1s;1 «>i. >!9t unö böbtt h£rcn b °"Ä^L Nr. 2U Erster Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 17. Gttober 1911 Der «ietzener Anzeiger O Z> ZA ^7^ O erscheint täglich, außer ▼ L7 *WÄ Ra ▼ ■■ mte hättet ÄMEMEr SSSX/lVllVlI-Vi’ 4*IIIVIUVI Jtrnwrech-Anschlüsse: M WM für die Redaktion 112, __ w ♦ * •« v *■ ** -LIZL" General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von^Anzeigen Rofafionsörucf und Verlag der Brühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. bi! vornutlng'ö"9 Uhr Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. yeiugSpreiS: monatlich75Ps.,viertel« kibrlicf) Ml. 2.20; durch Abhole- u. Ziveigstellen moimilirti 6ö Ps.; durch dicPost Mk. 2.—viertel- jährt. aiuMchL Bestetig. ZeilenpreiS: lokal IbPf^ auSwättS 20 Vienniq. IS hesredakteur: 91. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und »GenchlSsaal": R. Neurath; für .Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. cm Der Streitigkeiten widersetzen und alleehrenhaftenLeute aufzufordern, Italien dahin zu bestimmen, daß es seine Ansprüche dem Haager Schiedsgerichts- Hof unterbreitet. Durch Subskription soll hierfür '' Fonds von 20000 Psd. Sterl. aufgebracht werden. Sultan zeichnete die ersten tausend Pfund. mehrere Tote und Verwundete. Die Türken flohen unter Zurücklassung von zehn Toten. Kaiser und Staatssekretär. Der Berliner „Loialanz." meldet: Tie Meldung einer Korrespondenz, daß am Sonntag eine Unterredung zwischen dem Staatssekretär v. K i d e r l e n-W ä ch t e r unb dem italienischen Botschafter P a n s a nicht stattgefun^en hätte, weil der Kaiser Pansa zu sich gerufen hätte, entspricht nicht den Tatsachen. Ter italienische Botschafter hatte überhaupt keine Audienz beim Kaiser, lvohl aber fand am Samstag eine längere Besprechung zwischen dem Staatssekretär und dem Botschafter statt. Arthur Schnitzlers neues wert. Man schreibt uns aus Berlin: „Tie Seele ist ein weites Land." Unter diesem Motto vereinigt Schnitzler in seinem neuen Drama, der sünfaktigen ^ragi^>mödie „Das weite Land", die am Sonnabend ihre Erstausführung int Lessingtheater erlebte, die Lebenswege und Seclenschicksale einer ganzen Reihe von Menschen. Ein Ausschnitt aus der modernen österreichischen Gesellschaft spiegelt sich in einem bunten Kranz von psychologischen Auseinandersetzungen und anmutigen Plaudereien. Tiefe Kunst der seinen, innerlich belebten Dialogführung, getragen von einer resignierten, tiefsinnig plaudernden Lebensweisheit, muß nun hinweghelfen über die mancherlei Schwächen und Rätsel in Handlung und Charakterzeichnung des neuen Werkes. So viel man auch noch von dem Feminismus Schnitzlers und seinem Kult des „süßen Mädels" reden mag, so ist doch längst das eigentliche Problem seines Schassens der Mann geworden. Diesmal har er sich nun noch tiefer in das Wesen des stärkeren Geschlechtes hineinfühlen wollen; es war sein Ziel, bis zu jenem Unergründlichen, triebhaft Dämonischen der männlichen Psyche vorzudringen, wo die Urkräfte primitiver Leidenschaft noch ungebrochen walten. ,,Du verstehst mich nicht", ruft der Held, Friedrich Hofreiter, int Schlußakt seiner Frau zu, „in mich sieht keiner hinein, keiner!" Er hat sie betrogen, seit Jahren, die,e gute und tluge Frau, die ihn liebt und darum einen Verehrer in den Tod gehen läßt; nun steht für ihn der Tote zwischen ihnen; er begreift nicht, warum seine Frau ihm treu blieb und jener sterben mußte. Weiter stürmt er aus seiner Bahn, versührt ein frühreif unreifes Mädel, das sein bester Freund sich zur Gattin ersehnt. Als aver seine Frau nun die ihr so oft sreigestellie „Revanche" nimmt und eilten jungen Fähnrich mit ihrer Liebe beglückt, erträgt er es doch nicht, sondern schießt den Liebhaber über den Hausen. Warum?. Aus. einem Rückfall in die alte Zugleich der .7^,^ Moskop^en ’’unb i Äff "Ä ’ ^ldcn in «5 ?^aiSh,n' entdeckt übliche Meldungen. »ei S-nngcn sürzte ein >usolgc Versagens der nummert, beide Ar- aun bn Rathenow der jerc beichamgt war, verlor ue. 6t konnte den Pflw legen die Maschine gcbrüdi 71/, Uhr: »Fräulein XeaW.1 lür einen Tag.' Mittw< iulein Teufel.' tonnereun Freitag, ben 20. Oktober p ßlartlja.* Sonntag, br ,Die qefäftbene §rai* q, beit 23. Oktober, aber. , Öen 24. Ctteber; ft» höbet, abends 6'i, Uhr.' bet: Margarethe? : Bibliothekar.' AenÄac. rkmann.' Mttwoch, tr innen/ Donnerstag, der. Freitag, den 20. Cflober, Samstag, den 21. Oktober: ober, nachmittags 82 Ubr: lhr: -Tas weite Land.' Schwert." Dienstag, den littwoch, den 25. Oktober • icrkt, abends um 7 Uhr. — Kurze Nachrichten aus Kunst- und Wi.fsen- schait Ln Cleveland wurde unter zahlreicher 23eteihgung von Tatschen und Amerikanern im Cdgewater Park em Denkmal Richard Wagners enthüllt. Es i)t em Geschenk der in Cleveland wohnenden Deutschen an die Ltadt. — tr. Louis k Just Wolfram-Lampen E Vy sind gut und haltbar 1 ■ Aus Hessen. Tie Landtagswahl in Giessen. Act.-Ges. Augsburg Ständ.Lager u. Vertretung: Allgem. Elektro- u. Maschi- Geiershöfer, Frankfurt a.M., Neue Mainzerstr. 31. k «* i Ä u.ttoj|n D9hiai Reichrtagskandidaturen. Das Zentrum stellt an Stelle des zu alten Abgeordneten Stubb für den Reichstags wa hl kreis Neuwied den Fabrikanten Kriegs aus Nieder-Bieber auf. Für den Kreis München-Gladbach kandidiert Dr. Hitz e-Münster wieder. Die Zentrumspartei des Wahlkreises Bochum-Gelsenkirchen hat in ihrer Ver trauensmännervcrsammlung den Gymnasialprofessor Dr. Weskamp aus Dortmund für die nächsten Reichstagswahlen aufgestellt. In H a ll e - H e r fu r t und M in d e n - Lübbecke ist eine liberale Einigung erfolgt. In Halle-Herfurt wird der gegenwärtige nationalliberale Abgeordnete Dr. Contze wieder aufgestellt werden, während in Minden der Fortschrittler Kiel kandidiert. In Minden-Lübbecke ist der jetzige Reichstagsabgeordnete Siebermann von der konservativen Vertrauensmännerversammlung wieder ausgestellt worden. Di. Fortschrittliche Volkspartei im Wahlkreise Melle-Diep holz beschloß, für den nativnalliberalen Kandidaten Wach horst de Wende einzutreten. S M? fdM zurfu Lack" b»' ««<’ drr MteA turch bte, iw ment, als ai folge. Wer forMche Zungen rä> stchen Ma, mufi. Seit, uno etivttbcn, t icine $otpi Dian in lc lietungen' 3uj(6aiicxfi und offtnii einen gtüd ftoloiicmn gerichtet s der Dielöi Md gern auch der Labörc leiten au im IM berechtig geilelltci immittel hiesigen trug, da und Fei dürfte, i cingelasj beseitigt ungewöh die für; dem M Dor btm M M 2(t übrige, 9rr. Elli M i r i a m! chm äusserst tcllatscht im drei Mich treten und »ach Brahrn llnger Schö, starken $c; dmiesen Hei Mnlerbroch langen und mb Mei Ti Weit, da »in Li w Acht- m ii Mtn S^brte altoi Rette Soll 'feNfl "ff 3ong Uno reyenbe .Ws M öte ci !'9C mbkues kniete mit ic Wen -$roi y.^ttfa' «mineneti dur «Auch bei i. JUn 2? Mer :,lri) vom P früher Arbxi ^Iwtoeae: fe begehrt, ^sene/ U^er 5 Kaspar Rüfser zum Kreisamtsgehilfen bei dem Kreis- amt Alsfeld und den Bureaugehtlfen Friedr. Kammer aus Butzbach zum Kreisamtsgehilfen bei dem Kreisamt Schotten ernannt. ** Oberrechnungskammer. Der Großh.rzog hat den Oberrechnungsprobator Joh. Aff zu Darmstadt zum Oberrech« nungsrevisor bei der II. Justifikattir-Abteilung der Oberrechnungskammer ernannt. ** Schonzeit der Fische. Am 15. Okwber hat dre Winterschonzeit für Fische in Hessen ihren Anfang genommen: sie endigt am 14. Dezember. Während der Dauer dieser Schonzeit ist in den ihr unterworfenen Strecken jede ArL des Fischfanges verboten, insoweit nicht die in dem Gesetze vor-i gesehenen Ausnahmen eintreten. ** Die Prüfung int Husbeschlag haben bestanden: Ludwig Bergen aus Allendorf a. d. Lda., Hermann Diehl aus Gedern, Gg. Ganz aus Engelrod, Karl Gieß aus Babenhausen II, Ernst Häuser aus Fauerbach (Kr. Friedberg), Adam Kratz aus Nieder-Ohmen, Louis Magcl aus Burkhardsfelden, Gustav Ohly aus Griedel, Friedr. Wilh. Otto aus Beuern, Gustav Spengler aus Nidda, Karh Uhrhan aus Lich und Jakob Zulauf aus Oberwegfurt. •• Wissenschaftlicher Besuch. Im Anschluß a» den 7. Internationalen Kongreß für Kriminal- Anthropologie fand am 15. Oktober in Gießen ein Besuch der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten statt, bei dem Professor Sommer einen Vortrag über die Anwendung von psychologischen Untersuchungsmethoden auf das Gebiet der Kriminalpsychologie hielt. Die Laboratorien und Unterrichtseinrichtungen wurden eingehend besichtigt. L» nahmen tu a. teil: Prof. Carrara (Italien), Direktor Brück-Faber und Dr. KleeS (Luxemburg), Oberarzt Dr. Evensen (Norwegen), Direktor Göransson (Schweden), sowie Prof. Rosenfeld von der Universität Münster i. W. Der Besuch in Gießen bildete den Abschluß des an wissenschaftlichen Arbeiten reichen Kongresses, an dem Juristen, Psychiater und Gefängnisbeamte in großer Zahl teilgenommen haben. ** Das Geschäftsjubiläum der Firma I. B. Noll. Im Anschluß an die Feier des 100jährigen Bestehens der Firma I. B. Noll fand am Montag nachmittag in Rodheim a. d. Bieber ein überaus schönes Fest statt. Während die Festgäste aus Gießen um 4 Uhr mit der Kleinbahn eintrafen, waren die Arbeiter der Filialen Altenvers und Crumbach zum Teil in ihrer Nationaltracht auf geschmückten Leiterwagen herbeigeeilt. Guirlanden und Fahnen zierten daS Fabrikgebäude, vor dem Fräulein Lang ein Gedicht aufsagte und der mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen geschmückte Arbeiter Weil im Namen seiner Kameraden die Glückwünsche überbrachte. Es ging nun nach dem großen Bender'schen Saale, der sich bis auf den letzten Platz füllte. Kommerzienrat Noll begrüßte vorerst die Arbeiter und geladenen Gäste in herzlicher Weise. Inzwischen wurde Kaffee und Gebäck ausgetragen und ein gemeinschaftliches Lied wurde gesungen. Fräulein Geller aus Crumbach überbrachte im Auftrag der dortigen Fabrik einen Blumenstrauß. OrtSpfarrer Vömel wußte in einer längeren Ansprache die Entwickelung der aufstrebenden Gemeinde Nodheim darzulegen, wozu die Zigarrenindustrie wesentlich beitrage. Nach dem Abendessen fuhren die Gießener Teilnehmer gegen 10 Uhr im Sonderzuge zur Stadt zurück, während die Arbeiterschaft sich noch am Tanze vergnügte. — Zu dem gestrigen Bericht sei noch nachgetragen, daß bei dem Festessen Stadtverord. Petri als Aufsichtsratsvorsitzender der Gewerbebank deren Glückwünsche übermittelte und der Firma weiteres Blühen und Gedeihen wünschte. ** Kais. Hoflieferant. Am 7. d. Mts. hat der Kaiser dem Metzgermeister Herrn Friedrich Schreiner, hier, Seltersweg 73, den Titel „Kaiser!, und Königl. Hoflieferant* verliehen. Seit fast 9 Jahren lieferte Herr Sch. regelmäßig seinen Spezialartikcl „Frankfurter Würstchen* an die Königl. Hofküche und die Mundköche haben sich gleich bei der ersten Lieferung am 9. Dezember 1902 sehr lobend über die vorzügliche Qualität der Würstchen ausgesprochen. Ein Beweis für die Güte und Qualität der Waren sind die großen, regelmäßigen Lieferungen, die Herr Sch. im Juli dieses Jahres, während des Aufenthaltes der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel hatte. Es wurden u. a. für ca. 590 Mk. Wurstwaren, wie Frankfurter Würstchen, Kasseler Leberwm?st, Lachsschinken, Cervelat und Salami re. geliefert. Bei Jagdgelegenheiten und Hofbällen hatte Herr Schreiner öfters die Lieferungen für die Kaiserl. Hofküche, so u. a. beim Aufenthalt in Wiesbaden, Wilhelmshöhe, Wildpark, Berlin Schloß, Posen, Danzig, Homburg v. d. H., Straß- .. bürg, Altona, Stettin, Marienburg (Ostpr.), Rominten, Metz, HubertuSstock. Die Auszeichnung des Herrn Schreiner ist für unseren ganzen Gewerbestand sehr ehrend, und ein neuer Beweis dafür, daß es niemand nötig hat, seine Einkäufe außerhalb zu machen. ** Vortrag über Tripolis. Der Kaufmännische intb der Ortsgewerbeverein begannen ihre Wintervorträge mit einem solchen über „Land und Leute von Tripolitanie n", worüber Dr. Grothe- Leipzig gestern abend mit Zuhilfenahme von Lichtbildern in etwa IVrstündigem Vortrag die zahlreich erschienenen Zuhörer unterhielt. Er gab einen Ueberblick über die geschichtlichen Ereignisse der sieben letzten Jahrzehnte, die in jüngster Zeit zu einer Besitzergreifung Tripolitaniens durch die Italiener führten, so daß dieses wenig bekannte Stück Erde plötzlich in den Vordergrund des politischen Interesses getreten ist. Schon int Jahre 1838 verwies der Italiener Mazzini seine Landsleute darauf, den Blick nach Süden und Osten zu werfen. Bismarcks Ansicht ging dahin, Italien und Frankreich können sich im Mittelmeer unmöglich zu gemeinsamem Handeln vereinigen; die Herrschaft über das Mittelmeer gehört Italien. In dem Augenblick, als die Verhandlungen wegen Marokko zwischen Deutschland und Frankreich zu einem Erfolg für die Franzosen wurden, führte Italien den längst vorbereiteten Plan aus und erklärte der Türkei den Krieg, der für Deutschland nur Nachteil bringen kann; denn schon jetzt ergeht sich die jungtürkische Presse in heftigen Anklagen gegen das Deutsche Reich, das nicht in der Lage sei, die erste Vormacht des Islam, die Türkei, gegen italienische Räubereien zu schützen. Diese Tatsachen und Ereignisse legen die Frage nahe, welche kolonialen Werte sind in Tri- politanien gegeben? Der Vortragende kennt das Land aus eigener Anschauung, er hat ungefähr 2 Jahre dort gelebt, das Land sowie die Sprache und Sitten des Volkes studiert und kommt zu dem Schluß, daß es für Italien einen sehr wertvollen Besitz dar- Vom Verein der fortschrittlichen Volkspartei für den 1. hefs. Reichstabswahlkreis geht uns folgende Erwiderung zu auf die Erklärung des Herrn Professor Luley in Nr. 242 unseres Blattes: Sehr geehrter Herr Professor.' Wäre an unserer Erklärung ouch nur her kleinste Fehler gewesen. Sie hätten Ihre rote Tinte sicher mcht gespart. So beschränken Sie sich darauf, ein Dutzend Ulu «ii Lid' Ls 6Ä AL- 'n tW Oft fö hl W Aus StaOt und Land. Gießen, 17. Oktober 1911. ** Tageskalender für Dienstag, 17. Oktober: Stadttheater: „Der Meister von Palmyra." Anfang 8 Uhr. ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberzahlmeister Heyer im Leibgarde- Jnfanterie-Regiment (1. Hess.) Nr. 115 verliehen. ** Brandversicherungskammer. Der Groß- Herzog hat den Bauaufseheraspiranten Friedr. Rühl zu Mainz zum Assistenten der Brandversicherungs-Jnspektoren ernannt. ** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den evang. Pfarrer Hans Stählin zu Brauerschwend auf sein Nachsuchen behufs Uebcrnahme einer Pfarrstelle zu Seukendorf bei sttürnberg aus dem Dienste der hessischen Landeskirche entlassen und den evang. Pfarrer und Dekanstellvertreter Wilh. Hartmann zu Nieder-Jngelheim auf sein Nachsuchen von dem Amte des Dekanstellvertreters des Dekanats Mainz enthoben. ** Lehrerpersonalien. Uebert ragen wurde dem Lehrer Hch. Weisel zu Garbenteich die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst. Bestätigt wurde der von dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Mosbach auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst präsentierte Lehrer Hch. Jos. Tederich zu Mainflingen, ferner der von dem kath. Pfarrer und dem Bürgermeister zu Ober-Wöllstadt auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Wöllstadt präsentierte Schulamtsaspirant Jak. Kiefer aus Selzen. Entlassen wurde die Lehrerin Martha Goes an der Volksschule zu Offenbach auf ihr Nachsuchen. In den Ruh est a n d versetzt wurde der Lehrer Hch. Etling zu Arheilgen aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen verliehen. Dinge anzuführen, die Sie in unserer Erklärung, dte dock) gar feine Darstellung der Verhandlungen gab, verminen., darauf im Einzelnen einzugehen und Ihre Fehler nachzuweyen, wird uns in Versammlungen, wenn Sie es wünschen, eine leimte Mühe sein. Auf eine Zeitungspolemik aber, bte doch nur den Wahlkampf' unnötig verbittern kann, verzichten wir; berat 'S te zu überzeugen wird uns doch kaum gelingen und um das uneii vorurteilsfreier Wähler ist uns nicht bang. „ Nur auf den ersten und wichtigsten Punkt Ihrer Korrektur müssen wir antworten. Da heißt es, daß die "»oMchrttLparrei unser Ausgleichsangebot: Unterstützung bet den nächsten -uerchs- tagswahlen schroff abgelehnt hat". Aber wir haben dock diese Ihre Unterstützung nicht nur nicht abgelehnt, sondern töcgen- teil als selbstverständlich bezeichnet, wir haben Sbnen Dafür auch Unterstützung in anderen Reichstagswahlkreisen m uus- lidjt gestellt, wiederholt, mündlich und schriftlich. Und, verr Professor, das können wir Ihnen nicht ersparen, S te mui ) en wissen, daß dem so ist, und haben doch jene Grnarung, bte das Gegenteil behauptet, verfaßt oder doch unterzeichnet. Das bedauern wir aufrichtig; aber in I h r e m Jntereye. Der Verein der fortschrittlichen Volkspart et für den 1. Hessischen Reichstagswahlkreis. , Metz, Vorsitzender. Dr. Ebel, Schriftführer. • Von Herrn Fabrikanten Adolf Klingspor, dem Kandidaten der nativnalliberalen Partei, erhalten wir folgende Im gestrigen „Anzeiger" wird von einem unparteiischen Volksparteiler, der sich übclr den Ernst und die Konsequenzen beliebigen Situation wohl klar zu fein scheint, der Vorschlag gemacht, man möge nach Rücktritt der beiden liberalen Kandidaten durch eine Volksabstimmung den Willen der Wählerschaft zu erkennen und durchzuführen suchen. So sehr ich nun auch die gute Absicht des Einienders anerkenne, eine praktische Folge dürfte sein Vorschlag kaum zeitigen. Nicht die Stimmung in der Stadt, nicht Recht und Gerechtigkeit werden in einer öffentlichen Versammlung entscheiden, sondern die rohe Macht des zur Abstimmung beorderten Aufgebotes. Da aber der unparteiische Volksparteiler wohl den Willen weiterer Volksschichten vertritt, so bedeuten seine Auslassungen zweifellos eine Anregung, die nicht unbeachtet bleiben kann. Vielleicht klärt sich die Lage für den Uneingeweihten mehr, wenn ich, außerhalb der Erklärungen von Partei zu Partei mich begebend, hier folgende Grundlagen der Verhandlungen festhalte. Tie nationalliberale Partei war der Ueberzeugung, ein Anrecht auf das zweite Mandat der Stadt Gießen zu haben, nachdem sie 1. bei der Ersatzwahl für den hochgeschätzten langiähngen Vertreter Herrn Geh. Justizrat Gutfleisch bedingungslos für dessen Nachfolger Herrn Justizrat Grünewald eingetreten ist, obgleich die Mehrheit der Wahlmänner auf feiten der Nationalliberalen lag, 2. der sortschr. Volkspartei die Unterstützung bei d e r demnächstigenReichstagswahtin Aussicht stellte. War damit für den Vorurteilsfreien schon ein genügendes Aequivalent geboten, so erklärte sich die nationalliberale Partei außerdem bereit, den Anregungen des 1. Vorsitzenden der fortschrittlichen Volkspartei Folge zu geben und in Darmstadt und, falls das scheitern sollte, in Mainz die Unterstützung eines fortschrittlichen Kandidaten wärmstens zu befürworten. Die Verständigung in Darmstadt wurde unmöglich, da über die Personenfrage eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Die Unterstützung in Mainz wurde von der Gießener fortschrittlichen Parteileitung als nicht annehmbarer Ausgleich bezeichnet. Wenn i ch mich zur Uebernahme einer Kandidatur bereit erklärt habe, so, geschah es wirklich nicht ans persönlichem Ehrgeiz — soweit ge'.jt der bei mir nicht — sondern es geschah nur um Handel, Gewerbe, Industrie und Arbeiterschaft in der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sie sich befinden und in der noch schwierigeren, die ihnen durch die traurige Geschäftslage beoorsteht, eine Stütze zu sein, nachdem die Interessen der freien Berufe zum Spielball der politischen Parteien geworden sind. Der akademische Beruf ist bereits vertreten; die Ungunst der Verhältnisse, die auch auf ihm lastet, ist zu klar, um nicht verstanden zu werden. Wollen sich die politischen Parteien auf einen anderen gewerblichen Vertreter einigen, so werde ich der erste Jein, der sie zu diesem Vorgehen beglückwünscht. Ich freue mich eines derartigen Versuches und liebe nicht. Man überweise den beruflichen Organisationen (Handelskammer, Kaufm. Verein, Detaillisten-Verein, Gewerbeverein usw.) die Entscheidung über die zu berufende Persönlichkeit. Von den Reichstagswahlen heute zu reden, wäre verwegen. Die Konsequenzen ergeben sich aus dem jetzigen Vorgehen der Parteien von selbst. Gießen, den 17. Oktober 1911. Adolf Klingspor. es mit Peking vorläufig nicht verderben wollte. Dem entspricht auch eine allerdings nicht ganz zweifelsfreie Meldung der Times, daß die vier in Peking vertretenen ausländischen Finanzgruppen ein Gesuch der Pekinger Regierung um finanzielle Unterstützung rundweg abgelehnt hätten, da bei den Revolutionären sonst der Glauben erweckt werden könne, das Ausland nähme gegen sie Partei. Daß England, Frankreich, die Union und Deutschland in diesen inneren chinesischen Streit eingreifen werden, falls es nicht doch zu Ausschreitungen gegen ihre Staatsangehörigen kommt, läßt sich nicht annehmen. Dagegen verfolgt Ruß land, welches ja schon seit einiger Zeit mit Cyina auf gespanntem Fuße steht, die chinesische Revolution mit aufrichtiger Freude, wohl in dem Gedanken, daß dabei wieder ein Stück des nördlichen Chinas für Rußland abfallen könnte. Japan seinerseits trifft unzweifelhaft kriegerische Vorkehrungen. So sieht es mit dem Kaiserreich China wieder einmal traurig aus. Zu dem mächtigen Feind im Innern kommt der Feind von außen: Rußland und Japan. Das Schicksal der Mändschudynastie scheint ebenso besiegelt zu sein, wie eine weitere Zerstückelung Chinas durch Rußland und Japan als Dank für ihre oen Revolutionären geleistete Hilfe. Aus der Hauptstadt. Peking, 15. Okt. Infolge der über die chinesische Presse verhängten Zensur ist die Öffentlichkeit ohne alle Nachricht über die Lage, aber die beständigen Truppenbewegungen rufen große Erregung hervor. Die chinesischen Banken werden gestürmt. Die Einleger- trägen ihr Geld in ausländische Banken. Der holländische Finanzexperte Vissering ist im Zusammenhang mit der internationalen Anleihe von 10 Millionen Pfund zum Beirat ernannt worden, doch hat er keine Kontrolle über die Ausgaben. Alle Theater Pekings sind g e- schlossen. Eine ganze Division der Kaiserlichen Garde ist hierher zurückgekehrt. Die Truppen von H onan haben sich den Rebellen a n g e s ch l o s s e n. In Han kau liefert das in den Händen der Rebellen befindliche Arsenal täglich 25 000 Patronen und 140 Feldgeschütze stehen bereit. Der Telegraph ist in den Händen der Aufständischen. London, 16. Okt. Ein hiesiges Blatt meldet aus Peking unter dem 15. Oktober: Der Kriegsminister und sein Stab sind heute nachmittag nach dem Süden abgereist. Der Dienst für die Truppenzüge arbeitet vorzüglich. Bis Dienstag werden 34 Züge mit insgesamt 24 000 Mann die Fahrt nach Hankau antreten. DaS Zusammenarbeiten der fremden Kriegsschiffe. Berlin, 16. Okt. Der Chef des Krcuzergeschwaders erhielt von dem vor Hankau befindlichen Kanonenboot „Tige r" die Nachricht, daß der Admiral der in Ostasien befindlichen amerikanischen Seestreitkräfte den Oberbefehl über die vor Hankau versammelten internationalen Machtmittel übernommen hat. Der rangälteste Kommandant, ein j a p ani s ch e r Ka - pitän zur See, trat das Kommando über das vereinigte Landungskorps der fremden Mächte an. Die von der revolutionären Bewegung eingesetzte provisorische Regierung versicherte die fremden Niederlassungen in Hankau ihres Schutzes. Gefahr droht diesen nur seitens des Pöbels bei Kämpfen zwischen den Regierungstimppen und den Aufständischen. Admiral Sah wird mit einem Kreuzer vor Hankau erwartet. Er hat den Auftrag, das Hankau gegenüberliegende Wutschang, das Sitz der Regierung ist, zu beschießen. Der Chef des Kreuzergeschwaders ist mit der „Gneisenau" und dem Torpedoboot „Si90" über Nanking nach Hankau in See gegangen. Die dort versammelten Seestreitkräfte haben funkentelegraphische Verbindung mit dem Schutzgebiet Kiautschou und dem Chef des Kreuzergeschwaders. In der Mandschurei. Mukden, 16. Okt. Der Vizekönig erhielt den Befehl, die in Mükden und den nächstliegenden Bezirken stehenden Truppen in der Mandschurei zusammenzuziehen und schleunigst Maßnahmen zur Erhaltung der Ruhe in der Mongolei zu ergreifen. Die deutsch-sranMchen Uongoverhandlungen. Der „M atin" schreibt : „Der ehemalige Gouverneur von Gabun, Direktor des Kolonialamts in Paris Rognon, der eine tiefe und ausgedehnte Kenntnis unseres Kongo besitzt, ist seit einigen Tagen in Berlin, um Herrn Cambon mit technischem Rat beirustehen. Die Anwesenheit des Herrn Rognon wird die deutsch-französischen Verhandlungen sicher beschleunigen." , _ .......______ ** Kreisamtspersonalien. Der Großherzog hat beschränken Sie sich darauf, ein Dutzend den Kreisamtsgehilfen bei dem Kreis amt Schotten Karl sein wird. Hessen-Nassau. Ulli IIIIIILIII 4* IHVUULf Zukunft bei wirklich Bedeutung ihre Pro- entncr entner § Marburg, 16. Okt. Mit einem eigenartigen studentischen Fest wurde diesmal das Wintcrsemesier cingelcitet. Unter Vurantritt der gesamten Jäger-Kapelle zog nachmittags das Korps Teutonia durch die Stadt. In einem Vierspänner hinter der Musik fuhren 3 Chargierte und der Coulcurdiener Otto, der sein 25jähriges Dicnstjubilänm feierte und dem die festliche Veranstaltung aalt. Im Korpehause schloß sich ein flotter Kommers an. — Tic Ankündigung des Bezugs von Kartoffeln durch die Stadt brachte dem Rathause heute früh einen Amtlicher Wetterbericht. Oesfentliche Wetterdienststelle Gießen. WetteranLsichten in Hessen am Mittwoch, ein 16. Oktober 1911: Meist heiter, troden, ln^s mild, imdjtä starke Abkühlung, vielfach Nacht stosl. ________________________________ gewaltigen Verkehr. Dr.i Beanltc waren nötig, um die Aufträge zu notieren. Trotzdem nur an jede Familie 10 Zl abgegeben werden, waren bis mittags schon rund 6000 Z< Sie ub48°. Zs wurden u. a. für c°> iuder Würstchen, KM und Salami -c. Mli llen hatte Herr Schrm - WilhelmShohh . Homburg v. • * Mslvr.), lttominten, - bES „n<> ein neue tat Jeint nohg hak» । Tie wissenschaftlichen Leiter der Expedition müssen über die wahre Natur ihres problematischen Unternehmens sehr genau unterrichtet sein, und es ist deshalb die Frage, warum sie trotzdem an dessen Ausführung festhalten. Wenn man eine 'S Port fahrt machen will, me’int Prof. Sievers, dann soll man der Expedition kein wissenschaftliches Mäntelchen umhängen, 'das dazu geeignet 1ci, bas Ansehen 'der deutschen Wissenschaft, die immer als »olibe und streng sachlich gegolten habe, empfindlich zu schädigen, und 'daß wir uns dem Standpunkt Weltmanns, des amerikanischen Luftabentenrers, näherten. Endlich wäre zu befürchten, daß sowohl die sehr hochstehenden als auch die finanziell sehr leistungsfähigen Kreise in Deutschland, die dieser Expedition, wohl ohne Kenntnis von ihrem inneren Unwert, ihre Fürsorge angcdeihen ließen, in Zukunft bei wirklich wissenschaftlichen Unternehmungen von Bedeutung ihre Protektion und ihre Mittel zurückhalten werden. Tie Ausführungen Professors Sievers, die wir hier in kurzem 'Auszuge wiedergegeben haben, werden zweifellos das größte Aufsehen erregen, und man darf auf die weitere Entwicklung der Angelegenheit sehr gespannt sein, da sich zugleich zwei verschiedene Auffassungen stber die Aufgaben der LMnschajr ^egenWsUeheL^ Landwirtschaft. § 3 f 11 bei Alsicld, 15. Oft. Sxntc sand, nachdem vorder eine Ausslhußsitzung ftattgchnibcn hatte, die H a u b t n_e r f a m m - lung deS UreisziegenzuckN vereine im Mesticden Saale ftflti. Oekonomierat Korel 1 von Angenrod hob die vom Kreisziegen ;«ck'tverein Alsield erzielten Erfolge bervoi Im Jahre 1911 sind dem Verein 42 Mitglieder beigetreten, während die Zahl 1910 138 betrug Tie neuen Mitglieder wurden ohne Wider svrnch ausgenommen, so daß der Verein jefct etwa 900 Mitglieder stark ist. Weiter wurde bemerkt, daß moratm oder Dienstag ein .Herr aus Norwegen kommen wolle, um Einkäufe von Ziegen zu betätigen. Ter gute Ruf des Vereins erstreckt sich bis Edina, wohin demnächst Ziegen versandt werden sollen, hieraus hielt Herr Kreutz- Gießen einen Vortrag über: ^Haltung, Pflege und Aufzucht der Ziegen" Aus dem Vortrage iit hervorzubeben: Ter Kreisziegeuzuchtverein Alsield sei tonangebend, nicht nur in Hciien, sondern in ganz Teutschlanb. weil eben die Ziegenzucht hier schon io guten Boden gefaßt bade. Tie Ziege, die nur ein Gewicht von 60 Kilogramm erreiche, gäbe im Verhältnis zur Kuh, die 500 Kilogramm schwer werde, mehr und bessere Milch. Tie Ziegenmilch sei die beste und gesündeste Nahrung für Kinder, sie gleiche der Muttermilch an Güte, sie sei leicht verdaulich und nahrhafter, weil der Eiweißgehalt größer sei als bei Kuhmilch Sie zersetze sich leichter in kleine Flocken und sei bei Auszucht von Fohlen, Kälbern und Schweinen sehr angebracht, selbst Raubtiere, welche Ziegenmilch erhielten, seien besser genährt: außerdent sei sie tuberknloiesrei, wie die statistischen Nachweise ergeben. Es ist 1901 statistisch nachgewiesen worden, daß nur 0,7 Prozent Ziegen von der Tuberkulose befallen werden, wälrrenb dies bei anderen Tieren in größerem Maße der Fall ist. Der Stall soll trocken, lustig, hell intb reinlich sein Tie Nässe schadet nicht nur dem Tiere salbst an seiner Gesundheit, sondern hat auch atü die Ergiebigkeit und den Geicknuack der Milch großen Einsluv. Besonders nachteilig ist die Nässe für die Klauen der Ziegen, sie treten leicht durch und bekommen sog. „Bärenklauen . Tem Naßliegeu kann leicht abgebolsen werden durch Unterlegen von hölzernen Brücken aus schmalen Brettern mit Zwischenräumen. Luft und Licht sind zu allem Scheit unerläßliche Dinne. Jede Pflanze strebt nach Licht, warum soll es die Ziege nicht haben ' Ter Stall muß sauber gehalten, die Wände jährlich einige Male mit Kalkmilch gestrickten werden, um die Bakterien und Pilze zu vernichten. Aber auch die Ziege muß durch Bürsten und Striegel sauber gehalten werden: im Winter bürsten, tut Sommer striegeln und. bürsten. Nachdem noch vom Hüten und vom Weide gang die nötigen Belehrungen erteilt waren, kam die Rede am die Klauenpflege. Aus die Klauenpslcge ist ganz besonder-? Bedacht zu nehmen, denn eine Ziege mit schlecht gepflegten Klauen sieht nicht nur abscheulich aus und macht einen widerwärtigen Eindruck, sondern sie erleidet auch Schmerzen, wodurch die Freß In ft und Ernährung in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Ziege mit schlecht gepflegten Klauen sollte überhaupt von feder Auszeichnung, als Prämiierung usw. ausgeschlossen werden, dann würden die Züchter am ersten zur Erkenntnis kommen., Herr Tr. Lung hatte einige Zeichnungen entworfen, die den falschen und richtigen Schnitt der Klaue veranschaulichten. Am Schlüsse wurde noch festgestellt, daß dec Kreisziegenzuchtverein Alsfeld bis heute aus verkauften Ziegen, Ziegenlämmern und Bocken die Summe von 5657 Mk. erzielt habe. stellt An den beiden Sorten gelegen, erstreckt sich 2ripphtanien !icf ms Znnere Afrikas bis nach Sudan hin. Es umfaßt mit < -t Hochland von Barka ober Cyrenatka eine Ländermam, die fünfmal so groß als Italien oder zweimal so groß als Deutsch- auo iit Vom Meere auS nackt dem Innern folgen auf die kbr fruchtbare Küftenzone mit ihren Gartenkulturen eine etwa ßO fcp 100 Kilometer breite Stepvenzone, dann das Gebirge, da« eigentlich nur als bet von vielen Flüssen durchwaschene Rand drs innerafrikanischen Hochlandes anzusehen, iß. Tas sich ansevende vielfach von Dünenreihen angefuutc WuNengebtet weckt eine Menge von Lasen auf, über die sich die Handelsstraße nackt dem Innern des Erdteils hinüeht. Aeußerß beschwerlich gestaltet sich i'c«t noch die durch Felsen beeinträchtigte Einfahrt in die ttipolitanischen Häsen, die bei Sturm oder hoher See fast nicht von cen größeren Schissen angelausen werden können. Die San* i'una geschieht darum mittelst kleiner arabischer Boote. Ta die 'Regenmenge nicht unbedeutend ist, 750 bis 800 Millimeter im Satte, so können bei der vielfach vorhandenen Fruchtbarkeit durch ; ftter'e Anlegung von Brunnen, Überhaupt durch bessere Be- wirtfchastung des Grund und Bodens, die Erträge bedeutend ge- steigert werden, wie denn auch der Handel sich zweifellos bebcu- tenb hebm wird. Die Bevölkerung besteht zumeist aus Arabern, die hierher verzogen sind, 3üben unb Sudannegern. Italien iintet hier für seine Kulturbestrebungen ein arbeitsreiches Feld, und es verdient anerkennend hervorgehoben zu werden, daß es auch seither durch Errichtung zahlreicher Schulen schon einen An fang zur Kultivierung gemacht hat. Es beherrscht den Handel größtenteils, denn es weiß, wer den Handel eine- Landes in Händen hat, besitzt daS Land, eine Tatsache, die wir Deutsche uns besser merken dürsten. „ _ . . , *♦ I m Kolosseum begann gestern cm neuer Spielman, der zweite unter Direktor Karl Ohm, unb er erfreute ebenso sehr durch die schöne unb eindrucksvolle Auswahl der einzelnen Nummern, als auch durch ihre abwechfelungsreiche und geschickte Reihen- folge. Wenn etwas zu beanstanden wäre, bann wäre cS die sprachliche Abfassung des Spielzettel-, der in allen möglichen Zungen redet, nur nicht in ber beutfchen, unb beshalb dem einfachen Manne völlig, den übrigen z. T. unverständlich bleiben muß. Unsere deutsche Sprache iit eine der ausdruckssähigsten der Welt, unb Herr Tirektor £ firn könnte sich hier ein Verdienst erwerben, wenn er entschlossen mit dem alten Brauch brad>e und feine Vorführungen in gutem Teutsch anzeigte, damit sein Sviel- vlatt in jeder Beziehung untabelig wäre. Tie einzelnen Tar- birhmgen waren es in jeber Hinsicht, und das mit einem guten Zuschau er kreis besetzte Haus folgte ihnen mit lebhaftem Interesse unb offensichtlicher Freube. Auch wir wünschen Herrn Tirektor Ohm einen glücklichen Erfolg in seinen Bestrebungen, die die früher im Kolosseum tief in den Schatten stellen und vor allem daran gerichtet sind, ein wirkliches Familienprogramm zu bringen, um ber vielverkannten zehnten Muse auch hier zu einem guten und gern besuchten Tempel zu verhelfen. Diesen Geist atmete auch der neue ^piclplan, der als bekannten Gast Don Josö be Lab 4 ro, den mit ungewöhnlichen geistigen ober seelischen Fähig - feiten ausgerüsteten Ofedankenleser vorsührt, der bei seiner kürzlich im Institut des Herrn Prof. Sommer gegebenen Sondervorstellung berechtigtes Ausselstn erregte. Gestern abend löste er die ihm gestellten Aufgaben wieder mit verblüffender Sickferheii Ohne unmittelbare Berührung folgte er den (Gedanken eines bekannten hiesigen Arztes, in dem er zunächst dessen Mantel auf die Bühne trug, bann einem Herrn aus der Tasche des Ueberziehers Zigaretten und Feuer anbot, usw. Da eö auch dem Ungläubigsten Har sein dürfte, daß sich der Mediziner nicht auf irgendein Lcheinmonövcr eingelassen hat, so dürften damil alle zweiflerischen Einwände Lficitigt sein unb Labsro zeigt sich als das, was er ist: als einen ungewöhnlichen Menschen, der und beweist, daß es Dinge gibt, die für uns schlechterdings noch unbegreifbore Rätsel sind. Bei dem zweiten Experiment befand sich Laböro sogar einen Meter vor dem ihn beeinflussenden Herrn, ohne jede Berührung, und doch stellte er u. a. sogar eine Uhr aus die gedachte Zeit. Tic übrigen Vorführungen waren natürlich von ganz aitbevcr Art. Gilt) Bianka sang und tanzte unter starkem Beifall. M i r i a m bot in seinen drastisch-komischen Kunststücken und Mätzchen äußerst gelungene unb auch witzige Vorführungen, die lebhaft Lellatfdit wurden und von heiterster Art waren. Tie drei Wels, drei Mädchen, die in entzückenden madvarischen Gewändern auf treten unb von Farbe unb Bewegung schillern, tanzten — z. T. nach Brahmsschen Rapsodien — lebensvolle Liebestänze, die ein Unger Schönheitssinn zu .ilünsttänzen gewanbelt hat, unb fanden starken Beifall. — Eine außerordentliche Fingersertigkeit bewiesen Herr N o r m a n n S e o r 11 und Fräulein Alice. In ununterbrochener Folge vollführtc er die wunberttchsten Täu- (unbgebungen vom Publikum unb von der Verwaltung ganz besonders geehrt worden sind Von Leipzig aus wird das Dindersteinorchester wieder in einer Neiße von Städten gastieren, so in Plauen, Jena, Halle, Magdeburg, NaumSburg, GoSlar, Wernigerode, Torgau, Wittenberg u. a. Im Januar unternimmt eS eine Konzertreise nach Oester eich, die sich voraussichtlich bis zu den Balkanstaaten auS rehnen nnrd. Starkenburg un^ Nheinßeffen. rm. Darmstadt, 17. Okt.^ Ein leichtfertiger Autler, der erst kürzlich von der Slraskamm'r in Mannheim zu G Wochen Gefängnis verurteilt wurde, weil er in rasender Fahrt in der Nähe von Ludwigshafen ein Kind totgeiabren und ohne sich barum zu kümmern weiter gefahren ist, ist der Rentner Jakob Kn gen schütz her. Er macht mit s tnem Auto die ganze Gegend unsicher und bei dem Provinzialaussckuß ist jetzt der Antrag gestellt worden, daß ihm der Führerschein für das Automobil entzogen wird. Ter Antrag wird am nächsten Samstag verbandelt. Inzwischen hat er wieder neues Unheil angestellt unb zahlreiche Menschenleben gefährdet. .Er kam am Sonntag abend in V-Zugsgeschwindigkeit von Diesbad n mit ciniacii Freunden in seinem Auto. In der Nähe Tarmstadts überfuhr er ans der Mainzer Straße die geschlossenen Schranken her Balm strecke Darmstadt—Worms, so daß das Auto stark beschädigt mitten auf der Strecke stehen blieb, ohne daß es möglich war, die Strecke frei zu machen. Pö blich kam ber Wormser Zug und den Autlern gelang c8 gerade noch zur Seite zu springen, während das Auto durch die Näber zermalmt wurde. H. wird sich wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes zu verantworten haben. W Darmstadt, 16. Okt. Gestern starb hier der G - iteralmajor zur Disposition von Eolomb im 81. Lebensjahre. Er war früher Kommandeur ber 25. hessischen Kavalleriebrigabe und hat die Felbzüge 1849, 1866 unb 1870/71 mitgemacht. Seit oem Jahre 1889 war er zur Disposition gestellt. Kreis Wetzlar. 4- Krofdorf, 16. Okt Wenn auch die Grummet- ernte recht schlecht ausgefallen ist, wird es doch bei der recht guten Heuernte an Trockenfutter nicht fehlen. Die jetzt vor sich gehende Tickwurzernte ist ganz vorzüglich, o das; tatsächlich niemand wegen Futtermangel Vieh abzu- schassen nötia hat. Auch mit dem Ertrag in Kartoffeln geht es durchschnittlich an, wenn auch au; einzelnen hoch iegendcn Aeckern der Ertrag nicht gut zu nennen ist. — Der Anschluß der Burg Gleiberg an das Elektrizitätsnetz ist jetzt beschlossene Sache. Direltor Stolte vom städtischen Elektrizitätswerk in Gießen hat versichert, daß die Bnrg in spätestens 4—5 Wochen elektrisch beleuchtet * * U’figj ' TW9 b» h U **** iÄ' > h iS für ÄJ* - :.aab°totorien unb (Sujembntg), Cbttor|t ®8,ar"llon(6Nb(n b« ln roifl,n. «IKS, an bent Juristen lro^cr3^I teilgenommen b" Firma J.B. Noll. 00>ahrigen Bestehen, ber :n9 nachmittag in SR ob. ines Fest statt. Wohrenb niit ber Kleinbahn ein« len StltenverS unb Lrum. t ^geschmückten Leiter. >nd Fahnen zierten bas ang ein Tebicht aufsagte Anzeichen geschmückte Ar. meraben bic Glückwünsche dem grosten Benber'schen platz füllte. Kammerzien- eiter unb gelabenen Gäsie würbe Kast'ee unb Öebäd heS Lieb würbe gesungen, iberbrachte im Auftrag bei H. OckSpsarrer Börne! die Entwickelung bet au', legen, wozu bie Zigarren- l bem Abendessen fuhrn im Merjugt jr |iaft /ich noch aux Ta-; st sei noch v&tyftrwfi, Utxi att AusMrÄr. Glückwünsche übermitteln Der neue Seckerprozetz. ~ Stettin, 16. Okt. Unter großem Andrauge begann l>eutc vor der ersten Straf fammer des hiesigen Landgerichts die erneute Verhandlung in dem Prozeß gegen den Rittergutsbesitzer Becker (Bartmanns hagcit', der unter der Anklage steht, in Eingaben an verschiedene Behörden den früheren Landrat des Kreises Grimmen, Freiherrn v. M a l tz a h n , und die Mitglieder des Kreisausschusscs Grimmen beleidigt zu haben. Dm Vorsitz im Gerichtshof führt Landgerichtsdirektor H ö h r i g. Dem als Nebenkläger zugclassenen Freiherrn v. Maltzahn stehen die Rechtsanwälte Waldon» (Stettin) und Langeniak (Greifswald) zur Seite. Der .An- geklagte Becker ist in Begleitung seines Verteidigers Dr. Berndt erschienen. Der Anklage liegen bekanntlich politische Zwistigkeiten zugrunde. Ter Angeklagte Becker glaubte Ursache zu haben, sich durch den Landrat in seiner politischen Betätigung als Mitglied der liberalen Partei schikaniert zu fühlen. Er brachte diese Anschauung in verschiedenen Eingaben 8um Ausdruck, die er an die übergeordneten Behörden bis hinauf zum Minister richtete, in denen er die Tätigkeit des Landrats einer sehr abfälligen Kritik unterzog. Seine Ausführungen gipfelten in der Behaup tung, daß der Landrat sich als politischer Agent des agranschcn Ternagogentums betätige. Tie Angelegenheit hat bereits zweimal die Gerichte beschäftigt unb endete das zweitemal mit der Ver urteilung Beckers zu einem Jahre Gefängnis. Das Reichsgericht hat auf Revision des Angeklagten hin das Urteil aufgehoben und zwar aus formellen Gründen, als auch aus dem sachlichen Grunde, daß dem Angeklagten zu Unrecht der Schutz des § 193 versagt worden sei. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses, des Greifswalder sowie des reichsgerichtlichen Urteils wird der Angeklagte vernommen. Zunächst handelt es sich um die Frage, ob sein Nachfolger im Gutsvorsteheramte Ebert zu Recht in diese- Amt eingesetzt worden sei. Ter Angeklagte behauptet, daß dies nicht der Fall gewesen fei. Er sei daher auch nicht verpsiichtet ge< wesen, dessen Anordnungen Folge zu leisten. Auf eine Beschwerde des Angeklagten beim Regierungspräsidenten hat dieser Leant- märtet, daß der Landrat ihm, Becker, außerordentlich entgegen- gekommen sei. Ter Angeklagte bemerkt hierzu: Damals verstand ich diese Wendung nicht, jetzt weiß ich, daß der Versuch, mich politisch zu beeinstussen, mit Wissen und Willen des Regierungspräsidenten erfolgt ist. Er würde heute manches nicht mehr schreiben, was er damals geschrieben habe, aber das Recht müsse gegen die Macht vertreten werden. — Hieraus beantragt ber Verteidiger, Rechtsanwalt Berndt, eine Reihe weiterer Zeugen zu laden, darunter den Reichstagsabgeordneten Gothein für die Tatsache, daß bic Landräte durchweg ihre Stellung in den Dienst der konservativen Partei stellen. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende, daß die Beweisanträge abgelehnt seien. Ter Wahrheitsbeweis erscheine innerhalb eines so allgemeinen Ausdruckes wie „Agent des agrarischen Temagoaentums", wie schon das Reichsgericht fetzgestellt habe, nicht zulässig. Daraus wurden die Verhandlungen auf morgen vertagt. Kleine Tagerchronik. In Berlin sank in diesem Herbst während der letzten Nacht das Thermometer unter Nu l l und zum erstenmal zeigte sich hier und da eine leichte Eisbildung. In Wölkersdorf wollte bei einer photographischen Aufnahme der Lithograph Pierro eine P i st o l e in die Hand nehmen Tie Waffe entlud sich. Die Kugel tötete eine Lage - risti n unb verwundete ein § weitcs Mädchen schwer. In Fritzlar brack in der Kun st mühle E. Buchenhorst. G. m. b. H., G r o b fc u e r aus Es verbrannten 12 000 Zentn^ Weizen, 1500 Sack Mehl unb ein großes Lager von Futterartikeln. Sämtliche Maschinen sind vernichtet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. In Halle a. S. versuchte die Witwe Sorsterer aus Gram über den vor drei Wochen erfolgten Tod ihres Mannes si ch unb ihre drei Kinder durch Leuchtgas zu töten. Beim Ein treffen ber Polizei wurden die Frau unb ihr sieben Wochen alter Säugling lebend vorgefunden, ein sechsjähriges Mädchen und ein vierjähriger Knabe waren tot. Graf G i e s b e r t W o l f f - M e 11 e r n i ch hat auf das Recht' mittel der Revision verzichtet. schungen und Fingerfertigkeiten, unb aus einem kleinen Tüchlein und zwei Tellern hatte er ichtteßlich so viel Flaggen heraus- gezaubert, daß die ganze Bühne über unb über damit bedeckt war. Fräulein Lio la stellt im Kostüm einer Bajadere, umrahmt von Licht- und Wasserkiinsten, ein graziöses Tanzfpiel bar, das in lichten Farben funkelt und zittert. Äußerst gewandt aus geführte akrobatische Tänze reihten sich an. Großen Beifall als gescherte 5tatl erzielte Käthe Eonsve mit ihren burschikos-maid licken Liedchen, die oft fröhlichste Heiterkeit weckten. Ganz vorzügliche Jongleure sind die Mettros, eine äußerst anmutige und reizende Truppe von drei Herrn und zwei Damen, die mit Fächern, Reisen und Schirmen graziöse und gefällige Spiele treiben, die eine verblüffende Meisterschaft offenbaren unb prächtige Farbenefsekte Hervorrufen. Ter Humorist, Max Walde erntete mit seinen teilweise aktuellen Versen großen Beifall unb mußte sich zu einer Zugabe entschließen. Ten Schluß des vorzüglichen Programms bildete das ulkige Mannerpaar A r f oj b und Dttfa am dreifachen Reck, an dem sie ebenso komische als ftaunenerregenbe Leistungen boten, die alle mit grandioser Sicherheit durchgeführt wurden. Ans alledem geht hervor, da'; d:r Besuch ber neuen Darbietungen sehr empfohlen werden kann. ** Kunftverein. Tic Zur .Ausstellung angeulel- beten Bilder sind nun eingctroffcn. Tie Ausstellung wird vom Sonntag ab geöffnet sein. Außer den schon früher genannten Kollektionen gelangen auch noch einige Arbeiten von M. Modde-Berlin und Prof. v. E s ch w c g e - Weimar zur Ausstellung. ♦* Sichere Boten des Winters, sind die ungeheuren Kranichzüge, die man jetzt fast alltäglich beobachten kann. ES ist auffallend, daß man diesmal so ungeheure Scharen beisammen sieht,' offenbar haben sich die „Hahlgänse", wie sie im Volksmund heißen, sehr stark vermehrt. ** Vierzehn Wohngebäude wurden im abgc- laufenen Vierteljahre vom Hochbauamt zur Errichtung in unserer Stadt genehmigt. Kreis Alsfeld. ? Kirtorf, 16. Okt. Gestern wurde von nocki nicht ermittelten Täter, in der Gemarkung Ohmes, an der Quetlenfassung ber Kirtorfer Wasserleitung die Türe von der Wasserkammer mit Gemalt aufgebrochen, auch im Inneren der Wasserkammer wurden Best'ädigungen vorgenontmen. Kreis Friedberg. x Bad-Nauheim, 16. Ott. Tie offizielle Saison ist seit gestern zu Ende. Kurhaus und die Badehäuser 2 und 9 sind geschlossen. Tas TcnniS-Cafe, das von heute ab auch alS Lescraum dient, und einige Bade-- Häuser bleiben vorerst noch geöffnet; auch das Zander- Institut wird noch bis in den Dezember hinein in Betrieb sein. Lawntcnnis- und Golfplätze, über die nun der Herbst schon sein buntes Laub streut, sind öde und verlassen. Tie Kurkapclle, die gestern nochmals in Mannheim (nicht wie es infolge eines Trnckfehlcrs in der Sams- lag-Nummer hieß „Nauheim". D. Red.) und heute in Marburg Konzerte gab, reist morgen wieder nach Leipzig ab, nachdeni sie und ihr Tirigent in den bis auf den letzten Platz gefüllten Abschiedskonzerten am Frettag und SamS- toß nochmals, durch Ltümenspenden und t'Cßeij£erte BeifaUs- besteltt. F. C. Viernheim, 16. Okt. Der Taglöhner Jakob Samstag erschoß aus der Straße, nachdem er ihm aus- gelauert halte, den 36jährigen Franz Kam mu s ch, mit dein er in Streit lebte. ______________________________ Professor w. Sieocts gegen Geheimrat hergesell; geplante Polarsahrt. In Petermanns Geographischen Mitteilungen unterzieht Prof. Wilhelm S i e v c r s , der verdiente Lehrer der Äeographic an der Landesnniversität Gießen, die geplante Polarfahrt nut Zeppclinschifrcn einer kritischen Betrachtung, in der er den wissenschaftlichen Wert dieser Reise entschieden in Abrede stellt und den Nachweis erbringt, daß die erstrebten Beobachtuttgen auf anderem Wege viel leichter zu erreichen wären. Nach Untersuchung der meteorologischen Verhältnisse komint Professor Sievers zu dem Schluß, daß es schon fraglich ist, ob die Expedition überhaupt ihre Operationsbasis, nämlich Spitzbergen, erreichen wird, da die zwischen Norddeutschland und Spitzbergen liegenden Meere und Länder in hohem Grade Stürmen ausgesetzt und auch im Sommer keineswegs frei von ihnen sind. Rechtzeitige Warnungen sind aber deshalb unmöglich, weil die atlantischen Ucbcrraschungsstürme sowohl, als auch die Böen sich so rasch fortpflanzcn, daß sie selbst die drahtlose Telegraphie überholen. Und selbst, wenn das Luftschiff eine rechtzeitige Warnung erhält, wird es bei seiner gegenüber den Sttirmwicbeln geringen Eigengeschwindigkeit diesen kaum entgehen können, da es an geeigneten windsicheren Landungsplätzen fehlt. Prof. Sievers untersucht dann die Arbeitsmöglich- kciten eines Ballons und kommt zu dem überzeugenden Schluß, daß mit Ausnahme der photogrammetrischen Messungen, alle Untcrsnchungen nnd Forschungen, seien es nun geographische, ozeanographische oder aerologische, mit den seitherigen Mitteln weitaus sicherer und gefahrloser dnrchzuführen seien, als mit einem Lenkluftschiff, das dazu noch ungeheure Kosten verursacht. Mit den hierfür aufgewendeten Geldmitteln könnten mehrere, ein bis zwei Jahre hindurch betriebene acrologifcheBeobachtungSstationeu um den Pol herum errichtet werden, deren Ergebnisse wahrscheinlich reichhaltig und wertvoll werden würden. Aber auch im Falle einer glücklichen Durchführung der der Expedition in Spitzbergen gestellten Aufgaben bleibt noch die Rückfahrt, die höchst bedenklich ist. Giessener Konzert-Verein Erster Kammermusik-Abend Sonntag) den 22. Oktober, abends 5 7, Uhr, im Klubsaal (Sonnenstrasse) Ausführende: Herr Maximilian Troitzsch (Bariton) Hofopernsänger aus ^sdaden Herren Adolf Rebner(Violine)u. Johanne*Hegar(ViolonceU)ausFrankfurt a.M. Herr Prof. G. Trautmann (Klavier). Bahnhofstraße 54 Bahnhofstraße 54 Aufsehen erregend! 2 grosse Weltschiagar. Rheumatische Schmerzen.Reissen Hexenschuss In Apotheken Flasche M 1,20 £ ej —- U . ___ W Sesiei Kinder] Nahrung Ärztlich empfohlen. Niederlagen durch Plakate ersioht//ct[. mSSSm Hohentoho’«*", Hafer-Mehl F-.ft,' Ur. &v 'D 'v> . S' Spieldauer über 1 Stunde. den Lüften. DerAviatiker und die Frau des Journalisten Spezial-Angebot in PROGRAMM. Eintrittskarten: ÄÄftÄ gÖ-ÄSife -na abends an der Kasse DieaAbonnementskarten sind gell bei Heern Ernnt (ballier abxnholon; eine Alton Zusendung findet ausnahmslos nicht staut. Der neueste Luftschifferroman, dargestellt von den ersten Kopenhagener Künstlern. Ort der Handlung: Teils auf dein Flugplatz, teils im Aeroplan etwa 1000 Meter hoch m - - - - *' - - Spannend von Anfang bls Ende. HANDSCHUHEN weiss und farbig in allen Grössen. Unterkleider Strümpfe :: Socken etc. in langjährig erprobten Qualitäten. Julius Schulze - Rabattmarken des Rabattsparvereins. Ein modernes Tendenzdrama in 3 Abteilungen von Louis Feuillade. Länge 916 Meter. Niemand versäume, sich dies Sensationsprogramm anzusehen. NB. Wegen des zu erwartenden starken Andrangs zu den Abendvorstellungen wird höfl. gebeten, das Theater, wenn möglich, am Nachmittag besuchen zu wollen.08628 Restaurant „Reichskrone" Löwengassc 22. Minge mein Lokal in empfehl Krinnerung. Helles und dunkles Bier aus der Union Brauerei Gießen. Aufmerksame Bedienung. (M22 Herrn. Moos. sehr preiswert. Nur durchaus solide Qualitäten. Für jedes Paar weitgehendste Garantie. Umtausch jederzeit gestattet. A. Salomon & Cie Damen-Trikot-Handschuhe, imitiert, dänisch, gelb, elegantes Aussehen 135, 75 und Damen-Trikot-Handschuhe, halblang, mit 2 Druckknöpfen, alle Farben 17u, 125 und Hamburger Engros-Lager Schulstr. 4 Damen-Strick-Handschuhe, reine Wolle, weiss und farbig 13o, 110, 8a und Damen-Trikot-Handschuhe, kurze Form, mit 2 Druckknöpfen, injarbig und schwarz mit Einfass 95, oj, ea und Herren-Trikot-Handschuhe, solide, schwere Qualitäten, in grau und braun und dänisch 200, 125 und i V Kinder-Handschuhe, Trikot und gestrickt, weiss und farbig 100, 85, 75 und uU 50 pfg 55 „ 95. 50. @®®eeeeee® Kultursichel mit Beil yD.RG. ENS 280848. ganze Länge 45 cm M aErtr.-Qual. Stahl. Unübertroffen zur Freistellung von Kulturen, Entfernung von Forstunkräutern, zur Läuterungen, Ausputzen v. Fagd- ftiegen, Stück Mk. 3.70. ((?/3 Ernst Steinhaus, Werdohl i. W. Die Geburt eines Töchterchens zeigen an «383 Dy. Ernst Unger und Frau Paula geb. Birnbaum Berlin, 15. Oktober 1911 Derfflinyerslrasse 21 Biograpt Plockstraße 12 08647 Plockstraße 12 Ab morgen: Alleinvorführungsrecht für Gieszen nur im MM nur im MM Außerdem ein großartiges neues Programm. oder Der Gesichterdiel) Großes Kriminaldrama in 2 Akten. Heute zum letztenmal! Der Schandfleck Großes Tendenz-Drama in 3 Akten. — Länge 1200 Meter. ■ ~ Kauim. Verein weiblicher Angestellter. Jeden Mittwoch, 8—10 Ubr Tee Abend Plockstraße 5 III. [6060 v17/io und Daiuen-Verein „Gabelsberger“ Mittwoch, den 18. Qkt. 1911 Vereinsabend. Verteilung der Diplome von dem letzten Verbands - Wettschreiben. hiebigshöhe Jeden Donnerstag nachmittag von 4-6 Ubr: 07885 Xa8«-Xo#zert Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. TienStag, d. 17.Qktober 1911, abends 8 Ubr: 3. Dienstag-Abonn.-Vorstellung Gewöhnt.Preise Gewöhnl.Preise Zum letzten Male: Oer Meister van Palmyra Dramat. Dichtung in 5 Ausz. von Adolf Witbrandt. Ende gegen 11 Uhr. Mittwoch, d. 18. Oktober 1911, abends 7 Ubr: 3. Mittwoch-Abonn.-Vorstellung Gewöhn!. Preise Gewöhnl. Preise DiMMrin Lustspiel in 4 Aufzügen von E.v.Wolzogen und W.Schumann. Ende gegen 9l/< Uhr. fa17/io Cafe Amend 6209 Täglich Künstler-Konzert Anfang 8 Uhr Sonntags 4 Uhr Eintritt frei lll. 214 Meinls Die .Anzeiger Kttlsbloi* fnf« Vie 5t”1 Argentinien m die BemniW mit 2b4, ita W. mit 1 acmemen mit mit 49, China Bolivien mit und Ruhland Men nut 1 mit je 16, ? Messinienm Rest verteilt i Kulm, Nord-'. West-Indien, SS 'S«, lande, Nouvt Es gibt Msragen eir Bon den ! ; hie den Ä9 ä-ä L M rnenigei Mischen 30 50 Jahre ( über ihren heiratet imi Ansragende wirte vertr mittellos, erheblii Mark, 32 25 000 Ml 80 000 Ml hinauf. Von de Die Ze/ l o s ifriftlii Dem, Taß die Kaisers Zried als auch in s lange bekann der auf Bettt worden war ihr gestützt w rigkeiten. U pmz sich bar nun durch Ve behandelnden lad „Bert «IWnenben Ti Vielheiten, p E Semi> nach Friedric te.ll* «ad DL! »ii gerade * au S-hr §-LkZ !Ld» Matt SÄ' d°i ttil ä Ä nitbt« Haupt ■ leei e "frntt bie in s btte^tQb; kejd ^lNi, H)ic N't rQld be 27. SFMk SN" 8uge, befanr ™ man tu 111 Üe6 ^Wa i