Ntot Hl Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten. >4 *,r R- t aus fielen fünf vom Tllche Ailelhei. 7 *' UL irie-Akdei* P i J-* >0/ ließen, besserer bat den Abdul \? a m i b , der sich anscheinend iviebcr bei Gesundheit befindet, sprach seinen Tank aus und Sultan um die Erlaubnis, ihm ein Bild seines j. 1892 i. P. ». 1888 i. S. s. 1909 1 9. K)9 10, . 6.59 7." Mann, 20 wurden verwundet. Nach einer Meldung bei Agence Havas aus Fez er einen Adjutanten zu seinem Bruder Abdul Hamid und lies; sich nach seinem Befinden erlnndigen, übrigens das erste Mal seit dem Thronwechsel, wo ein Verkehr zwischen den beiden Brüdern stattsand. Ter Adjutant erhielt den Befehl, hinzuzufügen, das; der Sultan nicht nach Saloniki gekommen fei, um das Schicksal AbdulS zu verbittern, sondern weil politische Rücksichten es notwendig erscheinen •. * ündb. ab 1905 Mb, ab 1906 — Roch einmal der Valleysche Komet. Ter H.'schc .Hom. t sckcinr hinterher etwas von dem gut macken ;u wollen, was er bK seiner diesmaligen Wiederkehr zunächst gesündigt hatte. Nachdem man geglaubt hatte, von ihm bereits in den ersten Monaten dieses Jahres Abschied nehmen zu müssen, hat er sich noch Um von So 8. . . . . ..... Wb. ab IM nl,. . , . 'onn.r.llOsH'^ un(el< v. 1889. v. 188» . »ach abzcst. ■ • L&0 9.- 0.- 8,25 Z.- 1.50 9.50 iO.- 1.30 JJK 9.- ).~ 0.- 3.20 7,40 . . 2000t unk. b. 1913 . . 1000c io et 5 ■ Pünktlich ist denn auch der für den Lustsport Begeisterte in Frankfurt und logiert sich bei Frau Aja ein, die „immer biefelbe ist und bleibt, wie sie war! Fürtrefslich gut und jung u,id froh!" Aber der Luftschisfer ließ auf lief; warten. „Wir sind hier in der närrischsten X'aßc von der Welt", berichtet Merck am 26. September Anna Amalia. „Noch wissen wir nicht gewiß, ob der Ballon heure steigen wird. Alle Vorbereitungen sind gemacht, die Besazung ist zum Teil ausgerückt, das Gerüste ist fertig, die Fässer zur Verfertigung der inflammnblcn Luft sind eingerammelt, und noch ist uns der Wind nicht günstig.- Er gehr ungeheuer stark, und wenn er sich gegen Mittag itrcht legt, wird nichts aus der Sache. Heule früh um 5 Uhr ward « Die Begegnung öes Sultans Mohammed und feines Bruders Abdul Hamid. Gin englisches Blatt weiß über die Ankunft Mohammeds V. noch einige interessante Einzelheiten zu berichten: Kurz vor der Landung des Sultans in Saloniki sandte einander getrieben. . Auf französtscht kö IN.. 2inb angesagt, daß er zwischen 2—3 Uhr steigen würde. 11 Uhr kam ein Courier von der Bornheimer Heide Blanchard in's rothe Haus, er würde nicht steigen. politische Wochenschau. „ .. . M . Ziesten, 10. Juni. Nachdem der Reichstag und die Landesparlamente Der fagt worden sind, ist die Zeit der Kongresse und Hauptver sammlungen angebrochen. Ueberrasckiend groß ist das Be dürsnis, über Schulfragen und kirchliche Angelegenheiten sich auszusprechen und neue Wege zu sinden In verschie denen Verbänden tauchten gleichartige Anregungen und Vor schlage, aus. Ter evangelisch soziale Kongreß hat eine sehr interessante Aussprache über Schule, Lehrerstanb und Eltern Haus gehabt. Was der Weimarer Seminarbirektor Mu thesius über die Sd)iilc als Faktor der sozialen Erziehung gesagt und was der Marburger Professor Rade dabei er glanzt hat, klang wie eine ernste Anklage gc;yn den heutigen Schulbetrieb. „Wo bleiben denn die Väter und Mütter?" so soll Professor Rade gesagt haben. Es ist unverkennbar, daß unsere Zeit neue und dringliche Anforderungen an die Schule stellt. Vor allem wird die Schule eine bessere prak tische Verbindung mit dem Elternhause suchen müssen. Nimmt man aber diesen Standpunkt ein, so wird man der Einheitsschule schwerlich noch das Wort reden können. Tenn wo aus der einen Seite die Mitwirkung der Eltern leicht zu erreichen ist, da steht man auf her andern vor schier unübersteigbaren Hindernissen. Gibt es hier im schlimmsten 3all gleichgültige und unbesonnene Eltern, so stehen dort die sozial bedrängten Väter und Mütter, die der Mithilfe ihrer noch schulpflichtigen Kinder bedürfen und der Lernlust und Bildungsempsänglichleit nicht die notwendige Förderung verbürgen können. Gerade in diesem Falt wirkt Und hilft ein mechanisch bureaukratisch betriebener Schul Unterricht wenig. In diesem Sinne hatte Herr Murhesius wohl remt, als er dafür eintrat, man müsse die Schule zu einem Abbilde des Lebens, zu einer Arbeitsgemeinschast machen, in der alle in Frage lammenden Formen des wirklichen Lebens nachgebildet werden. Tie gleichen Gesichts .unkte wurden auch auf dem „deutschen Erziehungstag" geltend gemacht, der am Mittwoch in Weimar ragte. Man begreift es nicht recht, wie Professor Baumgarten aus Kiel dazu tarn, so temperamentvoll he'-vorzuheben, daß er „an die unbegrenzte Möglichkeit, die Bildung der breiten Massen zu heben, nicht glaube." Es kann doch zweifellos mehr geschehen als bisher, und zwar nicht durch cüicJlebcrfHttc- rung mir unverdautem Wniensstosj, jonuern buraj intimere Berührung der Lehrer mit den häuslichen Verhältnissen ihrer Schuler. Professor Gurlitt bat darin ganz recht, daß die Beseitigung der Unlust und Verdrossenheit bet den Schülern immer mehr beseitigt werden müsse. Bei der Schafsung solcher freieren Formen des Schulunterrichts wird inan freilich um eine weitere Hebung des Lehrerstandes, um eine noch zweckmäßigere und gediegenere Vorbildung des Volksbildners nicht herumkommen Während aus bem evangelisch-sozialen Kongreß mit Siecht verlangt wurde, die Kirche möge unter Zurückstellung unfruchtbarer Togmeuftreitigleifcu iure Kräfte mehr in bet Richtung auf „Weckung ethischer Energie" mobil machen, hat man sich aus bem deutschen evangelischen Schul kon greß, der am Mittwoch in Tresden tagte, leider wieder allzu nachdrücklich aus die alten Formeln versteift. Man konnte diese sächsische Versammlung wohl eine Al-wehrveranstaltung nennen, beim irgcnD eine neue, förderliche Anregung ist nicht von ihr ausgegangen. Ter Präsident des sächsischen Neue Kämpfe der zranzosen in Marokko. Paris, 9. Juni. Tie Agence Havas meldet aus Fez ivom ö. Juni: Die Marokkaner griffen in der vergangenen N a ch t bas Lager an, wurden aber b n r ch A r t i 11 c r i c f c u c r, das ihnen große Verluste beibrachte, z n r ü ck g e t r i e b e n. Tic Kolonnen Brulard, Gouraub und Taibiez rückten in der Frühe aus dem Lager, um die Beni 'Utter zu zersprengen. ft - L LI Mkk M i Subtrui 6« H Loncocv«'.^.,, 6000, B raber griffen die tolonneu überall-' erbittert an, minb’cii aber unter starken Verlusten von der Artillerie aus- einführen, der iebem Familienvater bas Anrecht auf Sdr.il» unterricht für seine Minbcr sichert. Woeste aber und seine Getreuen wollen von Unterrichtszwalig und staatlichen Zu- schüssen sowie von Staaisaufficht bei den freien Schulen nichts wiisen. Noch war es zu einer parlamentarischen Entscheidung nicht gclommcn. Tic Spannung in der Partei- Politik hat aber den König zu in Eingreifen veranlaßt. Er hat, aus die Schiebungen einflußreicher Männer hin, mit den führenden Politileru».Besprechungen gepflogen und dabei auch beit liberalen Führer Tupont empfangen. Schol- laert sah sein Schulgesetz im Äraus scheitertl und dankte, wie wir gestern meldeten, ohne Astgabe von Gründen, an. Tic Linie triulutzh'ert. Sir feiert nicht nur den Fall des Schulgesetzes, sondern sie hofft bet den kommenden Wahlen im nächsten Jahre aus eine /vortsetzung ilye-5 Siegeszuges. Tem König aber wurde die Berufung eines neuen Minifte- riums nicht leicht gemacht. Ta die Klerikalen' grollen und die Lage zweifellos schwierig werden wird, haben der Kammerpräsident Eooreman und der bisherige Finanz- miniftcr Libaert den Posten des Ministerpräsidenten ab- gelcchnl. Wie uns heute gemeldet wird, hat sich darauf der König mit dem bisherigen Eisenbahnminister Baron de Br ogue ville in Verbindung gesetzt, der nach einer Bedenkzeit und anderthalbstünbiger Konferenz mit dem König dem Rufe folgte. '8< 350 65Ö 350 j'iC 6. Juni hat ein Kurier die Nachricht überbracht, die Bewohner von Melines öfnieten weder den Berabern noch den Franzofen ihre Tore. Mulal; Zin soll den Heiligen Krieg prollamiert haben. Ein anderer Kurier, der mittags cingetroffcn ist, meldete, die Franzosen seien in Ain Scfru angetommen. Ter sran^ösische Minister des Aeußern hatte heute morgen stoch teilte Betätigung der Meldung des „Daily- Telegraph" und des „Taily-Erpreß" erhallen, nach der die französischen Truppen in Melines cingezogen seien, doch hält man am Ouai d Orsay die Nacyrtclst keineswegs für unwahrscheinlich. Paris, 9. Juni. Aus Laras ck wird gemeldet: Tic Spanier haben dort gestern abend etwa dreihundert Mann ohne Zwischenfall gelandet. Später trat das Kon Lscher Truwr lalten. - \ , -lJtal.M--5 — )'>lnatd.trr- . — 1 Prina 'M . — immer nicht ganz empfohlen. In den lebten Tagen des April war cs Proseswr Barnard, der sich frc.lick in dem beneidens- werten Besitz des größten vcrnrvhrS der Erde befindet, bt* schieden, das merkwürdige Gestirn zu sichten. Die letzte Beobachtung, über die der Gelehrte jetzt seinen Bericht gegeben pat, stammt vom 25. April. Ti-1 Helligkeit des Kometen ivurde bet dieser Gelegenheit auf die in. Größenklasse geschätzt, die sich säst an der äußersöen Grenze der Siditbarleit befindet. Tic Abnahme der Helligkeit war nunmehr eine ,chr rasche. Da noch am 23. April eine Lichtstärke von 14> ?j)Dct 15 bestanden hatte. Am 25. Avril war der Komet von der Sonne 745, von der Erde 666 Millionen Kilometer entfernt. Tiintodi glaubt Professor Barnard, daß die Beobachtung des .Htinmelslörpers mit den größten photographischeit Spiegelfernrohren r ullercht noch bis in den nächsten Winter hinein möglich sein wird, aber erst, nachdem er hinter dec Sonne durchgegungen und am Morgenhtmmel erschienen sein wird, während er bisher am Abendhtmmel zu beobachten war. Zurzeit Hal auch Barnard mir seinem Fernrohr von einem Meter Oessnung die weitere Verfolgung autgegeben, da sie durch die zunehmende Länge des Tages aussichtslos gemacht wird. Uebrigcnd wird immer noch ein Streit um diesen Kometen unter den Astronomen fortgeiührt, der sich Darauf bezieht, daß er vor Jahresfrist feinen Schweif vorübergehend der Sonne zu gewandt herben soll, was allen bisherigen Auffassungen vom Wesen Der Kometen und von der Entstehung ihres Schweifes widerspricht. - - Internationaler Kongreß i u r MecresHeilkunde. In der zweiten wissenschaftlichen Sitzung des 5. mter* nationalen Kongresses für Meeresheillunde in Mol berg wurde eine Einzahl wiffenfchaftlicher Vorträge gehalten, an Die nch eine zum Teil angeregte (Erörterung anichwß. Besonders lebhafte Aussprache riet ein Vortrag des berühmten Berliner Kinderarztes P r 0 f. T r Baginskn über Seeflima und Kinder - Iranitfiten hervor. Baginsin empiiehll die Se bei Skrovhulose, warnt vor operativer Behandlung Der Llimpydrufenschwellungen, die an Der See geivöhnlid) von i löst zurückgel/e, und teilt überraschende Heilerfolge der See bei Hantlraniheiten mit. Rachurjche Kinder hätten namentlich an der italienischen Küste Aussicht cur Heilung. Unsere Küste fei zwar im allgemeinen zu empfehlen, aber es fei doch Vorsicht geboten. Tic Eriahrungen bei Bronchial- taiarrb, Brenchitie und Asthma seien günstig. Junge Säuglinge gehörten nicht an die See, ebensowenig wie andere !r?.nfc Kinder. Bet primärer Tuberkulose wirke Die See ,edoch günstig, offene Tuberkulose führe an Der See meist zu rapidem Verfall. — Von Den weiteren Vorträgen fanden namentlich Die Ausnihrungen von Tr. Effler - Danzig über die ausgezeichneten (iriolgc der mit verhältnismäßig geringen Kosten zu ^richtenden Walderholungsstätten an der See Beachtung. ibb. ab igtzz' • > Hbb. ab 1904 ' mbb. ab isq ‘ ' mbb. ab lang ‘ 1 Stil. . ' inbb. ab 1905 ‘ ' lh$, b. 19p) ' ' °b M Staatsminister Woeste, des neuen Schulgesetzes Dortrctcn. Schollaert db. ab 1901. ■ b. 1914 . . ml b. 1910 . mk. b. 1910. 10..... 10. . . . . . 4050ü 1/1911 "2043c Neue Briefe aus der Kindheit der Lustschiffahrt. Die eigentlichen Anfänge der Luftschiffahrt, ihr frühestes, allgemein bekannt gewordenes Stadium, das eine erste, das Publikum durchdringende Begeisterung entfesselte, fallen ja in den Beginn der Blütezeit unserer klassischen Dichtung und haben zahlreiche Aeußerungen unserer großen Dichter hervorgerufen, die mau in jüngster Zeit eifrig ge- fammelt hat. Einen neuen interessanten Beitrag zu dem leidenschaftlichen Interesse, das die Luftschiffahrt in der Goethe-Zeit erregte, bieten einige Briefe des Goethe-Freun- des Johann Heinrich Merck, der bekanntlich dem Dichter Züge zur Gestalt des Mephisto geliefert hat. In seinen vor kurzem im Jnselverlag zum erstenmal veröffentlichten Briefen an die Herzoginmutter Anna Amalia und an den Herzog Carl August von Sachsen Weimar erzählt er z. B. davon, daß der Erbprinz von H essen -Da r m stad t eine ganze Menge von „aerostatischen Bällen" mitgebracht habe, Die er in die Lust steigen lief;. „Unsere Köpfe sind ganz damit angefüllt, und man arbeitet jezo an einem, Der etwas int Großen leisten soll." Auch in SB c im ar veranstaltete man derartige Versuche mit luftgefüllten kleinen Ballons, und der Herzog gab aus seiner Schatulle manch Sümmchen dafür her, wie die noch fetzt erhaltenen Rechnungsbelege erweisen Die durch solche spannenden Experimente genährte Freude an der Ausbildung des Luftballons wurde zur hellen Begeisterung entfesselt, als der Franzose Blau chard nach Deurfchland kant und nun wirklich sich mit seinem Ballon in die Stift erhob. '.'7ach Darmstadt, wo Merck wohnt, dringt die Kunde, der berühmte Mann sei nach Frankfurt gekommen. „Blanchard ist ange lommen", schreibt er am 15. September 1785 au Earl August ,und wird den 25ten dieses, d. i. Sonntag über 8 Tage, in die Lufft gehen. Messieurs Ehamot und Tabor haben ihm seine Forderung bezahlt und,die ganze Entreprise über sich genommen. Wir leiden seit der Zeit hier i)en bittersten Hunger. Alles wird nach Frankfurt geschleppt. Es sollen der vornehmen Herren und Crachats so viel horten seyn als Sterne am Himmel. Ich werde mich mf einige Tage hierzu bey der Frau Räthin Goethe ein- kartieren. Die Menge Menschen soll ansehnlicher wie bey einer Krönung seyn". ließ bei der Behandlung den Parteiriß offen her wollte den „Schulschein" jüngsten, jetzt sechs Jahre alten Kindes schicken zu dürfen, gleichzeitig fragte er um die Erlaubnis, seinem Bruder einen Besuch abftalten zu Dürfen, was Die Minister aber nicht gestatten wollten Abdul Hamid sah die festliche Beleuchtung von feinen Fenstern aus, man hatte, mehr uim Hohn, einige'Lamp ions au seiner eigenen Villa angebracht, und als er das bemerkte, ordnete er an, daß sein Gefängnis genau so illuminiert und geschmückt werden sollte wie die anderer Häuser des Ortes. Bei der Landung wurden zwei Schafe, denen man die Augen ver blinden batte, vor dem Großwesir und dem Marineminister hergeführt und vor ihnen als Opfer geschlachtet. Die Fenster Der von Bulgaren und Griechen bewohnten Häuser waren alle geschlossen. Bewassnete Detektivs waren überall ausgestellt, selbst auf den Bal ko neu der Häuser, wo sie die Tarnen warnten, sich in Acht zu nehmen, daß nicht einmal ein Taschentuch Heruntersalle, da die Truppen den Befehl hätten, sofort zu feuern. An der Bahn nach Mo- naftir, die der Sultan benutzen will, wurden gestern vier verdächtige Männer erschossen. Saloniki, 9. Juni. Ter Sultan hielt in Der Moschee Hagia Soria ein Splanilif ob. Aus Der Fahrt zur Moschee wurde Der Sultan von Der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Er befindet sich sehr wohl Er teilte Dein Erbprinzen Justus Jzzeddin seine Befriedigung über den enthusiastischen Empfang mit. eben erhält der Erbprinz einen anderen Evurier, der versichert, Blanchard würde sein möglichstes tun, um das Pu bl 1 tum in feiner Hoffnung nicht weiter zu täuschen. Es ist hier, als wenn die Welt aus nichts anderm als Leuten mit Erachats und großen Herrn bestünde. Von Minute zu Minute vermehrt sich die Menge." Aber der Erbprinz von Hessen-Darmstadt und Merck müssen sich noch weiter gedulden. Blanchard kann nach- mittags nicht aufsteigeu. Der Wind ist so stark, daß er fein Zelt zerstört, in dem feine Gerätschaften geborgen waren. Eine volle Woche noch müssen sie warten. Am 3. Oktober endlich steigt Blanchard früh um 1 .11 Uhr auf und landet eine Stunde später bei Weilburg. Seinen Eindruck von dem Fluge schildert Merck der Herzogiumutter - „Tae', was mich am meisten rührte, war die fromme Bewunderung Der Zuschauer, Die so allgemein war, daß in feiner Brust Äthern genug übria blieb, seinen Bey fall laut zuzuruffen. Indessen ist s ein kleines Wagestück, und nichts weiter als eine angenehme Promenade, wo der Luftschiffer auf gemeine Kosten sich ein paar angenehme Stunden Der* schafft und dafür ungeheuer bewundert wird." ilhtim . • • • 1 , ld.-Sichill°.lM - . chlcrM ’■1881 ' Kr‘___Echn Blatt 161. Jahrgang Samstag, 10. Juni I9U ■i (Siebener 2liKcittcr B MM . General-Anzeiger für (vberyessen WM 'ur Die Tagesnurnmer Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Zteindruckerei n. Lange. Nedattion, Lrpedilion und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lmw-^E.Öe^^sür den 3 vormntags ü Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße (6a. Anzeigenteil: H. Beck. n lünbb. 161901 db. ab 1907 . ms*; ■ t b. 1913 * ‘ > . , ' > . -z. ,b6- cb 1908* ' ' ' ibb. ab 190$ ' ' '• ineliche Lo»e. , Mil ' ' ' . vr.A - ' ' ' 21t. W • ■ * . .ZrL, • ' Sireiw .......... ' ' ' Lin 10 ..... . • • . • * • , . i.P ' • • • • i.M(l ' . . • • * 100 '■ ulim. • • < - ' ' ' £uk30 ' Konsistoriums, Tr Böhme, verneinte es ausdrücklich,' das; „die Methode des Unterrichts oder der segensreiche Inhalt des alten Glaubens als etwas erscheinen könnte, das einer Veränderung bedürfe und einer Fortentwicklung fähig sei." Sachsen steht unmittelbar vor einer Volksschulreform. Soweit der sächsische Kultusminister Tr. Beek auf dem deutschen evangelischen Schulkougrcß über die Volksbildungssrage sich ausgesprochen hat, ist wenig Hosfnllng, daß in Sachsen neu zeitliche Fortschritte angebahnt werden. In Belgien ist es bei der Beratung eines neuen Schulgesetzentwurses zu einem Miuistersturz gekommen. Sdiollaert, der nähere Neckstsanwalt und Universitätspro sessor, der seit 1908 au der Spitze der Negierung stand und vor zwei Jahren das neue Militärgesetz zustande brachte, muß gehen. Ta in Belgien der Klerikalisrntts die parlamen tarische Mehrheit hat, so ist es klar, das; der Schulgesetz eutwurf keine liberalen Motive enthielt Ta er vielmehr den Unterricht der geistlichen Leitung überläßt, hatte Sdiollaert selbstverständlich auch diesmal die liberale und sozialistische Opposition gegen sich. Aber nicht diesen Widerständen allein hat er seinen Sturz zuzuschreiben. Sdiollaert steuerte im Fahrwasser der Jungklerikalen, wie man diesen Parteiflügel des belgischen Zentrums wohl nennen tann, der mit sozialpolitischen Zugeständnissen ganz nad) dem Muster des deutschen Zeistrums den neuzeitliche,1 Stimmungen der Wähler entgegcnlommcn und so die Madit der Kirche unversehrt erhalten will. Ter altklerikale, konservative Flügel aber lehnt sich gegen die neuen Strömungen aus, und sein Führer, der jetzt viel genannte frühere Landrat. Landkreis Gießen. Deutsches Aerch. Die „Nordb. Allgem. Ztg." schreibt zum 2 5. Regent- schaftsjubiläum des Prinzen Luitpold von Bayern: Mit 65 Jahren zur Leitung des Bayernlandes berufen, führte der Prinzrcgent mit milder, aber fester Hand die Zügel der Negierung. Von den Tagen, die den Prinzen an der Seite des Königs Wilhelm von Preußen auf blutgetränkter Wahl statt für die Einigung des deutschen Volkes wirken sahen, bis zu der jüngsten Feier zum Gedächtnis der Errichtung des Deutschen Reiches — immer bewährte sich der Prinzregent als treuer Förderer des NeichsgedankenS. Aus warmem Herzen bringen im Verein mit den Söhnen des Bayernlandes die Deutschen aller Stämme dem ehrwürdigen Fürsten aus dem Hause Wittelsbach am morgigen Tage ihre Glückwünsche dar. Der sozialdemokratische Parteitag soll vom 10. bis 17. September in Iena abgehalten werden. X Klein-Linden, 9. Juni. Unser Torf prangte bei der Durchreise des Großherzogspaares im Fahnenschmuck. Am Ortseingang nach Großen-Linden zu hatten Schuljungen eine Ehrenpforte errichtet. Um 1/o4 Uhr nahmen die Schulklassen hier Aufstellung und badeten Spalier, indem sie ihre Fahnen und Fähnchen fröhlich im Winde schwenkten. Um Ihr Uhr kam der erste Kraftwagen, in dem Großherzog und Großherzogin saßen. Sichtlich erfreut übe» die Huldigung der Schuljugend winkte das Paar nach beiden Seiten. In mäßigem Tempo fuhr der Wagen durch die Reihen der Kinder. — Tie Einweihung der Ehrentafel für die Kriegsve tera Ken ist auf morgen festgelegt. Um 9 Uhr ist Festgottcsdienst, darnach begibt sich der Kriegerverein zweck Ehrung der verstorbenen Krieger zum Friedhof. Beim Gottesdienst und auf dem Friedhof wirkt der Posaunenchor mit. Nachmittags ist eine allgemeine Gemeindefeier auf der Burg. Die Festrede hält der Bezirksvorsteher des Kriegerbezirks Gießen. -ck. Lang-Göns, 9. Juni. Die Beteiligung an dem G e s a n g s w e t t st r e i t hier wird allem Anschein nach äußerst zahlreich sein. Allein von Frankfurt treffen um 9,09 Uhr morgens etwa 800 Sänger mit Sondcrzug ein, während von Gießen etwa 350 Mann leilnehmen. Außer den regelmäßigen, natürlich entsprechend verstärkten Zügen fährt, noch ein Sonderzug zur Rückbeförderung der Sänger von Gießen bis Hanau-Ost. Die Abfahrt dieses Zuges erfolgt um 5,42 Uhr nachmittags, die Abfahrt von Lang-GönS 6,12 Uhr abends. Starkenburg unD Rheinhessen. d. AiaiNz, 9. Juni. Der Kaiser wird auch dieses Jahr im August aus dem Großen Sande eine Truppenschau abhalten. Wie wir vernehmen, soll der Kaiser am 14. August hierher kommen. — Am 28. Ndärz v. Js. war der 30 jäljrige verheiratete Geschäftsführer der Westdeutschen Holzindustrie hier, Jakob Koch aus Alsfeld, nach Unterschlagung von 8500 Mart flüchtig gegangen. Ter steckbrieflich Verfolgte wurde kürzlich in Italien festgcnommen. Heute wurde er ins hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Kreis Wetzlar. --- Krofdorf, 9. Juni. Richt nach Waldböckelheim, sondern nach Meddersheim im Kreise Meisenheim wurde Bürgermeistereisekretär von Bülow von hier zur Verwaltung der Bürgermeisterei berufen. Hessen-Nassau. ---Weilburg, 9. Juni. Am nächsten Sonntag wird hier ein Kornblumcntag zum Veiten hilfsbedürftiger Veteranen abgehalten. Auswärtigen Besuchern empfiehlt sich der Besuch der Veranstaltiing umsomehr, als vormittags und nachmittags bei freiem Eintritt Konzerte im Schloßgarten stattfinden und den ganzen Tag über in der Orangerie des Schlosses das Panorama „Die Kreuzigung Christi" von Professor Ohlsen besichtigt werden kann. Ausland. Carnegie stellte der holländischen Regierung 500000 Gulden zur Gründung eines Fonds für Lebensretter zur Verfügung. Die Witwe des verstorbenen französischen Ministers Rou- vier hatte den Wunsch ausgesprochen, daß ihr Gatte ein kirchliches Leichenbegängnis erhalte. Ter Pariser Erzbischof weigerte sich jedoch, diesem Wunsche zu entsprechen, weil das Parlament gerade unter der Ministerpräsidentschaft Rouviers das Gesetz über die Trennung der Kirche vom Staate erörtert und angenommen habe. In der italienischen Kammer wurde am gestrigen Freitag die Besprechung der auswärtigen Politik fortgesetzt. Marquis di San Guiliano betonte, Italiens Politik habe ebenso wie die der anderen Großmächte die Integrität des ottomanischen Reiches zur Grundlage. Er fuhr fcM: Ich erhoffe, gute Früchte von den bevorstehenden Besprechungen mit dem o t t o m a n i s ch e n M i n i st e r des Aeußern, der uns mitgeteilt hat, daß er den türkischen Thronfolger bei seinem Besuch beim König am 2. Juli wahrscheinlich begleiten werde. Die griechische Kammer genehmigte die Ausgabe einer Anleihe von 110 Millionen Drachmen. Die Suche nach dem versteck der entführten Ingenieurs Richter. Saloniki, 9. Juni. Eine sieben Mann starke Gendarm c r i c a b t e i l u n g , die auf der Suche nach dem entführten Ingenieur Richter mit dem Abstreifen der Umgebung des Klosters Palmosa beschäftigt war, stieß man auf dre i Hirten, als plötzlich eine vierte bewaffnete Gestalt aüftauchte. Da dieser Verdächtige fliehen wollte, schossen die Gendarmen ihn nieder. Der Tode wurde als ein Mitglied der Bande fest gestellt, die Richter entführt haben. Die Gendarmen arretierten die drei Hirten. Bei ihrem Verhör in dem Kloster im Beisein der Mönche ergab sich, daß auch Mönche an der E n t f ü h r u n g b e t e i l i g t sind. In einigen Tagen hofft man, das Versteck Richters ausgekundschaftet zu haben. unseren Dozenten. Ta war der berühmte Pädagoge Curl- mann, der tüchtige, wenn auch etwas bequeme Mustk- professor Thurn, der treffliche Historiker und Geograph Roth, der dicke, redegewandte und witzige Wahl, die Hilfslehrer F- e l s i n g und L a n g. Als Religionsprosefsoreu leuchteten Schwabe und Tiegel hervor. Wer es ernst nahm, konnte schöne Kenntnisse sammeln. Tie Schüler dieser Männer fühlen heute noch, nach mehr als 50 Jahren, welche treffliche Grundlage sie für ihren Berus mit hinaus ins praktische Leben nahmen. Auch an den alten Seminardiener Weiß erinnerten wir uns gerne. Er war ein Original und konnte reichlich grob werden. „Ist cs wahr, daß Sie sich mit Ihrer Trommel hinter einen Hollerbusch versteckten, als die Burg vor mehr als fünfzig Jahren erstürmt werden sollte?" fragte ein unvorsichtiger Fuchs. „Eich hag' Ihne inei' Gaißkann' off de Kopp, daß Säi de Himmel sor c Baßgei' ansehe'." rief der Alte grimmig. Da machte sich das Füchslein aus den Reisern und der. Alte schmunzelte, als ihm ein blanker Sechser als Beschwichtigungsmittel überreicht wurde. Der Wirtshausbesuch war untersagt. Trotzdem tranken wir bei Burk, gegenüber der Stadttirche, zuweilen einen Schoppen (damals noch ein halbes Liter!) delikaten Bieres für drei Kreuzer. Ein kleines Nebenzimmer — euphemistisch Ltidlamshöhle benamset — gab etwas Sicherheit. Aber Seminarlchrer Wahl gedachte uns auszuheben. Wir schlüpften, rechtzeitig gewarnt, hinten hinaus und über' die Entcngasse ging es durch ein enges, etwa einen Meter breites Gäßchen auf die breite Straße, die jetzt den stolzen- Namen „Kaiserstraße" führt. Wahl folgte uns durch das hohle Gäßchen. Bei seinem seltenen Umfang — 140 Zentimeter Taillenweite — ging es langsam vorwärts. Ueber- dies verfing sich sein Paletot in einem aus der Wand hervorstehenden Nagel. Bis sich der wohlbeleibte Herr los gemacht hatte, waren wir längst in der Burg und vom Zwinger aus in das Schlafhaus gekommen. — Zwanzig Jahre später erzählte der Schreiber dieses den Vorfall seinem Freunde Wahl, mit dem er gemütlich im „Hotel Trapp" zusammen saß: er erinnerte sich noch daran und fügte hinzu, daß ihn der tückische Nagel noch lange geärgert habe. Ein tüchtiger Violinist war Musiklehrer Felsing: er verzog das Gesicht, wenn falsche Töne herauskamen. Tann rief er: Greifen Sie fis. Der Geiger griff dann erst recht falsch und es gab eine „wundersame Melodei". Späte: exekutierten wir Quartette miteinander, wobei wir uni | an die Seminarzeit erinnerten- — Nun sind sie alle zur i großen Armee abgegangen und wir machen uns bereit 1 dazu. Aber ein gutes Andenken haben wir ihnen bewahr:. : Hequiescant in pacel _ ; Gcrichtssaal. Hamburg, 9. Juni. Das Urteil im Margarineprozeß, das nach zweitägiger Verhandlung heute verkünd:: wurde,, lautete gegen den Angeklagten I. H. Mohr weget fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit fahrlästigcc Nahrungsmittelfälschung aus 7 0 0 Mark Geldstrafe beirr. 70 Tage Gefängnis. Trier, 9. Juni. Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Rennfahrer Breuer wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Tagen hat n. a. die Chemische Fabrik, Aktien-Geselljchast, vorm. Moritz Milch & Co., Posen, 10 000 Mark gestiftet. Den gleichen Betrag gaben die Drahtseilbahnfabrik Adolf Bleichert & Co., Leipzig, und die Clchoriensabrit Heinrich Franck Söhne, Ludwigsburg. ** Ausflug der Bahnbeamten und -Arbeiter. Ain 18. und 25. d. M. maryt der hiesige Allgemeine Staats- Eifenbahn-Verein seine Jahresansflüge in je 2 Sonderzügen nach Limburg a. d. Lahn. Beabsichtigt ist n. a. die Besichtigung des hvchbedeutenden Domschatzes dort. Die Abfahrt der Züge von hier erfolgt an beiden Tagen nm 12,54 und 1 Uhr mittags, die Rückkunft abends um 9,28 und 9,51 Uhr. ** Vermißt. Tie 80jährige Katharine Hartmann hat sich am 8. l. Mts. ans ihrer Wohnung entfernt und wird seitdem vermißt. Ta sie sich mit Selbstmordgedanken trug, ist die Möglichkeit vorhanden, daß sie den Tod in der Lahn gesucht und gefunden hat. •• Fahrrad marder. Aus dem Hofe einer Wirtschaft in der Neustadt wurde am 8. l. Mts. ein Fahrrad, Marke „Gritzner", mit der Fabriknuuuncr 180 816 und der Polizeinummer G. 1593 gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. ** E i n Großherzogsbesuch im Iah re 18 3 0. Heber die Vorbereitungen zum Besuche des Großherzogspaares in der Provinz Oberhessen im Jahre 1830 gibt uns ein vorliegendes Aktenstück genaue Auskunft. Tex Hessische Landrat des Bezirks Gießen richtet an die bei der Reise in Betracht kommenden Gemeinden folgendes Ausschreiben: „Es wird der hiesigen Provinz das hohe Glück zuteil werden, unser hochverehrtes Fürstenpaar, dm Großherzog und die Großherzogin in ihrer Mitte zu sehen. Den 6. Juli werden die Allerhöchsten Herrschaften von Butzbach her nach Gießen kommen. Es wird nur diese Nachricht bedürfen, um amtliche getreuen Untertanen mit der größten Freude zu erfüllen und die Gefühle der Liebe und Verehrung bei der Ankunft des Regentenpaares auf angemessene Weise an den Tag zu legen. Man ist unterrichtet, daß den Gemeinden große Kosten verursachende Empfangsfeierlichkeiten nicht gewünscht werden; dagegen wird es angemessen fein, daß am Ein- und Ausgang der Ortschaften, die an der Chaussee liegen, Ehrenpforten mit Laubwerk und Blumen errichtet werden. Die ganze männliche Bevölkerung hat in der üblichen Tracht, in ganz reinem weißen Kittel zu erscheinen, die in Urlaub befindlichen Soldaten in Militärkleidung, also völlig ordnungsmäßig in Rock, Czako, Säbel, blauen Hosen und schwarzen Gamaschen, überhaupt in größter Propretät. Wenn bei dem Schmuck der Häuser Bänder verwendet werden, so müssen sie in den hessischen Farben rot und weiß sein. Tas Streuen von Blumen durch Mäbchen dürste angemessen sein und ein allgemeines herzliches Vivatrusen .wird ohne alle Bemerkung von selbst stattsinden. Tagegen ist das Schießen mit Böllern und Gewehren schlechterdings untersagt. Die Herren Ortsgeistlichen und die in der Gemeinde wohnenden Staatsdiener, die Bürgermeister und Ortsvorstünde werden sich bei den Ehrenpforten aufstellen, sowie die Schullehrer mit der gesamten Schuljugend. Bei der Ankunft des Großherzogspaares wird mit allen Glocken geläutet, lange Anreden sollen nicht gehalten werden, aber zur Ausbringung eines herzlichen Vivathoches wird die Untertanen ihr Gefühl treiben. Gießen, 30. Juni 1830. Ouvrier, Vermischte». * Ein Dampfer untergegangen. Auf dem 51 inuc ist der Dampfer Murawjew verbrannt. Die Ursache ins Brandes konnte bisher nicht ermittelt werden. Als da» ausbrach, wurde der Dampfer, der viele koreanische: Arveuca imr.icj noch 23 Proz., die 1833er sogar noch 33 Pcoz. am Leben. Die beiden letzten Jqhrc rissen starke Lücken. Am 3. Pfingstseiertage feierten wir noch einmal einen Familientag in Homburg v .d. H. Freund Baer, ei:_ Hessen-Homburger, hatte als Festleiter sür Leibesnahrung und Notdurft und für ein hübsches Lokal gesorgt. Die .Präsenzliste wurde ausgestellt. „Meine lieben Freunde!" erklärte der Schriftführer, „wer kann wissen, ob wir nicht den letzten Appell vor beut Abmarsch zur großen Armee abhalteu, denn 100—106 Semester Dienst in Erziehung und Unterricht der Jugend, erschöpfen die Kräfte und erinnern daran, sein Haus zu bestelleu." — Eine ernste Stimmung trat ein, doch nur für kurze Zeit. Schnell kam wieder eine muntere Unterhaltung in Fluß. Mein Nachbar aber, ein Mann mit schneeweißem Barte, aber munter blickenden Augen sprach: „fcerr! wie du willst, nur feine Eile nicht! 9hm begann' der Aufruf! Von 1858er Abiturienten, — und noch fünfzig Jahre bin ich bereit, mitzumachen, wenn es nicht schlechter geht wie heute." 50 an der Zahl, leben immer noch 12, also rund 25 Proz., davon waren 5 beim Appell erschienen. Von den 47 Abiturienten des Jahres 1859 leben noch 15, folglich 32 Proz. (eine stattliche Anzahl!), von der neun Vertreter anweseno waren. Der Jahrgang 1860 hatte 51 Mitglieder, die Anzahl der Lebenden konnte nicht festgestellt werden; erschienen waren 2. Nicht alle waren dem Lehrerberufe treu geblieben. Aus der Klasse von 1858 wurde einer Theologe. Die 1859er zeigten mehr Abwechslung: einer wurde ein berühmter Arzt in Neuyork; ein anderer wandte sich der Kameral- und Finanzwissenschaft zu; ein Dritter wurde Veterinärmediziner unb ein Vierter würbe Spezialist im Reckmungs- unb Kassewesen. — Von ben 1860ern ist zu melden, baß einer von benen, ben bie Preußen 1866 mit bem hessischen Hinterlanbe eroberten, ein tüchtiger Postbeamter würbe, ber seine Ruhejahre in Oberhessen verbringt unb sich gerne an seine Jugenbfreunbe erinnert, wie ber Kameraliste. Interessant ist, welche Berufsarten bie Söhne ber Lehrer ergriffen ober zu ergreifen pflegen. Auf bem Lande galt unb gilt noch heute ber Pfarrer als ber erste Mann im Dorfe. Darauf folgt ber Doktor (ber Arzt), bann ber Lehrer. Die Lehrerssöhne stubieren deshalb entweder Theo- logie ober Mebizin ober Philologie (Mathematik u. bgl.h b. h. sie werben Oberlehrer bezw. Professor? Noch ein kurzer Rückblick auf bie Seminarzeit möge gestattet sein. Die Jahre 1857—1859 brachten eine gewaltige Hitze — beshalb auch treffliche Weine. Wir Seminaristen verspürten nichts baüoit. Wohl aber verspürten wir eine ungeheuere Vermehrung ber cimex lectularius, bie wahrscheinlich auch ben hartnäckigen Pharao in Aegypten plagen halsen, wie in 2. Mos. 8. 1—29 zu lesen ist. Wir mußten schließlich bas Felb, b. h. bas Seminar räumen, benn es brach auch noch eine typhusartige Krankheit aus, an ber in kurzer Zeit fünfzig unb mehr Prozent ber Zöglinge erkrankten. Der Unterricht würbe geschlossen, wir eilten nach Hause. Erst Anfang Oktober, als ber gewaltige Donatischc Komet in seiner ganzen Pracht unb Schönheit am Himmel staub unb bie halbe Menschheit erschreckte — also baß sich manche junge Brautpaare schleunigst trauen ließen, bamii sie vor Weltuntergang noch glückliche Eheleute werben könnten — begann ber Unterricht iöieber. Ein bankbares Anbeuten bewahren wir bis zur Stunde (06 Semester! Eine Lehrerzusammenkunft. Von geschätzter Seite wirb uns geschrieben: Den wenigsten Sterblichen ist es beschieben, hunbert Semester aus dem Posten zu stehen, ben fie fiaj tn ber Juqenb gewünscht, burch fleißige Arbeit erreicht unb durch tüchtige Wirksamkeit ausgefültt haben. Der Lehrerberuf ist anftrengenb unb verantwortungsvoll. Das bedarf fernes Beweises. Wer ein halbes Jahryundert bar in tätig war, hat Anspruch aus Ruhe unb Aperkennung, stnd die Klassen, bie in ben Jahren 1856/58, 18d- tarissystemS. Die kleinste Bresche des Tarifs ertöte du- E n e r g i e der r u s s i s ch c n E r f i n d e r und die im Anfänge- Habium der Entwickelung befindliche einheimische Motorindu iic für Flugzwecke. — Ter Ministerrat stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Antrag des Finanzministers, in das Staatsbudget iur 1912 als auherordcnttiche Ausgaben 100 Millionen Rubel -um Ankauf der Billetts der Staatsrcntei einzustcllen, zu. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Giesien. Verlauf der Wikteninq leit gestern früh: Das über Gros; Britannien lagernde Hochdruckgebiet dehnt seinen WtrkungSberei^ Wieder anS, vernnclit sich aber gleichzeitig. Immerhin stellt eS für morgen heuere« Wetter in Aussicht. WelterauSsicbien ni Hessen am Sonntag dem 11. Juni 1911: feiler, ziemlich kühl. Die am Montag den 12. Juni cnbernumic Hebung fällt aus und nnbetTouuerStag dcn 15 d. MtS., abends 8 Ubr statt. B1-« Tas Kommando. Letzte Nachricyteru R.B. Darmstadt, 10. Juni. Der Borstand der nationalliberalen Landtagsfraktion hat dem Abg. 5) aas ru seinem 30jährigen parlamentarischen Jubiläum ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschschreiben geschickt, in dem ihm für seine ersprießliche Tätigkeit gedankt wird. Vei langen Sie franko crejrrn franko Ka’nloir I........Taj" U? von 14- 45 Pfennig Katalog TI........ Tapolo von y*- 71' Pfennig Kntalo JII........Txpctf von Hennig Rlngfreie Tapeten-Industrle C.Kupnch, Frankfurt n.M.0. Alte Ganae Nr. 14. Tanger, 10 Juni. Suiten-."1 in Ian rid’h Sonntag den 11 Juni 1911 Grosses Sommer-Fest Priiil-hz-Bolirridil erteilt zu jeder Tageszeit Th. Bäulke, Tanzlehrer Wolsitrahe 9, Ecke Kaiser - Allee. Gcbba> legte schon gegen bi; nrocienbei i von Kriegs- schiffen ie auen ließen, b;: ifente werden fc VERKAUFSTAG IHRER KÖNIGLICHEN HOHEIT OER GROSSHERZOGIN VON HESSEN ZUM BESTEN UNBEMITTELTER TUBERKULÖSER PERSONEN GIESSEN DIENSTAG DEN 13. JUNI NACHMITTAGS 3 UHR STEINS GARTEN vir bis zur ftr. e Pädagoge i:.' iä dequM 1L-. :ucr c. i witzige»-^ <"• ReligioMw.n^ :rvor. Ü' tmeln. Tie mehr alo öü en Beruf mit hiim E l Geb bas, der Vertreter bei Billige Ferien- reisen des „Studien-Reiseklubs Frankfurt-Berlin“ (Ide/e Mittelmeerfahrt qnnM Algier. Tunis, Carthago, Palermo. Monreal#-, OUUITL Messina, Taormina, Bocche di Cattaro, Venedig Orientreise Rinu stantinonel, Smyrna, Jerusalem, Bethlehem, UlU III, Kairo. Pyramiden). Kreta. Messina. Monte-Carlo Volle Verpflegung m. Wein, Landausflüge, Bahn- u. Wagenfahrten. Brosch, gratis t Ferd. Gtinthert, Frankf. a.M., Bieidenstr. 14 u frank.durch ' u.Lehrer O. HinE.Charlottenb..Kirc.hst'-.35. — mit Tanz —. auf der Pulvermühle wozu ergebenst einladet Stammtisch „Hallo" Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 Mnner-Vadeverem flfflv. 1836. Saison-Eröffnung! Aivimüi- und Äflikntihtr ♦ Lust-, Licht- und runnknbud .Mreöbeitrag für ordentliche Mitglieder Mk. 3.—, für auhcrordent- lidje Mitglieder Mk. 4.—. Zöhne von Mitgliedern können daö Bad bis zum 14. Lebensjahre unentgeltlich benutzen. Für Schüler, deren Väter dem Verein nicht angehören, ist der Beitrag auf Mk. ISO festgesetzt. D”/s Boote zn verleihen. Dieses neue Programm gehört mit ^ubcit Besten, die je im Biograph vorgesnhrt. Oas Geheimnis des Canon. Dieses graste amerikanische Drama, welches so spannend ist wie ein Canon Don le Roman, erregt bei den Zuschauern ein Interesse, welches nch bis zum Schlust immer mehr und mehr steigen, wo sich daö Geheimnis durch ein unerwartetes Ereignis ouftlnri. Moritz als Baucrnfäugcr. Aeustcrst komische Szene von Gabriel Timmorv, gespielt von Herrn Prince. Musik: Goldregen, Walzer von Waldteufel. Der Dämon. Spannendes Drama nach dem berühmten Roman des russischen Schriftstellers Michael Gurjewitsch Vcrntomof. 400 Meter lang. 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Die Zahl bet Ertrunkenen soll .ehr groß sein Weißerinnnm^ konnte reichlich zu: mit Ihrer Jwn® s die Arg vor w , sollte?" ,Wra. ic mei' ^Q‘^ann Siegel’ ;#• V. tä SMälein®’* atä ihm ein i* betreibt Inn™; . t X„Sbemt»n irdic. liWikn n® ä’belifat» W mmer-7^1 ■ lu-znheden. 3 «• tttvil einen - di-Dd-"^ 5*5'" i der Bur» .Mb kommen- ,‘SÄ> *U' uni i» urK ■" * Fortschritt. „Was tuast denn da, Hiasl?" — „F nia die Kuhglocken läuten, die Stadtleut' komm'n zur Sommer- Ruderklub.haffia' Gietzen 1906 Sonntag den U. 3uni 19U zu Gießen auf der (ahn XVI. Verbandr-Uegatta Beginn der Borrennen: vormittags 8 Ubr Beginn der Hauvtrcnncn: nachmittags 3 Ubr ES starten 33 Boote mit 157 Ruderern Während 6er Regatta Ttonzert Eintrittskarten 30 Psg., gültig für Dor- und Hauvtrennen, Militär ohne Charge 20 Psg. Festplatz: SchühlerS Bleiche. 3619 ____ i Tägliche ' Dampferverbindung i von damburg 8.00 Vm., (Sonnt«, fef h e=e Hotel Sehnte Vom 10. bis« 30. Juni 1011 Konzert der so beliebten Original TUrolcr Länger, Danzer und Musiker-Truppe _ D’Oefregger Direktion B. Pontiller „ 6 Damen (3745, 6 Herren Ansaug Louutags 5 Ubr Wochentags 8 Uhr» Wir lese ,VomZ I England nur bestätigt, das direkter n | inertsten So um sein Va Aktionen au gesunden, f allergrößten itin aber ni in der er si wird/ Eine I biitcfyauS pre Hinter im ah Ec e§ fant Äedeiiiiing un eich'chiießen rot ymcijiiien, den !,t in seinen (s -l'rc einer grc Mch wohl kai ^en ehemalig die leiten '«ne Lienstsühr -^ren Manin bildienste erivo ^enbe Oisizier Men, aber ei ^dlickt, mär Möglichkeit. bifiem Falle. ^'Dillen, jun Wjib «KU',: ff./51000 iteier ^y ein fiiiih«. ,e‘il°ren IjuBeit bis je friedigenden men, daß em schlossen wer in geringem japamim1 Entgegen Amerika fein krage mit En MN, 9mmii qelvährt, nacl robejapaniscl Arohgeslecht spanische Hl >rft im Herb leit gesetzt w 1912 seine M die Regi Was Den bewertet die pans aus Ti Deutschland । Ltatistik ist j Zapan zu 89 iiinjuhr aus Zapan bezieh land aus Ja dIM-M, 6m. Sonntag den 11. 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