« Hii 16V Zahrgang Zweites Blatt Ur. 2^5 ErfcheiM täglich mÜ Ausnahme des Sonntag». Tie „Siebener ZamittenblStter" werden dem »Anzeiger* otermal wöchentlich beig'legt, da» „Krclsblatl für den Kreil «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen 5ttt» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheften Mittwoch, 18. Gttober 19U Rotationsdruck and Verlag der Vrüblichen Unwersität» • Bilch- und Eteindrurkerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Tnitfcrti: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: 112. TeU-Adra AnzeigerGießen, 18# von Anfang bis Ende. >enhagen herausgegeben ' Erfolg. osw kl U S ioa- •Kakao u, Feinschmecker. ■ttlilll Mk. fei 40 Pfg. 10 Mk, orgis isse. abe ich mich ent obetafcl gratis le den verehrt. In- meines Angebotes. einer werten Kundsch:''. im von Gießen unb Um« lung zu machen, daß 1'4 nung nebst Geschäft >ern .uienbem tt«f lim* ne mit chachtung lirektion: ^^191' 3. -Lininnhni. * 11 J " »ibonneln-; ®e”86 jiÄcrhffl^ Die G utsvorstehersrelle selbständig m Angeklagten zu verjxiiweÜL, fctzung ter in; vornehmen m Dom früheren Schah von Persien. Tie Londoner „Morningpost" meldet aus Teheran: Dec frühere Schah hat sich über die Grenze nach Ascha- bad in Russisch-Turkestan begeben. Unter dem Gepäck, das in Firuskul) in die Hände der Regierungstruppen gefallen ist, befand sich ein v 0 l l st ä n d t g e $ Tagebuch über den von ihm unternommenen Versuch, wieder zur Herrschast zu gelangen. In dem Tagebuch finden sich Angaben, ivoi)er er seine Unterstützungen sinanziellcr und anderer Art bezogen hat. Dadurch sind verschiedene hochgestellte Persönlichkeiten b l 0 ß g e st e l l t, deren Anhänglichkeit an das jetzige Regime bisher nicht in Zweifel gezogen worden war. Der Mord auf dem Griezhcimer Exerzierplatz vor Gericht. x Frankfurt a. M., 17. Okt. Vor dem hiesigen Schwurgericht begann heute die Verlwndlnng gegen das Mörderpaar Max Löffler und Johann Pöll^ mann, die vor etwa zehn Monaten auf dem Griesheimer Exer- zicrplah ton 51 Jahre alten Agenten Wilhelm Bienen hiitlernicks überfielen und ermordeten. Pöllmann ist 23, Löffler 20 Jahre alt; beide sind uneheliche MinDcr. Sie lernten sich auf dem Bahnhof in höchst kennen, als Pöllrnaim, der eben. 19 Mark Wochetwcrdienst erhalten hatte, nach Frankfurt fahren wollte. Unterwegs sprach sich Pöllmann dahin aus, daß er leine Lust mehr habe zu arbeiten und daß er einen großen Schlag führen wolle. Löffler war damit einverstanden und bcibc suchten nach einem Eiscngcschäst, in dem sie für 65 Pfennig einen schweren Hammer lausten. Sie waren übereingclommen, die Tat in einem der Außenbezirke der Stadt auszusühren, wo sie sich sicherer fühlten. Als Schauplatz wählten sie die Mainzer Landstraße. An dieser wohnte der Nahmafchinenreisende Vielter, der jeden Morgen zeitig seine Wohnung verließ. Tas tat er auch an einem trüben Tczembcrmorgen des vorigen Jahres. Er wollte zum Frankfurter vauptbahnhof, um eine kleine Reise anzutreten. An einer dunklen Stelle der Mainzer Landstraße ermatteten die beiden Verbrech.r ihr Lpser. Pöllmann folgte dem nichtsahnenden Biener, überholte ihn, und musterte, ob er Wertsachen bei sich tragen könne. Ta die Prüfung bciriedigend ausfiel, ging er wieder zu Löffler zurück^und beide näherten sich nun dem Manne, den -sie mit einem Schlag auf den Kopf niederstreclten. Wer der eigentliche Täter gewesen ist, konnte bisher noch nicht sestgcstellt werden, da sich die beiden Angeklagten gegen* fettig beschuldigen. Sie schleppten den Bewußtlosen in den Straßengraben und töteten ihn hier durch weitere Hammerschläge vollends. Tann plünderten sie den Toten aus, und begaben sich nach dem Frankfurter Hauptbahnhof, wo sie sich vom Blute reinigten. Tie Forschungen der Polizei waren eine Zeitlang erfolglos. Man verfolgte falsche Spuren. Rach etwa 10 Tagen meldete sich aber bei der Polizei ein gewisser May und bekundete, daß ein Bekannter von ihm namens Pöllmann Andeutungen gemacht habe, als ob er von Dem Morde wisse. Taraus wurde aus Pöllmann gesahndet, der schließlich auch bet einer reisenden Theatergescllschaft ergriffe« wurde. In der Untersuchung leugnete er hartnäckig und wollte auch von einem Mittäter nichts wissen. Pöllmann hatte aber dem Map gegenüber davon gesprochen, daß er sich zur Zeit dcS Mordes in Gesellschast eines Mannes befunden habe. Der der Berliner Max genannt wurde. Max Lösfler stammt auch tatsächlich aus Berlin. Als die Berliner Kriminalpolizei seinen Aufenthalt ermittelt hatte, wurde ein Frankfurter Kriminalkommissar nach dem Moabiter Untersuchungsgefängnis gesandt, der Löffler die Tat auf den Kopf zusagte, worauf dieser auch ein offenes Geständnis ablegte, in dem er allerdings die Hauptschuld nur Pöllmann zu wälzen suchte. Bei der Jugend des Löffler sah sich die Untersuchungsbehördc veranlaßt, ein Sachverständigengutachten darüber einzuholen, ob er bei Begehung der Tat die nötige Einsicht hatte. Dieses Gutachten ist bejahend ausgefallen. Der ermoroete Biener erfreute sich in seinen Bekanntenkreisen allgemeiner Achtung. Er war bei dem Heb erfüll durch die Mordbuben so zugerichtet worden, daß dem Wunsche der Angehörigen, Den Toten noch einmal im Sarge zu sehen, wegen des schrecklichen Anblicks nicht stattgegeben werden konnte. Das Urteil. Tie Geschworenen sprachen den Pöllmann des Mordes, den Lössler, der noch unbestrast ist, nur des Totschlags in Verbindung mit Raub schuldig und das Urteil des Gerichts lautete bei Pöllmann auf Todesstrafe und bei Löffler auf 15 Jahre Zuchthaus. Ausland. Tas österreichische Abgeordnetenhaus verwies die Vorlagen über die Teuerungszulagen für Beamte an einen Ausschuß und trat in die Aussprache über die Reform der Geschäftsordnung ein und beschloß nach Abschluß der Aussprache über die Vorlage, betreffend die italienische Rechts- salultät zu verhandeln entgegen dem Vorschläge des Präsidenten, nach der Geschastsordntuigsreform über das Budget zu beraten. Ter französische M a r i ne m i n i st c r Tel c ässe unterbreitete dem Staatsrat eine Verfügung, nach der künftig auf allenKriegs schiffen vonmehrals 9000 Tonnen Gehalt Der P 0 st c n eines zweiten Fregattenkapitäns geschaffen wird. Der Zweck dieser Verordnung ist, zu verhüten, daß es aus den Schissen im Falle der Abwesenheil des Kommandanten an der höheren Aufsicht gebricht, wie es im Falle der „Liberte" vorram. Aus Toulon wird berichtet: Sieben Matrosen, die an Bord des „Volraire" gemeutert hatten, wurden zu sechs bis 26 Monaten Gesäng nis verurteilt. Wie aus Chicago gemeldet wird, sprach sich der Konvent der fortschrittlichen republikanischen Partei für die Kandidatur des Senators La Follette als Präsidenten Der Republik aus. Heer und Flotte. Ein Telegramm des Kaisers. Außer der Mit teilung an den König von Sachsen, daß das Linienschiff „Ersatz Aegir" den Namen „König Albert" tragen soll, richtete der Kaiser ein Telegramm an den Prinzregenten von Bayern, in dem er seine Absicht kund gibt, den Namen „Prinzregent Luitpold" dem Linienschiss „E r s a tz £ b i n" zu geben, das im Lause des Winters aus der Germaniawcrst in Kiel vom Stapel läuft. Gaftwirte-vrrsaminlung. th. Gießen, 18. Okt. Tcr Verein der G a st w i r t e von Gießen und Umgegend hatte gestern nachmittag eine Gastwirteversammlung im Hotel Einhorn einberufen, die sehr gut besucht war. Ter Vereinsvorsiycnde Jaskowsk» sprach über den Zweck der Versammlung. Seit dem Juli lö.si sei ein Eichgesetz für d i c Schankgefäße bei uns in Deutschland in Geltung, das trotz seiner Mängel sich eingelebt habe. Es sei zwar ungerecht, daß der Gastwirt für die richtige Eichung der Gläser usw. haste, aber verschiedene Versuche, den Glassabriken diese Haftung zu- zuschicben, waren bisher vergeblich. Nach dem Gesetz von 1881 mußte der Eichstrich am Glase etwa 1 Zentimeter unter dem Rand angebracht sein. Mit dem letzten Biersteuergesetz hat der Reichstag ein neutä Eichgesetz angenommen, wonach vom 1. Oktober 1913 an in den Wirtschaften bei Trinkgesäßen von 5/io Liter abwärts der Eichstrich zwischen 2 und 4 Zentimeter unter dem Rande sich besinden muß. Von diesem Tage ab Dürfen Gläser mit der alten Eichung nicht mehr an die Gäste verabfolgt werden. Tie Norm, nach der innerhalb des Rahmens der neuen Gesetzes bestimmung in jedem der deutschen Einzelstaaten Die Eichung von 1913 an üorgenomincn werden soll, ist der Landesregierung überlassen. Tas hessische Ministerium hat aus Anfrage erflärt, daß durch Verordnung bestimmt werden wird, der Eichstrich solle 2 Zentimeter unter dem Rand sein. Würden nun im Jahre 1913 mit einem Schlage die Gläser mit dem alten Eichstrich von den Gastwirten außer Betrieb gesetzt werden, so wäre dies ein Kapitalverlust von rund 6 Millionen Mark in Teutschland. Ter Kapital Verlust würde sich aber noch um rund 10 Millionen erhöhen, wenn die Glassabriken nicht sich entschlossen hätten, jetzig schon die Fabrikation nach Dem neuen Eichgesetz einzurichsten. Sobald also Die nicht mehr erheblichen Lagerbestände in Trinkgefäßen, die mit dem alten Eichstrich versehen sind, ausverlaust sind, wird der Wirtestand nur noch solche erhallen können, die den Eichstrich 2 Zentimeter unter Dem Rand ausweisen, unD Dieser Zeitpunlt wirD jedensalls sehr bald, und sicher in einem Jahr eintreten. Tie nach Den neuen Eichvorschriften hergestellten Trinkgefäße haben aber einen größeren Rauminhalt als die «ach den bisherigen Vorschriften geeichten Gläser, wodurch Den Wirten ein Schaden von 2—3 Mart am Hektoliter entsteht. Ter Redner beweist an Gläsern, die nach Dem neuen Gesetz geeicht sind, daß z. B. der Inhalt eines ^,10-Liter-Glases nach der alten, noch jetzt gültigen Eiche ein Glas mit 1/i Liter Inhalt nach der neuen Eiche füllt und umgekehrt. Es sei ein Unrecht, wenn man verlangen wolle, daß Der Wirtestand, dem durch Die Antialkoholbewegung, Durch Die Teuerung Der Lebensrnittel und Durch Auf- bürdung von allerhanD Lasten und Abgaben das Leben sauer gemacht wird, durch die neue Bestimmung des Eichgesetzes ein weiterer Schaden zugesügt wird. Man habe die Versammlung cinbcrujen, um zu erwägen, wie man Den DrohenDen Verlust abroenDen könne. Man wolle den Konsumenten nicht das Bier verteuern sondern die Sache so einrichten, daß Der Gast für Das gleiche Geld später nicht mehr Bier bekommt wie heute. Ter Verbandsvorsitzende H a u ft - TarmstaDt wies Darauf hin, daß jeDer Wirt Die Eiche an Den Gläsern selbst vornehmen ober durch jemand machen lassen kann. Denn Dafür trage er ja Die Verantwortung für Deren Richtigkeit. Tie Wirte sollten jebcu= falls Die Richtigkeit Des Eichstriches nachprüfen, was sehr leicht sei. Weiter sei Darauf zu achten. Daß jeDes Stammglas eine Eiche hat. Mit Dem Inkrafttreten des nc.ien Eichgesetzes sollte man die nach Dem alten Gesetz geeichten Gläser vernichten, um zu verhindern, daß sie nicht wieder eingeschmuggelt werden. Es sei Der Vorschlag gemacht worden, beim Reichstag und Bundesrat zu versuchen, das neue Eichgesetz wieder zur Aushebung zu bringen. Ein solcher Versuch wäre ein Schlag ins Wasser. Tie neue Eich- crDnung verdanke ihr Dasein einigen Tausend Schreiern in Bayern (', Die nicht genug Bier für ihr weniges Geld erhalten können und Denen zu Liebe man Den großen Rand über Dem Eichstrich gesetzlich eingesührt sehen will. Ein Preisaufschlag durch Die Wirte, Die nach Der letzten Steuererhöyung Dein Brauer 3 Mark sür das Hektoliter mehr bezahlen, habe eigentlich nicht stattgefunDen. 3/io Liter kosten heute noch bei uns 10 Psennig, genau so wie vor der Steuererhöhung. Man hat allerdings Dementsprechend Den Schoppenpreis aus 15 Psennig reguliert und der Schleuderet ein Ende gemacht. Die 4/io Liter Bier früher für 12 Pfennig abgab. Es fei geboten. Daß man in Dieser Frage Zusammenhalte, um einen gerechten Ausgleich zu schaffen. Hieran schließt sich eine überaus lebhafte Aussprache, bei Der zum Ausdruck kommt. Daß man in der Frage Bestimmungen, die sür alle Wirte bindend find, nicht treuen iann, weil verschiedene Verhältnisse bestehen. Man war aber in der Mehrheit Dem Vorschlag zugeneigt, vorerst in Den alten Gläsern weiter zu zapsen, diese aber sür Das lommcnDe neue Eichgesetz in Der Weile eichen zu lassen, daß Der alte, 1 Zentimeter unter Dem Rande befindliche Füllstrich durchstrichcn werden soll, dagegen Die Gläser mit 5/10 auf 0,45, Die mit - 10 auf 0,25 und Die mit \'t Liter auf 0,2 umgeeicht roerDcn sollen. Tie Gäste werden dann sehen, daß sie dasselbe Quantum Bier wie seither erhalten und gewöhnen sich daran. Den Füllstrich nach Den neuen Bestimmungen 2 Zentimeter vom Rande zu finden. Es wurde auch Der Vorschlag gemacht, daß man Die Glassabriken angehen sollte, Gläser her- zustellen, welche Die seitherige Eiche und die neue Eiche enthalten, damit würde ja das Mißtrauen der Gäste beseitigt. Man war sich aber Darüber nicht klar, ob Dies gesetzlich zulässig sei unD erklärte, daß Die Glassabriken schwerlich daraus eingehen würden. Deutsches Aeich. Der Kaiser begab sich am Dienstag abend nach Aachen, Bonn und Liefer. Bei der L an d t a g s e r s a tz w a h! in Hanau, Die am Dienstag stattfand, wurde der n a t i 0 n a 11 ijj e r al e Kandidat Baurat Wohlfarth- Hanau mit 154 Stimmen gewählt. Der konservative Kandidat erhielt 72 und der sozialdemokratische 75 Stimmen. Bei der L andtags er s atzwah l in Fritzlar- Mel z u n g e n wurde der freitonservative Gutsbesitzer Noll aus Gudensberg mit 114 Stimmen gewählt. Ter deutsch-soziale Kandidat, Gutsbesitzer Bluin, erhielt 73 Stimmen: der Kandidat der Nationalliberalen, Kaufmann Barthel aus Melzungen, war nicht in die Stichwahl gekominen. Er hatte nur 55 Stimmen erhalten. Statiftit der deutschen Seeschiffe Angaben über den Bestand der deutschen Seeschiffe (Kauffahrteischiffe) am 1. Januar 1911 werden in Teil I des Bandes 244 der „Statistik des Deutschen Reichs" veröffentlicht. Danach waren an registrierten Fahrzeugen mit einem Bruttoraumgehalte von mehr als 50 Kubikmetern vorhanden 4675 Sckiiffe mit einem Gesamtraumgehalt von 4 513191 Registerlons brutto und 2 903 570 Registertons netto gegen 4658 Schiffe mit 4 430 227 Registertons Brutto- und 2 859 30 < Registertons Nettoraumgehalt am 1. Januar 1910. Gegen das Vorjahr hat die Zahl der Sck)iffe um 17 zu ge nommen, der Bruttoraumgehalt um 82 934 Registertons, der Nettoraumgehalt um 44 263 Registertons. Der Gattung nach waren am 1. Januar 1911 2371 Segelschiffe mit 452 996 Registertons brutto und 403 241 RegistertonS netto, 331 Seeleichter (Schleppschiffe) mit 110 436 Registertons brutto und 103 596 Registertons netto, sowie 1973 Dampfer mit 3949759 RegistertonS brutto und 2 396 733 Registertons netto vorhanden, während am 1. Januar 1910 die Zahl der Segelschiffe 2377 mit einem Raumgehalt von 453 411 RegistertonS brutto und 404 576 Registertons netto, die der ^eeleichter (Schleppschiffe) 331 mit einem Raumgehalt von 111540 Registertons brutto und 105174 Registertons netto und die der Dampfer 1950 mit einem Raumgehalt von 3 865 276 RegistertonS brutto und 2 349 557 RegistertonS netto betragen hatte. Die Verteilung auf die einzelnen Größenklassen war bei den drei Schiffsgattungen sehr verschieden. Unter den Segelschiffen waren der Zahl nach die kleineren Fahrzeuge am stärksten vertreten, und zwar die Schiffe von 30 bis unter 50 RegistertonS Bruttoraumgehalt mit 33,3 v. H., die von 50 bis unter 100 Registertons mit 26,7 0. H. und die unter 30 Registertons mit 24,2 v. H. aller Segelschiffe. Tie größte Zahl der Seeleichter (Schleppschiffe) entfiel auf die Größcn- Itasse von 200 bis unter 300 RegistertonS Bruttoraumgehalt mit 27,5 v. H. aller Seeleichter, demnächst auf die ''rößenNassen von 300 bis unter 400 RegistertonS mit 19,3 v. H. und von 100 bis unter 200 RegistertonS mit 16,6 v. H. Bei den Tampfschissen fand eine gleichmäßigere Verteilung auf die einzelnen Größenklassen statt. An erster Stelle standen hier die Schiffe zwischen 100 und 200 Re- gislertons Bruttoraumgehalt mit 12,8 v. H. aller Tantpf- schiffe, dann folgen dte Schiffe von 200 bis unter 300, von 50 bis unter 100, von 800 bis unter 1000, von 2000 bis unter 2500 und von 600 bis unter 800 Registertons (8,8 v. H., 7,5 v. H., 5,7 v. H., 5,0 V. H. und 4,9 v. H.). Die Versammlung faßte am Schluffe der Debatte folgende Entschließ u n g: „Tie von 134 Vertretern des Gamvirlsgewerbes bcfuckue Versammlung ist einstimmig der Ansicht, daß die Einführung der neuen Gläserciche für V, Liter abwärts eine große Schädigung des Wirtsgewerbes bedeutet, sie erklärt ausdrücklich, daß bei Der Abwehr dieser Schädigung keine Steigerung Der Bier preise sür Die Konsumenten beabsichtigt wird, sondern cs sollen bei demselben Rauminhalt der seitherigen Gläser zu dem seit- hcrigen Preise neue Gläser mit entsprechender Eiche verwendet werden. Der Rhein Main-Gastwirteverband wird ausgcfordcrt, zu gegebener Zeit bei der Großh Regierung vorstellig zu werden, 'um eine Verlängerung des Einsührungstermins Der neuen Eiche herbeijuiühreu. Ferner soll der Bund Tentschcr Gastwirte durch den Rhein-Main-Gastmirteverband ersucht werden, bei den Glassabrilen vorstellig zu werden, die Gläser sür das Gast- Wirtsgewerbe bis zum Einführungstermin der neuen Eiche mit Der alten und mit der neuen Eiche zu versehen." (Eine Kunögebung de; Slotte..Dereins. Am 16. Oktober veranstalt.te oer Hauptausschus; für Berlin und Die Mark Brandenburg dcS Teutschen Flotten- Vereins für die Ortsgruppen von Berlin unb Umgegend eine große Versammlung in der Brauerei Friedrichshain, die von 4000 Personen besucht war. Ten Vorträgen der Herren Admiral ä la suite des Seeossizierlorns der Marine Büch- sei und des Wirkt. Geheimen Rats Prof. Adolf Wagner wurde lebhafter Beifalt gezollt. Unter der jubelnden Zustimmung der Verfammlnug wurde ein Tele- gramm an den Reichskanzler abgefandt, in dein die dringende Bitte ausgesprochen wurde, den Ausbau der Wehrmacht des Reiches zu Wasser zu beschleunigen und eine etttsprechende Vorlage noch für daS Etatsjahr 1912 den gesetzgebenden Faktoren zuzustellen. Der italienisch-türkische Krieg. Der „Messagero" meldet auS Malta: Das Schiff „Eitta di Milano" sei nach Berichten damit beschäftigt, ein neues Kabel zwischen Sizilien und Tripolis zu legen. Man hoffe, daß das Kabel in 8 bis 10 Tagen in Betrieb genommen werden könne, wenn das Meer sich genügend beruhigt habe. Eine türkische Schifssbeivegung. London, 17. Lkt. Nach Blättermeldungen aus Gallipoli ist gestern früh eine türkische SchisfSdivi - s i 0 n vom Goldenen Horn mit unbekanntem Ziel abgegangen. _________________________ Der neue veckcrprozetz. 4. Stettin, 17. Okt. II. Am heutigen zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen teil Rittergutsbesitzer Becker ist Der Andrang Des Publikums ganz bedeutend. Nach Erpssnung Der Sitzung wird zunächst die Eingabe des Angeklagten an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe verlesen, in Der er sich über die falsche Erhebung von Beiträgen für Die Baugewerl^ Berufsgenosscnschast beschwert. In ter Beschwerde behauptet Der Angeklagte, der Landrat habe seine Macht als politischer Beamter Dazu mißbraucht, um einen mißliebigen Führer einer gegnerischen politischen Richtung wirtschaftlich zu schädigen; Das sei cm echtes Bild ostelbischer Vcr- waltungswirtichaft. Von'.: Es ist richtig. Daß Die Beitrage an Die Berufsgenossenschaft zu Unrecht von Ihnen eingezogen worden. Sie sagen nun immer, Der LanDrat wäre dafür verantwortlich, aber Sie haben nicht zum Ausdruck gebracht, inroi> fern Der Landrat Der Berufsgeiwlsenschaft Anzeige von angeblichen Bauarbeiten Jhrerseiis gemacht haben soll. Wollen Sie Denn Ihre Behauptung aufrecht erhalten? Ter Angeklagte gibt zu, daß er Das heute nicht mehr könne, er habe ficy damals in einem Rechtsirrtum befunden Damals mußte er des Glaubens sein. Daß die umichtigen Behauptungen über die Bauarbeiten von dem Landrat herrnhrten. Tie Vernehmung des Jlngeliagten ist damit beendet und es wird in Die Beweisaufnahme eingetreten. Tabei wirD Freiherr v. Malt zahn über sein Verhältnis zu Dem Angeklagten vernommen. Der Zeuge bekundet: Als er Becker kennen lernte, tarn ihm dreier persönlich sympatisch vor. Es entstanden Dann die Zwistigkeiten wegen der B-esevung Des Gutsoorsteher- vostens. Tann trat wieder eine Zeitlang Ruhe ein, Becker kümmerte sich nicht um Die Behördm, und Die Behörden kümmerten »ich nicht um ihn. Aus der Tatsache, Daß Becker in einer beruflichen Sache an ihn schrieb, hat der Zeuge entnommen, daß Becker eine Versöhnung anstrebte und hat Daher den Angellagten auf Dem Remontemarki ersucht, ihn zu besuchen. Tas geschah aber nicht, so caß der Landrat bezw. Der Kreisausschuß die Be- Die Besetzung der Stelle mit dem Verwalter Ebert ist danw bekanntlich vom Angeklagten als rechtswidrig betrachtet worden und hat zu weiteren Eingaben geführt. Es gelangt hierauf ein geheimer Bericht des Landrats an den Regierungspräsidenten zur Verlesung. Der Landrat schreibt darin, daß Becker anscheinend eine Annäherung versuche. Er habe auch verschiedentliche Annäherungen an seine Berufskollegen gesucht. Er, der Landrat, glaube daher, daß Becker von seiner extremen freisinnigen Gesinnung abgchen und versuchen wolle, sich bei seinen Berufskollegen, die ihn bisher gemieden hätten, zu rehabilitieren. Der Verteidiger beantragt, Akten des Königlichen Staatsministeriums herbeizuschaffen, aus denen hcr- vorgehen werde, daß das Königliche Staatsministerium im Jahre 1908 den Regierungspräsidenten und den Landrat angewiesen hätte, mit Rücksicht auf die damalige Politische Lage, also di? Blockpolitik, künftig jede Schikane gegen den Angeklagten besonders in der Gutsvorfteherfragc zu unterlassen, und daß daraufhin die sogenannte Friedensbotschaft erfolgte. Der Antrag wird aber vom Gerichtshof abgelehnt. Der Zeuge von Maltzahn erklärt noch, offen sagen zu nrüssen, daß Becker von seinen Berufskollegen schleckt behandelt wurde, die abfällige Bemerkungen über sein Glaubensbekenntnis wachten. In öffentlichen Lokalen fielen Aeußerungen wie: Juden raus, Juden wollen wir hier nicht haben. Er, Zeuge, halte eine derartige Betätigung der politischen Gesinnung für durchaus verwerflich. Der Angeklagte erklärt hierzu, daß er solche Aeußerungen nicht gehört habe, sonst hätte er sich dagegen zu schützen gewußt. Nach weiteren unwesentlichen Verhandlungen wird der Prozeß auf Donnerstag vertagt. Gerichtssaal. Beanstandeter Wahrfpruch von Geschworene 11. Neisse, 17. Cft. Das hiesige Schwurgericht sprach den Rentier Kronauer-Neisse und den Landwirt Wilde-Wiesau wegen wissentlichen Meineides in einem uKiterbandelsprozeß schuldig. Der Staatsauwalt beantragte 2 bezw. 3 Jahre Z u eh t Haus. Die Verteidiger bezeichneten den Spruch der Geschworenen als einen bedauerlichen und unfaßbaren Fehlspruch. Ter Gerichtshof war einstimmig der Ansicht, daß sich die Geschworenen zum Nachteil der Angeklagten geirrt hätten. Der Spruch wurde kassiert und die Sacke zur nochmaligen Verhandlung vor das nächste Schwurgericht ver iviesen. * Anonyme Briefe. O Braunschweig, 17. Oft. Anonyme Briese, die indirekt den Tod eines jungen Mädchens durch Selbstmord zur Folge hatten, und der Dorfklatsch eines kleinen Nestes, bildeten den Hintergrund einer gerichtlichen Verhandlung, die sich vor dem Schöffengericht Schöppenstedt abspielte. Seit einer Reihe von Jahren wurde eine ganze Anzahl Familien von Groß-Winigstedt durch anonyme Briefe belästigt, in denen auf das Privatleben der EmMnger eingegangen und schwere, mitunter auch höchst alberne Beleidigungen ausgesprochen wurden. Unter der Anklage, diese Briefe geschrieben zu haben, hatte sich nun die Frau des Landwirts Rosenkranz zu verantworten. Ein Empfänger der anonymen Briefe, der Schmiedemeister Poppendiek, sandte die anonymen Briese mit einer Schriftprobe der Angeklagten an das Institut des Grapho- logen Langenbruch in Berlin mit dem Ersuchen um Begutachtung. Der Sachverständige äußerte sich dahin, daß die Schriftprobe toie die Briefe von derselben Hand herstammten. In der Ver- handlung kam dann zur Sprache, daß die Schwester des Schmiede- weisters Poppendiek, ein lebenslustiges Mädchen, nach Empfang eines anonymen Briefes, in welchem ihr nachgesagt wurde, daß sie mit Männenr Umgang habe, Selbstmord durch Erschießen begangen hat. Der Gerichtshof war auf Grund der Beweisaufnahme und der Sachverständigengutachten der Ueberzeugung, daß nur die Angeklagte als die anonyme Briefschreiberin in Betracht kommen könne und verurteilte sie zu vier Wochen G e s ä n g n i s. Sport. --- Fußball. Am Sonntag standen sich im Meisterschaftswettspiel der B I-Klasse der vorjährige A 2-Meister, der Marburger Verein für Bewegungsspiele II. Mannschaft, und der Gießener Ballspielklub 1904 gegenüber. Die Leitung lag in den Händen des Herrn Goldschmidt-Wetzlar. Nach dem bisher erzielteir Ergebnis mußte man Marburg den Sieg zurechnen, aber durch eine Umstellung in der Stürmerreihe des B. C. und durch die auf- opsernde Tätigkeit der Hintermannschaft war es dem Gießener Verein gegönnt, nrit 4:0 Toren den Sieg zu erringen, trotzdem für den Tormann und den rechten Läufer Ersatz eingestellt war. = Der Verein für Bewegungsspiele spielte sein erstes Spiel auf seinem neuen Platz an der Marburger Straße als Kreisspiel gegen Fuldaer Fußballverein. Er gewann mit 5:3 Toren. Sportverein 1900 II. Mannschaft spielte gegen Wetzlar F. E. I 2:2, und Sportverein Merkur I gegen Wetzlar B. E. I 1:1. Luftschiffahrt. Die erste Fahrt des Schütte-Lanz. Mannheim, 17. Oft. Heute nad) mittag machte der Luftkreuzer Schütte-Lanz seinen ersten Aufstieg, der als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Zehn Minuten vor 5 Uhr wurde der Ballon aus der Halle gezogen und um 5 Uhr 20 Min. stieg er bereits in die Höhe. Er flog in einer Höhe von 150 Metern zuerst nach Westen, dann nach Norden und beschrieb hierauf einige elegante Runden in der Nähe der Luftschiffhalle, die mit imponierender Sicherheit ausgeführt wurden. Um 5 Uhr 45 Min. war der Ballon noch in der Luft in einer Höhe von 150 Metern. In der Gondel befanden sich der Führeb Hauptmann v. Müller, der Konstrukteur Prof. Schütte, der Astronom Helferich, ein Ingenieur und ein Monteur. Mannheim, 17. Oft. Das Luftschiff Schütte-Lanz ist in Waldsee bei Speyer ohne Zwischenfall gelandet. Prof. Schütte hat von der Luftschiffhalle telephonisch Hilfe erbeten, die sofort mit dem nötigen Material abgegangen ist. Das Luftschiff wird wahrscheinlich über Nacht an Ort und Stelle bleiben. L. Z 9 Friedrichshafen, 17. Oft. Das Luftschiff Z. 9 ist um 11 Uhr zur Fahrt nach Baden-Oos aufgestiegen und hat die Richtung nach Konstanz eingeschlagen. Baden-Oos, 17. Oft. DaS Luftschiff L. Z. 9 ist nach prächtiger Fahrt über den Schwarzwald um 2,58 Uhr glatt gelandet. Vermischtes. * Ein Schülerduell mit tödlichem Ausgang. Der Unterprimaner Dietzey, Leipzig, der in Rudolstadt im Pistolenduell ohne Sekundanten den Obersekundaner v. Neck er erschoß, brachte sich selbst zwei Schüsse bei, wovon einer die Lunge durchbohrte. Er liegt in hoffnungslosem Zustande in der hiesigen Landesheilund Pftegeanstalt darnieder. Die Ursache in diesem Streitfall soll die Beleidigung eines jungen Mädchens durch v. Necker fein. Dazu wird noch gemeldet: Der 18jährige Unterprimaner Dietzen ging am Sonntag mit der Tochter eines Bürgers, zu dem ihn heimliche Liebe hinzog, spazieren und begegnete dem Obersekundaner v. Necker.' Zwischen beiden jungen Leuten bestand seit einiger Zeit wegen des hübschen Mädchens ein gespanntes Verhältnis. Als Necker Mährend der Fortsetzung des Spaziergangs eine Bemerkung gegen das Mädchen machte, die dieses kränkte und Necker es ablehnte, sie zurückzunehmen, wurde er von Dietzen auf Pistolen gefordert. Dienstag früh um 5 Uhr erschienen oie beiden jugendlichen Gegner auf dem eine Stunde von Rudolstadt entfernt liegenden Kampfplatze. Beide verabredeten, das Duell, bei dem Zeugen nicht zugegen waren, bis zum Tode eines Duellanten fortzusetzen. Beim vierten Kugelwechfel traf die Kugel Dietzens die Herzgegend Neckers. Dieser litt heftige Schmerzen und bat seinen Gegner, ihm einen Gnadenschuß ins Herz zu geben. Hierauf lud Dietzen seine Pistole nochmals und traf feinen ehemaligen Freund tödlich. Er selbst hatte eine Kugel in den Oberkörper erhalten, schleppte sich aber fort und wurde von Waldarbeitern aufgefunden. Am Abend erlag er ebenfalls feinen Verletzungen. Bei Necker wurden Abschiedsbriefe und ein Buch von Nietzsche, bei seinem Gegner Gedichte auf ein junges Mädchen gefunden. *Die4 0. Generalversammlung des- Inter- nationalen.Hotelbesi tzervereins fand am Dienstag im Kaisersaal des „Rheingold" in Berlin statt. Nach dem von Direktor Sieger (Köln) vorgelegten Jahresbericht beträgt die Mitgliederzahl des Internationalen Hotelbesitzervereins 1597, sein Vermögen beläuft sich auf 191501 Mark. Der kostenlose Arbeitsnachweis hat im letzten Jahre 9236 Stellen vermittelt. Das Vermögen der Otto-Hoyer- Stiftung beträgt 36 000 Mk. Der Voranschlag für das kommende Geschäftsjahr balanciert mit etwa 112 000 Mk. Dr. Klapmann (Köln) erstattete dann den Bericht der volis- wirtschaftlichen- und der Versicherungsabteilung. Er erwähnt zunächst die an den BundeSrat und den Reichskanzler gerichtete ausführliche Eingabe in der Frage bei Privatangestelltenverficherung, für welche im Hotelgewerbe sowohl das kaufmännische, wie auch das technische Personal in Betracht komme. Die Frage der Pensionsoersicherung der Privatangestellten ist, wie der Referent ausführte, für das Hotelgewerbe von allergrößter Bedeutung, denn ihre Lasten werden für die deutsche Volkswirtschaft auf 300 Millionen Mark geschätzt. Der internationale Hotelbesitzerverein ist ein Gegner der Sonderversicherung der Angestellten und tritt für einen Ausbau der Invalidenversicherung ein. Die erwähnte Eingabe hat insofern einen gewissen Erfolg erzielt, als im Reichstag bereits einige Wünsche des Vereins berücksichtigt worden sind. Der Internationale Hotelbesitzerverein ist schon im Jahre 1907 für den Ausbau der Invalidenversicherung eingetreten. Darnach beschäftigte sich die Versammlung mit den zahlreichen Anträgen auf Satzungsänderung und mit Wahlen. Als Ort der nächsten Tagung wurde Wien gewählt; auf dem Rückwege soll bann dem Wunsch der Prager Vertreter Rechnung getragen und diese Stadt besucht werden. Abends sand ein Empfang im Rathaus statt. lrk. D i e B r a u t1 o t1 e r i e. InPittsburg wird demnächst bei einem Wohllätigkeitsfeste zu Gunsten eines Waisenhauses eine 20jährige Amerikanerin regelrecht a u s g e l o st werden. Die junge Dame hat sich bereit erklärt, den Mann zum Ehegatten zu nehmen, den das Los ihr bestimmt, und die Anzahl der Bewerber um ihre Hand, die das Anrecht auf sie nicht allzu teuer bezahlen, ist, wie der „New Port Amerika«" berichtet, ziemlich groß. Bei diesein Pittsburger Wohllätigkeitsseste kann man nämlich die Braut für 2 Mark bekommen, so billig ist das Los! Man be° kommt aber nicht nur die Braut allein sondern noch eine ganze Menge anderer wünschenswerter Tinge. Ter Lotterieausschuß besorgt dem Brautpaar die nötigen Heiratspapiere, bezahlt die Trauung am" dem Standesamt, wie in der Kirche, sorgt für die Kosten der Hochzeitsreise unb beschält die Wohnungsausstattung — was will man niehr? Tie Sache hat nur einen Haken: keiner der Herren, die Lose gekauft haben, ha: die Braut bisher zu Gesicht bekomnicn. Vielleicht ist sie die schönste Schöiiheit von ganz Amerika, vielleicht aber auch hat sie einen kleinen Schönheitsfehler. Ter Verlosungsausschuß hat bisher auf alle Fragen nur eine Antwort gegeben, und diese tautet: Die Brant ist blond. Damit müssen sich die Heiratsbewerber begnügen. Ob Käufer des Loses aiich die Verpflichtung übernehmen, falls sie gewinnen, die Braut zu heiraten, verrät der „New Port Anlerikan" leider nicht. * Wenigstens etwas. Bertha: „Du lachst ja mit dem ganzen Gesicht! Hast du dich verlobt?" Altes Fräulein: „Noch nicht! Aber ein Rendezvousplätzchen hab' ich entdeckt — entzückend I" Kleine Tageschromk. Der Stadt- und Vorortsverkehr nach dem Osten der Stadt in Berlin ist.nach und nach so angeschwollen, daß die Stadt- bahnverw--cktung dem oft geäußerten Wunsche der Anwohner durch eine durchgreifendere Erweiterung ihrer Bahnanlagen Rechnung tragen tollt Sie hat ein Projekt ausarbeiten lassen, das zunächst die Einbeziehung des Bahnhofs Warschauer Straße in den Vorortverkehr vorsieht. Es handelt sich um ein Millionenprojekt. Hinter dem Rangierbahnhof Rnmmelsburg ist bereits mit den Erdarbeiten begonnen toorden. In Berlin ist der erste Direktor der Bolleschen Meierei, Dr. Kapi Bolle, 37 Jahre alt, gestorben. Von dem Verteidiger der ftanzösischen Sprachlehrerin Thi- rion wird ein Gnadengesuch um Erlaß der noch zu verbüßenden Strafe t-on zwei Monaten eingereicht werden. Von der Familie des Tapetenhändlers Werdehosf in Essen (Ruhr), -er in der Nacht auf Dienstag seine Frau, seine Kinder und sich selbst mit Leuchtgas vergiftete, sind im ganzen sechs Personen gestorben. In einem Gasthof in Rochlitz (Sachsen) löste sich während eines Vergnügens der brennende Kronleuchter von der Decke, wobei zahlreiche'Lampen explodierten. Ein Rentier und ein Musiker erlitten schwere, eine Anzahl Gäste leichtere Verletzungen. Oberstleutnant v. Graurock vom 37. Infanterie-Regiment zu K r o t o s ch i n ist auf einem Feldwege erschossen anfge- funben worden. Es ist noch unaufgeklärt, ob ein Unfall, Verbrechen oder Selbstmord vorliegt. — In Heinrichsfeld bei Kro Losch i n wrude gestern ein siebenjähriger Knabe ermordet aufgefunden. Als Täter wurde ein elfjähriger Hütejunge verhaftet. Zwischen Langwedel und Etelsen sprang gestern ein Reisender aus einem Zuge, als ein Eilgüterzug vorbeifuhr. Der Reisende, der sofort t o t war, ist ein Italiener aus Castellamare, der seine GestellungSordre erhalten hatte. In Oberleutensdorf versuchte die 40jährige Schuhmachersfrau Prisoth sich und ihre fünf Kinder int Alter von 6 und 12 Jahren wegen Not und häuslichen Zwistes mit Tollkirschensaft zu vergiften. Zwei Kinder sind bereits gestorben, die anderen und die Mutter liegen hoffnungslos darnieder. Aus Südfrankreich wird gemeldet, daß in der Gegend von Carcassonne ein Zyklon mit großen Wolkenbrüchen eine Eifenbahnbrücke in der Nähe von Flour zerstörte. Der Verkehr zwischen Carcassonne unb Toulouseist unterbrochen. In O f e «pest stürzte am Nakoczyplatz das Ctiegenhaus eines fünfstöckigen Neubaues ein unb begrub 30 Arbeiter. Bisher sind zwei Tote nnd 13 S ch w e r v e r l e tz t e geborgen. Eine Kompagnie Pioniere ist eifrig damit belchältigt, die Trümmer (ort- zufckaffen und die Verunglückten zu retten. Tas Unglück wurde durch LI c b e r l a ft u n g des Gerüstes verursacht. Bis 9 Uhr abends wurden weitere 6 Leichtverletzte geborgen. Als eine Polizeipatrouille in Lodz mehrere Verbrecher in ihrem Versteck verhaften wollte, wurde sie mit Schüssen empfangen. Sie erwiderte das Feuer und tötete einen Mann Die anderen entflohen und erschossen dabei einen Schutzmann sowie zwei unbeteiligte Passanten; außerdem wurde ein Kind schwer verletzt. In Guardiamorgava ist bei .dem letzten Erdbeben die Kirche eingestürzt. Die darin befindlichen Leute wurden gerettet; zwei Kinder wurden unter den Trümmern begraben. In Fondimacchia sind alle Häuser vernichtet. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist unbekannt. Handel. Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg, werke vormals Fernie, Gießen. Nach dem Bericht des Grubenvorstaubes beträgt der Reinüberschuß im dritten Quartal nach Abzug der für Anleihezinsen und Anleihetilgung zurückgestellteu Beträge 73 225.44 Mk. gegen 63913.52 Mk. im ' zweiten und 70133.20 Mk. im ersten Vierteljahre. Es soll für das dritte Quartal wieder 50 Mk. Ausbeute auf den Kux ausgeschüttet werden. Markte. H. Büdingen, 17. Cft. Der heute abgehaltene Schweine- m arkt war wegen den verschärften Vorsichtsmaßregeln wegen Leuckengefahr sehr sckleckt befahren. Ausgetrieben waren nur 265 Stück. Auch die Preise waren infolge des Futtermangels sehr gedrückt. Eiulegeschwciue wurden das Paar für 70—90 Alk. los- geschlagen. Läufer kosteten das Paar 25- 30 Mk. lo. Frankfurt a. M., 17. Oft. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 14 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu i.^ 0—5.10 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 0.00—0.00 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft lebhaft. Die Zufuhren waren aus Cberhesfen und den Kreisen Dieburg und panau. Kirchliche Nachrichten. Eria.tg.sifLpe Gemeinde. Donnerstag, den 19. Cftober, abends ti Uhr, im Matthäus- jaale: Bibel st u n d e. (Bilder aus der Apostelgeschichte.) Pfarrer D. Schlosser. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 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Ich bitt indessen davon überAeuflt, daft, wenn einmal daß elektrische Licht in Saasen brennt, es auch bei denen in ihrer oberen Leuchtkugel, dem verbrannten Hirnschadel, hell ivird. 108661 Saasen, den 17. Okt. 1911. __Sch epp, Bürgermeister. 10000 Mark von hohem Staatsbeamten gegen Sicherheit und hohe Zinsen zu leihen gesucht. Offert, nur von Selbstgebern finden Berücksichtigung. Vermittler verbeten. Schriftliche Angeb. unter 08673 an den Gieftener Anzeiger erb. ■r 3m letzten Jahr« 2846 Zentner Rettfedern WM verkaufte bie erste Betttedero» Fabrik mit elektrischem Betrieb Gustav Lustig Berlin C. 154 Prin;enftrabe 44-47. »erlaub gegen Nachnahme. (Verpackung tofttnfrd. Garantie: Umtausch ober Wüd enbung aus meine Kosten ifuUfcrtifle »tttfetetn Psb. •Di 0.55, 1.00, 1.25. - Prima Halbdaunen M. 1.75. Gemischt« »Snserupssevern M. 2.00 — la »eifte «ä ult halb oaunen M. 2.59, 8.0 0, 3.50. - 6 er bett — «änsetevern (j. Reiben) M. 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