Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Reichstagsabgeorditctcn i c nt c r zu tüatssetretär bcS Reichsamts Dc-3 Innern, ehe er ins .Minern, Borax und Arfensäurc Kieselerde Tonerde Bleioxyd tiafi 7,9 °o, Duren. v. 3 d) m o 11 süchtigen Führer bemerkbar. Tie Unzufriedenen verabredeten am 2d/lub der zweiten Session, bet Beginn her nüebnen Tagung vor der Landlagsetöffnung in Berlin einzutref'en und in ge sonderten Beratungen ein volitifches Programm zu entwerfen. dai, er di - Wai l Bethinann.dvklwcgs zum Kanzler des Tcuf)d)cn Rcickws durchgksctzt habe. Bsthmann ist der erste Reichskanzler und, mit Ausnahm Manrenncls 1850 dis 1857 , der erste prenhische konstitutionelle Ministerpräsident, der der inneren Verwaltung entstammt: er war t'ünbrdr, Regierungsprnideitt, Oberpräsident, Minister des Iahreit" einige stellen entnehmen: Rad, der Dahl von 1858 verfügte der Liberalismus über eine itarfe Vertretung im U>r.'uEÜcs Tinmanrcn Dient, werden die übrigen Edelsteine durch In iaimnenschmclzen desselben mit Metalloxyden imitiert. Aus dem Topasglase läßt sich Rubinglas ui einfacher Weise Herstellen Tm leichtesten ist der 3maragb darzustcUen. Wir haben es hier also nicht mit [ünftlidien Edelsteinen, sondern mit Nach bild u na en 511 tun, die sich zuletzt doch nur als Glas eriuciicn. Wohl dermag man den 3traß, wenn man von reinen Rohmaterialien bri seiner Darstellung ausging, ein hohes Lichtbrea ungsvermögen geben. Dach werden die Straßbrillanien nach wenigen Moneten unscheinbar, die Facetten schleifen iid- ab unb man bemerkt tann, bar. fein Brillant, sondern ein bleireiches, weiches Glas tarlicgt. Einen ganz anderen Charakter als die Glasinntation besitzen ;n: künstlichen Edelsteine, sie sind den natürlichen gleichwertig '--1 allen physikalischen und chemischen Eigenschaften^ Ein 3ubiläum der Zortschrittrpartei. Hcute, am k>. Juni, sind 5 0 Jahre verflossen, seit die Gründung der Deutschen Fortschrittspartei erfolgte, te Parteiblätter bringe« aus diesen^ Anlaß festliche n tnef. Aber auch andere Zeitungen nehmen davon Notiz, und man lauscht sc nach der politischen Anschauutig ge färbte historische Erinnerungen aus. Man kann, so meint die „Köln. Ztg.", die auf dem liukeu Flügel de: National liberalen stehl, nicht gerade sagen, daß heute ein politische cncbilbe ut unserem Parteileben vorhanden ist, das in ge rfloer tinie aus dieser (ürünbiing herausgewachsen wäre iint» baruni heute sein fünfzigjähriges Wiegenfest feiern konnte. „Nationalliberale und Frcikonscrvativc sind idwn 1<866 aus der Partei ausgetreten unb ihre eigenen Wege gegangen: der Zuzug der von den Nationalliberalen sich absondernden Liberalen Bereinigung hat der Partei im 3abrc 1881 einen neuen Namen .ind damit ein neues Gesicht gegeben: die nunmehrige Deutsch Freisinnige Partei hat sich 1893 wieder in die. Freisinnige Volksparte, und die Freisinnige Vereinigung zerlegt, und im vorigen Jahre haben wir wieder eine Verschmelzung dieser beiden Gruppen untereinander und mit der Süddeutschen Vollspartei erlebt, worauf das neue Gebilde auf den alten Namen aus den sechziger Iahreii^zurückgriff und sich Fortschrittliche Voll- Partei nannte 3o wenig inan also heute van einem Partei jubiläum sprechen kann, so kann man doch von Dem fünfzig jährigen Bestehen eines Parteigedan.'cns reden, der seit seinem ersten Austauchen in wechselnden Gestalten immer wieder seine Lebenskraft erwiesen hat " Das rheinische Blatt betont. „das; eine starke links liberale Partei ein wirksames Bollwerk gegen die röte Demokratie des Umsturzes abgeben mime" nno bringt „den Geistesverwandten zur Linken" seinen i^ruß bar Eugen Richters „F*r eisinuige 3c i tung" ist heute ;,u einer besonderen Festnuminer ai.sgeftaltet, in der eine Anzahl alter Fortschrittsmänner,Erinnerungen und Be irachlungen austauschen. Wir wollen dem Leitartikel des Aouvicrs politische Laufbahn. Mit Maurice Rouvier ist einer der bedeutendsten frau« zofischen Politiker babir.gegnngcn 3chi Spezialgebiets auf dem er der unumschränkte Herrscher war, bildeten die Fi n a u 3 t r a g c n. Er hat die französische Rente mit 8.» Frank ubernonimen und hat, sie. bis zum Parikuts gebracht, also eine Kurserhöhung von 1'j Frank üurchgesehl. Einem solchen Mapne konnten die Skandale nichts anhaben, die andere vernichteten, seine Liebesaffären, seine .betrat mit einer „un moglsthen" Person. Beim Panama krach wurde er 1892 des Schwindels beschuldigt, in dqn Ankiageziistaud versetzt und trat zurück Ein Schornsteinbrand in seiner Wohnung vernichtete die wohlgeordneten Papiere. Tie Anklage wurde, obwohl er die Behauptung nicht widerlegen konnte, gegen den Boulangismus Mommuucgclbcr verwandt zu haben, annulliert Er gründete am Tage nach seinem Sturz 1891 die Bancsue francaise pour le Eommetee et 1 Industrie, wohl, weit er selbst seine politische Laufbahn für abgeschlossen 1 icll. Uno doch lehrte er wieder. 1802 wurde er Finanzminister im Kabinett Combes und 1905 leitete er zttin zweitenmal als Ministerpräsident die Geschicke Frankreichs. 1881 Latte seine ministerielle Laufbahn als Finanz- und Kolonialminiftcr im großen Ministerium Gambetta be gönnen. i£87 zum erstenmal lüabinettschef, bewies er seinen Mut dadurch, daß er den bekannten General B 0 tt l a n g c 1 aus seinem Amte als Kriegsminister entfernte, und ebenso wenig zögerte er, 1905 den „ewigen" Minister des Aenßern D e l c a s 1 s zu opfern, als dessen Politik begann, den cure- gcgcit. Er bezeichnet es als eine der besten Taten Bülow „Bor fünfzig der Wiener „Neuen freien Presse" ent brr P10'. inz Preumn in der Fraktion ringebrariit Aber hie »rorberimg frier auf den ctttfdiicbencit Widerspnick des Fraktions tüLrcr:, nnD bei Programmenttvnrf wurde schließlich mit 7u gegen • 2 stimmen abgclehnt Tic Meinungsverschiebcndeiten merüber nnb bic Adrcßdebatten int Plenum führten mm Bruck in Dr. Aialtion: uvölf Mitglieder, Darunter 8 CftnrcmL n, erklärten 1 * f cn Austritt und icklosten i:di jn einer selbständigen Gruppe Miiammen. ©indc ipöttelte über bas ..Fraktionckeu Jung Titanen", aber Diner Soottnahme ist sehr bald zu einem Einen nahmen in brr Geschichte der Partei geworden. Tas von her giaition abgclehnte Programm bildete die Grundlage für neue Beralitngen, bic ,ur Feststellung eines Wahlaitsrnfs für bic be bevorstehenden Landtagswableu führten. In nner Sirning, nu brr die Abgeordneten Jung Litauens unb eine Anzahl Berliner Liberaler unter dem Vorsitz Virchows tcilnaOmcn, wurde als Paileibe^ichnung auf Borichlag von Werner Siemens her Name Xnitifl. xortschrlNspartei beschlossen Ter WalNausrui der neuen Partei fand begeisterten Anklang im Lande, und nach her Neu wähl am r. Tcjcmb'v 18(51 fehlte bi „Fraktion Jung Litauen" alv bic stärkste Fraktion mit 109 Mitgliedern in das Abgeordnetenhaus zurück. Es, wird alle;eit ein Ruhmestitel der Dentichen Fortschritts Partei «ein, daß sie. als erste unter allen politischen Parleien die C i n i g n n g Dentsehland s in ihr Programm ausgenommen unb nitt voller Ml arbeit das Iiel der Entwieklung vorgezeichnel hat. Im Programm vom 9. Juni 18(51 ist ausgesprochen, baß ,Fic Eristenz nnb bic (^löfjc Preußens abhangt von einer festen Einigung Deutschlands, die ohne eine starke Ientralgcwalt in ben Händen Preußens nnb ohne gemeinsame deutsche Volks Vertretung nicht gedacht werden tann. ' Nus einer >?unc bei .vogen rotro am heuligeu Jubiläums- lag der Fortschrittspartei der Grundstein zu einem Eugen- Ri ch tert urm gelegt werden. das iic der Fraktion vorlcgen wollten. Der Plan wurde aus geführt. Ter Programmentwurf, dessen endgültige Redaktwn den vier Abgeordneten Kommerzienrat Behrend Danzig, RcaU'.'anwale v. Forctenbea Mohrnngen, Fryr v Hovcrbeck-Allensp Äkchloanwalt Krieger - Goldap übertragen war, wurde am s R.ickSlanzlerva.ais einzog Er kann daher nicht dieselbe Kenntnis ^ Januar 1861 mit beit Untericbriiien von 15 Abgeordneten ' anocrcr Siaatcn Haden, wie sie sein Vorgänger besaß. Er über- das nach unten senkrecht gerichtete Knallgcbläse, dessen Flamme durch Verbrennen von Lcuch-gas in reinem Sauerstoff erzeugt wirb. Tic Iussthrrohre für Sauerstoff besitzt oben eine Erweiterung, in der auf seinmasch.gem Platinlieb das staubfein verriebene Tvnerdepuloer liegt, ^n bestimmten kurzen Intervallen idjiagt ein eleurisch angetriebcner Hammer auf das Sieb. Der feine Tonerdestaub wirbelt auf und wird von dem unter Druck stehenden Sauerstoff in die Flamme gerufen, die ibn zum Schmelzen bringt. Unterhalb der Gebläseslamme befindet sich ein Heiner, durch ein Schranbengewindc verstellbarer Kegel aus reiner Tonerde, welcher von der Flamme bis zur beginnenden Schmelzung erhitzt wird. Auf dielen licmen kegelförmigen Fuß fallen Die geschmolzenen Tonerdevartickelchen: von der Spitze desselben wach.u imolgetc^cn ein dünnes Stäbchen nach oben, das vcrhälmismäßig rafch sich verdickt und zu einem kugel- tcrmigen Gebilde erweitert. Nach beentigicm Schmelzprozeß be- nvt es die Geualt einer weitbauchigen Flasche, die mit engem Vals dem Kegel aufiitzt. Es ist sehr wesentlich, daß der Hals nur dünn ut, d. h. von geringem Durchmesicr, weil andernfalls leicht eine Spaltung des Schmelzgebildes itattfinbet Natürlich müssen aus diesem Grutide die Apparate iorgsälttgst montiert werden. Geschah dieses, so lann em Mann zu gleicher Iei mehrere Leien überwachen. Tic grüßten Tropfen, welche in die Schleiferei wandern, messen 1,5 Ztm. in der Dicke und 2,5 Ztm ... : beit gt 50 narai etwa 10 Gramm . Die au3 ihnen gcicniüfcnen Steine halten bis 12 Karat. Wir Haden cd mit Wirtlichen Edelsteinen zu tun. Tie Menge des zugeietzten Chrotn deoingt ihre Farbe und somit den Charaiter Wenig Chromoxyd liefert hell rosenrote Steine, durch Iusan einer größeren Menge gewinnt man die taubenblutrote Farbe des natürlichen birmanischen Rubin. Lätzt man das Chrom ganz fort, 10 erhält man ganz tlare, farblose Steine, welche dem weißen Saphir entsprechen. Tic Fabrik von Verneuil befindet sich in Boulogne bei Pari- Es werden dort j.. rlich mchr als 1 Ki der len Aa echter, dessen große Fähigkeiten längst bekannt waren, dessen Weg zur Mm.ß.-rf'Klung nock Büloin angebabm hatte. Betlmionn steht durch E. huitg, Karriere. Verwandtschaft bei ostdeutschen Grund . ig.'nschü'i, vorsichtiges, ernstes Abwägen vor alirut idandeln, häl. ihn mehr und sicherer ui hergebniditen Bahnen als jenen Taiui ’ma seine staatsrechtliche und ftaattwissenfchastliche Bil düng, feine große Tienstcrsahrung ui der Verwaltung natürlich flri'i r als Df? Bülow: ci ist Fachmann der inneren Politik, er in zum Gesetzgeber geschaii'u: das große Arbeitcrversickerungs 11 wohl Das größte, das den Reickistag außer Dau Bürgoi- ■ sttzt auch bic Verteidigung Telbrüd flberlaiicu mimt. Tic Kehr iah- seiner Gesetzgebungstätigteil liegt bann, daß er als Fach- sp. zialift m ehr wie als Volks p j y ch o 1 o g e seine Aufgaben anfaßt. jedenfalls ist er ein vornehmer, edler Charakter, ein Manu bei' !'ochsten sittlichen Adels: er ist ctua Da gebildetsten Männer i. v Gegenwart, ein philosophischer Idealist, ein glänzender Redner, ter bei großen Gelegenheiten Die weitesten Kreise zn fassen weiß. Was er als Staatsmann künftig nod> leisten wird, wie einst das Urteil in Da Geschichte über ihn lauten wird, Di? Frage, inwieweit die Kraft kühnen, f-sten Wollens seinen übrigen hohen Cigcnsckaften gleichkommcn wird, all das liegt in Der Zukunft schoß Selbst ben in feiner Nähe Stehenden, Den ihn täglich B odachtenden, ist heute ein Urteil schwer. Ich möchte daher c.nck sagen nur Der künftige .Historiker, der Bethmann in den Archwrn lernten lernt, wird ihn ganz gerecht beurteilen können Ti. Zeitgenoffen haben häu'ig Die lahr.lang geschmäht und per Cannt, die nachher als die Besten und Größten erkannt wurden, und haben solchen zugeiubelt, die nachher vor dem Richterstuhle der Geschichte nicht bestanden. Für heute wirb man nur pro visorisch nnD. nut allerlei Reserven eine Bilanz seiner staats männischai Tätigkeit ziehen tannen. Er war Ücker weitaus brr beste Nachfolger, Der für Bülow iu sinden war. Sein Ziel, eine Regierung über den Partcie» -u führen, ist für das heutige Preußen und Deutschland das richtige . . . cijcnberengen Raumverhällnisse bes Füll- äJeicinS au Lieh flc()t. Kreis Büdingen platzes ist der Zutritt zu diesem nur den Vereinsmitglieder» und ihren Angehörigen, sowie den mit besonderen Eintritts- farten versehenen Gästen und Interessenten gestattet. Gesuche um Eintrittskarten können bei rechtzeitiger Bekanntgabe viel- Deutjches Aeieh. Nachdem die R c i ch s v e r s i ch e r u u g s o r d n u n g Gesetz geworden ist, werden, wie man uns ans Berlin schreibt, im Herbst d. I. gemäß Artikel 2 des deutsch-italie- nischen Handelsvertrags neue Verhandlungen über die Behandlung der beiderseitigen Arbeiter aus dem Gebiete der Arbeiterversicherung zwischen der deutschen und italienischen Negierung stattfinden. Frühere Verhandlungen hatren bereits einen befriedigenden Verlauf genommen, so daß der vertragsmäßigen Regelung der Angelegenheit nichts mehr im Wege steht. Aus Mexiko. Mexiko, 8. Juni. M a d e r o richtete eine Adresse a n d i e B c v ö l k e r u n g , in per er die Hoffnung onsspricht, die mexikanische Revolution werde die Völker Süd- und Mittel-Amerikas veranlassen, nach der politischen Freiheit zu trachten. Der Freiheitsgcist sei noch nicht be-! friedigt. Wir alle, fährt die Adresse fort, werden nicht glücklich sein, bevor nicht die Demokratie aus dem ganzen amerikanischen Festland herrscht. Der Umfang des Erdbebens wurde zunächst nicht in der ganzen Stadt bemerkt, da es sich auf die nördlichen und nordwestlichen Stadtteile beschränkte. Aus den umliegenden Städten wurden keine nennenswerten Schäden berichtet. Wie bis zum Abend festgestellt war, betrug die Zahl der bei dem Erdbeben Getöteten 63, die dcw Verwundeten 7 3. Mehr als die Hälfte der Getöteten sind Soldaten; auch zwölf Soldatenfrauen sind in der Artilleriekaserne umgekommen. Das Erdbeben richtete auch außerhalb der Hauvtstadt in v e r s ch i c d e n e n T e i l e n M e x i k o s V e r h e c ru n g e n , besonders in Zabotlan an, wo viele Menschen umgekommen und viele obdachlos sind. Zu den Orten, die besonders schwer unter dem Erdbeben gelitten haben, zählen auch Ionila und Lan Andres. Ter Vulkan Cotima befindet sich in Tätigkeit. 'Glasimitiationen, mit den natürlichen stimmen sic dagegen in ■ allen ihren Eigenschaften so sehr überein, das; die Variier Edelsteinhändler ihr Geschäft entwertet sahen und daher eine Eingabe \ bei der Regierung machten, welche forderte, datz jeder Juwelier s zur ausdrücklicher Deklaration von ihm verkaufter, sowie zu bc- dingsloscr Zurücknahme etwa unwissentlich von ujm in oen Handel gebrachter künstlicher Steine verpflichtet sein sollte. Es ist begreiflich, daß die Fabrikation auf den Edelsteinhaudel einen großen Druck ausübt. Während der Preis auch deo besten fynthesifcyen Steine nur 3 Mark pro Karat beträgt, werden für einen natürlichen Karatstein feinster Beschaffenheit mehr als 1000 Mark und für zweilarärige bis zu 10 000 Mark bezahlt. Zum Schluß wollen wir noch kurz des Königs der Edelsteine gedenken, des Diamant. Auch ihn hat man, und zwar mit Nilfe des elektrischen Ofens, seit einigen Jahren künstlich gewonnen. Ter Diamant ist reiner kristallisierter Kohlenstoff. Für den Edelsteinmarlc gewann die künstliche Darstellung der ivasier- klaren Kristallkohle aber noch leine Bedeutung, weil die erhaltenen Steine zu tlein waren, um als Brillanten gefaßt werden zu lönnen. Tie int Handel befindlichen .Similidiamanten beltehen, wie wir sahen, aus bleireichem Glas. — Das Mitglied der Berliner Akademie der K ü n U c, Architekt Professor Johannes Open, ist Tonnerstag früh gestorben. Oven, der ein Alter von 71 Jahren erreicht hat, lernte an der Technischen Hochschule zu Hannover, in dem Atelier Hases, die mittelalterlichen Baultilc, vor allem die Gotik als die idealen Ausdrucksformen für die sakralen Aufgaben auch unserer Zeit zu ueriverten. Ein leicht schaffendes Talent und ein sinnfälliger Idealismus befähigten ihn, so schreibt die „Frkf. Ztg.", dazu, der beliebteste und meistbeschänigte Kirchenbaumeister der siebziger und achtziger Jahre zu werden. Von seinen KirchenbaukM seien u. a. genannt: die Kreuz-, Luther- und Georgeniirehe in Berlin, St. Johannes und St. Petri in Altona, -St. Gertrud- unb Christuskirche in Hamburg und die Berglirchc in Wiesbaden. Ötzen war lange Jahre hindurch Prosessor an der Technischen Hochschule in Eharlottenburg und Leiter des Meisterateliers für Architektur an der Berliner Kunstakademie. — Kurze Nachrrchten aus Kun st und Willen- schaft Tie Blätter melden aus Dresden: Ter Kammer-! länger Karl Scheidemantcl nahm am Tonnerstag als Hans Sachs in den Meistersingern seinen Abschied. — In der Geschäftssitzung der Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker, die am Donnerst-ag in Stettin stattfand, wurde Geheimrat v. Brunck-Ludwigshafen a. Rh. zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, unter Berücksichtigung seiner Verdienste um die Fabrikation des künstlichen Indigos, des Schwefelverfahrcns und des Anhydrids. Ferner wurde die Verleihung der ^iebigdenlmünze, der höchsten Auszeichnung, die der Verein vergibt, an Professor Ehrlich bekannt gegeben. An Professor Friedländer- Tarrnstadt wurde der -ruesbergpreis für Arbeiten aus dem Gebiet der Farbcnchcmic verliehen. Friedländer ist somit der erste Preisträger dieser Stiftung und crhwlt zugleich die Bayerplakctte. Der Sultan in Salonitl Saloniki, 8. Juni. Die Landung des Sultans und seine Fahrt nach dem Regieruugsgebäude verlief ohne Zwi- fchenfall. Die Fahrt durch die Stadt war ein wahrer Triumphzug. Eine unabsehbare Vostlsmenge * *6erntete ihm stürmische Kundgebungen Die Pracht des kaiserlichen Zuges inachte großen Eindruck bei den Massen. Der Sultan war sichtlich erfreut. Er empfängt heute nachmittag die fremden Konsuln und .verläßt dann den Konak nicht mehr. Ter Sultan beauftragte bald nach seiner Ankunft seinen ersten Sekretär, sich zu Abdul Hamid zu begeben und ihm Grüße zu überbringen. x Pad Salzhausen, 8 .Juni. Wie int vorigen c^ahre wird auch während der diesjährigen Saison tt)r. R a s ch hier als Badearzt praktizieren. Die ständige Anwesenheit eines Arztes in utijerm Badeort entspricht gewiß den Wünschen zahlr'icher Badegäste. Dagegen wird es von ihnen sehr unangenehm empfunden, daß hier nicht während der Saison eine kleine Verkaufsbude für die täglich notwendigen .G'ebrauchsgegenstände vorhanden ist. Waftcr- gläser, Seife, Briefpapier, Federn, Schuhriemen, Knöpfe inld sonstige Kleinigkeiten müssen alle in Nidda geholt werden. — Heute fand hier die Wahl eine s B eigev rd - neteu für unsere Gemeinde statt. Ta der seitherige Beigeordnete Hotelbesitzer I. Weil auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, wurde Gastwirt Rudolf Röper gewählt. Gegenkandidat war Untererheber Friedrich Schmidt. ? Glaubcrg, 8. Juni. Während eines Gewitteris traf ein Blitzstrahl unfern Kirchturm, ohne zu zünden. Die Beschädigungen sind jedoch bedeutend. — Himbach, 8. Juni. Tie Einnahmen der diesjäh« , rigen Kirschenernte der Gemeinde beträgt gegen 3000 Mk. harschen Frieden zu gefährden. Nur eines glückte auch seiner Kraft nicht, die Einführung einer guten, direkten Einkommensteuer, zu der er vergebliche Anläufe genommen hatte. ____ leicht noch berücksichtigt werden. Von der am Füllplatz vorüberführenden Noonslraße aus kann auch ohne Eintrittskarte das Schauspiel aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden. Für die künftigen Fahrten können noch Fahrteilnehmer angenommen werden, wenn sie sich rechtzeitig bei der Ortsgruppe Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Professor Dr. Sievers oder Zahnarzt Neinewald hier anmelden. " Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcn Hch. Kraushaar aus Rödgen (Kr. Gießen) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Trais- Horlofs. ** Die Preise für die Regatta des Süddcuifck>en Ruderverbandes (Ruberklnb Hassia) sind im Schaufenster der Stück- rathsckicn Möbelhandlung (Settersweg) ausgestellt, darnnter^auw die Ehrenpreise des Prinzen Heinrich von Preußen und der ^tabt Gießen. . •• Bezirksv orturn ersinn de. Sonntag, 11. d. Mts., morgens 81/, Uhr, findet in der Turnhalle des T. -V. Gießen die 4. Bezirksvorturner stunde statt. Ueoungsstoff sind die Frei- und Geräteübungen für das Gau- fest in Schlitz. Auch sollen die Kampfrichter an der Uebungs- stunde teilnehmen. Rach dem Turnen findet die Ersatzwahl eines 2. Bezirksturnwarts statt. ** Heber den E i s e n b ah nunf all in Hungen, von dem wir gestern berichteten, geht uns folgender amtliche Bericht zu: Gestern bei Einfahrt des um 8.55 vorm. fälligen Personenzugs Nr. 503 in den Bahnhof Hungen stieß dieser auf eine im nebenliegenden Gleis zu weit vorgefah.ene Lokomotive, wodurch zwei Wagen des Zuges entgleisten und vier Reisende, ein Lokomotivführer, ein Hetzer uno- cin Oberpostschaffner sämtlich ganz leicht verletzt wurden. Ter Materialschaden ist gering. Eine Untersuchung ist em- geleitet. — Von einem Berichterstatter wird uns noch geschrieben: Ter Zusammenstoß verlief noch verhättins- mäßig glücklich. Trotzdem der Lokomotivführer des Gelu- bänscr Zuges kurz vor dem Zusammenstoß bremste, suyr der ßug dock mit sehr großer Wucht auf die Rangiermaschme auf, die jedenfalls zu nahe an die Weiche herangesahreni mar. Tie Puffer wurden wie Streichhölzer geknickt unb die Wänbe zweier Wagen eingedrückt. Auch die beiden Ma-^F schineu sind beschädigt. Von Gießen aus wurde sofort eine J Hilfsmannschaft zu Den Aufräumungsarbeiten hierher be-« ordert. Tie Pasfagiere kamen mit dem Schrecken davon,' , nur der Heizer der einen Maschine wurde verletzt und c'nc Frau fand mit leichten Verletzungen im Krankenhause Auf- nähme Einige andere wurden dustch den heftigen Zusammenprall an die Wände geschleudert. Ten dteusttuen- den Beamten soll jedoch leine Schuld treffen. Landkreis Gießen. Kle ln-2inden, 8. Juni. Ein schwerer Einbruch wurde heute früh bei dem Landwirt Phil. Jung verübt. Dem Ticb fielen eine Uhr, Gelb unb Gcbrauchs- gcgenstünbe in die Hände. Die Gendarmerie weilte hier, der mitgebrachte Polizeihund konnte noch nicht den Täter finben. " -----Lieh, 8. Juni. Am 16. Juni werden c5 5 0 Iah re, baü der Füistl. Wagenmeislec P. R. Leuchtgens im Dienste der Fannstc des Fürsten zu Solms-Hohenfolms- yauptversammlung der Deutschen Uolomalgesellschasi 4- (Stuttgart, 9. Juni. 1 Gestern vormittag begann die beutsche^Kolonialgefellschaft ihre i geschäftlichen Verhandlungen durch eine Sitzung bes Vorstanbes. | Die Sitzung würbe mit einer Ansprache bes Herzogs oha n n , Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, cr- öffnet. Der 5)erzog gebuchte ber Toten bes vergangenen ^>alp:es unb betonte bann, baß bie Tagesorbnung ber heurigen Tagung Zeugnis bavon ablege, baß in beit Abteilungen ber Koloinal- gesellschaft bie regste Anteilnahme an der Erforschung, En^ Wickelung unb Förberung ber Schutzgebiete herrsche. Der nach außen hin geräuschlose Ausbau Der Kolonien laße bicje nur zu leicht in den breiten Schichten des Volkes in Vergessenheit geraten, und es sei deshalb an alle Vorstände ber Abteilungen bie Bitte zu richten, in ber Werbcar bei t nicht nachzulasien, sonbern alle Kreise bes Volkes für bie hohen Ziele ber Kolonial- gesellschaft zu gewinnen. " Nach ber Ansprache bes Regenten von Braunschweig würbe ber Jahresbericht vorgelegt. Er gibt zunächst eine Uebersicht über bie Beschlüße des Vorstandes und der Hauptversammlung 1910. Von Arbeiten des Ausschußes ! sind zu erwähnen bie Bestrebungen auf Schaffung eines T t c r - seucheninstituts in Südwest-Asrika. Der Gedanke wurde I aufgenommen von ber Abteilung „Westliche Vororte' Berlin , bie in ber Sitzung vom 14. Januar 1910 Den Antrag einbrachte, bei der Wohlfahrtslotterie zu Zwecken der deutschen Schutzgebiete dahin vorstellig zu werden, daß dem Reichskolonialamt zunächst für drei Jahre jährlich 50 000 Mk. zur Schaffung eines Vieh- feucheninstituks in Deutsch-Südwest-Afrika zur Veriügiing gesteift werde. Der Verwaltungsrat der Wohliahrtslotterie hat daraus die erbetenen 50 000 Mk. für das Jahr 1910 bewilligt, .ter Anregung des Oberstleutnants z. ,T. Gallus auf eine zusammenfassende und weitere Ausgestaltung des tolonialen Auskunftswesens in Berlin konnte ber Ausschuß nicht naher treten, ba bie Einrichtung unb Unterhaltung einer solchen Zentralstelle so bebeutenbe Aufwenbungen erforbern würbe, baß sie von anderer als von staatlicher Seite nicht aufgebracht werden könnten. — Auch im Berichtsjahr hat sich bie Zahl ber mit Unterstützung der Gesellschaft nach D e n t s ch - S ü b w e st - A f r i k a ü b e r - gcHebelten Personen wiederum vermehrt. Es ist 230 Personen freie Ueberfahrt dritter Klasse von Hamburg bis Swakopmund bezw. Lüderitzbucht oder ein Zuschuß zu den Reisekosten zweiter Klasse in Höhe non 150 Mk. bewilligt worden. Es waren zum größten Teil Angehörige unb Bräute von tm Schutzgebiet lebeuben Ansieblern unb Beamten, beneit bie Unterstützung zuteil würbe. Bis Schluß bes Jahres sinb im ganzen 1120 Personen mit Unterstützung ber Deutschen Kolonialgesellschaft nach Deutsch-Sübwest-Afrika übergesiebelt. Dem Former- I verein in Coamruru würbe zur Veranstaltung einer latzöwirt- schastlichen Ausstellung eine Unterstützung von 2000 Mk. bewilligt. Dem Missions-ärztlichen Verein in Leipzig wurde zum Erweiterungsbau eines Aerztehauses in Deutsch-Ost-Afrika eine Unterstützung von 3000 Mk. bewilligt. Tie Bewegung im M i t- g l i e b e r l> c st a n b c ist keine abfteigenbe gewesen; bie Zahl Der Mitglieder belief sich aus 39 025, einschließlich 90 außerordentlichen Gesellfchaftsmitgliedem. Der wirkliche Zuwachs, b. h. ber Ueberschuß ber Anmeldungen über die Abmelbungen betrug 97. Das Vermögen der Deutschen Kolvnialgesellschast belief sich am 31. Dezember 1910 auf 2 034 167 Mark. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit entern Anträge bes Vorstanbsmitgliebes Sanitätsprofeisors Tr. Mensp aur iveiterc Bewilligung eines Zuschusses für die .Herausgabe bes Archivs für Schiffs- unb Tropenhygiene. Ter Antrag würbe einstimmig gutgeheißen. Ferster bewilligte der K'oloniattog auf Antrag des Vorstandsmitgliedes Professor F a l a r i u s eine weitere Beihilfe an bie deutsche Kolomalschule in Witzenhausen. Em weiterer Antrag der Abteilungen Mamtheim, Heidelberg unb Karlsruhe wünscht bie Bewilligimg eines Betrages von 20 000 Ml. für die Forschungsreise bes Professors Thor decke nach Kamerun. Ter Berichterstatter Graf von Sckiweimtz führte aus, daß Thorbecke Tozent an der Hochschule in Mannheim und bekannt sei als Teilnehmer ber Expebitton des Reicyskoloittal- arntes nach Kamerun. Professor Thorbecke beabsichtige, im Oktober 1911 eine neue, auf etwa V,'2 Jahre berechnete Reise I nach Kamerun zu unternehmen. Tas Forfchnngsgebtet wird das Hinterland der Kameruner Nordbahn sein, das Manemgubahom- land und ber angrenzende Teil be-5 Grashochlandcs. Ter Antrag wird schließlich nach längerer Aussprache angenommen, ebenso ein Antrag des Vorstaubsmitgliedes Paul S t a u b i u g e r aus Gewährung einer Beihilfe von 60 000 Mark für eine Expedition nach Neuguinea zur Erforschung des Kaiseriir-Augusta-Flusses. Es wurde'ferner noch beschloßen, ans Antrag der Jaluil-Abteilung Der Deutschen Kolonial-Gcsellsckxaft in der Heimat dahin zu wirken, daß für die Marschall-Inseln in Jaluit eine Regicrungs- schulc errichtet und daß die Ko^vmal-Gesellschaft das Unternehmen auch finanziell unterstütze. Ebenso sollen auf Antrag deS Vor- standsmitgliedcs OberregicrungStzat Dr. Jacobi ^Königsberg- sur die Sammlung zur Errichtung einer deutsch-chinesischen Mädchenschule iuTstngta u .)000 Mark bewilligt werden. Bei der Neuwahl ber Ausschußmitglieber ivurben gewählt: Direktor von Beck, General von Poser, Graf Schweinitz, Kreis Friedberg. -m. B ab-N anheim, 9. Juni. (Privat-Tel. Seit bent 2. Feiertag wirb das 19 Jahre alte i c n st m äbcheuAugu fte M c i st e r aus Rödgen im Kreis Friebberg vermißt, bat bei einem hiesigen Fayrradhanbler bedienstet war. ES ist nichts aus- geschlossen, baß das Mädchen einem Mäbchenyänbler in Die Hände gefallen ist. Starkenburg und Nheinhesfen. R. B. Dar m st a d t, 8. Juni. Einen Selbst Mordversuch verübte hentc vormittag ein russischer Student namens Reborsky, indem er sich eine Nevolocttilgel in Den Kopf schoß Der Schwerverletzte tvurde ins städtische Krankenhaus verbracht, lieber "die Veranlassung zu 'der Tat fehlt jeder Anhaltspunkt. — Der Student Aug. Baue r- m eist er aus Kaierde bei Gauderöheim, 24 Jahre alt, machte am Psingstiamstag mit einigen Freunden eine Rheinpa.rtie. Abends lehrten sie in einer Wirtschaft in Bingen ein. In der Nacht zwischen zwei und drei Uhr verschwand B. und wurde nach vergeblichem Suchen heute früh im Rhein bei Bingen tot aufgefundeu. Jeden falls liegt ein Unglücksfall vor, da B. wahrscheinlich nack seinem Weggang aus dem ganz in der Nähe befindlichen Gasthaus in den Rhein stürzte. — Seit Anfang März D. I war der verheiratete Kaseruenwärter Fell hier in Der Nacht spurlos verschwunden, nur mit Hemd und Hose be kleidet. Heute wurde er bei einer Kanalreinigung unter dem etwa einen Zentner schweren Kanaldeckel in dem Kana! entdeckt, in Dem er schon Vie -ganze Zeit gelegen haben muß. Es ist ein. Rätsel, wie der nicht besonders starke Manu unter den Kanaldeckel kommen konnte. m. Offenbach a. M., 8. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtuerordueien ivucbe, uni der drohenden Wasserka lamität vorzubeugcn, die Wiederinbetriebnahmc des alten Wasserwerkes in der Vorbern-ark, dos bis Auw Jahre 1904 die Stadt mit Wasser versorgte, auf der Grund« läge des Gutachtens des Baurats S cheel Haase-Fra nk- rurt unb die Erweiterung beS Werkes in ber Hintermari beschlossen. Beide Werke werden den Wasserbedarf der Stadt Ausland. Tas Pariser „Amtsblatt" veröffentlicht ein Tekret, das bie Bezeichnung Champagner ben Weinen vorbehält, bie aus beit bereits begrenzten Gebieten der Champagne stammen unb bas ein mit „Champagner zweiter Zone" bezeichnetes Gebiet schafft, bas den größten Teil beS Departements Auhc, einen Teil des Departements Marne, Haute Marne unb Seine et Marne umfaßt. Die Bezeichnung „Champagner zweiter Zone" wirb ben Weinen Vorbehalten, bie in dieser Gegend geerntet werden und den Weinen, die durch Mischung der Gewächse ber Champagne und ber Champagne zweiter Zone hergestellt werben. Die Etiketts, Verpackung unb Behälter ber Weine zweiter Zone müssen bie Aufschrift tragen: „Champagner zweiter Zone". In Belgien steht ein K abincttswcchs cl bevor. Ter Präsident der Teputiertenkammcr, Corrcman, hat ben Auftrag zur Bilbung eines neuen Kabinetts abgelehnt. Ter König beriet hierauf ben Finanzminiftcr Sicbacrt bcs jurüdgetretenen Ministeriums, von dem angenommen wirb, baß er geeignet ßt, ein neue» Kabinett zu bUben. Die Liberalen unb Sozialisten haben eine Kundgebung an das belgische Volk erlassen, in welchem ber Sturz be» Ministeriums als Sieg ber Opposition gefeiert wirb. Geheimrat S i m oir Aus Stadt uud Land» Gießen, 9. Jnui 1911. Dem Großhevzogspaar! Lustig int Wiud flatternbc Fahneu geben der Freude der Gießener Bevölkerung Ausdruck, daß da^ Großherzogspaar heute zu entern mehrtägigen Besuche hier eintreffen wird. Tie Freude ist um so größer, als das Großherzogspaar verhältnisinäßig selten länger in Gießen anwesend zu fein pflegt. Sind doch seil seiner letzten längeren Anwesenheit jetzt vier Jahre vergangen. Tantals war es das Universitätsfest, das den Reltor Magnifieentissiiuus und i seine Gemahlin veranlaßte, der alten Hessenstadt seinen Besuch zu machen. Heute ist es ein Werk der Barmherzigkeit, das den Landesfürsten und seine Gemahlin hierheo- sührt: der Bevkaufstag der Großherzogin, dessen Ertrag dazu dienen wird, bedürftigen Lungenkranken eine Heil- behandlnng angedeihen zu lassen. Mir wünschen dem guten Zweck der von dem Fürstenpaar mit großer Sorgfalt und Eifer vorbereiteten Veranstaltung besten Er-olg und den hohen Gästen selbst, daß ihnen der Aufenthalt in Gießen und dem alten Landgrafenschloß am Braud gefallen möge! In diesem Sinne entbieten wir dein Landesfürsten unb seiner Gemahlin, die uns als Angehörige der Provinz doppelt nahe steht, ein herzliches Willkommen. * '* D ie Ortsgruppe Gießen be§ Hessischen Vereins für Luftschiffahrt beabsichtigt, am Verkaufstag bcr Großherzogin, Dienstag ben 13. Juui, bei güusliger Wetterlage ihren zweiten Ballonanfsiieg zu voran- slcsitcn. Ter Ballon kommt aus Berlin unb ber bekannte I Meteorologe und Ballonführer Dr. Elias au§ Berlin wird die Leitung übernehmen. Tie Füllung beginnt um 6 Uhr unb der Aufstieg bc5 Ballons vom Hofe der Gasanstalt aus wird zwischcii 8 unb 9 Uhr vormittags flnttfinbcn. Bei ! zweifelhaftem Wetter werden Füllung unb Sluffiieg auf Spätnachmittag verschoben. Ter AerkehrSvcrein Gießen Hal eine I dem Tage angemessene Schmückung des Ballons und Korbes über» I nommcu, außerdem wirb noch ein zweiter Ballon be§ 'Marburger Kleine CageschroniL 3iüci der Insassen bre traßenbahnwagen zusammen. Znsolgc von Unvorsichtigkeit siel in einer it. Diez, 8. Juni. Der Sparverein, dessen Kassie- ar der seit einigen Tagen der von hier flüchtige Stadtverordnete B. Streicher war, hat gestern seine Liquida- Darmsläfa IW wir allen unseren herzlichsten Dank. 3749 016931 Hotel Rappen, Konsulat Mailand. 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Scharen auMreyter Männer und weinender Frauen versuchten die Türen aufzubrechcn, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt. Letzte Nachrichten. Berlin, 8. Juni. Die Wahl DernburgS in den 'Aufsichtsrat der Deutsch-Asiatischen Bank ist heute erfolgt. Madrid, 9. Juni. In der Kammer fragte der dec liberale Partei angehörige frühere Minister Billanueva über Marokko an. Ministerpräsident Canalcjas erwiderte, er könne niau mit voller Freiheit antworten, weil die Berhandlun-An zwischen Franlreich und Spanien nocti anbauerten. Keine Negierung könne inan weniger beschuldigen, sich in kriegerische Unternehmungen zu stürzen, sowie in Akte der Gewalttätigkeit zum Schaden der Rechte anderer Nationen. Unsere hiswrisck)en Rechte sind gut sestgelegt: wir geben auf keine Eroberung aus, cs gckst leine internationale Gefahr. Darauf wurde die Sitzung ausgehoben. oÄ. Tienstniädchen nur sofort oder später gesucht. An Duisburg stieß ein Ein Bantirad] in, England. London, 8. Juni. 2te Beamten der Birkbeck- Bank, deren Kunden größtenteils kleine Leute sind, erließen ein Rundschreiben, in dem sie erklären, daß die Zahlungen vorläufig eingestellt werden. 10 Schilling sollen auf ein Pfund Sterling losorr bezahlt werden Man hofft, daß evcnt 17 oder 18 Schilling auf ein Pfund zur Rückzahlung kommen werden. Tie Tireltoren der Birlbcck- Bank glauben, daß das Defizit 375 003 Pfund Sterling nicht übersteigen wird, doch find die Rcchnungsrevisoren nach einer vorläufigen Untersuchung der Meinung, daß es Einige erstklassige Pianinos welche nur kurze Zeit als Aus- siellungsinstrumente in meinen Muiterlagern dienten, werden unter lOjdbriocr Garantie außer- ordentlich billig abgegeben. Alan verlange Abbildungen m. Preisen. Pianoforte Fabrik Wilhelm Arnold, St. Bahr. Hoflieferant 2'i- Autos wurden schwer, mehrere Llraßenbahtipassagiere leicht per letzt. Die Blätter melden auS Honnef: DaS Kur Hotel in Phöndors iß am Tonnerstag früh vollständig niedergebrannt U/n hunger, olgender amtlid-.* 00 votm. säll.gtr UM stieß dieser dorgesah.eii? ^ges entgleiste? ' em Heizer M : verletzt tmirber iersuchung ist cir j ’irb uns iiod) i noch Lerhältm- »führet des tieliv toß bremste, niljr e RangiermLschme che hcrangefol,!.? >cr gebtickt und bi? < 1 die beiden wurde sofort ein:! beiten hierher b£-l| Schrecken davor, 8 e verletzt und c n: ] ssrankenhaufe Sui« | den heftigen > Len diensttucr- I essen. Gesucht |in her Nähe dcS Babnhoss, an- K ^xe^age nicht ausgeschlossen, eine 2-Zimmerwohnuug fc 3 zufammctchärtg-udc Situ • *®c, 2 zu Bureau geeignet und -Loblieri. Schriftl. Ängcb. unt. an den Gießener An», erbet. Non beschlossen. Die Wertpapiere deS Vereins hat Streicher schon vor langer Zeit bei der Deutschen Effekten und AechfelLank in 'Frankfurt versetzt und dafür etwa 7500 Mark erhalten, um die der Verein gcschädiat ist. Da er aber aus nur etwa 20 wohlhabenden st auf Leuten besteht und Streicher selbst mehrere Bermvgcnsanteilc besaß, dürfte der den Einzelnen trefsendc Verlust nicht besonders groß und empfindlich fein. Streicher betrieb hier ein Kolonialwarengeschäft en gros, das aber feit Jahren schlecht rcn ticrte. Seit zwei Jahren hielt er sich nur noch durch Lechjelgcschäfte über Wasser, lieber das Geschäft wurde der Konkurs verhängt. Ta große Wechselverbindlichkeitcn Streichers laufen, dürften noch manchen, der aus Gefälligkeit mit unterschrieben hat, schwere Berluste treffen. lürebe und Schule. D i e G e s ch a f t s o . o n u it g des preußische n Sp r u ch ko lleg i u m s. Rach der un „Kirchlichen Gesetz- und Verordnungsblatt" veröffentlichten und durch tönig- lichen Erlaß vom 31. Mai bestätigten Geschäftsordnung des Spruchiollcgiums soll gemäß tz 15 der Geschäft sorla» nung her Spruch des Kollegiums folgenden Wortlaut haben: Das Spruchkollegium für kirchliche Lchrangeleaenheften stellt nach feiner freien, aus dem ganzen Inbegriff der Verhandlungen und Beweise geichopucn lleberzeugung Irait des § 11 des K.rchen- gefetzes, betreffend das Beriabren bei Beanstandung der ikljrc üan Geistlichen, vom 10. Mai 1911 fett, daß bic iuchclc Wirl- iamlcit des Pfarrers N. N. mnerbalb der evangelischen Landes- tirche der älteren Provinzen Preußens mit der Stellung, die er in seiner Lehre zum Bekenntnis der Kirche cinnimmt, unvereinbar ist. Die Begründung des Spruches soll sich auf die Würdigung derjenigen Tatsachen erstrecken und beschränken, welche im gegebenen Falle über die Fortdauer der amtlichen Wirtsamleit des Geistlichen innerhalb der Landeskirche entscheidend sind. Der Spruch ist mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder zu fällen. Tas Spuuch- lollcgium ist beschlußfähig, wenn mindestens neun Mitglieder anwesend sind. Urne stellen enthält stets die ZeitungiDentickeBakanzcn-Pott (Lßliugen 142. brennende Petroleumlampe um. Nur mit großer Mübe iv.n e? d.m Besitzer und einigen .Venen gelungen, die schon im Schlafe liegenden Tarnen und Kinder über das schon lichterloh brennende Treppenhaus zu retten. '.tue Locb »itz PommenO wird berichtet: Bei einem am Mittwoch mittag aue gebrochenen Brande find 2 3 Käufer eingeäschert worden. Aus Lüttich wird gemeldet: Auf dem Babnhvs des Vorortes '.'htglcur stieß ein Lokalzng mit leeren Waggons zusammen. Ter Zug entgleiste. 32 Personen wurden teils schwer verletzt. In London sind 12 Todesfälle durch die Hitze festgestellt worden._____________________________________________________ Amtlicher Wetterbericht. D e f f e n 11 i di e Wetterdienststelle Gießen. Verlaut der Witterung seit gestern trüb: Das nördliche licf&rudgebiet bat einen Ausläufer nach Westen vorgesandt, der uns voraussichtlich beute noch Regen bringen wird. Auch für morgen tst trübe Witterung ut Aussicht. Weiteraussichten in Hellen am SamStag dem 10 Juni 1911: Dl ei st trüb, geringe Regen, nördliche Winde. ifainmcv eine Gesundes, einfaches Hausmädchen für kleine deutsche Familie für sofort oder 1. Juli nach Mailand gesucht. Kochen nicht eriorderlich. yieiicuergütung. Off. mit Zeug- nisabschniten u. Lohnansprüchen an R. Jerchel, Deutsches *«45; 9 bti hex rn. Qnmelbtn. ' -s'ä“1 h,=> •ÄS Btn und dn ntog, 11. d. 9)j|e iQtle beS l.J tftunbe üait 9cn für das Gan, an dcr Uebungg, Jtt die Ersatzwai),! KanarknVogcl entflogen. Kenntlich durch ztierfiümnielung eines Füßchene. Wiederbringer erhält gute Belohnung. i3r54 Tr. Klein, Svezialarzt Bahnhofstraße 65. 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Tann sprach gf e i s f er-Weimar über: „JuhrLrauwmatcn', wobei er dcn Vorschlag machte, daß der Buitd aut eigne Rechnung derartige Anomalen anschasse und dieselbe gegen 1—2 Psg. Provision m die Vereine verleihe. Dann schloß sich eine Aussprack>c über •jit Derlehrszeitschri't „Deutschland" an, deren Unterstützung ferner- jm empfohlen wird. Der nächste Vortrag betraf den „B i l d - chmuck im Eisenbahnwagen". Von Rechtsanwalt Leb- . ech t-Leiv'ig wurde mitgcteilt, daß die Vorarbeiten in der Angelegenheit ziemlich weit uorgcbichcn find und weite Kretse jntereffc zeigen. Etrdlich folgten noch Vorträge von Pros. Dr. 'ioth-Leipzig über „Die Xjebeutung der Siegelung d e r Sommctferien für den Fremdenoertehr", sowie von Tr. 2 crf er t-Leipzig betr. „Sammeleingaben betr. Eisenbahnwun- Tattn wurden die Verhandlungen abgebrochen und um 1 Uhr eine Schiffahrt auf dem Rbein nach Oppenheim angclretcu. Kreis Wetzlar. ke. Krofdorf, 8. Juni. Dem langjährigen ersten ßefretär der hiesigen Bürgermeisterei v. Bülow lunrbe die Verwaltung der Bürgermeisterei Waldböckelheim, Kreis ?.ceuznach, übertragen. Hohensolms, 8. Juni. Hier gibt man sich der Hoffnung hin, daß das Großherzogspaar von Gießen cus einen Abstecher nach dem Ahnenschloß amd dem Jugend- sieblingsaufenthalt der Großherzogin machen wird Leider fallt unser bekannter „Wollmarkt" gerade mit dem Gießener Lerkaufstag zusammen. Es war am 19. Juni 1905, als die Herrschaften zum erstenmal gemeinsam hier weilten und damals auf mehrere Tage im hiesigen Schlosse Woh- nimg nahmen. o. Dorlar, 8. Juni. Ein aroßer Leichenzug bewegte sich heute nachmittag vom Schulhaus nach dem Friedhof, rs galt, den 18jährigen Kaufmann L. Neeb zur letzten linjc zu betten, der Dienstag abend beim Baden in der Lahn seinen Tod gefunden hat. Der brave Mensch hatte als Waisenkind mit vier jüngeren Geschwistern bei Lehrer tlotz Aufnahme gefunden und war ein eifriges Mitglied kS. hiesigen Posaunenchors, der ihm das letzte Geleit gab. Hessen-Nassau. WifflllH finden dauernde und gutlohnende Beschäftigung. Spinoerei ii. Veto Wete C”/e ©. ni. b. €*. Nachweislich autgebcude 'Jicftauratiott m. Spcjercilaöen letzterer könnte auch zu einer Nictzqerei umgeänbert werden, sofort durch Besitzer zu verkaufen. Das Anwesen liegt in herrlicher Vage und an einer verkehrsreichen Lireisstraße. Schriftl. Angeb. unt. 04684 an den Giefrener Anz. erb. _.-OO>C3>OQC»OOQ Ucbcrsicdlungsbalbcr voll- Hausbursche für sofort gesucht. 3684 Wcnt-Rcst. Köstlcr, Selterswea kteUncr - Lehrling für sofort gesucht. 13683 Wein Reit. Nobler, SelterSweg Grossartige Existenz! [ Mit einer Kapitalanlage von ca. 1000 Mk. und jährlich ca. | 3000.— Mark ,S und mebr reell und ohne grosse Mühe zu oetiiieneiL I — Branchekenntnisfe nicht erforderlich. Keine Arncherung. 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