161. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 58 Erschein« täglich mit Ausnahme deS Sonntag». zu bei bei Donnerstag, 9. März I9fl Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fcher, UnürersuälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. entrichten. , ... . . ,. . Tic Einzelgebühr beträgt 4 Pf. tue rede Verbindung. Die Pauschgebühr beträgt: .. ntclil über 3uuu Beibmvnngen 80 Tli. fahrllch, , mehr als 3000 bis eiiifdjl. buOO Verbindungen 130 Mk. jahruch, 60U0 , , 7000 „ 17d , , £te „Gictzener Zanillienblätter" werben dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, vaS „Kreisblatt für den Kreis riehen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwlrtlchaflltchea Zeil- fragen" erscheinen monailich zweimal. Die alte Mimt als Rathaus. Gießen, 9. Mär; 1911. Man schreibt unS: So verführerisch der Gedanke ist, die alte Klinik vor dem gänzlichen Verfall zu retten unö sie als Bürgcr- mellterelgebäude (Rathaus?) einzurichten, so sprechen doch so viel Gründe dagegen, daß sich die Stadtoäter wiederholt besinnen sollten, bevor sie ihre Zustimmung hierzu geben. — Als Hauptpunkt spricht dagegen, daß mit einem Umbau der Ruine die Frage eines Rathaus-Neubaues nur für den Moment, aber nicht für die Zukunft gelöst fein wird, ferner ist der Platz für ein Rathaus wenig geeignet und bleibt nur die jetzige "age der Bürgermeisterei oder des Gaswerks durch die zentrale Lage für ein Rathaus die geeignetste. Drittens ist das Klinikgeländc als zukünftige Geschäftslage viel zu wertvoll; cs ist schon jetzt für die Stadt besser und günstiger zu verwerten, die Stadt wolle sich nur dazu verstehen, das Ganze zu parzellieren und die alte Klinik (Krachenburg Nr. 3) auf den Abbruch zu verkaufen. ES ist vielleicht wenig bekannt, daß das Gebäude nicht unterkellert ist und sich in so schlechtem Zustande befindet, daß die vorgesehene Summe von 200 000 Mk. kaum für die Umwandlung zum Rathaus ausreichen wird. Durch den Verkehr Bahnhof—Liebigstraße—Frankfurter Straße—SelterSweg, der nie genommen werden kann, wird die Liebigstraße Geschäftslage, und daß dieses keine Utopien sind, beweist der Umstand, daß der Stadt für das Gelände, nach Abzug des LieblgmuseumS, ein Gebot von Million vorlag! Es wäre dieses Gebot doch einer Prüfung wert gewesen, — 250 000 Mk., 60000 Mt. Erlös für das Liebig- mujeum — 310 000 Mk., ein ganz netter Erlös. Zieht man das zukünftige Steuerobjekt, Gebäude mit Geschäften noch in Frage, so wird der Wert nicht weit von der 3. Million bleiben; welche Steuersumme ergibt dagegen em altes Rathaus? Es ist zu hoffen, daß das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist und man sich im hohen Rat zu dem entschtießen wird, was dem ,allgemeinen Interesse* am dienlichsten ist. Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbul- ftro5»* 7. Expedition und Verlag: e^Ä»6L Skdok>ow^-^ll^Tel.-Mr^AnzeigerGießen. Eichener Anzeiger General-Anzeig« für Cberhefjcn ’ „ , 70o0 , , 10000 „ 200 , „ In den Netzen mit nicht mehr als 100 Anschlüssen i|t außerdem eine Pauschgebübr von 30 Mk. Tür nid)t über 100 *>cr= lindungcn und in den Netzen mit nicht mehr als 200 Anichlmien eine Pauschgebühr von 60 Mk. für nicht über 2000 Verbindungen zugesahen^^d^^ btm e^ncm Anschluß aus zulässigen Gesprächsverbindungen beträgt 10060 fährlich. Sind mehr als zwei Pauschgebührenanschlüfse des,elben Teilnehmers für den Fernsprechhctrieb so bereinigt, daß die Anichlüpe beliebig zur Herstellung der ‘Rcrhintungcn benutzt werden können, jo erhöht sich die Zahl bet auf jeden der bereinigten Anschlulic zulässige" Gesprächsberbi.idun^en auf 14 000: die Paufchgedühr für die Gcsvrächsverbindi'nqen über 10 000 bis 14 000 beträgt für jede ongesangenc 2000 Verbindungen 20 Mk. Wird bei Anschlüssen gegen Einzelgebühr die Hochstzahl der Gesprächsberbindungen überschritten, so ist für jede Verbindung die Einzelgebühr und für je 10 000 Verbiirdungen oder einen Teil davon die Grundgebühr für einen weiteren Anschluß zu entrichten. Wird bei Anschlüssen gegen Pauschgcbühr die Hochstzahl der Gesprächsberbindungen um mehr als sechs Prozent überschritten, so ist für je 10 000 Verbindungen oder einen Teil davon und im Falle des bärigen Absatzes bon je 14 000 Verbindungen ober einen Teil dabon die Pauschgcbühr und autzcrdem die Grundgebühr sür einen weiteren Anschluß zu entrichten. Aerzte und Reichsverficherungsausschub. Die Einigungsborschläge über das Verhältnis der Krankenkassen zu den Aerztcn und Zahnärzten hatten, wie aus der Verhandlung der vorigen Sitzung des Ausschusses sich ergab, auch die Antragsteller in teiner Weise befriedigt. Inzwischen haben bie Vertreter der Einigungsparteien, Zentrum, Konservative, Nationalliberale, Reiclfspartci und wirtschaftliche Vereinigung, sich auf neue Vorschläge verständigt, die nunmehr der heutigen Vcr- vandlung zugrunde lagen. Danach sollen die jetzt in der Reichs- versichernngsordnung zu treffenden Bestinimungen provisorischer Natur sein und Geltung haben, bis ein besonderes Gesetz die Beziehungen zwischen uen Krankenkassen und den Aerztcn, Zahnärzten, Krantenlfäuscrn und Arzneimittelhändlern, regelt. Bis dahin wird folgendes bestimmt: Die Beziehungen zwischen ttrantemanen und Aerzten werden durch schriftlichen Vertrag geregelt; die Bezahlung anderer Aerzte kann die Kasse, bon dringenden Fällen abgesehen, ablehncn. Soweit es die Kasse nicht erheblich mehr belastet, soll sie 2lus den Reichslagrausfchüssen. : Berlin, 8. März. Ter Posthau^halt im Budgetau«schutz. Dem Budgetausschuß ist eine Denkschrift „Erläuterung zu den Hilisarbeiterfonds im Etat oer Rcichs- poft* und TelegravhenVerwaltung" emgegangen. Ter Wortführer des Zentrums führt Beschwerde über den ,'bäten Eingang dieser Denkschrift. Es ergebe sich aus ihm, daß es sich nicht nur um die Unterbringung bon siebzehntaufend Be amten handelt, sondern daß dazu iwch zehntausend Militäranwärter kommen. Wie sollten diese eingereiht werden? Die Zahl der Gehilfinnen sei außerordentlich angeschwollen. Der Vorsitzende hes Ausschusses, F r h r. b. Gamp, bittet, auf die Reform des Leamtenwesens nicht weiter cinzugchen. Man könne aus der Denkschrift alles ober nichts herauslcscn Von fortschrittlicher Seite wird mit-Rucksicht aus ben späten Eingang der Denkschrift die Aussetzung der Titel über die dauernd erforder- lidxn Hilfsleistungen, die Posthilssstellcn und die Stellvertretungs- losten beantragt Ter Ministerialdirektor gibt sollende Erklärungen ab: Ter Mgang der Beamten bei den einzelnen Kategorien in der Denkschrift ist nach den Erfahrungen berechnet Zu der Bedienung des komplizierten TelegraphendiensteS mit feinen feinen Apparaten können bie Unterbeamten nicht bermenbet werben. Sodann sind die etatmäßigen Hilssstellen billiger als die gehobenen Unterbeamtenstellen. Tas Anwachsen des Beamten- lörpers beruht lediglich auf der Steigerung des Verkehrs. Man muß berücksichtigen, daß sich die Einnahmen der Post aus Nickel und Pfennig zusammensetzen. Tic Einstellung bon Sauerbcrtrctcrn ist eine Maßregel im finanziellen Interesse. Der Vertreter der Konserbatiben stellt hierzu fest: der Kern der Sache ist, der Budgetausschuß wünscht eine Reform, weiß aber nicht, wie er sic machen soll. Ginftiocilcn muß die Reform borbereitet werden durch Absetzung der Forderungen für Hilfsleistungen. Tie borerwähnten Titel werden nunmehr ausgesetzt. Im übrigen wird das Drbinarium des Posthaushalts erledigt und ebenso die einmaligen Ausgaben. Bei ben Einnahmen wird von fortschrittlicher Seite ein einheitliches Welt- porto empfohlen, zum mindesten ein einheitlicher Tarif für alle Linien nach Nordamerika. Der Staatsfekretär erklärt, der Wunsch lasse sich nicht erfüllen wegen der Weigerung von Amerika. Zn bezug auf die Privatbeförderungsanstalt en erklärt der Staatssekretär, daß an dem Monopol gegen- überden Messenger Boys festgchalten werde. Tic Privat- bcjörderungsanstcllten verstießen in großem Umfange gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Von konservativer Seite wird barm dem Staatssekretär zugeslimmt und sein Standpunkt gebilligt, wahrend der Vertreter der N a t i o n a l l i b e r a l e n btefen Standpunkt bedauert. Ein Zentrums Mitglied rügt die Portofreiheit bei- staatlichen Babeverwaltungen, bie nur ben Pächtern zugute Tom nie; der Staatssekretär stellt bas in Abrcbe, die Pächter müssen der Postverwaltung Porto bezahlen. Auf Anfrage erklärt der Staatsfelretär, baß ber Druck b er Scheckformulare nicht freigegeben werben soll. Eine längere Aussprache findet statt über die Frage, ob die Einnahmen des Posthaushalts nicht in bie höhe gefetzt werben können. Von Zentrums feite wird einer solchen Erhöhung widersprochen, bie etwaigen Ueberschüsfe sollen zur Reichsschuldentilgung verwendet werden. Auf Anfrage wirb von ber Verwaltung mitgetcilt, daß die Ueberschüsfe des laufenden Rechnungsjahres, April bis Ende Januar zirka 27 Millionen mehr als int Vorjahre betragen, aber im Februar und März mürben sie nicht steigen. Auf Anfrage erklärt der Staatsfekretär das Gerücht, wonach die berühmte, M a u r i t i u s m a r k e tm Reichspostmuseum gefälscht fei, für falsch. Nunmehr werden die ausgesetzteu Titel überdieHilfs- steilen noch einmal verhandelt. Der Staatssekretär erklärt, daß bis aus weiteres keine Anwärter mehr zur Annahme gelangen sollen. Hieraus toer» bett bte Titel genehmigt. Damit ist der Po st haus halt erledigt. Donnerstag Fernsprechgebührenorbnstng und Reichsdruckerei. ihren Mitgliedern die Auswahl zwi»'d>m minbeflcn» iivci Aerztcn rei [offen. Die SxiXzng kann jedoch bestimmen, daß der Behandelte während desselben BerficherungsfaUes ober Geschäftsjahres den Arzt nut mit Zustimmung des Vorstcutdcs wechseln darf. Wird bei einer Krankenkasse die ärztliche Versorgung dadurch ernstlich gefährdet, daß die Kasse keinen Vertrag zu angemeffenen Bedingungen mit einer ausreichenden Zahl von Aerztcn schließen kann, oder daß die Aerzte den Vertrag nicht einhallen, so ermächtigt das Oberversicl-erungsamt ^Bcschlußkammer) bte Kaste auf ihren Antrag widerruflich, statt ber Krankenpflege oder sonst erforderlichen ärztlichen Behandlung eine bare Leistung bis zu zwei Dritteln des DurchschniUsbetrages ihres gesetzliche Krankengeldes zu gewähren. Tas Oberversicherungsamt kann zugtetchl beftunmat, 1. wie der Zustand dessen, der dic Meinungen erhalten soll, anders als durch ä r z t l i ch e D e sch c i n i g u n g c w nach gewiesen werden darf, 2. daß die Kasse ihre Leistungen 'o lange einstellen oder zurückbehalten bari, bis ein ausreichender Nachweis erbracht ist, 3. daß die Stiftung Ml idrt der Kasso erlischt, rocim binnen einem Zähre nach Fälligkeit ',cs Ansprudfs lein ausreichender Nack-weis erbracht ist und 4. daß dic Stoffe diejenigen, denen sie ärztliche Bclfchtdluna, zu gewahren hat, in et n Krankenhaus verweisen darf. Gegen den Beschluß des Oberverftcherungsamts bat der Kassenvorstand die Bcfchwerdc bei ber obersten Verwaltungsbehörde^ Z u einer Abstimmung kam c s heute noch nicht, weil auf Vorschlag des Vertreters ber wirtschaftlichen Vereinigung die Ausschußmitglieder sich vorher mit ihren Fraktionen i n V erbindungsetzen werden. Zur Fernsprechgebühreoorduuug, die am Donnerstag im Budgcbausschuß zur BerhanMuna steht, haben die Abgeordneten Dr. Troescher (Konst), Frhr v GamP iRp.), Herzog (Wirtsch. Vereinigung) und Nacken (Zentr.) folgenden Einigungsantrag eingebracht: Tie 2 und 3 der Fernsprechgebuhrenordnung über bte Grunbgebühr und Gesprächsgebühr erhalten folgende Fassung: S w. Tie Grundgebühr ist die Vergütung für die Ueberlassung und Unterhaltung der Apparate sowie für den Bau und die Instandhaltung der Sprechleitungen. Ste beträgt in Retzen: mit nicht mehr als 10t) Anschlüssen . . . . . 50 Mk. mit mehr als ICO bis entschließt. 1000 Anschlüssen 60 , , luoo . , 5000 , 75 , ' ' 50U0 , , 20 000 , 90 , ’ . 20 000 , v 70 000 „ 100 , , „ „ 70 OOJ bis einschließlich für jede oitgeiangenen weiteren 50 000 Anschlnsfe 10 Alk. mehr fährt, für ,eben Anjchlnß, bei nicht weiter ats 5 Kilometer von der VerntitletnngLflelte entfeint tst. § 3. Tie Gesprächsgebühr ist die Vergütung für die Herstellung der Gespröchsverbindungen. Sie ist nach Wahl des Teilnehmers als Einzelgebühr für jebe Verbindung oder als Pauschgebuhr Der Zudrang zuin Theater. Die „Genossenschaft bcutiu.ct Bühnetiangehöriger" versendet jo eben an alle deutscl-en Sck>ulleiter ein gedrucktes Schreiben, in dem ersucht wird, „die vor der Schuletttlassung stehende Jugend vor der Ergreifung des Bühnenberuses zu warnen". Begründet wird das Ersuchen durck) längere Ausführungen, die ein grelles leicht auf die Verhältnisse der bcutidjen Vühnenangehörigen werfen: „Der von der, Genossenschaft jährlich herausgegebene Bühnenalmanach weist 2oOOO Theatcrangehörigc nad), von denen mindestens 10 000 Schauspieler find, der Rest verteilt sich auf Sänger, Choristen, Kapellmeister, Musiker und techuiia-es Personal. Von diesen zehtUausend Schauspielern und Schauipieterinnen kann im günstigsten Fall nur ein Fünftel eine einigermaßen auskömmliche Stellung finden, alle übrigen sind auf die kleinen und Wanderbühnen angewiesen, die Ntonatsgagen von 80 bis höchstens 250 Mark zahlen, aber nur für sechs bis sieben Monate. Zieht man bet foldjen Einkommen die Auslagen sür Reifen, Bühnentieidung, dte Abzüge für den das Engagement vermittelnden Agenten in Betracht, so ergibt sich die eridjredenb geringe lährliche Dur d-schni11seitmahnte von 600 Mark, bie von feiten ber Genofsensdfast vor fürgcm statistisch festgestellt wurde. Von den zehtilaufetid Schaufpielem aber, die ber Bühnen- almanad) namentlich ansührt, finden nid)t alle Sefdjäftigung; cs bleiben in jeder Spielzeit ungefähr zweitaufcnd außer Eitgage- meni. Bringt man fclbft in Einschlag, daß Krankheit, Erfüllung der Militärpflicht, Fortsetzung der Studien usw. die Ursacl>e der Engagcmentslosigkeit sein kann, und verringert diese Summe kurzerhand auf öi£ Hälfte, so ist immer nod) der zehnte Teil der aktiven Schauspieler ständig brot- und erwerbslos. Erschtverend fällt dabei ins Gewicht, daß bie Spielzeit, also bic Zeit für den Verdienst, fieben bis acht Monate zahlt; wer ohne Engagement bleibt, hat bis zum Beginn der näd)ften Saison nicht nur den Winter, auch noü) den Sommer zu überdauern, da gegenüber^ der Anzahl der Theater, die im Winter spielen, bte Zahl der ^oommerbuhneu eine autzerorbentlich geringe tst; auch merben mit zunchmenbcm Alter bie Engagementsaussichten für ben Schaufpieter, nod) mehr aber für bie Schauspielerin, ungünstiger und geringer. In feinem Verhältnis zum Bedarf an Nachwuchs steht die Anzahl der Theaterschulen; in Berlin allein gibt es etwa zwanzig, üt Wien zehn, in Dresden ein halbes Dutzend, etliche in Leipzig, ■i-üiietöori, Wiesbaden, Graz, Nürnberg, München, insgeiamt mvtdcstens süiiszig Schulen, dic allein, gering gerechnet, jährlich Mnfhunbert Sdjüler ausbllden. Dazu kommt bie enorme Anzahl ber dramatischen Einzellehrer, an federn ber größeren Theater Hitb mindestens süns bis sechs Sdwuspieier unb Schauspielennneii, bic in Privatstunden dramaliscpen Unterricht geben, alles in alunn nicht unter dreihundert. Rechnet man aus jeden nur zwei <^i)ulcr, so ergiöt das wieder sedrshundert sJteulmge, dazu tommen no^ des weiteren die Sufauspieier, bte fein Engagement mehr “HÖ sich vom Unterria.’tgebcn ernähren, turz, die Zahl »teinaen beläuft sich in jebem Jahr auf mindestens eintauseuü- zweihundert bis eintausciidfünfhundert, von denen sich viele, nur um ein Unterkommen zu finden, umspnst anbieten, denn ber ge- lualtigc Zulauf entfpridst, wie bic oben mitgcteilten Zahlen dar- legen, in keiner Weise bem Bebarf. . So liegen bie Verhältiliffe auf bem Gebiete bcs Schaufpiels, auf bem ber Oper sinb sie womöglich nod) ungünstiger, die Gageii sind wohl besser, aber bie Anzahl ber Opernbühnen ist eine weit geringere." — Der Streit um bas Bismarckdenkmal am Rhein. Der „Künstler-Verband Deutscher Bildhauer" erhebt beim Kunst- und Bauausschuß des Bismarck-National- benkmals sür die Elisenhöhe bei Bingerbrück Widerspruch dagegen, daß Prosessor Hermann Hahn-München, der uriprünglid) dem Preisrichter-Ausschuß angehörte, sich am Wettbewerb beteiligt habe und sogar mit dem ersten Preis ausgezeichnet ioorben sei. Es hätte zubem ber Ocssentlich- leit bekannt gemacht werben müssen, baß Hahn aus bem Preisgericht ausgetreten sei unb an dem Wettbewerb teilnehmen wolle. Ties sei aber nicht geschehen, wodurch jener Verstoß gegen die Wettbeweibsnormen der Künstler nod) bedeutend erschwert wurde. Tie Entscheidung des Preisgerichts wird auch sonst unb im allgemeinen vom Künstler-Verbanb Deutscher Btlbhauer bcanftanbet. Der erste Protest betrai bie Art mit ber ber Kunstausschuß über die Arbeiten verfügen wollte, namentlich die Frage der Umarbeitung der Entwürfe. — Eine amerikanische Oper. Die Oper „Natoma" von Victor Herbert, die soeben in Philadelphia mit großer Begeisterung bei ihrer Erstaussührung ausgenommen worden ist, ist die erste große Oper, in der ein amerikanischer Komponist einen Stoss aus dem ameritanisd)en Leben vertont hüt. Das Werk spielt aus der Insel Santa Eruz an der Küste von Kalifornien, und zwar zur Zeit der fpanifchcn Mission. Die Heldin, eine Indianerin, opfert sich für ihre Freundin auf, eine reiche Erbin spanischer Herlunft, die von einem kalisornifchen Bösewicht umgarnt wird. Den Höhepunkt blldet ein spanischer Dolchtanz im zweiten Akt, während dessen die heroische Indianerin den verjührepischen Intriganten ersticht. Im dritten Akt geht die Tochter der Prärien m ein spanisches Nonnenkloster und begräbt in ihrem Herzen die Erinnerung an ihre Rasse und ihre Heimat, die ihr in einem schwermütigen Jndianergesang nachklingt. Zn der Musik suid lehr stark nationale Elemente verarbeitet, besonders Themen der Ipanischen und indimnsd-en Volksmusik. — Der Entdecker Venezuelas. In großen Tellen Amerikas wurde kürzlich das Andenten Alonso be Ojedas gefriert, bes Entbeckers von Venezuela. Lieda, 1465 zu Cuenca in Spanien geboren, begleitete Columbus auf seinen Fahrten unb erforschte üi Begleitung Amerigo Äespuceis bie Nord lüsten Südameritas vom Cap San Roque im heutigen brasilianifchen Staate Rio Grande be 'Jtorte an bis zum Golf von Rtaracaibo. Tort jaiib er ausgedehiite PsahlbtUllen ber ebigebsrenen Indianer, ivas ihn veranlaßte, das .Gebuu als jtleüutiencuig, als Venezuela zu bezeidjnen. Später wurde er Gouverneur des zwisdjen bem Golf»' von Maracaibo und dem Isthmus von Tarieu gelegenen Gebietes, das den Nomen Nueva Andalucia erhielt, unb segelte von Spanien aus 1509 dorthin ab. Seine Expedition war Uidessen nicht von Glück begünstigt, er stieß aus überlegene Strcitträftc der Ein- geborenen und enttarn dem Massaker in Begleitung eines einzigen Gefährten. Im Jahre 1515 starb er aus Santo Tomingo. — Ter höchste Berg von Nordamerika. Ein Ingenieur, der von der konadisd)en Regierung zur Vornahme von Gretizbeststnmungeii in den hohen Norden Kanadas, in die Nähe von Alaska, entsandt wurde, hat dort einen Berg entdeckt, der sich als die hödjste Erhebung des ganzen nordamerikanischen Kontinents erwies. Er ist 7445 Meter hoch unh überragt damit den Mae- Kinley-Berg um 600 Meter. Er befindet sich auf dem 67. Groh nördlicher Breite. — Vom heiligen Bureau kratius. Ter „Cri be Paris" führt seit einiger Zeit mit allen Massen bes Witzes und ber Ironie einen energischen Kampf gegen allerlei Absonberlich- f eit en unb Torheiten der französischen Bureaukratie; dieser Kanihs dürste aber leider ebenso Tläglid) enden, wie Ton Quixotes glorreicher Wafscngang mit den Windmühlen, denn der heilige Burcau- kratius, der dem Boulevardblatt als Gegner gegeimbersteht, läßt sich nicht so leicht unterkriegen unb ist Pielleich: überhaupt nicht zu besiegen. Besonders reizvoll — so berichtet das erwähnte Blatt — ist eine der jüngsten Großtaten des berühmten Heiligen^ Ein französischer Kaufmann, der mit der Türkei in Geschäftsverbindung steht, wandte fid) mit irgenb einer Beschwerde an hen französischen Konsul in Alexandrctte (im kleinasiatischen Wilajet Adana). Er richtete an den hohen Würdenträger ein in höslichster Form gehaltenes Schreiben, das mit der in französischen Briesen üblichen Formel schloß: „Empfangen Sie, Herr Konsul, die Versidjerung meiner ausgezeichneten Hochachtung". Ein paar Tage später erhielt der Kaufmann seinen Brief genau so zurück, wie er ihic abgcschickt hatte; er trug nur am Rande den Vermerk: „Der Konsul Frankreidjs hat die Ehre, Herrn E. mit- zuteilen, daß et nickst die Versicherung einer ausgezeichneten, sondern die Versichern^ einer respektvollen Hochachtung zu empfangen gewohnt ist." Bums! „Der Konsul," so kommentiert der „Cris de Paris" diese schöne Randbemerkung, „hak unzweifelhaft recht, toeim er darüber wacht, daß die vornehmen^ franzöfifchen Formen und Traditionen aufreckck erhalten werden^ Was kommt es daraus an, baß der franzöf.'che Handel verliert, wenn nur die französische Kultur neuen Glanz gewinnt?!" — Kurze Nachrichten au 5 Kunst u. W i s s e n s ch a st. Der Vorstand des Vereins Berliner Künstler legte wegen des Zwistes, der über die Beschickung der biesjährtgen großen Düsselborfer Kunstausstellung unter ben Mitgliebern bes Vereins ausgebrochen war, bie Remter nieder. — Ter Geheime Jusiizrat Richard Wilke, einer der Schöpfer des Vurg> r- ltchen Gesetzbuches, ist im Alter von 81 Jahren in Potsdam geworben. itlictiiefniifc Albert-Biskuit. Zutaten: 125 g Butter, 4 Eier, 250 g Zucker, 1 Päckchen von Dr. Oetker s Vanillin-Zucker, 750 g Mehl, 1 Päckchen von Dr. Oetker s Backpulver. Zubereitung: Die Butter rühre zu Sahne, gib Eier, Zucker und Vanillin-Zucker hinzu und zuletzt das mit dem Backpulver gemischte Mehl. Man rolle den Teig 2 Messerrücken dick aus und steche mit einem Weinglase Scheiben aus, die mit einer Stricknadel durchstochen werden oder über die man ein Reibeisen drückt. Auf einem mit Butter abgeriebenen Blech werden die Scheiben gelbbraun gebacken und nach dem Erkalten in einer Blechdose aufbewahrt Diese Biskuits sind ein beliebtes Teegebäck. In Milch aufgeweicht bieten sie eine besonders gute Speise für Kinder. 3 Zimmer "~| 1348 (1618 zu vermieten. bestehend aus 4 Zimmern nebst I 4 Zimmer ---------------- Ul uiuuiiu uuv * I Zubehör, letzter । Näheres Bal *1 Neuberg, sch. 4-Z.-Wohn. m. flßnhnitttn m Bub. d. nenn, etdnftr.50 IÄL WMllllg iterc ver sofort. ahnhosstrntze SOI. jfcasu.!. 8u6. a. onett zu vermieten. Näheres bei zu verm. (Ö1814 Eich gärten L7. Kleine Villa (mit Warten) zum Alleinbewohnen 4>er 1. Avril oder später preis- Kleine Wohnung, Z Zinlmcr, Küche u. Bub., monatl. LMk., im Seitenbau per 1. Avril 648] In unserem Neubau Kepler- strasie ist noch 1 Pan.-Wohnung »mit 5 Zimmern, Bad re. per t April zu vermieten. Abermann L Kling. LGnc g-Zimmer-WohiiMg in gesunder, freier Garienlage »an ruhige Leute per 1. Avril ^preiswert zu vermieten. 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März 1911. — Sie befliß e Landwirtschaftskammer wird auf der diesjährigen Ausstellung der deutschen Landwirt- ^haftSgesellfthafl in Kassel vom 22.-27. Juni eine S am melaus st« llung von Gemüse und Obst rc. für hessische Züchter veranstalten. Daran können sich auch Linz et zücht er beteiligen. Da die Anmeldungen schon bald erfolgen müssen, seien die Interessenten darauf aufmerksam gemacht, daß die Schauordnung und die Anmeldeformulare sofort von der Landwirtschaftskammer, Rhein- /trasie 34, anzufordern sind. Diese trägt sämtliche Kosten, Ko daß die Züchter nur die Ausstellungsgegenstände nebst Verpackung zu stellen haben. — Vom Stadttheater wird uns geschrieben: Auf vielseitigen Wunsch ist noch eine weitere Aufführung von Karl SchönheccS aufsehenerregendem Schauspiel „Glaube »unb Heimat" angesetzt worden und zwar für nächsten ^Sonntag nachmittag bei kleinen Preisen. Diese Vorstellung 'bietet die letzte Gelegenheit, dieses Schauspiel, das allseitig als die wertvollste dramatische Erscheinung der letzten Jahre anerkannt wird, zu sehen. Darstellung wie Ausstattung des Werkes an unserer Bühne gelten als mustergültig. Kreis Alsfeld. § Ruppertenrod, 7. März. Unter einem irnge- wühnlich großen Leichenzuge wurde heute der Veteran und Invalide FriÄr. Kratz zu Grabe getragen. Der Militär- verein, dem der Verstorbene angehörte, schritt dem Sarge voran, der Kriegerverein folgte. Nack) der dreifachen Ehren- jfalfre der Vereinsmitglieder und Schülergesang hielt Pfarrer Jung-Ober-Ohmen die eindrucksvolle Leichenrede. Mit Kratz ist wieder ein Kämpfer aus der großen Zeit der Jahre 1870/71 heimgegangen. In der Schlacht bei Gravelotte am 18. August traf ihn, während er im Anschlag lag, eine feindliche Kugel; sie durchbohrte sein linkes Handgelenk. Wie Aerzte zweifelten an )einem Aufkommen bis zum 1. Advent, an dem sie ihm seine Rettung verkündeten. Kratz, der eine Juvatidenpension be^og, war ein allzeit behilflicher, gegen jedermann freundlich gesinnter Bürger. x Aus dem vorderen Vogelsberg, 8. März. -Nicht die ersten, aber sichersten Boten des kommenden Früh- 'Ungs, die K r a n ich e, sind gestern zurück gekehrt. Im Garten läuten schon seit einigen Tagen die Schneeglöckchen. Von der nahen Hecke singt abends die Amsel ihre Früh- !lrngslieder. Aber die Arrieregarden des Winters sind noch «icht abgezogen; sie wirbeln am heutigen Tage wieder fet der Lust. Und doch muß es Frühling werden. = Wettsaasen, 8. März. Welchen kulturellen und Wirts chaftlichen Fortschritt auch unsere kleinsten Dörfer in den letzten 25 Jahren gemacht haben, das zeigt ^unsere Gemeinde. Bor einem Vierteljahrhundert bestand jdie ganze Hufbespannung in — einem Esel, den der damalige Müller besaß. Heute zählt dieser Bestand zehn Pferde. Lerlagsbuchhändler Rotb, Marburger Strasie 20. 6 Zimmer | 8201 1. Etage. 6 Zimmer, Bade^ »immer, Mansarden, zum 1. 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Repp stürzte in seiner Scheune ab. Er fiel auf ein Gerüst und von hier durch eine Luke der Außenwand auf die Straße. Die erlittenen Verletzungen, ein Schädel- und Ober- schenrelbruch, sind lebensgefährlich. Starkenburg und Rheinhessen. --- Darmstadt, 8. März. Der V erb and der Detaillisten-Vereine im Großherzogtum Hessen hielt am Montag eine Ausschuß-Sitzung ab. Der Vorsitzende, Kalbfuß-Darmstadt, erstattete den Bericht über die seitherige Tätigkeit. Drei Fragen beschäftigten den Vorstand: Hessisches Gemeindesteuergesetz, Pensionsversiche- runa der Privatbeamten und Lagerei-Berufsgenossenschaft. — Der Vorsitzende regte an, am Blumentage der Großherzogin eine allgemeine Schaufenster-Dekoration zu veranstalten. — Bezüglich der Gemeindesteuerreform wurde eine Entschließung gefaßt, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Erste Kammer das Gesetz, besonders soweit es die Besteuerung der Warenhäuser und Filialbetriebe betrifft, in der von der Zweiten Kammer angenommenen Form ebenfalls gutheißen wird. Weiter wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der Vorstand wird beauftragt, weitere Schritte zu tun, um die Mißstände, die sich jetzt bei Anmeldung und Prüfung von Ausverkaufsanzeigen ergeben haben, zu beseitigen; eventuell ist die Schaffung von Einigungsämtern anzustreben. 2. Der Verband begrüßt die Schaffung einer Pensionsver- sicheruna für Angestellte. Er verwirft jedoch, in Gemeinschaft mit allen Deutschen Detaillisten-Verbänden, den jetzt erschienenen Entwurf, empfiehlt dagegen den Ausbau des Jnvaliden-Versicherungs-Gesetzes. 3. Der Verband nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß das Reichs- vers icherungsamt nunmehr an die Prüfung der Frage, ob eine Detaillisten-Berufsgenossenschaft ohne erhebliche höhere Beitragskosten möglich ist, herantreten, will. Die nächste Ausschuß-Sitzung wird in Bad-Nauheim stattfinden. m. Offenbach a. M., 9. März. Der Landesgewerbeverein für Hessen hält seinen Verbandstag anfangs November hier ab. Gleichzeitig ist damit die 7 5jähr. Jubiläumsfeier des Verbandes verknüpft. (BeridusfaaL Das Neustadter Familiendrama vor dem Marburger Schwurgericht. f| Marburg, 8. März. Unter starkem Andrangs des tkurns beschäftigte sich heute das Schwurgericht mit dem traurigen Familiendrama, bei welchem der Maurer Julius Keßler bei einem Streit mit seinem verheirateten Sohne Wilhelm diesen und dessen Frau durch Revolverschüsse schwer verletzte. Die Frau ist in der Marburger Klinik gestorben. Als Zeugen erschienen etwa 20 Personen, ferner als ärztliche Sachverständige Geh.-Rat Prof. Dr. Friedrich und Kreisarzt Prof. Dr. Hildebrand aus Marburg, ferner der praktische Arzt Engelhard aus Neustadt. Wie aus der Verhandlung hervorging, wohnte Keßler, der zweimal verheiratet gewesen ist, bei den jungen Leuten in einem Fleissige Herren jeden Berufes finden lohnende Beschäftigung, cd. auch Anstellung. Off. u. D. T. 301 bes. Daube & Co., Frankfurt a. M. Id'-/- Ein mit den Verhältnissen der Stadt Gießen und Umgegend gut vertrauter Mann mit guten Zeugnissen und kleiner Kaution zum Besuch der Kundschaft. 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Die Verhandlung, welche bis abends 8 Uhr dauerte, endete mit der Verurteilung Keßlers wegen versuchten und fahrlässigen Totschlags zu 4 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverluit. 1640] Drei Zimmer als Bnreau- ränme zu vermieten. Bahnhofstraße 46 van. Möbl. Zimmer | 1476] In schöner freier Lage gemütliches Wohn und Schlafzimmer, eventl. mit Balkonbenutzung u. Pension preiswert zu vermieten. Näheres zu erfragen in der Gefchaftsst. d. Gieß. Anz. Möbl. 3immcr zu vermieten. Seltersweg 2III. 3US6L WesbAnl. 17 a I. 01844] Schön, gr. möbl. Zimmer zu verm. Walltorftraße 46II. Eingang Braugasse 2. 01854) Schön möbl. Zimmer bill. zu verm. Hammstr. 13III. r. | Läden etc. | WrtSptt mit Wohnung zu verlasen mieten. (1436 Astcrwcg 1. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. In der letzten Sitzung der Stadtverord- neten wurde auch über die Errichtung eines Freibades für Frauen in der Lahn verhandelt. Hier ließe sich vielleicht folgender Borichlag ohne größere Kosten bewerkstelligen, indem man das städtische Schulbad am Mittwoch und Samstag den ganzen Nachmittag, an Sonntagen des morgens und den übrigen Tagen von 4 Uhr ab für Frauen offnen wurde. Die Badezeit der Schüler ist ja während des Unterrichts, so daß hier Störungen nicht vorliegen. Der schon in einer früheren Sitzung gemachte Vorschlag, bei dem Männerfretbad eine Anstalt für Frauen zu errichten, dürfte art der Platz'rage scheitern, zumal auch bat Militär dort seinen Badeplatz besitzt. Auch ein anderer Borichlag, die Anstalt abwechselnd von Frauen und 'Männern zu benützen, ban nicht gelten, da doch jeder bte lewer schon zu kurze Badezett aus- nutzen möchte. Jedenfalls dürfte sich dieser Vorschlag gut ausführen lassen und wäre allen Teilen gerecht geworden. Märkte. R. Bobenhaufen II., 8. Marz. Der hiesige Petri- markt, der gestern und heute hier abgehalten wurde und der vor Jahren sehr bedeutend war, geht von Jahr zu Jahr zurück. Am gestrigen Schweinemarkttage war der Auftrieb von Schweinen sehr gering. Auch der brütige Krämer markt ließ viel zu wünschen übrig. Bei der abends abgehaltenen Tanz- belufttgung war die Im en) der Umgegend stark vertreten._______ Airchlicye Had?rid?ten* Israelitische BeligionsgenieinOe. Gottesdienst in Ser Synagoge (Süd-Anlages Samstag den 11. Marz 1911: Vorabend: 6.00 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. SchrifterNäruug. Sabbatausgang: 7.10 Uhr. — Schon verzolltI — Verlangen Sie Muster! — D*/t 6. Henneberg, Zürich Ein Bulle, Simmentaler, v. Original-Eltern abft, 15'/» Monate alt, angeköv (als recht gut), im Sprung seh: gut, hat zu verkaufen 1561 August Theiß, Stockhaufcv, Kreis Gießen. (Bahnst.: Mücke-Laubach-Hungeti' Fleißiges, sauberes Stubenmädchen, welches in besseren Häusern gedient hat und nähen und bügeln kann v. 1. April n. 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Durchm. — 4,01 irftnu, 18 St. von 40—49 Zun. Durchm. — 15,76 Sinn.. 2 St. über 35 Ztm. Durchm. — 0,81 Fftm. Die Stämme aus der iyoritroartet Ldenhausen foroie die aus dem Distrikt Steinberg der Forstwartei Londorf werden nicht oorgezeigt. 2. nach Zusammenkunft um 3 Ubr nachmittags auf der Kreisftraße Allertshausen—Beuern am Krebskops aus Distrikt Eichwald der forstwartei Allertshausen: Eichen,'tämme lSchnttt- holA): 4 St. von 50—59 Ztm. Durchm. — 7L0 Fftm. und 12 «t. von 40—49 Ztm. Durchm. — 11^5 Fftm. Stammholzlisteu aut Wunsch kostenlos. Auf Verlangen wird das Holz vorher von den bett. Foriiwarten oorgezeigt. Gegen Sicherheit ZahluugSfrtst bts 1. November d. I. B '3 empfiehlt J. Weisel Telephon 88. Sonnenstraße wird ton bem Wahlausschuß für Korell m einem Nunb^breiben als Settqe fm ftorcü auiacsührt ES 'st bedauerlich, dost der Wahlansichutz der ortschrit.l.chen Polkspartei eine solche Entgle.sun» begeht. Wir stellen dazu fest, daß der Abgeordnete Köhler an Korell schrieb in dem Glauben, daß Korell, nm er immer sagte, wirklich besser sei, wie die andern Leute von der fortschrittlichen Bolkepartei. Köhler i$l durch Korell schwer eoMI worden. Et hat seinen Irrtum eingesehen und ihn noch wenige Wochen vor seinem Tode in einer Vertrauensmänneroersammlung in Gießen, die von 200 Vertrauensmännern besucht war, öffentlich bedauert. Welche Worte der Abg. Köhler, wenn er noch lebte, angesichts dieser neuesten Leistung des Korellsihen Wahlausschusies in seiner ehrlichen, derben Art gegen Korell und seinen Wahlausschuß angewandt hätte, wollen wir hier nickt niederschreiben. J-denfalls wären die Worte so scharf gewesen, daß Korell und seine Leute sich dieselben nicht hinter den Spiegel gesteckt hatten. Die fortschrittliche Volkspartei mutz wirklich keine Aussichten haben, wenn sie schon zu solchen Mitteln greifen mutz. Ihr Vorgehen ist um so schlimmer, als der Leitung der Wahlarbeit in der Versammlung in Langgöns dilrch Zwischenrufe und durch die Ausführungen der Redner, die gegen Korell auftraten, bekannt geworden ist, wie die Dinge in Wirklichkeit liegen. Gegen solche Art der Stimmenwerbung ,wie sie der Korellsche Wahlausschutz betreibt, gibt es am 10. März nur eine vernünftige Antwort: nW^MineraMIlen CQU’ wrriglidi bnEhrt bei y* Husten-Jnfluenza u.. »^Heiserkeit. Unter bem Protektorat Lr. floL Hoheit ve» ^rogoerzogs von Hetzen unv »et Skcui Vlandesausslelliing des V erhandes Hess. Gelliigelziichler LamStag den 11. und Sonntag den 12. März in den Räumen des Etabliffement ^iebi6»böbee. 3trfa 1000 Stück Groh-Geflügel au» der Provinz Cbcrheffen. '^riübrun, ei«« er- Samstag 50 Pfg., Sonntag 30 Pfg., Kinder die Hälfte. -M» Eröffnung Samstag mittag um 12 Nhr und Sonntag vormittag um 9 Uhr. — Große Verlosung von Rassegeslügeln am 14. März. --------- Sofc M 50 Big, in den mit Plakaten belegten Wandlungen. Der verstorbene Abgeordnete Köhler Frinz-Regent-Luitpold-Feier Zur Feier de- ueunzigsten Geburtstages Sr. K Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern erlauben sich die Unterzeichneten alle Bayern, frühere Angehörige bayerischer Regimenter und alle, welche ihrer Verehrung für den greisen Regenten Ausdruck verleihen wollen, zur Teil- nähme an einer Familienfeier am Sonntag, 12. März, abend 8 Uhr im Hotel Großherzog aufzufordern. I. A. der bayrischen Vereinigung. 1661 Wagner, Voit, Jesionek, Beil, Bichler, Förtsch. Holz-Versteigerungen der Gräflichen Oberförsterei Lanbach. I. Montag den 13. März nach Zusammenkunft 10'/, Ubr auf der Schreinersmüble bei Rreienfeen. 1. Aus Kreuzieener berg, Bucken. Rm.: 105 Scheiter 1. Kl., 5 Scheiter 2. Kl., 108 Prügel 2. Kl., 2 Prügel 2. Kl-, 50 Stöcke, 58 Reiservrügel. 32 Eichen-, Birken und Nadelvrügel, 12 Nadelstöcke, 7,5 Nadelnutzvrügel 13 Mtr. lang, Lattenbolzl, 7 Eickennutzorügel (2 Mir. lang, Garten- öfoften). 2. Eichelgarten, Ziegeuberg. Weidcuau, Scheiter, Rm.: 14 Elchen (teils Werkschett), 14 Buchen und Birken. 56 Eichen-, Birken-, Nadel- und Erlen-Prügel, 64 Nadelstöcke, 34 Buchenreiser- prügel, 24 Buchen-Stamm- und Zovfreifer, 6 Eichennutzvrüael (2 Nitr. lang), 14 Nadelnutzvrügel (3 Mtr. lang). 3. Hoberaiu, 10 Rm. Erlenvrügel, 35 Buchenstammreiservrügel. 4. löetteroucr strauch, Struth, 16 Rm. Buchen-, Elsbeer und Nadelvrügel, 6 Buchenftöcke, 15 Buchenreiferprügel, 15 Nadelnutzvrügel r3 Mtr. lang». 6 Fichienderbftangen 1. Kl. = 0,78 Fftm. 5. gmfenban, 25 Rm. Bucken-, Eicken- und Ulmenvrügel, 31 Buchenzopfreifer. 6. Vetcrswalb, 7 Rm. Eickenvrügel (1^ Mtr. lang', 33 Buchenftöcke 1. und 2. Kl., 16 Buchenreifervrügel, 7 Eichen- und Nadelstöcke, 81 Fichtenderbstangen 2. und 3. Kl. iLeiterbäume und Gerüststangen). 7. Wintersberg, Buchen, Rm.: 20 Scheiter 2. Kl., l^ Prügel 2. Kl., 108 Stöcke 1. und 2. Kl., 94 Reiservrügel. 8. Sckornberg. 2L Rm. Ahorn- und Kirfckbaumvrügel, 155 Buchenstammretfervrügel. 9. Tickebusch, Musbau, Bucken, Rm.: 0L Scheiter 2. Kl., 2 Stöcke, 9 Reiservrügel, 5 Eschen- und Kirfckbaumvrügel. Leseholz und Kohlreifer Nachenweise, auch eine Partte Dünger- und Fischmehlfäcke. II. Dienstag den 14. März nach Zusammenkunft 10 llbt auf bem Fägerbause. 1. Aus Schissenbcrg, Seifenberg, Buchen, Rm.: 115 Scheiter 2. Kl., 90 Prügel 2. Kl., 11 Stöcke, 2 Ulmen- und Aspenvrügel, 0,5 Eichennutzprügel (2 Mtr. lang', 2 Eickenstämme (7 und 184 Mtr. lang', 30 und 33 Ztm. Durchm. — 2,06 Fstm., 1 Eldbeerftamm (1L4 Mir. lang), 31 Ztm. Durchm. — 0,86 frftm. 2. Sckmittbaiu, Buchbolz unb Strickberg, Buchen, 9t nu 15 Prügel labstdg.), 58 Stöcke, 2 Eichensckeiter (1 Meter lang), 17 Eichen-, Elchen, Aspen-, Kirfchbaum-und Nadelvrügel, 29 Fichtenstöcke, 22 Fichten-Zovfreiser iBohnenftangen), 1L Etchennuyorügel <2 Mtr. lang', 1 Lärckennutzvrügel (2 Mtr. lang', 2 Eichenitänime (5 und 11 Mtr. lang'. 20 u. 45 Ztm. Durchm. —1,15 Fftm. lWagner- und Glaferholz). 8. Jubeuraiu, Kirchberg, Rutharböbaufen, 39 Rm. Buchenvrügel labitbfl.), 47 Elchen-, Ahorn-, Eichen- und Nadelvrügel. 35 Fichten-Zopjreifer lBohnenftangen). 0,2 Eichen- nutzvrügei (2 Mtr. lang), 1 Eickenstammabfchnitt lL2 Mtr. lang) 36 Ztm. Durchm. =- 0,22 Fstm., 2 Eschenstämme l4 u. 8 Mtr. lang) 24 und 31 Ztm. Durchm. — 0M Fstm., 1 Ulmenstamm >5,6 Mtr. lang) 35 Ztm. Durchm. — Ö„54 Fstm. 4. Tbomasbicgcl, Buchen, 9tnu 52 Prügel labstdg.), 44 Stöcke, 1 Eickenstock, 4 Eichen- und Nadel- orügel, 3 Nadelnutzvrügel (3 Mtr. lang), 7 Eichenstammabfchnttte 12,2—9,4 Mtr. lang' 24—40 Ztm. Durchm. — 2,13 Fstm. 5. Roth, 10 Rm. Buchen-Sckeiter und -Prügel sabstdg.), 5 Elchen- u. Nadelvrügel. 0. Wallenberg, Foritwiese, Wcingärtnerkovf, Buchen, Rm.: 21 Scheiter 2. Kl., 34 Prügel 2. Kl., 124 Stöcke, 2 Elsbeer» stämme (4 und 5 Mtr. lang) 20 und 21 Ztm. Durchm. — 0L0 Fstm. 7. Dörnberg, 3 Rm. Eichenscheit, 10 Buchen- und Eickenvrügel, 2 Buckenstücke, 2 Fickten-Zovfreiser. 8. Hölzchen, 12 Eichen- und Alvenvrügel, 7 Eicken- und Eichennutzvrügel 12 Mtr. lang). 9.Bctten, (Kroßer Seekovl, 15 Rm. Buchenvrügel 2. Kl., 0,9 Matz- haldervrügel, 12 Buchenstücke. 10. Hetnzeberg, 16 Rm. Erlen- und Nadelvrügel und 18 Buchenreiservrügcl. 11. Silbach nnd Bol- vertskovf, Bucken, Rau: 10 Scheiter 2. Kl-, 88 Stücke, 160 Reifer, orügel und 83 Buchen- und Eickenvrügel. Leseholz und Sohlreife- flüchenweife, außerdem eine Partie Dünger- und Fischmehlsäck/ Blau umerstrichene Hummern werden nicht versteigen. Schellfische ans Eis in feinster lebend« frischer Ware soeben eingetroffen und billigst bei August Wallenfels, Marktplatz 17 Telephon 262 Prompter Versand auch nach auswärts. 1'0 Mitglied des Rabattsparvereins. i Saatkartoffeln Alle Sorten Frühkartoffeln sowie einen Posten aattA prima Hasnain bonom; Bayrische Ware sehr geeignet für hiesigen Boden, sowie noch andere Sorten 8ar±?er Karl Zimmermann Neuen i Bfiue 15. Uebreta von Erd- and FeuerbeslatluDgen Prospekte erhältlich durch lii di« Wähler des Wahlkreises GieOen-Griinberg-Nidda! Mitbürger! (Es ist So gekommen, wie man es voraussehen konnte! Die Antisemiten, die beteuerten, unsachliche und persönliche Angriffe im Wahlkampfe vermeiden zu wollen, haben in letzter Stunde die schmählichsten Flugblätter verbreitet, die von verleumderischen Angaben über unsere Partei und unseren Kandidaten, Herrn Pfarrer Korell, geradezu strotzen. Die Zeit ist nicht mehr vorhanden, diese Unwahrheiten auf Grund aktenmäßiger Beweise widerlegen zu können. Unsere Gegner haben es vermieden, ihre Angaben rechtzeitig im Laufe des Wahlkampfes zu machen, weil sie uns die Möglichkeit einer eingehenden Antwort rauben wollten. Wir vertrauen aber auf den gefunden Sinn nnd das Anstandrgefühl -er Wähler, -atz sie die gegen einen Sohn unserer Provinz gerichteten, von Hamburger Agitatoren verfaßten Schmähblätter verächtlich zur Seite werfen. Unserer Partei werden in den Flugblättern Abstimmungen vorgchaltcn, die vis in die 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen. Zum Teil sind die Angaben über diese Abstimmungen unrichtig. Zum Teil entsprechen sie auch heute noch unseren Anschauungen, zum Teil aber beruhen sie aus Anschauungen, die wir heute unter veränderten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen nicht mehr teilen. Es kommt aber für die jetzige Wahl überhaupt nicht in Betracht, wie die Freisinnigen zu den politischen Fragen einer früheren Zeit gestanden haben, sondern darauf kommt cs au, wie sie zu den politischen Fragen der Jetztzeit stehen. Die letzte Milrtär- vorlage ist von den Freisinnigen, weil sic bedeutende technische Verbesserungen in unserem Hcereswesen brachte, angenommen worden. An den sozialpoMischeu Gesetze« arbeiten unsere Freunde im Reichstage im Geiste unseres früheren Abgeordneten Dr. Entfleisch und im Sinne des bedeutenden modernen Sozialpolitikers Zriedr. Naumann mit. In der Behandlung laudwirtsrhafckicher Frage« geht unser Kandidat, Pfarrer Norell, neben anderen Politikern bahnbrechend innerhalb der Freisinnigen Partei voran. Warum sprechen aber die Anlisemiten soviel von vergangenen Dingen? Weil sie die Aufmerksamkeit von den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit und der Jetztzeit ableuken wollen. Sie wollen vergessen machen, daß sie die Erbaufallsteuer, die die Bauern und kleinen Leute frcigelassen hätte, zu Fall gebracht haben und daß sie dafür eine Steuer auf Grundstückverkäufe mit eiugeführt haben, die die Bauern schwer belastet. Sie wollen vergessen machen, daß sie der Streichholzstener, der Tabaksteuer in schädlicher Form zugestimmt haben. Daß sie die Beibehaltung der Branutweiuliebesgabe für die Junker, die Aufrechterhaltung der Zrickersteuer und der Fatzr- kartensteuer durchgesctzt haben. Sie wolle» vergessen machen, daß fie bei der Reichsfinanzresorm die Interessen des Boltes an den Block der Junker und der Priester verraten haben. Wähler laßt euch keinen schwarz-blauen Dunst vormachen! Die Antisemiten greifen unseren Kandidaten, Herrn Pfarrer Korell, in persönlicher und häßlicher Weise an, well sie an seiner Politik nichts Sachliches aussetzen können. Sie machen ihn für Dinge verantwortlich, die er nicht geschrieben hat, und die in einem Kalender stehen, der halb hessisch und halb bayrisch ist. Pfarrer Korell ist nur für den hessischen Teil (Seite 30 bis 48) verantwortlich, der in Darmstadt unter seiner Redaktion zusammengestellt wurde, und in dem die von den Antisemiten angezogencn Sätze nicht stehen. Wähler, laßt euch durch solche Dinge nicht irre machen! Es handelt sich darum, ein Urteil zu fällen über die Stenerftinden der Antisemiten. Es handelt sich darum, ein Urteil zu fällen über die Kampsesweise der Frennde Dr. Werners, die unseren Kandidaten in der ungeheuerlichsten Weise beschimpft haben. Sorgt für gerechtere Stenern, indem ihr Dr. Werner nicht wählt! Sorgt für anständige politische Kampfcsmittel, indem ihr keinen antisemitischen Zettel abgebt! Wühlt Pfarrer Adolf Korell aus Königstädten und tretet damit ein für Vaterland, Freiheit nnd Volkswohlfahrt! Das Wahlkomilec der Fortschrittlichen Volkspartei.