Lusverkauf .’öintcrlanbbabu der tcd) llin< aufzufassen, Verhältnisjen ändern zu können. üteu □ d allen dem man gldiibc von ich, wer- 70 66 80 c 50 uert wenige Tage! Aus utiO LanS. Gießen, 8. Juli 1911. Ter Arbeitsnachweis im Kreis Gießen. 2ent Publikum scheinen die Vorteile der önentlichen Arbcsts- und Dicnstnachweise immer noch nicht genugcno bekannt zu nin. Es sei deshalb wiederholt darauf hingennesen, baß iidj im »reue Gießen bret derartige Nachweise befinden. In Gießen, (städtischer Arbeitsnachweis, Atterweg 9, Telephon 95; . in Gründers, Neustadl Telephon 4o, in Hungen, Ncugaffe 9, Telephon 43. Tie Vermittlungslätigteit erstreckt sich nur alle Arten von Arbeitern und Arbeiterinnen, sowie Tienstboten, beiondero auch landw Arbeitskräfte landw. Arbeiter, Knechte, Mägde, schweizer, Taglöhner usw.-, auch Kellner und Mirttchattsperional. Nur außerdeutsche Laiwnarbeiler sind oom Nachweis ausgeichlo" -n. 2i<- Vermittlung ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer kostenlos. In erster Lime wird die Besetzung freier Stellen mit im Streue seßhaften Arbeitskräftcrr erstrebt. Tie Arbeits- und DteMtnach- weise sollen den Arbeitgebern die Stellenbesetzung,, den Arbnt- nehmcru die Ltellenauffirrdung gleichermaßen erleichtern und w den Interessen der Gesamtheit dienen. Tie Arbeilsnachweisitellen sind auf Grund ihrer Zugehörigkeit zum Mitteldeutschen ckrbeits- nachweisverband, der in vielen Orten des Grotzher^gtums Denen, der Provinz .Hessen-Nassau uni) angrenzender Gebietsteile oficnl- liche Arbeitsnachweise uMerhält, tunlich't m den -stonD gesetzt, durch telephonische Anfrage bei diesem das ;ewerlö gewumchte Arbeitsversonal zu beschatten oder geeignete offene stellen nachA Die hinterlandbahn. L Zur „Sinn Anz." erschienen vor einiger Zeit einige Artikel über das Projekt einer Hinterlandbahn, in denen sich der Verfasser im Interesse des Hinterlandes entschieden sür bic Erschließung des Hinterlandes von Gießen aussprach. Leine Ausführungen erschienen uns beachtenswert genug zu fein, um einem größeren Publikum unterbreitet zu werden. Auf unser Ersuchen hin schreibt uns der Herr folgendes: In verschiedenen Aufsätzen vom Mai und Juni habe ich im „Hinterländer Anzeiger" eine Eisenbahn von Gießen über Rodheim, Krumbach, Altenvers, Rodenhausen, Wom melshausen, Bottenhorn und Niederoisenhausen nach Wallau an der Lahn und Biedenkopf vertreten und gegen Wetzlarer Angriffe verteidigt. Und ich komme nun dem Wunsche der Redaktion dieses Blattes gerne nach, wenn ich obige Bahn auch im „Gießener Anzeiger" zur Besprechung bringe Wenn es im „Hint. Anz." für mich in allererster Linie daraus ankam, die beiden vorgeschlagenen Anfangspunkte dec Hinterlandbahn, Gießen und Wetzlar, vergleichend zu beleuchten und eine von Wetzlar ausgehende Bahn ent schieden zu bekämpfen, so kann es hier nur meine Aufgabe jein, die verschiedenen Möglichkeiten der Linienführung einer von Gießen beginnenden Bahn ins Hinterland neben einander zu betrachten und die von mir als die beste er kannte Linie eingehender zu besprechen. Daß ich dabei die augenblicklich von Gießen vertretenen Bahnbauvorschläge einer gewissen Kritik unterziehe, ist wohl selbstverständ- iid). Ich glaube dabei nur den eigensten Vorteil Gießens im Auge zu haben. Und wenn dieser Vorteil nicht rein augenbiictlich fein soll, wenn-man bei dem Bau der Bahn auch an die Zukunft bentt, wenn diese Bahn nicht ein bloß augenblickliches, höchst ungesundes und bald ins Ltocken geratendes Emporfchnellen der wirtschastlicheu strafte nur dc£' Bieber- und Verstal es bewirken soll, sondern wenn eine etwas größere und bessere Bahn die Grundlage für ein vielleicht nicht so plötzliches, aber darum umso gesunderes, auch sür späterhin gedeihliches und dauerndes Auf- blühen des gesamten Hinrericmdes bis zur oberen Lahn hin bilden soll, dann fällt der Vorteil Gießens mit dem des Hinterlandes vollkommen zusammen. Und daß nur ein bauerndes Aufblühen eines ivirlfchaftlichen Hinterlandes von Gießen, das doch gewiß groß e r fei n in u ß als lediglich das Bieber- und Vers lal, für den Gießener Handel von wirklichem Vorteil fein [arm, das dürfte wohl jedem weiter Blickenden klar fein. noch viel mehr. Man fann in diesem aoIIc unmöglich zwei fliegen mit einer Klappe schlagen wollen Ja, wenn, von Gießen gesehen, dos Verstal jenseits Königsberg läge, dann ginge das wohl. Run liegen aber Könige l vers voii Gießen aus in zwei ganz verschiedenen Richtungen Eine solche Bahn würde nicht fnnbienförmig von Gießen auslaufen, wie das doch eine Bahn tun muß, sondern sie würde von Königsberg bis Reimershausen geradez i taugen tiol an Gießen vorbeiführen. Tas; Königsberg mit seinen Bodenichätzen, Hohensolms und lirba früher oder spater doch mit einer Bahn verbunden werden müssen, ist borb selbstverständlich; dafür bürgt schon die Richtung des Bieber- und Aartales, die gerade auf Gießen himveist. Aber eine solche Bahn kann von Königsberg itickn nach Kirchvers, sondern doch nur nach Niederweidbach und Bischoffen weiter geführt werden. Und dann kann sich eine Bahn nur dann recht entwickeln und lohnend machen, wenn sie nach Möglichkeit einer gradlinigen Reihe von Dörfern folgt, bic schon durch eine zusammenhängende Straße verbunden und auf einander angewiesen sind. Und diese Möglichieit bestehl doch hier. Ich meine die Dörfer Rodheim, Fellingshausen, Krumbach, Kirchvers und Altenvers. Tagegen gehören bic Toner Königsberg, Erda und Jrankeiibach geographisch und damit lotalwirtschaftlich durchaus nicht zusammen, was sich schon dadurch kundtut, daß Königsberg mit keinem der beideii anderen Dörfer durch irgend eine Straße ucr Hunden ist -und alle drei Orte durch Wälder von einander getrennt sind. Eine Bahn Gießen—Königsberg Kirchvers wäre meiner Ansicht nach durchaus etwas Halbes. Man verbaut sich auf diese Weise für später icbc Möglichkeit, in vorteilhafter Weise irgend eine weitere^Bahn ins Hinterland von Gießen auszusenden. Ter Schaden wäre für Gießen selbst gleich groß, wie für das Hinterland. Und der Schieneiiweg von Gießen nach dem Vers- und Salzbodc- tal wäre geradezu unnötiger und durchaus l.emm.nbcrweise um 6 Kl in. verlängert. Nein, erst baue mau die kürzere, schnellere, int Fahrpreis und in der Herstellung wohl bedeutend billigere Strecke nordöstlich am Tünsberg vorbei ins Verstal und behalte sich den Bau der anderen Bahn iiocr Hohensolms nach Bischoffen für lünftig vor. Tann hat man z w c i o r b e n t l i ch e Bahnen ins Hinterland und nicht ferneren Hinterlande, später einmal bet eine halbe. Von Kirchvers aus möchte man wohl am liebsten bic Bahn weiter nach dem Amlsgerichtsort G l a b c n b a di führen. Nun liegt aber Gladenbach so ungünstig und ist nach Süden von einem gewaltigen Bergrücken geradezu verrammelt, der eine solche Bohn technisch vollkommen unmöglich macht. Gladenbach ist durch eine von Gießen lomniciibc Bahn nur auf großen Umwegen zu erreichen Einen solchen will man wählen, indem man die Bahn au dem baulich allerdings billigsten Wege über Rcimershausen dem großen Bogen her Salzböbe folge nb,weiter itaai Dam in iinb Lohra zu bauen gedenkt. Ta mochte ich zunächst ein mal bemerlen, baß diese Linie zwischen Kirchvers und Tamm überhaupt nur einige eingehenden Mühlen und ein Dörfchen berührt: und dieses Tünchen, Reimershaufen, hat, glauve ich, noch nicht einmal 1UO Einwohner, wahrend bic wichtigen Dörfer Altenvers, Rollshausen, Seelbach und Roden- I'äufcu vollkommen unerschloffen abseits liegen bleiben, llnb dann, was den Endpunkt der Bahn anlangt, so ist es stadl politisch — ich meine in Bezug auf den wirtschaftlichen Einfluß Gießens im Hinterlande — von der größten Bedeutung, wo die neue Bahn in die Herborn—Niederwal- erner eimiiünbcn foll. Gießen will doch jedenfalls ^über Lohra durch die neue Bahn Handel und Verkehr des Salz- bödetales an sich ziehen. Ich glaube Grund zu der Behauptung zu haben, daß das cm geradezu aussichtsloses Beginnen ist. Maßgebend dafür, ov der Verkehr, der von Hartenrod und Gladenbach talabwärts kommt, über Lohra nach Marburg oder Gießen geht, ist zunächst der Umstand, ob Lohra—Marburg oder Lohra-Gießen kurzer nt. Nmn dürfte ja an sich Gießen von Lohra ruhig etwas weiter entfernt feilt als Marburg, ohne daß Gießen gerdoc zu fürchten brauchte, der gauze Verkehr ginge nach Marburg, eoeujtoeil Gießen au wirtschaftlicher Anziehungskraft Marburg überlegen ist; aber, selbst wenn die Gießener Bahn aus dem 'kürzesten Wege über Fellingshausen und Krumbach.gebaut würde, würde der Entsernuugsun'lerschied viel zit sehr zu ungunsten Gießens ausfallen. Marburg würde um ziemlich genau 11 Stui. näher liegen; wenn die Bahn über Königsberg und Erda gebaut werden sollte, gar um 17 Km. -ter Fahrpreis 4. Klasse von Lohra und somit von Gladenbach, Weidenhausen usw. nach Gießen würde um 25 bezw. 35 Pfa. teurer fein als der nach Marburg. Dazu kommt noch, daß die Länge der Fahrzeit auf betben Strecken noch viel mehr zu ungunsten Gießens ausfallen bürrtc, da zwischen o0hra U11b Gießen manche Steigungen zu nbcriuiubcn find und die Züge an viel mehr Ortschaften zum Anhalten gezwungen sind, kurz, da die Gießener Bahn so, wie sic gedacht ist, neben der Herborn-Marvurger geradezu eine Kleinbahn würde. Ich glaube also bestimmt, daß Gießen nie hoffen kamt, durch eine Bahn nach Lohra un ^alz- böbetat wirtschaftlichen Einfluß zu gewinnen. Wer irgenb- wie einmal gezwungen |cm sollte, aus bem ^atzbodetal nach Gießen zu reifen, der würde jedenfalls nicht über Rodheim, sondeni über Niederwalgern fahren, weil bicjer Schienenweg ebenso lang, wo nicht noch kürzer ist als der über Rodheim, selbst wenn wir den Ausbau der kürzesten «inie nordöstlich am Tünsberg vorbei annehmen: und zweitens, weil die Fahrtdauer über Mederwalgern unverhältnismäßig kürzer sein wirb. Durch bic neue Bahn nach Lohra würden also für den Verkehr zwischen Gießen und dem Salz- bödegebiet überhaupt feine neuen und gunst i g en Bedingungen geschaffen, die die seitherige Bahn über Ricber- walgern nicht schon geboten hatte, -tie Handels- und Wirt- . scha'flsbezichungen zwischen Gießen und bem ^alzbobegebiet • würben sich in keiner Weise bessern. Wer von Hartenrob, : Gladenbach usw. zur stabt muß, wurde nach wie vor , totsicher den schnelleren, kürzeren und billigeren Weg nach i Marburg wähleu. Die Lohraer Bahn wäre ut der Tat ; weiter nichts als eine Erschließungsbahn des Bieber- und L Verbales. Als Anfangsftreckc einer größeren, fpater bis zum oberen Lahntal auszubauenden eigentlichen Hinterlandbahn kann sie doch unmöglich gedacht sein. Sic kann fchon deswegen auch nur mittelmäßigen Verkehrsansorderungen en nnö ”ht wahr- Zehen wir uns einmal die vier Linien ganz kurz an, < Die Gießen hat vermessen lassen, um banu die günstigste da- j joii auszubauen. Tic südlichste berührt nach einer kurzen ; Klederweibbacher Bemerkung im „Hintl. Anz." Nieberwcib- : Dfld). Genaueres weiß ich, ofsen gestanbeu, über diese Liuic nicht. Toch vermute ich sehr stark, baß sic an Königsberg unb Hohensolms vorbeiführen soll, um über Nieberweid- bad) bei Bischoffen iu bie Herborn — Niederwal- ferner Bahn eiuzumünben. Tiesc Linienführung ist sehr natürlich unb gut, unb ich glaube bestimmt, baß sie früher ober später einmal ausgebaut wirb. Allein ich vermute ebenso stark, daß Wetzlar einer solchen Bahn jetzt Die größten Schwierigkeiten machen wird und zwar hier wohl mit Ersolg, weil diese Strecke zum großen Teil durch den Kreis Wetzlar geht. Außerdem wurde diese Bahn die rein örtliche Bedeutung haben, Gießen mit dem Arrgruud wirtschaftlich zu verbinden. Eine spätere Fortsetzung weiter nach Nordwesten, tiefer ins Hinterland hinein, ist ausgeschlossen, weil hinter Bischoffen mächtige, fast unbewohnte Gebirgsrücken, den Weg versperren unb alle Täler bieses Gebirges nordöstlich-südwestliche Richtung haben, also schon rein technisch eine Weiterführung der Bahn unmöglich mad)cu. ' Tic übrigen drei abgemessenen Bahnen sind eigentlich nur verschiedeue Abarten ein und derselben Linie, bic über Robheim, Kirchvers unb Reimershausen nad) Damm geführt werden soll, uni bei Lohra in die Herborn—Nieberwalgcrncr Strecke einzulaufen. Tie drei Abarten unterscheiben sid) biird) bie vcrschicbenc Linienführung zwischen Robheim unb Kirchvers. Tic erste verbinbet diese beiden Orte auf dem kürzesten, schnellsten, billigsten, natiir- lichsten und technisch am leichtesten ausführbaren Wege über Fellingshausen und Krumbach. Tie zweite mochte auf bicfcn viel einfacheren Weg verzichten uub dafür die oberen Biebertalgruben unb Frankenvach berühren, also südwestlid) am Tünsberg vorbeiführen, um bann' von ber ^rankeubachcr Höhe mit sehr großen technischen Schwierigkeiten in bic Versniebernng nach Kirchvers hinunterzugelangen, -ttc britte will hierzu noch bie Königsberger Gruben unb Erda mitnehincn, wodurch die baulichen Schwierigkeiten der Bahn ^Hohe zwischen Biebertal und Erda» noch bedeutend erhöht werden unb die Bahn einen ungeheuren Bogen nach Westen beschreibt, der mehr als doppelt so lang sein durste als die einfache Verbindung von Rodheim unb Kirchvers norböstlich am Tünsberg vorbei. Nun fei ja zugegeben, baß burd) bie Strecke über Königsberg mit seinen Erzen eine Ortschaft berührt wirb, bie eine Bahn wohl ganz gut wirtschaftlid) machen kann. ^Nebenbei bemerkt Hai Königsberg für ben Gießener Hanbel als solchen fast gar feine Bebcutung. > Aber auf ber anberen Seite wirb die Entfernung zwischen Gießen unb bem Vers- unb rtt-^ gern näher treten würde, dann würde eine solche Bahn, sie Gießen unbedingt braucht, und) menschlichem Ermessen, jedesmal an dem Kostenpunkt scheitern, den der Umbau der Verstalbahn seiner zu großen Steigungen unb seiner in scharfen Kurven wegen erforbern müßte; einem Kosten- junrtc, ber, soll ber Umbau zur völligen Befriedigung mrchgesührl werden und nichts Halbes entstehen, ben Kosten eines vollständigen Neubaues der Bahn wohl gleiditommcn dürfte. Ich vermute auch fehr stark, daß die Absicht, ben Personenverkehr ber Bahn elektrisch zu betreiben, den tcd)' uischen Bau berselben, bie Einrichtung ber Haltestellen usw, ui einer Weise beeinflussen wirb, die bic Kosten bes. Umbaues iiod) wesentlich erhöhen würben. Also, man wirb gut tun, so von Anfang an bic Hinterlaubbahn tcrcii und größeren Gesichtspunkten . , unb man wirb spater nicht ein unbesonnenes Unternehmen, bas nur bem augenblicklichen Nutzen diente, bereuen müssen, ohne dann noch etwas au den geschaffenen dessen ;*-Blnseo, 6 Blasen 0116 ’M Seide. -Q'Kleider ^“^PoSlile0^’* toulard M Mäntel, cte> Morgenröcke Matine. mand sollte versäumen, äusserst günstige Kaul- enheit zu benutzen, führe, wie bekannt, nur te Fabrikate, uhwarenhaus Herbert arl Herbert Marktplatz 2 a-11 faum Rechnung tragen, weil man bei dem Bau der Bahn^ bcr doch nur eine einmalige Ausgabe ist, viel zu sehr auf möglichste Herabminderung der Baukoftcii bedacht i'k: eine Sparsamkeit, die hier wohl durchaus unangebracht fein dürfte. Mit wenig Geld kann mau nur eine schlechte Bahn bauen, uub wenn man etwas Gutes, wirklich Brauchbares haben null, muß man cs sich aucki etwas kosten lassen. 'JAan beabsichtigt, bei bcr Bahn Steigungen bis zu der >?Mie 1 :30 mzulassen. Tic Regierung gestattet auf ben Staate* ncbeiibai.ncn als höchste Steigung nur eine solche von 1 :4O. Ferner sollen bie Kurven der Bahn, bamit am Ausschachten von Einschnitten mib am Ausschütten von Däinmen gespart wirb, viel gekrümmtere und stärkere werden, als sic selbst bei staatlichen Nebenbahnen Vorkommen Tas hat erstens ■ ur Jolgc, bar, bic Geleislänge und somit die Fahrzeit größer wird: und zweitens können auf einer Bahn mit solchen scharsen Kurven und so großen Steigungen auch nur mittelmäßig lange, schwere oder schnelle Züge kaum verkehren. — „Tas sollen sic ja anch überhaupt nicht,' wird man mir vielleicht entgegnen, „bic Bahn ist nicht als durchgehenbe Vcrbinbungsnebcnbahn, sonbern nur als Erschlicßungsiiebcubahu gebadit." Dem möckite ich mit aller Entschiedenheit entgcgcnhaltcn, daß Gießen in seinem eigensten Interesse iinbcbingt auf eine Bahn Einarbeiten muß, bic re mit dem ferneren, eigentlichen Hinterland, mit dem Salz- böbc , Pers- und oberen Lahntal verbindet. Wenn Marburg sein Ebsdorser Kreisbahnchcn, das leiiicswcgs etwa schmalspurig ist. mit billigem Geld als Erschließimgs'vahn. mit scharfen Kurven und großen Steigungen m den Ebs- boricr Grund gebaut hat, dann ist ein solches Verfahren dort mir gerechtfertigt, weil Marburg nach seiner ganzen Lage nie hoffen tau», eine längere, größere ^l'cbenbahu nach Südwestcn in den Vogelsberg zu bekommen. Für Gießen und bas Hinterland treffen aber solche Verhältnisse durchaus nicht zu. Gießen ist bic bedeutciibstc Stadt, das Wirtschafts- und Verkchrszcntrum des gcsamicn Lahn- gebieies. Von ihm gehen nach allen Richtungen Bahnen aus, vier Haupt-, drei Nebenlinien und eine Kleinbahn, nur noch nicht ins Hinterland. Und daß eine Bah» nach Lohra als eine Bahn, bic ben wirtschaftlichen Einfluß Gießens auch int Norbivesteu ausdehueu soll, md)t in Beteacht kommen kann, bas glaube ich vorhin bewiesen zu haben. Eine Bahn nad) Lohra, bas iü zu besürdflen, wäre vielleicht aud) geradezu, eine Einladung an Wetzlar, das ja tauge nicht so leistungsfähig ist wie Gießen, aber mehr auf finanzielle Unterstützung des preußischen Staates rechnen kann; es wäre das eine Einladung, seinerseits bie vorn ferneren Hinterland so sehr gewünschte Berblubung nach bem Silben als Wetzlar- Friebensbors—Biebenkops auszubauen, eine Bahn, bereu Verlauf nach Wetzlar bas Hiiiterlanb im Gruube genommen sehr bedauern würde. Ein erfahrener und einflußreicher Burger Bicbculopss hat mir erst lürzlich geschrieben, baß er nicht eine Bahn nach Wetzlar, sonbern eine solche nach Gießen für bie einzig richtige halte. Ich mochte bod) meinen, das sei öczeichnenb für bie Stimmung im iiorblichcn Hinterland. Gießen würbe borr guten Boben unb sehr viel begeisterte Zustimmung jinben, wenn es mit Kraft auf ben Bau einer Bahn be- itäi’bc, bie von Gießen bis zum oberen Lahntak vor- bringt. Turd) Führung bcr Bahn nach bem EubpunkL Lohra, bas nebenbei bemertt, überhaupi feine besonbero Bebcniniig hat, unb ihre fleiubähnähuliche Bauweise begibt sich Gießen gerabczu jeber Aussicht, einmal eine brauchbare staatliche Nebenbahn nach Norbweslen - - uad? anberen Richtungen Hal cd bereits welche —, nach zu befommen. Wenn Frage bcr Weitcrfüh- bis zur oberen Lahn Drittes Blatt 161. Jahrgang Nr. 158 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» firofec 7. Expednion und Verlag: e-o öl. Redaktion: e^U2.Tek.-Adr.:AnzeigerDiesen» Tie „riehener ZamiliendlaNer" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für ben Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „ranbwirlschaftUchen Leit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Samstag, 8. Juli 1911 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universttäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gderheffen 89 46 83 35-91 49 42 70—75 37 72 42 83 48 48 46 59 Morgens, mittags und abends ScottS Emulsion trt 46 öl 104 99 92 47 43 85 92 88 78 Gl 55 63 59 55 62—63 62—63 59-60 61—62 55-00 60 Jahre alt. — 29. 71 Jahre alt. Sterbefälle: '49 Jahre alt Nur rcht mit dieser Marte—deuiFifcher — dem Ocrcnlir» -eichen des Scott, scheu BersahrenSs *-geborene: Juni 30; Dem Landwirt Wilhelm Wieder^ MM -eine Tochter, Anna, Märkte. O. Wiesbaden. Viehho^-Marktbericht vom 7. Juli. ’lluUrieb; Rinder 66 (Ochsen 16, Kühe 50, Bullen 00), Kälber 97 Schafe 50, Schweine 2.0. 62 62 Das Urteil des KreiscmZschusses vom I. ^uni d. I., wonach das Gesuch des Christian Schunck von hier um Erteilung der ''Wirtschaftsronzession in dem Joutzschen Hause auf dem Marktplatz abschlägig beschieden worden ist, wurde verlesen. Dr. Vogt und Oppenheimer waren beauftragt, wegen Herstellung einer Unterführung für den Personenverkehr am Uebergang des Lauptbahnhofs mit einem Vertreter der Eisenbahndirektion .Frankfurt a. M. mündlich Zu unterhandeln. Beide erstatteten in ausführlicher Weise über die mündliche Besprechung Bericht. Es wurde beschlossen, hierfür einen Zuschuß zu den Kosten von 7000 Mk. zu bewilligen. Die Anschaffung eines Rauchhelms und von 10 Uniformröcken für die Feuerwehr wurde genehmigt. 'Die Ausarbeitung eines Ortsstatuts wegen Ein- führung der M i l ch ko n't r o l'l c wurde beschlossen. regelmäßig ein Löffel Scotts Emulsion kann Wunder wirken. Als appetitanregendes, leicht verdauliches, wohlschmek- kendes Kräftigungsmittel für Erwachsene und Kinder hat sich Scotts Emulsion seit 35 Jahren bewährt. «eivtch: 49 ; «Juni 29. Emilie Löchell, geb. Förster, Eleonore Berck, geb. Knierim, Rentnerin, Alten-Suseck. Juli 5. Friedrich Deines, Taglöhner, Büdingen. wird von unL auLschlieblich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Origmalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke Micher mir dem Dorsch). Scott L Bowne, G. m. b. H_, Frankfurt a. iUL Bestandteile: Feinster Medijinal-Levertrai, 1 oo,O, prima Glyzerin 50,0, unkerphoSvhorigsaurer Kalk 4,3, unrerphoLphorigsaureS Natron 2.0, pulo. Tragant 3,0, feinster arab. Gummi pulv. 2a Wasser 12s 0, Vllkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Manoel. und Gaultheriaöl je 2 Tropfen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes 45—47 81—85 m Larsen, Kühe. Dollflelfchige ausgeinästete Färsen höchst. Schlachtwertes 47—52 VoUfleischige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwerles bis zu 7 Jahren. . 40—44 77—80 Aeltere ausgemäslete Kühe und wenig gut entivicteUe flingereKühe «.Färsen 35—39 Kal der. ßeinste Mastkälvec 62—64 103-106 dJiUtleu Mast- und beste Saugkälber . 58—61 96-102 Geringere Alast- und gute Saugkälber 53-57 89-95 S ch a le. Weidemastschafe 40-44 80—86 Schweine. Bollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 47—49 VoUfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 47—49 Bollfleischige Schweine über 2'/, Zentner ~ Lebendgeivicht 46—47 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht .... ......47—48 Sauen 43—00 Alsfeld. Geborene: Juni 27. Dem Lehrer Karl Zoll ein Lohn, Karl. — 30. Dem Grosch. Geometer 1. Kl. Werner Ploch em Kohn, Hans Remhold Karl. Sterbefälle: Börfen-Wochenberichl. = Frankfurt a. M., 7. Juli. Tie Tatsache, daß die Börse die erschwerten Geldbedingungen zum Halbjahresschluß verhältnismäßig leicht ertragen hat, legt Zeugnis dafür ab, daß der Heimische Effektenmarkt in durchaus gesunder Verfassung sich befindet. Dafür spricht auch der Urn- Itand, daß die deutschen Märkte allen politischen Meldungen eine gewisse Ruhe eMgegengebracht haben. Die Ent- lendung etne§ deutschen Kriegsschiffes nach Agadir hat wohl mic der Straft einer unangenehmen Ueberraschung gewirkt, deren verstimmenden Eindruck man sich nicht entziehen konnte, um- lowenlger, als die durch die Reisezeit gesteigerte Neigung zu Posttwnsloiungen das Kursniveau ohnehin zur Schwäche disponiert und auf politische Beunruhigungen besonders empfindlich reagieren läßt, dringendes Angebot war jedoch auf keinem Gebiete Qufgefceten. Es konnte zwar nicht ausbleiben, daß die Kurse eine Abschwächung erfuhren, was sich auch daraus erklärt, daß die Spekulation nach dem glatten Verlauf der Termine einige Meinungskäufe l>orgenommen hatte, aber dabei hat der Marit ferne Fassung nicht eingebüßt, ungeachtet einer stärkeren Ermattung der Auslandsbörsen. Daß die Börse dabei auf eine Seit der Ungewißheit gefaßt ist, zeigt die Zurückhaltung, die man Ian den Dag legte. Günstigere Momente vermochten nur ge- riiigeii Einfluß aus die Stimmung auszuüben. So wurde durch die Politik auch der anregende Einfluß paralysiert, den die hoffnungsvollen Situationsberichte vom amerikanischen Eisenmarkt unter anderen Umständen hätten ausüben müssen. Wird doch von Amerika zum ersten Male im laufenden Jahre eine aufsteigende Preisbewegung am Roheisenmartt gemeldet, eine Nachricht, die erkennen läßt, daß die Besserung, die sich am Markte der FerLigsabrikate bet Union anbahnt, an Ausdehnung gewinnt, auch vom Hcimischen Stabeisenmarkt tvlrd em Aufschwung des Geschäfts gemeldet, was die rheinisch- wejtfalische Stabeisenhändler-Vercinigung veranlaßt hat, von einer Herabsetzung der Preise Abstand zu nehmen. Gleichzeitig wurde gemeldet, daß die linksrheinische Gruppe des Vereins dentiaier Eisengießereien eine Erhöhung der Gußeisenpreise vor- genommen und der Zinkhüttenverband für September eine Her- Standesamtsnachrichten. Gießen. - Aufgebote: Juni 30. Johannes Wilhelm, Erdarbeiter M Metzen, mit Maria Holzapfel in Klein-Linden. — 30. Jakob, genannt Karl Ahlheim, Kaufmann in Rodalben, mit Anna Maria Sibylla Neuschaefer in WorrnS. — Juli 1. Karl Weith, Großh Geometer 2. Klasse, mit Henriette Kallenbach, beide in Gießen — 3. Karl Bloß, Bierkutscher, mit Katharina Jacob, beide in Gietzen. —- u. Johann Georg Christian Beck, Bäcker, mit Berta Charlotte Zapf, beide in Rehau. — 5. Jakob Keßler I., Maurer, mit Katharine Hermann, beide in Steinbach. Eheschließungen: Juli 1. Erich Eckerlin, Apotheker, oüt Minna Dauernheim, beide in Gießen. — 1. Johannes Meurer, Installateur, mit Wilhelmine Hofmann, beide in Güßen — 1. Leopold Friedrich Moritz Müller, Fabrikarbeiter in Essen, mtf Emma Elise Niepoth in Westenfeld. — 5. Gustav Hinne Kaufmann in Neuß, mit Marie Karpf in Gießen. Geborene: Juni 25. Dem Eisenbahnschaffner Heinrich Linkmann eine Tochter, Else Elisabeth Amia. — 25 Dem Spengler Georg Alliller eine Tochter, Anna' Katharina. — 26. Dem Kassier Wilhelm Wirth eine Tochter, Elise DLaraarete 27. Dem Geschäftsführer Einil Götz ein Sohu. — 27 Dein Taglöhner Christian Pitz eine Tochter, Lina. — 28. Dem Maschinisten Karl Stiegler eine Tochter, Gertrud Emma Maria. — 30. Dem Feldwebel Johann Karl Schwarz eine Tochter, Emmy Margarete Auguste. — 30. Dem Gerbereibesitzer Wilhelm Georg Christian Becker eine Tochter, Anna Henriette. — Juli 1. Dem D^itzbinder Karl Käs ein Ä>hn, Heinrich. — 1. Dem Former Friedrich Hermann Hetzger ein Sohn, Friedrich Hermmui o, L^ltorbene: Juli 2. Felix Sonneborn, Kaufmaim, 34^ahrc alt Neuenweg 17. — 3. Anna Krack, 3 Monate alt, Kaiser-Allee 3 a. — ß. Emilie Puth, 29 Jahre alt, K'linik- srraße 32, a) Standesamt Krofdorf: Gemeinden Küizenbach, Krofdorf-Gleiberg, Vetzberg. d)StandesamtLaunsbach: GemeindenLaunsbach,Wißmar .. lchließungen: Juli 1 Heinrich Römer, Taglöhner, mit Katharina Gerlach, beide in Vetzberg Geborene: Juli 4. Dem Weißbinder Ludwig Frey in Wißmar ein Sohn, Gustav Adolf. - 5. Dem Maurer Wilhelm Volkmann in Krofdorf eine Tochter, Erika Katharine ^n^?rbefälle: Juni 30. Konrad Wagner, Landwirt in — Suli 2. Eduard Schieferfdein in Krofdorf, 11 Jahre alt. Lußetzung der Preise b.schloffen hat. Aber ebensowenig ioie die Ausblicke, die sich somit auf den amerikanischen und heimischen Eisenmarkt eröffnen, vermochte auch die starke Erleichterung, die der Geldmarkt nach der Ueberwindung des Quartaltermins aufweist und die in dem fortschreitenden Rückgang des Privatdiskonts zum Llusdruck kommt, kräftigeren Anreiz zu bieten M o n t a n w e r t e stellten sich meist wieder niederiger, nur Har- vener, Gelsenkirchener und Lothringer Eisenwerke waren begünstigt. Andere Jndustriepapicre zeigten wenig einheitliche Haltung. Schwächer lagen chemische Werte und Maschinen- sabnkaktien, von denen nur Pfälzische Nähmaschinen und Schnellpressen Frankenthal einiger Kauflust begegneten. Elektrizitäts- Werte gaben etwas nach, nur Edison und Lahmeyer hielten sich besser. Gummipeter konnten sich auf die Einigung der Gesellschaft mit ihrer Bankverbindung um 15 Proz. erholen. Banken lagen zum Teil schwächer, ebenso Bahnen, nur Raab Oedcn- burger und Czakathurn Agramer waren begünstigt. Schiffsfahrt s w e r t e blieben behauptet. Heim. F o 1U> s sind Bruchteile gebessert: fremde Renten meist etwas schwächer. Privatdiskont 2s/z Proz. zuweisen, ohne daß auch hieraus bis auf Weiteres besondere Kosten für die Inanspruchnahme erivachscn. Tie Verwaltung des Arbeitsnachweises hat auf die Gestaltung des Inhaltes der Arbeite- und Dienstverträge in keiner Weise einznwirken, auch in dieser Hinsicht feine Verbindlichkeit zu übernehmen. Ebensowenig fann sie aber auch eine Verantwortung für die. nach- gewiesenen Stellen, ArbcitS- und Dienstkräste übernehmen, ^lus- giebigften Gebrauch von den gemeinnützigen Einrichtungen zu machen, liegt im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitern. ** Geometer. DaS Patent als Geometer 2. Klasse erhielten die Geometergehilfen Theodor Uhl aus Steinheim für den Kreis Gießen, Theodor Gerlach aus Stockheim für den Kreis Büdingen und Anton Konr. Schrohl aus Alzey für den Kreis Mainz. " Schülerfahrt des Deutschen Flotienvereins. Am nächsten Montag beginnt die diesjährige Schülerfahrt an die Wasserkante. Von Gießen haben sich 9 Primaner nnd Sekundaner der hiesigen höheren Lehranstalten gemeldet, um unter Führung des Lehramts-Referendars Hahn an dieser Aahrt teilzunehmen. Tic Kosten belaufen sich ans 60 Mk. vruh morgens geht es nach Kassel, dem Treffpunkt für die Teilnehmer; gegen 5 Uhr ist die Ankunft in Hamburg. Nach Besichtigung des Hafens und der übrigen Sehenswürdigkeiten geht es am folgenden Tage hinaus nach Stellingen zu dem weltberühmten Hagenbcck'schen Tierpark. Von Hamburg aus erfolgt die Weiterfahrt nach Kiel zu einem mehrtägigen Aufenthalt. Hier wird die Flotte, der Torpedohafen usw. besichtigt. Nachdem dies alles in Augenschein genommen, geht es weiter zur Besichtigung der Schleusen des Nord-Ostsce-Kanals. Darauf über Brunsbütülkoog nach Helgoland. Hier werden wiederum die nautischen Institute besichtigt. Am anderen Tag gibt es ein Bad an der Dune. " Fernsprechwesen. Die Firma Ernst Balser hat die diesjährige Abgabe ihres Verzeichnisses der Fernsprechstellcn in Gießen erscheinen lassen. ** Pv statisches. Jeder Landbriefträger fuhrt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, das zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Paketen, Nachnahmesendungen und Zeitungsbestellungen, sowie der zur Frankierung der.Sendungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung van Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt jeder Inhaber einer Posthilfsstelle für die bch dieser niedergelegten Wertsendungen. Es ist zweckdienlich, daß die Aufgeber die Eintragung in die bezeichneten Ännahme- bücher eigenhändig besorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbriefträger oder den Posthilfsstelleninhaber überzeugen. Laubach. . r € n €: J^ni 26. Dem Kutscher Karl Peter eine Toch- ter, Emma. 30. Dem Landwirt Christian Stroh II. ein e-ofin, Friedrich - Juli 1. Dem Pedell Ernst Weiß eine Tochter, Toni. Sterbefälle: Juli 1. Viktoria Emma Groß, 32 Jahre alt« --- 5. Bernhard Von-Eiff, 6 Wochm alt., Lang-Göns. J^^orene: Juni 30. Dem Schuhmachermeister Christian Avemann em Sohn, Walter. oSt£r>r-bcf O1^2 SEI. Anna Marie Appel, 18 Jahre alt. - 2 Mrnna Leitner, 3 Jahre alt. - 2. Zwei Kinder (Zwillinge) des Landwirt Hemrich Appel, tobgeboren. Friedberg. Aufgebote: Juli 3. Jsioor Blumenthal, Ingenieur in Kastel, nnt ^rma Kahn in Friedberg. — 4. Karl Schmidt, Bilch- halter in Friedberg, mit Bertha Wolf in Ranstadt. ??eschließungen: Juli 1. Georg Philipp Friedrich Künstler, ^reiner m ?yrie£>berg, mit Karoline Katharina Maria Justine Auguste Keinpf in Ockstadt. Geborene: Juli 1, Dem Taglöhner Karl Christian Scheu- rrch ein Sohn, Karl. Sterbefälle: Juni 30. Paul Schmidt, 6 Monat alt. Großen-Linden. Eheschließungen: Juni 24. Ludwig Dern IV., Kvn- düor in Großen-Lind en, mit £ina Wörner in Oscheim. — 25 Wilhelm Fischer, .Schreiner, mit Christina Müller, beide in Großen- Linden., rciein-Linden. Eheschließungen: Juli 1. Johannes Gärtner, Loko- mvt!rvheizer, mit Mane Jung, beide in Klein-Linden, ttrosdorf. Vermischtes. * Eine freundliche Bitte an die Presse. Als kürzlich in einer süddeutschen Stad: — aus gewissen Nücksichten möchten wir den Namen veischweigeu — die Gememdekollegmmssitzung zu Ende mar, erhob sich ein älterev Herr und sagte: „Ich hätte ,vohl den Wunsch, daß die Presse, die uns immer in dankenswerter Weise ihre Aufmerksamkeit schenkt, künftig den S ch l u ß s a tz w e g- läßt. Unsere Versammlung ift schon um 9 Uhr zu Ende und da geht man noch ein Glas Lier trinken. Es werben auch manchmal zwei Glas, ein paar Herren spielen Schcükopi und man kiebitzt ein Piertelstündchen und so kommt man gegen 1 Uhr nach Hause. Am andern Tage sitzt man, nichts Böses ahnend, da und liest die Zeitiing, und da hält einem dann die teure Gattin den Versamm- lungsbericht vor die Nase, ivo in der letzten Zeile sieht: „Schluß der Sitzung 9 Uhr". „Und du bist erst um 1 Uhr aus der Lersammlung helmgekommen?" Natürlich gibt es bann eine unangenehme Ausemaiibersetzuiig. Was liegt daran, „Schluß 9 Uhr" zu schreiben I Ter Antrag fand allgemeine Unterstützuna lind der Vorsitzende übermittelte ihn unter vieler Heiterkeit der Presse. Wildwest in Paris. Der diesjährige 14. Juli, der große Nationalfeiertag der Franzosen, wird den Parisern eine wunberliche Ueberraschung bringen: über bie Boulevards werden mit wilden Schreien Hunderte von amerikanischen Cowbons und Rough Riders sprengen, Lassos sollen durch bie Lütte schwirren unb aus dem Boulevarb Alichel wirb sogar ein regelrechter Ueberfad auf eine alle amerikanische Postkmsche ftatt- inben. Freilich wird wohl kaum Blut stießen, beim bie milden Sohne der ivestlichen Prärien, bie Paris erobern mallen, sind in ihrem Privatleben fleißige amerikanische Studenten, die zu Ehren des NalionalsesteS ihrer Wirte und Kammilitanen den Parisern ein Schauspiel mildwestlichen Lebens geben mallen. 300 der in Paris studierenden amerikanischen Alusensöhne haben sich bereits zu- fanunengefunben, um hach zu Raß, den Revolver im Gürtel und den Sofia in bet Hand, durch die Straßen der Seinestadt zu galoppieren. Leihgestern. Geborene: Juni 25. 2)cm Maschinenführer Gustav Grams eine Tochter, Frieda Anna. — 30. Dem Bahnarbeiter Ludwig Weber eine Tochter, Emma. Lich. Au f g eb o t c; Juli 6 Friedrich Philipp Eise, Maurermeister in Lich, mit Marie Reinhard in Lenheim, Kr. Gr -Gerau Geborene: Juni 29. Dem Londnnrt Christian Eise eine Tochter, Anna Elisabeth. — 29. Dem Taglöhncr Heinrich Schwing ern Sohn, Ludwig. o_ Sterbefälle: Juli 1. Karl Klücker, Sattlermeister, 8.7, Jahre alt. — 3. Konrad Götz, Hausbursche, 42 Jahre alt. Londorf. . E he sch Ite Bungen: Juli 2. Philipp Rabenau, Landwirt in Londorf, mit Marie Wißner in Geilshausen. Geborene: Juli 2. Dem Wachtmeister Friedrich Johann Herweck eine Tochter. Schotten. ufgeböte: Juli 3. Johann Heinrich Eise, Metzgergehilfe, Mit Mana Schroder, beide in Schotten. Wkfetf. Aufg ebvt e: Juni 27. Heinrich Körber, Lackierer in Alten-Buseck, mit Wilhelmine Mauk. — 28. Wilhelm Eckhardt Eisenbahngehilfe in Wies eck, mit Lina Höres in Lumda — Juli 5. Wilhelm Döll, Weißbinder in Trohe, mit Maria Frischholz in Wieseck. . Geborene: Juni 25. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Weller ein Sohn, Otto. — 25. Dem Taglöhner Hermann Weller eine Tochter, Emma. — 29. Dem Zigarrenmacher Ludwig Seibert em.Lohn, Otto. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schmeine mittelmäßig. Preis Durch- pra 100 Pso. schnittspreis yebe"qbewft?tla4:' 100 Pfund Ochsen. v°n-?lSvon-biZ veben6/5.4t» Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—51 87—91 Junge, sieychige, nicht aitsgeinäste und ältere ausgemästete 45—48 84—87 Ungejachte 50—62 90—95 Lull en. Landkreis Gießen. — Großen- Linden, 8. Juli. Zu dem morgen hier stattfindenden Kriegerfest ist ein Sonderzug eingelegt, der um 1- Uhr in Londorf abgeht, an allen Stationen hält und um 1,01 Uhr hier ankommt. — Grünberg, 7. Juli. Die 5. Hauptversammlung des hessischen Lehrerturnvereins, die am 14. und 15. Juli hier stattfinden sollte, ist wegen Verhinderung des Vorsitzenden bis zum Herbst verschoben worden. Kreis Medberg. l. Butzbach, 7. Juli. Gemeinde ratssitzung. Der Antrag des GemeinHerats Heyd, die Wassermesser öfters ohne Antrag der Wasserabnehmer zu revidieren, ob sie nicht reparaturbedürftig geworden sind, wurde gutgeheißen. Als Hrlssschütz für die Monate August, September und Oktober wurde Johannes Binzer von hier angenommen. Das Gesuch des Kaufmanns Georg Dinkel von hier um Ueberlassung der Markthalle zur .Abhaltung eines christlichen Festes am 23. Juli d. I. wurde genehmigt. Die herrenlosen Tauberi, die in den hiesigen Türmen und in den Stadtmauern nisten, sollen durch die Jäger abgeichossen werden, nachdem sich dreselben überzeugt haben, daß sie herrenlos sind. Die Verfügung des Ministeriums der Justiz vom 22. Juni d. I. betreffend: Ortsbauplan der S-tadt Butzbach; hier Feststellung einer neuen Grenzlinie zwischen der Zellenstrafanstalt Butzbach und bem südlich der Kleeberger Straße gelegenen Baugelände, wurde verlesen; sie lautet: „Wir sind nicht in der Lage, von den Bestimmungen des mit der Gemeinde Butzbach abgeschlossenen Vertrags, insbesondere auch nicht von § 3, abzugehen. Der Gemeinderat beschloß, diese Angelegenheit auf Grund des abgeschlossenen Vertrags nochmals durch den Bauausscknß prüfen zu lassen, ob nicht eine Entscheidung der 'Latidstände herbeigesührt werden kann. Kuverts mit Firma milUl IO Illi < I ßl Uia druckerei. Gießen. Schulstr.7 Familien-Nachrichten aus andere» Orten. Gestorbene: Frau Dina Schick in Lab-Nauheim. — Herr Konrad Grün in Flensungen. — Frau Louise Thomas, geb. Couvely, in Wetzlar. — Herr Wilhelm Hagner in Aßlar. — Herr Eberhard Kämpfer in Lindenberg (Kr. Siegen). — Frau Henrietle Hofmann, geb. Cunz, in Sinn. — Frau Anna Marie Becker, geb. Titschler, in Ober-Gleen. — Herr Louis Heger zu Schalksmühle. Um die Kindersterblichkeit energisch zu bekämpfen, ist'es wahrend der beißen Monate gefahrbringende frische Kuhmilch fortoulaffcn unb an deren Stelle eine leicht verdauliche, gleichbleibende, keine Verdauungsstörungen verursachende Nahrung zu geben. 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