Nr. 265 Erscheint tLgsich mti Ausnahme de» Sonntag». General-Anzeiger für Gberheffen (Bebeintfaf im Auswärtigen Amt Kriege < Li geschädigt dadurch aber nur werden, rassen- Mittwoch, 8. November 19U Rotationsdruck und Vertag der Vr üblichen Unwersuat» • Buch- und 6teinbrudcceL 9L Lang«. Ließen. Redaktion. Expedition und Druckerei: 6tbuU straße 7. Erpedmon und Vertag: &L Redakiion:112. IcL-VlbtaSlnjetger® iclcru Die „Etetzener LamiliendlStter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich deig-iegt, das „Kreliblati flr de» Kreil Ließen" zweimal wöchentlich. Die .^andwlrllchafkllche» teil» frage»“ erscheinen monatlich zweimal. dulden, solange wir ba$j sie übcreinftimmen mit privaten Kundgebungen in :n Zeitungen. Ich kann das aber nicht kontrollieren. Wir n morn en nicht über Vorlagen beraten, deren amt-, AlS der erste Vertrag im Januar abgeschlosicn wurde, hatte sich das Bedürfnis für das Reichsgebiet noch nicht BerauSge stellt,' daß geschah erst später aus Grund eine? Antrages der britischen Regierung. Für den AuLlicferungSverlehr zwischen den deutschen Schutzgebieten und anderen Staaten ist eine Zustimmung vom Bundeörat und Reichstag nicht erforderlich, dafür haben wir cin€ Reihe Präzedenzfälle, lieber die Frage, ob ein Aurliefe - rungSgesetz am Platze sei oder nicht, haben aus Anlaß! dieses besonderen Falles natürlich keine Ertzägungen bet den verbündeten Regierungen stattgefunden. Abg. Tr. Roesickc (Kons): (Fine we'toe' ende Kritik an diesem Vertrage hat wenig Zweck, denn wir sieben vor einer abgeschloffenen Tatsache, Herr Kaempf hat ein merkwürdiges Programm entwickelt: Er will daS Rüstzeug stärken, indem er abrüstet, indem er die Zolle abbaut. Wir sind der Meinung, daß man die Meistbegünstigung nicht allgemein gewähren, sondern nur auf bestimmte Positionen beschränken sollte. ^tnntSfcfrefnr Tr. Delbrück erklärt, daß die Vorwürfe des VorlcdnerS nickt die Regierung itef en, sondern die Dom 86g. Speck mit Zustimmung des Hauses gegebenen Direktiven. Abg. Cefer (Dpi: Der neue Vertrag verschlechtert den bisherigen Zustand' noch. Cbirobl man seinerzeit bei der Schaffung des neuen Zolltarif» behauptet hat, man habe eine Waffe geschaffen, mit der sich vorzügliche Handelsvorträge durchsetzen ließen, muh heute der Staatssekretär zugeben, dah er bessere Waffen brauche, liebet das Prinzip der Meistbegünstigung wird hier mit großem Leichtsinn gesprochen. Man bedenkt nicht, wie gefährlich eS ist, verbältniffe, die sich in langer wirtschaftlicher Entwicklung herauSgebildet haben, umzustoßen. Run behauptet die Rechte immer, 1017 kommt ein neuer Zolltarif. DaS ist gänzlich unrichtig, denn die Regieruiig kann auf Grund dcS bestehenden Zolltarifs entweder die bis- herigen Verträge erneuern oder verlängern. Jedenfalls Hot das Volk ein Recht darauf, zu hören, wie sich die Regierung zu ver- halten gedenkt. Der Vertrag wird in erster und zweiter Lesung an- genommen, ebenso die Vereinbarung über das Konsulatswesen. Der HusHeferungsuerfrag mit England. , Es folgt die erste Äsung des Vertrags mit Großbritannien über die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern zwischen Deutschland und gewissen britischen Protektoraten. Ter für die deutschen Schutzgebiete geregelte AuslieferungS- verkehr erstreckt sich nicht aus die britischen Protektorate. Diese Lücke soll jetzt auSgcfüllt werden. v Abg. Dr. Junck (Natl.)! ** Sollte es nicht angebracht sein, ein allgemeines NeichSgesetz über den Auslieferungsverkehr zu machen, anstatt lauter fold* Spezialgesetze? Und wozu »vor c5 erforderlich, im Januar ein Gesetz für die Schutzgebiete und jetzt ein besonderes für das Reichsgebiet zu machen? Daß wirft die Frage des Artikels 11 der NeichSverfasfung auf, die ja in den nächsten Tagen wohl behandelt n>erben wird: daß in dem einen Falle ein solcher Vertrag dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt wird, wie jetzt, handelt eS sich aber um Schutzgebiete, nicht. oct Hauptsache werden wir an dem Prinzip sesthalten, ebenso an der Höhe der Schutzzolls. ES handelt sich nicht darum, die Zölle niedriger zu gestalten, sondern darum, in den Zollen ein wirk- sameS Kampfmittel zu haben. Ter Staatssekretär erklärt, er werde nack wie vor bestrebt sein, alles zur Beurteilung der Vorlagen wirklich notwendige Material dem Reichstage zur Ven kurze Aus- sührunarn darüber, daß die Sckevierigkeiten verschiedener deutsckvr Jnduüriebrancl'en gegenüber der japanifeben Konkurrenz nicht in den HandelSverlragStarifen ihre Ursache batten, sondern in der Aenderung bet wirtschaftlichen Verhältnisse. Abg. Tr. Südeknm (Soz.) DaS Beste an dem Vertrage ist jedenfalls, daß er üsierbanvt zustandegekommen ist. In bezug auf die Qualität sind wir ja nicht verwöhnt; eS ist sck-wer zu sagen, ob der portuaiesisae Vertrag oder der japanische scklechter ist. Gewiß hat ein Teil unserer Seibenindustrie Jnteresie an hohen Zöllen; aber bet Sröfeere Teil und ihre Arbeiter lebt ton bet Weiterverarbeitung er eingeführten Rohseide. Abg. Dr. Werner lWirtsch. Vgg): BiS zum Jahre 1896 bestand zwischen Deutschland und Japan ein Freundschafls», Handels- und Schilfahr.sverti.ag, der für Japan einseitige Pj.i-.t.n und für Tculschtand einseitige 9ica)ie enthielt. Es war feine Frage, daß Japan, naä>dem es sich mit der Kultur des Abendlandes bekannt gemacht batte, allmählich auf eine Durchsicht dieses Vertrages drängte, um sich mehr Rechte zu sichern. Tas ist Japan auch gelungen. ES Hal eine Erhöhung des Zolltarils, die yjlciiibcgünfiigung nach beiden Sei.en hin und die Avschaifung der Llonsulargcrichtsbarkeit durchgedrückt. Darauf hat es dann allerdings das ganze Land dem fremden Handel geöffnet. Bemerkenswert war, daß Japan eS veritanden hat, eine weise Bauernpolitik durchzu ühren, indem es ausländischen Terrain- und Spekulationsgesellscha ten unmöglich gemacht hat, Bauernland zu erwerben, daß es in dem Vertrag verbot, daß ausländische Kapitalisten überhaupt in der Lage seien, in Japan Grundbesitz zu erwerben. Seit 1896 haben sich unsere Handelsbeziehungen zu Japan in erfreulicher Weise entwickelt. In der Einfuhr stehen wir an der fünften, in der Ausfuhr an achter Stelle. 1910 hat Japan die meisten Handelsverträge gekündigt und es ist ihm gelungen, in vielen Fällen vollkommene Jollautonomie zu erreichen und die einseitigen Verpflichtungen aus dem sechziger Vertrag allmählich zu beseitigen. Wiederum ist es Japan gelungen, eine Zollerhöhung für sich durchzudrücken und aus diesem Vertrag muß der volle Gewinn auf das Konto Japans gebucht werden. Bei unserem wichtigen Ausfuhrartikel, dem künstlichen Indigo, hat Japan seine Zollsätze wesentlich erhöht. Es hat sich auch nichts an diesen Zollsätzen ab handeln lassen, weil es eine gründliche Politik zum Schutze seiner Landwirtschaft treibt und weil eben der natürliche Indigo in Japan sehr stark angebaut wird. Beim schwedischen Handelsvertrag hat neben den Erzeugnissen der deutschen Industrie und Produktion die Pflasterstein- und tzartsteinindustrie daran glauben müssen. Diesmal ist die Seidenindustrie das Karnickel. Es ist schon darauf Angewiesen, daß sich die sozialen Lasten von Japan und Deutschland unterscheiden, wie stark die Arbeitszeiten büferieren und wie gering die Löhne sind rm Verhältnis zu Deutschland, daß demgemäß der Zoll von 300 Mk. auf diese Habutaegewebe keinen Ausgleich finden können. Die Regierung weist in der Denkschrift darauf hin, daß, solange die Meistbegünßizungsverträge befänden, und auch die Verträge mit Cefterreiu) und uer Schweiz, bis 1917, gar nicht daran zu denken sei, eine Zoll Heraufsetzung durchzu- ftihren. Auch hier sehen wir eine wesentliche Schattenseite dieser Meistbegünstigungsverträge. Eäne neue Erschwerung unserer Handelsbeziehungen zu Japan ist, daß die deut,chen/schrsfe mcht mehr von einem nach dem anderen japanischen Dafen verkehren können. Japan erscheint durchaus als gewinnender Teil. Wenn aber von der Linken betont worden ist, daß das eine Folge unserer SchutzellPolitik sei, so möchte ich die Frage an die Linke richten, ob man, wenn man heute unsere Schutzzölle heruntersetzte, irgendwie glauben könnte, daß uns Japan folgte. Nein, Japan geht wie alle rtulturittraten zur Eigenproduktion über, es treibt gute landwirtschaftliche und industrielle Schutzzoltpolüik. Damit müssen ittr uns abfinden. Wir dürfen nicht in das freihändlerrsche Prinzip zurücksallen, das wäre der größte Fehler. An unserer bewährten Schutzzollpolitik müssen wir unter allen Umständen festhalten. Leider sind rotr auch in Marokko die Gepritschten gewesen, genau so wie in der Lstmarkenpolitik. Das bedenklichste bei diesem Handelsabkommen ist nun, daß der Handels- und Schisfahrtsvertrag bis 1923 gelten soll. Sind vielleicht irgendwelche Zugeständnisse an Japan inbezug auf Kiautichau gemacht worden, denn es fehlt cm Schlußprototoll. Nun wird, und das ist außerordentlich bedenklich, den Japanern ermöglicht, im Tcut- schen Reiche nicht bloß Land zu pachten, sondern auch Immobilien aller Art, und Land, zu erwerben. Die Japaner haben sich in weitgehender Weise gesichert. Durch den ruiiiscyen und österreichstchcn Handelsvertrag lind wir inbezug auf die Einwanderung etwas mißtrauisch geworden. Wir haben eine Unmenge von Tschechen und Polen herein- bekommen. Ein neues Polenreich foat_ sich ausgetan, das nur auf beit Augenblick wartet, um an den Säulen der deutschen Welt zu rütteln. Tann sind auch Leute zu uns herübergekommen, die den L>errn aus der Linien ganz besonders teuer smd. Sehr gut rechts.) Zu dieser tschechischen, polnischen und Mischen Einwanderung kommt auch noch die gelbe Gefahr. Tre anderen Staaten smd inbezug auf die gelbe Gefahr bedeutend weitsichtiger als wir. Und hinter dem kleinen Japaner droht noch die go fährlichere Gestalt des chinesischen Kulis. China wird an die Pforte der rot ft lieben 23c 11 Hopsen. Es wird die gleichen Rechte verlangen wie Japan. Riesengroß wird die gelbe Gefahr auf- steigen. Tann roiro vielleicht aus dem Zopf des chinesischen Kulis die Sächinge sich von selbst drehen, die d:e Internationale erdrosseln. Im Auslände Haden roir ,'olä.e Ehineiengesetze und Gesetze gegenüber den Fremden schon in großer Anzahl, in Australien, in Eanada, m der Kapiolonic, m Natal und Amerika. Darum müssen wir Prophylaxe trewen. Unser deutsches Volk kann eine Raneirrcrsa,Lästerung mau mehr gebrauchen. Bei- fmclc ran Raisenscrmach siiid heute nicht selten. < \>nbf>aangc und helläugige Mädchen werfen sich den hergelaus...en Negern an den Hals. Wir dürfen den Fremden — Aba. Dove (23p.): „--- z Schon 1802 Bat eine Verhandlung hier darickkr staltg'efunden und 1905 tourbe eine Resolution Müllcr-Meiningcn angenommen) bie wenigstens in einigen Punkten Richtlinien für ein Auslieferungsverfahren gab. Die jetzigen Erscheinungen brängen darauf, befonberS vorsichtig zu sein unb barauf zu sehen, baß für bie Kolonien bicfclben Rechtsaarantien gegeben werben wie für bas Reichsgebiet. Auch wir halten die Regelungen unseres AuSlieferungswesens durch ein NeichSgesetz für erforderlich und werden. immer wieder daran erinnern. « „ Abg. Herne (Soz.):^ z^SBir haben gegen den Vertrag nichts einzuwenden. Wir Hecken stets verlangt, daS ganze AuSlieferungSwcscn auf gesetzlichen Boden zu stellen. Aber wie die Dinge augenblicklich liegen im Verkehr mit England, lasse ich cß lieber, wie eß jetzt ist, als daß ich mit diese r Regierung unb mit b i e f e r Mehrheit ein neues Auslieferungsgesetz mache. In biescm Falle bin ich nun ejnmal konservativ. > . Abg. Dr. Junck (Natl.):^, w ES ist ja kaum zu erwarten, baß schon tiefer Reichskag bin AuSlieferungSgesetz machen wirb. £>b bei nächste Reichstag in bieser Beziehung etwas Besseres leister, ist abzuwarten. Der Vertrag wirb in erster unb zweiter Lesung erleb i g t. ,. <4 Ter Gesetzentwurf über bie HanbelSbeziehun- gen zum britischen Reiche (Hanbelsproviso-^ r i u m ) wirb ohne Debatte in erster unb zweiter Lesung angenommen. TaS Haus vertagt sich.' x Präsitent Graf Schwerin Beraumt bie nächste Sitzung auf, Donnerstag 1 Uh r an mit bet TageLorbnung: Sozialbsmo- kratifche Interpellation über bie Entlassung von Arbeitern bei bec Reickßeisenbahn. (Tie Interpellation muß geschäftSorbnungS- mäßig zuerst auf bie Tagesordnung gesetzt werden.). Ferner; Dis Marokko-Interpellationen. » w ■*- Abg. Bassermann (9tat.)t Ich möchte namens meiner Freunde die Bitte^auSsprechen, daß tie Debatte über bie auswärtige P 0 li tik schon morgen stattfindet. wie bas vom Eeniorenkonvent seinerzeit beschlossen würbe. Tie Abgcorbneten haben sich darauf eingerichtet, unb auch bie öffentliche Meinung wartet darauf. Auch in der französischen Kammer wird am selben Tage über Marokko verhandelt werden. Es liegt kein Grund vor, bie Tebatte einen Tag zu verschieben. Tie Fragen finb feit Wochen unb Monaten in der Schwebe. Heute liegt auch ber Tert beß Vertrages vor. Geschäfts ordnungsmäßige Bedenken bestehen nicht, denn die Vorschrift, daß ein beim Reichstag eingegangenes Gesetz erst nach drei Tagen zur Beratung gestellt werden kann, bezieht sich nicht auf Verträge, die nur zur Kenntnisnahme vorgelegt werden. Präsident Gras Schwerin: GeschäftSordnungsmäßige Beden- ken, die Besprechung der Verträge morgen vorzunehmen, bestehen nicht. Ich Batte auch die Absicht, vorzuscklagen, sie moiyen auf die Tagesordnung zu setzen. Noch den Mitteilungen, die mir von verschiedenen Parteiführern heute gemacht wurden, hatte ich aber Grund ?ur Annahme, daß eine Einigung in dieser Frage eher erzielt wird, wenn die Beratung der Verträge nicht morgen, sondern übermorgen erfolgt , Aba. Gröber tZentr.): Ich Balte den Vorschlag beS Präsibenten für den richtigen. Wir muffen einen Tag aussetzen, damit die Fraktionen Gelegen- feit Faber*, die Vorlagen ?.u beraten. Sie find noch nicht in unseren Besitz. Vielleicht sind sie beute abend in unserer SRappc. Man Drittes Blatt W. Jahrgang Gießener Anzeiger schon in Mb. Deutscher Reichstag. 200. Sitzung, Dienstag, Ben 7. November. • «m Tische de» BundeSratS: Delbrück, Unterstaatssekretär Zimmermann, v. Korner. Da» Hau» ist schwach besetzt ' ■ . , UräHbcnt Graf Schwcrin-Löwih eröffnet die zwcilnmde< ' Sitzung ohne weitere Bemerkung unb teilt mit, daß baS Marokko- aotommen mit bem Kongovertrag eingegangen ist Der ßandelsverfrag mit Sapan. c .Ti <• » Staatssekretär Dr. Delbrück leitet die erste Lesung de» Hanbcls- und SckiffahrtSbcrkrageS mit tJapan nebft zugehörigem Zollabkommen mit kurzen rrläuternbcn Bemerkungen em. Japan hat einen eigenen Zolltarif gesckaffen, V" Äta.tt oetreten ist unb hat sämtliche Verträge 'gcrunbiQt Mit ben mei|tcn anbem Länbern sinb neue Verträge bereit« abgeschlossen unb zwar auf benfelbcn Grunblagen wie ber ■ C ^,e.*n l^btzkrcn Derhanblungen hier u. a. in «mer Resolution Sveck zum AuSbruck gebrachten Wünsche, wonach rlnr a rma&0Un9 bct «ölle unter bie Sätze ber bisher abge- sthlossenen vertrage vermieden werben solle, finb erfüllt.' In ber porm ist bei bem neuen Vertrag eine Aenderung gegen früher ^lofcni erfolgt, als die Abreden getrennt in einem Handels- unb SchiffahrtSvertrag unb einem befonberen Zollabkommen ? - a^yemcine Vertrag wirb auf 12 Jahre, bi» 1923, abgeschlossen, wahrenb unsere Bmbung hinsichtlich der L's°b-^cn nur bis Ende 1917 geht Die deutschen Inter- essenten sind bei den Verhandlungen dauernd gehört und in;.. tolr.n. £ ;Cm D'rtzchaftlichen Ausschuß in ausgedehntem Maße Gelegenheit zur Acußcrung gegeben worden. nr Dr. Pieper (Zentr.) Zustimmung feiner Parteifreunde zum verlrag. Zu J”0”’ toir über die Form der Meistbegünstigungen JSÜSÜ** Ceiocr gehen die Zugeständnisse gegenüber Japan wieder auf Kosten cmer Industrie, bic schon früher bat Lpser bringen müssen, die deutsche Seidcnindustrie. Von der Regierung erwarten wir jedenfalls die Erklärung, daß, wenn sie 3>U10C, oud> in di- Zwangslage gekommen, Die Zugeständnisse zu macken, sie jedenfalls nunmehr bet Auf- rftcHung bc8 n euen Zolltarifs demnächst alles daran' P?CPir^nb I”1 Festigkeit darauf bestehen wird, daß für Gewebe jfiatifAet, japanifdicr Herkunft in Zukunft ein höherer Zoll ßC VC «n Ä? ßegenuber Erzeugnissen europäischer Her- ckunft. Was die M a 1 ch, n e n i n d u st r i c anlangt, so fällt cs Don Jahr zu Jahr mehr auf, daß Japan bei Vergebung von £teteJt“"0C” "ehr amerikanische als dcutscke Maschinen Ecrucksicht.g. Hofscntl.ch wird ongesichtü ber veraünstigungen, Ine Japan zetzt emgeraumt werben, von unserer Negierung dahin gewirkt tmxb, daß Japan bei öffentlichen Lieferungen deutsche Waren nicht zuruckwcist, auch wenn sie billiger unb besser finb. G» möge auch barauf gewirkt werben, baß bie beutschen Be- 2^? und bie Kenntnis der beutschen Sprache tzäch Möglichkeit geforbert wirb. ~ . ?bg. Dr. Strcscmann (Natl.)': . , / Handelsvertragsverein stellt in einer Eingabe ml? bollem ge^te fest, bah es für jemanb, dem keine anderen Hilfsmittel zur AJcrfuqiing stehen, als bie dem Reichstag vorgelegten Trucksachen, ffu? s! *et ’ t ktd^ eJn ®iIb barübcr 8U machen, was cigcnt. s^rtrag bebeutet Es muß uns in Zukunft bas Material mich wirklich vorgelegt werben; biese von vielen inbuftricllcn Kor- toorahonen Unterstützte Eingabe bedarf bringenb ber Bcrücksich» rhgung Auch biefcr vertrag zeigt bcutlich bie außerordentlicke Erstarkung JapanSalsJnbustrielanb. So leibet auch unsere Hausindustrie außerordentlich unter ber billigen japanischen Konkurrenz. Tic Seibenindustrie hat in bem Vertrage leider n'cht den genügenden Schutz gefunden. Ter Redner gibt Ver- gleichßziffem über Arbeitslöhne und Arbeitszeiten unb schließt Licrauß, baß gegenüber ben immer steigenden sozialen Auf- lagen auf die deutsche Industrie die Forderung einer Rück- ,1 ichtnahme auf den Weltmarkt keine Phrase ist, son- Lern in den tatsächlichen Verhältnissen begründet. Da dieser Vertrag für Japan günstig ist, sollte dafür gesorgt werden, daß nicht »iur in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht Tcutsch. >I"Wdlt 6>ir” Bor der ® Da beutf»®1 MSHtirag ntrt tim d>- m*® 6ieto,»»toto MS!« men eine Solorede eine BeantworMg NeMag zu b» -Beratung im W Tatsache, daß der am Ende der Dm Befehl des Reichska Nachlässigkeit der i Jedenfalls ent daß der sitzungsfre^ heil gibt, den Text zu prüfen, ohne ir führungen beeinslu raleBüsserman ivoch das Wort zui nicht unter der Btt mann-hollweg die seinen Antrag zur zwischen emgelauf daß ihm jede Begr rial fehlte. Uebei den Erfahrungen, schen bei unserem gleichuny des de notwendiger ist, bei der Frage der beiden Texten na Heute wird n lotoniafamtö $u b licht, bie bat W Qitynbem Stubium diese Denkschrift di nachdem die leiten diesem Amte von t ihre Aemter niederc Denkschrift „des Re lich, es muß alles I es den leitenden M mal „in ihrer Gold vo * *h„“ntni *n in « s» iDQrteb 1 unb «°n ff . yuü !nb vr' °ber 3 des die tz aicht nieho?3 dwang St in Ä^n'i J'ta es7ck J* । aui AApi Q 3etn hier »e e I n EZ. Irschen I 'tietU, b°hec eii I M bet i,Ut^ die P I die L-kbiieb, I °8bct,i ÄU-n° in I ÜtlllN S9l^n I > die 1" läng! I tn. "einen m Litzr D^^esen S'tSyitni®1 I K «°u ! t|r, 264 t«ss *«8 *2)e*laÖi Z-rnicaSs ^öcbe>u> sieri"fl‘ nitnUat KZ? I i'LL-rM nir b'e erpebitri)ii "Äepeidie Y a Ä* wÄon An;e>S §voMt!agsNU Die heutige m 2) 3) (+ (- 8) 203 (— (+ (+ 1) 4) 8) i.M. ) ) Straßburg ) 205.75 (- 2.75), 133.00 (+ 5.00) Mk. 210 (—21/-) 217'/- (-2'/') 205 193 198 199 206 196 1) 2) 1) ) 2) 4) 183 181 177 198 199 200 202 (- (+ (- (- (- 202 200 200 199 171 171-/, 179 172 177 183 184 187 186 185 177 184 180 188 191-/, 195 200 212 1) ) 1) 2) 2) 2) 2) 3) ) ) 2) 1) Weißbrot 2 i\g. 62 P,g. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Plg. 207 (— 202 (— 207 (— Haier 181 (+ 2) 180 (- ) 1) 3) Reizen 100 Kg. 21.50 — 21.75 üJif. Roggeu 100 fig. 19.25-19.50 'Mk. Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Rostock Hamburg Hannover Düsseldori Frankfurt a. Riannheim Die Marktpreise für Bteh und Sruchi und die Gießener Fleisch» und Brotprcise am 6. November 1911. Zur Aufklärung über die Herftellung von Palmin! Es beliebt vielfach noch die Hnficht, Pat* min fei ein aus verschiedenen Fetten zu- fammengefetjtesKunftprodukt,das irgend welche unbekannten Zufätje oder Bei- tnifcbungen enthalte. Obwohl schon der überaus reine Ge- fchmack des Palmin erkennen läßt, daß diele Hnfchauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Mißverftändniffe zu beteiligen: Palmin ift absolut reines Pflan* zenfett und beftebt einzig und allein aus dem febr fettreichen Fleifcb der Kokosnuß; es wird daraus durch Prellung und Peinigung gewonnen und weift keinerlei Lutätze irgend eines anderen Stoffes auf (auch kein Waffer), enthält vielmehr 100% reines Fett. Palmin ift neuerdings auch welch (fchmalzähnlich) zu haben. öl' H. Scblinck & Cie. H.-G. Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 31. Oktober bis 6. November 1911. 196 (- 180 (- 19J (- 195 (4- 185 (— 182-/, (- 192-/, (- 202-/, (- 193 (— Roggen (+ und den Ehrenpreis Tür dre beite Tauzrehmannschaft. Dre für diese beiden Ehrenpreise von Kunstmaler Karl Lerb fen. pter angerertiaten Diplome überreichte Herr Stmon am Schlüsse ferner mit Beifall aufgenommenen Ausführungen. Der übrige Leu des Programms wurde durch gemeinsame Lredn, Konzert und komische Vorträge ausgefüllt. Zum Schluß erfolgte dre Verkündigung der Sieger von dem V er ei ns wett streit, Der nm 22. Oktober stattfand. Er hatte folgendes Ergebnis. In Klasse A. 1. Preis: Richardt Klaue: 2. Preis: Ludw. Valentin, 3. Preis: Fritz Schnöring; 4. Preis: Karl Martin; 5. Preis. Georg Staubach Im Ringen. 1. Preis: Karl Martin; 2. Pr^ts: Georg Staubach. In Klasse B. 1. Preis: Joseph Fegbeitel, 2. Preis: Wilh. Keller; 3. Preis: Aug., Valentin; 4 Preis. Hans Schüßler; 5. Preis: Otto Valentin; 6 Preis: Aug. Römig und Karl Keller: 7. Preis: Aug^ Dunkel; 8 Preis: Otto Schmidt; 9. Preis: Eberh. Baumann. Im Ringen. 1-Preis. Wilh. Keller; 2. Preis: Aug. Dunkel; 3. Preis: Joseph Fegbeitel; 4. Preis: Karl Keller; 5. Preis: Aug. ^Valentin Den Vereinswanderpreis errang Rich. Klaue. Dre -Sieger erhielten Diplom und Kranz. Müttte. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 6. November 1911. Berlin: Note Taber ^ck. 3.30—3.50, andere rote Sorten Mk. 2.90—3.00, Magnum bonmn Alk. 3.10—3.20, weiße runde Alk. 2.95-3.10. Breslau: Rote Daber Mk. 2.90-3.10, Rote Sorten Mk. 2.90 bis 3.10, Magnum bonum Mk. 3.30—3.50, weiße runde Mk. 8.00-3.10. Liegnitz: Rote Taber 'Mk. 2.80-0.00, andere rote Sorten Mk. 2.70—3.10, Magnum bomim Mk. 3.25—3.50, weiße runde Mk. 2.50-3.00. Magdeburg: Rote Daber Mk. 0.00-0.00, andere rote Sorten Mk. 0.00-0.00, Magnum bonum Bit. 3.25 bis 3.»0, weiße runde Alk. 3.00-3.25, Gelbsleischige rote Mk. 3.50 bis 4.00, weiße 5.00-0.00. Kempen: Role Taber Mk. 0.00, andere rote Sorten 'Mk. 0.00—0.00, Magnum bonum 'Mk. 3.20—3.5o, weiße runde O.Oü—O.OO, Gelbsleischige rote 3.80-4.20. Dortmund: Rote Daber Alk. 0.00, andere rote Sorten Mk. 0.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.30—3.60, weiße runde 3.00—3.20, Gelbsleischige blaue Mk. 0.00—0.00, rote 'Mk. 3.30-3.50, w^iße Alk. 0.00—00. Plaidt: 'Rote Daber Alk. 8.70, andere rote Sorten Mk. 0.00 bis 0.00, Magnum bonum 'Mk. 3.20—0.00, Gelbsleischige rote Mk. 3.50. Saarlouis: Role Daber Mk. 0.00, andere rote Sorten 3.9u, Magnum bonum O.'jO-O.OO, weiße runde 4.00, Gelbsleischige rote ).OO—u.OO. Hagen: Rote Daber Mk. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00—0 Ou, Magnum bonum Mk. 3.30—3.60, weiße runde 'Mk. 3.05—0,00, Gelbsleischige rote 'Mk. 0.00—0.00. (Alles für 50 Kg.) Sport. — Fußball. Am Sonntag batte der Verein für Bewegungsspiele die erste Mannschaft der Würzburger Kickers als Gast zum Austragen eines Retourspiele s. Nach äußerst schönem und prachtvoll technisch durchgefl'chrten Spiel gewann der hiesige B. f. B. mit 3: 1 Toren. Nächstes Frühjahr will derselbe Verein nochmals ein Spiel gegen den V. f. B. in Gießen auslragen. ** Der Athletik-Sportverein hielt am Sonntag abend eine Sieg er feier ab, die sehr stark besucht war. Nach der Begrüßung hielt der Bezirksvorstpende Simon eine Ansprache, in der er den Verein zu seinen großen Erfolgen beglückwünschte und hervorhob, daß der Verein in diesem Jahre von 21 auf 50 Mitglieder angewachsen sei. Der Verein errang in diesem Jahre 22 Preise, darunter einen ersten, drei zweite usw. Ferner errang der Verein den Ehrenpreis der Stadt Gießen Landwirtschaft. l. Aus dem Kreis Friedberg. Gegenwärtig werden hier im Auftrag der hessischen Landwirtscha'tskammer landwirtschaftliche Vorträge gehalten. So sprach am Sonntag Oekonomierat Spieß- Friedberg in Langenhain über die Verbesserung unserer Ackerwirischast. Ter Redner betonte 1. Ordentliche Bodenkultur; 2. Verlassen der Dreifelderwirtschaft, also des seitherigen Systems; 8. gründliche Düngung. Dabei muß jeder Bauer seine Aecker kennen lernen und wissen, welche Stoffe sie enthalten und was ihnen fehlt, nicht einfach drauf los düngen. Dabei wird viel Geld unnütz htnausgeworsen. Weiter wies er hin, daß Stallmist und Kunstdünger immer möglichst zusammen gegeben werden müssen, nicht das eine oder andere allein. Immer wieder hinzuweiseu sei auf den Wert des Komposlhaufens und aus den des Kartoffelkrautes. Das wird bis jetzt immer noch verbrannt und damit viel Geld gewissermaßen in die Lust geschleudert. Dagegen sollte Kartoffelkraut auf den Wiesen ausgebreitet werden. Im Frühjahr könnte es dann noch als Einstreu benutzt werden. Oekononuerat Spieß warnte vor der Benutzung der neuesten Düngemittel, Stickstoffkalk za. Ihre Wirkung müsse erst von Versuchsstellen noch gründlicher erprobt werden. Weller sprach am Sonntag Dr. Hofmann- Friedberg über die Erhöhung der landwirtschaftlichen Reinerträge in Hochweisel. Der Redner wies ebenfalls auf gründliche, vernünftige Düngung hin. Die Erhöhung der Reinerträge sei aber besonders zu erreichen durch Steigerung der Roherträge. Dazu müssen die für unser Klima passenden Frucht- sorten ausgewählt werden. Das Saatgut muß ordentlich gereinigt, ebenso gegen Getreidetrankheilen, z. B. Rost und Brand geschützt werden. Dr. Hofmann empfiehlt für Gerste und Hafer ein neues Mittel zum Schutz gegen Brand: eine Formalinlösung. Tie Bodenfeuchtigkeit ist zu erhalten, besonders in diesem Jahr, durch Anlegen von Gräben. Tje Steigerung der Reinerträge wird aber auch erreicht durch Verminderung der Produktionskosten. Diese tarnt erreicht werden durch ausgiebigen Gebrauch landwirtschaftlicher guter Maschinen. — Beide Versammlungen waren ziemlich gut besucht. Von den amerikanischen Märkten gemeldete Preisrückgänge owie ermäßigte Forderungen für Manitoba- uno La Plata- weizen blieben zwar nicht ohne Einfluß auf den deutschen Gc- treibemarft, aber die Grundstimmung war nichtsdestoweniger ziemlich gut behauptet. Anscheinend bot gegenüber den verstauenden Einflüssen des Weltmarktes der Umstand eure stütze, daß das Angebot vom Jnlande trotz der beendeten Herbstbestellung immer noch keinen größeren Umfang annehmen will. Aber auch die Tatsache, daß sich der argentinische Weiten immer noch wesentlich teurer als der Preis der Berliner Mai-Lieferung stellt, veranlaßt die Abgeber im Lieferungsgeschäft zur Borsiast. Bei allgemeiner Zurückhaltung hielt sich das Geschäft in der Berichtswoche in engen Grenzen, indes zeig.en sich ab und zu Deckungskäufe, wodurch größere Rückgänge vermieden wurden. Während Weizentermine sich im Verlause um 23A bezw. 1/«„Mark niedriger stellten, verlor Roggen gegenüber letztem Wochenschlutz mir s/4 bis IV* Mark. Im Warengeschäft ging es recht still zu, da der schleppende Mehlabsatz die Unternehmungslust der Mühlen unter Druck hält. Andererseits ist das Angebot, tote bereits erwähnt, keineswegs dringlich, auch fehlt es nicht an Gelegenheit zum Export, wenn die dabei gebotenen Preise auch nicht immer sehr rentabel sind. Hafer hatte gleichfalls sehr ruhiges Geschäft, da den Forderungen der Provinz entsprechend augenblicklich schwer zu verkaufen ist. Das Angebot ist indes nicht groß und drückt umsoweniger, als von, der Ostseeküste andauernd Ware nach Skandinavien geht. Rußland kommt wegen zu hoher Preise augenblicklich nicht in Betracht, dagegen offeriert Argentienien ziemlich billig, und damit standen mehrfach Abgaben für Mailieferung im Zusammenhang. Der einzige Artikel, für den sich auch in der Berichtswoche wieder gute Nachfrage bemerkbar machte, ist Braugerste; die Hoffnung, daß nach beendeter Feldbestellung das Angebot wieder größer werden dürste, scheint sich nicht zu erfüllen. Für russische Futtergerste waren die Forderungen bei ruhigem Geschäft leicht ermäßigt. Mais in alter Ware fest; für neue Ware hält sich die Kauflust zunächst zurück, da man bezüglich der Qualitäten Bedenken hegt. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttag in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche — Klammern () beigefügt ist, wie folgt: Weizen liche« Wortlaut wir noch nicht einmal kennen. Das geht Mchl'gegenüber einer so wichtigen Negierungsvorlage. (Zuruf links: Es ist ja keine Vorlage.) Tas gilt auch, wenn wir die Vorlagen nur zur Kenntnisnahme erhalten. Es wird sich ja auch darum handeln, ob der Reichstag die Ansicht teilt, daß cS sich nur um Vorlagen zur Kenntnisnahme handelt. (Hort! Hört!) Wir wechden prüfen, ob nach dem geltenden Recht nicht eine weitergehende Befugnis des Reichstags vorliegt. (Erneutes Hört! Hört!) Ich fjabe gehört, daß die Vorlagen nicht einmal Motive enthalten, keine Nachweisungen, auch keine Karte. (Lebhaftes Hort! Hort!) Da genügen nicht ein paar Stunden zur Prüfung der Sache. Es handelt sich um eine Weltvorlage. (Zustimmung und Hört! Hört!) Wenn wir morgen die Verhandlungen unterbrechen, so geschieht kein Schaden, im Gegenteil. Ich weiß nicht, ob Herr Baffermann mit feiner Fraktion schon Stellung zu der Vorlage nehmen konnte. ES kommt doch in vielen wichtigen Fragen der Wortlaut des Vertrages sehr in Betracht. Es wäre ein ganz ungewöhnlicher Vorgang, wenn eine Vorlage von so großer Tragweite von uns diskutiert wurde, ohne daß wir sie genau kennen. Wir muffen bei einer so wichtigen Vorlage, die von so ungeheurer Tragweite ist, besonders vorbereitet sein. Auch wenn wir die Sache nur zur Kenntnisnahme bekommen, ist unsere politis ch e V e rant - Wortung ungeheuer groß. Das wollen wir nicht leicht nehmen. (Beifall.) Abg. Dr. Wiemer (Vp.)'': Ms der Seniorenkonvent den Be- schluß faßte, am 8. November über Marokko zu verhandeln, geschah das unter der Voraussetzung, daß das erforderliche Material auch rechtzeitig zur Stelle sein würde. (Sehr richtig!) Tas ist his jetzt nicht der Fall. Tie Vorlage muß gedruckt und verteilt fein. Nachdem die Verhandlungen über Marokko solange gedauert haben, kann der Reichstag wohl für sich einen Tag zur Vordere!- tung beanspruchen. (Zustimmung.) Auch die Verhandlungen der französischen Kammer sind auf einige Tage verschoben worden. Entscheidend ist für uns aber nur der Gesichtspunkt, daß wir im Jntereffe des Reichstages wenigstens soviel Zeit verlangen müssen, daß eine eingehende und gründliche Prüfung des amtlichen Materials möglich ist. (Beifall.) Abg. Baffermann (Natt.): Einige Stunden, nachdem der Präsident verkündet hatte, daß die Verträge eingegangen seien, waren die Abkommen auf dem Bureau erhältlich. Ich fand, daß jede Begründung und jedes Kartenmaterial fehlte. , Ich nahm also an, daß es keine großen Schwierigkeiten bereiten konnte, dieses geringe Material zu studieren. (Heiterkeit.) Nachdem aber Herr Gröber in sehr dankenswerter Weise die Prüfung der Frage in Aussicht gestellt hat, ob es überhaupt genügt, eine solche Vorlage zur Kenntnis zu nehmen, bin ich so erfreut, daß ich gerne nachgebe. (Große Heiterkeit.) Ich ziehe also meinen Einspruch zurück. (Beifall und Heiterkeit.) Abg. Bebel (Soz.): Auch wir verlangen eine genügende Prüfung. Auch ich war höchst überrascht über das, was uns mit den Verträgen geboten worden ist ober vielmehr nicht geboten wird. In Frankreich ist die Zustimmung der französischen Kammer notwendig, im Reichstage sind wir noch nicht so weit. Glauben Sie, daß man es gewagt hätte, der französischen Kammer ' ein solches Aktenstück ohne Motive und ohne Karte vorzulegen? Man würde das energisch zurückgewiesen haben. (Zustimmung.) Wir müßten uns verständigen, überhaupt nicht eher in die Beratungen einzutreten, ehe nicht das ganze Material zur Stelle ist. (Heiterkeit.) Präsident Graf Schwerin: Herr Baffermann hat seinen Einspruch zurückgezogen, mein Vorschlag sst _aj.fo einstimmig angenommen. r'# ^Schluß 6ZL iMQ . „ 217'/ (—21/,) München 230 (— 2) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Dez. Mai 212.50 (— 1.75); Budapest April 201.00 (— 0.15); Lwer- pool Dezbr. 163.95 (— 3.45); Pans Novbr. 203.90 (- 8.80); Chicago Dez. 145.60 (— 6.10). Roggen: Berlin Dez. 184.75 (— 0.75), 'Mai 192.75 (— 1.25). Hafer: Berlin Dez. 184.25 (- 0.50), Mai 187.25 (— 1,75). Futtergersle: cif Hamburg Nov. 133.50 (- O.50), Dez. 134.75 (— 1.00). Mais: Mixed Dez.-März 127.00 (— 0.50), Donau Okl.-Nov. 129.00 (— 2.50), Odessa lchwun. Eingesandt. •(Sur Form und Inhalt aller unter Dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 7. November 1911. Wie vor einigen Tagen int Gießener Anzeiger bekannt gegeben wurde, sott die Haubenlerche, die im Dienstag-Abonnement und auch als Sonntagsvorstellung bereits gegeben wurde, im Abonnement nicht mehr wiederholt werden. Tte Abstcht der Direktion, nicht alle Stücke — besonders ältere — durch das ganze Abonnement gehen zu lassen, ist selöstverstEttch tm Interesse der Abonnenten nur anzuerkennen, weil ihnen dadurch mehr Gelegenheit geboten wird, ihre Gutscheine zu verwerten. Ta aber gerade diese Vorstellung künstlerisch besonders hervorragmd war, erlauben sich einige Abonnenten der Direktion den Vorschlag zu machen, die Haubenlerche an einem beliebigen Theaterabend nochmals zur Ausführung gelangen zu lassen. • Wie kommt es, daß nächsten Freitag roieberim Abonnement „Tie Jungfrau von Orleans" gegeben tvird, die doch erst vor drei Jahren durch das ganze Abonnement ging. Ist denn ein solcher Mangel an klassischen Stücken vorhanden, daß man zu den bereits hier aufgeführten wieder greifen muß? Z. B. ist im Neuen Haus „Kleist, Körner, Ludwig uno Uhland" noch nicht zu Wort gekommen. Ferner ist „Rosenmontag" ebenfalls noch nicht ausgeführt worden. Ich meine, im Interesse der Besucher unseres schönen Musentempels, dre doch z. T. |d)on seit Bestehen des Theaters abonnieren, ser eine Neueinstudierung derselben Stücke — dazu noch in so kurzer Zeit — nicht am Platze. Nervöse Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit Dieses sind keine Krankheiten an sich, sondern nur Erscheinungen infolge eines mangelhaften Blutzustandes in welchem gewisse Bestandteile, wie Lectthm und Eisen nicht genügend vorhanden sind und dadurch die Nerven nicht genügend gespeist werden. Die io oft angewandten Beruhigungömittel tonnen im besten Falle nur vorübergehend Linderung bringen, sind aber auch sehr oft von schädlicher Wirkung aus den (Seiamtorgauiomus. Es ist nun gelungen eine Verbindung von Lecithin und Eisen herzustellen, welche von Autoritäten als die wertvollste anerkannt wird und dieses glückliche Präparat staben wir in Leeiferriu, welches wegen seiner prompten Wirkung und seines angenehmen Geschmackes all gemein AuweuMma findet. Von Tausenden mit Erfolg erprobt wenn andere Mittel erfolglos blieben. Leeiserrtn (Ooo-Lecithin-Eisen) kostet M. 3.— die Flasche. Beim Einkauf achte man genau auf das Wort Leeiferrrn. In Apotheken erhältlich, ganz sicher von Universitäts-Apotheke Gießen und Alte Universitäts-Apotheke Marburg. Dn/10 Bei Magenkatarrhen der Erwachienen muß eine leicht verdauliche Nahrung gegeben werden, welche dem Körper außerdem recht viele Nährstoffe zuführt. Als solche Nahrung ist „Küfer e", welches sehr zuträglich ist und durch seinen Gehalt an Eiweiß- und Mineralstoffen eine kräftige Nahrung darstellt, zu empfehlen. [hv7/1(> Schlachtviehpreise in Frankiurt a. M. Fleischpreise in Gießen Schsen Kälber Sch ueine 50 Kg. Schlachtgewicht 75—97 >Mk. Kg. Schlachtgw 75-103 Pf. */, , , 60-63 „ >/, Kg. 82-90 Pfg. , 76—80 , , 70—90 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen ^2735033^^^^7- Machen Sie bitte folgenden Versuch: Bei Ihrem nächsten Kaufe eines Paketes Quaker Oats entleeren Sie den Inhalt auf den Tisch. Dann beachten Sie die grosse Menge, welche Sie für Ihn. geringe Ausgabe erhalten haben. Untersuchen Sie weiter, ob Sie irgend welche Unreinlichkeiten zwischen den Flocken finden können. Sie werden solche nicht finden, denn Quaker Oats ist ausschliesslich reine, gesunde, kräftige Nahrung. Si 500,000 Gratis - Löffel für Quaker Oats Konsumenten Sie brauchen nicht zu warten, bis Sie sämtliche Gutscheine beisammen haben, senden Sie uns per Postanweisung Jfc 1.25 und wir werden Ihnen den Löffel sofort zusenden. Dieser Betrag wird Ihnen zurück- s erstattet, wenn uns bis zum s1 31. Dezbr. 1912 die erforder- > liche Anzahl Gutscheine zu- ? gesandt wird. Abt.bpQuaker Oats Company, ? m. b. H., Hamburg.