Zweiter Blatt 161. Jahrgang Nr. 185 Erfchdnl läßlich mtt Außnahme be8 Gomrtagt. 9lrifleoTbnftcr < fincmlKi 1890 BBipneMi I. M. Schaihe geteilt werde '\itli, wurden in verfdHCbencn jx'ein ab. Ain Samstag ihrer Führer. Uli, anschlatzcn, ohne bar, nodi eine Trotte aufflog Auch in 3iili br aucnvurmmottc, der erst etwa mtt dem 15. eindringlichste ermahnen. recht iiidu in i der La-äo bergen sowohl der Gemarkung Trarbach wie Traben im Rheinland beim Mottcnfang mit dem Klcbfädjer noch von den einzelnen Fängern 50, 70 dir- 100Lotten am Vormittag gefangen, am Abend tonnten die besten Fänger bödmen * bent des üatboliffntogc» dessen Grüne Hiera >n nahm, ebenfalls stürmisch begrüpt, Reichstogsabaeordneter Gröber Tte „tlefceit: ZawiliendläNrr" roerben dem »Arberger* viermal ro3d)entlief) beigelegt, bae „Xrelsblatt fir bei Kreis riehen" jroetmal wöchentlich. Tie .^«dwinichaftlichei Zett- fragen*' erschemen monatlich zweimal. 95 t'V ^z- \4*WU L 2(irdic und Schule. Tic Vorgänge in oer (5ha 1 o 11 c n b u > g e r Luisenkirche naben den Müinnionbcur der Elisabeth Grenadiere zu oer Anordnung veranlaßt, von weiterem nult tarifdjcii Besudi der vom Pfarrer Äraafo abgelialteneit Gottesdienste ab311ict.cn, bis die Angelegenheit ihre Erledi gung burdi die beiderseitigen Behörden gefunben bat Pfarrer Lraatz wirb nod) in dieser Woche eine ausjerordeitt - liehe Situing seines Gemeindelir d;enrats zusammen berufen und diesen ersuchen, beim Mricgdgcridjt die An zeige wegen Störung des Gottesdienstes zu erstatten, set es auch nur, nm eine Mlancgung des Redttsstandpunkics zu erreichen. Im übrigen ift and) der Antrag gestellt worden, dem (rlifabeth Regiment den stets auf cm Fahr geltenden Vertrag mit der Luisenkirche zu kündigen brachte die S?ipe bis zu 50 Grad Celsius und mehr ni der Sonne. Am Montag tonnte man huiibertc von ^eüiftödcn drei bis fünf Stück fangen. Aber erst Sonntag, Redaktion, Gjpebition tr* Tmtferti: € ftvefce 7. Expedition und Verlag: ^Mchbl. Redaktion: e« 112. rel.-Adr2An;e,ger«lkßen. Mittwoch, y. August 1911 Rotavonsdruck und Verlag der Br üblichen Universität- - Buch» imb Cteindrnckerei. R. Lange, Gießen. verein habe and» eine gan^- Anzahl Gegner Unter ihnen befänden udj auch solche ans fatbolifchen Preisen, welche glauben, bau den katholischen bhimbfälicn in ben vom Polksvcrcin cmpi.'hlcnen interfomenimtcllen rautidraTtlichcn Berbünbeu nicht genügend 'liech- innig getragen werden könne D.mgcgcmibcr sei daraus bmzu- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefjen Der englische Spion in Bremen. ju der von verschiedenen Blattern gemeldete!! Aachrich' über die Ergreifung eines e n g l i f di e n S p i 0 11 > in ?v> men ist das Wolisschc Bureau auf t^rnnd weiterer in dieser Angelegenbeit einge.zogener Nackridnen in der Lage, folgei’ des festzustellen v . ift richtig, das; vor einigen Tagen Ine ein n 11 g c f ä b r 4 01 a h r i g e r v n g I ii über, Angehörige einer angesehenen, luoblhabenben Familie, von tVruj 3 u r i ft, au? London, wegen auiialligcn Auftretens oer hafte; und in bas Bremer Untersuchungsgefängnis abge ührt worden ist. (5X bestätigt sich, da fier in feinem Mill kirverhältnis der :Hrfcm der Peomanrn angehört. Verhaftete wird der Spionage beschuldigt. 3n welcher Art nnd in welchem Umfange dicke geschehen ist, last: sich un Augenblick naturgemäß nicht sagen, weil sich dies erst aus dem Gange der Unlcrfudmng ergeben must Tie B hoid? und der Bremer :liechtsbeistaud de Sefdui(bitten bal . • ich für verpfliditet, zurzeit keine näheren Äiifnämugc'i 5" geben, so daß alle die übrigen gemeldeten Einzelheiten al Kombinationen bezeichnet werden müssen weisen, daß diese Stellungnahme d von der erdrückendeii Mehrheit der beutjdnn Katholiken und ben Fanggesäßcn zeigte fiel: da« gleiche 2s0 noch am Jrci tag zahlreicktc Motten gelangen wurden, hönc dies von Sonntag und Montag ah fast völlig ans Ta der Flug der rorg-DoivtttStag, v.8'/-W #iH*£ Doppelfernsprecher und Simultan-Telegraphie. Neuerdings befdniitigt kick' die Reichspofrverwaltung mit hft Ausbildung zweier technischer Stifteme, burd) die der ■ jungen hrrabgeminbert werden soll Cs handelt sicki darum, Die kostspieligen Fernsprechlcituitgen besser auzuuutzen, indem man burd) geeignete Schaltungen und Hilssapparate ermöglicht, das; auf einem und demselben Trabt mehrere Gespräche auf einmal ober auch gleichzeitig Gespräche und Telegramme, selbstverständlich ohne gegenseitige Störung, abgewickelt werden können Bon farftberiränbiger Seite wird dem „Tag hierzu geschrieben. Tdepbomid) .Ventlcmmgen fmb boppelbrdiytiq: bir Sprerb- ittöme prrlanini ai'o in dem einen Ldrungszwdgc bin, in dem anderen zurück Läßt man dagegen mittels irgenbrodtbrr Bor i.rtmnm m beiden Trabten Ströme von gleicher Richtung fliesten, so treffen sie an den Endpunkten der Leitung, d. h. in hat Spree!) und Hörapparaten, zusammen und beben iiü, hort auf, >0 bei eine Wirkung in den ?ft>paratcn nicht jintanbe (ommi Taraui h. ruht oic Ginnditmia oes DoppelspnchenS. Angenommen, zwt scheu uoei Orten bemmbcit zwei Femfprcchleituiigcn M1—N1 und M -N‘. Verbindet man diese beiden Leitungen bei den vnbanüaltCTi miteinander durch einen Trabt, in den ;c ein dritter "3miiprcdKioparat 'M uno ?' eingeschaltet ist, so fliesten bic Ströme von M1 iiuht in dem Hielt Zweige jeher einzelnen Tvvp: Icitung Inn mit) in dem anderen zurück, sondern sie DurdHaui.n beide Zweige der einen Doppelleitung m derselben Richtung, i’.ämlid) von M nach N , und beide Zweige der anderen Doppr. Icitung ebenfalls .in gleicher Richtung, nämlich von N • nach M Tic Apparate M1, N*, M? und N* bleiben also unbeeinflußt. Leioer haben solche „Kombinationen", wie sic genannt wer ben, eine SdnuädK: sie ^ind sein empfindlich gegen ^ndnktions-. itöruugen, d. h gegen Ströme, bic aus anderen Leitungen am • 'Hi'täiigc durch bic Luft hindurch übertragen werden Man hat aber bagcgcit ein Schutzmittel, das darin bestem, das; die Trabte der Doppelleitungen an bestimmten Stellen der Strecke untereinander gefreuit werden 9lad> diesem Söllern sind zwei Doppelleitungen z w i- scheu Berlin und Wiesbaden kombiniert worden und anar mit so uor uiglidyem Erfolge, dast die fünülid) gebildete Sprech rerbinbung dieselben Dienste leistet wie eine unabhängige Leitung Ter tcltöboniidk- Verkehr nut Wiesbaden ist tn*olgcociien mit einem Schlage so verbestert worden, dast die Verbindungen ohne nennenswerte Verzog,-rung abgcrotdelt werden und dast bedeutend mehr Gespräche als irübc. geiuhrt iveröen können, ohne dast andere kosten ausgewendet zu werden brauchten als. für bic dritten Appliratsusteme in Berlin und Wiesbaden Die Einrichtung hat sich sogar als so leistungsfähig erwiesen, da;; auch nod; oer Simultanbetrieb, d. I). die gleichzeitige llebermittclung von Telegrammen auf der Doppel» 'preck'vcrbiiidung eingeführt werden foimtc. Zu diesem Zweck ist die letztere an beiden Enden mit einer Ih-tHdtung versehen, und in den Eiddradt ist je ein Telegrapheiwvpaiat ein geschaltet worden. Daraus erstattete der Tu cito 1 Dr. Brau n s M.-Gladbach) den Zabresbcnchi Aus diesem gehl 1 er vor, dast Ende Zum 1911 die GeiamtuiitglledeizalU 700 <2ft ? bc^m Borstandc ein;ureichen, der sic bei der endgültigen Ausarbeitung der Statuten 'berücksichtigen werde. Die Versammlung stimmte dem »u und beschloß cinftnumig, in den Statuten ausruwrechen, daß das Au'iichtsrecht her Lirchc b?m Religionsuntemckn gegen über in Wegsall zu kommen habe. 3n den engeren Vorstand wurden gewählt Proiei'or Dr. R c i n - 3cna, als Vorsitzender, Lehrer 8 r 0 h n Hamburg, Oberlehrer Spanuth Hameln, Pfarrer S t ef ien-Homburg und Professor Wei ne!-Jena. Professor Tr. Rein fckilost darauf die Versammlung mit Wünschen für eine gedeihliche Arbeit des Bunbes in der Zukunft. Deutscher Katholifentag. Mainz 8. Aug. Am heutigen dritten Tage bet jkatholikeiwersammtung leitete die Hauptversammlviig des Volksvereins für das katholische Deutschland bic Öerbanölumieii ein Aui'älligerwcise war die Halle mir ,u Vi gmillf, ivahrcnb die Versammlungen des Volksvereius sonst iwn den Jlrbeitcrntaffcn geradezu gestürmt inurbcn Tic Biichöfc, loroic die Rcick»stags und Landtagsabgcorbneten waren wieder ut großer Zahl endnenen und nahmen auf her Tribüne Platz. Auch incle 3rauen iah man aut den Tribünen. Die Vcrhano lungcit früfinett Gr Borsmcnde, Zabrikbenner Franz Brandts M.-Gladl«cki. Er meinte in seiner Bcgrüßimgsrede, der Volks 2hts Liessen. Zur Landtag-, w ah 1. Tic Forts ch r ittlich Volkspartei hat sür ben Landtagswahlkrei^ Ben s Heim-Zwingen berg Pros. Flealei Bensheim ob- Äckndidaten für die Lanbtagowahl ausgestellt Am letzten in Reichenbach mit einet im Freien ribgchailcnen sehr stark beiud)lcn Versammlung die Agitation ecösinel. Pros ^rlcfllcr sprack» über das Land tagowahlrcckit, die Gemeindefinanzreform und Stadt nnd Landgemeindeordnung. Rack; ihm behandelte P.irleiulcc tär Kuhlmann bas Thema: Tic Bauern, die Fortschrittliche Volkspariei und ber Bund der Landwirte WM-M' rjicrierc Partic W Jtehkage» Stillt 1> . Reste*?!' ? von 48 0UU. Ter General Tircktor Abgeordneter Di Pieper oh ad backt nahm sodann das L60N zu einer Amvrache, in her er eine eingehende Würdigung ber Verdienste Aettclers um den Au - jchwung der sozialen Arbeit in Deutschiarid gab. Genau ieinen Weg in die dciusckic Sozial Gesetzgebung gegangen An den Üt lotgcn ui her sozialen Gesetzgebung nd.teie lieft, so niirrte er aus, in den breiten Massen ber Arbeiter der Mut au1, mü dem der Üamöf um die 3 beule einer gcivtrticbaitl'dxm Selbst Hilfe allein bmrtignoditni werden konnte. Schon ÄYtteler wies mit ganzem 'Juidiörurt auf bi? Berechtigung de. Arbeitergewerkfchasten hin. 3ji ieinen nachgclaiicneu Papieren finden wir nngebcnhr Grund mge au»gfnrbeitct über eine allgemeine deutsche Gewerkschaftsbewegung. Mn i'türmiid-iem Beifall empsangeu, nimmt hierauf Buchos ,ü irsteiu Mainz» das Won zu folgenden bcmerkenswerten^'.'lus- 'uhrungen. Tie ganze Bcdeutuun meines Erfcheutcns bei 3bnkn liegt eigentlich mir darin, daß ich ein Mitglied des deuticken Episkopates bin und die Gelegenheit mahmehme, Zhnei' in diefer Eigenschaft vincrtciuiung für Zhre eifrige Tätigkeit E;uiprcck>cn. Und ich 'vreck-e gleia>zcmg die Eiivariung aus, dast der Zentral- Vorstand voll unb ganz begeistert ist mr die katholische .Kirche, daß er Tag und Rackn überleit Wie können wir mtt dem Volksoercin ber großen laibolischen Sacke Oienal Möge diese edle (^kiüuiung immer leben in dem Herzen ihres Vorstandes, der — uh jage cS mit Nachdruck — eine große Vcrantn'ortung bat. Sie haben bic große Verantwortung, T icner zu itftn ber großen katholischen Sache, und daher bofie ich, daß der Zenrralvorftaitd stets m engster Fühlung mit Cem dcmichni Eoiskopar arbeiten möge. LÄHajter Bei sali. Mög.-u die Mitglieder ces Bolksoerems davon überzeugt fein, daß das Herz Der Bischoie warm schlagt für den Volksvereui, und daß bas Herz der Bischöfe nur her. euren Wunsch hat, daß dieser größte soziale Verein Dienen solle Der Sache Der heiligen katholischen Religion, und daß Die Bischöfe Nickis andere? wilnscm'N, als in ihm ein schlagfertiges .Vcc i zu haben, das hinter Dem Episkopat steht, das mit ihm lämpit, bas mit ihm streuet, das mit ihm liegt Der Büchof erteilte Darauf der Versammlung, Die nicbergehtic: war. Den bisckoklickieii Segen. Der Vorsitzende Brandts versicherte hieraus den Bisckwf der üollfommcntn Anhänglichkeit Der latholiichen ^Arbeiterschaft und crtläne unter großem Beifall, Daß ber Volksocreiu stets gearbeitet habe und arbeiten werde zusammen nrc dem Episkopal. Das verschwinden des Sauctrourms. Wenn die Hitzwclle, die über Westeuropa gezogen ist, in ber Lanbivirtschast nnd auch dort, wo in den letzten acht :hn 2agen in her W inb 1 worden ift, Sd)nöeit angeridftet hat, so Hal sie bi?fb Dein Weinbau einen außerordentlichen Ticiiir geleistet Schon seit langem sehnten sich bic Winzer itam einem rcdit heißen, trockenen 3ahr, hauptsädnich in ber Hoffnung, das; dann ihr größre. Feind, der Sauerwurm, vernichtet würde. Diese Hoffnung ift nicht betrogen worden, wie folgende, von einem Mil Arbeiter der „Köln. Vollsztg." gemachte Beobachtungen unb Feststellungen ergeben dursten: (Eine Anzahl Heuwürmer wurde in Gläsern zusammen mit Weinlaub brr Sonnen Hitze bis zu 42 Grad Celsius ausgesetzt. Solange nod) auv dem Laub Feuchtigkeit kam, blieben bic Würmer am Leben. So wie Die Gläser aufhörten, inwendig vesdilagen zu sein, starben die Würmer sofort: Puppen in ocrid)iebrnen Gläsern blieben lebend, wenn über die Glcifcr ein feudil gehaltenes Tuch gelegt wurde, sonn starben sie-^sogleich rima »aturrciuki WM . empiiebh biuifli, Schbf*r -—E^Ltranc!i. 1 über brachte als Präsi Prima neue Kartoffeln SSÄS ivid Grünebaum. Telephon RI p 'M« und SiM in brr Voltsvrrem nir das fatboliichr Dcui'ckland hier in Mainz acarunöc: morsen unb Hai ut den ersten fahren auch hort fein Tommi gehabt Auf der Mainzer .Üa?beii!entagung im Fabre 181'2 murdc .um erstenmal htc Genecalveriammlnng bes Volk» verein» abgcbaltcn |tc Üatholiffnom'ammlung hat babindi nicht wenig iu feiner Blüte be,getragen Mamz ist uifllach btc Ge burisstadt d^s iozialen Programms, das uns M-'ttrler gegeben Hai Tann bat *cmrr inirr beroorraatnöc falboliirtie Mann, der am' Der ersten <*enrralt>eriammlung in Mainz Präsidem geraden ist, der babliche Hofrat Ritter von Busch, schon 1837 ,111 badischen Vanbtagc zum erstenmal den Antrag auf Erlaß einer modernen Fabrikqdekgkbnng ruigcbracht und emgebenb begründ.! Ter Redner verweist auf die Beziehungen zwischen dem sozialen Pro- gramni des Volksvereins und ber Stadt Mainz und kommt dann am Dir Renten zu iprecken. Die soziale Gdetzgrdung betmrit des ran lernt Ausbaues und der Ergänzung, nnntenthd> zu Gunsten bc* Mittelstandes unb ber Privatbeamten, weiter aus dem Gebiete der gcmnnnüDtflcn Wohliahrtspslcge. linier Verdn will wirten nur aus der Fülle der Ura't ber katholischen Kirche. (Anhaltender Beifall. Ein Vertreter Ungarns schildert die dortigen Verhältnisse und teilt mit, daß der vor 3 fahren in Ungarn gegründete Volksvcrcin bereits 270000 Mitglieder habe. — Ter zweite Vorsitzende, Mbgeorbncter T r i m b 0 r n schloß darauf bic Versammlung. Um 11 Uhr vormittags fand bic zweite geschloffene Versammlung statt und zwar im großen Saale des Frankfurter Hofes. Dcn -tzorsitz führte h r »weite Vizepräsident, Landtagsabgeorbnetcr Brentano iCffcnbad) . Zunächst bcgrünbctc Amtsgerichts btrehor (Hj cf cler (Mannheim) die Anträge über bic Heiden Mission. 3n ber Aussprache bczcicknete Abgeordneter Erzberger das Missionswesen nicht nur als eine Partei fache vom katholischen Ste.iibpunkle aus, fondeni als eine allgemeine baitidpnationalc Sack, Besondere Aufmerksamkeit verlange auch Die Mission in Japan Tort werde ui den nächsten Zabren die Emschddung fallen, ob das große Kulturland bic katholische ober pro tcstantische Religion zur Sta a t s r e 1 i gi 0 n erklären werde. Hieraus wurden die Anträge zur Missionsfragc an genommen Znzwisdien war ein Telegramm be- Großherzogs von Hessen cingelausen, das der Präsident Graf Galen verlas unb das fvl genden Wortlaut halte: „Ich bitte Sic, meinen auiridnigen Tank für den ?lusdruck 3hrcr treuen Wünsche für midj und bic Meinen entgcgcnzunchmcn " Als nädiftcr Tagungsort wurde Aachen einstimmig gcimibit. Es wurde darauf hiiigcroicfeii, daß int nächsten Fahre bet löu Geburtstag Winothorüs fei und daß Winothorn zum ersten Male ui Aachen auf einer Kalholikenverfammlung aufgetreten fei. Prälat Wertmann erstatte Dann den Ausfchußbcticht über bic Anträge aus dem so-ialen Ausschuß. Tic zweite öffentliche Hauptversammlung begann bei afrikanischer Hitze um 5 Uhr nachmittags in Der Festballe unter Dem Vorsitze des Rechtsrats Rumpf .Prünchcn». Rddistags unb Landtagsabgeorbnetcr Trimb 0 rn Köln sprach . b . bft so-iale Lage Er ging von ber T t aus. Der »uerst ben Mut gehabt habe, unb nvar zu einer . t, ivo das Manchestertum die ganze öffentliche Meinung bcherr'cktc, Die Fahne einer christlichen Soüairciorm auizuvilaiizcn lieber 30 Fahre Sozialpolitik! Wieviel unerfüllte Wunfdic, wieviel Enttäuschungen liegen auf dieser Bahn! Unser Wirtsckastslebcn Pat eine neue Gestalt gaoonnen, cs hält den Vergleid) aus mit dem, was frühere Fabr^indertc hier geschaffen haben und oic 65 Millionen Menschen, bic diesen Rcubau bewohnen, leben darin besser, als irühcrc Gcschledstcr mit ihrem Wirtschaftsbau. Durch die Versickerungsgesetzgebung sind dem deutschen Arbeiterstanbe bis beute mnb 10 Milliarden zugeftossen, von denen über die Hälfte von Den Arbeitgebern unb dem Reicke stammen. Das B e stehen der Sozialdemokratie gibt nicht das Recht, über unsere Sozialpolitik den Stab zu brechen Wie luärc er ft bic Sozialdemokratie allmächtig, wenn ihr nicht eine cfirirtlidknationale Arbeiterbewegung entgegengetreten wäre. Weiter muß bic, Parole lauten: Staatsbürgerliche Aufklärung, nicht bloß über das Standes- interefje, witberit and) über die Stelhutg des einzelneu Standes ini Volksganzen. Dann wird man aud) BerstündniS finden für die große Bedeutung einer S t en er r c f 0 r m. Langanhaltender Bei fall und Händeklatschen Landesrat Dr. Sckmidtmann (Düsseldorf) sprach hierauf über Charitas und Lebe n. Den letzten Vortrag hielt Generalsekretär Tr. D 0 nbers über den Bonijaciusverein 3m Laufe des Nachmittags ioar das Antraorttelegramm des Vavstcs auf die Huldigungsdrahtung des Dcutfchen Katholilen- tages cingctroficn. Es hatte folgenden Wortlaut: „Tet heilige Vater nimmt berzlichen Anteil an der Versammlung der deutschen Katholiken und soenbet nochmals seinen Segen." Morgen geben Die Berarnngeil toäter. MU ’c SW - ftegdfcn, da sein schwaches Auftreten ihn dem Menschen gegenüber auch schwach macht. Laßt der Weinbau drese Gelegenheit, seinen Feind auf Jahre hinaus niederzuhalten, unbenutzt vorübergehen, so wird der Sauerwurm in wenigen Jahren wieder mit Gewißheit in alt*** Leise der Schrecken der Winzer werden. Ans Stadt und Land. Gießen, 9. August 1911. ** Der Kaiser trifft am kommenden Freitag um 7 Uhr zur Truppenschau auf dem großen Sande in Mainz ein. Durchlaufende Wagen nach Wiesbaden. Um den die Badeorte Wiesbaden, Hoburg v. d. H. und Nauheim besuchenden Reisenden die Unbequemlichkeiten deZ UmsteigenS zu ersparen, ist, waS vielfach noch zu wenig beachtet wird, feit dem 1. Ium ds. IS. in dem V-Zug 141 ein direkter Wagen 1. und 2. Klaffe von Nancy nach Wiesbaden—Homburg—Nauheim eingestellt worden. Dieser Wagen fährt ab in Metz um 5 Uhr 40 Min., in Saarbrücken um 7 Uhr 3 Min. und läuft van Mainz über Wiesbaden—Homburg v. d. H. nach Nauheim, wo er um 12 Uhr 39 Min. mittags eintrifft. In umgekehrter Lichtung läuft von Nauheim über Homburg— Wiesbaden—Mainz—Saarbrücken—Metz in den Zügen 285, 98 a und D 148 ein direkter Wagen mit 1. und 2. Klaffe nach Nancy, der um 11 Uhr 39 Min. norm, in Nauheim abfäbrt, in Saarbrücken um 5 Uhr, in Metz um 6 Uhr 22 Min. abends eintrifft. •• Die Eisenbahnverwaltung hat verfügt, daß wärmeempfindliche Güter, wie Butter, Milch, Sahne, Margarine, Hefe, sowie alle unter dem Einfluß der Hitze leicht verderbenden Güter möglichst an kühlen und schattigen Orten aufbewahrt werden. Falls He Güter vorübergehend im Freien gelagert werden, so sind alle verfügbaren Mittel anzuwenden, um sie vor dem Verderben zu schützen. ** Goldenes Doktvrjubiläum. Am Sonntag beging, wie wir bereits mitgeteilt haben, der Rentner Dr. Mettenheimer fein goldenes Doktorjubiläum. Die Universität Jena, an der der greise Pharmazeut vor fünfzig Jahren promoviert hat, erneuerte ihm aus diesem Anlaß das Doktordiplom, aus dem wir am Samstag einen knappen Auszug veröffentlicht l)aben. Am frühen Morgen versammelten sich die zahlreichen Kinder und Enkelkinder des Jubilars, um ihre Glückwünsche abzustatten. Auch aus dem großen Freundeskreis des beliebten Herrn, der es während seines langjährigen Wirkens verstanden hat, sich dank seines großen Wissens und seines feinen Taktes das Vertrauen feiner Mitbürger zu erwerben und zu erhalten, war eine große Anzahl von herzlichen Glückwünschen eingegangen. Dem bescheidenen und schlichten Wesen des Jubilars entsprach es, daß die Feier nur im engsten Familienkreise in Steins Garten stattfand, wo er als Haupt seiner Familien nochmals Gegenstand zahlreicher Ehren war. Am Vormittag hatte sich der Rektor der Landesuniversität in der Wohnung des Gefeierten einge- funden, um ihm im Namen der Universität, der er über zwanzig Jahre als Mitglied der Prüfungskommission an- gehört, die herzlichsten Glückwünsche des Gesamtsenats zu übermitteln. In herzlichen Worten schilderte er die Verdienste Dr. Mettenheimers, die er sich in unermüdlicher Tätigkeit zu Nutzern und Frommen der Wissenschaft erworben hat. Auf die in glänzender Diktion gehaltene Rede des Rektors erwiderte der Jubilar mit schlichten Worten des Dankes. ” Ihre silberne Hochzeit feierten gestern Fuhrmann Johannes Hill und Frau. ** Zum Schießen um den Kaiserpreis waren folgende Kompagnien im 18. Armeekorps zugelaffen: 8./115, 3./117, 5./80 und 11./87. Die dritte Kompagnie des Heff. Jnf.-Reg. Großherzogin Nr. 117 errang den Preis. ■ ** OeNentliche Lesehalle. Im Juli wurden 152 8 Bände ausgeliehen. Davon kommen ans: Erzählende Literatur 877, Zeitschriften 142, Jugendschriften 199, Literaturgeschichte 15, Bersdichtungen 18, Länder- und Völkerkunde 39, Kulturgeschichte 10, Geschichte und Biographien 61, Kunstgeschichte 16, Naturwissenschaft und Technologie 84, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschait 8, Gesundheitslehre 10, Religion und Philosophie 12, Staatswlssenschast 9, Sprachwissenschair \2, Fremdsprachliches 13 Bände. Nach auswärts kamen 35 Bände. ** 5 5. AllH emeine Versammlung der Deut scheu Geologischen Gesellschaft. Am 7. August fuhren die Exkursionsteilnehmer 7.50 Uhr nach Zwingenberg: zunächst zum Besuche der Steinbrüche am West- gehänge des Melibokus. Dort wurden die Granite mit kihren Ganggesteinen studiert und über den Alsbacher Gemeind esteinbruch der Aufstieg nach dem Gipfel des Melibokus gemacht. Auch dort wurden die Ganggestcine einer näheren Besichtigung unterzogen. Sodann wanderte man nach dem Felsberg, zur Untersuchung der Diorite und schiefrigen Granite auf der Nordseite. Nach einer einftündigen Ettags- pause wurde das Felsenmeer, danach die Schleifereien in Rimbach besichtigt. Von da aus stieg man zum Boorstein hinauf, der leider durch den Abbau immer mehr abgetragen wird, und ging über die Bangertshöhe nach dem Auerbacher Marmorbergwerk. Mit Zug 8.17 Uhr wurde von Auerbach wrs die Rückfahrt angetreten. Am 8. August fuhren die .Exkursionsteilnehmer mit Zug 6.14 Uhr vorm. mich Bensheim und von da in fünf großen Wagen nach Gadernheim. Nach Untersuchung der dort vorkommenden granatreichen Hornfelsen und dem Studium der Graphitschiefer wurde über den Kaiserturm nach Neunkirchen marschiert, wo eine einstündiae Mittagspause gemacht wurde. Am Nachmittag wurden die Flasergranite und Granitporphyre bei Erlau studiert und dann zwecks Untersuchung des .Hyperschengab- bros und der Amphibolite über die Nonröder Höhe nach Groß-Bieberau gegangen. 8.35 Uhr kamen die Teilnehmer tnieber in Darmstadt an. Die Hcgzeit der Feldhühner und Wachteln. Auf Grund des § 3 der Verordnung vom 2. September 1893 wurde mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge das Ende der Hegzeit der Feldhühner und Wachteln im Großherzogtum, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, auf den 16. August l. I., für die genannten Kreife auf den 23. August l. I. festgesetzt. ’* Gedenket der durstenden Vögel! Für unsere Vogelwelt ist zurzeit der Tisch reichlich gedeckt, die trockene Witterung begünstigt ungemein die Entwickelung aller Insekten sowohl als auch der Samenkörner, doch kleine Gebirgs- waffec und Waffertümpel trocknen zeitweise aus und die munteren Sänger sind, wenigstens da, wo sich Wohnungen und Gärten in der Nähe befinden, wieder auf die Einsicht der Vogelfreunde angewiesen, denn Durst tut ebenso weh wie Hunger. In dieser Zeit werden Wafferfäffer und sonstige Behälter, d,e mcht stets bis zum Rand voll Waffer sind, manchem jungen, auch alten Vogel zum frühen Grabe. D?rt dem Bemühen, den Durst zu stillen, klammern sie sich an den Rand, gleiten an den harten Kanten oder Faßreifen nach unten ab und alle Mühe herauSzukommen ist vergeblich. Die Gartenbesitzer, die nicht besondere Trink- und Bade- näpfe (flache Gefäße ca. 30x40 cm Durchmesser, nicht über 5 cm tief) aufgestellt haben, feien deshalb darauf hinzuweifen, daß ein einfaches Holzkreuz, dem inneren Durchmesser deS Behälters angepaßt, mit angenagelten kleineren Leisten oder Reisern den Vögeln das Trinken und Baden erleichtert und sie auf diese Weise vor sicherem Tode rettet. Die kleine Unbequemlichkeit, vor dem Gießen daS Gestell au8 dem Waffer herauszunehmen, wird vielfach durch die Freude am munteren Treiben der Trink- und Badegäste aufgehoben. Landkreis Gießen. Lich, 7. Aug. !Der Zugführer Mann der Butzbach- Licher Bahn erlitt dadurch schwere Verletzungen am Kopf, daß er den Kopf zu weit aus dem Zuge beugte und gegen den Signalmast stieß. D Lich, 8. 'Aug. Die Erntearbeiten sind hier so weit vorgeschritten, wie selten um diese Zeit. Die Dreschmaschinen sind schon fleißig ian der Arbeit. Besonders gute Erträge liefert dre Gerste, für die unter den einheimischen Getreidesorten das trockene Wetter am günstigsten war. Während der Errckearbeiten ereigneten sich hier drei Fälle von Hitzschlag, wovon einer mit tödlichem Ausgang verlief. — Treis a. d. Lda., 8. Aug. Es wird uns zu der Notiz in Nr. 180 deS Blattes vom 3. dS. MtS. von Großh. Oberförsterei Treis a. d. Lda. mitgeteilt, daß daS Quarzitlager im Domanialdistrikt Boinmenstein im Laufe deS Monats September öffentlich verpachtet werden soll, somit allen Interessenten Gelegenheit geboten ist, an der Submission sich zu beteiligen. J. Holzheim, 8. Aug. Die Maul- und Klauenseuche, die bereits seit sieben Wochen in unserem Dorfe herrscht und in so furchtbarer Weise den Viehbestand vernichtet hat, geht nun allmählich ihrem Ende entgegen. In den letzten 14 Tagen ist mit Ausnahme zweier Gemeinde- Faselochsen nur wenig Vieh mehr gefallen. Der Schaden beläuft sich alles in allem auf weit über 100 000 Mark. Insgesamt war die Seuche in ungefähr 190 Gehöften verbreitet. so daß nur wenige verschont geblieben sind. Mit Sehnsucht sehen die Landwirte dem Tage entgegen, an dem endlich wieder mit Klauenvieh gefahren werden darf. In ähnlicher Weise wie in Holzheim wütet nun die schreckliche Seuche in Ober-Hörgern und Gambach. — Die Getreideernte ist soweit beendet. Im allgemeinen fällt der Ertrag trotz der großen Hitze und der Dürre gut aus. Schlecht sieht es dagegen mit den Hackfrüchten aus. Falls nicht in den ersten Tagen ergiebiger Regen eintritt, so müssen wir mit ähnlichen Umständen wie 1893 rechnen. △ Hungen, 8. Aug. Nach dem Beschluß des Lahntal-Sängerbundes hat der hiesige 'Bundesverein Eintracht das Bundesfest für 1912 erhalten. Kreis Alsfeld. -a- Alsfeld, 7. Aug. Am Sonntag und Montag fand in der Steinkaute das Preisschießen des Schützern- Vereins Alsfeld statt. Am Montag trafen viele auswärtige Schützen zum Kampfe um die Montagsehrenscheibe ein. Nachstehende Preise wurden erzielt: Tagesehrenscheibe vom Sonntag, 6. 'August: Postassistent Usinger, Alsfeld; Tagesehrenscheibe vom Montag, 7. August: Philipp Bücking, Als- seld; Meisterscheiben mit je einer Ehrengabe: 300 Meter- Bock, Grünberg, 175 Meter Philipp Bücking, Alsfeld, WO Meter (aufgelegt), Stand 3 L. Martin, Alsfeld, 100 Meter (aufgelegt), Stand 4, Bah nm. Kilian, Alsfeld, 100 Meter (frechänd.) Carl Rüppel, Alsfeld; Ernst-Ludwig- Scheibe (Ritterfcheibe): 1. Ritter: Göbel, Schotten, 2. Schmidt, Laubach, 3. Carl Rüppel, Alsfeld, 4. Bahnm. Kilian, Aeldfeld, 5. Anton Schweizer, Alsfeld, 6. Wilhelm Quirin, Alsfeld, 7. Carl Dnchardt, Alsfeld, 8. H. Fischbach, Alsfeld, 9. Carl Malkmus, Alsfeld, 10. Zschesschki, Schotten. — Das einzige Söhnchen eines hiesigen Schreinermeisters wurde heute morgen von einem umfallenden Scheunentor schwer am Kopfe verwundet. — Die hiesigen Metzgermeister haben den Preis des Ochsenfleisches seit einigen Tagen von 85 Pf. auf 80 Pf. festgelegt. -a- Leusel, 7. Aug. Als der Bahnarbeiter Happ von Seibelsdorf gegen 3 Uhr morgens auf seinem Rad nach der Arbeit fuhr, ivurde ihm in der Mitte des Dorfes ein Stein so heftig gegen den Rücken geworfen, daß er ohnmächtig vom Rade stürzte. Ein Passant, der dem Getroffenen beistand, sah den Täter in den Wiesen verschwinden. Kreis Lauterbach. S ch l i tz, 8. Aug. Bei den Herb st Übungen wird die 1. Abteilung des FeL-Art.-Regts. Nr. 47 in Fulda auf dem Marsch in das Manövergelände am 22. August in den Orten Queck, Rimbach, Ober-Wegfurth und Unter-Wegfurth in einer Gesamtstärke von 14 Offizieren, 265 Unteroffizieren und Mannschaften und 180 Pferden einquartiert werden. — Infolge des niedrigen Was ferst arides der Fulda ist das Absterben der Fische seit einigen Wochen ganz erheblich. So wurden vor einigen Tagen in Uellershausen ca. siebzig Zentner tote Fische aus der Fulda geschafft. Kreis Schotten. △ Schotten, 8. Aug. Der trockene Sommer ist für den ausgedehnten Weidebetrieb der Vogelsberger Viehzüchter von großem Schaden. Viele Weiden, denen jetzt die nötige Bewässerung fehlt, sind vollständig ausgebrannt und das Vieh muß zu Hause bleiben. Auch die höher gelegenen Wiesen sehen gelb au«, nur cm Tal gibt es etwas Grummet. Die Futter- und Heupresse steigen fortgesetzt. Der Zentner Heu tostet 3,25 Ml. Die Kartoffeln und Tick- wurzc geben auch nur einen geringen Ertrag. st. Schotten, 8. Aug. Sonntag, 20. August, findet hier die 6. ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes der Krankenkassen im Großherzogtnm Hessen statt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung ist besonders der Punkt 4 „Stellungnahme zur Reichsversicherungsordnung" hervorzuheben. Am Samstag, 19. d. M., soll eine Wagen- ahrt nach Ludwigsbrunnen, Wiesenhof, Landgrafenborn, Taufstein, Hoherodskopf (Klubhaus), Bilstein, Busenborn, Lehrerheim, Altenburgskopf unternommen werden. △ Laubach, 8. Aug. An der Bahnstrecke Laubach- Mücke entstand in der Nahe von Freienseen ein Wald- brand. Durch Funkenauswurf der Lokomotive wurde das Gras in Brand gesetzt, das Feuer lies die Böschung hinauf und drang in den Wald. Der Förster und Waldarbeiter konnten größeres Unheil rechtzeitig verhüten. Kreis Fnedberg. L. Bad-Nauheim, 8. Aug. Das Luftschiff „Schwaben" wird nächsten Freitag, den 11. d. MtS. von Baden-Baden hierher kommen. Es wird zwischen 9 und 10 Uhr hier eintreffen. Von Nauheim aus wird eZ die Taunusbäder besuchen, die Richtung nach Frankfurt nehmen und auf dem dortigen Flugplätze landen. Nachmittags wird es die Rückreise nach Baden-Baden antreten. — DaS tfraeL Frauenheim hat jetzt die Villa Gertrud in der Frankfurter Straße gekauft. x Steinfurth, 8. Aug. Die Rosenernte hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Täglich gehen beträchtliche Sendungen nach Bad-Nauheim, Frankfurt und vor allem nach Berlin. Das anhaltende trockene Wetter war der Ernte nicht günstig. Arbeiterbewegung. London, 8. Aug. Eine Meldung aus Liverpool besagt, daß bisher keine Aussichten auf Beilegung des Eisenbahnausstandes vorhanden sind. Vielmehr nimmt dieser immer ernsteren Charakter an. Eine weitere Anzahl Lastträger schloß sich den Ausständigen, deren Zahl jetzt auf 4000 geschätzt wird, an. Die Arbeit auf den meisten Güterbahnhöfen ruht vollständig. Die Rollfuhrleute stehen auf der Seite der Streikenden und weigern sich, die Güter abzufahren. Die Fischhändler können ihre Lieferungen an die Abnehmer nicht befördern; die Früchte im Werte von tausenden von Pfund verfaulen. Neu York, 8. Aug. Ein ausgedehnter Ausstand der Bahnangestellten bedroht die Bahnen westlich des Missi- sippi. Tie Forderungen der Bahnangestellten würden eine jährliche Mehrausgabe von 15 000 Pfund Sterling zur Folge haben. Kleinere Ausstände sind bereits in verschiedenen Staaten aus- gebrochen. Die Ausbreitung des Ausstandes auf die östlichen Bahnen gilt als unwahrscheinlich. Eingesandt. lFür Form und Inhalt aller unter Dieier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei 23erantroortung.l Gießen, 9. Aug. 1911. Das unter „Eingesandt" in der gestrigen Ausgabe Ihres gesch. Blattes berichtete Vorkommnis hat mich und jebenfaHd die meisten Leser amüsiert. Darauf möchte ich erwidern, daß dieser Vorfall nicht von kleinstädtischen Verhältnissen der Organisation unserer Straßenbahn zeugt, sondern von einem an großstädtische Verhältnisse nicht gewöhnten Kleinstädter. Ein jeder mit den modernen Errungenschaften per Technik einigermaßen vertrauter Weltmann hat heute für mindestens 50 Pfg. Groschen stets in der Westentasche, welche er für die Elektrische, den Telephon-Automaten, oder zum Betteten des Bahnsteiges oder des Automaten-Restaurants jederzeit benötigt, denn Zeit ist Geld. Ich reife viel und besuche fast sämtliche Großstatfte Deutschlands, dabei habe ich, schon in Berlin wie in Hamburg die Erfahrung machen müssen, daß ein Wagenführer der Elektrischen Bahn 10 Mark nicht versilbern konnte. Wieviel Wechselgeld müßte denn auch ein solcher Beamter mit sich führen, um den Wünschen eines jeden bequemen Passagiers nachkommen zu können. Ob anderswo der Schaffner dem Fahrgast die notwendigen 10 Pfg. gepumpt hab^u würde, bezweifle ich sehr; Hut ah vor dieser Humanität. Vielleicht ist aber diese Mitteilung des verehrlichen Einsenders geeignet, dem Problem einer internationalen Wechselkaffe für elektrische Bahnen Anregung zu geben. Jedenfalls aber bürftc dieses Vorkommnis seine Wirkung insofern nicht verfehlen, auch unser teilweise gut kleinbürgerliches Publikum in Gießen zu veranlassen, stets etwas Kleingeld mit sich zu führen. Es ist dies ungefähr im Prinzip das gleiche, wie sich der gemütliche Gießener nicht daran gewöhnen kann, aus bet Straße stets rechts zu gehen. * Watzenborn, 8. Aug. Unser seitheriger Polizeidiener Reikschmibt, der sein Amt »ur vollen Zufriedenheit der ganzen Gemeinde führte, hat aus Alters- und GesundheitsrücksichtÖi fein Amt niedetgelegt. Die Stelle wurde vorige Woche zur Neubesetzung bekannt gemacht luib es haben sich 10 ober 12 Bewerber gcmelbet. Am Montag abend wurde in der Gemeinderatssitzung über das Gehalt des neuen Polizeidieners beraten. Wie ver lautet, sollen 500 Mark bewilligt worden sein. Für eine so ausgedehnte Gemeinde, die über 2000 Einwohner zählt, ein wahrer Hungerlohn, selbst wenn man berücksichtigt, daß noch etwa 200 Mark für Bekanntmachungen verdient werden. Und da verlangt man, daß es ein pflichttreuer gewissenhafter, und nod) im besten Alter stehender Mann sei, daß er von morgens früh und sogar noch nachts die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten soll. Bei einer solchen Bezahlung ist er, wenn er seine Familie einigermaßen anständig sehen toÜL noch auf anderen Nebenverdienst angewiesen. Und dies doch gewiß nur auf Kosten des Polizeidienftes. Oder: ec muß schon nach Verlauf von einem Vierteljahr anfangen zu betteln um mehr Gehalt. Man hat schon so oft in den sozialdemokratischen Zeitungen gelesen, daß bei Arbeitern, die 1200 bis 1500 Mark verdienten, noch von Hungerlohn gesprochen wurde. Und woraus besteht unser Gemeinderat? Märkte. fc. Frankfurt a. M., 6. Aug. Heu- und Strohmarkt. Anaefahren waren 4 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Ma» notierte: Heu, alles, 0,00—0,00 neues 4.00—4,30 Mk. Stroh (Kornlangstroh) 2.50—2.60 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. Die Zusuhren waren aus dem Kreise Dieburg und aus Oberheffen. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. 83.: K. Neurath. Müller'fche Badeanstalt. Was s erw arme der Lahn am 9. August: 20° R. Meteorologische Beobachtungen ver Station Siehe«. c ®etm eil -8 b p n« & August 1911 u Lchsie Temperatur am 7. edrigste - . 7. bis 8. „ 8. Uug ast — vtiederschlaa 3,0 mm. Sonnenschein Sonnenschein + 30,5-C. + 15,8 Die Earmkatarrbe der Säuglinge werden durch die Er- ILi7Tuäfl ^tlt r ,uut) Milch nm leichtesten verhütet, denn mit «Kufcke ist Dftlch den Dnrmgärungen, welche die Darm- katarrhe verursachen, weniger ausgesetzt, als allein „K u f e f c" macht Die Milch gehaltreicher, leichter verdaulich, beugt den haustgen Ber^ dauungsstorungen vor u. sichert de>i.mindern ein vorzügliches Gedeihen- bv'/n___________________________ _ im 1^. Für einen Versuch senden eine »S -- Probebüchse kostenfrei Unbedingt keimfreie, in warmer ■■•j Jahreszeit znvcrläingste 9labntnß ufflers .^tarUisirt'e . ’ihder'Ruhrun für- kleine Kinder. (ss®/? Muffler & Cie.) Freiburg i. Brg.