Die heutige Nummer umfa&t 20 Seiten. E S wenig zeitgemäß inngeftaltet: Handel, Landwirtschaft und O.-Burg zu Rheinbreitbach. Rudolf Herzog. S Ö *\ £• wurden von dec Zweiten Kammer noch und die Landgcmcindevrdnung unter s 85 Tu nut der Jugend, sie mit dir, — O Auierstehungsivunder! Tie pietit aur alles Kunstgezier Und den Aeilheieuplunder. Tie stürmt mit fchweigendem Gemüt Ins jonnemvarn.e Leben, Und hageU's m die Psirsichblül', Herrgott, halb blüh'» die Rebell 1 Und nah'» dte '.Weifer, gratngesinnt. Und deuteln deine Tugend, Weil» eiaub |ie und verschollen sind, Fährst du — ms Land der Jugend. A -r S A Dach und Fach gebracht und zwar leider nicht unter Berücksichtigung berechtigter liberaler Wünsche. Tie Erste Kammer hat die Bestimmung gestrichen, die den Volks- Kriegslasten aufgewalzt haben. Bis das große, noroa,rika- nische Kolonialreich seinem Mutterlande rechte Freude be- schullehrcrn bei Gemcindewahlen das passive Wahlrecht ver leihen wollte. In der Zweiten Kammer hat man diese Aenderung schließlich hingenommen. Wir glauben, diese Beschränkung der staatsbürgerlichen Rechte eines Standes ist weder zeitgemäß, noch durch besondere Befürchtungen gerechtfertigt. Durch solche Ausnahmebestimmungen wird nur bist es Blut gemacht. Man hätte auch die Gemeinden nicht in dieser Weise zu bevormunden brauchen; wollen sie keinen Lehrer in ihrer Vertretung, so brauchen sie ihn eben nicht zu wählen. Aber das soll niemand die Osterferien verbittern, auch den Lehrern nicht, deren Ansehen sicher nicht gemindert wird. Mögen sie darin Trost finden, daß man bei diesem Gesetzesparagraphen von der Erwägung ausgegangen ist, das Lehreramt stehe zu hoch und bedeutungsvoll da, als daß man es den Wogen eines Wahlkampfes preisgeben möchte. 3 3 n 3 Cf -ZK P 3‘ S& ff r <-S — Eine neue .Heilmethode. Die Forschungen der letzten Jahre haben gelehrt, daß die besonderen Wirtungen mancher Mineralwasser nur ihren Gehalt an sogenannten „Radiutn- cmanationen" zurückzulühren sind. Daraus erklärt sich auch die bis vor wenigen Jahren ungelöste Frage, wie es kommt, daß eben diese Mineralwässer, an Ort und Stelle ihres Hervortretens aus der Erde genossen, eine viel stärkere Wirkung ent- salten, als bei Hauskuren. Aus der Versammlung der österreichischen Badeärzte in Salzburg hat nun Dr. Ensbrnnner einen ungemein interessanten Vortrag gehalten über Einspritzungen mit natürlichem radioaüivem Mineralwasser an der Oucllc Diese nur unter genauester ärztlicher Kontrolle anwendbaren Einspritzungen haben sich als vollkommen schmerzlos, und in einer Reihe von Krankheitsfällen als^anßcrordentlm) wirkungsvoll und heilträitig erwiesen. In allen Fällen wurde eine ganz bedeutende Besserung erreicht, besonders bei der Gicht. Tie Gelenkschmerzen wurden unter dieser neuen Behandlungsmethode, die natürlich erst noch von anderen Seiten nachgepcüst werden muß, völlig zum Verschwinden gebracht, die Gclenhtchrvellungen schwanden und die gestörte Beweglichkeit wurde besser. Ein 30jähriger Invalide wurde arbeitsrähig. Auch Nervenschwäche und Blutarmut erfuhren eine wesentliche Besserung. Der Entdecker dieser Behandlungsmethode schreibt die meinen dieser Erfolge den Ein- ipritzungen mit natürlichem^ radioaktivem Mineralwasser direkt an dec Ouelle zu, da alle Fälle schon jahrelang wenig erfolgreich behandelt worden waren. — D i e Einkommensteuer auf dem Meere. Auch in England entfaltet in diesen Tagen die so wenig populäre Ein- kommenneuerbehörde ihre allzu eitrige Tätigkeit und hat nun die kleine Gemeinde Brightlingsea an den Küsten von Es«ex in Helle Aufregung versetzt. Seit sage und schreibe 22 Jahren entert einige 3uJ [utcice vom uicr ^..istrnt iu ^uuiacht de^ Mr. Bayard Brown, eines reichen Amerikaners, den eine Laune dazu getrieben hat, das Meer zu seiner Heimat zu machen. Seit 22 Jahren zeigt man jedem Fremden die geheimnisvolle Jacht, die stets ch- § 5 Silberne Hochzeit öes württembergilchenilönigspaares. Am 8. April find es 23 Jahre, daß sich der damalige vermutliche Thronfolger, der jetzige König Wilhelm 1L von Württemberg, in zweiter Ehe mit der Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe vermählt hat. Jedermann wußte, daß der Prinz seine vier Jahre früher verstorbene erste Gemahlin, die Prinzeß in Marie zu Waldeck und Pyrmont, mit der ihn die innigste Liebe verbunden hatte, noch immer aufs schmerzlichste beweinte und sich zu einer neuen Verbindung nur im Bewußtsein entschloß, daß es eine FürstenpfJcht zu erfüllen galt. Das evangelische Württemberg mußte feinem künftigen Könige dafür warmen Dank; war doch damit von neuem die Möglichkeit einer Fortpflanzung der evangelischen Linie des württembergifchen Königshauses geboten — eine Hoffnung, die sich freilich nicht erfüllen sollte. Tas württembergische Königspaar fühlt sich eins in der Neigung zu einer schlichten Lebensführung von bürgerlich vornehmem Zuschnitt. Das hat sich sofort beim Regierungsantritt Wilhelms II. gezeigt, als er das riesige Königs- schloß zu beziehen verschmähte und in seiner vorher schon innegehabten Privatbehaufung, dem sogenannten Wilhelms- palast, wohnen blieb. Tie Pflichten der Repräsentation werden erfüllt, soweit es eben die Würde, die Krone er- heischt, aber von Freude an irgendwelcher Prunkentfaltung ist leine Rede. Mit um so größerem Vergnügen macht der König den Gastgeber, sei es nun, daß er die Teilnehmer an Kongressen in das berühmte maurische Sommerschloß Wilhelma zum Gartenfest bittet oder Vertreter der Beamtenschaft, Kunst, Wissenschaft und Industrie um sich zu gemütlichen Herrenabenden im Wilyelmspalast versammelt. Auch die Königin bewegt sich, wenn sie von der steifen Etikette entbunden ist, mit natürlicher Munterkeit in diesen Kreisen. Aller Kunst steht das württembergische Königspaar freundlich fördernd gegenüber, ohne einseitige Parteinahme für bestimmte Richtungen. Tie bildende Künft hat feit dem Regierungsantritt Wilhelms II. in Stuttgart einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Das Hoftheater, = 2^3- 'S??» *8’S i 7.&c * 9» ; s-. Hl|U|c «.uiuiiiu4.it.iu; । LLiiuni .'Auiuuunui ituju. y lluul uu= lucuuj ycuniy«. . -yuiiut-uu.i'.u:uil>juju.|l u hu reiten wird, darüber werden noch lange Jahre vergehen. Handwerk, sowie die teck)nifche Hochschule in Daimstadt, Und wer weiß, ob, wenn Frankreichs An,prüche wachsen wer-' werden in ihr künftig je einen Vertreter bekommen. Das deutsche Kronprinzenpaar ist, wie es in den amtlichen Berichten heißt, von der Bevölkerung in Rom mit großer Herzlichkeit ausgenommen worden. Einzelne Privatmeldungen der deutschen Presse stellen das anders dar; danach sollen die Italiener zum großen Teil zu Hause geblieben sein und fick kühl verhalten haben. Halten wir uns an die Trinksprüche, die am Donnerstag zwischen dem König und unserm Kronprinzen gewechselt worden sind, so werden wir auch daraus nicht viel klüger. Fast schien es, als wären die deutschen Worte noch um einen Ton herzlicher gewesen als die phrasenreichen Sätze des Königs Viktor Emanuel, der zwar von seinem „treuen Freunde und Verbündeten", von den „intimen Beziehungen Italiens und Deutschlands" gesprochen, aber es sorgfältig vermieden hat, irgendeine Versprechung ober Verheißung für die Zukunft zu machen. Tas in der Ansprache des Kronprinzen erwähnte „prophetische Kaiserwort" Wilhelms I.: „Wir und unsere Söhne müssen immer Freunde bleiben", hat sich, so würde der Kronprinz sich noch deutlicher ausgedrückt haben, bis heute verwirklicht. Deutschland wird sich darauf einrichlen müssen, auch oyne Italiens Bnndnistreue in schweren Tagen fertig zu werden. Unsere hesfischen Kammern haben vor Toresschluß noch Beschlüsse von weittragender Bedeutung gefaßt. Am Tiens- tag hat die Zweite Kammer entschieden, daß Hessen das direkte Wahlrecht bekommt. Ter Kampf, der schon lange Jahre dauert, hat schließlich die Parteien und die Kämpfer ermüdet. Wäre jetzt kein neues Wahlgesetz zustande gekommen, so wäre die Gelegenheit zu einer zeitgemäßen Umgestaltung des bestehenden Wahlrechts auf Jahre dahin gewesen. Darum in es erfreulich, daß in der Volkskammer das Streben nach der er,orderlichen Einigung gesiegt hat. Gewiß, das neue Gesetz hat Schönheitsflecke. Wir haben es schon im vorigen Jahre ausgesprochen, daß das Pluralwahlrecht für Fünfzigjährige iein glücklicher Gedanke gewesen ist. Und gerade wir in Gießen haben uns heute nicht eben freudvoll mit der Tatsache abzusinden, das; der Vorort Wieseck mit seinem erheblichen Genossenlager dem Gießener Stadtwaylkreis zugeteilt wird. Alles in allem bedeutet jedoch aas neue Gesetz einen Schritt vorwärts. Anfängliche Schwierigkeiten, an denen alles zu scheitern drohte, sind beseitigt worden. Die Zahl der städtischen Mandate ist von 10 auf 15 vermehrt worden; Darmstadt und Mainz erhalten künftig je 3 Abgeordnete, Gießen, Offenbach und Worms je 2. Tie kleinen Städte Friedberg, Alsfeld und Bingen behalten ihr Mandat. Die Zahl der ländlichen Mandate wird in ieder der drei Provinzen um eines vermehrt. Man hat sich damit abfinden müssen, der Ersten Kammer einige Zuaeständni,se zu machen: so sollen neue Anforderungen non über 200 000 Ml., die durch Anlehen aufgebracht werden müssen, als Gesetzesvorlage auch der besonoeren Beratung in der Ersten Kammer unterliegen. Dagegen wird nie Erste Kammer ein ganz klein Scheffel. Zum Gedächlnistag am 9. April. Hei, wie zur Nacht der Sturmmmd schnob — Gekläff und Hornqeschinelter! Vorn Psirsichvaum die '-blute stob Iu Schnee und Hagelwetter. Es hüllt sich der Philister ein Zahnllappernd in die Spreuen . .. Ter thooeniiem, der Rodeniiein — Ter Scheffel laßt ihn reiten! Und glaubet an den Geist ihr schon, Denkt noch em Stücklein weiter: Ter Joseph Victor tu Person Dünkt mich so Geist ioie Retter. Tte Bäume biegt er, daß es kracht, Und morsches polz zersplittert, Und wenn er durch die Vinte lacht, So meint ihr, es gewittert! Und wenn mit Singen er beginnt, Gevatter, welch em Grausen! Bet Gott, so seiüzt kein Frühlmgsivind, So sauchzt ein Jrühlingsbrausen, Tas sich um Erd und Hmiinel jagt, Jung, forsch und ohne larfein. Und das den Seidel danach fragt, Cb die Perrürfen wackeln. O Joseph Victor! Csterzeit Ist loieder in den Landen, Tie Zeit der Jugendieligteit, Tie du io lies veriianden. Ein piertelhuiioert Jahre liegt Tern Leib mt Grab gebettet, Torf; wer den Zaubrer glaubt besiegt, Ter har sich bös verwettet. Tie neue Jugend strömt durchs Tor Ter alten Alma water, Und ivo geübt em Burschenchor, Ta luttlfi du als Berater, Und ivo Gesellen wandern geh'», Streust du die Somienlichter, Und 100 Verliebte träumend steh'n, Gedenlen dein sie, Dichter. Jcl; weiß, mein Sehnen hing dir an, Als ich von Haus emjpiungen. Und ioie der Vater jung getan, So tun es bald die Jungen. unter Dampf liegt, und auf der 18 Matrosen als Mannschaft untergebracht sind. Ein Griff der Maschine würde genügen, um die Jacht ins Weltmeer hinausdampfen zu lassen, aber seit den Tagen, da sie gegenüber der Küste von Brightlingsea Anker warf, ist das nie geschehen. Mr. Brown, der sich in seiner Jacht aus den Wogen des Meeres vor allen Steuerbehörden der Welt sicher wähnte, ist nun aber eines Besseren belehrt worden. Die britische Steuerbehörde sieht in ihm einen Bewohner Großbritan niens, und als solcher soll er auch seine Steuern bezahlen. Man hat ihn aus ein Einkommen bon 200 000 Mark veranschlagt, und wenn er nicht bezahlt, wird man die Jacht zu pfänden suchen, vorausgesetzt, daß Air. Brown es nicht vorzieht, nun doch den Anker zu lichten und einige Kilometer weit ins Weltmeer hiuaus- msegeln. Die Bürger von Brightlingsea aber sind über diese Beiteuerung ihres „Gastes" empört, denn die Jacht hat täglich Diele Besucher nach dcr stillen Gemeinde gelockt, und da Mr. Brown seinen Proviant in dem Städtchen lauste, verliert Bright- lingiea eine schöne Einnahmequelle, falls der „fliegende Amerikaner" sich entschließt, den britischen Steuerjägern ein Schnippchen zu schlagen. — Anschütz im Souisleurlasten. Während eines Gastspieles in Königsberg bcnierlte Anschütz bei der Ausführung des „Egrnont", das- der Soussleur stiller und stiller wurde. Bei genauerem Vcobaaien entdeckte er schließlich, daß der Mann in seinem Kasten eingeschlafen war. Anschütz selbst fühlte sich dadurch nicht geniert, da er sich nie aur den Souffleur verließ, fürchtete aber für die Straßcnszeue im fünften Akt Verwirrungen und dadurch Unannehmlichleiten für feine Frau, die bas Klärchen spielte. Im Zwischenalt begab er sich daher, wie Die d e u t s ch c Bühne mitteilt, selbst nach dem Soussleurkasten hinab, um den Schläfer zu wecken. Doch alles Schütteln und Rütteln blieb erfolglos: der Souf'leur hatte, um sich gegen die im Theater herrschende Kälte zu schützen, von Zeit zu Zett einen Schluck Branntwein genommen und dabei wobl des Guten zuviel getan, — kurz, er war nicht wach zu bekommen. „Ter Akt sollte beginnen," erzählt Anschütz in seinen Erinnerungen, „Gefahr war tm Verzüge: ich fasse daher den Trunkenen an den erstarrten Beinen, ziehe ihn Pom Sessel und aus dem Sousfleurtasten, lasse ihn in Gottesnamen liegen, setze mich an seine Stelle und fange an zu soufflieren. Bei der zweiten ober dritten Rede bemerke ick), daß meine Frau stutzt, unverwandt nach dem Svuif leurtaften blickt und Mühe hat, das Lachen zu verbergen, al- sie ihren Geliebten, den sie eben zu retten bemüht ist, in voller irdischer Pracht in der Unterwelt entdeckt. Während der letzten Reden der Volksszenc verlasse ick den usurpierten Thron Plutos, lehre zur Oberwelt zurück, gebe Austrag, den Souffleur sorlzu- schassen und zu substituieren und habe dann gerade Zeit, mich aur mein Lager im Kerker zu werfen, um meinen Monolog zu halten.' politische Wochenschau. Gießen, 8. April. Die Parlamente sind in die Osterferien ^gegangen, und in der erwachenden Natur erklingen neue Stimmen: trotz Frost und Sturm trösten wir uns mit den alten, lieben Worten: Es muß doch Frühling werden. Aber eine rechte politische Ferienstimmung will doch nicht aufkommen. Ter Reichstag hat nur mäßige Bruchteile seines Arbeitsstoffes bewältigt, selbst in den Kreisen unermüdlicher Nörgler beklagt man jetzt die unersprießliche Redewut der Volksver- treter, und 'einer traurigen, höchst ungewissen Zukunft harren all die schönen Hoffnungen und Entwürfe, die der Stolz des Reiches sein sollten: Reichsversicherungsordnung, Strafprozeßordnung, Arbeitskammergesetz, das Gesetz gegen Kurpfuscherei, der Verfassungsentwur, für Elsaß-Lothringen, die Gewerbeordnungsnovelle und das Hausarbeitsgesetz. Und überall Unzufriedenheit, Rüstung für die kommenden Rcichs- tagswahlen. Heute heißt es wieder, es solle doch noch nicht, wie die „Voss. Ztg." verkündet haAe, im Oktober gewählt werden, und demnach würde es eine Herbsttagung mü dem bekannten, vom Aeltestenrat beschlossenen Arbeits- Programm geben. Und aus dem Auslande bringt der Draht jeden Tag neue unruhige Fragen und Meldungen, die alle keine Frühlingsboten sind, von den Kämpfen und Krisen in der Türkei, den Sorgen der nervösen Franzosen, die eben im Senat wieder pe.fimistische Gedanken über die Weltlage brüten und sich geloben, das Schwert Frankreichs scharf zu erhalten, so daß die englischen Friedens-und Abrüstungsphrasen auch bei Schwärmern keine besonderen Hoffnungen mehr erregen. Wir werden von unseren westlichen Nachbarn und uberm Kanal beneidet: das ist ein neues Zeichen der Zeit, dessen wir uns in dcr Erinnerung an das Gewölk, das noch vor zwei Jahren so drohend unfern Horizont verdüsterte, freuen dürfen. Das Werk der Bagdadbahn gedeiht unter deutschen Händen, so daß sogar der alle Bebel in einer Hamburger Rede beifällig dazu nickte, unb die deutschen Bündnis-Aklien sind offensichtlich gestiegen. Aber eine „deutsche Gefahr" besteht weder für Frankreich, noch für Englund, noch für irgend ein anderes Land; Deutschland braucht den Frieden und hat auch nur Friedenswerke geschaffen. Was Frankreich so sorgenvoll macht und feinen Söhnen die Klagelieder entlockt, find doch wohl nur die drohenden Vorgänge in Marokko. Dort, „aus dem blutigen Felde der Gefahr"', erlebt man eine Enttäuschung nach der andern. Mit wieviel Opfern an Gut und Blut hat man Den Einfluß Frankreichs zu sichern und öle Autorität des Sultans Muley Hasid zu stützen gesucht! Jetzt drohen die aufrührerischen Stämme alles wieder umzuwerfen. Ein bewaffnetes Eingreifen? Frankreich darf nicht ohne die Zustimmung der beteiligten Mächte handeln. So unterstützt es den in )einer Hauptstadt bedrohten Sultan einstweilen mit Geld. Ter Kampf, den die unzufriedenen Eingeborenen führen, gilt im Grunde auch den Franzofen, die dem Lande die großen Nr. 84 Erstes Blatt 16J. Zahrgang Samstag, 8. April syst Ter Siehener Snzekgu JBf Q ZX VST- ® vezugsprei»: erscheint täglich, außer JMv FMr WH monallich7öVs^ viertel- Sä /3a * A H A ** Aili AAiAAil Ää säfi'IUI 1714Izil 171 zl llXizliBlzr bialt fürbtn Kreis <5i«fjcn R H ■ H Hf W ■ Bf ■ H B B Bf I B B Bk B ausschl. Benellg. V/1V,I1VIIVI 411L LUVV wirtschaftlicheSeitfra^i. " ■ M ■ ” ▼ ~ ~ Chefredakteur: A Goetz. Fenifprech - Anschlüsse. frkjW |f Verantwortlich für den für die Redaktion 118, w < polttifchen Teil: August BLS General-Anzeiger für Gberyeffen votatlonrdruS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: 5-u!stratze 7. Lanb-^E.Heß-°ür den bis vorm\uaq*9*uijr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhosstrahe (6a. Anzeigenteil: H. Beck. den, man nicht einst in Algeciras oder anderswo wiederI Am Mittwoch zusammenkommen muß, um die gegenseitigen Interessen, die Städteorbiiung wohlerwogen abzugrenzen? * auf das der Murg alljährlich beit sechsten vis fünften Teil seiner Zivilliste verwendet, ist unter ihm wieder in die Reifje der maßgebenden deutschen Sckjaubühnen eingerückt. Der König und die Königin sind fleißige Theaterbesucher und interessieren sich für alle Einzelheiten des künstlerischen Betriebs. Non Königin Charlotte weiß man im besonderen, daß ihr die moderne Literatur am Herzen ließt, und baß fte Neuheiten gern vor der Erstaufführung un Druck oder Manuskript liest. Ebenso studiert die sehr musikalische Fürstin die Partituren neuer Opern. Dem König ist nur ein Kind aus erster Ehe geblieben: die mit dem Fürsten Friedrich zu Wied vermählte Prinzessin Pauline. Der Vater hängt an seiner Tochter wie an seiner Enkelin mit außerordentlicher Zärtlichkeit, und die Fürstlich Wiedsche Familie kehrt immer wieder zu Gast am württembergischen Hoflager ein. Prunkvolle Festlichkeiten werden zur silbernen Hochzeit von König Wilhelm II. und Königin Charlotte nicht veranstaltet werden: Das wäre zu wenig im Sinne des Jubelpaares. Um ihm auck) einen äußeren Beweis ihrer Liebe darbringen zu'rönnen, haben sich, o'ie Württemberger etwas anderes ausgedacht. Von einem sich über das ganze Land erstreckenden Blum en tag großen Stils verspricht man sich einen reichen Ertrag, der den Majestäten zu wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden soll. Damit wird ihnen gewiß die ihrem Geschmack am besten entsprechende Festfreude bereitet werden. Stuttgart, 7. April. Der Herzog von Sachsen- Altenburg ist heute früh 7 Uhr 53 Minuten hier eingetroffen und vom König empfangen worden. Gleichzeitig trafen frier ein der Fürst zu Wied sowie der Erbprinz und Prinz Karl zu Bentheim-Steinfurt. Stuttgart, 7. April. Im Laufe des Tages trafen zu den silbernen Hock^eitsfeierlichkeiten weiter frier ein: Die Prinzen Wilhelm und Albert, sotoie die Prinzessin Wilhelm und Sophie von Sachsen-Weimar, der Erbprinz und das Prinzenpaar Friedrich von Schaumburg-Lippe, sowie Herzogin Maximilian von Württemberg. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Tas württembergische KöniaSpaar feiert am 8. April Silberhochzeit. Mit freudigen Empfindungen begeht das schwäbische Land das frohe Fest im Herrscherhaus e, das zugleich in anderen Gauen des Vaterlandes warmen Anterl erweckt. Neben König Wilhelm, der als Prinz 1870/71 mitzu Feldezog und sich langst als hingehender Förderer der gedeihlichen Entwickltmg Württembergs aus allen Gebicien des öffentlichen Lebens, der Kunst und Wissenschaft bewährte, ist die K ö n i g i n Charlotte bestrebt, die Erziehung und Ausbildung des weil licken Geschlechts tat den Bahnen wahren Nutzens fürs Ganze zu leiten und in der Kranken- und Armenpflege mit Iend)tcnbcm Vorbilde vavanzugehcn. Dem 1)0freit Paare, das nahezu seit 20 Jahren den Thron ziert und die Liebe des angestammten Volkes geniesst, gelt n auch fr.utc unsere ehrerbietigsten Glückwünsche. Möge auf ihm in langer beglückter Regierung stets der reiche Segen ruhen, der treuer Pflichterfüllung besck>ieden ist. Eine Huldigung des Luftschiffes „Deutschland". Friedrichshafen, 7. April. Das Luftschiff „Deutschland" ist unter Führung des Grafen Zeppelin um 8 Uhr 21 Minuten zur Fahrt nach Stuttgart! aufgestiegen. Ulm, 7. April. Die „Deutschland" überflog um 11 Uhr in einer Höhe von 120 Metern nahe am Münsterturm vorbei die Stadt. Das Luftschiff hat starken Gegenwind. Stuttgart, 7. April. Die „Deutschland" kam auf ihrem Flug nach Baden-Baden um 12.45 Uhr von der Filder Hochebene über das Stuttgarter Tal und überflog zur beabsichtigten Zeit, um 12 Uhr 54 Minuten, daS königliche iResidenzschloß, wobei Graf Zeppelin in einem Fallschirm eine Blumenspende für das Königspaar zu dessen silbernen Hochzeit herab- fallen ließ. Das Luftschiff nahm dann die Richtung ins Neckartal und landete kurz nach 1 Uhr zur Vornahme eines Passagierwechsels auf dem CannstatterWasen. Um 3 Ufrr ist das Luftschiff wieder aufgestiegen und hat 3,15 Uhr die Stadt Pforzheim Überflogen. Um 4,10 Ufrr ist es auf dem Fluggelande Baden-Oos glatt gelandet. Es hat zu seiner Fahrt von Cannstatt bis hierher I V- Stunden gebraucht und direkte Linie genommen. Das Luftschiff hat Baden-Baden nicht berührt. In der Gondel befanden sich ungefähr 10 Passagiere. Die Zrantfurter llniversitätrfrage im preußischen Herrenhaus. Nachdem im preußischen Ab-geordneteu^crus bereits die Notwendigkeit durgeleat worden ist, über den Frankfurter Plan durch eine Gesetzesvorlage gegebenenfalls zu verhandeln, hat gestern auch das Herrenhaus die An- aelegenheit berührt. Vorher hatte eine Aussprache über den Modernisteneid statt gesund en, bei der Kardinal Kopp die kirchliche Maßnahme verteidigte. Wir geben den Teil der Verhandlungen, bilden Frankfurter Plan berührten, hier wieder: Geheimrat Professor Dr. Küster-Marburg weist auf die Aufregung hin, die in Marburg entstanden ist, weit in Frankfurt eine Universität gegründet werden soll. Marburg würde am meisten geschädigt werden. Geheimrat Prof. Dr. Waldeyer: Gegen die Errichtung einer Universität in Frankfurt habe ich keine Bedenken, wenn die notwendigen Garantien für die akademische Einrichtung und den akademischen Unterricht gegeben sind. In Posen und Danzig fehlen Universitäten. Jede Provinz muß eine Universität haben, die ihrer Eigenart entspricht. Oberbürgermeister Dr. Adickes -Frankfurt tritt für die Errichtung der Universität Frankfurt ein und bestreitet, daß diese Universität andern Hochschulen, insbesondere Marbura, Eintrag tun könne. Die Stellung der Professoren und die Lehrfreiheit sollen in Frankfurt ebenso gesichert fein, wie an ben übrigen Universitäten. Die Universität Frankfurt soll weder irgendwelches Parteiinteresse fördern noch eine rein kommunale Universität sein. Geheimrat Prof. Dr. Loening: Im Namen zahlreicher deutscher Professoren widerspreche ich der Petition der Rektoren sämtlicher Universitäten, die den Minister ersucht, die Universität Frankfurt nicht zuzulassen. Wir haben noch lange nicht genug Universitäten. ES ist nicht hoch genug anzuerkennen, daß eine Bürgerschaft auS eigenen Mitteln eine Universität errichten will. Dem darf man nicht tu8 kleinlichen Rücksichten entgegentreten. Staatsminister, Oberpräsident a. D. Graf v. Zedlitz und Trützschler: Sonst pflegen Gemeinden mit dem Hinweis auf die starke kommunale Belastung an die Hilfe deS Staates zu appellieren. Nun kommt die Bürgerschaft der Stadt Frankfurt, allerdings einer reichen Stadt, und will getreu den Traditionen, die aus längst vergangenen Jahrzehnten auf sie überkommen sind, ihre reichen Mittel zur Förderung idealer Zwecke zur Verfügung stellen, die nicht nur lokales Interesse haben. Sind nicht auch die Mittel für die Kaiser-Wilhelnt-Stiftung, die Forschungsinstitute von privater Seite aufgebracht worden? Ich sehe in der Errrichtttna der Frankfurter Universität eine Parallelaktion zur Kaiser-Wil- Helm-Stistung. ES ist selbstverständlich, daß die Universität Frankfurt die Form der staatlichen Universitäten bekommen muß. (Sehr richtig!) Dann aber ist eS nicht richtig, daß wir schon jetzt, wo wir noch gar nicht den vollen Umfang der Gestaltung der Dinge übersehyr lönueu, euu ablehnende Haltung dagegen ein* nehmen. Prof. Dr. Hillebrand-Breslau: Ich hafte eine abwartende Haltung für geboten, bis mit positiven Vorschlägen an unö frerangetreten wird. Durch die Zusicherung, daß die Universität Frankfurt in jeder Beziehung der staatlichen Autorität unter- worsen sein soll, ist die Sache allerdings einen guten Schritt vorwärts geknnmen. Es ist niltst lange frer, da la§ man es ganz anders. Universitäten können wir freilich gar nicht genug haben, es fragt sich aber, ob eine einzige Stadt die finanziellen Lasten einer Universität dauernd tragen kann. Ich bitte die Regierung, es eingehend zu erwägen, wie sie sich zu einem so folgenschweren Schritt stellen will. Professor D. Dr. Adolf W a g n er-Berlin: Es ist ein schöner Ruhmestitel für Frankfurt und speziell für Herrn Adickes, was alles die Stadt für die Wissenschaft sckjon getan hat. Eine andere Frage aber ist es, ob daraus die Berechtigung zur Begründung einer eigenen Universität frergeteitet lrt-ri>en kann. Die Geschäfte deS Universitätswesens würden dadurch in eine ganz neue PHase kommen. Es würde eine starke Rivalität der großen Städte entstehen. Eine Universität, die städtischen Einflüssen unterwotsvn. ist, kann nicht so unabhängig fein wie eine staatliche. Die mittleren und kleinen Universitäten sind Brenn punkte des geistigen Lebens, und man darf ihnen die Eristenzfähigkeit nicht unterbinden. Deshalb berührt die Frage der Universitätsgrülchung in Fvanffurt große allgemeine Interessen. Die endgültige Erledigung der Frage sollte nicht durch die Verwaltung allein, sondern im Wege der Gesetzgebung erfolgen. Voraussetzung ttnrb u. a. sein, daß genügende Garantie dafür geboten ist, daß der Staat auch bei der Besetzung der Lehrftühlei einen maßgebenden Mnfluß hat. Zurzeit ist die Frage $itr Entscheidung noch nicht reif. Der Ausstand in Marolko. Tanger, 7. April. Aus Fez wird unter dem 3. April gemeldet: Die Lage ist unverändert. Das Heer gegen die Scherarda lagert in guter Ordnung in der Nähe von Tselfat; es kann erst wieder marschieren, wenn der Regen aufhört. Aus Melines wird vom 13. März, gemeldet, daß das Gerücht, Abdul Asis sei zum Sultan crusgerrtfen worden, unbegründet ist. Paris, 7. April. Die Meldung der „Köln. Zig." aus Madrid, Spanien und Frankreich beabsichtigten in der allernächsten Zeit gemeinsam mit 30 000 Mann in Marokko einzuschreitcn, wird vom Ministerium des Aeußern als vollständig unbegründet bezeichnet. Madrid, 7. April. In politischen Kreisen wird erklärt, solange Frankreich in ferner Einflußzone in Afrika bleibe, werde die spanische Negierung sich darauf beschränken, jede Eventualität, die sich vielleicht in der spastischen Ein- slußzone ereigne, zu verhüten. Nach einer Meldung aus Casablanca haben b e i D a r e l Mejar heftige Kämpfe zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen stattgefunden. Die spanischen Blätter widmen der marokkanischen Frage längere Besprechungen. Die ministerielle „M a n a n a" schreibt: Der Eintritt Telcassös in das Kabinett Monis frätta voraussehen lassen können, daß das marokkanische Problem eine zugespitztc Form annehmen würde, bis jetzt aber sei jeder Alarm verfrüht, denn von einer Mitwirkung der spanischen Armee in Marokko fei man iroch weit entfernt, da diese Mitwirkung von vielen Verwicklungen abhängig sei, die vorläufig noch nicht eingetreten seien. Die Regierung fei freilich vollkommen davon überzeugt, daß eine Intervention erfolgen müsse, falls sich die Lage äußerst ernst gestalte, was sic jedoch zu vermeiden, sich angc- legen sein lasse. Reffen. Reichstagswahlkreis Alzey-Dingen. Verschiedene Blätter melden, daß Pfarrer Korell-Köniß- st ä d t e n beabsichtige, von der Reichstags-Kandidatur rm Wahlkreise Alzen-Bingen zurückzutreten und au dessen Stelle der Landtagsaogeordnete E i b a ch-Pfaffen-Schwabenheim als freisinniger Reichstagskandidat ausersehen sei. Deutsches Reich. Der Bundesrat nahm in seiner letzten Sitzung' neue Bestimmungen über die Quarantäne seewärts eingehenden Viehes an. Die jetzt vorgeschriebene Tuberkulinprobe, die sowohl vom veterinärpolizeilichen Standpunkt als unzuverlässig, wie auch im Interesse der Fleischverforgung Deutschlands als eine Erschwerung und Belastung der Einfuhr vielfach angefochten wurde, soll vom 1. Juli 1911 ab Wegfällen und durch die klinische Untersuchung ersetzt werden. Bei der Beratung der Vorlage wurde namens der preußischen Regierung erklärt, daß sie beschlossen habe, unter gewissen Voraussetzungen eine staatlicheQuarantäneanstalt in Saßnitz einzurichten, über die nach den geltenden Bestimmungen auch schwedisches und norwegisches Vieh würde eingehen können. Zwisck-en Preußen Und Anhalt wurde am 5. April ein Staatsvertrag wegen Herstellung einer Eisenbahn von Wiesenburg nach Roßlau abgeschlossen. Hierdurch erhält die Hauptstadt Anhalt-Dessau eine lang ersehnte bessere Verbindung mit Berlin. Die Meldung der „Boss. Ztg." über den Termin der Reichstagswahlen wird von politischen Kreisen in Berlin als unzutreffend betrachtet. Aus Berlin wird uns geschrieben: Das Privat-- b eam tenv ersieheru n gs ges etz wird im Bundesrat so gefördert werden, daß es dem Reichstage spätestens anfangs !Mai zugehen wird. Der deutsch-schwedische Handelsvertrag, über dessen Hauptpunkte eine Einigung kürzlich stattgefunden hat, wird dem Reichstage vor- ausftchtlich Mitte Mai zugehen. Regierungsseitig wird gewünscht, daß der Handelsvertrag vom Reichstage noch vor Pfingsten verabschiedet wird. Das StaatsangeHörigkeitsgesetz wird bekanntlich dem Reichstage in dieser Session nicht mehr zugehen. Der Entwurf wird auch dem Bundesrat erst im nächsten Winter vorgelegt werden, und es ist auch nicht beabsichtigt, den Entwurf eher zu veröffentlichen, als er dem Bundesrat zugegangen sein wird. Aus Dessau wird gemeldet: Der anhaltische Landtag beschloß die fakultative Einführung der geheimen Wahl zu den Gemeinderäten auf dem Lande. Ausland. Die französische Kammer nahm den von dem Senat zurückgekommenen Gesetzentwurf über die Stapellegung zweier Panzer im Jahre 1911 mit 344 gegen 157 Stimmen an. ... Nach Informationen in türkischen ReaierungSkreisen find die Verband lunaen mit der franz ö fischen Botschaft und der Gruppe der Otto manischen Bank, betreffend die große für Eisenbahnbauten bestimmte Anleihe prinzipiell ab- S'' 'offen. Die Einnahme wird ohne Vermittlimg der T-ette ique audgegeben, und durch Einnahmen der Eisenbahnen und Zollämter Anatoliens garantiert. Auch über die mit Hilfe franzö- sisclnn Kapitals für Rechnung der Regierung in Nord-Anatalien, sowie über die von der Französischen Regie generale in der europäischen Türkei zu bauenden Bahnlinien wurde ein EinvernehmLN erzielt. Nach einer in Bordeaux cingetroffenen Depesche sollen in der fr anzö sischan alonie ßfaauJUUJ amäß Uuiufrüu auSgebrocheu iäu. Aus Statt und Land. Gießen, 8. April 1911. Palmsountag. Mit dem morgigen Sonntag beginnt die Karrvoche, die stille Woche vor Ostern, die zur Erinnerung an die Leidensgeschichte von Jesus still und würdig begangen wird. Der Palmsonntag, der in manchen Gegenden and) grüner Sonntag genannt wird, ist nach den Palmen genannt, die JesuS bei seinem Einzug in Jerusalem auf den Weg gestreut worden sind. Zur Erinnerung hieran werden in der katholischen Kirche die Kirchen noch freute vielfach mit Palmen geschmückt. Auch wird in den fatfrolifcfren Gegenden am Palmsonntag die Palmenweifre vorgenommen, während in evangelischen Dörfern und Städten vielfach die Konfirmation auf diesen Tag gelegt ist. Für die evangelischen Bewohner Hessens ist der Palmsonntag gleichzeitig Buß» und Bet tag, der Tag stiller Einkehr und ernster Selbstbetrachtung. Möge er überall in entsprechender Weise begangen werden! M ** Tageskalender. Stadttheater: Sonntag nadn mittag 3V2 Ufrr und abends 7Hz Ufrr Faust 1. Teil. Ende frey Spielzeit. Kunstverein: AL Sonntag neue Ausstellung. Ausstellung des Verbandes hessischer Privat- architekten: Eröffnung Sonntag vormittag 11 Vs Ufrr, geöffnet bis 30. April täglich von 10 Ufrr vormittags bis 6 Ufrr nachmittags. Kolosseum: Täglich Lichtspiele. Kinematograph: Täglich Vorstellung, Biograph: Täglich Vorstellung. • •• £cfrrerperfonalien. Uebertragen wurde dem SchulamtSaspiranten Ludw. Jourdan auS Walldorf eine Lebrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieoer-Beerbach, der SchulamtSaspirantiu Magdalene Jacobi auS WormS eine Lehrerinstelle an der Gemeindefchule zu Eberstadt (Kreis Darmstadt). — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der Volksschule zu Offenbach Sophie Fuchs auf ihr Nachsnchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, und die Lehrerin an der Viktoriaschule zu Darmstadt Oktaoie Reh auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer treuen Dienste, bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. *• Ernannt wurde Karl Schmidt auS Lich zum Schreibgehilfen bei dem Finanzamt Hungen. ** Allgemeine Land es kirche«steuern für 1011. Nach den vom Ministerium des Innern genehmigten Beschlüssen der hessischen kirchlichen Behörden sotten im Rechnungsjahr 1911 zur Bestreitung der Bedürfnisse der Gesamtheit der evangelischen Kirche zwölf Prozent, der Gesamtheit der katholischen Kirche fünf und ein halb Prozent Zuschlag zu den direkten Staatssteuern ausgeschlagen und erhoben werden. ** Blumentag. Gestern fand im Reaierungsgebäude unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. U s i n g e r eine Sitzung des Ausschusses für den Blumentag statt, der fast vollzählig erschienen war. Nach einleitenden Worten gab der Vorjitzenoe einen Ueberblick über die beabsichtigten Veranstaltungen und die Organisation des Blumenverkauss. Hiernach soll der Blumentag in der Stadt Gießen am 6. Mai, in den Landgemeinden, von benen nur die mit mehr als 1000 Einwohnern in Fraae kommen, am 7. M a i abgehalten werden. An diesen Tagen sollen junge Frauen und Mädchen möglichst aller Bevölkerungskreise künstliche Maßliebchen zum Preise von 10 Pf. das Stück auf den Straßen, Plätzen, Bahnhof und anderen geeigneten Orten verkaufen. Zur Belebung des Straßenverkehrs sind^ Promenadekonzerte vorgesehen. Wegen Dekoratcon der Schaufenster und Sclimückuna der Häuser sind die erforderlichen Schritte eingeleitet. Die Stadt Gießen wird zum Zweck des Blumenverkaufs in drei Bezirke eingeteilt, und zwar bilden der 1. und 6 Armenbezirk den 1. Verkaufsbezirk, der 2. und 3. Armenbezirk ben 2., der 4. und 5. Armenbezirk den 3. Verkaufsbezirk. Jede Landgemeinde über 1000 Einwohner bildet für sich einen Bezirk. Jedem Bezirk steht ein Bezirksausschuß vor, dem die Durchführung des Blumenverkcküfs innerhalb seines Bezirks obliegt. Innerhalb jedes Bezirks wird eine Geschafts- mit Wechselstelle eingerichtet, von der aus dec Blumenverkauf geleitet wird. Die Blumen werden von den Verkäuserinne« tn kleinen, ausgeschmückten Körbchen, die von den Damen selbst zu stellen sind, getragen. Eine allgemeine Aufforderung an die jungen Mädchen (über 15 Jahres und jungen Frauen GießenS zur Uebernahme des Amtes als Verkäuferinnen wird demnächst ergehen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde alsdann ans dem Ausschuß ein Hauptausschuß gewählt, der die Einzelheiten des Programms festsetzen soll. Ihm gehören an: die Fürstin Solms-Hohensolms-Lich, Geh. Justizrat Prof. Dr. Biermann und Frau, Frau Kommerzienrat Louis Emmelius, Geh. Kommerzienrat Gail und Frau, Frau Geh. Justizrat Gebhardt, Chefredakteur Aug. Goetz, F-rau Dr. Güngerich, Bankdirektor Heichelheim, Stadtverordneter Helm, Max Jaskowsky, Oberleutnant JebmL und Frau, Beigeordneter Keller. Adolf Klingspor, Eduard Krumm, Oberbürgermeister Mecum und Frau, Architekt Hans Meyer^ Bankdirektor Müller, Frau Geh. Medizinalrat Riegel, Fran Ludwig Rinn XIX.-Heuchelheim, Karl Röhr, Bürgermeister Schomber-Wieseck, Hauptmann Schröder und Frau, Provinzial- direktor Dr. Usinacr und Frau, Rcgierungsassessor Wolf und Eisenbahndirektor Zimmermann. Aus bet Mitte des HauptauL- schusses tourbe ein Vorstand gewählt, der die Geschäfte des Ausschusses führen soll. Ihm gehören an: Frau Dr. Usinger als Vorsitzende, Frau Dr. Biermann, Frau Dr. Güngerich, Oberbürgermeister Mecum, Hauptmann Scbröder, Herr Klingspor, alL Geschäftsführer Regietungsassessor Wolf und Beigeordneter Keller« als Schatzmeister die Bankdirektoren Heichelheim und Müller. Ferner gehören ihm an die Vorstände der Bezirksausschüsse, als die gewählt wurden für den 1. Bezirk: Frau Oberbürgermeister Mecum und Frau Kommerzienrat Emmelius, für den 2. Bezirk: Frau Geh. Medizinalrat Riegel und Frau Geh. Justizrat Gebhardt, für den 3. Bezirk: Frau Geh. Kommerzienrat Gail und Frau Hauptmann Schröder. An die Sitzung des Ausschusses schloß suh alsdann eine Besprechung des Haupt- auSschusses an, in der das Programm in großen Zügen festgelegt wurde. Hierüber wird später näheres nutgeteüt werden. ** Das Stadttfreater bat gestern mit der letzten Neuaufführung in dieser Spielzeit einen fefrönen Erfolg gehabt, und die Zuschauer unterhielten sich auf dem „Weg zur 6 ödc" recht gut Die Ausführung, die von Rudolf Goll flott geleitet wurde, war ebenfalls sehr ansprechend. Rudolf Goll loar als Hugo von heiterster Wirkung und Hermann Norden als Schwiegerpapa hatte ebenfalls einen vollen Erfolg. Franzi Koch spielte die Tänzerin mit reizvoller Koketterie, Love Scholz die Schwiegermama mit bärbeißiger Würde. Außerdem machten sich Karl Marx, Karl V 01 ck, Friedrich Timian und Hilde Engel verdient Landkreis Gießen. — Lich, 7. April. Ein schrecklicher UngrückS-» fatl, der auf Unvorsichtigkeit ztrrückzuführen ist, hat sich in der Nacht trom1 6. auf 7. d. MtS. auf dem benachbarte« Hof Albach zugetragen. Drei polnische Arbeiter e r stickt en in ihrem Schlafzimmer durch eigenes Vev« schulden Um in der Na.cht eine warme Stube zu haben, hatten sie einen großen Topf mit glühenden Kohlen auf- geftettt und die sich entnückLludLu Aasc fü&Uu chreu Tod feexfrd. Kreis Friedberg. L Friedberg, 7 .April. Heute nachmittag fand mt Saale der Turnhalle des Lehrer-Seminars eine Schlußfeier unserer acmeinsamcm Musterschule statt. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Kreisrat Schliephake, Bürgermeister Stahl, die Beigeordneten und Stadtverordneten wohnten der Feier bei. Gesänge der beiden oberen Mädchen- wie der oberen .Knabenklassen wechselten mit vorgetragenen Gedichten ab. Besonders hervor^uheben sind die von Schülern der oberen Knabenklassen aufgeführten Szenen aus Wallensteins Lager und Wilhelm Tell. Eine Ansprache des Hauptlehrers, sowie Beethovens Lobgesang schlossen die Feier. Dad-Nauheim, 7. April. Gin bedauerlicher Un- glückssall ereignete sich gestern nachmittag in der hiesigen Billa HubertuS. Der sohn der Besitzerin ist mit seiner Familie dort anwesend. Kurz nachMittag wurde das zweijährige Kind des Ehepaars schlafen gelegt. Als die Eltern bald danach, aufmerksam geworden durch Brandgeruch, wieder hinschauten, war das Kind in seinem Bett verbrannt. DaS Kind spielte jedenfalls im unbewachten Augenblick mit Streichhölzern und so entstand der Brand, bei dem es den Tod fand. (Ob. Volksbl.) Starkenburg und Rhein Hessen. w. Darmstadt, 7. April. Prinz Heinrich von Preußen, der gestern abend mit dem Prinzen Sigismund zum Besuch am großherzoglichen Hofe Bier einyetrofsen ist, wird die Osterseierlage hier verbleiben. Tie Prinzessen Heinrich von Preußen wird am Montag hier eintressen. rm. Darmstadt, 7. April. Ein Schuhmacherstreik ist hier ausgebrochen, nachdem die hiesigen Meister die von den Gehilfen geforderte Lohnerhöhung von 10 Prozent abgelehnt haben. Wiederholte Versuche die Differenzen beizulegen haben zu keinem Ergebnis geführt. — Wieder festgenommen wurden hier drei Zwangszöglinge, die aus der Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen durchgegangen waren. Ihre Freiheit war nicht von langer Dauer. «= Offenbach a. M., 7. April. Nach dem Jahresbericht war die hiesige Goetheschule (Privat-Real- und Handelsschule mit der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst) im letzten Jahre von 3 30 Schülern besucht, darunter sind allein 167 Frankfurter und eine große Anzahl Ausländer. Tie Leitung der Schule wurde mit Genehmigung des Hess. Ministe- rmms des Innern und der Reichsschulkommission vergangenen Herbst Direktor Rau übertragen, der schon mehrere Jahre an der Anstalt als Lehramtsassessor und Oberlehrer tätig war. Der Lehrplan der Goetheschule ist übereinstimmend mit dem der hessischen Realschulen. Nur kommen als besondere Fächer noch „Rechnen und Handelswissenschasten", Stenographie und Maschinenschreiben hinzu. Die Einjährigen-Prüsung wird jährlich riveimat unter dem Vorsitz eines Regierungsvertreters abgehalten. Im abgelaufenen Jahr bestanden nicht weniger als 45 Unter- fekundaner das Examen. Mit der Anstalt ist auch ein Pensionat verbunden. Die Arbeiten der Schüler werden in besonderen Stunden unter Aufsicht angesertigt. — Die starke Frequenz der Goetheschule macht einen Neubau erforderlich, der noch im Herbst bezogen werden soll. •o. Mainz, 7. April. Die Reedereien Feudel und Guthjahr haben ihren sämtlichen Heizern und Maschinisten, auch dem Hilfspersonal und dem Deckpersonal gekündigt. Vor einem Jahr wurde ein Vertrag abgeschlossen, der nächstens ab- gelausen ist. Die Arbeiter verlangen nun, daß verschiedene kleine orderungen in den neu abzuschließenden Vertrag ausgenommen werden. Die Reeder wollen diese nicht bewilligen, sie nehmen an, daß deshalb in etwa zwei Monaten^ nachdem die Verträge ''gelaufen wären, in einen allgemeinen Streik eingetreten würde, r-cm sie mit der Kündigung vorbeugen wollen. ch. Bingen, 7. April. Nach dem nunmehr vorliegenden Voranschlag stellt sich die Schuld der Stadt auf insgesamt 026 925,13 Mk. Dabei verfügt die Stadt über ein Vermögen von 11 400 972,70 Mk. Dieses Vermögen setzt sich zusammen auS einem Kapital von 589 081,18 Mk , sowie 1 900 350,52 Mk., 'lebäuden im Werte von 3 487 800 Mk., Gütern im Hafen- gedieke im Werte von 2 381481 Mk., Feldgütern 266 470 Mk., StistungSgütern 35 500 Mk., Waldungen 1 435 000 Mk., nutzbaren Rechten 1079 300 Mk. und Drobilien 225 990 Ml. Hessen-Nassau. D Marburg, 7. April. In der heutigen Stadtver- ordnetensihung wurde beschlossen, dem Komitee zur Errichtiing von KaufmannSerholungSheimcn unentgeltlich städtisches Gelände zur eoent. Erbauung einer solchen Anstalt in Marburg zur Verfügung zu stellen. [] Frankenberg, 7. April. Hellte begingen die Eheleute Schwaner hier das Fest der goldenen Hochzeit. — In Eimelrod brannte gestern das Gehöft der Witwe Wilke nieder. Frankfurt a. M., 7. April. Gegen den wegen Mordes kürzlich zum Tode öerurteilten Zeugfeldwebel Müller ist ein neues Verfahren wegen LandeSver» rats eingeleitet worden. w. Fritzlar, 7. April. Hier sind auf einem Gute zwei polnische Arbeiterinnen an den schwarzen Pocken erkrankt. w. Hadamar, 7. April. In dem nahegelegenen Orte Frickhofen entstand heute mittag gegen 12 Uhr in der Nahe deS Kriegerdenkmales Großfeuer, dem bis jetzt 5 Wohnhäuser unb ebensoviele Scheunen zum Opfer gefallen sind. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Sämtliche Wehren der Umgegend sind tätig. Bis Nachmittag war es nicht möglich, des Feuers Herr zu werden. fc. Wiesbaden, 7. April. Für die vom 10. bis einschließlich 13. Mai im Hoftheater statisenbenden F e st- Vorst ellungen ist daZ Programm nunmehr endgültig wie folgt festgelegt worden: 10. Mai: „Die weiße Dame", komische Oper von Brieldieu. „George Brown" Kammersänger Hermann Jadlowker 11. Mai: „Der Eisenzahn", historisches Schauspiel von Josef Laufs. 12. Mai: In vollständig neuer dekorativer und kostümlicher Einrichtung „TieStumme von Portici", Oper von Auber; „Elvira" Kammersängerin Frieda Hempel von der Kgl. Oper in Berlin, „Masaniello" Kammersänger Hermann Jadlowker. 13. Mai: „Oberon", romantische Feenoper von Karl Maria von Weber, in der bekannten Wiesbadener Einrick'tung. Canöwirtfdiaft» Köln, 7. Avril. Während einer mehrtägigen S.itzung des Zentralvorstandes des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sprach man sich für die 3to angsversicherung der Viehbesitzer gegen Maul- und Klauenseuche aus. Die gegenwärtigen Fleischpreise wurden als irn großen Mißverhältnis zu den Viehpreisen stehend bezeichnet: die letzten seien verhältnismäßig gering. Regelmäßige Veröffentlichung der Vieh- und Fleischpreise wurde als erwünscht angesehen. custschlffahrt. B e r l i n , 8. April. Mit dem neuen Militärluftschiff „M 4" wurde gestern bei 7 bis 8 Meter böigem Nordweitwinde eine Probefahrt unternommen. Während der P/< stündigen Fahrt war von unbekannter Hand ein großer Heidebrand auf dem Schießplätze angelegt worden, wodurch das Luftschiff sehr gefährdet wurde. Tas alarmierte Schießplatzkornrnando löschte das Feuer. Berlin, 8. Avril. Das Reti^" 'u'.s. iff ,A'. P. 6" wird in einigen Tagen über Gotha und Düsseldorf nach Holland fahren und dort eine Reihe Passagier- und Reklamefahrten unternehmen. Derrn* * ■-.‘'sc». * Großfeuer im Bergwerk. In Bancroft lNord-Ameriia) ist in der Mine Der Bancrofter Köhlen-Gesellschaft Feuer ausgebrochen. 50 bis 57 Bergleuten ist der Ausweg abgeschnitten. Ihre N.^'tun' wird kaum möglich sein. Nach einer anderen Meldung sind bei dem Ausbruch des Feuers, das sich vom Maschinenraum aus verbreitete, 300 Bergleute untertags beschäftigt gewesen. Infolge der Verwirrung sei vorläufig nicht festzustellen, wie vielen es gelungen, sich zu retten. DaS Feuer wütet in einer Tiefe von 750 Fuß Kleine Tagerchronik. In Eberb ach cm Neckar erbrachen Diebe am bellen Tage den et fernen Geldsck'ronk her Stndtk.ckse und entwendeten 3000 Mk. Die Täter^iind unbekannt. AuS Sprottau find zwei Untertertianer des Progmmw sinws wegen Nichtversetzung flüchtig geworden. Bisher fehlt lebe Spur von ihnen. In der Kchlheidc bei A a che n erschoß ein Arbeiter infolge eines Streites seine künftige Schwiegermutter, feine Brant unb sich selbst. In Prag geriet der 65jährige Franz Liebisck mit seinem 28 Jahre alten Sohne Josef in Streit, wobei bet Sohn hem Dator eine Ohrfeige gab. Der Vater schlug hierauf den Sohn mit einem Beil und erwürgte ihn. Der Täter wurde verhaftet. In Bild er de (Belgien) ist in der S a l p e t e r s ä u r e f a b r i k eine Explosion erfolgt. Zwei Personen wurden getötet und fünf verwundet. Ein aus San Sebastian kommender Zug ist in der Nähe Olozaguitas mit einem Sonderzuge zusammen g e st o ß e n , der portugisische Touristen nach Frankreich beförderte. Die Zahl der Verletzten ist unbekannt. Die Verbindungen sind durch Schneefall unterbrochen. Wie aus Laja (Spaniens gemeldet wird, ist ein von zwei Zigeunersamilien bewohntes Haus eingestürzt. Neun Personen wurden getötet. Bisher würden sechs Leichen aeborgcn. Auf der Fahrt von Ncuvork ttach P l n m o u t i) überfiel an Bord des deutschen Dampfers „George Washington" ein irrsinniger Amerikaner den Assistenzarzt des Schiffes, Di V o g t ber i, und bohrte ihm einen Dolch in den Rücken. Das Befinden des Arztes, dessen Limgen schwer verletzt sind, ist besorgniserregend. Ein von Tokio nach Nagasaki gehender Schnell - zug entgleiste. 45 Personen wurden verwundet, drei Javaner erlitten tätliche Verletzungen. handel. Hamm, 7. April. In der außerordentlichen Hauptversammlung der Westfalischen Drahtindustrie unter dem Vorsitz des Geheimrats Wintcrfeldt von der Berliner Handeln gesellsckaft waren 24 Aktionäre mit 4 835600 Mark Aktienkapital vertreten. In der Hauptaussprache übet die Anträge auf Verschmelzung mit der Firma Krupp-Essen, sprach sich eine An zahl Aktionäre dahin aus, daß die Abmachungen mit der Firma Krupp doch für die kleinen Aktionäre ungünstig seien. Der Vorsitzende wies dies mit der Begründung zurück, daß durch bat Vertrag, den kleinen Aktionären immerhin eine 8prozentige Garantie riir ihr Kapital geboten sei. Die durch Zettel erfolgende Abstimmung ergab, daß der Vertrag in allen Punkten angenommen sei. Die Berliner Handelsgesellschaft vertrat 3 776 200 Mark. Amtlicher Wetterberichts Oeffentliche Wetterdienst st elle Gießen. WelterauSstchten in Hessen am Sonntag dem 9. April 1811: Wolkig, unerhebliche Niederschlage, kalt, nacht- vereinzelte Fröste, nördliche Winde. Automobil-Vertreter: Wilh. Hamel, «leasen, Blelchetraeee Für Fahrräder: Adam Kircher, Glennen, Bleichetraese. Man verlange Preisliste, üsselsheim ■KyüäiiL M MM Wieseck, den 7. April 1911. 2435 Die Beerdigung findet Sonntag den 9. April, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Alicestr. 56, auS statt. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat eS gefallen unsere herzensgute Tochter, Schwester und Enkelkind Minna Elisabeths Lepper UN 11. Lebensjahre nach langem, schwerem mit Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen, waS wir Verwandten, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mitteilen. Die tieftrauernden Eltern und Geschwister: Familie Johann Heinrich Lepper. L Mr Gaub » men 43 Eier - Sanniaoisviass© 43 - AIS besonders vreiSwürdig empfehle ich: O2S44 Mud 80 Psg. Pfund 50 Pfg. Pfnnd 85 Psg. Pjllnd 85 Psg. Psnnd 40 Pfg. Psnnd 45 Psg. Schweineschmalz, la. Wurstfett Speck, fetter, LilldrM Dörrfleisch, Landrwlß Schweinepöckelstcisch 8nnze Sonic Peine MM Machen Sie bitte einen Versuch. Wiedcrvcrkäufer Vorzugspreise. Cervelat, la. 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Trinken wir noch ne Pulle, Toubild. Akadem. Gesangverein. Nächste Probe: Montag, 10. April 1911, abends 8 Uhr, in der neuen Aula. 2 Chor-Konzert am 31. Mai 1911. Franz Liszt: Die Glocken des Strassburger Münsters. Wolf-Ferrari: La vita nuova (Dante). Mit Rücksicht auf die baldige Aufführung wird um allseitiges Erscheinen dringend gebeten. v*/< Orr Vorstand. Krusc's Schüler-Konzert diesmal mit Orchesterbegleitung am 3. Osternachmutaq, 4 Uhr, im Philosophenwald. Programme sind bei allen Schülern zu 30 Pfq., sowie an der Kasse zu 50 Pfg. zu haben und berechtigen zum Eintritt. Hierzu ladet ergebens! ein Dir. C. Kruse. Neue Anmeldungen Weserstraste 16, sowie auch Proaramme dortselbst. ("2424 Lichtspiele Walltorstrasse 36- 38. Walltorstrasse 36—38 Heute neues Schlager Programm. Die Direktion. Will IIMNilWUMWM' ............... lllll'WMgMMBMHI Zur Konfirmation Ausgabe der Rabatt-Sparmarken 1. Abteilung Ans. 8*/$ Uhr. Ende 6'/« Uhr. 2. Abteilung. Ans. 7*/9 Uhr. Ende 10 Uhr. 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Mein Bestreben wird sein, meine Kundschaft reell und billig zu bedienen. 028Uo (Stehen, im April 1911. H. Baumann.