Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. zugleich in nationalem Stolz. Ganz begeistert rief sie aus: Patriotin unterwegs, doch nur der Pfalz einen tüchtigen, (002* rktplatz 18 den Fälscher als Wicdererwecker ihrer Sprache und Literatur hoch, und als er am 12. Januar 1861 am Magenkrebs starb/ war die Trauer um ihn groß. er einschlägigen greift, beheben e mü ünnave iten und W Anzeiger einzu- Seer und Flotte. Das frühere Panzerschiff „D eutschland" , das im Jahre 1874 gebaut wurde und zuletzt als gepanzertes Schießziel für Scharfschießübungcn der Hochseeflotte gedient hatte, ist zum abwracken nach Holland verkauft worden. „ _ Karlsruhe, 9. Jan. General der Artillerie z. T. Eugen v. M ü l l e r ist im Alter von 66 Jahren hier gestorben. _ Ein Falscher aus Patriotismus. Die angebliche Auffindung von Ziskas Gebeinen har sich bekanntlich als ein falscher Trick erwiesen, als ein mißglückter „frommes Betrug, der das Nationalgefühl der Tschechen stärken sollte Der Zufall will es, daß in diesen Tagen, am 12. Januar, der Todestag jenes Mannes sich zum 50. Male jährt, der zuerst durch eine Fälschung das Prestige seiner tschechischen Landsleute zu heben versuchte. Waneeslaw Lanka, der „Frnder" der berühmten „Königinhofer Handschrift" (Rukopis Kralodvorskh wurde 1791 zu Horenowes bei Königgräh als oofon eines Bauern geboren und half bis zum 16. Jahre den Eltern m der Wirtschaft Als ihn der Vater, um ihn dem Militärdienste zu entzieh.n, aus das Gymnasium sandte, wurde er schon hier, was er spätm tnt großen Maß stabe werden sollte, ein Vorkämpfer des ^schechentums, da er zuerst von allen Schülern, weil des Deutschen nicht mächtig, seine Arbeiten in tschechischer Sprache machte, ein Vorgang, der bald Nachahmung fand. Er widmete sich rechts- und sprachwinen- schastlichen Studien, wurde Bibliothekar des „Böhmischen Museums" und war bald ein Führer der nationalen Partei. Am 16. September 1817 nun hatte er angeblich das Manuskript in einem Kirchturmgewölbe unter alten Waffen und mobngem Gerümpel aufgefunden. Die Blätter enthielten Gedichte, die scheinbar aus dem 13. Jahrhundert stammten und damü bewiesen, daß die Tschechen schon damals eine Literatur gehabt, also auf einer höheren Kulturstufe gestanden hätt.n, als ihnen die deutschen Gegner zugestehen wollten. Das Literaturdenkmal erregte großes Aufsehen und wurde von vielen, u. a. von Goethe, freudig begrüßt. Schließlich aber Hal man zur Evidenz nachgewiesen, baß ing cheruiigs-Gesell' s den >irk Kietzen mit ielbitänbiflffit, ' Bestand ist vor- Rudols Moise, is?k in jeder Starte, ndWdng, werden, il mittels Spezial aidjinen iabuiievt fett. igiutfl bet FabrÜ, art a. Hain hanauerlandstt. ‘ |ia II Hamburg in KM reter 8äs? 21- g Stritte*1 Austritte** 7au2obau«a»A ’ LleiciMK Bas neue Kabinett vienerth. Die neue, d. h. dritte Umbildung des Kabinetts Bie- herth wurde Mitte Dezember bekanntlich dadurch notwendig, daß der galizische Polenkolo mit der Verweige- nmq des Budgets drohte, falls Herr v. Bienerth nicht die Versicherung gäbe, daß das Wafsersttaßengesetz für Galiz en ehestens »durchgeführt und der trotz feines Polentums rn dieser Beziehung unzuverlässige Finanzmimster Dr. von Bi- linstt aus dem Kabinett ausgeschisft würde. Herr v. Bre- uerth hat lange gezögert, diese Bedingung zu erfüllen. Doch zeigte schon die Tatsache, daß der Polenkolo dem ut Demission befindlichen Kabinett im Reichsrat keine Schwierigkeiten machte, daß sich die F-äden zwischen Wien und Lemberg aufs neue knüpfen würden, d. h. Herr v. Bienerth vor den Polen mutig einen Schritt zurückweichen wurde. Vielleicht hätte er das doch nicht getan, wenn inzwischen bie deutsch-tschechischen Ausgleichsverhandlungen em günstiges Ergebnis gehabt hätten, der böhmische Landtag also arbeitsfähig und damit die dem Kabinett von der anderen Seite drohende Gefahr der Lahmlegung des österreichischen Reichsrats durch eine tschechische Obsttuktion beseitig'wurde. Herr o. Bienerth hätte trotzdem die Tschechen als Bundesgenossen gewinnen können, wenn er es über sich gebracht hätte, ihnen ein Ministerportefeuille mehr einzuräumen. Er hätte es rtber dann mit den Deutschen verschüttet und zog es daher vor, erst die deutsch-böhmische Verständigung abzuwarten, ehe er einen deutschen und einen tschechischen Landsmannminister ernannte und sein Kabinett wirtlich parlamentarisierte. Denn auch das dritte Kabinett Bienerth ist noch zum Teil ein Beamtenministerium und muß es bei den augenblicklich recht unklaren Verhältnissen in Oesterreich auch sein. Aus Beamtenkreisen sind ausgenommen der bisherige Sektionschef im Arbeitsministerium, Graf Max Wickenburg (Inneres), der Präsident des statistischen Zentralaus- schulses, Dr. Robert Meyer (Finanzen), der bisherige Sektionschef im Eisenbahnministerium, Marek (Oeffentliche Arbeiten), der bisherige Regierungsrat in Troppau. Frhr. von Widmann (Landwirtschaft), und der bisherige Sektionschef im Ackerbauministerium, v. Saleski (Minister für Galizien). Parlamentarisch ist das neue Kabinett aber insofern, als neben dem Ministerpräsidenten Frhrn. v. Bienerth der Minister Ides Unterrichts, Graf Stürgth und der des Handels, Weißkirchner, der christlich-sozialen Partei zuzurechnen sind, v. Wochen bürg er (Justtz) der deutsch-freiheitlichen Gruppe uno Dr. v. Glombinsii (Eisenbahnen) dem Polenkolo an- aehört. Nach nationalem Prinzip gesondert, verfügen die Deutschen über 8 Ministersitze (Bienerth, Gkaf W.ck.nburg, Graf Stürgh, v. Hachenburger, Meyer, Weißkirchner, von Georgi, v. Widmann), während die Slaven drei ihr eigen nennen, von denen zwei auf die Polen (v. Glombinski und v. Saleski) und einer auf die Tschechen (Marek) entfällt. Unter diesem letzten Gesichtspunkte ivird das neue Kabinett Bienerth in Oesterreich von deutscher Seite sympathisch begrüßt werden. Bon deutsch-freiheitlicher Sette wird es dagegen Tadel finden, weil es seiner überwiegenden Mehrheit nach als ein klerikales bezeichnet werden muß. Denn zu den Anhängern der christlich-sozialen Partei treten als Klerikale noch die drei Slawen, so daß, da Meyer und der Landesverteidigungsminister v. Georgi völlig neutrale Fachminister sind, das freihettliche Prinzip nur m b. Hachenburger seinen Vertreter findet. Emen recht un- günsttgen Eindruck aber muß das neue Kabinett Bienerth auf das österreichische Deutschtum insofern machen, als die Polen (bei seiner Bildung wieder das Fett abgeschöpft haben. «antiker" Handlung, ^UMabfn. . uev»r< All» gimes mit dem Jesuiten Cabrak an der Spitze ausgehe. Die provisorische Regierung beilage die gestrigen Ercignisie, da sie dem Ausland zu tendenziösen Angriffen gegen die Regierung Anlaß geben könnten. Berlin, 9. Jan. Nach einem bei der hiesigen portugiesischen Gesandtschaft aus Li s bon eingetroff.nen Telegramm des Ministers des Auswärtigen hat tue Depeschenzensur in Portugal auf gehört. Bisher habe die Zensur alle fälschen und beleidigenden Nachrichten unterdrückt, was als Vorwand gedient habe, der portu- stesischen Regierung vorzuwerfen, sie habe dem Auslande die wahre Lage des Landes verheimlichen wollen, ^n Zukunft werde sich die portugiesische Regierung jeden Eingriffs in die Uebermittelung der Telegramme enthalten. ’• 3«nn« 'qgs u"‘ Mm von polnischen Gnaden bezeichnet. Das es sich am Ruder hält, bis das galizische Wasserstraßengesetz zur Erörterung steht, läßt sich nicht annehmen. Denn wenn der tschechische Ausgleich nicht zustande kommt, wie es nach den bisherigen Erfahrungen nur zu wahrschein lich ist, wird im Parlament wieder die tschechische Obstruktion cinsetzen, den österreick)ischen Reichsrat arbeitsunfähig machen und damit dem neuen Ministerium Bienerth fern Grab graben. Es ist nicht anzunehmen, daß sich Herr v. Bienerth um die tschechische Skylla zu vermeiden, dazu entschließen sollte, sein Kabinett nach den Wünschen der Tschechen weiter zu parlamentarisiercn. Auch die Deutschen bestehen auf ihren Ministerportefeuilles, so daß er dann unfehlbar der deutschen Charybdis zum Opfer fallen wurde Etwa schon im März, wenn im Reichsrctt die wichtigen Heeres- und Flottenvorlagen zur Erledigung stehen, durfte das Schicksal des jetzt gebildeten Kabinetts Bienerths besiegelt sein. Wien, 9. Jan. Die nächste Sitzung des Abgeordnetenha uses findet am 17. Januar statt. ICuttfi, Wissenschaft nnd Leben. <— Die „N o t" der englischen Patriotin. Die all- l kritische Frau, das ist das Schlagwort einer neuen national! W/cn Beilegung in England, deren Ziel es ist, die Tochter Alb ton» aufzurufen zum Kampfe gegen die Begünstigung auisUlndycher Moden und ausländisck-er Ware. Tie echte englyche #rau soll sich so kleiden, daß sie an ihrem Körper kein einziges Erzeugnis duldet, das nicht englischen Ursprungs ist, sie wll davon ablassen, ihre Parfümerien in Frankreich zu tarnen, ihre Kleider- stosse aus Deutschland und chre Fußbekleidung auä_ Wieii zu beziehen. Eine 6egeifterte Patriotin hat nun den Bettuch unternommen, sich zu einer „all-britischen Frau" emporzuentmickeln, aber es fd>eint, daß dies schöne Ideal cinslwecken feine -Schwierigkeiten hat. Sie gibt in einem Londoner Blatt eme amuiantc SckAderung der Bitternisse, die ihre all-britische Seele zu durchkosten hatte, als sie ihren Rundgang durch die Londoner Larxm antrat. „Beste deutsche Schafwollkleider", „direkt aus Paris , „schöne belgische Seide", „österreichische Ware", „die letzte Neuheit aus Rußland", das waren die Inschriften,Jne ihr aus allen Schaufenstern entgegenleuchteten. Ten ganzen Tag über war die Patriotin unterwegs, doch nur zweimal tonnte sie eine ^tueisung finden, bei der englische Waren angeboten wurden: „Engliichen Krönungssamt!" Ich trat ein. Ter Samt war eigens sur die Krönung angefertigt, rot, blau und purpurn, die Farbtöne, die bei der Zeremonie getragen werden. Wer ich brauche keinen Krönungsmantel und bat um andere Farben. „Englischen -samt zribt es nur in drei Krönungsfarben", aber man zeigte mir „die । herrlichsten Sachen aus Lyon". Die Allbtttin konzeittrierte ihre Sehnsucht mnk auf ein paar eleganter englischer LtraßenMttel. An den amcritanii'cben Schuhläden ging sie in einem graften Bogen vorbei und betrat dann nacheinander einige große Verkaufsstellen, die Hyrem Patriotismus weniger verdächtig erschienen. Ein Paar Stiesel nach dein andern wurde ihr vorgelegt: aber in jedem Schuh fand sie den Stempel: „Made in Vienna". „Nein, ick> will feine Wiener Schuhe". Der Verkäufer schüttelte den Kopf und legte ihr nun „Pariser Lackschuhe" vor, „vorige Woche aus Frankreich gekommen". Trotz der Entente eordiale konnte Jid) die vaterlaiidstreue Engländerin nicht zutn Einkauf entschließen, und so verzichtete sie auf die all-britische Fußbekleidung, nnejte bereits aus ihr all-britisches Samtkleid verzichtet hatte. „Man muß also Tuch tragen," flüsterte sie sich, schon ein wenig restg- 'niert, zu. In einem der größten Häuser wurden ihr Herrlick.e Stosse vorgelegt, ihr Herz schwoll ist weiblichem Entzücken, nnh Die Gärung m Portugal. Lissabon, 9. Jan. Tie portugiesische Regierung beschloß, wegen des Angriffes gegen drei monarchistische Zeitungen, unter ihnen „Diarro Jllustrado , die gerichtliche Untersuchung einzuleiten: wegen der groben Ansammlungen vor den Redaltionslokalen war es der Polizei unmöglich, die Schuldigen sofort zu ermitteln. Tie drei monarchistischen Zeitungen veröffentlichten tn der letzten Zeit wiederholt gegen bte portugiesischen Republikaner schwere Angriffe; der Ausbruch der Voltsleidenschaft wird diesem Umstande zugeschrieben. N. ch erfolg.er Beruh gung der Menge zog diese an den geschlossenen Gebäuden der fremden Gesandtschaften vorbei und veranstaltete Sympathiekundgebungen. Tie Privatwohnungen der betroffenen Redatteure werden zu ihrem Schutze Polizei ich bewacht. Aus Rio de Janeiro ist die Nachricht eingetroffen, daß eine Anzahl brasi.ianischer und portugiesischer Familien den Kreuzer „Adamaster" besuchten und die republikanische Fahne überreichten, die abends auf dem Schiffe gehißt wurde. Als die Republikaner wieder an Land tarnen, wurden sie von zahlreichen Monarchisten angegriffen. Es entstand eine Schlägerei, wob.i mehrere verwundet wurden. Die Polizei stellte die Ordnung wieder her. , Der Zivilgouverneur von Lissabon erklärte einigen Journalisten, er habe seit langem Kenntnis von einer gegen das neue Regime und die Leiter der portugiesischen Regierung gerichteten Bewegung, die von im Auslande beFudttchen Persönlichkeiten alten Re- — Tie Afrika-Expedition des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg. Der Kaiser bewilligte aus dem Dispositionsfonds für die A fr i ka - Ex p cd i 11 o n des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg, die unter dem Ehreu- schutz der hamburgischen wissenschaftlichen Stiftung steht, 50 000 Mark. Nach den letzten telegraphischen Meldungen, die bis zum 28. November reichen, sind sämtliche Teilnehmer der Expedition wohlauf. Die Hauptexpedition unter dem .Herzog selbst dürfte sich gegenwärtig in der Nähe des Tschadsees befinden — Edm ond Roftand als G o et h e-U eb er setz crJ Der Dichter des „Ebantecler", Edmond Roftand, arbeitet, wie aus Paris gemeldet wird, gegenwärtig, wie einer seiner Freunde erzählt, an einer Uebersetzung Goethes ins Französische. Diese Uebett'etzung ist eine der alten Lieblingsideen Rostands, die er schon seit Jahren verfolgte, ohne an die Ausführung zu schreiten. Der Dichter, der ein großer Bewunderer Goethes ist, gedenkt vorerst einige Dramen ins Französische zu über tragen, und zwar will er mit „Götz von Berlichingen" den Anfang machen. Die ersten ^wei Akte sind bereite in der Roharbeit vollendet. Hierauf soll „T a s s o" an die Reihe kommen. Restand meint, daß diese beiden Dramen allein ihn mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werden. — P earys Beweise. Aus New York wird gemeldet: P e a r y ist am Samstag vor dem Ausschuß des Abgeordneten- Hauses erschienen, um Beweise für den Erfolg seiner Nordpol- fahrt vorzubringen. In einer längeren Darlegung gelang es ihm, die Mitglieder des Ausschusses zu überzeugen, das; er tatsächlich den Nordpol entdeckt habe. Nunmehr wird ihm ohne Widerstreit der Titel eines Contte-Admirals zuerkannt werden. (Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarten. D. Red.) — Kurze Nachrichten aus Kunst u Wissenschaft. Die 2 0 0. Aufführung von Webers Freischütz fand am Montag abend im Darmstädter Hoftheater statt. Die Feier wurde durch die von der Hofkapelle ausgeführten Jubelouvertüre eingeleitet. — In Stuttgart ist der Kunstmaler Hermann Pleuer am Freüag, 47 Jahre alt, an einem Blutsturz gestorben. Zwar ist das Finanzministerium, das seit der Aera Taafe fast stets in polnischem Besitze war, unzweifelhaft wichtiger, als das Eisenbahnministerium, das ihnen jetzt zufallt, und daß der Minister für Galizien ein Pole ist, ist eigentlich selbstverständlich. Aber — und das ist das bedenkliche Herr v. Bienerth hat die Polen nur dadurch zur Mitwirkung an der Kabinettsbildung zu bestimmen vermocht, daß er ihnen, wie es heißt, die Zusicherung gab, das neue Kabinett werde das Recht Galiziens auf Durchführung des Wasser- sttaßenqefetzes vom Jahre 1908 anerkennen und diese tforbc» rung mit feinem ganzen politischen Einfluß unterstützen, ja, sogar zurücktreten, wenn es dabei auf Widerstand tm Reichsrat stoßen sollte. Trifft das zu, und bestätigt sich ferner die Meldung der Krakauer „Nowa Reforma , daß Herr v. Bienerth versprochen habe, die erste Baurate für die galizischen Wasserstraßen beretts in das Budget für 1912 einzustellen, so wird man wohl nicht zu wett gehen, wenn man das dritte Kabinett Bienerth als ein Kabinett 'ualeick in nationalem Stolz. Ganz begeistert rief sie aus: „Herr-1 es gefälscht war. IL a. hat dies auch Prof essorMasaryk, der ge» Heb herrlich das ist ein Tuch, das ist wirklich ein Meisterwerk lehrte Landsmann Hankas, getan. Die Ttzcheck^n. aber verehrten der' Webekunst." „Ja, ja," meinte der Verkäufer äufrieben^ indes er bereits die Elle anlegte, „es ist beste deutsche Ware, das Schönste, was wir haben." Aufs Tiefste deprimiert, trühe Gedanken im Herzen, wankte „the all-british woman" aus dem Laden, und als sie bei einem letzten verzweiselten Versuche statt echtcw englischer Seidenbroderien wiederum deutsche Broderien erhielt, war ihre Widerstandskraft gebrochen. Sie schlich heimwärts. Auf der Straße aber stand ein Fruchthändler, an seinem Wagen prangte eine Inschrift: „Englische Tomaten, four pence das Pfund" Tie Schwergeprüfte wußte, daß in dieser Zeit unmog- lick; in England Tomaten wachsen, aber ihr blinder ^Patriotismus riß sie hin: mit einem Pfund Tomaten (direkt aus L-üdfrankreuh-) kam sie nach Hause. yr, z Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 10. Januar 10(1 Der Gießener Anzeiger monatlich75 Ui., viertel- erscheint täglich außer ÄW4« ▼ PVV _ A A ▲ a A A A jährlich Mk. 2.20. durch Sonntags. - Beilagen: Ä JK yA Vf Abhole- u. Ziveigstellen ; M Aw Ww W H M ■ fl w monatlich 65 Bi.: diirch ®k6cner5amilienblätlet B MM U Md |I Lid M W M Ä MW KW JT MM W M kH W diePost Aik.3.-viertel- aroriinalivod)entl.KteiS: ■ Rfl H SIX W K&S 53 jär ra E8 ö| Wr 63 M M HSr H jährt, ausichl. Beitellq. blaNsürdenttreisSieden MW M H M M M IS O yT M W H ÖL ■ Q Zeilenpreis: lokal 15 Ps., (Dienstag und Freuaa); Slk. Eg W HL Ki |3L men. Die Veranstaltung findet Montag, 30. Jckkuar, int Stadttheater statt. ** Hessische Landesgruppe des Vereins abstinenter Pfarrer. Der Verein abstinenter Pfarrer ist in Hessen in stetem Wachstum begriffen und zählt geaen- wärtia' 30 Mitglieder, obwohl er noch nicht sämtliche abstinenten Pfarrer Hessens zu Mitgliedern hat. Neuerdings sucht dieser Verein in den Gemeinden durch Vorträge mit Lichtbildern gegen den Attoholmistbrauch aufzutre u ^OOOOOOOQB B lieber 1911, Saale. Partie Letzte Nachrichten Tie preußische Thronrede. □oooooooooa Mer- lind Musikalien- verholten sich die Bobeuschnxmkungen mit etwa 10 Sek. Sauer. Sie roaren stärker als die vorhergehenden. Ko pal (Provinz Semiretschensk), 9. Jan. In den letzten Tagen wurden hier schwache Erdstöße verspürt. Heute vormittag 9 Uhr erfolgte ein stärkerer Erdstoß. Wjcrnyi, 9. Jan Hente morgen 9 Uhr wurde eine tarfe, 15 Sekunden anhaltende wellenförmige Erdschwan. ung beobachtet. Vttftchcmg. Mittwoch den 11. Jan. nachm. 2 Ubr, werden im Biekerlchen Sieustodt 55 eine arohe Bucker, darunter 110 Romane u. Musikalien Mr Pianos, von Bach. Wagner, Beethoven, Weber, Schumann. Mendelsohn, Mozart Löve. Chovin, Wolf u. Cornelius, 1 Schreibtisch in Eichen, 2 Sessel u. einige Bilder versteigert. (271 Die Versteigerung findet be» stimmt Natt. Geißler, Gerichtsvollzieher. Berlin, 10. Jan. Tie vom Ministerpräsidenten von Bethmann-Hollweg verlesene Thronrede zur Eröffnung des preußischen Landtages stellt zunächst die fortdauernde Besserung der Staatsfinanzen fest, durch die der Fehlbetrag für 1909 weit geringer geworden sei als sprünglich veranschlagt war. Trotzdem schließe auch Voranschlag für 1911 mit einem Fehlbetrag ab. Gesetzentwürfe werden ein^ebracht wegen Bildung Zweckverbänden zur gemeinschaftlichen Lösung kommunaler Fragen, besonders eines Zweckverbandes Groß- Berlin für die Lösung gemeinsamer Verkehrs- und Bau- sluchlfragen, sowie Schaffung eines Wald-undWiesen- gürtels um Groß-Berlin, wegen Vereinfachung der Rechnungsprüfungen durch die Oberrech- nungskammer, wegen Förderung der I u g e n d p f l e g e zur körperlichen und sittlichen Kräftigung der schulentlassenen Jugend, wegen Errichtung von Fortbildungsschulen für Jünglinge in Gemeinden von über 10900 Einwohnern., Weiter wird die Vorlegung der unerledigten Gesetze an- Bekanntmachung. Betreffend: Gemeinsamer Beug von Berlepsch scheu Nisthöhlen. Wir verweisen auf die In obigem Betreff erlassene Bekanntmachung Gr. Kreisamls Büdingen im AmtsverkündigungSblait Nr. 1 vom 7. Januar 1911. Elcrinifcbte». * Das angebliche Versckiviuden des Vierdes. Als da? .Miuomobihueleii einen größeren ttmianq anulnehmen begann, glanblen viele, die eine ferne und unsichere ZukunN voraus- Uisehen vtleaen, einen starken Rückgang bei P'erbeznckt, ja sogar bns ')ludfierben des Pierdes prophezeien w bürten, denen letzie Vertreter man in 100 Jahren den Beinckern zoologischer Gänen als Sebensivürdigkeil zeigen weide. Tic Entwicklung der Tinge bat zum geraden Gegennil gelührt. Tie meckaulscken Belnebs- fiäiie Tompf, Elektrizitäi, Benzin u»d äußere sind nicht geeignet, das P-erd vollständig zu erlelzeu. und irenn sie hier und da verhindernd aus die Zahl der P'eide eimvirfen, ruhen im Wachstum d'S Verkehrs, der Bevölkerung und bei Industrie genügend Ur- adieu, um die Nachfrage nach Vierden zu steigern, der eine ent- ipiecheiib siärkere Anftnckl aui dem Fuße folgt. Nach den neunten . itteilnnqen im .Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich beläuft ück der Pierdebestaud derjenigen Staaten, die halbwegs zuverlässige Zählungen ihrer Viehbestände veranstalten, an' rund H3 Millionen Stück, wovon auf Euiova 44 >-0 10 u, auf Amerika 32 300 • 00, auf Japan und B> mich - Indien ohne Bengalen 3'52 000, nuf Australien 2 200 OuO und auf Afrika 540 0"0 ent- 'ollen. Nicht berücksichtigt sind alio Hierbei die reichen V'erde bestände Arabiens, der zentralasiatijchen Räuber, Libiriens, Chinas öintermdienS, dcs größten Teiles von Afrika und der meisten sud- amerikaniscken Staaten, m die der Geist der Statistik noch keinen Eintritt ge'unden bat. Im einzelnen ergeben sich für die Gegenwart ,'olgende Zahlen: Rußland 23 556 00", Teut'chland 4 346 000 ,10 Jahre vorher nur 4 038 000), Ungarn 1 876 0"0, Oesterreich 17160 0 Frankreich 3 216 00", Großbiitunnien l-53 00 >, Irland 600 000, Italien 955 0" , Rumänien 861 000, Bulgarieii 538 00", 'panteti ' 495 000, än nark 487 < 00 und Schwedcn 575 00 . Räch't dem europäisch n hußlaud sind d.e pferbereut.fien Vanber hie Bereinigten Staaten mit mehr als 21'/, Millionen unb Argen- imien mit 7 600 00 Stück, das einzige Vanb, wo noch auf leben Menschen ein Mrd kommt unb Mirza-Schaffys (Bodenstebts) Vers O Pianos • und Flügel in bekannt Hoher Vollendg. lief, auch b. beoum. teil« i bin. ohne Preiserhöh, u. in Miele zu mäßigen Preisen frei jeder Bahnstation 10038 Max Stellungen, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 5 a, Telephon 8142. lüdtngen, den 9. Januar 1911. Großher-ogl. Bürgermeisterei Büdingen. Äenbt Bekanntmachung. Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche zu T.uoelsbeim. Nach Bekanntmachung Grohh. Kreisamts Bübingen vom 6. Januar d. I. ist die Seuche erloschen und und die unterm 3L Dezember v.J.angeordneten Lchutzmaßreqeln aufgehobenworden. Büdingen den 9. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Büdingen. Fendt. erzeugt d. bevrTTuft „Sametin". Bei auigesprung. rot. rissiger Haut u. bei Frostbeulen o. unvergleickl. schneüer Wirkung, L Flasche 60 Ps. Amtlicher Wetterbericht. Oe ff en klicke W e t t e r b i e n si st e l l e Gießen. Verlauf der Witterung feit gestern früh: Tas uorbwestliche Tiefdruckgebiet ist ostwärts gewgen, wobei em neftern fnib über dem Kanal lagernder Rnndwirbel über Deutschland nach der Ostsee zog und in West- und Mitteldeutschland gestern Regen, m Ostdeutschland heute früh Schnee hervonief. Tie Temperaturen weisen wenig Aenderung auf. Da der Tiefdruckwirbel abzieh und nickt unmittelbar ein neuer nacbfolgt, gelaugt West- unb JJattel- beutlcklaub m den Bereich bes fübroefthchen Hochs. Wetteraiissickten m veiien am Mittwoch, dem 11- Jan. 1911: Zeitw'stse heiter, leichter Frost, keine Niederschläge. In den Alittelgebirgen Sckibahnen gut. 5-10 cm Neuschnee. f gfa f Das statistische Amt von Berlin stellte die Ergebnisse der Volkszählung von Berlin und der 67 Vororte, mit beiten von 1905 zusammen. Sanad) betrug bte unb der 67 Vororte am 1. Dezember 1910 3702 962 gegen 3 210 447; das bedeutet eine Zunahme von 492 515, gleich 15,34 o L) In Berlin allein betrug bte Einwohnerzahl 2 064 153 gegen 2 040148 (mehr 24 006, gleich 1,18 v H-), für bw 679 Vororte allein 1638 809 gegen 1 170 299 (mehr 468 510, ^^Bei der Sprengung eines alten Mauerwerks in der Alte Jakobsttaße in Berlin durch Gardevioniere wurdet bet einem Sprengschuß etwa 70 Fensterscheiben eingedruckt. Em Arbeiter wurde durch Steinsplitter getroffen und erlitt einen Unwr- arrnbruch. Mehrere Arbeiter fielen vor Schreck in Ohnmacht. Die Wirkungsursache des Sprengschusses ist noch nicht festgestellt. Den Berliner Blättern zufolge verursachte das Glatteis am Montag an hundert Unfälle. 1/ Kmder erhielten aus den Unfallstationen erste Hilfe. Spater einige 80 Personen dort und in den Krankenhäusern Umfangreiche Unterschlagungen wurden tn dem Getreide - en - gros- Geschäft von Karnpfmeyer in Potsdam fest- gestellt, die sich aus nahezu 30000 Mark belaufen. Der Tater ist Cin Sn^em ni tz ist der Begründer der sächsischen Webereisabrik Louis Schönherr, ein hervorragender Erfinder von Weberei- masckinen, im Alter von 93 Jahren gestorben In Ruppersdorf bet Zittau wurden am 18. Dezember vorigen Jahres eine Witwe nebst Tochter ermordet. Der Tater spaltete beiden Frauen mit einem Beil den Schädel, steckte die Leichen mitsamt dem Haus in Brand, raubte bte Ladenkasse aus und flüchtete. Nun hat ein Bauarbeiter aus Ruppersdorf-, der vor acht Tagen in Haft genommen worden war, bte MoA^n wird "gemeldet: Am Samstag abend hatte sich bei Landwirt Schoeneck von Sandberg nach Mrau§gcgangetanem Streit mit seiner Frau in den nahegelegenen Wald begeten, um seinem Leben ein Ende zu machen. Die Frau folgte ihm, wollte ihm das Gewehr entreißen und wurde batet butcb einen Schuß des Mannes so schwer verletzt, daß sie bald daraus starb. Der Mann brachte seine Frau nach Hause und erhängte sich bann in dem Walte. In Bremen stürzte ein im Rohbau fertig geselltes iweistöckiges Wohnhaus zusammen und begrub fünf Arbeiter Einer wurde als Leiche geborgen, zwei wurden schwer ^fanget - -enor, jjt Hinrich en Ve' von A den, ^"rcrg bcÄ> der ^ndes z^.^ends 9, 30. ®, e koni. esBe-,. en und M?!arrer lchl fämtrirf 9e9Cn- Ms? Ut -ivaljt ^ntrale f»on^r^«nb LtzS 'ht AtzS UnklP;. ^sonders srs-.-r '®t8tni6er logierte, (Wmbe? > y‘l«mmen IS.ö Ich der Besuch auf > -181 Selb^ler w Wanderer). Ter 85 Tnsonen (190'J ■ der Herberge besetzte 38 unb zwar 22 mit t Arbeitern (gesucht cledtgten sich 7 durch Neue Ausbrüche röllstadt beijZried« Stadtbezirk Tet- :f, Regierungsbezirk zu Coblenz hat mit egen der Äesahr der seuchr ans dem ver« ilz die Abhaltung rkten in Simmern, >znach, Södern» iS auf werteres Eheschließungen: Dezember 10. Altert Fisch, Schreiner, mit Elise Margarethe Stamm, beide tn BateNauhenn. -17- Wilhelm Martin Klingemeier, Badewärter, mit Helene Muller, b^S ?e?b^s^/n e^Dezemter 14. Rentner Johann Georg Birkenstock I., 77 Jahre alt. — Rentner Anton Bittong, 73Jahre alt — Anna Beith. Tochter von Schutzmann Joh. Michael Keith, 9 Tage alt. - 24 Auyuste Katharine Schneider, Tochter von Schuhmacher Peter Schneider, 1 Jahr alt /Lbstipp Jakob Ohl, Sohn von Backer Otto Herrn. Ohl, 6 Monate alt. —. Privatin Elise Stamm, geb. Hörle, 76 Jahre alt. unb einer leicht verletzt. In Warschau wurden bei einem rcückerischen lieberfall auf das Bankgeschäft Jungferbleich efti _An g e ste ll ter getötet unb zwei schwer verletzt. Tie Tater entkamen mit einer bedeutenden Geldsumme. In Metz wurde bei der Wahl des Bürgermeisters an Stelle des zum Unterstaatssekretär im Reichskolonialamt er- nannten Dr. Sötjmer Rechtsanwalt Tr F° rer ans Metz mit 21 von 37 abgegebenen (Stimmen gewählt 15 Stimmen fielen aui den Beigeordneten Leoni ans Straßburg Tie Neuwahl war erforderlich, weil die kürzlich erfolgte Wahl des Wgeordneten Wittmar aus Straßburg wegen der Gehaltsfrage nicht zum Ziele geführt hatte. .. _, . In Toulon und Umgebung beschloßen die -Schulkinder wegen mangelhafter Beheizung ter Schulräume zu streiken. et so unglücklich aus, daß er einen Knöchelbruch davontrua Auch eine Frau erlitt einen doppelten Armbruch. -f. 91 ul en bie bad), 8. Jan. AIS am Sonntag morgen der Maurer und Landwirt Roth hier erwachte, fand er. daß feine Frau tot im Bette neben ihm lag. Ein Herzsci 1 a 9 batte ihrem Leden ein Enoe gemacht. Die <\xau ft an in der fühlte der fünfziger Jahre und mar in letzter Zeit leidend. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 9. Jan. Nachdem einige Metzger ton auswärts, die hierher Fleisch- unb Wurstwaren liefern, /-erinnere Preise als die hiesigen Schwememetzger nehmen, hat nunmehr auch ein Metzger von hier einen Preisabschlag für seine Waren eintreten las en. L. $ ab »9? au beim, 9. tzan. Im Jahre 1910/11 wurden in unser E l i s a b e t h h a u s 988 Kinder auigenqmmcn. Wahrend ter Sommermonate badeten 898 Pckeglinge, in diesem Winter sind es 90 Kinder. Ende Februar geht im Kinderhospital die Winterbadezeit zu Ende. gekündigt über die rheinische Gemeindeordnung und die ländliche Fortbildungsschulpslicht in Brandenburg, Pommern, Sachsen, Westfalen, der Rheinprovinz und Höhens zollern, zu denen noch Schleswig-Holstein inzutritt. Schweidnitz, 10. Jan. T«r Einj.-Freiw. Hein aus dem hiesigen Artillerie-Regiment Nr. 42 v e r u n g l u ck t e b e 1 in Rodeln und hat sich lebensgesährlick)e Verletzungen zugezogen^ Santander, 10. Jan. Beim E i n stu r z e i n e s Baues wurde eine Anzahl Arbeiter verschüttet. Vier Marm wurden getötet unb fünf Mann verletzt. Das Erdbeben in Asten. Aus dem Erdbebengebiet erhalten wir folgende Mitteilungen über mehrere leichte Beben, die voraussichtlich keinen nennenswerten Schaden mehr angerichtet haben. Taschkent, 9. Jan. Heute vormittag 9 Ubr wie- Starkenburg und Rh?'".Hessen. rm. T) a r m ft a b t, 9. Jan. Eine S u b m i s s i 0 n s bl ü t e Ist bei dem neuen Hauptbahnho f festzustellen. Set ber Vergebung von schmiedeeisernen Fenstern für bte EiMahrtshallen hat eine Essener Firma ein Gebot von 30 600 Mk. gelegt, wahrend ein Scklossermeister in Ober-Ramstadt für dieselbe Liefe- ring nur 4055 Mk. forderte. Es waren 24 Angebote emgelaulen. Cin ähnliches Verhältnis stellte sich bei der Vergebung von eisernen O)ittcrmaüen von 15 Meter Höbe für das eleltiyche -mst.heraus. Eine Mannheimer Firma forderte für bte gesamte Liefetung zicka 40 000 Mk., während ein Mamzer Eiiengeschaft bie Masten für 10 500 Mk. liefern will. „ . . . f f A .. , . w. Singen, 9. Jan. Auf Rhetnsollerhu 11e ist 87 Jahre alt, einer der reichsten Männer Westdeutschlands, der Rittergutsbesitzer und Kommerzienrat Puncelli, gestorben In B i n g e n hat er sich ein dauerndes Denkmal gesetzt durch bie Errichtung eines großen Blindenheims und zahlreicher sonstiger wohttätiger L-tittungem w. Kastel, 9. Jan. Der 13 Jahre alte Sohn des Monteurs Faut brach gestern abend beim Schlittschuhlauf e n auf dem Festungsgraben des Glacis tm ch l a m m e i n und v e r s a n k. Tie Mutter d?s Verunglückten wurde, ab-' man ihr bie Unglücksbotjchaft überbrachte, ohnmächtig und hat bis heute mittag das Bewußtsein nicht wieder zu recht besteht: DaS Paradies der Erde Lieat auf dem Rücken der Pferde. * Tos Meistertöchterchen. Vater (zur kleinen Elsc nach ihrem ersten Schultage): „Na, hast du aus. die Fragen der Lehrerin schön geantwortet?" - Elschen: „Nem! Fraulem bat uns nach bem Vornamen des Vaters gefragt, ba habe ich deinen nicht genannt." — Vater: „Warum denn nicht? - Elschen: „Weißt du, bie Väter ber andern kleinen Mädchen hatten alle so schöne Vornamen, da hab ich mich geniert, zu sagen, daß du „Dicker" heißt!" Kleine TagLschrontt. Im Sauerland ereigneten sich verschiedene Rodelnn- fälle- Ein junger Mann erlitt einen Schätelbruch unb starb; mehrere anbete Personen wurden mehr ober weniger Ichwer Durch Einsturz eines 12 Meter hohen Gerüstes auf der Gewerkschaft Deutscher Kaiser bei Duisburg verunglückten fünf Arbeiter. Drei von ihnen wurden lebensgefährlich ver- wandern und Reifen. ** V.-H.-C., Zweigverein Gießen. Am Sonntag veranstaltete ber Zweigverein Gießen des V.-H.-E. seine 10. I a h res- ma n b e r u n g. Eftte erprobte Wanberscter, bie vor ben zu erwartenden Befchwerlichkeittn in den großen Schneemengen nicht zurückschreckte, sand sich zu dem Zug 8,18 auf dem Bahnho, etn. Tie Fahrt ging über Gladenbach nach Erdhaufen. Hier begann bie Wanderung durch eine herrliche Winterlandschaft auf den .'76 Meter hohen Hemm er ich, dessen oberes Waldgebiet eme bcrrliche Raureisbilbung zeigte. Auf dem Gipfel verhinbetten [„ber hohe Bäume ben ?lusblick, ohne Rast gtna es also weite, nach bem im Tale tief verschneiten Rotenhausen und hieraus l,"s der Landstraße nach ber „Eisernen Hanb". Inzwischen hatte die Sonne einigemal ihre Strahlen auf bte weiße Fläche gesandt und wogende Nebel ließen die Landschaft bes öfteren tn । neuartiger Beleuchtung erscheinen. Auf ter „Eisernen Hand" .mitte Rast gemacht, unb Wirt Kraft, bem es an Humor nicht fehlte, hatte schnell bie Wanberer mit Speise unb Trank versorgt. Um 1 Uhr ging es weiter nach Frankenbach, und alsdann begann bie Ersteigung des Dünsbergs, bie wohl manchem nicht gerate leicht würbe: aber um so größer war die Freute, als man oben ankam unb auch hier die schönen Rauhreifbildungen be- nninbern konnte. Wirt Schlierbach hatte versucht, bte Schutzhütte für die Wanderer recht behaglich warm zu machen, aber der faminartige Ofen machte das unmöglich. Die beteiligten Faktoren würden des Dankes vieler sicher fein, wenn sie für eine andere Heizungsaulage Sorge trügen. Nach 4 Uhr erfolgte der Abstieg nach Bieber, unb ber Zug 6,11 brachte bie müden, aber sehr befriedigten Wanderer wieder nach Hause. An bem Ausstand sollen 11 000 Schüler und Schülerinnen teil* h In einem einsamen Hause in der Umgebung von Toulon! drangen drei bewaffnete Landstreicher ein. Der Saud» bescher, der von den Eindringlingen ausgefperrt worben war, versuchte mit Hilfe von Nachbarn die Verbrecher zu vertreiben- wurde aber durch einen Schuß oerrountet. Erst nach zweistündigem Bemühen gelang es ter Gendarmerie, sich der Spitzbuben, bie int J-nueru tes Hauses gut verbarrikadiert waren, zu be- Jn Haubourdin bei Lille tötete ein auf Urlaub befindlicher Soldat durch 40 Bajonettstiche seine Geliebte und ergriff sodann die Flucht. Aus Santiago de Ehile wird unterm 9. Jan. gemeldet. Ein Brand zerstörte heule nacht einen Teil ter BahuhofS- autogen. Sämtliche Schlaf-, Speisewagen unb Salonwagen des Präsidenten verbrannten. Das Feuer nrnrbe vermutlich durch ausständige Eisenbahnbebienstete angeleg t. Der Schaben wirb auf 150 000 Pfund Sterling geschätzt. E t n Mann ist umgekommen. , , , . . Rach einer Meldung aus Newvork schoß in Go men ut Südkansas der Millionär Trickatt einen anderen 5o fahrigen Millionär aus Haß wegen eines Prozesses um ein Grund- stück nieder. _ - Briefkasten Her Uednktion. (-lnonymc -lnfragen bteiben unberüdiidittfit.) Ringkämpfe int Koloffenm. Aist veisck'ebene Anftaaeu t j(en wir mit, baß un« bie tcüstickeu Berichte über bie Rrng- fomp«e von dem Leiter des Unternehmens znamaen, der es aber pevabiäumte, n.iS das Enberaebins zn übermitteln ^cich den von nn- ein ezoaenen Eiknnbigungen erhielt den l..Piris(120Cl 3J1L) Eberle ben 2. (800 Mk.) Jackson, ben 3. (600 Mk.) N n r l a h, den 4. (400 Pik.) fD 1131 e r. Ter Jnbianer ging leer ans da er emem Bi,ttamvftr in bie Nase gcbiffeu halte und deshalb dis- qualifijieri worden war. _________ Eufffdiiffafirt. Berlin, 9. Jan. Auf die Nachricht, ein Ballon sei bei Höganäs am Kattegatt nach der See zu treibend gesehen worden, hat das Kommando der Marinestation der Ostsee, einer Bitte der Angehörigen der vermißten Luftschiffer entsprechend, die beiden Torpedoboote „V. 164" und „V. 170" beauftragt, das südliche Kattegatt nach dem Ballon und seinen Insassen abzusuchen. Da diese Aufgabe durch die früh einbrechende Dunkelheit wesentlich erschwert wird, sind den Booten drei Tage zur gründlichen Ausführung des Auftrages zur Verfügung ge (teilt worden. Belgrad, 9. Jan. Der Flieger Rusijan ist bei einem Probefluge oberhalb der Belgrader Festung aus einer Höhe von 20 Metern auf den Festungswall abgestürzt. Er starb nach wenigen Minuten. StandesattItsnachrschten. (piackträ^n vagen.) Vad Nauheim. Geborene: Dezember 5. Dem Zimmermeister Johannes Will VI. eine Totfiter, Rosa Christine. — 6 Dem Schuhmacher Friedrich Louis Schick ein Sohn, Hermann Auguft — H. .^em Stellenvermittler F iedrich Wilhelm Jakobill. ein söhn, Hinrich Friedrich. — Dem Lageristen Adam Wilh. Multiuger eine Tochter, Charlotte Katha Elise Auguste. - 14. Dem Schutznmnn Johann Michael Beith eine Tochter, Anna - Dem Eisentehw-An'isteuten Karl John eine Tochter, Frieda Thusnelda. — 18 Dem Großh. technischen Gehilfen Leonhard Mimtzer eine Tochter, Katharine Marie. — 21. Dem Gastwirt August Reinhardt em Sohm Ernst Albert Wilhelm. — 24. Dem Zimmermann Karl Gottlieb Wack eine Tochter, Margarete Anna. — 28. D?m Schutzmann Ludwig August Bierwirth ein Sohn, ermann Jakob August Aufgebote: Dezember 30. Wilhelm Ernst Theodor Kaiser, Kutscher, mit Marg. Bab. Riegel, beite m BateNauheirn — dl. Karl Arnoud, Gärtner, mit Louise Clara Gundermann, beite tit erlangt. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 8. Ion. Nunmehr liegt auch das Gesamt- ergebnis ber Volkszählung bes Kreises Wetzlar vor. Es wurden 62136 Personen gezählt gegen 58 042 am 1. Dezember 190o, mithin eine Zunahme von rund 4100 Seelen. ---Burgsolms, 9. Jan. Verflossenen Sonntag Ton zertierte hier bie Musikkapelle Hisgen aus Lrch und bot recht vorzügliches. Sie wurde zu dem diesjäisrigen Fest des Turnvereins, der seine Fahnenweihe im größeren Maßstabe feiert, mit 18 Mann engagiert. Hessen-Nassau. w. Wiesbaden, 9. Jan. Die Sanitätswache wurde oestern nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr dreimal bei R 0 d elun fällen herbeigeruf.n. Cin sechs ahrtges Mad^ dhen brach ein Bein, ein 22- und ein 17jähriger junger Mann erlitten außer Knöchel- und Beinbrüchen schwere .Kopfverletzungen. Ain Samstag abend brach ein 13jährrger Junge beim Rodeln das Bein. gitterung ist seit tonnte bem Schlitt- iidbigt werben, was Vogelsberger höhen- tnb einem Spöck ol> B der Umgegend nach iit Schneeschuhen und > Rucksack. Tie Packe 1 oder zu rodeln und seine Rechnung, selbst- >em HoherodSkops und 1 Schotten, Hartmanns. 1 die am Abend die Mte. heute'st Regen Statteis, d°- >, und Bnnb-nch- ^ , 1-abne auf btt Ei-< Itiabigi, mu6t< **« Ti- «ni$a9!to'älöi ^shandlung it Hit} unb ? meieidiguus ygn- l!l jublunfl.1*« von w JV Bekmnitinachnng. Mittwoch den t 1. Januar d I., voruiiitaas 1t Uhr, wird in (neüner SüTgermeiiteiei das Beschneiden der Akazienbaume auf Markt- und Wagenplatz wenigitnehmend versteigert. Büdingen, ben 9. Januar 1911. Großh. Burgermeiiteret Büdmgen. ________Fendt.________________£2 Ortsgewerbeverein Büdingen. I Mittwoch den 11. Januar ds. Js., abends '/-v. Ubr ffndet im Saale des „Hotel Fürstenhoft der bereits angefünbigte oftent- licke Bortraa des Herrn Kammerdirektor Muller über das uucic tc Thema ^Aus den Mauern und dem Burgfrieden Büdii nS vor 300 Fahren^ statt, wozu wir ade Mitglieder und ftreui wsVereins höflichst einladen. Eintritt frei. Der Vorstand. —— --- «7 liefert billigst die Brühl’sche Kuverts mit Firma druckerei, Gießen. Schulstr.7 eP 0242 D’®/i Greifswald Prenzlau, Zürich, Forchtenstein, den 8. Jan. 1911. Keine Restbestände. (247 Ein fleißiges braves 5 Zimmer Bahnhofstraße 45. 02471 4 Zimmer Friedhofes aus statt. 0238 3 Zimmer Danksagung Schützntr. 35. au verm. 2 Zimmer Geschwister Konarius Gießen, den 10. Januar 1911. (0244 (ss9/i am Main. Heuchelheim, den S. Januar 1911. 288 fterie des Gies;. Anz. (0234 Danksagung Weserstratze 15 p. 00221] (301 sofort gesucht. Tie Vorstände. Haus au verkaufen. (55 Hermann Elle. Familie Ehmke Heuchelheim, den 9. Januar 1911. 289 *7 Zimmer (Mosel», Filzfabrtk. [277 6 Zimmer Suche sofort (161 FWT' £miif-(6crnd)c Verfchiedencs geladen. Vw/|) 169 Lnbwigstr.42 p. ist e. sch. Wohn. 0.7 Zimmern u.Badezim.,Balkon, Bleichvlatz u. Gartenanteil nebst sonst. Zubeb. v. 1. Avril zu verm. Näh. Ludwigstraße 44 p. Nord Anlage 35 wegzugshalber schönes Wohn- Ungeres (Wiges MiiöScii zum 15. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme be dem Hiuscheiden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück am Grabe meiner lieben Gattin, unserer guten Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margareta Löber geb. Gilbert sagen wir alten unseren innigsten Dank. Kurzgesatztes, nnttqnari deutsche zu kaufen gesucht. Schr Angeb. mit Prcisaugabc unter 287 an den Gießener Anzeiger erb. M i et ge suche Bitte meine Schaufenster zu beachten Todes-Anzetge Verwandten. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat. unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwe]ter und Tante Fra» Am Katharina Pfeil Witwe gcö. Sill nach langem, schiverem, mit Geduld ertragenem Leiden im 79. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Pfeil. Gießen (Erdkauterweg 40), den 10. Januar 1911. Die Beerdigung findet Mittwoch den 11. d. MtS., nachmittags 3l/2 Ühr, von der Kapelle des neuen tüchtig. 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