Tie „Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeige».' 6,crma( wöchentlich beigekegt, da- „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Nr. 152 Zweites Blatt W. Jahrgang --------Gießener Anzeiger Eeneral-Mzejger für Gberhefjen Donnerstag, 8. Juni (911 Rotationsdruck und Lerkag der vrühl'schen Unioerfität« - Buch- und Cleindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expeditton und Verlag: e=£ö5L Redaktion: e-^112. TeE-AdraAnzeigerDießen. 3um Streit über die Wirkungen der neuen Tabaksteuer, y -tus den Kreisen der Tabatinbuftric erhalten wir folgende Zuschrift: Eine kürzlich veröffentlichte Zusammenstellung der Einnahmen des Reiches aus den neuen Steuern und Zöllen im Jahre 1910, die zweifellos amtlicher Herkunft war, hat der iabal|tcuer*rcunb lidjcti 'Breite erneuten Anlaß zu der angeblich „zahlenmäßig ci niesenen" Behauptung gegeben, daß cs dem Tabalgewerbe wieder ganz gut gehe. Tenn die Hereinnahme van labil aus den zoll und steuerfreien Niederlagen in den freien Verkehr zum Zwette der .Herstellung von Tabakwaren habe wieder die regelmäßige Höbe erreicht und für Rohtabal würden noch nie dagewescne Pr i>e bezahlt. Die internationale Uonserenz der post- und Tclegraphenbeamlen, die am Dienstag in P aris ihre Tagung eröffnete, sollte itach einem im" Vorjahre gefaßten Beschlüsse und einer Rundfrage an die nationalen Verbünde die Vertreter von trenn Staaten vereinigen. Ta aber die deutsche 9t c - gierung ihren Angestellten die Beteiligung Lntersagre, und die österreichische ein gleiches Verfahren einschlug, sind nur außer Franlreich, England, Holland, Schweiz, Luxemburg, Italien und Bulgarien in Haris vertreten. ' Indessen wohnt für Teutschland ocr Tirci l er des Verbandsorgans der Postbeamten der Konferenz b»:i. Den Vorsitz führte bei der ersten Sitzung der Schweizer Noch. Den Hauptpunkt der Beratung bildete der Antrag der Luxemburger, der durch fotzende Stelle charat- l-erijiert wird: Tas lliugt für den, der nichts von der Sache versteht, ilbct »eugcnd, die Beweisführung ist aber nicht sticyhallig. Tie hohen :Kcl)taL-nfprei)e werden nicht bezahlt, weil es dem Tabakgcwcib qm, sondern weil es ihm schlecht gehr. Eine Abwälzung ocr Mehrbelastung von 1909 auf die Verbraucher ist bis ;ctz! nicvt gelungen. Tie Jiqarrenfabrilaiuen stecken, nod immer in den Versuchen, die Kundschaft durch neue, den Verhältnissen angepaßt. Vorteil wieder aut die .Höhe des früheren Verbrauches zu bringen. Ties ist nur durch Verlauf guter Ware möglich, es mpß also der durch den gesteigerten Wellverbrauch bei Heinen Ernten verletzten Jahrs, bedingten Aufwärtsbeweguug der Preise für Jicb labaf auf dem Weltmärkte gefolgt werden. Also weil es dem Tabcikgcwcrbc unter der Wirkung des neuen Tabakstruergesches schlecht geht, muß es höhere Preise für den Rohtabal anlegen. „Eine Verzollung des Rohtabais nach dem Hanbclswcrle ist," wie die Regierung in ihrer Vorlage von 190; > jagte, „in ihrer Wirkung aut die am Tabak beteiligten Streife des Handels und der Zndustric unberechenbar." Sehr richtig! Aber auch die behauptete Zunahme der gesteigerten Ver- lreudung von stiohtabal in der Fabrikation und die unerwartet hohen Ertragnisse der neuen Tabalsteuer schwinden bei X'id)t: beiehen dahin wie Butter an der Sonne Tie Eingangs erwähnte Ziiiammenstclluug ging davon aus, daß im Jahre 1908 für dos Reick 91,1 Millionen, im Jahre 1910 aber 141,9 Millionen fcWavf aus Tabak aüfgekommen seien, fielt also eine Mehreinuahme L’dh «’0,2 Millionen Mark ergeben habe, loährcnd man für die Zeit nach Ueberwinduug der Schnierigteiteu des UedergangeS nur am 13 Millionen Mark mehr gerechnet und für 1910 sogar nur 35 Millionen in den Voranschlag eingestellt habe. In der rat sind aber 19()x im ganzen 102,1 Millionen nnd 1910 int ganzen 142,8 Millionen Marl ein gegangen, der Mihrertrag betrugt iciiad) nur 40,1 '.'.'Millionen Marl, es sind aiio nur ö,4 Millionen Mart über den Voranschlag hinaus emgegangen und das Mehl ertragnis ist hinter dem für den Bcharrungszustand errechneten Orträgnis um .3 Millionen Mark zurückgeblieben, And) die 5,4 Millionen mehr über den Voranschlag verwandeln jidi in iadi- i .-ritänbiger Bclcucktimb stir,die tabaksteuerfreuudliche Beweis- i.thrung in nichts, da ne in der Hanpoachc auf die Zigaretten teuer entfallen. Tiefe bat im Jahre 1908 im ganzen 15,3 Millionen, int Jahre 1910 aber 24,3 Millionen, also 8,7 Mil lwncn Marl mehr erbracht, wahrend sie an,Mehrbelastung durch das Steuergesetz von 1909 nur 4,6 Millionen Marl mehr erbringen sollte. Ter Heine Rest des Mehvcrtragnisics über den Voranschlag von !13 Million Mark findet seine Erklärung in der bereits erwähnten großen Steigerung der Rohtabalpreiie, die selbstverständlich auch in dem Ergebnis des Wertzollzuschlages ihren Ausdruck findet: beim aus rund 600000 Tovvcl.cnliier ucrizollzuschlagsp'lichtigen Rohtabal machen nur 2 Big. Preis fleigerung für 1 Pfund bei dem Wertzoll von 40 Prozent nahezu eine Million Mark Mehrzoll aus. Genau so wie mit dem angeblichen Mehrcrtrag verhält es sich mit der behaupteten Zunahme der Versteuerung und Verzollung von Rohtabal. Im Turchschnstt der Jahre 1904—1907, von welchein bei der Errragsberechnung der Wertzollsteuervorlage nusgegaugen worden ist, wurden 718 000 Doppelzentner verzollt und 259 000 Toppelzentner versteuert, zusammen also 977 000 Toppelzentner Rohtabal zur Fabrikation in den freien Verkehr genommen: im Jahre 1910 dagegen nur 712 000 Toppelzentner verzollt und 216 000 Doppelzentner versteuert, zusammen alio '.28 000 Toppelzeniner zur Fabrikation verwendet: mithin weniger en ausländischem Material 6000 Toppelzentner und an iiilän lisch.in Tabak 13 000 Toppelzentner, zusammen alio 49 000 Topretzcnincr weniger. Tazn kommt noch, daß sich untcrbeiien bic Bevöllertmg 41m mehrere Millionen vermehrt ha:, so daß «er Minderverbrauck' noch stärker wird, wenn man dies berück steinigt. Jrn Türchschnitt der Jahre 1904 07 wurden aus den ->:opf der Bevölkerung 1,57 Kilogramm Rohtabal Dcutene 1: und verzollt, und 1910 hätten nm Grund bicier Ziffern 1021000 Doppelzentner versteuert und verzollt werden müssen: es sind also 93 000 Toppelzentner weniger verbraucht worden. Einen weiteren durchschlagenden Gegenbeweis gegen die tabaifleuerfreunb luten Beschönigungsversuche erbringen die von Richard Ealwer iu seinen „wirtschaftlichen Wochenberichten" mitgeteilten Zahlen über die Gestaltung des ArbeitS'.narltcs für Tabakbearbeiiuug, welche eine erschreckende Zunahme der Arbeitslosen in den letzten Monaten ergaben. Selbst das Reichsarbeitsblatt schreibt unter dem 29. Mai 1911 wörtlich: „Tie Zigarrenfabrikatiou war int cbgelausenett Monat etwas besser beschäfligt, was darauf zuruck- rusühren ist, daß während der Ostcrrcicrto.ge ein lebhafterer Absatz ftattranb. Trotzdem blieben die Verhältnisse, wie aus Sachsen berichtet wird, durch das große Angebot von Waren zu herab- gesetzten Preisen nach wie vor schwierig. Ein Werk aus Rord Deutid-lcntb weist darauf vin, daß die Rachfragc nach billigen und billigsten Sorten, die nach der Tabaksteuer zum Teil mu Verlust, Juni Teil mit nur ganz ungenügendem Verdienste bergen’llt wer den iönnen, sehr stark genmchsen ist." Mit dem von gewisser Seite so georieieiten Wohlergehen des deutschen Tabakgewerbes ist es also „Eisig": aber das wird gewisse Leute nicht abhalten, die Wahrheit als „voltsverhetz.mde Angaben" ihrer politischen Gegner auszugeben. Wahrlich das Tabakgewerbe wurde 1909 von der Reichsgeietzgebung mir G.iß.'ln geschlagen, um bann noch obendrein fortgesetzt v?n oi'iziöser und tabaksteuerfreundlicher Seite mit Skorpionen gepeitscht zu werden: „In fast altci: Lindern b.stehr n POstverhältuis iwisck .l den Rechten der Beamten und den Pflichten. Tie andauernde Entwicklung der öffentlichen Betriebe lac ihnen '.ist täglich neue Verpflichtungen aufgezwungen, während die sehr kurze und sehr summarische Aufzälstnng ihrer Rechte noch heute dieselbe Form bat, nie vor einem halben Jahrhundert, wenn nickt gar die Per ’valtimg durch eine engherzigere und entstelltere Auslegung ihnen neue Fesseln anlegte. Tic internationale Föderation muß daher rastlos auf die Besserung der sozialen Lage der Kameraden aller Länder hinarbciten." Ein holländischer 2elegierter wies aber Darauf hin, daß^)ie Postbeamten, um ein Minimum von Rechten ober ein Statut z.i erhalten, je nach ben Üänbarn verschieden wirken muffen. Tic internationale Föderation könne also dabei nur einen moralischen Beistand leisten und die Be wegung durch 03elb unterstützen Ter Luxemburger Vorschlag wurde nach eiugehcndcr Erörterung säst einstimmig gebilligt. Tie Monieren^ (am ?,nr Beschlußfassung über bic Statuten einer internationalen Vereinigung. In diesen wird als Zweck Der Vereinigung die Förderung der Studien aller Fachfiagen, die Besserung der materiellen und moralischen Lage der Anhänger und die Organisierung der intcjmaiio* nalen 2olibaiirai unter Post und Telegraphen Beamten angegeben. Tic übrigen Verfügungen entsprechen denen für die bereits bestehenden internationalen Föderationen. Hervorgehoben zu luc^bcu verdient, daß die englischen Tclegiirtcit bei dem erwähnten Programmpunkte Der inlcr nationalen Solidarität unter Post und Telegraphen Beam ten ausdrücklich und bestimmt erklärten, ihre Mn mein bat verständen Darunter nicht, daß sie sich zu einem Ausstande bestimmen lassen würden, wenn man von ihnen einen solchen Ausblick ihrer Solidaritütsgefühle verlangte. Hungersnot in Lkjina. In den chinesisch-'n Pr.ui.: m Miaugsu und Anhwci ivütct feit dem rergangenen .s?crb;- . mc surckstbarc Hungersnot. Von der unmittelbar bevorstehenden Ernte erhoni man eine lirlciai terung der Lage, aber allem Anschein nach wirb Die Abhilfe nur eilte ganz geringe fein. Jin vergangen en Herbst haben die aus den Bergen lommenfin u 11 g e r. c u 1 c n IIsttenbie gesamte E r n i c 0 e r n i ch t e 1. Fluten haben auch iu i c b c r vor einigen Wochen gereutci, 10 daß das Erlrägnis der/Ernten ein io bescheibencs sein wir?-, baß bic Not nur vorübergehend verringert werben wird. Wenn man, so teilen englischc Blätter mit, von Shanghai aus sich ins Innere des Landes begibt, so sieht man allerorten gutes rrudstbarcs Land und ein ruhiges und zu friedcnes Boll, .lueedings v.t nirgends Reichtum bemerkbar. Wenn man aber über Naniing hinaus gelangt, ungefähr in eine Entfernung von 100 englischen Meilen, so ist man geradezu verblüfft von dem Anblia, der sich einem nun barbictci. Tas Volt, das in der oben erwähnten <9 egenb reinlich, wenn auch nicht nnpig genährt aus sah, bietet hier einen Anblick des Entsetzens bar. Bis aus bic M n0 chen a b g cin a g e r t c, hohl ii 11 g i g c unb tödlich bleiche Gesichter begegnen einem auf Schritt uno Tritt. Man ist ins Land d cHungers gelangt. Aber diese Menschen haben es verlernt zu ilagcn. Mit einer unsäglich müden Rcsiguailon, die ans Herz greift, fügen sic sich in ein Schick'al, eas ihnen ein Leben aitfcrlcgt, eas nicht nur men scheu unwürdig, sondern voll do.", totalen ick. Man traut es dielen Lenteu nicht zu, nur noch eine weitere Woa c leben zu können, so tödlich erschöpft tehen sic alle aus, und dock — bis zur nächsten Rcispcrteilung dauert cs noch volle 10 Tage! In jebem Torf lauert der Tod auf feine Ovfer. Tie Hungersnot erstreckt sich auf ein Gebiet, das 200 M eilen lang und 100 M eilen breit ist und unter der Geißel des Hungers seufzen nahezu 3 Millionen Menschen. Uub an all diesem Elend sind mir bic U eb cr s ch w c inm n n g c n Schuld, bic immer wieder das Land verheere!'.. Seit Jahrhunderlcn treten die reißenden Ströme tiefer Provinzen über die Ufer und vernichten bic Ernten. Tie Gebirge, aus welchen sic kommen, sind nämlich schon in grauen Zeiten ihres gesamten Bauinsdmmdcs beraubt worden, so daß die Schnecmassen, bic sich auf ihnen ansammeln, tic uncridwüilidieit Reservoirs der reißenden Ge birgsströme bilden, die als Erntcvernichter eine iurditbare Geißel des Landes bilden. Tie „vatriard)alische Regierung Chinas" wird iid) nur langsam ihrer Pslidstcn betvußt. Bor allem sind cs Anslänber, ^Missionare und sonstige Multnrpionierc, bic nunmehr daran gehen, die zerstörenden Flußläufe zu regulieren. Tie annciiidjc Rcgicrimg Hal bisher Pest unb Hungersnot als durchaus nonvenbige Maßnahmen bei Mutter Natur angesehen, um bic UebcrDölfcrung einzuschränken. Aber unanshalt ,am vollzieht sich bas Eindringen abcnbländisdic'.- Mnltur und Ideen duck in das ungeheure Gebiet des himmlischen Reiches. Kongreö der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands. ^-Leipzig, 7. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung begann gestern nachmittag im Saale des Zoologische^ Gar:.,i^ mit einer Sitzung des Gesamt lands. Nadi den üblichen Begrußungsanivrachen erstattete Prof. Tr. v. W enckstein einen Vortrag über bas Thema: „Arbeiter beroegung und Sozialdemolraiie". Tr luhrte 1: a. aus, der Idealismus in der eesialbemolratie habe sich erhcbny verflüchtigt und macke einem harten stlaf'citegoismus und Materialismus Platz. Ein Sieg der Sozialdemolraiie fei undenkbar, weil Staat unb Gesellschaft stark, jung unb entnickeiungsfähig feien. Beim Siege von Siaat unb Gesellschaft in den nächsten ^ayrzchnicn fei bie Gefahr na.;egerüit, daß die Arbeiterklasse in einen schlechteren Rechtszustanb zurückgcbrüac wird. Eine -arbfiicrcniiüidclungv feindliche RiÄumg bringe von allen Seiten an die für Verwaltung, Justizdienst uire. bestimmte deutsche Jugend heran, imo die nächsten Jahre würden möglid;errociic eine Den Wünschen für bie orniiDialung der Arbesteruane dura ras ungünstige Konstellation bringen. Tcs! alb stj Der ’elcieii an alle nicht fozialdcmotraufchen Arbeiter und Arbeiterorganisationen gerechifertigt, md?t untätig zuzuichcn, n ie bic Oucllcn für das Äacrsrum von Leistungsfähig- tcii und Arbeitertrast in Der Ärbeiterktasse durch die kommende Entwicklung verschüttet werden. Tic Aroeiier müßten aus dem Banne der Sozialdemokratie iurüdgciDonnen werden. Ter Mensch sei nick, nur etlancngencnc, er fei in erster Linie Person für sich. Ilm nur zu einem y.iaifenmitgiieb fiemveln, bedcute .ine Tcgra- batimi und im Falle der Sozialdemokraiie eine Aussd)alNi>lg an Der Mitarbeit an allem reinlichen Fortschritt. Ter Vorsitzende, Pastor 1?. Weber- M.-Gladbach, bat die Versammlung, an S:cllc einer Entschließung zu erklären, daß sic auf dem Boden des Bortragenoen üeyc. Tie Vcriammlung erklär, sich unter leöhasteir Brtoo-Rufen oi.nc Ausioeache bamu einverstanden. hessischer Lehrertag. ♦ Tic eigentlich.' Äauptvci samm lang de La n d cc- • lchrer verein- sand heute statt. Obmann H u i s Tarmstaot bcrcilhommncte ganz besonders kn Vertreter der fuatlichen nnd ßädiifchcn Behörden, .st reis rat Eckstein, Bürg, rmcister Wcigsld, Sckulrai Bauder, unb bcn Vertreter des Tcutschen Lehrervereius. Rektor Prezel Berlin. Husf betonte, de» LandeSlehrerocrein ist in seinen Grundsätzen wahrhaft religiös, irc.t monarchisch unb eckt national und vroteitien gegen andere falsche Unterst stlungen und Angrisfc. Namens der Belwrdc sprack' .strcisr.it Eckstein, namens der Gevieinde Auerback' Bürgermeister Weigold, im Auftrag de Scknl und Orlsaus'ci mics Pfarrer Eßl in g er, der am Zusammengehen von Mild*: und Sckmlc ui den großen Menichheite ui.d Erzichnngssragen hinwies. Rektor Prezel Berlin iprad) über die Tniwickcluna des Deulfcken Lehrervereinö imb besten 40 lährigc Geschichte Heute sind alle Bnnbcssl.iat.'N im Tculsck cu Lehrervercin vertreten, bi r dir Mehrzahl der beut- id'cn Lehrer umfaß!. Lehrer Siiin crnntcic dann eilten Bcrick)t über: „W elckc '?l n i 0 r b c r u n g c n iinb an ein 5 c 11 g e • m ä ß e v V 0 Iksseinl g_c s e tz zu stellen?" Tic Trage ist bereits in einem Ausschuß vorbereitet unb in her Fachpreu. be lstinbctt worden. Ter Redner fordert, baß eine Minne nicht mehr als 50 Schüler haben bürte, anstatt bisher 80 imb mehr. Tic Häufung des Unterricksts auf bcn Vormil tag ist venvcrflid; Tie Simullaufchule ist dringend ;:i fordern, die .stonsessionsschulc zu beseitigen. Tic allgemeine VoNsscliul' für die ersten vier Sr-ml jabre muß alle .stInder des beutiein-n Volles umfaven. Schulg io crhebnng ist zu verbieten Tie Lehrerbildung ist io zu regeln, baß Die künftigen Lehrer eine höheie Lehranstalt absolvieren unb dann ein zwei 1.ihriges Seminar besuch n Tic seitherige ein (eilige Maftenbilbung muß sallen Tie Pi i'ciuattoncti iinb zu beseitigen, der Organistcndicyst ist vi in Schnlatttt zu trennen, der Schuliorsiand soll entweder ganz sallen, oder der Lehrer । ck bcn Vorsitz führen, bic Lehrer n ähleu ein Mitglied in bic M.. 1 " schulkommissiou. Lehrer H. 5 di m 1 b t Gießdn hielt einen Vor trag über „Welche Forberungen stellen bic Fortschritte 111 In bustric unb Gewerbe an die Fortbildungsschule" Er wies auf Den gewaltigen Aufschwung von G.iverbe und Industrie 1, in Tiefer Entwickelung - müsse der Fortbilbungssdntlunlettidn Rechnung tragen In den Stadien iJtuic Verussunicrrick. em geführt werden, die Lehrer abci müssen auf ben Seminaren für bic verschiedenen Unterridtsgegcitstättd mein als bisher vorbereitet werden. Lehrer G r ü n Hlieislirchcti iprad) über „Tic F 0 r t b i l d n n g s s chü l c a 11 f d e m Land c". Er fordert lieber - nähme der Lasten der Fortbildnngs>d)iilc auf den Staat und bessere Bezahlung für den Lehrer Ter Unt.rrid : tnliifc spätestens 7 Uhr abends beendet sein, vielkid’t schon bis ■> Uhr. Ter Stoff ist aus dein praktifckcn Leben zu entnehmen, Unterrichtsfächer sind Lcscn und Aufsah, Rechten unb Geometrie, Versichentngsgesetze: je nad) dem Beruf der Schüler ist Lanbwirtschast oder Gewerbe zu bevorzugen. Zeichnen und Turnen gehören nicht in die frort- bilbungsichule Tje streiShaushaltungsid ttlcn find möglid'it 511 Mädd.niortbildungsichulcn anszngestilteit. 2lus ituö Land. Gießen, 8. Juni 1911. Lchonnitg der schenkenden Mutter Natur! Tie Zeit her Ausflüge unb Spaziergänge ist wieder gekommen nnd lockt Eltern nitb Minber ins liebe, sommerliche Grün hinaus, und cs ist schön, daß diese Lockung so lebhaft cmvfunbcn wird. Wenn dock) aber auch alle bedenken wollten, baß es ein Unrecht ist, bett anmutigsten Zauber ber Natur zn zerstören, indem sie Blumen 1111b junge Zweige avrcißen, um sic achtlos wcgzuwerfen Gewiß ist der fclbftgepfluckte Blumenstrauß daheim eine liebe Erinnerung an den schönen Sonntagsspazicrgang, aber müssen am Feiertagabcnd alle Wege, die zur Stadt führen, mit welken Blumen bestreut seist? Und klagt nickt abends aus mancher idyllischen Bank ein welker, vergessener Bluinc^ strauß die achtlose Sammlerin des Blumenmordes an? Ist es nötig, um eines einzigen Erikazwoigleins willen einen ganzen Busch zu entwurzeln? Wern die Schönheit unserer heimischen Fluren am 5:erzen liegt, der trachte nicht nur selbst daruack, sic zu schonen, sondern belämpfc mit Nachdruck das zwecklose Aus- raufen unserer herzlieben „wilden" Blitmen: er wird darin eine größere Kulturarbeit leisten als er denkt. Aehnlich wie den Blumen geht s ben Tieren. Müssen alle Raupen gesammelt ober vernichtet werden? Tie Raupen unserer ichönsten Schmetterlinge ernähren sick von Unkraulpslanzen: 10 lebt oas rounbcrlicbc Pfauenauge, das feine fammeten Flügel fo gern auf den durchwärmten Sand unseres Weges dicht vor unseren Füßen vertrauens-' selig ausbreitet — auf Brennestein, der geheimnisvoll lchöne Trauermantel auf jettblättriger Weide, der leuchtende Admiral auf struppigem Brombeergeranl und Neffcln. Ter Vorwurf der Schädlickkcit ist also eine bitter ungerechte Anklage, und der gaukelnde Schmetterling verkörp.rt ein solches Stück Sommcrglüce unb Sommerschönheit über der lonnentrunlDnen Landschaft, daß jeder gute Mensch seine Wiege und HinDcrftubc schützen sollte. Auch die flinken, bunten Eidechschcu unb Die dicken. Fröschlein — machen sie draußen, wo sic daheim sind, nicht riet mehr Freude, als in der öden Glasbüchsc oder Zigarrenkiste, in der sie ein jammervolles Dasein führen, dis ihr Heftern.eifter einsieht, daß alle gutgemeinten Bemühungen sie am Leben zu erhalten, fruchtlos itnb? Sie habens nicht verdien^ baß es ihnen in Menschenhänden so traurig geht! Was alle diese lieben Gescyöpfc uns m der Landschaft bedeuten, erkennen wir er ft daran, wie sehr sie uns fehlen, fobald unser Fuß italienischen Boden berritt. Ta grüßt uns kein Vogelgefang; Flinte und Schlingen haben unsere gefieberten Lieblinge hingemordet: Die Fröfchleiu finben wir gespießt und gebraten auf dem Tisch ivieoer, die Blumen gehen wagenweste in die Parsümcriefabriken. Zwar ist dort die 'Jiarur unerschöpflich reich, wir aber unter dem deutschen.Himmel muffen haushalten lernen. Und uns ist auch nicht alles ein Zeitvertreib oder Geschäft, was ireuchr und fleugt. Wir hängen mit dem Herzen Daran. Ta rum Schutz! Schutz! allen Den liebenswerten Hindern unserer heimatlichen Fluren! ** Postpersonal-Nachrichten Versetzt: Post- sckrelar Roth von Linbenscls nad) Griesheim, Post Verwalter tedei von Wcsthoicn nach Linocn'els, £bcr=Tclegravh:n- Astistent H r Ö cf von Tuisbnrg nach Mainz unb Postassiil.-nt T 1 r t) von Worms nad) Essen. — E t a t s m ä ß i g a n g u c 111 ■ Die Telegraphcngeljurinnen Heil in Lab-'.'cauheirn, 3 üj c c d in > Mainz, Stet ter in Gießen, Strauch in Tarmstao: und Schlachtgewicht 60—62.00 Mk.: vollfleischige Da 48.00-40.00 Mk., Lebendgewicht 47.00—49.00. Lik., -- Conti u m verein -5 für Marburg lt, daß 6ic Passiven 43527,97 und Uingegcnd wurde initgcreil: Preis 8 Zin. 49—52 88-92 90 8j 50 88 42 79 37 106-110 45 89 44-46 88-90 47 60 60—61 60—61 60 47-48 47 58 45—46 58-59 45 59—60 59 . . 46—47 46 gewicht Lpielplan öes Kurhaus-Theaters Bad Nauheim. Direktion: Hermann Steingoetter. Mittwoch beit Ter große 9lnme". Montag den 12. Juni Wetter ? Ische Beobachtungen der Station Siehe». 90-95 76-81 Juni 1911 46 51 84—87 91—95 65 59 65 47 82—85 77—80 85 93 Lebendgewicht Vollsleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend- 46 42 45—48 50—53 7 216 7* b“ 8. 1n 108 98 92 78 45-47 . 41-44 )( Marburg, 7. Juni. In einer heute int Amtsgericht abgehaltenen Gläuüig erv ers ammlung des in Konkurs geratenen Konsumve - c" mi* r ~ * Bull en. Pollfleischige, auSgewachsens, höchsten Schlachtivertes " Freitag den 16. Juni Sonntqg den 18. Juni Vollfleischige, jüngere . . . Fürs e n. Kühe. O chs en. Pollsleiscbige, ausaeniästete, höchsten Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt Junge, fleischige, nicht ausgeniäile und ältere ausgeinästete llngejochte . Zimmer nebit li ab au uermi II Näheres 1 Märkte. w. Alsfeld, 7. Juni. Zu dem gestrigen Psingstmarkt hatte die Sonne sich gut angestrengt, um der auswärtigen Jugend, die von allen Dörfern unseres Kreises massenhaft herbeigeströmt war, diese frohen Stunden nicht zu verderben. Ist doch auch dieser Tag für die Jugend beinahe der schönste Tag im ?>ahre. Aber auch aus den Dörfern des Kreises Ziegenhain hatten sich Mädchen und Burschen mit ihren schönen Trachten cingesundeir Kurzum, der diesjährige Psingstmarlt war sehr gut besucht und verlief in jeder Hinsicht in der schönsten Weise. Welche An- ziehungstraft der Markt besitzt, beweist, daß sich weit über 200 Kurgäste aus den nahen Bädern hier eingcfundcn hatten. st. Schotten, 7. Juni. Der gestrige Prämiierungsmarkt war infolge der im Kreise herrschenden Maul- und Klauenseuche für Rindviehauftrieb verboten : an Schweinen waren rund 150 Stück ausgetrieben. Tie Preise für Ferkel waren hoch, während die Preise für Einlegerschweine niedrig zu nencn waren. — Der Vergnügnngsmarkt am Nachmittag war verhältnismäßig gut besucht, wenn auch das gute Wetter den Zuzug aus der Umgegend etwas beeinträchtigte, so war doch der Besuch des Marktes von den Stadtbewohnern sehr gut. C) Nidda, 7. Juni. Ter heutige S ch w e i n e m a r k t war in Berücksichtigung der strengen Bestimmungen wegen der Maul- und Klanen!enche verhältnismäßig recht gut befahren. Dagegen war die Zahl der Kauflustigen mäßig. Die Preise blieben aui dem eitherigen Stande. Tas Paar 8 bis 10 Wochen alte Ferkel kostete je nach Qualität 50—70 Mk. Fette Schweine waren nicht aufgetrieben ; doch wurden solche an die hiesigen Metzgar für 55 Psg« und 56 Pfg. das Pfund Schlachtgewicht vertäust. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 7. Juni. Ausgetrieben waren 501 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 46.50—49.00 Mk., Schlachtgewicht 61.00—63.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 754,9 7 55,0 , . <54,3 , Kreis Friedberg. L. Friedberg, 7. Juni. Die Seminaristen unserer Sradr, die 1859 das'hiesige Lehrerseminar verließen, hielten gestern int Saalbau zn Homburg v. d. Höhe eine Zu- fammenlunst ab. Sie harten dazu ihre Klauenbrüder, die 1858 und 1860 vom Seminar abgingen, eingeladen. 16 alte Herren hatten sich eingefunden. Auch waren Angehörige der alten Lehrer erschienen. Rentamtmann Sch äs er von Gießen, ein ehemaliger Seminarist vom Jahre 1859 hielt den Verles ;ab. 15 Lehrer des Jahrganges 1859 sind noch odjn ’e. Weidemastschase Schw eine. Vollsleischige Schweine bts zu 2Zentirer Schlachtgewicht 59.00—61 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 47.0a—49.00 Mk., Schlachtgewicht 59.00—61 Alk.: Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht 00.00 bis 00.00 Mk., Schlachtgewicht 00.00-00 Mk. Sauen 00—00 Mk. Geschält mittelmäßig, säst geräumt. Limburg a. d. Lahn, 7. Juni. Fruchtmarkt. Durch« schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Jrenidsorte) 16,50 Mk., Korn 13,00 Alk., Gerste: , ultergerste 00,00 Alk., Braugerste 00,00 Mk.. Hafer Mk. 8,80, ( xbien 0,00 Kartoffeln 7,09-8,00 Bit. E. 6. Wiesbaden. V ie h b o a r k t b e ri cht vom 7. Juni. Auftrieb: Rinder 92 (Ochsen 36, Kühe 56, Bullen 00), Kälber 100, am 6. bis 7. JilNl — + 23,9’0. . 6. , 7. „ = -t- 9,5 "U Schweine von 100—120 kg Miiller'sche Badeanstalt. W a s s erwärm e der Lahn a in 8. Juni: 1 8 0 R. Höchste Temperatur Lliedriglte , Niederschlage — 0,0 mm. 14. Juni: „Wenn der junge Wein blüht. „Kollegen." Hierauf: „Erster Klasse." „Ter dunkle Punkt." Büchettifch. — Die Schlacht bei Wörth. Ein Führer über das Schlachtfeld. Bon Ma,or Rtidoli Mohr. Zweite vermehrte Auflage. 'A’iit großer Uebersichtskarte und 9 kleinen Gefechtskarten in Farbendruck. Preis geheiiet Mk. 1,20, geb. 1,60. Verlag von Emil? R o t h in Gießen. Tie vor 3 Jahren in erster Auflage erschienene Schrill des früher dem Jnianterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116 angehörenden Verfassers sollte zugleich als Führer über das Schlachtfeld dienen und den Verlauf der Schlacht auf Grund zuverlässiger Quellen in knapper, anschaulicher Form schtldern. Daß diese Absicht dem Verfasser in weltgehender Weise gelungen ist, geht aus den günftigen Urteilen hervor, die dem Buch besonders auch hl der militärischen Fachpresse gewidmet wurden, sowie and) aus der Tatsache, daß jetzt schon eine neue Auflage erforderlich geworden ist. Diese zweite illinmehr vorliegende Auslage stellt eine gründliche Durchsicht des Buches vor, das nach dem neuesten Stand der kriegsgeichichllichen Forschung ergänzt u>id dlirch wertvolle bis jetzt nock) nicht bekannt gewordene Mitteilungen bereichert wurde. Dazu haben zuverlässige MUleillmgen von an der Schlacht beteiligten Offizieren erheblich beigesteuert. Tie bel- gegebenen Kartenskizzen sind sehr anschaulich uiid bei aller Vermeidung allzii vieler Einzelheiten vollständig ausreichend zinu Ver- ständiiis des Buches und zur Cricntierimg auf dem Schlachtfelde. Ter Preis des hübsch ansgestalteten BucheS ist erslaiinlich geruch. - Paul Rohrbach, T e u t s ch l a n d nute r denWel i- Völkern. 3. Auflage, 8. bis 10. Tausend. Buch vertag der „öilie", G. in. b. H., Berlin-Schöneberg. — Daß von dem Rohrbach'schen Buche bereits ivieder eine neue Austags herausgebracht werden kann, spricht ebenso für die Vorzüge dieser anerkannten Arbeit, als dasiir, daß allmählich im denljcben Volke der Sinn für die Probleme der ausivänigen Voluik zu wachsen beginnt. In knappen llmriffeu veisleht es Rohrbach, uns ein Bild von der Wirtschalls- machl und Entwickelung der einzelnen Völker zu geben, und indem er die geschichtlichen und politischcii Zusanimenhänge der ver° gnngenen Jahrzehnte und Jahrhunderte anelnaiiderreiht, schließt er das Verständnis für die historische und ivirtschastllche Grundlage der internationalen Gruppieruiigen mb. Seil der letzten ^Auslage des Buches sind im Zusamnienhang mit der türkischen Erneuerung, mit dem langsamen Austvacheil Chinas ganz neue Volksprobleme in das Bewiißtjein der europäischeil Nation getreten, und mit dem Tode des Königs Ediiard hat die europäische Politik selber einen anderen Nythrnus erhalten. Anschaiilich uni) temperamentvoll, ohne engen Nationalismus, aber doch getragen von vaterländischem Vlachtwillen, zeickmet Rohrbach die Stelle, die Tciitschland in der internationalen Kräfteverteilung entnimmt. Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 48—52 36—91 Vollsleischige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 40—45 77—82 Steilere ansgeuiästete Kühe und wenig gut entwictette jüngere Kühe u. Färsen 35—39 70—75 Kalber. Feinste Mastkälber 64-66 1GG-1U Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 58—GO 96-100 Geringere Masi- und gute Saugkälber 54—37 Geringere Saugkälber . , .... 45—49 Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes^ I. V.: August Goetz. = „ E eef» CO.Q L-z! Sport. D. Süddeutscher R a o e c v erb a u d. Tic Meldungen zu der am Sonntag, 11. Juni, in Gießen stattfindenden 16. Regatta sind ziemlich gut ausgefallen, cie verteilen sich auf die einzelnen Rennen (die Reihenfolge entspricht der Startnummer- wie folgt: 1. Begrüßungsvierer: Gießener „Hassin", Kasteler „Germania", Mainzer „Fortuna", Offenbacher „Germania", Franifurter „Borussia". 2. Junior-Einer: Frankfurter „Alemannia" (K. Gugler), Gießener „Hassia" (F. Schußler). 3. Anfänger-Vierer: Mainzer Klub 1903, Frankfurter „Amicitia", Gießener „Hassia", Kasteler „Germania". 4. P reis der S!tadt Gießen (Vierer): Frankfurter „Amicitia", Gießener „Hassia", Frankfurter „Borussia", o. Junior-V i e r c r: Limburger R.-Cl. 1907, Mainzer El. 1903, Gießener „Hassia". 6. Verba ndspreis (Vierer): Gießener „Hassia", Offenbacher „Germania", Frautfurter „Borussia", Frankfurter „Amicitia", Mainzer „Fortuna". 7. L a h n P o k a l (Einer): Frankfurter „Alemannia" (K. Gugler), Gietzener „Hassia" (Ä. Jödt), Frankfurter „Amicitia" (E. Bechtolf). 8. 3. Vierer: Gießener „Hassia" 2 Boote. 9. Ernt unter ungSvicr er: Limburger R.-El. 1907, Mainzer Cl. 1903, Gießener „Hassia". 10. P r i n z- Heinrich-Preis (1. Achter-: Gießener „Hassia", Frankfurter „Amicitia^, Offenbacher „Germania". Für 1., 3„ 6., 7. und 10. sind von vormittags 8 Uhr ab Vorrcnncu. Bei ben neueren von Professor Junghahn und Or. Badete uotgenomnicnen Uiitcrlucbunneii der bctanntciicn biohlenmuicjaoe des Handels erwiesen sich i>r. Zucker'S Kohlensäurcbadcr nut ocu Kissen als die wirksamsten u. dabei im Gebrauch einfachsten, iiiv1/. Lebendgewicht 47—48 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Schafe 3, Schweine 315. Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine mittelmäßig. ‘ Preis Durch. Wolff in Bensheim. — Bestanden: die Postsekrctärprüsung Pvstassisteut A. Seeger in Mainz: die Telegraphcnassistcntcn- prüfung Telcgraphengcbilfe D a r rn stä d t e r in Darmstadt; die Postasslstentenprüfnng die Postgehilfen Görisch in Rieder-Ingelheim, Hisgen in Griesheim, Simmel in Lollar, Linker in Reichelsheim (Odcuw. , Matthes in Friedberg, S ch a r ch in Höchst, Stürmer in Erbach, Stolz in Kelsterbach, Nebel in Vilbel, Nhi in Jugenheim (Bergstr. , Wetzel und W olle mer in Mainz. — Angenommen: Landwirt Gg. H. Bend c r in Dietersheim als Postagent. — Freiwillig aus- geschieden: Telegraphengcbilnu Schomber in Gießen. — I u den Ruhestand tritt Postsekretär Gärtne r in Mainz. — Gestorben: Postsckretär a._ D. Hü11ig in Heegheim, Obertclcgraphcnassissteut a. T. Harting und Postgchllfin K ö h l c r in Darmstadt. ** T i e M ückenplage u n d ihre B c f ä m p f u n g. Die Belästigung durch Stechmücken (Mücken, Schnaken, Gelsen) ist in vielen Gegenden Deutschlands so groß, daß man mit vollem Recht von einer Mückenplage spricht. Bäder und Sommerfrischen, Wälder, die zur Erholung einladen, werden trotz aller Schönheit und sonstigen Vorzüge, wenn sic von der Mückenplagc heimgesucht sind, gemieden. Gelände in der Umgebung großer Städte, das sich zur Bebauung mit garrenumsäumteu Villen in jeder .Hinsicht eignen würde, bleibt der dort heimischen Mücken wegen oft unbewohnt oder doch minderwertig. So entstehen häufig nicht nur dem einzelneu, sondern auch Gemeinden und ganzen Gegenden recht empfindliche wirtschaftliche Nachteile. Es ist daher erfreulich, daß in neuerer Zeit die Bestrebungen, durch freiwilliges, gemeinschaftliches Vorgehen, durch behördliches Eingreifen und durch gemeinverständliche Belehrung der Bevölkerung diesem Hebet ab- z uh elfen, immer weitere Verbreitung finden. Zur Unterstützung dieser Maßnahmen hat jetzt das Kaiserliche Gesundheitsamt unter obigem Titel eine kleine Schrift herausgegeben, die nach einer Beschreibung der Entwickelung und Lebensweise der Mücken die planmäßige Durchführung der Belämpfungsmaßregeln durch Beseitigeu der Brutplätze und Vernichtung der Larven, Puppen und Mücken schildert. Die mit sechs Textabbildungen und einer farbigen Tafel aus- gestattete Schrift kostet nur 30 Pfg. Landkreis Gießen. r. Londorf, 7. Juni. Auch der gestrige Festtag des Gesangvereins „F r o h s i n n" verlief hier in schönster Weise. Vorn Montag ist noch zu bemerten, daß der Gesangverein Frohsinn den Hegarschen Chor: „In den Alpen" als Bcgrüßungslied sehr wirkungsvoll zum Vortrag brachte. Ein Vertreter des Mänucr- gesangvereins Grünberg überreichte als Angebinde ein prachtvolles Bild. Abends stellte der Turnverein Londorf einige gut gelungene Pyramiden. Gestern vormittag fand auf dem Fcstplatz Konzert statt, das gut besucht war. Um 2 Uhr wiederholte man den Festzug, in dem wieder die „Splnnstnbe" lebhaften Beifall fand. 9(ut dem Festplatz wechselten wieder Konzert, Tanz und Gesang. Ta auch einige benachbarte Gesangvereine erschienen waren, die ihre Lieder vortrugen, hatte das Publikum wieder einige sehr genußreiche Stunden. — Lollar, 7. Juni. Am 2. und 3. Psingstseiertag feierte der „Turn- und Gesang-Verein" sein 50jährigcs Beste h c n in den schön eingerichteten Räumen des Vereinslokals „Zum Schwanen". Bei der schönen Witterung und der Mitwirkung aller hiesigen Vereine sowie der Sänger von Wieseck und Altenbuseck verlief das Fest sehr schön, wozu der tüchtige Dirigent, Herr Heim, Kümmel von Wieseck, wesentlich beitrug. Um 2 Uhr nachmittags bewegte sich der Festzug durch den Ort zum Festplatz, woselbst der Vorsitzende, Weißbindermeister Franz Tauber t, alle Gäste begrüßte und den Ortseinwohnern für die schöne Schmückung der Häuser und besonders dem Ortsvorstand herzlichen Dank aussprach. t. Grünberg, 7. Juni. Daß eine Zeitlang bessere Preise für S ch l a ch t s ck>^v ein e bezahlt wurden, hat die Landwirte veranlaßt, sich namentlich auf die Schweinezucht zu verlegen. Das Ergebnis ist, daß jetzt so viel fette Schweine, aber keine Käufer vorhanden find. Da aber der Züchter die Schweine nicht ewig behalten kann, ist man zur Selbsthilfe geschritten. Die Züchter schlachten ihre Schweine selbst und verkaufen das Pfund zu 60 Pfg. Dieses hat aber einige Metzger in Grünberg veranlaßt, von ihrem Preise von 80 Pfg' auf 65 Pfg. herunterzugehen. Kreis Schotten. st. Schotten, 7. Juni. Einem schon lange bestehenden sehr dringenden Bedürfnis entsprechend will die Bayn- v'erwaltung in diesem Jahre die nun nicht mehr zu umgehende Erweiterung des hiesigen Bahnhofs aus- führcn lassen. Die Kosten sind zu 150 000 Mk. veranschlagt. Die interessierten Geschäftsleute begrüßen die Bahnhofs- erwciterung sehr, erhoffen sie doch dadurch eine sehr wesentliche Verbesserung der Ausladeverhaltniffe am Bahnhof. Seither kam es sehr oft vor, daß mancher Empfänger von Frachtgut oft eine oder zwei Stunden warten mußte, bis es ihm endlich möglich war, an den Waggon heranzukommen. --- Rain rod, 6. Juni. Dem schwerverletzten Heu- Händler Hainbach von hier, von dem wir kürzlich berichteten, geht eS in der Klinik in Gießen besser. Es besteht Hoffnung, daß er am Leben erhalten bleibt. Deshalb wurde auch fein Bruder, der ihn geschlagen hatte und verhaftet war, wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. )( Sellnrod, 7. Juni. Der Fertigstell ing der im Bau begriffenen W af f e r 1 e i tu n g sieht man mit Spannung entgegen. Wenn in einem Ort, wie dem hiesigen, nur ein Hauptbrunnen sich befindet, bei dem die Anzahl der auf Füllung harrenden Eimer gar oft nach Dutzenden zählt, jo wird diese Erwartung erklärlich. Man hoffr auf Vollendung der Leitung bis zum 1. Juli d. I. und Betriebseröffnung am 15. Juli. Die Kosten der Leitung schätzt man für unsere Gemeinde auf 48 000 Mark, für tue Nachbargemeinde Groß-Eichen auf 60000 Mark. Bei den Erdarbeiten sieht man viele Italiener. f. Aus dem westlichen Vogelsberg, 7. Juni. Tie Obstcrutc fällt nicht so reichlich aus, als man glaubte erwarten zu können. Tie Aepselbäumc )inb jo sehr vom Apfelstecher mitgenommen, daß viele gar keine Aepsel bringen. Leider geschieht in unserer Gegend sehr wenig, um diese schädlichen Käser abzuhalten. Ein Kalkanstrich im Februar oder März wäre schon von Nutzen. Noch besser wäre das Anlegen von Leimringen um den Stamm. Tie gewöhnliche Wagenschmiere tut hier schon gute Tienste. Es wird aber gern vergessen, daß der Leimring alle 4 Tage frisch angestrichen werden muß. Die Wintergold-Paromäne bringt noch einen leidlichen Ertrag. Auffallend ist, daß der immer so ertragreiche Gelbe Mecklenburger schlecht behangen ist. Ter Birnen- (rtiag ist gering. Tassclbe tarnt man auch von Zwetscheu und Kirschen sagen. und die Aktiven 23 700,05 Mk. betragen. Tie Ucdcrschul- dung beläuft sich aus 19 827,92 Mk. Es wurde beschlossen, die Geschäfte vorläufig fortzuführen, ferner soll mit dem Einziehen der Haftsumme von 30 Mk. bei den etwa 600 Mit- glicoerit der Genossenschaft sofort begonnen werdett. X. Hanau, 7. Juni. In dem Ueberfchwem- mungs gebiet des Kreises Gelnhausen ist heute eine aus 50 Mann bestehende Abteilung des in Hanau gar- nisonierenden Eisenbahnregiments Nr. 3 eingc- getroffen, um sich an den erforderlichen Aufräumung s - a r b e i t e n zu beteiligen. — In G c i s e l b a ch ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Als der Schäfer Ries mit einem Gehilfen Schafe schor, wurde ein Schas unruhig und schlug dem Gehilfen die Schere aus der Hand. Tic Schere flog dem Schäfer Ries in den Hals und durch schnitt hier die Schlagader, wodurch eine lebensgefährliche Verletzung entstand. -n- Tiez, 7. Juni. Gestern wurde nach dreiwöchiger Dauer die O r a n i e n st e iu e r Aus stellu u g geschlossen. Der Erfolg war sehr gut, es verbleibt ein Reinertrag von 1700 Mark.. K-Zmm- I rnit Zubehör und llscke Alice-Ludt am Leben. Neun waren erschienen, 50 waren es, die 1857 ins Seminar eintrateu. Emer dieser Veteranen hat rn^ch heute den Lehrerstab in der Hand. Aus dem Jahrgänge 18o8 wareit fünf erschienen, darunter einer aus Homburg selber, der hier schon tätig war, als Homburg noch einen eigenen elb ständig en Staat bildete. Ter Jahrgaitg l860 hatte zwei Herren geschickt. Ein Mittagsmahl und eine Fahrt auf die Saalburg beschlossen den Tag. - Nachdem am 1. Juni d. I. in Bad-Nauheim ein Milchaufschlag statt- gesunden hat und das Liter zu 22 Pfg. verkauft wird, olgen mit dem morgigen Tage auch die h i e f i g c n M ilch- 1 ändle r. Sie nehmen vom 8. Juni ebenfalls 22 Pfg. ür das Liter. x Steinfurth, 7. Juni. Tie ersten Rosen werden jetzt geerntet. Tie Rosenkulturen, die seit der Ver- mchtung des Löwschen Gutes an die Bauern imb durch die yelöbereiiügung sich bedeutend vermehrt haben, befinden ich in vorzüglichem Zustand und versprechen wie im Vorjahre wieder einen reichen Erlös. In unserer Gemarkung ind etwa 1000 Morgen Land mit Rosen bepflanzt. Einige Rofenzüchter bebauen allein je über 100 Morgen. Haupt- abfatzgebiete find Bad-Nauheim und der Berliner Markt. Tie Haupternte fällt in den August. x Nieder-Weisel, 7. Juni. Am 9. Juni wird in der hiesigen Komtur kirche der Johanniter- t a g für Hessen und Hessen-Nassau abgehalten. Außer den üblichen Beratungen und der Besichtigung des Krankenhauses, das bedeutend erweitert wiro, findet ein Festessen statt. x Bad-Nauheim, 7. Juni. Heute morgen fand in der russischen Kirche der erste G o t t e S d i e n st in der Saison statt; es war ein gut besuchter Festgottesdienst zu Ehren der Kaiserin von Rußland, den Propst v. Maltzew von der .russischen Gesandtschaft abhielt. Ter hier sehr beliebte russische Geisttichc hat im russischen Pfarrhause bei dem Vorsitzenden des Kur- und Verschönerungsvereins, Lehrer i .P. Wagner, Wohnung genommen. Hessen-Nassau. -1 5 Zii Noon Moderne 5-Z mit Balkon und ipatev au uermit -M Stbiiieiih ZJ-Jj Sdjöuc ziulinvfie Uli wiil Nah. 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