hinzugetretenen Herren abzuführen. Inzwischen wurde, um den Betrieb aufzunehmen, von M!?'»L^borf, Baer und Fröhlich ein Privatdarlehen von ,7500 Mark zu 4Vs Prozent Zinsen gewährt. _ ^Lutzessen war man mit der Gründung einer G. m. b. H. beschäftigt, doch konnten die Gründer bis zu dem festgesetzten Termin, 1. Mai 1909, das Kapital von 300 000 Mark nicht aufbrmgen. Daraufhin wurde dann die Gründung einer Gesellschaft mit einem Stammkapital von 150 000 Mark, mit einer Nachichußpslrcht von weiteren 50 000 Mark beschlossen und am 14. Mai 1909 durchgeführt. Den Einwendungen Kaufmanns gegenüber, daß dies Kapital zu gering sei, stellte man eine Erhöhung des Stammkapitals in Aussicht, worauf Kaufmann in die Gründung einwilligte. Nach Ansicht des Konkursverwalters wäre nun ein Patentkonto von 45 000 Mark errichtet worden, obwohl diese Patente von ieher wertlos gewesen seien. Diese Ansicht kann man ohne weiteres als „irrige Sluffassung" bezeichnen, denn es wurden durch Kaufmann tatsächlich Patente eingebracht, die srch in der Praxis bewährten und nach denen bis zur Einstellung des Betriebes auch gearbeitet wurde. Allerdings ist es richtig daß Käusinann von diesen 45 000 Mark die bewilligten Gründungsprovisionen sowie bas ihm gewährte Darlehen zurückbezahlen mutne, io datz ihm von biefer Summe nur 10 000 Mark verblieben, die er im Vertrauen auf seine Sache in Anteilen übernahm. Allerdings behielt sich Kaufmann vor, gegen sehr ge- rmgen Gehalt den Geschäsksführerposten zu übernehmen. In Fachkreisen ist man der Meinung, daß gerade das patentamtlich geichutzte Verfahren zur Herstellung von Gleitschutz- relsen aus Nilpterdlstiuten einen sehr hohen Wert darstellt, wenn man erst ein -Verfahren ermittelt, das die Verarbeitung der Dw. erforderlich waren, bevor ein einziges Stück fabriziert Werden konnte. Die Einrichtung des Werkes kostete allein über 120 000 Mark a?.1 c "hoch-elegante" Bureaueinrichtung befand, die 469 Mark verschlang. Es wurde ferner in Uebereinfttmntung mit bem ylustichtsrate ein Automobil angeschafft, das 11 000 die mit 4000 Mark in Gummireifen und 7000 Mark tn löar bezahlt wurden. _ Wie mit ben.105 000 Mark Gründungskapital gewirtschaftet wordenist.darüber kann nd) icbtr nach der vorstehenden Aufstellung selbst nn Urteil bilden imb auch darüoer, daß weitere Mittel erforderlich wurden. Weun von vornherein das vvn Kaufmann verlangte Kapital von 300 000 Mark bereitgestellt worden wäre. wäre die Gesellschaft niemals in solche Geldverlegenheit geraten, baß man eine Bankschuld in solcher Höhe hätte aufnehmen müssen. Es dürfte weiter als eine irrige Auffassung zu bezeichnen fein, wenn der Konkursverwalter meint, daß sich vereidigte Bücherrevisoren dazu bestimmen ließen, verschleierte ober entstellte Bilanzen aufzustellen: beibe haben in den Aufsichtsratssitzungei', und in ihren schriftlichen Gutachten den Wirklicheck Stand des Werkes genau klargelegt. Die kündigungslose Entlassung des Geschäftsführers Kaufmann durch ben Konkursverwalter, sowie die weiteren Anschuldigungen werden gerichtlich llargestellt; daß sich Der Aufsichtsrat durch den Geschäftsführer hätte täuschen lassen, wird wohl von niemanden geglaubt, denn in dem Aufsichtsrat saßen lauter durchaus geschäftsgewandte Perfonen. Herr Stein Hal auf Wunsch des Vorsitzenden des Aufsichtsrates einen Teil von seinem als Gründerprovision erhaltenen 5500 Mark Anteile der Gesellschaft für 4000 Mark davon zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hatte sich erboten, diese Anteile 5um Nutzen der Gesellschaft zu verwerten. Als nach einigen Tagen Herr Stein diese 4 Anteile Vergeben sollte, knüpfte er Daran die Bedingung, daß er die 4 Anteile nur dann hergebe, wenn ihm 2 weitere Anteile abgenommen und 2000 Mark in bar dafür bezahlt würden. Also so großmütig wie der Herr Konkursverwalter hervorhebt, hat Arckä ckt Stein nicht gehandelt. Auf alle Fälle standen dem Ausjichlsrat die Bücher, Kasse imb die anderen Angestellten zur Verfügung, außerdem waren zwei vereidigte Bück>erreviforen tätig. An» stnör atiiO Gießen, 12. August 1911. ** Die Hinterlandbahn. Aus Krofdorf wirb uns geschrieben: Rach den Erklärungen des Oberburger- uieiiters von Gießen in der Stadtverordnetensttzunq vom 27. Juli soll, so Diel es an der Stadt Gießen liegt, die An- Gelegenheit beziigl. des Bahnbaues Gießen—Rodheim—Wallau beschleunigt werden. Die zunächst liegenden Orte von Gießen, wie Launsbach, Krofdorf-Gleiberg, indirekt auch Wißmar sowie Vetzberg, mit etwa 5000 Einwohnern, deren geschäftliche Beziehungen von jeher nach Gießen geneigt haben, sollen nun, so viel man hört, rechts liegen bleiben. Es wäre bic§ ein Fehler, den Gießen nie wieder gut machen könnte. Es herrscht in diesen Orten nur die eine Ansicht, baß die einzig richtige Linienführung Nordbahnhof Rodberg- Gießen direkt nach Krofdorf oder durch den Viadukt der Berlin-Metzer Bahn Rodheim märe. Soviel man hört, sind Schürfungen nach Erzen, die im Krofdorfer Wald vor- iienommen sind, von Erfolg gewesen, wieder ein Faktor mehr, die vorgenannte Linienführung zu empfehlen. Die vorgenannten Orte iveröen diese Verkehrsverbesserung begreiflicher Weise mit Freuden begrüßen. ** D a s D ü n s b e r g t u r n e n des Gaues Hessen, das von den beiden hiesigen Turnvereinen veranstaltet wird, findet am 27. August statt. Die Zusammenkunst der Turner ist morgens um 8 Uhr in Gießen an der Turnhalle des Turnvereins und um 8.20 Uhr geht ein Sonderzug der Viebertalbahn nach Station Bieber. Sogleich nach der Ankunft in Bieber findet bei Gastwirt Schlierbach daselbst die Kampfgerichtssitzung statt. Darauf erfolgt die gemeinschaftliche Wanderung über den Dünsberg zu dem am Fuße des Berges sehr schön gelegenen und geeigneten Turnplatz, auf jem fo zeitig eingetroffen wird, daß das Wetturnen (Frei- hochsprung, Freiweitsprung, Stemmen und Hindernislaufen mit 3 Hürden) spätestens um 11 Uhr vormittags beginnen kann. Nach Beendigung des Wetturnens — etwa gegen 3 Uhr nachmittags — ist ein Stafettenlauf in einer Bahn von 75 m mit 2 Hürden vorgesehen, zu dem nur die Turner zugelassen werden, welche beim Wetturnen durchgeturnt haben. Im übrigen gelten für diesen Wettlauf die gleichen Bestimmungen wie beim Gauttirnfest in Schlitz. Als Fest- reitrag find von jübern gemeldeten Wetturner an den Rechner )es Turnvereins — Universitätssekretär Wilh. Erle — 50 Pfg. einzusenden. Die namentliche Anmeldung der Wettturner erfolgt bis spätestens den 20. August an den ersten Gauturnwart, Universitäts-Turn- und Tanzlehrer Wilh. Will, Gießen. Alle ersten ©teger der früheren Bergfeste innerhalb des Gaues und der diesjährigen Bezirksturnfahrten tonnen dieses Mal mitturnen, nicht dagegen die der früheren Gauturnfahrten: als Sieger gelten lr. Gou- turntagsbeschluß alle Turner, die 45 und mehr Punkte erreichen und erhalten Ehrenurkunden. Das EintrittsgeÜ) für alle sonstigen Besucher beträgt 30 Pfg. •• Vom Eoang Ar beiteroercin wird uns geschrieben: Auf dem vorn Evang. 9lrbcitcrvcrein morgen, Sonntag, auf der Liebigshöhe veranstalteten Garten- und Trachtenfest wird u. a. ein Vortrag des Zivil-Ingenieurs E. Iaeobi-SieSmayer, technischer Lester der „Pone" — Permanente Ausstellung neuester Ersindungen, Tochtergesellschaft m. b. H., Frankfurt a. M. — über Patent-Verwertung unb der Deutsche Schutzoerband für geistiges Eigentum abgehalten werden. ** Der Gabelsberger - Slenographen- Verein begeht heute abend in Verbindung mit einer kleinen Feier anläßlich der 50. Wiederkehr des Gründungstages ein seltenes Jubiläum, nämlich die Feier des Tages, an dem v o r 5 0 I a h r e n der Verein zum er st en Male im Cafe Ebel, als seinem Vereinslokale, tagte. Er ist dem Cafe Ebel in den langen 50 Jahren immer treu geblieben, und von manchen schönen Stunden, die die Mitglieder in den Räumen des Cafe Ebel verleben durften, zeugen seine Protokollbücher. Hier haben viele bekannte Männer der Schule Gabelsberger ihren ersten Unterricht in der Stenographie genossen, und nach Hunderten zählen die, die die Kurzschrift hier erlernten, um ihr in spateren Jahren Stellung und Exisienz z.i verdanken. — Am Sonntag unternehmen die drei oem Hesfisch-Na,sanischen Verbände angehörigen Gabelsbergerschen Stenographenvereine, der Verein von 1861, die Stenographen-Gesellschaft und der Damenverein einen gemeinschaftlichen Ausflug nach dem Philosophenwald. Kreis Alsfeld. § Ruppertenrod, 11. Aug. Die Radbrüche sind in diesem heißen Sommer an der Tagesordnung. Tas erfuhr auch unsere Post, die von Mücke kommt. Beim Ein- fahren in daß Dorf brach ein Rad zusammen, die Post neigte zur Seite unb die Mstfahrenden kollerten zusammen, ohne außer unbedeutenden Hautabschürfungen Schaben zu nehmen. — Daß Rindfleisch ist nun auch auf bem Lande abgeschlagen. Tas Pfund, bas seither 85 Pfg. gekostet hat, lostet nunmehr 80 Pfg. Der Preis für Kälber ist in den letzten Tagen ebenfalls gesunken. Dermifcbtcs. * Die Feuersbrünste mehren sich in beängstigender Schnelligkeit. Wie aus Lübeck gemeldet wird,,brach im Dorfe S i r k s s e l b e auf bisher unbekannte Weife Großfeuer aus. — In Bothenborf b. Crossen (Ober) wurden durch Großseuer fünfzehn Gebäude, Wohnhäuser, mit Getreide gefüllte Scheunen und Stallungen ein geäschert. — In Berlin brach, vermutlich infolge Brandstiltung, ein umfangreicher Brand im Grünewald aus. Etwa neunzig Morgen Baum b e st a n d sind gefährdet. — InBretten brach 1 ->5 Uhr morgens ein großes Schadenfeuer aus, dem sechs Keine Wohnhäuser unb fünf zusammengebaute Scheunen zum Opfer fielen. Das Feuer war gegen 10 Uhr beschränkt. Entstehungsurfache unbekannt. — Donnerstag abend gegen 10 Uhr brach hinter Lehengericht im Schwarzwald ein Waldbrand aus, dem etwa sieben Hektar gemischter Wald zum Opfer fielen. Bis 2 Uhr nachts hatte die Feuerwehr zu tun, um das Feuer, das durch Funkenwurf einer Lokomotive entstanden sein soll, einzudämmen. — Seit Freitag mittag brennt das Dorf Z a m s _im Oberinntal. .Tie halbe Ortschaft ist bereits vernichtet. — Das Hotel zur Post in Tegernsee mit zwei dazugehörigen Nebengebäuden ist a b g e b r a n n t. — Seit gestern nachmittag brennt bas ganze Dorf Montebrä oberhalb Locarno. Es besteht große Ge fahr, ba sich in biefer Höhe fein Wasser hefinbet. — Das Turiner Elektrizitätswerk ist abgebrannt. * Eine eigenartige Hinrichtung in Ungarn Aus Szeggebin wirb gemelbet: Der Raubmörder Stefan S3aImol, der drei Raubmorde begangen hatte, wurde am Freitag früh hingerichtet. Der Delinquent blieb bis 7 Uhr ruhig und wurde kurz nach 7 Uhr auf ben Gerichtshof gebracht. Der Staatsanwalt übergab ihn bem aus Bubapest gekommenen Scharfrichter, der ihn zum Galgen führte. Dort sagte der Scharfrichter zu dem Verurteilten: „Ich bringe Sie hin, bleiben Sie ruhig." Der Verurteilte erwiderte: „Ich bin ja ruhig." Als ihm die Schlinge nm den ^Hals gelegt unb der Fußichemel weggezogen war, verhüllte der Scharfrichter ben Kovi des Mörders. Es dauerte sieben Minuten, bis der Gehängte anscheinend leblos war. Als man ihn nach 30 Minuten, während deren der Gerichtshof das Schlußprotokoll verfaßte, abnahm, verkaufte der Scharfrichter den Strick zu bem Galgen in einzelnen Stücken um etliche Kronen. Das Tuch, mit dem der Kopf bebeckt war, um vier Kronen. Der Anbrang des Publikums war so groß, baß ber Gefängnisbirektor ben Platz räumen lassen mußte. Der Gesamterlös dieses Reliquienschachers betrug 44 Kronen. ttiCiii uen ersten Platz ^getreten ist. Tie Preise steigen langsmn, aber ■ 1895 15,80, 1900 16,40, 1905 18,86 und 1909 -0,86. Russische Eier werden auf dem Welt- SS» niedrigsten notiert. In dieser Beziehung stehen sie bPV sranzoiüchcn, dänischen, italienischen und pn- C£v Prunkt, dos um 50 bis 90 Proz. höher bewertet nwdrrge Bewertung des russischen Produkts ist auf IwA6 ^.^nttven Mangel unb zu einem nicht geringen Test auch aus bte Desorganisation ber Ausfuhr und unreelle Prak- --erK r?r?Hu führen. Die wichtigsten Zentten ber ^s^o^Eron ynb das Äolgagebiet, ber zentrale Ackerbaurayon, öaä Sudwestgebret, ber Donraiion, Kleinrußland und Polen. Es - rüLÄ Abbiete die ut klimatischer Beziehung für die Gc- lügelzucht bie günstigsten Bedingungen ausweisen. Wenn trotzdeut 2ilirürftn!akI>ClriCkl9&nbct Produkt geliefert wirb, so ist bas daraus rahonelle Geflügelzucht nur ganz sporadisch Staat rß unb bie Tierproduktion im roeientlicben Sache des Zufalls ist. . MüUerlche Badeanstalt. -Isaf i e rw arme der Lahn am 12. August: 20" st. NESTLE Altbewährte Nahrund ■ rürKinder und Kra nke Hessen-Nassau. — n. Naunheim, 10. Auq. Der Anstreicher Ludw. Kern stand an der Eisenbahnbrücke Wetzlar, an der zurzeit der Anstrich erneuert ivirb, in Arbeit, wobei ihm der Pinsel 'n den Lahnfluß fiel. Kern entledigte sich seiner Kleider und sprang dem Pinsel nach, welcher auch bald in seinen Kassensdiränke Fr. Krogmann Bahnhofetrasbe 30 D10/, Fernsprecher 401 n flnftt'li udit. ttab la. Wasserschläuche / Carl Schunck ÄibLjiintr Älieeiir. 11 Ul iit eine nnno nm Badezimmer und allein Zubehör alobalb oder per L Cttobcr ui vermieten. ICBO mmer 50081 Cefe Ainrnd. uermieten. ia> (Sim, i>riedricb>'trabe 14. Walltorkirabe 82. 49H6I Artikel iurbt 06542 V verin. 6 Zimmer 3 Zimmer BlcickfiraKc 23. 49261 Zum 1. September 424' Nähere» HlutcrbauS. 4S<5, .Otoltkciirabc 24». 49.13 4 Zimmer 2 Zimmer Vöberftrabc 17 II. 4918 1-'aqc v. 1. Ch. ob. trüber zu verin. r_. —" - ------”in lLb. Pfeiffer, Schistenb. Weg 30.'zu uermieten. Kreuzplav 10 Stlcinc $laniitb:n=$8olinuii8 vcr 15. Aunuit zu vermieten. 470t Nodbcirncr Strabc 40. 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