Ton. Zu- Erklärung gegen den März. 10-1 Uhr. Tie „•lefctner FmnillendlStler" werden dem ,21nzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, baß „Krebblott |lr den Kids Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „candwirtschastlichen öett- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Vorschläge in der Forstverwaltung äußern. Die Rentabilität dieses Zweiges der Staatsverwaltung sei sehr wichtig und müsse in erster Linie beachtet toerben, was bisher nicht immer in der richtigen Weise geschehen sei. Es würde na cf) seiner Meinung zu viel mit der Einsührung fremder Holzarten experimentiert. Tie jetzt von allen Seiten befürwortete Reorganisation der Forst- Verwaltung sei freudig zu begrüßen, und es sei notwendig, daß bei dieser wichtigen Frage vor allem die Stimmen der Sachverstün-- digen gehört werden, wie die des Abg. Forstrat Dr. Weber. Ter Redner beklagt bann, daß die Beiträge zu hoch seien, welche die Gemeinden, die eigenen Waldbesitz haben, als Beiträge zur Besoldung der Forstbeamten beizutragen haben. Dadurch erführen verschiedene Gemeinden eine ganz außerordentliche Belastung. Es sei dringend notwendig, hier so bald wie möglich eine Acnberung eintreten zu lassen. Abg. Ulrich (Soz.), nimmt zunach stKenntnis von der Er- flärung der Regierung, daß sie in eine Untersuchung der Beschwerden gegen den Forstmeister in Seligenstadt cingeiretcn ist, aus der sich ergab, daß sich in der Oberförsterei alles in bester Ordnung befunoen habe. Tie Regierung habe aber selber zugegeben, daß es sich um eine Schiebung int Lohnbetriebe handelt, um eine Manipulation in den Büchern, aus der bann begreif-, lidjcr Weise in ben beteiligten Kreisen allerlei Merkwürdiges erzählt wurde. Tic Untersuchung habe auch gezeigt, daß es notwendig ist. Derartige doppelte Quiltungseimragungen in Zukunft zu verhüten. Redner erklärt, er werde Gelegenheit nehmen, die regierungsseitigen Feststellungen den Beteiligten zur sltenntnis zu bringen; er müsse sich aber gegen die Angriffe des Abg. v. Brentano wenden, der von einem der beteiligten Arbeiter fälschlich behauptete, daß er schon vielfach vorbestraft fei. Beide Arbeiter hätten öffentlich erfärt, daß dies unwahr sei und keiner von ihnen irgendwie bestraft sei. 6efiijd)c Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 7. Vizepräsident Korell eröffnet die Sitzung um Das Laus setzt die Haushalt-beratung bei Kap. 2, Kameral -> und F o r std o mä n en, Mittwoch, 8. März M Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UmversilätZ - Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e«61. Redaktion:L-ÄSI12.Del.-Adr»AnreigerGteßen. klagen! Ist c5 denn ein Verbrechen, bag der K^.cg»mini,ter stch zwei Eisen im Feuer hielt? Berlin hat sich ja noch im Jahre 1901 mit Händen und Füßen dagegen gestraiibt, das Tempelbofer^cld einzugemeinden. (Hört, hort!) Ter Magistrat gab dem Ober- prähbenten nicht einmal eine Antwort. Zwei Jahre lang bat man den Berlinern die Eingemeindung angeboten, die Herren hielten es aber nicht der Mühe roed, die Sache zu erledigen. Auf hem Präsentierteller bot man der Stadt daS ^cmpelhofer Feld an. Berlin kann sich also wirklich nicht beklagen. Solange das Feld i-.stbt bebaut ircrben Durfte, woll-c Berlin nichts davon wisien. Sobald aber ein Gewinn hcrauLschaute. wollte Berlin mit beiden Händen zugreifcn. Tas ist doch keine weitschauende Kommunalpolitik! Der Kaufpreis wird natürlich bald aus dem Objekt herauSgebolt werden. Daß der Kreis Teltow sich gegen Berlin wehrt, ist ,e bst. verständlich. Jetzt ist eine (ringcmcmbimg deS Ternpelho'cr in Berlin nicht mehr möglich. Ter Vertrag ist abgeichlopen und rechtskräftig. Gegen eine Verständigung Zwilchen Berlin und Tempelhof haben wir gar nichts. Aber damit hat doch der KnegS- minister nichts zu tun. ... Es ist auch durchaus nicht richtig, datz der Jan-enR-c Plan allgemeine Anerkennung findet. Eine ganze Reihe von ftutorr- täten spricht sich gegen ihn aus. Ob Berlin wirklich viel besser bauen würde als Tempelhof, erscheint uns doch sehr fraglich. Berlin muß sich doch auch nach seinem Geldbeutel richten. Auch Bcr- lin hoffte, aus dem Kauf des Tempelhofer Feldes Gewinn zu er. zielen. Äicrr Dr. Wicmer sollte doch einmal den Vertrag Berlins mit der Tarmstädtcr Ban? über den eventuellen Kauf des Feldes vorlegen. Ob XSerr Haberland hinter Temelhof steht, ist uns ganz gleichgültig. Wenn er wirklich ein so tüchtiger Kaufmann ist, könnte Berlin ihn ja zum Oberbürgermeister Wahlen, (weiter, feit.) Wir kümmern uns jedenfalls nicht darum, für ui'.s ist d,e Hauptsache, daß das Feld vernünftig bebaut wird. eine andere Vereinbarung getroften werden, so lst das Sache Tempelhofs. Ter Vertrag Tempelhofs mit der Deutschen Bank js. mir unbekannt, aber natürlich kann ein so große» G^chaft nich! obne Mitwirkung einer Bank abgeschlossen werden; Berlin wollte ja dasselbe tun. All , . die großen Worte v o n' T e r c a i n f p c k u l a t i o u sind deshalb ganz unangebracht. Ter Gedanke,d:r Bebauung der östlichen Hälfte ist noch nicht spruchreif. Erfind noch 4- cxftar Lunns auf dem Felde für Berlin übrig. Berlin hat uiw c'incu Käufer av'penstia gemacht. (Hört! HortN trotzdem habe m auf Berlin gewartet und den Anschluß mitTempelhof bmauS- geschoben. Mein Verhalten ist loyal und legal. .(Beifall re$$ic Heeresverwaltung hat auch nicht etwa iiach parteipolitischen Gesichtspunkten gehandelt. DaS I'5.gt uns stan5 fern W'r sind rein sachlich horgegangen int ^ntereste des rneichcv. L>r nm Ncht S-S-n VttUn gei.nnl! 2Bäv=n loic 1° wir niw! immer und immer wieder au,'Berlin gewartet. Da hätte ich schon im April mit Tempelhof abfchlrchen können. Aber ich habe den Abschluß im Jntcresie Berlins immer tmeber hinaus, geschoben. Das zeigt deutlich, daß ich eine wahre Engel Sac. duld mit Berlin gehabt habe, daß ich sehr gern mst Berlin abgeschlossen hätte, wenn nur irgend eme Möglichkeit dazu gegeben gewesen wäre. (Beifall.) Abg Dr. Wcbcr '(Natt.)'5 Nach dieser Erörterung der Rechtslage nun flut sachlichen «Seite der Frage! Tie Resolution der Budgetkommission ist nicht recht annehmbar, weil sie offene Türen einstößt. Hat nicht auch die Militärverwaltung ein Interesse daran, daß die Jugend nicht gezwungen ist, in engen Quartieren aufzuwachsen? Leider aber hat der KriegSminister nun offen erklärt: Tic Hauptsache ist, daß ich mein Geld bekomme! (Hört! Hört!) Tie Orient- liefen Interessen werden also zugunsten der r i 5 falt f 6 c n geschädigt. Der Tempelhofer Vertrag wabrt das Allgemeinwohl nicht! Der heutige Bebauungsplan, hinter dem,Herr Haberland steht, beruht nur auf geschäftlichen Grundsätzen. Man will möglichst viel Gewinn herauswirtschaften. Waö babfi herauSkommt, sehen Sie an dem ebenfalls von Haberlank ge- Muten bayerischen Viertel in Schöneberg, mit den engen Hofen und der Ausnutzung jedes Quadratmeters. Man darf sich, durch da- schöne Bauwerk nicht täuschen lassen. Die Hauptsache »st,, daß Licht und Luft vorhanden sind. Ich hoffe, daß der Kriegs. Minister seine Bedenken gegen eine etwaige Bebauung des östlichen Geländes hier Vorbringen wird. Sollte aber wirklich em Verkauf in die Wege geleitet werden, so erwarte ich, daß die Militärverwaltung vorher mit den beteiligten Gemeinden tn Verbindung tritt. Empfehlen würde sich dann die Durchführung des Jansenschen Planes, durch den erreicht tont), daß Seiten- und Hinterhäuser wegfallen, so daß Gärten dafür an- flclcgt werden können. Mit Recht hat der nationalliberale abg. » Bülow-Homburg im preußischen Alrneordnetenhnine auf bu Vorzüge dieser neuen Bebauungsmethode hingewieien. In ot)'um}er «Mcise haben sich auch nichtliberale Organe, wie die „Rolnijd’c Volkszeitung' und die .Dei,t'ck.c Tageswitnn^ Sge'prochen. Aber nur eine leistungsfähige Gemeinde kann folwe Plane durchführen. Berlin ist bereit, dafür auch in Zukunft Opfer zu bringen. Auch jetzt ist noch . eine Verständigung über den Bebauungsplan möglich. Freilich. Berlin kann sich ja nicht über Entgegenkommen von feiten der Militärverwaltung beklagen. -Er herrscht nun einmal eine Abneigung gegen den „Wasserkopf* Berlin. ^Vereinbarungen mit der Gemeinde und dem Kreise Tempelhof und noch setzt durchführbar. Wir bitten die Negierung, keine Schwierigkeiten zu machen. (Beifall links.) Abg. Erzbcrger (Zentr.): Die ganze Angelegenheit wird wohl kaum mit einem Liege Berlins enden. EtatZrechtlich hat der Reichstag gar kein Ein. fpructeredit Das wäre auch praktisch ganz undurchführbar. Ter Redner spricht gegen Laband und fordert ein neuc-5 Etatbewirt- schaftungsgeseh. Schon im vorigen Jahre hat die Budgetkommission einstimmig gebilligt, daß das Tempelhofer Feld verkauft werden soll. Die Verwaltung hat also durchaus im Rahmen ihrer Befugnisse gehandelt. Gewiß. Geld ist die Hauptsache, und die Summen, die da? Tempelhofer Feld einbringt, brauchen nicht von den Steuer- zahlern im Reiche aufgebracht Norden. Ist das kein allgemeines Jntcresie? Das will denn Berlin? Es war ja gar nicht ohne weiteres bereit, die 72 Millionen zu zahlen. (Tove: So dumm war Berlin nicht!) Na also, dann kann sich Berlin auch nicht beben angesckulbigren Beamten gegen Die Anschulbigungen entschieden in Schutz nehmen. (Bravo!) Weiter müsse er fcststellen, daß bcr Beamte auch niemals verlangt habe. Die Leute sollten vor ihm stramm stehen unb bie Hände an bie Hosennaht legen. Das sei vor einigen Jahren einmal in einer anderen Lbcrforltem vorgekommen unb sei nun jebenfalls als Btärchen bem, Oberförster von Seligenstabt angebiditet worden. Herr edfroer ,:t bcr Sündenbock nicht gewesen, als welcher er hier tm Hau,e hrn- aeitcKt werbe. D^r Redner erörtert bann noch kurz bie tfrage Der Verpachtung von Tomanialwalbungen unb bezieht sich auf bie schon früher über bie Stellung der Regierung in diesem Hau,e abgegebenen Erklärungen. Geh Rat Frhr. v. Biegeleben wendet sich gegen mehrere Aeußcrungen des Abg. Lutz unb legt Dar, baß dessen Ausführungen über den zu teueren Bau eines Forstwarihauses im Vogelsberg nicht zutreffend seien. Tie Kosten seien durchaus nicht übermäßig hoch gewesen. Geh. Rat W i l b r a n d stellt ebenfalls einige Ausführungen des q'ha Lutz richtig. Tic Swrift des Prof. Weber in Gießen fei etn unerhörter Angriff au, bic Forstverwaltung gewesen unb hab- eine eingehende Erwiderung ersordert. Ter Redner erörtert bann verschiedene Borschläge desselben Abgeordneten in Betreff der Forstkultur des Vogeisbcrgcs. Geh. Oöcrforslrat Walther gibt eine fachmännische Tar- stellung über die Zweckmäßigkeit und bie Rentabilität der Buchen- und Fid'.cnüilrur. Er trän besonders bem Abg. Stöpler gegen- uber die Tatsache auf, wcshalv Die Kultur Der Buche vor Der Fichte im Vogelsberg fue'aiLid) zurüdgetretcn sei: es seien ba= bei hauptsächlich wiiiCnschaftliche Gründe in Frage gekommen. Abg. Tr. Heibenreich natL) führt aus, er wolle der im Hause gegebenen Anregung folgen unb sich über Ersparnis- nächst gibt Geh. Oberfinanzrat F n ch s eine längere bezüglich bcr_Don zwei sozialbcmolratischen Rcbncrn „ „ Forstmeister Lchröer in Seligenstabt erhobenen Vorwürfe ab. 2,1c Regierung glaubte es dem sdfwer angeschutbigten Beamten sd>ul- big zu fein, auf Grund Der in bcr Kammer vorgebrachten Angriffe eine sofortige gründliche Untersuchung und ji-lantelluiig zu veranlassen. Es wurden deshalb nod) am Freitag alle Beteiligten telcphonisdi zur Vernehmung eingeladen, die in Gegenwart des Ministerialreferenten slattfanden. Der ganze Sachverhalt habe sich bann als ziemlich ciniach hcrauögestcUt und im wesentlichen Die Richtigkeit dessen ergeben, was Abg. v. Brentano schon in bcr Freitagssizimg jcilgcüelit hat. Tic vorn Oberförster veraiüaßtcn Arbeiten m einem Walbdistrikt bezüglich Der Der- iüngung des Buchenbestandes halten sich nadiDrudlid) als zwecklos erwiesen und Da rourDcii dieselben unterla,sen. Ter sür diese Arbeiten bereite- gemachte Eintrag wurde Dann vom Oberförster berichtigt unb ein anderer Rechnungseintrag gemacht. Auck, die Eeibcn Arbeiter, die das Protokol. untersciüjnctcn, haben bestätigt, daß sie ihren Lohn richtig erhalten haben. Teilen Buchung sei lediglich aus einem unrichtigen Konto erfolgt. Es sei also ohne Zweiscl hier ein formeller Fehler vorgekommen, aber er müsse auch konstatieren, baß sich int übrigen nach Dem Urteil von Sachverständigen die Bucher in der Oderförstcrci in mufter- hafter Ordnung befunden haben, und ebenso, wie in den Buchern, sehe es auch un Waid der Oberförsterei aus; er müsse deshnlo Deutscher Relchstag. 141. Sitzung, Dienstag, den 7. März. Am Tische des Bundesrats: Frhr. b. He ering en. Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. und erklärt: AuS dem Stenogramm habe ich er,ehcn. daß der 2bä Hue in der letzten Sitzung wahrend der Rede de« abg. Behrens Zwischenrufe, wie .Verlogen!" und „II11 - Verschämtheit!" gemacht hat. Hätte ich sie gehört, jo wurde ich ihn zur Ordnung gerufen haben. - Der milifflrefaf. Die Beratung wird bei den Einnahmen und zwar beim Titel , Er lös aus dem Verkaufe von Grundstücken" fortgesetzt. Der Verkauf des Tempelhofer Feldes. Die Dudgetkom miffion beantragt eine Resolution, die den Reichskanzler ersucht, dahin zu wirken, daß der Kaufpreis für das Tempelhofer Feld durch die Art der Bebauung dem Reiche nicht verkürzt werde. Eine Resolution der v 0 l k ö p a r t c i ersucht den Reichskanzler, im Jntcresie einer großzügigen, den Forderungen des öffentlichen Wohles ent- fprechenden Bebauung des Tempelhofer Feldes ctroaiflc Bestrebungen auf Herbeiführung einer Verständigung zwilchen den Beteiligten und der Stadt Berlin, unter der Voraus- ietzung zu unterstützen, baß bcr Kaufpreis dem Reiche nicht verkürzt wird. Abg. Tove (Vv.): Die Angelegenheit des Tempelhofer Feldes hat viel Staub mifaetoirbclt. Ich will sie nicht vom Berliner Staudpunkt aus bc« nachten, sondern von unserem ctatsrechtlichcn Gesichtspunkt aus. Der Redner verweist auf baß Gutachten Labands, der dem Rcielfs- tagc das letzte Genehmigungsrecht zuspricht. Die Frage ist tner allerdings noch nicht endgültig geregelt, weil eS fa nicgt allgemeine Sitte ist, daß KriegSminister solche Niesenumsatzgefclfafte machen, und loeil es doch auch sehr fraglich ist, ob der Kriegs- Minister dieselbe zivilrechtliche Position cinmmmt to;c andere Verkäufer. Wir müffen verlangen, daß nicht immer nur daS fiskalische Jnteresip im Vordergrund steht, sondern daß auch allgemeine und kommunale Interessen berücksichtigt werden. Abg. Dr. Wicmer (Vp.): Durchaus gclläct ist die staatsrechtliche Frage nicht.. Der Reichstag selbst hat auf eine nachträgliche Genehmigung in solchen Fällen verzichtet, weil — wie seinerzeit gesagt wurde — W bcL Betrieb in den Reichsverwaltungen ungemein erschwert wurde. Mit dem Labandschen Gutachten wurde man zu, merkwurdlycu Konsequenzen kommen, die beweisen, daß in dieser rirage eine Lücke in der Rcichsgcsctzgebung vorliegt. Wir find der Meinung, daß der T e m p e l h 0 s c r Vertrag r c dj t u g u I f 1 g i|t, unb daß mir keinen Einfluß darauf haben. Nun ist nur.bas kleinere Viertel des Feldes verkauft worden. Man sollte daher doch nicht fo tun, als ob nun die Stadt ohne Licht und Luft sei. Auch wir hätten gern die Verhandlungen Berlins un allgemeinen Interesse unterstützt, wenn wir nur bic Dlöglichkcit dazu gehabt hatten. Wir fvünschcn aber, daß beim Bauplan den Interessen der Volksgesundheit Rechnung getragen wird. Vielleicht läßt sich ein Mittelweg in d'cr Richtung finden, daß mehr freie Plätze unb -Straßen vorgesehen lucrbcn, vielleicht 47 Proz. Solche Verhandlungen wurden wir lebhaft begrüßen. Der Reichskanzler sollte sie nut feiner autoritativen Persönlichkeit unterstützen. Tenn die WognungSverhalt- n'isic in Berlin sind tief bedauerlich. Natürlich dürfen bet diesen Bestrebungen auf Besserung bic Interessen des Reiches moft leiben. Der Gerlachsche Bauplan ist dem Jansenschen ganz gleichwertig. Ein grenzenlos gutes Geschäft von vornherein war der Ankauf des Feldes nicht. Mancher der mitgefauft hat, würde sicherlich heute nicht mehr mitmachen. Wir begrüßen cs auf das lebhafteste, wenn cs gelingt, den öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Neichsschützsekretör Wermuth: Die Beweglichkeit der Verwaltung würde gehemmt, wenn solche Verkäufe von der Zustimmung des Reichstag undBundeSratS abhängig wären. Auch bei den Verkäufen von Festungsgelanden, z. B. Köln, Mainz Königsberg hat der Reichstag nie Einwcn- düngen gemacht unb niemals wurde eine Eintragung abgelehnt. Abg. Dr. Arendt (Rp.): > Der Verkauf des Tempelhofer Feldes ist ganz zweifellos redit-Mräftig, so wünschenswert auch eine Verständigung zwilchen den Beteiligten ist. Wir wissen unS von Animosität gegen Berlin frei, seine 'Entwicklung erfüllt uns mit Stolz, die fetzigen Vor- kommnisic find eine Folge der früheren verkehrten Kommunalpolitik. Das Verhalten des KrieaSmi,usters m der ganzen Angelegenheit ist tadellos. Auch die Darmstädter Bank, mit der Berlin die Sache machen wollte, hätte nicht Arbeiterwohnungen gebaut. Abg. Ledebonr (Soz.): Der Kriegsministcr hat bic Berliner Stadtverwaltung gründlich reingelegt und üvers Ohr gehauen, da ihr die gefchäft- liche Gcrisicnhcit gefehlt hat. Ter Kriegsministcr hätte unbedingt mehr Fühlung mit bcr Berliner Stadtverwaltung nehmen müssen; natürlich meine ich nicht, daß er sich etwa bei der Frau eines Stadtrats zu Besuch ansagt. (Heiterkeit.) Kriegsminister Frhr. v. Heeringen: Herr Lcdcbour ist nicht zu belehren. Er hat aber behauptet, • wir hätten Berlin übers Ohr gehauen. Gegen derartige Unter- : stellungen verwahre ich meine Verwaltung auf das allerent- 1 schiedenstc. Abg. Dr. Wiemcr (Vp.) wendet sich gegen Dr. Arendt und 1 Erzberger. Tie Aussprache schließt. Tie Resolution der Volkspartcr wird abgelehnt, die der ! Dudgetkommrsiion angenommen. Der Militäretat ist damit erledigt, ebenso wird der Etat deS - Reichsmilitärgerichts und in dritter Lesung die Heeresvorlage an* : genommen. r Mittwoch 1 Uhr: Postetat. [ Schluß 7% Uhr. Abg. Frhr. v. Richthoscn (Kons.): Berlin scheint den richtiaen Zeitpunkt für die Eiugcmenidungcn verabsäumt zu haben. Es hätte einst auch Eharlottcnburg cinticrlci» ben iönneu. und hat es damals nicht getan. Tie Rechtsfrage be- darf keiner eingehenden Erörterung. Selbst Professor Laband hat ja seinen ursprünglichen Standpunkt revidiert. Ich habe indn den Eindruck, daß die Militärverwaltung in irgendeinem Zeitpunkt eine illoyale oder rechtswidrige Haltung eingenommen hat. Sic hat die fiskalischen Jntercsien des ReickcS in anerkennens- werter Weise gewahrt. Notwendig scheint die "cjolu- tion der Budgetkommission nicht zu sein, aber zu- stimmen können wir ihr. Tic Resolution der Volk---- partei verlangt eine neue Initiative von der Regierung, die mc|e nicht ergreifen kann; sollte sie von anderer Seite ergriffen werden, so würden wir nichts dagegen haben. (Beifall rechts.), Abg. Fischer (Soz.): Ter gesunde Menschenverstand müßte doch verlangen, daß, wenn man Einnahmen oder Ausgaben bewilligt, man die Verträge durchprüfen darf, aus denen sie erwachsen. Was geschieht denn mit dem Vertrag, wenn wir die Einnahmen ablehnen? Tiefe Frage zeigt, daß das ganze Budgetrecht ein Messer ist ohne Klinge und ohiic Heft. Verweigern wir dem Kricgöminister die Einnahmen, so bleibt er doch Minister, uns ist er nicht verantwortlich. Herr Erzberger war vorige? Jahr für Berlin, jetzt ist er dagegen; im vorigen Jahre verlangte er. dast die Verträge mit den Kolonialgescllschaftcn dem Reichstage vorher zur Genehmigung vorgelegt werden, jetzt bestreitet er dem Nelchsiage das Ge- ncbmigungSrecht. Ter Vorwurf, daß Berlin saumselig war, ist falsch. Juristisch bat der Kriegsministcr bei seinen Verhandlungen mit Berlin sich gedeckt, ob auch moralisch, lasse ich dahingestellt. Hier donnern Sic immer gegen den Bodenwucher, aber die erste (Gelegenheit, too die Großspekulation au5 dem Sattel geworfen werden konnte, haben Sie vorübergchen lassen. Auch die Fürsten Tonnersmarc! und Hohenlohe und Fürstenberg sind große Bodenspelulanten, da^cr Ihre freundliche Haltung zum^Tem- pelhofer Vertrag. Tempelhof iit nur Strohmann für eine Spekulantengruppe. Tie Teiitscln Bank konnte das Geschäft nur über den Kopf Berlins machen durch Vermittlung des Fürsten Fürstenberg. Es heißt ein Verbrechen am Volke begehen, wenn man so handelt wie der Kriegsminister, der nur darauf bedacht roar, möglichst viel Moneten in bic Tasche zu fliegen. Nach unserer Auffassung hat bcr Reichstag heute noch bie Pflicht Clnzugreifen. Kriegsministcr b. Herrinnen: Ich erkläre hiermit ganz ausdrücklich, daß irgend welche fremden Einflüsic dem Kriegsministerium absolut fcrugelegen haben, daß das Kriegsministerium nach keiner Richtung davon abgewichen ist, sachlich die Jntercsien des Reichs 0 h n e A n s e h e n des Käufers zu nahr?n. Der Kriegsminister wiederholt in Erwiderung namentlich auf bic Ausführungen Fischers sehr eingehend seine Erklärungen au3 der Budgetkommission Über die Verhandlungen mit Berlin. Das Kriegsmini,'terium hat daS öffentliche Interesse nach jeder Richtung gewahrt, sowohl nach der bvgicniscken, die gerade d-e Heeresverwaltung nichr beiseite stellen darf, als auch um daS Geld zu schaffen für den Erwerb von Truppenübungsplätzen zur Entlastung der Bevölkerung draußen, die über Manöverflur,chäden usw- klagt. Im Vertrag mit Tem- pclhof haben wir erheblich mehr Freiland gefordert, als der frühere Bebauungsplan in Aussicht nahm. Auch uns ist eine Gartenstadt sympathisch, aber Reichsgelder können wir dafür nicht opfern und bie Initiativ-' dazu nicht ergreifen. Tempelhof ist vom 1. April an rechtlich Besitzer der westlichen Hälfte; soll 1fr, 57 „ , Dritter Blatt ... M Jahrgang * Erscheint ISgklth mit Ausnahme be5 Sonntags. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen lieber die Frage, ob die s. Z. geschaffenen 14 neuen Oberförster- Hellen inrebet beseitigt werden sollen, seien die Meimmgen sehr geteilt: ment sollte die beteiligten Fachleute einmal selber darum Befragen. Die Regierung habe ja im Etat die Streichung von -fährt Oberförsterstellen rwrgeschlagen, sie gebe also selber zu, daß tnne Rediuieriing statthaft sei und man dürfe doch wohl stellen. Der Umstand, daß sich das indische Angebot infolge der Bedrohung der Ernleaussichten durch starke Niederschläge vorsichtiger zeigte, übte keinen sonderlichen Einfluß auf die Stimmung ans. Ebenso >wenig vermochte eine Herabsetzung der australischen Emteschätzung die Unternehmungslust irgendwie anzuregen. In Deutschlaich bestand für das keineswegs große Weirenangebot auch bei entgegenEonttnenben Forderungen wenig Kauflust, Denn der Export stockt augenblicklich und auch die Mühlen zeigen sich infolge unbefriedigenden Mehlgeschäftes wenig aufnahmesähig. Ganz besonders schwierig gestaltet sich aber der Absatz ausländischer Ware im Inland«. Dadurch veranlaßtes Lieferungsangebot ließ die Preise um 3/* Mk. zurückgchen. Für Roggen war die Provinz im allgemeinen fest gestimmt, und namentlich für spätere Abladung ist das Angebot vom Inlande recht spärlich; andererseits ist für die wahrend deS Winters emgelodene und jetzt heranschwimmende Ware bei den hiesigen Mühlen zu den geforderten Preisen schwer Unterkommen zu schaffen, so daß die Besitzer solcher Ladungen verschiedentlich zu Lieferungsabgaben ihre Zuflucht nehmen mußten. Im 'übrigen scheint 8er größte Teil der Wasserzufuhren aus vorverkauster Ware zu bestehen, auch dürfte manche Ladung nach der Küste abgelenkt werden, da sich in Stettin andauernd Verwendung zum Expott bieten soll. Auch für Hafer war die Stimmung im Gegensatz zum Inlande hier ziemlich matt, da der Konsum nur vorsichtig kauft und keine entsprechenden Preise anlegen will. Interesse bestand meist nur für geringere Qualitäten, die zur ßteferung an die Proviantämter gebraucht werden, auch feine Ware ließ sich verhältnismäßig gut unterbringen, wahrend Mittelqualitäten vernachlässigt blieben. Futter-, gerste war namentlich in bald greifbarer Ware wieder recht fest, und auch für spätere Abladung hielt Rußland auf Preise. Amerikanischer Buntmais sand zu zeitweise ermäßigten Preisen mehr Beachtung. Argentinien hat feine hohen Forderungen diesmal etwas ermäßigt. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark vro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr ( + ) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () betgefügt ist, wie folgt: Wetzen Roggen Hafer Königsberg 200 (— ) 146 (+ l1/,) 160 (- ) Danzig 198 (- 4) 148V. (- ) 157 (+ 3) Stettin 104 (— ) 147 (- ) 152 (- ) Polen 105 (~ ) 143 (- ) 156 (4- 2) Breslau 193 (- ) 144 (- ) 154 (— ) Berlin 196 l— 1) 148V. (- 1) 173 (-- ) Plagdeburg 194 (- 2) 148 (- ) 172 (- ) Halle 193 (- 1) 151 (- 1) 172 (— ) Leipzig 196 (- ) 152 (~ ) 170 (— ) Dresden 196 (- ) 148 (- ) 164 (- ) Braunschweig 194 i— ) 162 (- ) 173 (- 1) Rostock 185 (— 1) 143 (-f- 1) 154 (- ) Hamburg 200 (- 1) 155 (- ) 175 <- ) Dusseldori 197 (4- 1) 156 (4- 2) 156 (+ 1) Fraitkinrt a.M. 202*/, (4-1*/,) 161V, (- ) 170 (- ) Mannheim 210 (- 162V, (- ) 172V. (- ) Straßburg 205 (— ) 167% (- ) 179 (- ) Diünchen 218 (— 2) 174 (- ) 178 (- ) W e l t m a r k t p r e i e: Weizen: Berlin Mai 201.00 (— 0.75), Budapest April 195.05 (— 1.05); Livervol Mai 161.45 (— 1.20), Chicago Mai 141.45 (— 4.25) Rogge»!: Berlin Mai 156.25 (— 0.50). Hassr: Berlin Mai 156.75 (4- 0.35) Mk. •Kindermehl Krankenkost Besfbewahrte gesunde und magen- darmkranke Nahrung für: sowie schwächliche, In der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. froher oder später Continental Pneumatik am billigsten fährt, Gutta-Percha-Co., Hannover, kommt jeder Automobilist u. Radfahrer zu der Ueberzeugung, dass er auf WH JO Färbezu Hause fürwenige Pfennige kann jede Hausfrau KleidungsstücKeuStoffe aller Art, aus: Wolle, Halbwolle, Baumwolle, u.s.w. prachtvoll uechtfärhen. Alle Farben ä 10u.25Pfg. Man fordere ausdrücklich Heitmann^ Farben. Schurzmarke: Fuchskopf Im Stern. Jedes andere Fabrikat zurikkweisen. GEßH.HUTMAHN.KÖlNtLRIGA. 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