Montag, 9. Januar M Erstes Blaü W. Jahrgang GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen VeznqSpreis: monatlich 75 Pü, vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; drrrch diePost Mk.2.— vrertel- jährL arrsschl. Beitellg. Zeilenvrers: lokal 15 Pf., auswäils 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für ben volitifcheu Teil: August Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und ^Gerichtssaal": K. 9leu- rath; für ^Stadt und Land": E.öeö; für den Anzeigenteil: H. Beck. Nr. 7 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: ri er mal wöchentlich SiebenerZamilienblätler, ÄiDcunal ivÖchentl.KtctS: vlattfürdenNreirSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtfchaftliche Zettfragen Fernivrech - Arrschlüsse: für dre Redaktion 112, Verlag u. Exvedinon 51 Adresse für Depeschen: Annahm? von Anzeigen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. bis vo^nagT^uK Expedition für Büöingen: Vahnhosstrahe 16a. - Telephon Nr. 50. Die heutige Nummer umsafzt 10 Seiten. Die deutsch-russische Verständigung. Während dre englischen Blätter ihre Mißstimmung über idie deutsch-rus.ische Annäherung im allgemeinen verbergen, gelingt dies der französischen Pre.se schlecht, obwohl einige Variier Blätter, so das „Journal des debats", sich bemühen, hie Sache darzustellen, als sei die deutsch-ru,sische Verständigung Haupt,ächlich im russischen Interesse abgeschlossen worden. Manche Presseäußerungen stützen sich schon aus den angeblichen Wortlaut des deuisch-rus,ischen Abkommens über Persien. Darin heißt es u. a.: Artikel I: Tie russische Regierung erklärt sich bereit, sich, der Verwirklichung der B a g d a d b a h n nicht zu widersetzen, und sie verpflichtet sich, der Beteiligung fremden Kapitals au die,em Umernepmen lein Kstnoernis zu bereiten, unter der Voraussetzung, daß Rußland kein Opfer pekuniäre oder wirtschaftlicher Art aoverlangt wird. Artikel II: Um den Wünschen der deutschen Regierung ent- > gegenzukommen, die dahin gehen, die Bagdadbahn mit dem etwaigeii ^Retz der persischen Bahnen zu verbinden, verpflichtet sich die russische Regierung^ sobald dies Netz gebaut ist, den Ban der Linie zu verwirklichen, welche an den persisch-türlischen Grenzen die Linie von Sadphe nach Kanikin verbindet, so daß die Abzweigung der Bagdadbahn und die Linie von Kanikin nach Bagdad vervollständigt wird. Artikel III: Tie deutsche Regierung verpflichtet sich, keine Eisenbahn in einer anderen Zone zu bauen, als die Linie Bagdad zur russischen Grenze und Noro-Peräeu-Kamliu, und ihrem materiellen ober diplomatischen Beistand keinerlei Unternehmungen in dieser Zone zu leihen. Tie deutsäze Regierung ertlärt, daß sie in Persien leine politischen Interessen habe uiiü Kur kommerzielle Ziele verfolgen werde. Anderseits wird die russische Regierung forlsahren, dem Handel Deutschlands in Persien den Grundsatz der absolut gleichen Behandlung zuzuerkennen. Der russische Minister Sasonow hat auf eine Anfrage diesen Wortmut nicht gerade verleugnet, wahrscheinlich ijt er aber zum mindesten mnvollständig, da ja. die vom Reichskanzler angedeuteten Stellen fehlen. Petersburg,?. Jan. Sasonow antwortete einem Vertreter der „Nowojf Wremfa" auf die Frage wegen des angeblichen Dokuments über den Inhalt der Potsdamer Unterredung, das von einem englischen Blatt veröffentlicht wurde, folgendes: „Es sei in der Diplomatie nicht üblich, Mitteilungen über schwebende Verhandlungen zu veröffentlichen, außerdem erscheine es ihm überflüssig, beä der gegemuärtigen Gelegenheit über die Potsdamer Unterredung sich zu äußern, da er nur wiederholen könne, was er der „diowoje Wremja" im Oktober gesagt habe. Wenn die Unterhandlungen der Mächte ein Uedereintommen erzielen würden, so würde dies kein Geheimnis bleiben, sondern in vollem Umfang veröffentlicht werden. P a r i s, 7. Jan. Der Londoner Korrespondent des „Echo de Paris" telegraphiert: Ter heute veröffentlichte Wortlaut des russisch-deutschen Abkommens-Entwurfes bestätigt den pessimistischen Eindruck, welchen er im Hinblick auf die englisch-russischen Beziehungen hervorgerufen hat; man meint zwar, daß das französisch- ruffifche Bündnis unversehrt sei, und hofft, daß die Triple- enlente fortbestehen werde, doch sei es unleugbar, daß Sassonow durch seine Verständigung mit Berlin den Geist des englisch-russischen Paktes vom 31. August 1907 verkannt habe, mit welchem durch die Verständigung über die asiatischen Jnreressen die europäische Solidarität der beiden Vertragsmächte hergestellt worden sei. Es werde nunmehr Aufgabe der englischen und französlschen Diplomatie sein, die Tripleentente in Europa, wenn schon, in diesem Sinne kräftig zu erhalten. Ein Sonderberichterstatter des „Matin" telegraphiert aus Petersburg: Die Behauptung, daß die Potsdamer Zusammenlunst den Anfang vom Ende der Tripleentente und sogar des französi,ch-ru,llschen Bündnisses bedeute, daß die Verhandlungen betreffend Persien das Vorspiel einer allgemeinen Verständigung des Dretkaiser-Bundes feien, daß Rußland seine Freundschaften, seine Sympathien und seine Politik je nach den Jahreszeiten wecysle, ist eine große Beleidigung für den Kaiser Nikolaus, der erst vor einigen Tagen zu jemandem aus seiner Umgebung geäußert hat, die Tripleentente ist sefter als die Triple- All ia nee. Ter „Temps" schreibt über die russische Note betreffend das russisch-deutsche Abkommen: Frankreich tonne darüber nicht erstaunt sein, daß fein Bundesgenoise die asiatischen Angelegenheiten so behandelt, wie es die afrifaiufd?en Angelegenheiten behandelt. Das französisäi-deutsche Maroktoabwmmen von 1909 geht von denselben Grundsätzen aus, wie das russisch-deutsche Abkommen von heute. Das Gefüge der Bündnisse wird weder durch das eine noch durch das andere, Abkommen berührt. Aoer nnnn wir au, richtig sein wollen, müßten wir gestehen, daß die russisch- deutsche Verständigung uns Franzosen einige Gewissensbisse einflößen kann. Rußland hat durch billige Ausgleiche mit Englanb und Deutschland das Gebiet seiner asiatischen I n t e r ej f e n von etwaigen Widerständen frei g e m ach t. Frankreich hat seit zehn Jahren für den Schutz und die Entwicklung feiner Interessen in Syrien und Mesopotamien nichts derartiges getan, aber Frankreich könnte noch immer das B e i s p t e l s e i u e s B n n de s g e n o s s e n u a ch- ahmen. Sollte es nicht, um sein syrisches Eisenbahnnetz lebensfähig zu machen, sich mit England und Deutschland D e r ft ä n b i g e n, bamit das anbere ihm den Weg nach Aegypten, das letztere ihm den Weg nach Vtesopotamien öffnet. Das „Journal oesu- ebn iv |u/ecdH uver oas russisch- deutsche Aöiommen: Wir haben dura-au-- nichts dagegen einzu- wenden, daß Rußland und Teuifchlapd |ia> inner einander bezüglich! des Baues von Eisenbahnen in Zentraiasien und Westasten 'verständigen. Höchstens tonnen roir darüber das Beoauern aussprechen. daß die rustische Regierung io lange gebraucht hat, um ihre Interessen bei dem Bagdadbahnunternchmen zu erkennen uiw das sie die uns ursprünglich bargebotene Gelegenheit vernachlässigt hat, bem fransö|i|üprniniu;cn Eiultuk einen größeren Anteil au dem Unternehmen zu sichern. vom hessischen candesanrschich der Nationalliberaien. Darmstadt, 8. Jan. Der Landesausschuß der Nativnalliberalcn Partei für das Großyerzogtum Hessen hielt heute vormittag im Gartcn- saal des städtischen Saalbaus eine außerordentlich zahlreich aus allen neun hessischen Reichstagswahltreisen besuchte V e r t r a u e n s m ä n n e r v e r s a m m l u n g ab, die über fünf Stunden andauerte und zum einzigen Gegenstand der Beratung die b c v o r st e h e n d e R e i ch s t a g s w a h l u n d die Stellung der Partei dazu hatte; auch fast sämtliche hessischen Abgeordneten der Partei wohnien der Beratung bei. Ten Vorsitz führte Reichs- und Landlagsabg Tr. Osann, der die Versammlung mit herzlichen Worten begrüßte und nach Feststellung der zur Teilnahme an der Beratung berechtigten Delegierten einen einleitenden Bericht über die gegenwärtige politische Lage erstattete, der mit allseitigem Beifall au,genommen wurde. A.sdann erfolgten die Berichte der einzelnen Wahlkreisoorsitzenden über den Stand der Verhältnisse in den verschiedenen Wahlbezirken und daran schloß sich eine eingehende Ansprache, an der sich natürlich nur die offiziellen Delegierten der Partei beteiligten. Die Versammlung nahm am Schluß der Aussprache mit allen gegen 8—10 Stimmen unter rnutem Beifall folgende von Rechtsanwalt Kaufmann- Gießen vorgeschlagene Entschließung an: „Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei Hessens billigt die Austastung, die der gefchäftssührende Ausschuß in feinem Schreiben vom 11. und 19. Oktober 1910 an den hessischen Landcs- itorftanb der fortschrittlichen Volkspartei niebergelegt hat. Er hält auch seinerseits die Zersplitterung der bürgerlichen Parteien nur für verderblich und die Sozialdemokratie för- v-ernd. Der Landesausschuß würde es mit Freuden begrüßen, wenn bei der bevorstehenden Reichstagswahl über ganz Hessen eine Einigung der bürgerlichen Parteien in bem Kampfe gegen bie Sozialdemokratie als gemeinsam: Gegnerin ermöglicht werden könnte und fordert die einzelnen Wahlkreisorganisationen auf, in diesem Sinne die Verhandlungen über die Ausstellung von Kandidaten zu führen." Nach Annahme dieser Entschließung erfolgte noch die Ergänzungswahl für drei ausgeschiedene Mitglieder, für welche die Herren Landtagsabg. Oberbürgermeister Köhler-Worms, Handelskammersyndikus Meesmann- Mainz und Mühlenbesitzer S ch ud t-Friedberg gewählt wurden. i * Zu vorstehendem Bericht wird uns weiter noch geschrieben: Aus der Schilderung der einzelnen Wahlkreisvertreter ging hervor, wie verschiedenartig gelagert die Parteiver- yältniste in Hessen sind und wie fast in jedem Wahlkreis eine andere Konstellation in der Parteigruppierung zu verzeichnen sein wird. Wir haben rein länoliche Wahlkreise, in denen naturgemäß der Bund der Landwirte eine hervorragende Stellung einnimmt, und dann wieder solche, in denen die Jndustriebevöllerung eine Hauptrolle spielt und in welchen deshalb alle bürgerlichen Kräfte aufgeboten werden müssen, um sich der sozialdemokratischen Gefahr zu erwehren. Weiter haben wir Wahlkreise aus städtischen und ländlichen Wählern gemischt, in welchen Rücksicht auf .linksliberale Wähler $u nehmen ist. Bei dieser Sachlage kann von einer einheitlichen Gestaltung der Wahlen durch ganz Hessen nicht wohl die Rede fein, sondern es müssen oie einzelnen Wahlkreise aus ihren Verhältni.sen heraus und in Verbindung mit benachbarten Wahlkreisen mit ähnlichen Verhältnissen die Entscheidung treffen, welche Verbindung durch den geschäfis,ährenden Ausschuß ent.prechend bem Parteistatut gefördert wird. Es erscheint aber gerade bei der Verschiedenheit der Verhältnisse auch angezeigt, wenn nicht von einer Zentrale aus Parteiparolen gegeben werden, bei welchen die Befürchtung besteht, daß pe die Wähler doch nicht befolgen werden. Somit mußte auch jedem Wahlkreise bis zu einem gewißen Grade die Freiheit der Entschließung gegeben werden. Tie vorstehende Entschließung bedeutet aber dabei zugleich die Betonung des Grundsatzes, — der übrigens einmütig von der Versammlung angenommen wurde, — daß man dem bedrohlichen Anwachsen der Sozialdeuioiraiie Mil aller Schürfe eillgegenzutrechii habe. Dabei wollte man die Reihen nicht daouciy schwächen, daß man die Wähler, die zusammenzustehen hätten, bei bem ersten Wahlgang in einen Zwist verwickelte, aus welchem sich Line einheilliche Schlachtreihe gegenüber der Sozialoemocralie ergeben würde. So bedeutet die Entschließung nur eine Fortbildung der auf dem Parteitag in Kassel von Bassermann ausgesprochenen Idee, daß man es den Organisationen der Provinzen ober der Wahlkreise zu überlasten habe, wie die für die nalionalnberale Partei gun,iig,te Sieg^saussicht geschaffen werde. Tabei muß mit Entschiedenheit betont werden in erster Linie volle Sekbststänoigteit der Partei nach rechts und liNiS, auch Hervortehrung der Gegensätze gegenüber den auf der Regien stehenden Parteien, wie aber auch die Betonung der w.rtschaftllchen Fragen gegenüber der fortschrittiia)en Vollspartei. Auf diesem Wege der Selbständigkeit wird auch die nalionalnberale Parier fortzuschreiten haben, um nicht durch allzugroße Annäherung an die Parteien von rechts ooer lints vet der Wählerschaft in Mißtredit zu kommen. Das |i,iD die allgemeinen slchtsp nulle, die in der Versammlung von den verschiedensten Strömungen in der Partei in den Vordergruno gepellt wurden um) die dort aua) fast gin|niumlge Bullgnng gesunden haben. Zur (Eröffnung der preußischen Landtages. Aus Berlin wird uns geschrieben: \ Der Landtag tritt, wie bekannt, am 10. Januar zu, einer neuen (Scj)ion zusammen. Nach der Erüssnung 'des Landtags im „Weißen Saal" des Berliner Schlosses, bic ■ durch ben Ministerprä,ibenlen v. Bethmann-Hollweg nach ben veränderten Reisedispostlivnen des Kaisers erfolgen wirb, hält bas A b g e o r d n e t e n h a u S fane erste Sitzung am gleichen Tage um 1 Uhr nachmittags ab, in ber ber Finanzminister Lentze ben neuen Etat enibnngeit wirb. Voraus,ichtlich wird alsdann bas AbgeordnelLUhilUs eine mehrtägige Pause eintreten lassen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zum Etat Stellung zu nehmen. Von. ben in Aussicht gestellten Entwürfen bürste dem Abgeordnetenhaus in der nächsten Woche nur bas Zwecksverbandsgesetz zugehen, während die anderen Gesetze ersr später vorgelegt werden sollen. — Tas Herrenhaus Wirb am 10. unb 11. Januar zwei kurze geschäftliche Sitzungen abhalten und sich alsdann auf unbestimmte Zeit vertagen. Ihm werden in nächster Zell zugehen die Wege- Ordnung für Ostpreußen, die rheinische Landgemeindeordnung und das Wegereinigungsgesetz. Im Mittelpunll des Jnteresjes steht neben dem Staats-^ Haushaltsetat für 1911, der ja die im allgemeinen günstige Finanzlage Preußens erkennen lassen joü, so daß von Anleihen und Steuererhöhungen wahrscheinlich abgesehen werden kann, das Gesetz über die Zulassung der fakultativen Feuerbestattung in, Preußen. Was außerdem den Landtag tu seiner neuen Session beschäftigen durfte, läßt sich in aller Kürze auszählen. Es sind: das bereits ertvahnte Zwecks- veroandsgesetz, welches die Bildung von Zweaverbänden städtischer Gemeinwesen zur Lö,ung gemeinschaftlicher Aufgaben ermöglichen soll, eine Vorlage auf dem Gebieta des Fürsorgeweiens, durch die der Verwahrtosung der Jugend mehr als bisher vorgebeugt werden soll, eine Novelle zum Gesetz, betressend die Dienstvergehen nichtrichterllcher Beamter, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens im Disziplinarverfahren einführen will, eine Vorlage über den Ankauf von Fischereiberechtigungen durch den Staat, um bic Streitigkeiten aus Anlaß ber Schädigungen der Fischerei durch den Ausbau von Wasserstraßen zu beseitigen, Ge setzesvorlagen über die Regelung der Schulpfllcht der Taub stummen, über Einführung des Fortbiloungsschul.wanges in Gemeinden über 10 000 Seelen und über Errichtung ländlicher Fortbildungsschulen, eine Vorlage betrefseno das Schleppmonopol auf den Wasserstraßen, ein Entwurf zur Bekämpfung des Prämienlosenschwinoels, ein Starkstrom gesetz, eine Nebenbahnvorlage, sowie einige Ciiigemeindungs- vorlagen. Dazu noch zwei weitere Vorlagen aus dem Ressort der Bauverwaltung, mit denen sich schon bas Herrenhaus in seiner letzten Tagung beschäftigte, nämlich die Vorlage über bie Reinigung Der Straßen unb über die Wegeordnung in Ostpreußen. Sine amtliche Erklärung über Sas Zilwachzsteuergcsetz. Die „Nord d. ,A l l g c'm. Z t g." schreibt in ihren Rückblicken: „Bald nach Wiederbeginn ber Sitzungen wirb ber Reichstag bie Beratung über bas Zuwachssteuer- gesetz zu Ende führen. Wie wir hören, besteht bie Absicht, mit ber zweiten Lesung bes Entwurfs etwa am 16. Januar zu beginnen. Dadurch wird die unentbehrliche Grundlage für die weitere Beratung des Etats geschaffen. Tenn bei Ertrag der Zuwachssteuer bildet einen entscheidenden Bestandteil der Einnahmen, welche erforderlich s.nd, uni bei Hinzutritt der Heerestierstärkung und der üe.buflerien Veteranenversorgung das Gleichgewicht des Etats zu erzielen. $n dem wichtigsten Grundsatz ihres Finanz-Programms, keine neue Ausgabe ohne gleichzeitige Deckung einzustel.en, werden die verbünde.e.i Regierungen unbedingt festhalten; bie Part.i.n des R.ichs- tages haben sich nichr minder entschlossen gezeigt, ihn wie für 1910 auch für den nächstjährigen und die folgenden Etats mit Strenge durchzafuhren. Nachdem das Zuwachssteuergesetz jetzt in dreimaliger Lesung in der Kommis,ion eine über das gewöhnliche Maß weit hinausgehende Durcharbeitung erfahren hat und aLe Einwendungen zu wieder- holten Malen durchgesprochen worden sind, dar, Dorau^- gesetzt werden, daß der Reichstag dem von ihm selbst unter Zustimmung wcillster Vollskreise angeregten Gedan.en nunmehr den C.,araller einer endgülligen usn)lie„ung geben wird. Die Tragwei.e dieser En.schl.eßung i,i so groß, daß sie durch beit Widerstand vercinzllker Gruppen und ortllcher Jnteres.en nicht mehr wird beeinträchtigt werden lönnen." Der König von Spanien auf afrikanischem Boden. König Alfons hat die von Spanien nach langen unb heißen Kamp,en an der afrLan.fujen Küste erstrittenen Er- solae durch einen persönllchen Be.uch gekrönt. In Melilla wurde am Samstag bei strömendem Regen in Geaen- wart des Königs, der in feiner Beglellung be.inbllchen Minister und seines Ge,olges eine Fewme.se zelebriert. Sparer wohnte König Al,onso ber Ucoerreiajüng neuer Fahnen m Regimenter bet unb nahm den Vorbeimarsch von 10 000 Mann entgegen. Im einz.lnen wird gone/bet: ■ 110'A 2an. ,>er König Alsans begab jidi gestern n Begleitung des Mlnmerprästoemen E a n a l e i a s uno des Krl.g-- und MarmeniiNiners unter lebyasten Zurufen dc? Menoc an taub. An Bord begrüßte iyn per Gouverneur Ä i enge taiiifcyem Boden bewillkommneten die Beyolloen und ber trän zoiiiwe General Toutee den König. Nacy Anlwruna Oe? ° Metz ernannt, Generalleutnant v. Dietlein, Kommandeur der 19. Division, früher Kommandeur der 50. Jnf.- Brigade, wurde zur Disposition gestellt. Dem Wochenblatt zufolge wurde der General der Infanterie von Heseler, Chef des Jngenieur-Pionierkorps, unter Belassung ä la suite des Gardepionierbataillons zur Disposition gestellt. Der Generalleutnant und Gouverneur von Metz, Mudra, wurde zum Nachfolger ernannt. und die eingeborene Bevöllerung vegrunren ven König auf das Lebhasteste. Der König vollzog die feierliche Einweihung des Denkmals für die Gefallenen im Riffeldzug. Später empfing der König den General Toutäe und bat ihn, der französischen Regierung die herzlichsten Grüße zu übcr- drid, 7. Jan. Aus Malaga wird amtlich gemeldet: .Als der König das Palais des Gouverneurs betreten wollte, siel der Revolver einer Zivilperson mit lautem Knall zur E r d e u n d entlud si chm i t lautem Knall. Unter den umstehenden Personen ist eine Panik ausgebrochen, wobei zwei Personen leicht verletzt wurden. Tie auswärts verbreiteten Gerüchte, der Ersen bahn- ,3 u ö , mit dem auf der Reise nach Melilla befindlichen Gefolge des Königs sei entgleist, ist falsch. Aus Tanger wird gemeldet, es habe Befremden erregt, daß Muley H a f i d es unterlassen habe, den König von Spanien anläßlich dessen Reise nach Melilla durch weine besondere Mission zu begrüßen. Die Unterlassung dieser Höflichkeit sei um so bedauerlicher, als der Sultan durch die Entsendung einer besonderen Botschaft seine Souveränität in den Äugen der Riffleute nur bekräftigt hätte. Tanger, 7. Jckn. Die Zusatzbestimmung zum spanischmarokkanischen Abkommen sieht den Rückkauf des Telephondienstes von Tanger durch den Wachsen vor. Der Dienst wurde bisher von einer spanischen Gesellschaft betrieben. Der gegenwärtige Direktor wird der technische Leiter dieser neuen Verwaltung, Die dem öffentlichen Arbeitsamte angegliedert wird. 2htd Hessen. Dem Besichtigungsausflug des Finanz- Ausschuss es der Zweiten Kammer am'verflossenen Freitag nach Mainz hatten sich Geheimrat Becker sowie Oberbaurat Klingelhöfer angeschlossen. Bei Besichtigung des neuen Justiz- yebüudes begrüßte Landgerichtspräsident Hangen die Gäste, Bauinspektor Beck gab die technischen Erläuterungen. — Oberstaatsanwalt Dr. Schwarz nahm an den Besichtigungen ebenfalls teil. — Es folgte dann ein Besuch des neuen Provinzialarresthauses. — Nach gemeinsamer Tafel im „Restaurant zum Kurfürsten" fand ein Besuch der neuen Kellereien der Weinbau- domänen-Verwaltung mit einer Kostprobestatt. — Die Zeit war inzwischen soweit vorgeschritten, daß der beabsichtigte Besuch des Kurfürstlichen Schlosses mit einer Besichtigung der Alzeyer Irrenanstalt verbunden werden soll. * DenHches lKeicb. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Am 9. Jan. feiert das Fürstenpaar von Bülow das Fest der silber- ;nen Hochzeit. Von weiten Kreisen der europäischen Gesellschaft, voran denen der deutschen Reichshauptstadt, wird der Familienfeier aufrichtiger und warmer Anteil entgegengebracht. Wir wünschen dem fürstlichen Paare, das den Tag in dec Villa Malta zu Rom begeht. Glück und reichen Segen. Der Stadtverordnetenversammlung in Berlin ist der Kauf- Itiertrag über den Erwerb der Wuhlheide zugegangen. Danach erwirbt Berlin für lOr/z Millionen 2108 Morgen zwischen Rummelsburg und Köpenick. Hiervon sind 500 Morgen für einen Volkspark vorgesehen. Aus Diez wird uns geschrieben: Heute nachmittag fand hier die Wahlkreis-Konferenzder Fortschrittlichen Volkspartei des 4. nassauischen Reichstagswahlkreises statt, die sehr gut besucht war. Die Berichte über die einzelnen Ortsgruppen sprachen faj| durchweg von stetiger Entwicklung. Als Reichstagskandidat wurde nach längerer Aussprache Rechtsanwalt Güth-Wiesbaden mit Stimmenmehrheit aufgestellt. Sollte jedoch für Nassau eine Einigung zwischen der Fortschrittlichen Volks- Partei und den Nationalliberalen zustande kommen, so würde sevtl. Herr Guth zugunsten einer nationalliberalen Kandidatur zurücktreten. Eine öffentliche Versammlung mußte wegen Erkrankung des Redners, Dr. Goldschmidt-Frankfurt, ausjallen. 2liislaitö. Aus Wien wird berichtet: Am Samstag abend fanden sich tbie Vorstandsmitglieder des Deutsch-Nationalen Verbandes Dr. Freiherr von Chiari, Dr. Groß, Dr. Sylvester Wolf wieder zu einer längeren Besprechung bei dem Ministerpräsidenten von Bienerth zusammen, wobei Wolf die Bedenken, die in der Partei gegen die geplante Zusammensetzung des Kabinetts bestehen, vorbrachte und die Erklärung abgab, daß es ihm unmöglich sei, für die Deutsch-nationale Partei hinsichtlich ihrer Haltung gegenüber der künftigen Regierung eine bindende Zusicherung zu geben. Der neuernannte österreichisch - ungarische .Botschafter in Paris, Graf E e c z e n, iit am Sonntag dort zu kurzem Aufenthalt eingetroffen, welchen er zur Vorbereitung seiner Installierung im Botschafterpalais benützen will. : In Lissabon waren am Sonntag die Geschäftsräume dreier monarchistischer Zeitungen gewaltätigen Angriffen ausgesetzt, bei denen Betriebsmaterial zerstört wurde. Die Gcschästs- räume sind deshalb unter den Schutz des republikanischen Militärs gestellt worden. Aus Petersburg wird gemeldet: Gegenüber den ungünstigen Meldungen auswärtiger Blätter über den Gesundheitszustand der Kaiserin teilt die Petersburger Telcgraphen- agcntur mit, daß in dem Befinden der Kaiserin keinerlei Verschlimmerung eingetreten sei. Im „Matin" wird behauptet, der Rücktritt des päpstlichen Nuntius Belmonte sei weit bedeutsamer als man ursprünglich angenommen habe, denn er entspreche einem gro^angelegtenPlanedesPapstes, der die diplomatischen Vertretungen des Vatikans überhaupt u b s ch a f f e n und die Kirche zu ihrem ursprünglichen Zustande zurückführen wollte, wo der Papst keinerlei. diplomatische Vertretungen mit den weltlichen Mächten notwendig hatte. Der „Köln. Ztg." wird aus Konstantinopelunterm 6. d. Mts. gemeldet: Einem Gerücht in unterrichteten Kreisen zufolge soll der Großwesier Hakki Pascha 'bald zurücktreten. Sie rumänische Regierung hat der Firma Siemens & Halske die Ausführung des neuen Telephonamtes in Bukarest für 14000 Teilnehmer (erster Ausbau 6000 Teilnehmer) nach scharfer Konkurrenz gegen europäische und amerikanische Firmen übertragen. Das alte, zu ersetzenoe Amt war ameritanstchen Systems. Ein Morgenblatt meldet aus Teheran: Tie schwebende Schuld der persischen Negierung bei der russischen Bank von 1200 000 Pfund Sterling soll in e.ne siebenprozentige Anleihe konsolidiert werden, mit Amorri- fationssonds zur Rückzahlung der Anleihe in fünfzehn Jahren; da die gezahlten Zinsen zwölf Prozent und zeitweise mehr betrugen, wurden bedeutende Erfpar.ti.se erreicht. Um den amerikanischen Schiffsverkehr gegen ein ausländisches Monopol zu schützen, brachte das Mitglied des Repräsentantenhauses in Washington, Humphrey, im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf ein, nach welchem Schiffe, die den Linien irgendeiner ausländischen Schisf- fahrtsvereinigung angehören, dura) Geldstrafen von den amerikanischen Hä,en ausgeschlosien werden sollen! Aus Urmia wird gemeldet: Wie aus Choi gemeldet wird, b e s ch o s s e n die Didais aus dem Hinterhalt ben ü o r ü beriet t e n b e n türkischen Konsul. Tie Schuldigen wurden auf Ersuchen des Konsuls verhallet. In der Bevölkerung, die «sich über die Verhaltungen erregt, macht sich gegen die Türken eine Agitationsbewegung bemerkbar. Hccr mit jtötte. Berlin, 7. Jan. Generatteuenaur v Oven, Kommandeur der 7. Division, wurde zum Gouverneurvon Deutsche Kolonien. Der Kolonial st aatssekretür beabsichtigt laut „Deutscher Tageszeitung" im Frühjahr die Kolonie Süd-West- Afrika zu bereisen. 21 ns StaOt unO Land. Gießen, 9. Januar 1911. Die Bevölkerung Hessens. zählt nach einer vorläufigen Zusammenstellung der Zentralstelle für die Landesstalii'uk, die im Darmstädter Regierungsorgan veröffentlicht wird, nach der letzten Volkszählung 1282 109 Personen gegen 1 209 175 im Dezember 1905. Die Zunahme beträgt also nur 72 934 oder 5,7 Prozent gegen 90196 oder 8,1 Prozent im vorhergehenden Jahrfünft und 80 870 oder 7,8 Prozent von 1895 auf 1900. Am stärksten sind die beiden industriellen Kreise Offenbach und Groß-Gerau gewachsen, nämlich um 12,7 und 10,9 Prozent, doch hat auch die Bevölkerungsvermehrung im Kreis Offenbach gegenüber den beiden vorhergehenden Jahrfünften erheblich nachgelassen. Im Kreis Groß-Gerau hat sie sich auf der Höhe gehalten. Am geringsten war die Zunahme in Nheinhessen, besonders in den Kreisen Oppenheim (hier sogar eine Abnahme von 8 Personen), Alzey und Bingen (je 0,9 Prozent), was wohl auf die schlechten Weinjahre zurückznsühren ist. Eine sehr geringe Ziinahme (0,6 Prozent hat auch Büdingen aufzmveisen. Tageskalender für Montag, 9. Januar: Stadttheater: Lustiger Abend von Marcel Salzer. Anfang ö Uhr. •* Ordensverleihung. Der Groß Herzog hat das Nitterkreilz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Groß- mutigen dem Hauptmann a. T. Schmidt, seither Oberleutnant im 5. Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 168. und dem Oberleutnant von Lichtenberg im Infanterie- Regiment von Manslein (Schleswigsches) 9lr. 84, seither im Jnfanterie-Leibregiment Großherzogin (3. Großh. Hess.) 91 r. 117 verliehen. "Ordensangelegenheit. Der Groß Herzog hat dem Oberpostschaffner Kaspar Spam er in Schotten die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichens erteilt. ** In'stizpcrsonalien. Der Großherzog hat den Landgerichlsrat bei dem Laiidgericht der Provinz Starkenburg Max Schilling-TrygophoriiS zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Amtsgerichtsrat Adolf Müller zum Landgerlchtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und den Staatsamvalt am Landgericht der Provinz Starkenburg Fritz HooS zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I ernannt. — Der nunmehr zum Amtsrichter ernannte bisherige Staatsamvalt Hoos wird in die Tätigkeit am Amtsgericht Darmstadt I gar nicht eintreten, sondern alsbald bis auf weiteres als 9vid)ter am Landgericht Darmstadt Aushilfe leisten, wie dies auch bei dem seitherigen Amtsrichter, kürzlich zum Landgerichtsrat ernannten Dr. Wolff hier (früher Amtsrichter in Butzbach) der Fall war. Gewöhnlich ziehen es unsere Staatsanwälte vor, nicht dauernd in diesem Berufszweig zn bleiben, sondern diese nervenaufreibende Tätigkeit nach gewisser Zeit mit dem unabhängigen Richter- amt zu vertauschen. Es pflegt alsdann zuerst ihre Bermung in die Stelle eines AintSrichterS (also in die gleiche Rangstufe) und bald darauf die Ernennung ins Landgericht zu erfolgen. Herr HooS begann seine Laufbahn als RechlSanwalt (mit Rechtsanwalt Reatz associert) in Gießen, wurde dann Staatsamvalt dort und hierauf in Darmstadt. Er stammt aus Lauterbach und gilt für einen ebenso begabten wie kenntnisreichen, praktischen und tatkräftigen Juristen. Dian sieht ihn ungern aus der Staatsanwaltschaft scheiden. '"Eine ehrenvolle Berufung, Professor Dr. Kraft von hier ist zum Direktor der städtischen höheren "Mädchenschule zu Quedlinburg gewählt worden. Der Ver- ivaltungSrat der höheren Mädchenschule und der Magistrat haben einstimmig beschlossen, die Stadtverordnetenversammlung zu ersuchen, dem Geivählten den Etat für Vollanstalten (Gymnasien usw.) zu bewilligen. ** Eine ehrenvolle Wahl. In Petersburg wurde gestern der erste Kongreß für experimentale Pädagogik eröffnet. Unter den Teilnehmern befindet sich auch der Vizepräsident des deulschen Vereins für experimentale Pädagogik Dr. Robert Soininer-Gießen, der zum Ehren» präsidenien der Sitzung gewählt wurde. ** O b e r h e s i i s ch e r O b st b a u v e r e in. Am Samstag weilte Tr. Hans H of fm a n n, Lehrer für Obstbau und Natur- wiiseuschaflen an der Großh. Obstbau- und landwirtschaftlichen Winterschule in Friedberg, hier, um den Gießenern Mitgliedern des Oberyessischen Lbsibauoereins praktisct-e Winke auf verschiedenen Gebieten des Obst- und Gartenbaues zu erteilen. Man besichllgte am Nachmittag den unter Leitung des Lehrers Leib stehenden Schulgarten der S t a d t k n a b e n s ch u l e, der sich am Gebäude der Aticeschule befindet. Tr. Hofmann sprach sich dabei sehr anerkennend über die Form des Spalierobstes aus. Auch die im Schulgarten heraugezogenen Walogchinze gaben Tr. Hoffmann Gelegenheit, berehrelwe Ausführungen über Zucht u. Behandlung zu machen. Man besichtigte dann den Garten des Vereinsmil- glieoes Weiuoindermeister Schäfer in der Bleichstraße, der wegen oer zweckmäßigen Behandlung der Obstbäume allgemeine An- ertennung fand. Am Ä.bend iprach Tr. Vo.fmanu im Easö Ebel vor zahlreicher Versammlung, die Dom Ehrenvorsitzenden des Vereins, Freiherrn von Röder zu Diersburg -Gieße» geleitet wurde, über die Bedeutung der Wurzel für den Obstbau und die dadurch bedingten Bodenkulturarbeiten, wobei er besondere Bedeutung auf die praktische Seite der Sache legte. Es folgte darauf eine sehr rege Aussprache, wobei aucy andere Gebie.e oes Obstbaues berührt wurden. Auf eine Anfrage äußerte «ich der Vortragende auch über Einrichtung und Beocucuug von Schrebergärten in den Städten. Er meinte, gerade in Gießen würoe oie städtische Verwaltung eine dankenswerte uiü> lojia.e Ausgabe erjunen, wenn |ie diese Art (Märien einrichten uno der Bevölkerung verpachten würde. Tie Stadt würde nicht nur ihr Gelände sehr gut verwerten, sondern auch sich den Dank der Bürger verdienen, die gern in sri.cher Lust sich bewegen und betätigen möchten. Der Redner erklärt sich gern bereit, den Mitgliedern der ^ckidtischen Verivallmrg über die,e Gärten, ihre Anlage, ihren sozialen Nutzen, einen Vortrag zu halten. Es wurden' dann noch Tüngerfragen in Bezug auf Gartengemüsebau erörtert ** Wegen des konfessionellen Friedhofs, den die Israelitische Religions-Gesellschaft in der Nahe des Friedhofs am Nodberg anlegen will, verhandelte am Samstag Vormittag der Kreisausschuß. Der Vorstand der Gesellschaft hatte bei der städtischen Verwaltung beantragt, die Stadt Gießen solle durch eine Verbindungsbrücke das für den Sonder- ftiebbof bestimmte Grundstück mit deut Kommunalfriedhof in der Weise verbinden, daß die Religions-Gesellschaft für die Bestattung ihrer Toten die von der Stadt erbaute israelitische Leichenhalle benutzen kann. Die Stadtverordneten-Versamm- lung hat einstimmig die Anlage eines konfessionellen Friedhofs, für den sie ein Bedürfnis nicht anerkannte, zu hindern, die Erbamtng der Ucberbrückung abgelehnt. Vor dem Kreis- Ansschiiß beantragte Rechtsanwalt Kaufntann als Vertreter Der Israelitischen Religions-Gesellschaft, die Anlage des Fried- Hoss 31t genehmigen und den ergangenen Stadtverordneten- Beschlnß atifznheben. Oberbügermeister 2)1 e c u m beantragte Namens der Stadt, der Kreisausschnß wolle sich für unzuständig in der Sache erklären. Er in seiner Eigenschaft als Bürgermeister habe die Anlage eines konfessionellen Friedhofs nicht genehmigt. Er fei nach der Slädteordming die hier allein zuständige Stelle. Gegen diesen Entscheid stehe dem Vorstand der Religionsgesellschaft das Beschwerderecht an den Kreisrat und an das Ministerium zu. Was Den Antrag betreffe, den Beschluß der Stadtverordneten aufzuheben, so fehle der Klägerin jede Aktivlegitimation. Das zur Bestellung von Toten in Aussicht genommene Gelände liege nicht einmal am Wege, der zu überbrücken beantragt sei, sondern sei von ihm durch ein der Stadt gehörendes Grundstück getrennt. Man könne der Stadt nicht zumuten, daß sie die verlangte Verbindung herstelle, damit die Klägerin für ihre Bestellungen die für die Israeliten auf dem Kommunalfriedhof erbaute Kapelle mitbenutzen kann. Wolle man dein nachgeben, so müsse man von der Ueber- brüefung auS eine Erdanschüttung Herstellen, die die Friedhofsanlage am Nodberg verschandeln würde. Ter Kreisausschuß setzte die Verhandlung in der Sache auf unbestimmte Zeit aus. **P ost sch eckv er kehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Dezember 1910 cmf 49 850 gestiegen (Zugang im Monat Dezember allein über 1550). Aus diesen Postscheckkonten wurden im Tezember gebucht 967 Mil.ionen Mark Gutschri,ten und 964 Millionen Mark Lastschri.ten. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug Ende Dezember 94 Millionen Mark, ihr durchschniltnches Gesamtgurha.ben während des- elben Monats 103 Millionen Mark. Im Verkehr oer Reichs- lostscheckämter mit dem Postsparkassenamt in Wien, der Postsparkasse in Budapest, den schweizerischen Poslscheck- oureaus und der seit 1. November an diesem Verehr mit teilnehmenden belgischen Postverwaltung wurden fast füuf Millionen Mark umgesetzt und zwar auf 2230 Uebertra- gungen in der Richtung nach und auf 8090 Übertragungen in der Richtung aus dem Auslande. — Stadttheater. 9tochmalS sei auf den heutigen Marcell Salzer-Abend hingewiesen, der allen Freunden gesunden Humors einige genußreiche Stunden verbürgt. • • Gelände!. Die Lelche des Vtannes, der am 5. I. Vits, den Tod in der Lahn suchte, wurde am Sonntag gelandet. * • Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet and Lastrup (Großherzogtum Oldenburg). Landkreis Gieren. A Sa äsen, 8. Jan. Ein Holzhauer verunglückte im Wald bei Winnerod. Benn Umwerfen der Bälune fiel em Ast herunter und traf den Arbeiter Erb aus Bollnbach auf den Kopf und ms Wiige. Dieses wurde so schiver verletzt, daß der Mann m die Gießener Augenklinik gebracht iverden Niußte. Kreis Büdingen. —l— Büdingen, 7. Jan. Der Anregung der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingssursorge in Hessen und einer Einladung des Kreisrats des Kreises Büdingen folgend, versammelten sich heute vormittag IOV2 Uhr im Hotel Stern in Büdingen eine größere Anzahl Damen und Herren aus allen Kreisen der Stadt, sowie sonstige Interessenten, Bürgermeister, Pfarrer usw. aus den Landorten des Kreises. Kreisrat Boeckmann begrüßte zunächst die Versammelten und teilte mit, daß nicht alle Ein- geladcnen hatten erscheinen können, darunter die Fürstinnen zu Büdingen und Birstein. Sodann verwies der Redner aus die Erfolge der Tätigkeit auf sozialem Gebiete, besonders^ aus die vor vier Jahren durch deü Großherzog und die Großherzogin ins Leben gerusene Zentrale sür M u t t e r - u n d S ä u g l i n g s - für sorge. In seinem „Mutter- und Säuglingssürsorge im allgemeinen" behandelnden Vortrag wies Prof. K 0 e p p e zunächst aui die hohe Sterblichkeit der Säuglinge in Deutschland hin, das leider sehr ungünstig dastehe, denn es werde nur von Rußland und Oesterreich übertrof.en. Ein Fünftel der Neugeborenen sterbe im 1. Lebensjahr. Die Schätzen der Säuglingssterblichkeit darlcgend, betonte der Redner, daß dies nicht zu sein brauchte, denn in anderen Ländern sei es auch nicht. Die Bekämpfung der hohen Säuglingssterblichkeit sei notwendig aus ethischen, national-ökonomischen und nationalen Gründen. Ein kulturell hoch entwickeltes Land wie das Deutsche Reich dürfe nicht jährlich 200 000 Kinder sterben lassen, ohne daß etwas gegen die hohe Sterblichkeit getan werde. Die Erhaltung eines gesunden Arbeiterstandes, der die alljährlich sich zeigende Einwanderung sremder Arbeiter entbehrlich mache, und ebenso die Erhaltung eines wehrfähigen Volkes seien Aufgaben, die mit der Fürsorge für die Kinder im ersten Lebensjahre zu lösen seien. Der Verlust jedes einzelnen Menschen bedeute einen leicht in Kapital umzusetzenöen Verlust am nationalen Vermögen. Die den Säuglingen drohende Infektion, besonders die Tuberkulose, Rhachitis und in deren Folgeerscheinung die Verkrüppelung der Kinder zwinge uns, die Säuglingssterblichkeit zu bekämpfen. Zunächst sei es notwendig, die Ursachen der Säuglingsiterblia;^eit zu erforschen, und da ergebe sich als Haupturi ach e unrichtige Ernährung und Mangel an der natürlichsten Nahrung: der Mutterbrust; die Gründe der vorzeitigen Entwöhnung liegen zum Teil in unseren sozialen Ver- bältuissen. Unter den Mitteln zur Abhilfe steht obenan die Belehrung, die zweckdienliche Propaganda für das Stillen. Zu den weiteren Mitteln, den Zielen der Säuglingssürsorge nahe zu kommen, gehört die Heranbildung von Haushaltungslehrerinncn und Belehrung der Haushaltungsschülerinnen, Mitarbeit der Aerzte und Hebammen, um die Kenntnis richtiger Kinderpflege in weite Streife zu bringen, die Einrichtung von Beratungsstellen, die Untersuchung der Kinder durch den Arzt bei leichter Erkrankung. Ter Redner legte im weiteren den günstigen Einfluß der Beratung^ stellen dar und bezeichnete namentlich die Meinung, daß sich diese nur sür Großstädte eigne, als irrig, er erhofft auch im Streife Büdingen, der in bezug auf Säuglingssterblichkeit ebenfalls nicht günstig stehe, rege Arbeit, so daß auch hier die Kindersterblichkeit vermindert wird und die das erste Jahr Ueberlebenden gesund und kräftig in die nächsten Lebensjahre gehen zur Hebung uni) Erhaltung unserer Arbeits- unb Wehrkraft, — Reg.-Rat Pi stox- Mte am7fa- mb bfr (äCQlll5l«q ’ h 'assür^s^abt lieb Bübingen Trauerhause, Ernststrasse aus statt. 279 Ganz vorzüglich Giessen, den 9. Januar 1911. 272 272 Gießen, 9. Januar 1911. (180 im Alter von 70 Jahren. Friedhofes aus halt 268 ZN verkaufen gieue Ausbrüche :up (Echhcrzoglmu Meister, ich darum!" U eb e r bahn, der 2b Oeffentlict> ‘Liettermi5fichten Automat (Ltollwcrk) 4teilifl, säst wie neu, umständehalber billig abzugeben. Schriftliche Angebote unter 260 an den Gießener Anzeiger erb. In Frankreich Gegenden, wo man zur Winterszeit kein Rinb allein in bin Wald fchidt. auf daß e4 nicht der Wolf hole. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. 9L Heinrich Mitze. Gießen, Marburger Straße 60, den 7. Januar 1911. Die Beerdigung findet Dienstag den 10. Januar nachmittags */, 8 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs auS statt. Die trauernden Hinterbliebenen: L d. N.: Frau Witw. Kathar. Ehmke. Heuchelheim (Kr. Giessen), den 7. Januar 1911. Die Beerdigung findet am 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, vom wurde Lampert gegen einen steinernen Thorpfeiler geschlendert, wodurch er einen doppelten Schädeldruch, sowie einen Auch der Wirbelsäule erlitt Ec wurde in das Bad.Nan. Heimer Hospital gebracht. Die Pferde wurden später bei Vod-Nanheim anfgefangen. Hauer verunglückte erjen der ‘-bäume fiel r Erb aus ‘-voUnbach muhe so sch'vcr oec« r Augcnlluul gedrachl Giessen, den 8. Januar 1911. Die Beerdigung findet am Dienstag den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhufs aus statt. 255 Kleine Tageschronik. einen Unfall aus der Berliner Ring- sich am Samstag ereignete, wird amtlich gemeldet: Im Namen der Hinterbliebenen: Bertha von Grolman. .cher iOct.eioericht. eitert" ii ü Helle Gießen. elfen nm Dienstag, dem 10. Jan. 1911: .empernhir iveuig verändert. wirken E. Walther’s Fichtennadel- Brustbonbons Weich wie Sammet und glatt wie Seide wird die Haut bei täglich. Gebrauch von Murrbolin- feife. Sie ist wegen ihrer belebenden, konservierenden und oerläh- liehen Wirkung die LieblingSseise der eleganten Damenwelt. b7/t Todes-Anzeige. Heute Mittag entschlief nach längerem Leiden, jedoch unerwartet unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Karoline Mitze Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir unseren innigsten Dank. Für die wohltuende Teilnahme, die uns bei dem Tode meines lieben Mannes so überreich erwiesen worden ist, sage ich auch im Namen meiner Kinder tiefgefühltesten Dank. (p. 9, £ Darmstadt, den 6. Januar, 1911. Anna Trümpert, geb. Gevaer. w erspätet« Statt besonderer Anzeige. Heute nacht verschied sanft und ohne jeden Kampf mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Grossvater, Schwiegervater und Onkel Herr Gustav Ehmke im 72. Lebensjahre. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurig« Mitteilung, daß unser lieber Schwager, Onkel, Großonkel, Urgroßonkel Herr Johann Heinr. Schädler nach kurzem Leiden sonst in dem Herrn im beinahe vollendeten 72. Jahre entschlafen ift Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Diehl Wwe. Gießen (Ederstraße 16), Großen-Lmden, Iserlohn, den 9. Januar 1911. Die Beerdigung findet Mittivoch den 11. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schiveren Verluste unseres lieben Sohnes, Bruders, Enkels und Neffen Herrn Richard Schäfer sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Ernst Schäfer Ww. bei Husten u. Heiserkeit i auf den heutigen -n, der allen ßrtunben mben verbürgt. MnneS, der am wurde am Sonntag Lu. ' itrn Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass uns unser guter Gatte, Vater und Schwiegervater Herr Karl Wigand Gernhardt nach Gottes unerforscblichem Ratschluss unerwartet und j&h entrissen wurde. Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Gernhardt geb. Müller Georg Wigand Gernhardt Elisabeth Gernhardt geb. Riehm. * Ter Grund. „Warum haben Sie mir denn gekündigt, habe doch garnichls getan?" — Meister: „Eben Df lebte». • Tie Wälle in Frankreich.! Mit nicht geringem Staunen erfuhren vor kurzem die Pariser Bürger, daß die Be- mohuer von St. Ttbter-la-eeauue und von (Sha^ac fn Äugst und 'hu’regunq vettetzt morde,' waren; am Rande der Waldungen hatte inan Wöl'e gesehen. Ter L'aie glaubt, da» der Woli m Atanfieicti auegeuorben i't, aber die Wirtliwkeit belehrt ihn eines Besseren oder erbhmuieren. Alljährlich wnd sogar dem fron- zösischen Landwirlschaftsinmisterinm eine Summe von 6O0O FrcS. zur Verfügung gehellt „zur Ausrottung nn^ Bekämvliinq der 'IBöHe'. 3eber Bauer und Jager, de, einen Wolf erlegt, e-häli vom Staate seine Prämie, für einen jungen Wolf 2" Frcs. für den 9noi, ’ür einen ausgewachsenen Wolf oder eine Wölsin 50 Frcs., für eine nächtige Wölfin 7ö und für einen Wolf, der schon einmal 'Dlenlchen- fleisch gefressen hat, sogar 100 strcs. Im vergangenen Jahre sind m Frantreun 2135 strcs. an Prä men ai'^gezahlt worden, und insgesamt wurden 68 Wölfe erlegt, einer in der Tordogne, 2 nn Tevarteinent de la Meuse, 4 in den Vogefen. 7 in der (Iharanie und 13 in der Vienne. So gibt es auch noch im 20. Jahrhundert Trüb, ivcitliche Winde, In den Ihitteigebirgcn 60—80 cm Schnee. Schi- und Rodel- kiche Beniner WaMise abzugeben, 10 Piund 2 Mk. 0114»Tchiitzcnstrane 14. Der Vollringzug A7 fuhr irrtümlicherweise bei Stralau- Rummelsburg anstatt nach dem Vcllrina aus daS SLdring- gleis na,ch der Stadt und fuhr aus den zurückorückenden Zug A 7 auf. Infolge des Zu'ammenstos^s entgleisten fünf Wagen beider Züge: die Stirnwände einzelner Wagen mürben eingedrückt. Von den Reisenden der beiden stark besetzten Züge meldeten sich 35 Personen als verletzt. In Ebingen ist im Warenlxrus Kahn ein Grotzfeucr auSgebrochen, dem binnen wenigen Stunden etwa 10 Häuser zum Opfer fielen, die bis auf den Grund abbrannten. Etwa 30 Familien sind obdachlos. In Diebe ir Hosen wurden am SamStag auS der Steuer- kasfe 20 000 Mark durch Einbruch geraubt. In Plaue bei Flöha geriet eine mit zwei Personen besetzte Rodel auf ein Eisend..Imgleis, als ein Zug heranbrauste. Beide Rodler wurden von der Lokomotive schwer verletzt. LrciS Schotten. (!) Dom Hoherodskops, 9 Jan. In der ver- lossenen Woche herrschte auf dem Hoherodskopf und im Oberwakd ein reges wintersvortliches Leben durch den ersten Schiliirsus, den der S ch i k 1 u b Wintersport in Gießen durch den Norweger Andreas Höher abhalten ließ. Tie Kursteilnehmer, deren Zahl sich durch die Verlegung des Kurses nach den Weihuachtsferien wesentlich verringert hatte, übten fleißig und hatten bei dem gestrigen Ablauf durchweg sehr erfreuliche Fortschritte gemacht. Auf den Wunsch des Pros. Bender, der mit dem Frankfurter V. H. C. auf den Hoherodskops gekommen war, wurde an den Sprunghügeln geübt, und die außerordentliche Sicherheit und die Eleganz, mit der A. Höyer trotz des gefrorenen Schnees und des ungünstigen Ablaufes .seine Sprünge ausjührte, ernteten begeisterien Beifall Zu dem Emde F-ebruar stattfindenden Winterfest, das der Gießener Schittub auf dem Hoherodskops veranstaltet, hat der Frankfurter V. H. C. sein Erscheinen bereits zugesatzt. A V 0 ni Vogelsberg, 8. Jan. Hoher Schnee liegt tin Vogelsberg, und viele Orte waren mehrere Tage fall ganz vom Verkehr a b g e f d) I 0 f f e n. In Scharen eilten die Bewohner auf die Kreissuaßen, um die Verbindungsweg- iretzufchatiselii. Schnee,veben von em und zwei fDleici Höhe vergraben die Straßeneinfchintte. Die Vogelsbergerbalm blieb bei Ober-Seemen im Schnee stecken und erlitt Verspätung. Eine Schneepflug maschine befährt jetzt täglich mehrmais die Strecke zwischen Lauterbach und Gedern. Starkenburg und Rheinhessen. R B. Darmstadt, 8. Jan. Der gestrige Hofball im Alten Palais hier war von 270 Peisanen der Hofgesellschaft, des Offizierkorps mit ihren Damen und zahlreichen Dtandesherren mit ihren Fami.i n besucht. Der Ball wurde um 10 15 Uhr durch ein Abendessen unterbrochen und war nach 1 Uhr zu Ende. Die Mufik wurde durch die Kapelle des Ins -Regis. Nr. 115 unter Obermusikmeister Hauste gestellt. Auch das Großh. Paar beteiligte jich lebhaft am Tanze. fa5 hu brn Son»'"'' fes* kannte, -u r?L°18 Seb!SÄti c i ii b a a r : Ernst Burlein, Hermann Willmann, Otto Höcher und Otto Bellinger; in Ober-Widde rsheim : Dtio Müller I., Otto Kammer I. und Ludw. Hofmann II.; in Vonhausen: Phil. Lehr, Johs. Schneider, Friedr. klagel I., Friedr. Traumüller III. und Friedr. Weinel IV. Kreis Friedberg. m Bad Nauheim, 7. 1 Heute Vormittag unternahm ßnfhüirt Ntetzgermeister Georg Lampert von hier mit zwei ouberen Herren eine Schlittenfahrt in den Tannns An» dem Rückweg scheuten in N i e d e r. M ö r 1 e n, wo sich eine fdinrfc Kurve befindet, die Pferde plötzlich und gingen durch. Hier Lampert verlor die Herrschaft über seine Pferde, und - wurde mit den beiden Insassen heranSgeschleudert. Während die beiden Milfahrenden unverßhrt im Schnee landeten. chsposigebiet ist die fc.ft Ende Dezember 1 Monat Dezember Konten winden im ■t Gutschriften und as Gesamtguthaben mber 91 Millionen )aben während des- 1 Verkehr der Reichs« tarnt in Wien, der izeri'chen Postscheck« diesem Verehr mit ng wurden fast sii.if ans 2230 Uebertra« 8090 llebertiagungen I der Siädteordmmg | Entscheid B1!. d"S Beschiverde. ■»Hft’uni z„. $yQ5 ■QöiDcrorbnclen auf. ■ ?t|olfgilimQtion, WXXW genommene der zu über« [ltlm durch ein der | nn fönne der Ctadt Wrbindung tjetfieQe [e für die pachten lae mtibentigen kann. |ian von der lieber« f <"» die die Fried« rde. Ter KreisanS« che auf unbestimmte r Zweigstelle und Beratungsstelle in 5 üu i Hunt, und die Bereitwilligkeit der Erschienenen, in den Ausschüssen (es handelt sich zunächst um einen Arbeitsausschuß ür die Beratungsstelle in Büdingen und einen Arbeitsausschuß ir die Propaganda aus dem Lande) mitzuarbeiten. Die Ver- ainmluug betraute Kreisrat Boeckmann mit der Bildung der Aus- ckiiisse uiid der Zweigstelle. Bürgermeister Fendt konnte, die 3 ftimmung des Gemeinderats vorausgesetzt, die Hergabe eines Losals für die Beratungsstelle in einem städtischen Gebäude in Aussicht stellen. Auch sein Vorschlag, durch die Standesämter bei '.'tnmclbung von Geburten Merkblätter über Zweck und Gin» tidjUnig der Beratungsstellen verteilen zu lassen, fand Annahme. tarmstadt betont im Anschluß an die Worte deS KrelSratS Boeck- üann, daß der Ansicht, auf dem flachen Lande sei kein Interesse for die Sache vorhanden, entgegengetreten werden müsse, die kerroenbigfeit des Wirkens aus dem Lande, gerade hier solle man zusammensinden. Der Redner erläutert die Bezrehunaen Zweigstellen zur Zentrale, betont die Notwendigkeit der Mit arbeit von Acrztcn, Pfarrern und aller Faktoren, die bereits au Hrem (Miet der Wohlfahrtspflege tätig sind (Alice-Frauenvercin IIll'lu und gibt Erläuterungen über die Einrichtung einer Be« ‘Mitungäitelle für Büdingen, das Verhältnis der Aerzte zur Zen° 2 | Melle und zur Beratungssielle, in bezug ruf letztere hervor- jiqenben Emsluß der Aerzte fordernd. Da ca. 90 Prozent der (itburten unter Beistand von Hebammen erfolgen, ift der Ein.luß b 1 Hebamme auf die Mutter um die kritische Zeit em bedeutender und deshalb ist die Mitarbeit der Hebammen von hohem Wert, h sonders auf dem Lande, das durch Abnahme der Geburten und b 1 zunehmenden Landflucht gerade für die Erhaltung der Kinder sorgen müsse. — Die an die Vorträge anschließende Bear e ch u n g , an der sich die Herren Dr. Brettel, Kreisamt- ircnn Froelich, Pfarrer Becker, Bürgermeister Fendt, luisrat Boeckmann und die beiden Vortragenden beteiligten, ergab llebercinflimmung mit den gemachten Vorschlägen über die kiiichtung einer Zweigstelle und Beratungsstelle in bahnen gut. Letzte Nachrichten. Metz, 9. Jan. Anstelle einer nicht genehmigten Versammlung suchte die Gesellschaft Lorraine sportive int Hotel Terminus ein Konzert abzuhalten, das von der Polizer a u s g e l ö st wurde. Tie Menge zog unter Rusen „vive Lorraine" und Gesang zum Neydenkmal, wo eine Rede gehalten! und Hochrufe auf Frankreich ausgebrackst wurden. Da es der Schutzmannsck/aft nicht gelang, die mittlerweile auf 1000 Köpfe angewachsene Menge zu zerstören, wurde die H a u p t w a che gerufen, die mit aufgepslanztem Seitengewehr die Menge zerstreutr. 8 Personen wurden verletzt und 8 Verhaftungen vorgenommen. W j e r n h i, 7. Jan. In den Felsschluchten im Osten und Westen sind viele Menschen und viel Vieh unter den Trümmern der Bergstürze verschüttet. Meldungen aus Tokmak, Pischpek und der Buamschlucht vom Nordwestufer des Jssykkulsee lassen vermuttn, daß der Mittelpuntt des Erdbebens der Ostteil des Jssykkulsees ist. Die Telegraphen-- l i n i e zum Nordufer ist zerstört, ebenso die Straße nach Peschewcüsk infolge der starken Veränderungen an der Erdoberfläche. Sachverständige sind entsandt. Tanger, 9. Jan. El Nlokri beabsichtigt, in Paris eine neue Anleihe von 40 Millionen aufzunehmen, deren Verzinsung durch die sog. Napssteuer sichergestellt werden soll. Tie Hälfte der Anleihe soll zur Tilgung älterer Schulde verwendet werden. Stern m Minzen e - nitfn Ereilen der TtoWt ««! * fiWÄÄ fei werde ^nen ’i^^SiSerbli^ : heuchle, nicht Uj^fämPiung bischen- Ig aus W ; enl, ' nicht Jal rblelfflSterbli<6' en d»e Neiteriwdf' uirden, ^rbeilrt rung l^hrf-M ing £e.lI1%, fiinöei rger ft'iebd einreinen ßerlu’t Äetlull.^ en drohendKs-hen in jfe'«; ■ WV boB |t. 101, poit- lagernd Lollar b. Gießen. (266 Suche per los. einen tüdjiinen, kautionsfäh. Metzger zur Leitung einer hiesigen Rindsmetzgerej. Schriftl. Angebote uni. 0211 an den Gießener Anzeiger erb. Schuhmacher sofort gesucht. 0137 I. Fleischmann, Ludwigstr. 12. ±SSS IKoiosseom Bucbdruckerei Nitschkowski, ______ ____________________________________________________ 274i Gießen, Ludwigstraße 4. Grosse zj Elite-Vorstellnogea Hiesige Großhandlung sucht zu Ostern einen Lehrling aus guter Familie. Schriftl. Angebote unt. 0209 an den Gießener Anzeiger erb. Lehrling mit Berechtigung z. Einjährigen zp Ostern auf das Bureau eines hiesigen Engrosgeschäftes gesucht. Schriftliche Angebote unter 251 an den Gießener Anzeiger erb. Lehrling f. Engrosgejch. Schr. Ang. u. 0214 an den Gieß.Anz. erb. 'Anfang 8 llbr. 2lufaua 8 Ubr. 8>ie Zauber- und Geisterwelt. Auftreten des tueli- bekannten Jllusiomsten 'Dir. Chambln, Holl. Hofkünstler, mit feinen nmftertöfen Demonstrationen unter Mitwirkung von Madame Alice S'.arbec, sowie das ganze großartige Programm. Die neuesten phänomenalen Experimente. — Die peheimninvolle Seelenwanderung. Die größte Illusion der Gegenwart. Diejc Wimderprodttkiioueu haben 6 Monate lang das ganze Berliner Publikum in Staunen und Aufregung verletzt. 'Auftreten von Madame El-Karma, genannt Die stille Kraft. Rätselhaftes Bewegen von leblosen Gegenständen durch unsichtbare Kräfte. Diese eigenartigen Soireen fanden zuletzt in Essen, Neuß und Krefeld den größten Beifall. Ueberall war der Andrag ein so enormer, daß die dortigen Theatersäle nicht ausreichten und viele Hunderte allabendlich an der Kasse umkehren mußten. — In Kolo gab das Clmmbly-Theater van ab den 3 Mai vorigen Jahies 140 Vorstellungen. 106]_______Dammstraße 45 IIT. Mcrjtiimer «ilfcuntcrricht in allen Fächern. Schriftl. Angebote unter 0208 an den Gießener Anzeiger erb. Von gutem Zinszahler werden 11000 Mk. LÄ am ein gut. Objekt nach Wetzlar nef Schriftl. Angebote unter 00221 an den Gießener Anzeiger erb. Verloren ein schwarzer Pelzmuss(Astrachan mit Schwänzen geg. Belohnunk abzugeben. Neuen Bäue 251 Zopf verloren. Abzugeben gegen Belohnung au: dein Polizeiamt.__________(27a Schwarzbrauner Dackel auf dem Wege nach dem Schiffen- berg entlaufens, Name Schlapp Hundemarke 39 38. Abzugeber geg. Belohnung Friedrichftr. 14III Liebigshöhe. Donnerstag rÄ'uSi Kaffee-Konzert Eintritt 20 Psg. (2(1 Giessen Direktion: Hermann Stelngoetter. Montag den 9. Januar 1911 abends 8 Uhr Außer Abonnement. Kl. Preise. Einziger Lustiger Abend Mareell Salzer. Ende gegen 10 Uhr. Dienstag den lO.Iauuar 191U 13. Diensiag-Abonnem.-Vorstellg. Lrutuantsiuundcl Lustspiel von Leo Walter Steiu- Ende 10'/. Uhr. (aei etDiniÜ xit »M* ^tdiblotl flSchtNllict) Itagtn'' «uu n e heslMic 7 vir tof ‘"Sm 6etnJö6c' dl es Z'Ml O *' o, I Die se VtachMS^ hanplversasn lichen schm für das von Proje» eine- Tonnen ■ Durchßp"! 11 Wimen triebenen Pr sein (vnrdern M stelle Deiverb i BbieMt, Sie Leist gtftnb Regier jlovinzialdirc Lachngebiet voi Sinbrat Bää Saurat Richt« Der Verl jlMst einen kanalisierungs am 4. Juni und hessischen senten. Tiese der preußische geatbeileten für 300» bezr die preußische oder für Den lange hessisch Lasen bei Äii Durch diese h trieb und Ut daß für die^ii teurer sleller gebnis der 1 nicht weiter der Eisenba ob und in Me zu i der Laknkai neues Pros Limburg, gi schisse für Dadurch wü bmingat, i title. Direktor Projekt etwa j . Es ist ein aus dem nalu Schienen. W, Interessenten Gegenteil ergi seichnet wurde stocken. Grift Mng, in gilt ausgezeil Z?. betrachte Aaiierstraße i ?eug nach der '.Welches i ^mssen sein »Tie Labi schiss. vorhandenen 4. Tie Latz i."l gehen N lich bei Nentliche!g hab .Wenn ein Mnisni^ M't heran feten Breit L letzterem «yj?