Drittes Blatt 161. Jahrgang Ur. 212 Grlcheiml tLtzNch mti Hufnabme W Crnnfagf- zurück. quälen ausgestanden. Wie man einen Ehemann behandelt. weichen. Füz^iren nur sehr sparsam angebracht, ein Zuerst versuchten sie ihren Plan bei Tage Frauen-Feuilleton. Neuheiten der Hcrbstmode. Tie „tte|teer LmnINeRdlSNef reetben dem ,Tnjeifltr* viermal wöchentlich beiqelegk, ba< ^Xrdsblaii fir den Kreis Aiehen" zweimal m-cheiulich. Tie .^an-wirllchaftlichen Jett« fragen“ erscheinen menoihd) zweimal. einziger unter ollen, außer dem oben ger.aimtai, läßt der Trat von 40 Jahren Gerechtigkeit widerfahren Wie einer der Sxrreu schreibt, weiß die 40jähnge zu viel, he in zu berechnend vn Ixrf feine Illusionen: dagegen das iung- Mabchen von 17, Hochs: 18 Jahren ist voll von £nbem'(hartii(bfdi, von unendlichem Lev« trauen und von enrylcfenhei Xhnungslosigbeir. Am Morgen die thessa- 0»»i-IM^ ^KöUVenv, Samstag, 9. September 19U lUtottonfbrurf und BevUa der vrühl'scha» Unaxrüi&M • Vuch» und EtnnbnicfertL K Lange, •leien. lische Gbcnc mündenden Täler. Hier nuteten wir zwei Tage und eine Nacht Tann ging Cv in östlicher Richtung weiter, bis wir in der Frühe abermals eines der nach Süden führenden Täler erreichten. Am Abend des folgenden Tages kamen fünf griechische Gendarmen das Tal herauf und riefen bestän big: „Germanos, Germanos!" Leider tonnte ich nicht antworten, weil mich die Räuber bedrohten. Diese Oenöarmen gingen in einer Entfernung von 100 bis 200 Meter an und vorbei, suchten stets das Gebüsch ab nnd stiegen bann nach einem von unserem Lager ans sichtbaren hoätgelegenen Karakal aut. Als sie dort emgetreten waren, begaben wir uns schleunigst wieder aus bie Flucht, die uns in das Tal hinunter führte Bei feiner Einmündung in das Flachland wurden mir die Augen verbunden Gleich darattf beschritten wir ein Dorf, wo man mich in ein unbewohntes Haus führte und mtr dort bie Binde abnahm Rach meinem Dafürhalten mußte dies das Dorf Ziler sein, das aus der vom militärgeographischen Institut in Wien herausgegebenen vorzüglichen Starte verzeichnet ist. Hier biteben wir ungefähr zwölf Tage lang, wobei mein Aufenthalt ztveirnal gewechselt mürbe* und zwar lehrten wir aus dem zweiten Hanse wieder in das erste zurück. Nach zwölf Tagen zogen wir nach Westen durch bie Ebene, dem ?tbbang der Berge entgegen. Tort angelangt, etwa 160 Meter über dem Tal, wurde eine Höhle bezogen, Du ich bis zu meiner Freilassung nicht mehr verlassen habe. Es heißt, mein Aufenthalt befände sich auf griechi- i d) cm Gebiet. Ich verdanke es meinen sehr eingehenden seine Meinung angegeben Kat, fei die Zeit nach dem 50. Foor-. alt 3m übrigen herrscht unter daß Die Frau in der Jugend find die Ansichten darüber sehr de Dabei habe ich, besonders anfänglich, entsetzlicl-e Seelen- WsiteiM ert rueb and bühp Brührecbe Ueli* Redaktion. Expedition und Druckerei: Elch al» strotze 7. Expedition und Vertag Redaktion: 11». rel.-UdrüAnzeigerGiitzv» ober Lederband, eine Kokarde oder etwas ähnliches. An Biel« aestaltigkeit kann es der weiche Filzhut mit dem männlichen Panama Hut aufnehmen, denn wie dieser kann er mit größter Leichtigkeit aus einer Form in die andere gebcadn werden. Während man in Pans längliche Glockenhüte aus Sammet toi eher bevorzugt, wendet man sich in London verschiedenen Hutformen zu, die mir bcruntergcidNagenem Rande ober auch der Gar- nieruno den Kops soweit umhüllen, baß vom Haar unb von ben Cbrcn nichts mehr zu sehen ist unb nur bas Gesicht heraus guckt Beiden gemeinsam ist eine neue Art der Garnierung, nämlidi Blumen und Früchte, die aus Wolle hergestellt sind, so z B Weintrauben, die unsinniger Weise aufrecht Heben Ter Vielseitigkeit der Hutsorrnen cmfpricht eine Mannigfaltigkeit der Frisuren Für die Haartrad,: läßt die Herbst- mode den weitesten Spielraum: man findet ganz glatte Frisuren neben lodcnreidien Ausbauten. Besonders merkwürdig ist eine ganz neue Frisur, die zu einem sehr hohen, spitzen Hut erfunden worden ist, bei der das Haar zu einer nach oben sich verjüngenben 3 Pirole an geordnet ist. Bei lockenreichen Frisuren werden viele Bänder, Blumen, Schleifen, ,a selbst Perlenstickereien verwendet. K. **- sich als Vertraute in bie Geschästsangelegenheilen des Mannes einzudrängen. Kommt er mit seinen Sorgen: dann schön und gut, indem man sie teilt, leistet man ihm Hilfe Mummt bet Mann abends müde und abgearbeitet beim, io bin id> iröstlich unb vergnügt, fein unangenehmes Gespräch darf seine Mahlzeit stören. Man sagt oft, der Weg zur Liebe des Mannes 'übte durch ben Magen, und es ist fidyrlid) etwas Wahres daran Ich icdenfalls weiß, daß ein wohlgesättigter Mann viel leichter zu behandeln ist wte ein anderer, nno darum: Nimm im üuchenzeNe' Rücksicht auf seine kleinen Vorlieben: bie kleine Mühe bringt dir großen Lohn Tas Allerwickitigste aber: fei niemals eifersüchtig Wenn mein Mann eine andere Frau hübsch findet, fo treue ich mich darüber, unb wenn sie ihm zulächett, >'o freue idt mich noch mehr, benn bieses Lächeln ist mir ein Beweis, daß ich einen begehrenswerten Mann zum Lebensgefährten erwählte unb ist eine stumme Anerkennung meiner Wa^zl -in -------- -----------------oer’dncDcn, welche Fahre hierstrr in Betracht kommen Einige finden, Di- Frau müsse wischen 1/ und 30 Fahren sein, andere ichöyen ote 25 jübtige am höchsten, wieder andere ziehen die Frau von 30 Jahren vor Aber lern Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen chtuug! lldii nntagin8Takikll,' kGAßM ■M* Heute abend9B. Stiftung „sebone M (Pta Kxl.v. . . I ne fidi von diesen wenig: sie werden etwas reeller tetn Mw oe ■ sonders in der Taille» nicht ganz eng anltegen, vielmehr nnd V 1, m der Taillenlinie mit einer Hordel leickst gegürtet. — Unter '■ fein Bcsap spielen Fransen eine große Rolle: die Mode >cbctnt 11 lerabeju in iic verliebt zu sein und wendet he an, wo itur ff» irgend geht Besonders reizvoll wirken iie als unterer ab) du uh I (irer Tunika, namentlich, wenn der Rand schräg oerlaurt, lernet «vendet man sie am unteren Saume des Rockes an, >vas wostl ■ Riht besonders praktisch ist, man brimu iic am Mänteln an 1 raifenbeu Steilen an. ia, man fc|U sogar Framen als Garnierung ■ tuf den Hm und läßt sie über die Mrentpe fallen. Fn der H u tm o De herrsä : ein wahrer MarncoaL ’o manma W iaih sind die Formen Es dürfte nienunib im Stand. ein, p bin verschiedenen Herbsthüte in ein Snstem zu , bringen 'recht I ;o6er Beliebtheit erfreut sich die grobe Topfrorm, .vutc, d'c I ctuto einem uingefttilptcn Mahcebeutel gleidie» und eigentlich wenig I klmdsam sind Rur zu einem envas pikanten (Rendite madun ne 1 sich unter Umständen ganz hübsch. Eine enghfdie Erfindung M ■ tin Hnt der eigentlich ein Handtäsckd'en ist, das au er au' I jeietit wird so daß das Band des Handtäsckchcns gleich als v-o serrürft, daß sie sich wostl nicht allzu lange^halten dürNc. Zu bei Herbstmobellen, die im Grunde auf die sommermode >.iruck ;shen, gehören die weichen Filz st ü t e, bie namentlidi in Btabeorten in der wannen Jahreszeit viel ^getragen nxrix" su Jesr Herbstmode finden sie sich in teder ,vorm: vorne, i nten, liuks und recht* aufgeschlagen. Gewöhnlich bandelt es ndi nm Hrifeen Filz, aber mar wird audi marineblaue unb anders ge- färbte Filz hüte tragen, ja audi solche, bei denen zwei voneinander ikUlhkW^.' 11 n p 4 ii o t i n Nu tzen schlagen könnten. Trotzdem dachte | id mdit daran, meinen Plan aufzugeben^ wenngleich meine Zu» I txrfidit etwas erschüttert wurde Von Salonik begab ich mich t nach ö ata rinn, wo nui der Ä irnakan vier Gendarmen bestellte, welche mich bis .Hagios Iinritriod brachten Tort trat ich zufällig den Gendarmeriekom- I iwnbüni na, Hauptmann Izzet null pmoiilirt) Mit einigen berittenen (Hcnbannen bis .st oki nrple begleitete und dann vier Wcnß nitragte, mich tiber den Chnnp zu begleiten. In stokiiwplc mußte ic» zwei Tage warten, denn in ben grof ■ n Höhen mar Neu schnee gefallen, dessen Schmelze erst vor sich gehen mußte. Am zweiten Tage meines 41 u feilt balle-.- in .stokiuople unter nahm ich zwei kleinere Rekognoszierungen in der Nähe b* - Dorfes, die zweite fand am Rachmittag des 27. Mai statt. 1 prrf> stieg östlich von üvlinovle die Höhen hinauf bis zu 2'KM) •lüeter und wünschte, bau m i ch dabei alle vier Wen- bar men begleiteten 3 m ei derselben waren aber ins 8 a r t r n f p i e l vertieft. AIS ich sie abbolen wollte, buten sie mich, ein paar Minuten zu iuarten, bis iie ihr Spiel bmtiw: hatten, indessen zog sich dasselbe in die Länge, unb 6k» ich etwa 25 Minuten gewartet hatte, mürbe ich ungeduldig, bMlndwn die beiden anderen Wcn^rrmcn, und wir traten den heg allein an. Ich habe die Zurückgebliebenen weder aufgeforixrt, nechzu kommen, nod) habe idi ihnen das Cfegentcil auf getragen. Bei der tHudlcfri von der Höhe von 2000 Metern, etwa 1100 Meter oberhalb der £rtfdiaft, an der Baumgrenze der fbben ist dort mit 'bis 3 Meter hohem Burbaumgebüsdi beivadifen, fiel p 1 övlidi in einer Entfernung von 6 b i s 8 Ti et er von u n s ein Schuß unb der eine der beiden Ofenbarmen sank töblid» getroffen nieder. Idi und der ar.ocre Olenbarm warfen uns im selben Äugenblick auf den Boden ■ 11 r barm feuerte sofort nach 11 d i d) t, erhielt aber fast im gleichen Momente den tödlichen kchuß Trohbem gaben bie beiden zu Tode getroffenen G e n d a r m e n nod) vier bis fünf Schüfst legen das Gebüsch ab. Indessen wurde von den Räubern lienanb getroffen. Id, bewundere den Mut und die Tapferkeit d e r t ü r k i s ch e n G e n d a r m e n und habe mich ttei beide sehr anerkennend bei ihrem Regimentskommandanten ^-gesprochen und ihn gebeten, ihr Per l-alten vor der Front zu hävahiteu __________________________________ Nun kamen bie Räuber Vorsicht) näher und gaben auf kurze Tistanz noch ein, zwei Schüsse auf die Gen barmen ab, dann zogen sie ihre Handfcdar und durchbohrt'ii sie noch ein- oder zweimal. Man zwang mich, dabei in zu leben Auch mußte idi Zeuge fein, wie einer der Räuber dem einen Gendarmen mit einem Fußtritt mit den schwe reu Nagelschuhen den Kopf zertrat, baß er zu s a m m e n k r a ch t e. Dann nahm man ben Leichen und mit Waffen und Geld ab, worauf einer der Räuber, den idi später als Kapitän Strati kennen lernte, einen anscheinend schon vvi bcifitetcn Brief vervollständigte, der meine Gelangen nähme an rigte Sie schienen brr Meinung zu sein, «ch sei Deftentidur Als sie hörten, ich fei Deutscher, meinten sie. „um »o besser, so werden wir ein höheres Lösegeld erlangen!" Sie fragten mich, an wen der Bries zu udnen fei. Ich nannte ihnen Izzeb Beu unb den kaiserlich deutschen stonsul ui Salonik. fRacbbem der Brief beendet worden war, begab man sich zu einer in der Nähe gelegenen Quelle, wo man 5 Minuten rastete. Hier wuschen die Räuber ihre blutigen Waffen, stärkten sich unb boten auch mir Trinken unb Essen an Ich konnte bei dieser Gelegenen wahr nehmen, baß nur sechs Räuber um mich waren und in der Folge iah ich ihrer audi nicht mehr. Dann zogen wir in südlicher Richtung steil hinunter in eine Schlucht, wobei die ftlrpten mehrmals einige Meter tin abl'türzten, ich Kbod) dank meiner vorzüglichen Älpenichuhe bc auem absteigen konnte. Vorwiegend batte uns Strati geführt ’v -hnnb dieser unb aller folgenden Rasten mußte idi an einer Stelle unbeweglich liegen bleiben, was mir infolge der Untätigkeit, zu der ich dabei verdammt war, entsepliche Lanaetocile und Cualat bereitete Äm Abend des 28. Mai, nach Einbruch der Dämmerung, marschierten mir wieder ab, in einiger Entfernung östlich vom Ml öfter Hagia« Trias vorbei, das vollständig mit Militär unb Genbarmerie deseyt war, da man schon auf der Suche nach mir war. Wir drangen i'übivcftlid) vor, ohne auf Wegen zu gehen, bis wir das Tal her Ziava erreicht hatten. Dort ging es hinunter. Wir überschritten die Ebene von Elossona unb hatten bei Tagesanbruch die Abhänge einige Kilometer west lidi von der Straße über den Mi 1 una Vaß erreicht, wo wir uns während des zweiten Tages meiner (Mrfangenfdiafi im Ge l'iiid) versteckt hielten. Diese Flucht von der Alpeiiwtese bis hierher war ein MeisterwerkderStrategie, denn überall ivar Militär unb die Strecke war sehr gut bemacht. Auch führte sie durch ziemlich bewohnte Gegenden lleberhaupt muß id) die Iührung Stratis in hohem Grade bereunbent. Er wußte ftdi immer so einzurichten, daß die Verfolger irregeführt werden mußten. Bei Anbruck<1>er dritten Nacht fliegen rott zuerst südlich bergauf und girtgen bann in weitem Bogen um den Paß von Milnna herum. Dabei mürbe bie nod) Tiniavv führende Straße und die g r i e ch i s di e G r e n z e ü d e r s ch r i 11 e n. erreichten mir den Überlauf eines der gegen Süden in kt I n welchem Alter ist die Frau am schön ste«? Ter Vertreter einer amerikanischen Zeitung hat der schönen Tau* zerin £ t £ r o , bie feit kurzem in Neuvork weilt, sofort nach ihrer Ankunft diese Frage vorgelegt. Tie £tdro trug nicht Bedenke«- sie zu beantworten, und sagte ohne Schwanken: die Iran pow 4<) Jahren sei schöner als die Fran in irgend einem anbaen Alter Auf bie Frage: „Die alt iino Sie, gnädige Frau?^ antwortete die schöne Spanierin höchst ernsthaft: ,,41 Jahre." Tie Peröffentiidumg dieser Unterredung brachte der Jeitung eine Flut von Briesen |einer Leser, deren Meinungen natürlich weit au?.-nanber gingen Ec ist aber int.restant, daß im allgemeinen die Frauen geneigt sind, die Ansicht r-er Etero zu unter«' fkhreidcn. Man kann das, ohne ihnen damit einen Vorwurf |u madien, wohl verstehen: denn jebe Frau nähert sich )a cinnm£ biefer Stotwii ihres Lebens, unb der Gedanke ist doch erfreulich, oaß bi? dahin die Jahre, statt bnen -e Bcbönbeii zu raubet, diese erhoben Tic Männer dagegen find anscheinenb durch« weg der Jieinung, baß bie Fran, um anziehend zu fein, tnef länger sein müsse: nur ein aasiger ist unter ihnen, der als LIndien und sonstigen geograpdiscden Eriabrungai. baß ich den , w genau lest st eilen konnte Durch (M von und .^unidrr. Blicke nui bie Harte u: uitbapadXffl Momenten konnte ich meine Wnbrnel.mungcn unterstüven Tie ganze Entführung war mir zunächst wie an Traum porgetommen. Ich empfand keinerlei Furcht, tm Gegen- teil, die Romantik, bie Kein breit, welche die n^cknlichen . anbeiungen mit sich btaditen. übten einen gewissen Reiz aui mich aus, und mit Interesse verfolgte ich bie bavunberung*- lourbigen ilnorbnungen stratis liniere HSble mar nur nn einer 2cnr offen Für die fed> Räuber und mich war wenig Vlotz. Wir lagen aui dicken, schweren Filzmäntcln, bie aus ßiegew* haar n a em acht imb, auf dem Boden Im Hintergrund den Höhle gab es allerhand unangenehmes Getier, das an uns vorbei unb über uns butroegfrod-, was mich anfangs sehr nnangenrbnt berührte Ta gab es 3 f orptone, von beiten mtr 6 bi» 7 töteten, sehr bafelidx Affen bis zu L» Zentimeter lang, btf die Leute Taranbapodi nannten, auch viele Eidechsen krochen in bat Felswänden aui unb meber. Als die Gefangenschaft länger und länger währte, wurde meine Stimmung zaghafter Schließlich verzweifelte ich tierart, bah ,ch zwei Selbstmorbverfuckie unternahm, die aber mißlangen Tarauf trat bei mir eine dumpfe Resignation an, während roelder idi auf alles gefaßt war Toch ich war entfcbloffen, bi» zum lebten Augenblick auszuharren und alle# zu ertragen. Tie Hauber hatten mir gestattet, ein Tagebuch zu führen unb täglich konnte ich wenigstens eine bis zwei Stunden hierzu her* wenden. Iubefsen habe »ch in ber Höble halb bie traurige End« bedung gemacht, daß ich von Ungeziefer befallen worben war Iebrii Abend wurde mir gestattet, etwa fünf Meter weit vor bie Höhle hinauszugehen, um meine Notdurft zu verrichten. Sonst konnte ich die Höhle nie verlaffen. Tie Räuber hätten ut irr tm Mampfe eine vorzüglidie D.ckung gelzabt. Tas griechische Militär fürchteten sie überbauvt nicht mehr Tagegen hatten sie Angst vor den Türken, die anfänglich sehr zahlreich in der Gegend sich aufhidten. Tie Räuber r, Nam,erteil deshalb audi bei tym llntcikinbler, indem iie erklärten, wenn die Truppen nicht zurück- gezogen würden, würden sie überhaupt »u Innen llnteibanb* li:ngrn mehr bereit fein. Hierauf zog sich die Mehrzahl ba türkischen Truppen tatsächlich zurück. Zur Charakteristik der Räuber kann ich an geben, daß sie sehr kirdilich gesinnt waren Morgens und abends zu Beginn einer teden Unternehmung wurde ein längeres Gebet verrichtet Ebenso maditen sie d i e von der griechischen st i r ch e vorgefchriebene Bekreuzignng zu Beginn unb itadi Beendigung der Mahlzeit. Ten größten Teil des Tages vertrieben sie sich mit Kartenspiel oder mit Kartenlegen. Als idi schon fünf bis sechs Wochen in der Hohle geivesen ivar, hörte idi aus dem Gespräch der Räuber, daß sie den Eud- schluß gefaßt hatten, m i di aui alle Fälle tt m j u b r i n g e n, sclbst wenn sie bas Lösegeld bekämen, Dcrmutlidi um nicht später durch midi verraten zu werden In der Folge würben beständig Versuche gemacht, unb zwar bi« zum. leiten A ugenblick vorder Freilassung, dies Vor-' haben a u s z n s ü h r e n. Aber stets, loenn sie schon im Begriff waren, iidi auf mich zu stürzen, ichredten sie wieder, wie von einer unsichtbaren Macht auiüdgefofllten, vor ber Tötung aus zuführen, bann auch bc i N schlummert zu sein schien, unb idi bin überzeugt, daß^ sie ihr Ziel erreicht hätten, wenn idi feil einqcidilofen iväii ro aber, da ich ihre Absicht kannte, habe id) mich mit riesiger \*lnitreiigun8 zusammengenommen und ben Schlaf überwunden. Als iie iahen, baß sie mich auch im Schlafe nicht übcrrafdieu konnten, griffen iic zum Alkohol. Sie tranfen große Mengen Eivrv ein Treber^ schnaps unb Raki, um s i di Mut zur Tötung zu machen. Aber auch biefer Ausweg führte nicht zum Ziele. Tann wiederum, wahrscheinlich um ihr Blut ,n Wallung zu bringen, i ährten fic vor ber Höhle wilde Tänze aus Aber sie legten doch nicht Hanb an mich. Gewöhnlich nachts gingen zwei ober bret Räuber auf einige Ztund-n fori, ,eitweilig audi Strati unb Lo 1 ios, die beiden Führci Aus den Gefprächen beq Räuber hatte ich erfahren, baß sie früher fchon größere Summen Gin allgemeingültiges Rezept für ungetrübt glückliche Eben bat itodi niemand gefunden, aber einige lustige und beachten» ii'crte Winke, wie man einen Ehemann behandeln soll, bat eine Französin verraten. Ia, wenn man ihren Worten glaubt, gib: eö für eine kluge Frau nichts Einfacheres, als einen Ehemann richtig zu behandeln Ich weiß, daß alle wirklich guten Manner in ibum Innersten etwas vom Wesen eines Jungen tragen, sie sind im Grunde nur ausgewachsene Jungen, bie mit etwas Jah und Feingefühl unb bisweilen mit einer kleinen Tosis Festigkeit leicht ;u leiten sinb. Sie wollen an wenig „bemuttert" weiden, sie lieben es auch — nnt Maß! —, ein wenig Per hätschelt unb geschmeichelt zu .werden, aber iie verlangen^ von ßeit zu Zeit von der Frau einen festen Willen. Tiefer kindliche Instinkt ist baonders bei jüngeren Männern entwickelt. Behandle deinen Geliebten wie einen Jungen, unb er wird w glüdhdi sein, als er dich lieb bat" Tir mnge Frau möge ndi vor allem hüten, gewaltfam bie Fäben zu jeridmeiben, die den Mann mit feiner Vergangenheit verknüvien. „Mein Ebrgei, war es meinem Mann em Heim zu bitten, in bem jich die Be- auemlidifeiten eines Iunggeseilenledens mit den Vorzügen eines wirklichen Heims verschmelzen. Unb so ermutigte ich ibn, feine Freunde fo oft mitzubrmgen. als er Lun darr-, id* ^ueß iie herzlich willkommen, unb bald waren sie auch meine Freunbe. Einer meiner wichtigsten Grunbsäye aber war: laßt den Mann mii vausbaltsangclegenheiten »uTrieben. Ich kann dic> sorgen da beste Alter hir eine Frau •eine ‘»-nrrin Ui nämlich 53 Jahre ben uuern Einigkeit darüber- S Lmbeit hat: mw Hidffers Erlebnisse. Der aud der Gcsangenschaft befreite Ingenieur Richter bat der „Frankfurter Zeitung nodi cikke längere Darstellung seiner breimonatiflcn Erlebnisse bet den Räubern gegeben, die den früher vcrösfentlickuen Mitteilungen interessante Ergänzungen gibt Tas wichtigste aus der neuen Veröffentlichung wollen audi wir wiedergeben: Gelegentlich meiner Reife nach Griechenland im Jahre 1909 bestieg ich den C1 nm p al Tourist Meiner Meinung nadi wurde derselbe von Touristen gar nicht besucht Idi forschte in der Literatur nach und kam zu ber Ueberzeugung, daß d.is 'Gebiet •ah ganz intbefannt und unertoi'cht war Dos erweckte bvi mir r aroßes Interesse Ich verfd-aiite mir im Laufe des Winters I Itudiiche Universitätsbibliotheken, sand indessen, daß das bekannte L Ttoterial noch sehr lückenhait sei, wodurch in mir der Wunich rege wurde. Fehlendes zu ergänzen, unb so befehl oft ich, 1910 eine naie Reise nach bem Cliimp zu unternehmen, um bas (Gebiet ^»logisch näher zu erforschen Dieser iarifcr Modeberiducrstattt in glauben darf. Uebngenö nt e» nicht | er richtige Bolero, sondern ein Kleidungsstück, das Hdi von d.eiem ff insofern untfri*.tibct, als es tn der Taille leicht zutammengezogen In. In allen Fällen aber und. das ist das Deutliche bei d,eiern j rigcntümlidicn Mleibuugsstück — muß es in «rarbe loroohl rote tm Stoff von bem Rock durchaus verschieden lein. ■I Uiu An stelle bet leichten langen Mäntel, die nck gegenwärtig lO.ITÄBin größten 2 it erfreuen, scheinen Sammet- und 3 ■ B l ü i d- m ä n t f l treten ;u tollen. Ter Form nach unter,cbnd.n ~ - *- - - •— **• •’ "*■ Üger, . ryatten Mtten. Diese Beträge letcn, Io ging aus ihren Rieder Hervor, mindestens teilweise von türkischer Seite bezahlt worden In der Nacht vom 21. auf den 22. August, besser gesagt in de Frühe des 22., kamen Strati und Lolios von ihren nächtlicher iAusflügen mit der restlichen Summe von 1500 türkischen Pfuni zurück, brachten vier goldene Uhren und Ketten, aber keine Leib binden mit. Tas Geld wurde in fünf Teile geteilt, denn einer der Räuber, dessen Verpflichtung zu der Bande abgelausen schien war inzwischen ausgetreten. Ein jüngerer Klepte, der noch eil Anfänger zu sein schien, bekam weniger. Strati und Lolios be hielten den größten Anteil. Trotzdem nun die Geldfrage erledigt schien, halten die Räuber ihre.Absicht, mich umzubringen nicht aufgegeben, denn falls sie nun die Höhle verlassen würden hätte ich sie ja nur an ihrem weiteren Fortkommen gehindert Tie Tötung hatte man auf den Abend aufgespart. Dann entspann sich zwischen ihnen, wie schon seit sechs Wochen täglich, derselb> Streit, welche Todesart gewählt werden und wer den Mord aus führen solle. Diese Frage wurde täglich wohl 50—60 Mal er örtert. Strati wollte offenbar dem Schicksal ein Hintertürchei offen lassen. Er schlug vor, mich nur durch Schläge aus den 'Kopf zu betäuben, so daß mir die Möglichkeit ge lassen worden wäre, wieder zu mir zu kommen und mich selbs zu retten. Die anderen vier waren jedoch entschieden dagegen Sie wollten mich entweder vollständig töten oder mich freilassen letzteres aber nur sehr ungern. Der Streit wurde im letzten 'Augenblick recht erregt, bis endlich Strati auch nachgab und mit der Tötung einverstanden war. Es wurde der Vorschlag gemacht, mich unten am Wege zu töten, damit meine Leiche glerck gefunden werde. Tie Zeit drängte und Strati stimmte bei, in dem er sagte, er überlasse den anderen die Verantwortung und bit Folgen. Ich muß dabei bemerken, daß man zwei der Räuber mit der Ausführung des Mordes betraut hatte, darunter aucl> den jüngeren. Wir stiegen nun den Abhang hinunter in die Rahe des Weges Tort fetzten wir uns tlieder. Es war ein nmnderschöner Abend Ich befand mich in einer derarttg feierlichen, fast erhabenen Stimmung, daß ich mir nur wünschen kann, wenn ich einmal Unmittelbar vor dem Tode stehen sollte, wieder in solcher Stimmung zu sein. Auch die Klepten schienen von einer ähnlichen Stimmung übermannt. Ein jeder von ihnen wartete, daß ich getötet werde. Gesprochen routbe sehr wenig. Selten mahnte einer an das Vorhaben, keiner mochte Hand anlegen. Es ging wieder so zu wie bisher. Man konnte mich nicht töten, und die, die vor keinem Morde zurückschreckten, die kalten Blutes Menschen nickrerschießen konnten, sie vermochten es nicht über sich zu bringen, mir ein Haar zu krümmen. Keiner wußte Rat. Schließlich tauchte in der Ferne eine Patrouille auf, die Licht bei sich führte. Lolios bemerkte sie zuerst. Wir mußten schnell aufbrechen und Wetter ziehen. Wir zogen ein kleines Tal in nordwestlicher und westlicher Richtung hinauf, worauf wir Rast machten. Wieder zum gleichen Zweck. Run stellte sich heraus, daß der junge Räuber zurückgeblieben war. Man wartete. Er kam nicht, und so wurde es zur Gewißheit, daß er entflohen war. Wir zogen wetter in der angegebenen Richtung ins Gebirge hinein, überschritten die türkische Grenze, und in einer Ent- fernung von einem Kilometer von der Grenze rasteten wir in dieser Nacht vom 22. auf den 23. August. Ich war aufs Aeußerste erschöpft, was daher rührte, daß der Tag und die Nacht so außergewöhnlich heiß waren, ferner infolge der dreimonatigen Bewegungslosigkeit und hauptsächlich, weil kein Wasser zum Trinken vorhanden war. Meine Erschöpfung war so groß, daß mich Strati während der letzten zwei Stunden derart gestützt l-at, daß er mich mehr trug, als ich ging. 'Infolge dieser Schwäche war ick wäbrend der letzten Rast nicht mehr fähig, das zu verstehen, was die Räuber um mich herum sprachen. Dian zeigte mir in großer Entfernung Lichtschein, der von einer größeren Ortschaft ausging, und sagte mir, daß ich dort Wasser bekommen könnte. Hier oben sei nichts'zu haben. Man reichte mir angeblich zehn türkische Pfund, indessen stellte es sich später heraus, daß es nur neun Pfund und ein Silberstück gewesen war. Die Räuber gaben mir dann die Hand und sagten „Adio!" und ich verließ sie. Vorher halten sie mir eine Quittungfürdasempfangene Lösegelb ausgestellt, die ich dem kaiserlich deutschen Konsul, Herrn v. Muttus, überbringen sollte. Unter größter Kraftenffaltung und Anspannung meiner Nerven gelangte ich nach E l a s s o n a. Tie verbreitete Meinung, daß ich in Elassona von den.türkischen Behörden zurückgehalten wurde, ist nicht zutreffend. Mein Aufenthalt dort war freiwillig. Darüber und über meine Rückfahrt nach Saloniki werde ich an anderer Stelle berichten. Ich werde nicht ermangeln, alle meine Erlebnisse in chronologischer Reihenfolge und ausführlich zu veröffentlichen. Wohl ist mir ein Teil meiner Aufzeichnungen in Verlust geraten oder zerstört worden, indessen kann ich alle Vorkommnisse aus dem Gedächtnis vollkommen ergänzen. Bis dahin möge man sich gedulden. Standesanitsnachrichterr. Gießen. Aufgebote: September 5. Friedrich Kimpel, Bauaspirant in Gießen, mit Auguste Schäfer in Grebenhain. — Georg Hermann Kreiling, Lehrer in Steinheim, mit Katharina Elisabetha Repp in Homberg a. Ohm. — 6. Wilhelm Huthmann, Schlosser, mit Marie Pfeiffer, beide in Gießen. — 7. Heinrich Nickel, Photograph, 'mit Franziska Gehrlein, beide in Gießen. Eheschließungen: September 2. Konrad Fölsing, Kaufmann in Heblos, mit Juliane Elise Frank in Lauterbach. — Eugen Seeger, Forstassessor in Schlitz, mit Luise Schlenke in Gießen. Geborene: August 28. Dem Metzger Heinrich Wilhelm Reitz eine Tochter. — 30. Dem Spengler und Installateur Wilhelm Stork ein Sohn, Hermann Albert. — September 1. Dem Messerschmied Karl Otto Hevder ein Sohn, August Wilhelm. — Dem Großh. Geometer II. Klasse Nikolaus Ludwig Berg eine Tochter, Elisabethe. — 2. Dem Schneider Meier Harth ein Sohn, Martin. !— 3. Dem Oberlehrer Dr. Hermaum Molz ein Sohn, Harald Heinrich Hermann. — Dem Möbelfabrikanten Carl Stückrath ein Sohn, Friedrich Karl. — Dem Dachdecker Albert Heinrich Bierau eine Tochter, Marie Emma Lucie Margarete. — Dem Fuhrmann Julius Jöckel eine Tochter, Berta Anna Marie. — 5. Dem Postboten Konrad Gerbig eine Tochter. — 7. Dem Großh. Geometer II. Klasse Leonhard Pauly eine Tochter, Elfriede Wtthelmine. Gestorbene: September 1. Israel Klebe, Fellhändler, 79 Jahre alt, Teufelslustgärtchen 11. — Karl Schmoll, Weist- bindermeister, 71 Jahre alt. In Löbershof 7. — 2. Katharine Marie Seipel, geb. Fahrenbruch, 74 Jahre alt, Licher Straße 74. — 3. Elisabethe Ruppel, 74 Jahre alt, Licher Straße 74. — 4. Luise Ehrmanu, Rentnerin, 41 Jahre alt, Ederstraße 3. — 5. Wilhelm Erb, 2 Wochen alt, Neuen Baue 17. — 6. Georg Hauitsch, Friseur, 25 Jahre alt, Grabenstraße 11. — 8. Wilhelm Wadenpfuhl, 1 Jahr alt, Ludwigstraße 36. Alsfeld. Aufgebote: September 5. Wilhelm Windemüth, Httfs- Moschinenwärter in Treysa, mit Margareta Weidling in Alsfeld. Geborene: August 31. Dem 'Drechslergehilfen Karl Gienger ein Sohn, Georg Ernst. — September 1. Dem Mechaniker Georg Oestreich eine Tochter, Marie Elisabeth. Sterbefälle: September 2. Karoline Louise Schnegel- herger, 3 Jahre alt. Men-vuseck. Aufgebote: September 2. Wilhelm Roll, Hüttenarbetter in Alten-Buseck, mit Julianne Schäfer nt Taubrinaen. — i6. Milipp Lepper, Taglöhner, mit Katharine Schmidt, beide jn Alten-Buseck. Geborene: August 30. Dem Tapezier Wilhelm Hos eine Tochter, Anna Margarete. — September 3. Dem Landwirt Wtthelm Opper ein Sohn, Heinrich. vermischtes. * Die Eisenbahn zwi s chen München und dem Zrenner soll nach Vereinbarung der bayerischen und -sterreichischen Eifenbahnverwaltungen am 1. Juli 1912 pätestens in Betrieb genommen werden. Die neue Linie geginnt bei Partenkirchen, welches einen neuen Bahnhof rhält, und führt über Mittenwald und den Scharnitzpaß rach Innsbruck. Die Fahrt fällt somit für alle Reisende rach Innsbruck und die Brennerbahn fort. Die Linie Gar- nisch-Lermovs-Reuth wird erst im Dezember 1912 in Be- rieb genommen werden. Die neuen Linien werden elektrisch als Vollbahnen °mit Schnellzugsverkehr betrieben. Die Teil- lrecke Jnnsbruck-Garmisch wird von Oesterreich verwaltet, der übrige Teil von Bayern. Durch die neue Bahn toirb ruch eine Verbindung zwischen Karvendel-, Wetterstein- ;ebirge und dem bayerischen Allgäu geschaffen. Oester- .eich plant ferner von Lermoos eine Eisenbahn über den Zernpaß nach Imst und weiter von Landeck eine Bahn über Teschenscheideck nach dem Vintschau zu bauen, die Anschluß whalten soll an eine schweizerische Engadinbahn nach St. Moritz. * Helle. Leutnant: „Bliemchen, kann Man dir was anvertrauen?" — Bursche: „Wieviel gebrauchen Se denn, Herr Leitnant?" Börsen-Wochcnbericht. — Frankfur t.a. M., 8. Sept. Nach den schweren Erschütterungen der letzten Zeit ist das Geschäft an der Börse sehr still getoorben_, da sich sowohl die Spekulation wie das Privatpublikum größter Zurückhaltung befleißigen. Tabei bleibt die Haltung nervös und schwankend, da an die Stelle der Sorglosigkeit zunächst die Unsicherheit getreten ist. Handel und Industrie befinden sich zwar noch in kräftiger Aufwärtsentwickelung. Ja selbst die Riesenmengen unserer erweiterten Produktion finden noch immer Unterkunft, wie dies beispielsweise aus der Tatsache erhellt, daß die Werke des Stahlwerksverbandes in Stabeisen, Blechen und Walzdraht um bis zu 3 Prozent über ihre volle Quote beschäftigt sind. Allein, jetzt drehen sich die Betrachtungen der Börse nicht mehr darum, welche Aufträge und ,Gewinne die industriellen betriebe gegenwärtig erzielen, sondern jetzt heißt es: Wie lange kann die gute Konjunktur noch dauern, nachdem die unerhörte Teuerung der Lebenshaltung zu Einschränkungen führen muß, nachdem für die Landwirtschaft infolge der Fehlernten schlimme Zeiten angebrock>en sind und nachdem die Arbeitermassen mit erheblichen Forderungen an die Industrie herantteten? Man befürchtet, daß die mttteldeutsche Metallarbeiterbewegung nur der Auftakt sei zu den beginnenden Arbeiterbewegungen für den Herbst. Für unsere Industrie würde es in diesem Falle nur zwei Wege geben. Entweder Zurückweisung der Arbeitersorderun- gen 'und damit Unterbrechungen der Betriebe und schwere Machtkämpfe, wie sie jetzt in England, Belgien und Frankreich und zum Teil in Amerika int Zuge sind, oder aber Bewilligung der erhöhten Forderungen. In beiden Fällen wird hie Rentabilität der industriellen Betriebe eine schwere Belastungsprobe auszuhalten haben. Mit dieser veränderten Lage müssen alle Effektenbesitzer rechnen. Dazu kommt die bevorstehende herbstliche Geldverteuerung, die wegen der Höhe der Nahrungsmittel- und der Rohstoffmaterialien-Preise und der gesteigerten Handelstätigkeit diesmal besonders stark zu werden verspricht. Ferner muß die Unsicherheit der Verbands fragen und die unruhige Welt- Politik im Auge behalten werden. Tas alles sind sorgenvolle Ausblicke für die Börse und es wird erklärlich, wenn sie das Bedürfnis empfindet, den verschiedenen unsicheren Fattoren durch eine Umwertung aller Börsenwerte Rechnung zu tragen. Daraus ergibt sich für alle schwachen Elemente die Notwendigkeit, ihre Engagements zu reduziererr ober aufzugeben. Auch in biefer Woche haben verschiebentlich Positionslösungen stattgefunben, bie auf die Kurse brückten, und man wirb wohl auch nicht eher von einer völligen Reinigung der Märtte sprechen können, als bis die Wertpapiere der finanziell schwachen Spekulanten in kräftige Hände übergegangen sein werden. Inwieweit die Banken sich zu Jnterventionskäufen bereit finden werden, wird viel von der Klärung der politischen Verhältnisse abhängig bleiben. Montanpapiere haben in dieser Woche unter mehrfachen Schwankungen weitere 3 bis 6V2 Prozent verloren. Phönix haben sogar 71/2 Prozent eingebüßt, da die Tividendenerklärung von nur 15 Prozent wie im Vorjahr verstimmte. Andere Industrie- Papiere stellten sich ebenfalls meist wieder etwas niedriger; Türkopp verloren 15 Prozent. Dagegen konnten Kleyer, Pokorny u. Wittekind und Wegelin -Rußfabrik im Kurse anziehen. Banken Ingen teilweise schwächer, ebenso Bahnen und South- westafriea Shares. Von Rentenwerten sind Russen gebessert. Privat-Tiskonto 316/ie Prozent. marne. F.C. Wiesbaden. D iehh of-Mark tberi cht vom 8. Eevt. Auftrieb: Rinder 92 (Ochsen 20, Kühe 72, Bullen 0), Kälber 104, Schale 27, Schweine 244. Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine mittelmäßig, pro 10U pfo. Ichnittsorei: p» lOOWunb Ochsen. von-btt oon-bü Bollflelschige, ausaemastete, höchsten Schlachtivertes höchstens 6 Jahre alt 48—51 87—93 49 90 Junge, fleischige, nicht ausgemcislete und ältere ausgemäilete 44—47 81—85 45 83 Ungejochte 51—53 93—96 52 94 Bu11 en. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtivertes 43—45 78—82 44 80 b ä r i e n, Kühe. Vollfleüchige ausgeinästete äärseir höchst. Schlachtivertes 45 —51 82—89 48 85 t oUfiei|ü)ige ausgemnslete Kühe höchst. Schlachtivertes vls zu < Jahren . . 37—39 71—75 88 78 'Heitere ausgemastete Kühe und lueiug gut entwickelte jüngere Kühe und «järjen 32—36 65—72 34 68 'JJiäBig genährte Kühe und Färsen . . 27—30 60-68 28 64 K äl v ec. feinste Mastkälver 60-62 100-104 61 103 Mittlere 'Mail- und beste Saugkälber. 52—57 89-96 64 93 Geringere Mast- und gute Saugkälber 48—51 80-87 49 83 geringere Saugkälber 43—47 72—78 45 75 c. dj a ’e. Weidemaslschase 43—00 86—00 43 86 Schweine. 1-ollfleischige Schweine btd zu 2 Zentner üevendgewlcht 53—54 68—69 53 68 4 ollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 53 —54 68—69 58 68 Vollfletschige Schweine über 27, Zentner l2ebendgewlcht 50—51 647,-66 50 65 fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 52—53 67—68 52 67 Ueberftanb: Rinder Ueberstand, Kälber, Schafe und Schwel« geräumt. le. Frankfurt a. M.. 8. Sept. Heu- und Strobmarkl. Angeiahren waren 8 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Mao notierte: Heu 4.80—5.40 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 2.60 — 2.80 M, Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles <ür 50 Kilo. Geschäft flott, p Zufuhren waren auä Oberhessen, dem Taunuskreis und dem Kreise Dieburg. 3n der Genesungszeit ist bie zweckmäßige Ernährung von Höch, stem Werte. Unterstützt man sie durch eine Kur mit Scotts Emulsion, so wirb sie noch bester ausgenützt, und die Körperkräfte heben sich schneller und sicherer. Auch die Lebensgeister, Schaffensfreude und Unternehmungslust, werden sich dann bald wieder einstellen. Was gibts zum Nachtisch? Wenn Sie eine angenehme Abwechslung kalter DeffertS wünschen, versuchen Sie natürliche Fruchtflammens mit jedem Obst hergestellt, sowie Milch- und Eierspeise mit gekochten Früchten serviert. Für alle solche und ähnliche Nachspeisen eignet sich großartig das Mondamin Ueberall erhältlick in Packeten ä 60, 30 u. 15 Pfg. 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Köhler, in Rodheim v. d. H., 27 Jahre alt. Grotzen-Vuseck. Eheschließungen: September 3. AugUst Pfeiffer, Flurschütz, mit Marie Werner, beide ht Großen-Buseck. Geborene: August 29. Dem Telegraphenarbeiter Ludwig Nicolai I. eine Tochter, Frieda. Grohen-Linden. Eheschließungen: September 1. Philipp Hofmann, Lehrer in Lang-Göns, mit Sophie Pauline Diemer in Großen- Linden. Heuchelheim. Aufgebote: September 7. Louis Karl Wagenbach, Maurer, mit Luise Hofmann, beide in Heuchelheim. Geborene: September 3. Dem Maurer Wilhelm Rinn II. ein Sohn, Erhard. ttlein-rinden. Geborene: August 31. Dem Schlosser Heinrich Morne- weg ein Sohn, Wilhelm. — September 2. Dem Rangierer Konrad Kaletsch eine Tochter, Dorothea. Krofdorf. Geborene: September 1. Dem Maurer Karl Römer III. in Vetzberg eine Tochter, Emma. — 5. Dem Hausburschen Karl Spahr in Vetzberg eine Tochter, Frieda Meline. St erbe fälle: September 2. Elisabethe Mandler, geb. Will, in Kinzenbach, 62 Jahre alt. — 3. Erich Stork in Krofdorf, 3 Monate alt. Lang-Göns. Aufgebote: August 31. Konrad Hofnmnn, Landwirt in Hoch-Weisel, mit Katharina Zörb in Lang-Göns. Gebo rene: September 2. Dem Landwirt KonradBrückelI. ein Sohn, Walter. Langsdorf. Aufgebote: Philipp Jäger, Lehrer in Berstadt, mir Emma Leidich in Langsdorf. Lauterbach. Geborene: August 26. Dmi Blechwarenfabrikarbßitti! Heinrich Dahmer ein Sohn, Johannes. — 27. Dem Kutscher Valentin Schwärzet ein Sohn, Georg Heinrich. — Dem Postboten August Seeling ein Sohn, Karl Johannes. — 29. Dem Uhrmacher Jacob Köhler eine Tochter, Marie. — September 3 Dem Fabrikarbeiter Karl Trabandt ein Sohn, Karl. — Dem Metallarbeiter Karl Stöpler ein Sohn, Hugo. — Dem Kinder Heinrich Wtthelm Wolff ein Sohn, Karl. Lich. Aufgebote: September 5. Konrad Friedrich Walz, Maschinist in Lich, mit Eleonore Menz in Burkhardsfelden. Geborene: August 28. Dem Maschinist Karl Friedrich Eise eine Tochter, Auguste. Sterbefälle: September 1. Johannes Stoll, 65 Jahre alt Lollar. Geborene: September 3. Dem Former Daniel Riede! eine Tochter, Martha Elisa. Sterbefälle: September 3. Wilhelmine Christina Elisa' beth Schmidt, 5 Monate alt. Mnffler & Cie., Freiburg i. Brg TJhifflers ->• sterdisirle , JCinder'flahrunß Unbedingt keimfreie, in warmer Jahreszeit zuverlässigste Nabrum für kleine Kinder. - Für einen Versuch senden eine Probebüchse kostenfrei Londorf. Aufgebote: September 2. Wilhelm Steinbrecher, Tag' löhner, mit Lina Therese Christ, beide in Londorf. . Geborene: September 5. Dem Pferdeknecht Heinrict Peppler eine Tochter, Margarete. Nidda. Sterbefälle: August 24. Henriette Lehr, geb. Scheig 88 Jahre alt. — 26. Friedrich Ludwig Orth, 97 Jahve alt » Treis an der Lumda. Gebo rene: August 29. Dem Weißbinder Philipp Dw« ein Sohn, Johann Georg. — 30. Dem Bergmann Jakob SW eine Tochter, Anna Katharina. — Dem Landwirt Johann Wll Helm Kehr eine Tochter, Anna. Watzenborn-Steinberg. t Aufgebote: September 4. Ludwig Pitz, Ziegeleiarbeitü mit Maria Junker, beide in Watzenborn-Steinberg. . Für die Herbst-Saison 1911 Buten Tag! Nigrin lange Vorrat reicht, als daher ■36 65—72 Gebrauchte gana Eiche in- thni Mftttt Sohn, Pkcklos ohaimi Former Wilhelmine nach lu*M Fibrik.Wtltnrf.Wtü' ichafftnSsreiide den fuh dann 700 a 1600 a habe aussergewöhnlich günstige Abschlüsse getätigt und empfehle ich *64 68-69 -64 68-69 eitbAik. 3« verkaufe räumen ä* > Ml Tapeten Linkrusta Linoleum bei ROcigrais-Ver- LrOEmungeD! Glänzende Erfolge ä Johannes- • Mine. - Jaulend« Raucher eep!«bL nein. Alleiniger Fabrikant: Ctrl flietner, Göppingen mgszeit ig von Höch, in sie durch imulfion, so genützt, und fich Ichnelln nuhb. pol. von M Lehrer in ®crM Wilhelm * in SÄ billig, f-ofurt ab ZwelniUer ron ■. VleialUer ron M. Verlangen Sie Liste Mod Schlafzimmer, achtifch? : HruiManMN! h. und Einipr« lle solche uni) b Nu f; bäum u. Eiche v. TU. ganz besonders preiswert: febrnnf, eie«. —. 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