Die heutige Nummer umtobt 16 Seiten. : BastS. 9 er tot — Kurze Nachrichten auS Kunst und 23 ih c n« München zum Tr. Phil, h. c. ernannt. und a^en, um vor der Wählerschaft angesichtS des 12. Januar fam in den RcichstagswuhNarnpf eintreten mit flei'chücbcriidicii Taren aufwarten zu können, die feine werden. In einigen gemctinamcn ^i^ungcn habcn Ser- bAin?en £ünbcn bei der Reichsfinanzreform verschleiern lreter der nalionallibera.en und der wrt,chnttlichen Bolk^- sollten _____________________Partei auf Veranlassung und unter Mrttvlr.ung einer Ab- Erfrenlicherweise scheint die liberale Einigung in un- ferem Reichstagswahlkreis Gießen, die so oft gefährdet, aber immer wieder erstrebt worden ist, jetzt unmittelbar bevorzustehen, so daß beide liberalen Par.eien gemein- Am nächsten, itellenrociic sogar ganz nah i: Norden als rhesckeuer James. Lein Sviel hatte _ . Berre Herr Goll svieltc den gi'ten, etwas schwerfälligen -mel- ball Gerald mit ergebener Geduld und suchte seine Manneswurdc so weit als ihm t:e Verfasser das gestatten, mit guter Miene zu nahen. Flott und frisch war Herr Rappeport als »yrcbbic, verlieh und geschmeidig Frl. 5 efi m i b t als Nelin. Frl. Brehm hätte als Ladt, S.llcnger den etwas höher tragen dürfen und den Kontrast »wischen der hochnäsigen Selb't-ufriedenheit und der gewöhnlichen Lebensaussanung schärfer unterstreichen ,ollen, sie gab mebr ein 2mcf-crireibrf':n, allerdings recht roirfiam. Zu erwähnen sind noch Fräulein Scholz als Tante und b;c Herren 3 i n b u r n (Tiener , 83 o I cf Rechtsanwalt) und Hilbert iLchneider'. Hatte der Bülowblock, toenigftend hinsichtlich der Reform deS Vereins- und Bersamniluiigsrechtes, der Börsengesctz- xeform und der Kolonialgesetzgebung (unter Wernburg) einige Erfolge im Sinne einer fortschreitenden Gesetzgebung auszuweifen, so versagte der Reichstag unter Bethmann- Hollweg in dem, waS man von einer, wenn auch nicht liberalen, so doch wenigstens natürlichen Entwickelung Deutschlands verlangen tonnte, fast vollständig. Herr von Bethmann-Hollweg hätte es an den Ergebnissen der Reichs tagsnackwahlcn seit dem Juli 1909 merken müssen, daß sich die Meinung der Wählerschast gegen seine Politik wandte, er ließ sich aber dazu bereitiinben, die Tätigkeit eines absterbenden Reichstags noch bürd) eine Herbstsession zu cr- . a - Univ rsttät hat Prof, schick fantin sah Ta lag ein Band „Seneca und rt Paul" von Aubertin, die Essays von Emerson und von Montaigne, Ibsen, schwedische Bucker, anscheinend Swedenborg, und daneben die Proleaomcna von Kant. Und mit solcher Lektüre stimm, auch die senden; ihres Werkes überein; die Jnsantm bat sich von den Vorurteilen ihres Standes in stiller Geistesarbeit frei- gemacht; Charakter, Reinheit des Herzens und der Wert des Individuums sind die letzten Ziele ihrer Philosophie. , habe keine große Vorliebe für die „Repräsentation", äußerte sie sich ohne besondere Zurückhaltung. „Tie Repräsentation cn sich ist etwas Unzureichendes, sie muß eine innere schäftende Bedeutung haben, ohne das verkleinert sie nur ein w'llensb-.gobtcL Wesen." Mit der ruhigen Klarheit des Verstandes leint sie die Ängst vor der Umwelt ab, die Furcht vor der Lackerlid Feit, die Gefahren aller Vorurteile sie, die von einem der größter und traditionsreichsten Geschlechter abstammt, will den Menschen nur nach seinem eigenen Wert beurteilt wissen, und 'ie bekämpft die Bestrebungen der „Traditionalisten", die nack, ihrer Anftcht „eine schwierige und verderbliche Arbeit verrichten". Tie Infantin ist auch nicht darüber im Zweifel, aus weichen Gründen die Veröffentlichung ihres Werkes, das sich mit her spani'chen Königsfamilie nicht im geringsten beschäftigt. in Madrid Empörung beroorgeruien hat. „Mein Buch ''oll unter drückt werden, weil ein Abschnitt sich mit der Ehescheidung bc schäumt, die es in Spanien nicht gibt, und weil ich eine positive Moral suche, die abseits der Religion steht, atto etwas, was die Jesuiten nie zugeben können, öahritf em'uf) wird man mich exkommuniziere n " Tie Infantin lehnt es ob, „ein irdisches Band als „heilig" anrusehen, die Ehe beruh nv* inem Vertrag, und jeben Vertrag muß man verbessern, anbei-. n > wenn es not lut, auch brechen können " Daher fordert sie eine Aus der Betbmann Hollwegschen Zeit haben mir an gesetzgeberischen Resultat en außer Kleinigkeiten die Bei- fassiingsre''orm für Elfaß Lothringen, die Reform der Reicks- vcrfickerungsordnnng mit Einschluß der Hinterbliebenenversorgung, die Priratangestelltenversicherung, das Haus- arbeitsgesev, die die Reichsfinanzreform ergänzende Reichs- wertzuwachsstcucr, das Reichskaligesetz und die Sckifsahrts- abgabcn zu verzeichnen. Alle diese Ersetze sind aber durch Kompromisse zustande gekommen. ES ist nur gut, daß von der Turchdrückung fron Gesetzesvorlagen, wie der Straf- Prozeßreform, der Erhöhung der Telephongebühren, dem Arbeitskammer, und .dem Kurpfuschergesetz, abgesehen wurde. Ter Schrei nach dem Ausbau der parlamentarischen Rechte des Reichstags, wie er von allen Parteien angesichts der Rovemberdebatlen vom Jahre 1908 anSgestoßen wurde, ist zu einer leisen Klage über daS Nichtkonstitutionelle in unserer Reichsverfassung Iierabacminbcrt, und die Anträge, wie sie gelegentlich der Marokkoaussprache von der Mehr- I;eit des Reichstags in der Richtung einer Beschränkung der kaiserlichen Befugnisse über Gewinn und Abtretung von Kolonialgebiete,i eingebracht wurden, harren noch trotz alles theoretischen Entgegenkommens der Regierung ihrer die Rechte des Reichstags wirklich schützenden Fixierung. Noch schlimmer stand es um die Betätigung auf dem Gebiet der äußeren Politik. Die Ueberhebung des Vatikans durch die BorromättS-Enzhklika, den Modernistetieid und die vom Papst geforderte Exemtion der Geistlichen von den weltlichen Gerichten ist eine Lache für sich. Sie geht den preußischen Ministerpräsidenten an, nicht den Reichskanzler, und darf daher hier nur angedeutet werden. Aber was haben wir außerdem unter Belhmann Hollweg in Sachen der auswärtigen Politik nicht alles erleben müssen! Tie unter ihm erfolgte Erneuerung der Handelsverträge mit Portugal, Japan und Schweden wird dem wirtschaftlichen Leben Teutschlands ungünstiger denn je sein. _ Und haben wir schon in Marokko unseren politischen E.niluß eingebußt, so läßt die Entwickelung der Tinge in Persien und China uns ahnen, daß es auch hier bald mit Deutschland Hahn in Ruh sein wird, wenn nicht die deutsche Politik eine ganz energische, die Macht des Deutschen Reiches betonende Hal- tu na ein nimmt. £b gegenüber England und Frankreich hinsichtlich Marokkos von Deutschland der richtige Standpunkt eingenommen wurde, bleibt heute noch ein Buch mit sieben Siegeln. In London und Paris sagt man so, in Berlin so, und daran ändert auch die zweite Marolkorede des Reichskanzlers nicht das mindeste. Wem soll da das deutsche Volk Glauben schenken? In der inneren Politik also Kompromisselei, in der äußeren Schwäche und Ungeschick — das ist die Last, die Deutschland bisher zu tragen hatte. Jetzt, am Schlüsse der zwölften Legislaturperiode des Reichstags gilt es, d.ese Last abzuschütteln und für den 12. Januar alle Wähler auf die Schanzen zu rufen, um ein neues Deutschland in Er- scheinung treten zu lassen, das sich in auswärtigen Angelegenheiten nicht von den Ementemächten die Butter vom Brote nehmen läßt und in seiner inneren Politik die Gewißheit dafür bietet, daß es in Deutschland vorwärts geht. * Liberale Einigung in Gießen. Gießen, 6. Dez. glückliche Großmutter nennt, will mit ihrem Werke b - . ’ n daß „selbst eine Frau ihres Alters nicht unnütz zu sein l . t" v'e Philosophie der 3neantm. Bei dem lebhaften Aufseh n, das der Zwist zwischen König Alivns und der Infantin Eulalia erregt, iit esj)on Interesse, einige Ein-elbeiren über den Inhalt und ihrc_ -ten- dcnz des Werkes tu enabren, das die Infantin demnächit vcr- öricntlicht und das die Ursache jenes kategorischen Telegramm? d's Königs von Spanien an die Schwester seines Vaters bildet. Die Infantin Eulalia, die meistens in Paris lebt, hat die Absage an den spani'chen Königshof, wie sie sagt, mit^ einem gewissen Gefühl der Erleichterung abgcfandt, denn die Freiheit von höfischem Zwang auf geistigem Gebiete stimmt auch mit der Richtung ihres Werkes überein, das durchaus nichts mit den berüchtigten Lebenserinnerungen von Prinzessinnen gemein bar, sondern rein philosophischen Inhaltes ist. Das Buch soll den Titel „Am Lebensfaden" erhalten und gibt in Form von Re- slepionen eine Weltanschauung, deren Grundlagen der Wen der Persönlichkeit und die Entwicklung des Einzelwesens bildet. Tie Die Hauotkavitcl beschäftigen 'ich mit dem Wege -um Gluck des Menfckcn, mit der Er iebung des Di lens, mit der Unabhängigkeit der Frau, mit dem Ausgleich der Klassengegensase durch Er iehung und Bildung, mit dem Sozialismus, mit Rel gwu. Ehe, mit Vorurteilen und den Gefahren der Ueberliefcrung. Jules Bois, der die Infantin in Paris ausgesucht bat, vermittelt einen charakteristischen Einblick in die Geistes well, in der diese Prinzessin lebt: er nennt ein paar Werke, die er bei seinem Besuche mit Notizen bedeckt, auf dem Schreibtisch der In- Gicszeuer Stafcttbcatcr. Mr». Tot. Gastspiel der Kgl. Sach,. 'i:' ' Reid)stagsab;d)ieb. DaS deutsche Volk wird erleichtert aufatmen, wenn ber im Januar 1907 gewählte Reichstag jetzt endgültig seine Pforten schließt und es damit des grausamen Spiels mit den Interessen Deutschlands auf dem Gebiete der inneren, wie der äußeren Politik genug ist. Formell hätte fn bet Reichstag noch länger tagen können, z. B. bis zum 25. Januar, wo er gewählt wurde, ober auch bis zum 19. Februar, wo er zusammentrat, — über bi es en Punkt sind sich die StaatsrcchtSlehrer nicht einig. Aber das hätte keinerlei praktischen Wert gehabt, denn in Rücksicht auf die für den 12. Januar 1912 anberaumten Neuwahlen und die damit verbundenen Agitationsrcisen der Srbgeorbnctcn wäre der Reichstag doch beschlußunfähig gewesen. UcberdicS sah sich die Regierung in Anbetracht der rechtzeitigen Der- abschiedung des Voranschlags für 1912 vor dem 1. April veranlaßt, den Termin für die Neuwahlen vor dem 25. Januar anzuberaumcn Cb der Reichstag jetzt nur vertagt unb erst aufgelöst wird, wenn die franzöfische Kammer das Marokko-Mommeu Mitte dieses Monats verab'chicdet hat, oder ob die sonstige, höchst ernsthafte politische Lage zu seiner Wiedercinbernfung Anlaß gibt, ist eine Frage von untergeordneter Bedeutung. Jedenfalls ist jetzt die gesetzgeberische Tätigkeit des Reichstags erschöpft. Der Reichstag hatte, wollte er ein wirkliches Volks- Parlament fein, seine Berechtigung eigentlich schon verloren, alS er im Juli 1909 die Vorbedingungen durchbrach, unter denen er 1907 gewählt worden war. Damals galt eft die Vorherrschaft des Zentrums und der mit ihm in der Kolonialpolitik an einem Strange ziehenden Sozialdemokratie zu brechen und aus Konservativen und Liberalen cuic Blockmehrhcit herzustcllcn, die nach dem Rezept des Fürsten Bülow das in nationaler Beziehung unzuverlässige Zeu- irum und die antinationalc Sozialdemokratie bclämpfcn iollte. Aber das konservativ-liberale Bündnis scheiterte an dem Egoismus der Konservativen, die bei der von 1907 bis 1909 im Vordergründe des Jntereftes stehenden Reichsjinanzrefomi gegen die Nachlaßsteuer opponierten unb ben Fürsten Bülow stürzen wollten, weil er in Erfüllung Der Worie der Thronrede dem preußischen. Landtage eine Wahlreform hatte zugehen lassen, mit der sich die >tön- servativen, wollten sie nicht ihr Uebcrgewicht in Preußen verlieren, um keinen Preis einverstanden erklären konnten. Sie schwenkten datier vom Bülowblock ab unb fanben bei dem Zentrum umso größeres Entgegenkommen, als das Zentrum, die „Partei für Wahrheit, Recht unb Freiheit", heute feine Stellung nur noch nach Nützlichkeitsprinzipien einrichtet, um in Deutschland die Herrschaft des Ultramon- tanismus immer mehr zu befestigen. Gesetzgebung, die eine rationelle Ehescheidung -uläßt, ein rechtes bk'ep, bas beiden Teilen die Möglickstllt gibt, nach streu Selbstprüfung eine. Gemeinschaft auf'uheben, die nach err Wollen vielleicht geickeitert ist. Tie Infantin, die sich mi 2i schäft. Die i Gießen, 6. Tezembcr. In Gießen ist immer ungewöhnlich ^'iel „las", viel mehr, als ein halbwegs normaler Mensch ohne Lch^bigung i-nner iamt- liehen körperlichen unb geistigen Systeme eigentlich ertragen lann. und die Folge bicics UeberaugcboteS in bann ort eine inerktrürdigc scdicu vor elwas Neuem. mfl9 eine gewisse Bindigkeit mitsprechu — bei anderen wieder eine mehr von materiellen Rücksichten abhängige Zuruck- haihmg — aber bedauerlich ist eö, wenn bann ein Gast mit besonderen Fähigkeiten und mit gutem Namen vor einem nur mäßig besuchren Haufe fpiclcn muß, wie e: geiiern obciu bad Schick-'ak van Frau Charlotte Basts vom x?e;ih:ater in irrten war. Auch in Rücksicht auf bc Direktion fi das bedauerlich, denn ivenn die Gastspiele nicht besser besuch! werben, daun hart iich füglick niemand darüber wundern, wenn man ichtieplich von solchen, mit besonderen Kasten verknüpften „Leckervinen aanem. Nun kann man ia allerdings veriaiiedener Meinung über die Zugkraft des von Frau Baste e .rählten Stückes icm, bas trotz seiner Berliner (Erplgr i:n Reiche nahezu unbciannt nt. von N r s. Dot. der enl'chlcsfenen, nach ihrer eigenen Aiis'age unverschämt reichen Hierbrauerswitwe haben nur wenige -.cute ctivas gehört, und wenn auch die < v’iöbic lustig und unterhaltend tfi, versäumt haben sie damit nicksts weiter als einen remr heiteren Abend. Aber der wiegt mitunter reckt schwer, rvrau Baste lebte mit allen Nerven in dieser kecken, geistreichen Witwe, die sich ihren Liebsten mit schlauen Künsten zwischen Braut und Schwiegermutter beraushoir, leb', io sehr darin, ban ne ben Eindruck des SpielcnS aufs a .i . - uc rerr. fte und nichts als blanke, bare Natur ;u geben schien Boll und rund stelli: sie die inmpr. eiicke Gena,: cur Zwei kerngesunde Beine — unb unsere heimischen Danieller mutzten höllisch aufpassen, damit sie wenigstens einigermaßeii gleiä^n Schritt betten konnten. Das sott keine i?crabic9ung rar die me- figen Künstler bedeuten: -es 'ist :a nur natüi .ch und ganz i'-lo-r- verständlich, daß sie mit ihren, neuen Rollen im Hmlertressen bleiben müssen gegen einen Gast, der eine ihm durch und durch bekannte Fig^r spiell. orbitung des Hansabundes fick über das gemcinfaine Vorgehen geeinigt, und es ist wohl keine Frage, baß bie beiberfeüiqen PertrauenSmännerversamm- t dazu ihre luftimmung geben roci d n fnmc liberale Kandidat wirb danach her besann re Verbands- sekretär Erkelenz von den Hirsch-Dunkorschen Gewerkschaften fein. Wir erhalten von dem erwähnten Ausschuß folgende Mitteilung: Tie fort'chriltliche Volkspartei be8 hiefigkn Reickslagswahl- freile« beabfibtigt. als Reickftiagskandidatkn Herrn Arbeiter- lekretär Anton Erkelen; anfznstkllen. Tie Entscheidung darüber, ob die nationaHiberale Partei diese Kandidatur unterstüht, wird durch die für nächsten Sonntag einberufene Setiraucntmänntr Versammlung getrosten w rden. Wir hosten, da^ die lange an- gestrebte Einigung der liberalen Parteien in unserem Lkahlkreir, tim die sich die ! iestge Gruppe de« Han abondes ein großes Verdierft erworben hat, nunmehr zustande kommt. Anton Erkelcnz wurde im Jahre 1878 als Sohn einet Schlossermcisters zn Neuß a. Rh. geboren. Er arbeitete wich ersolgreickiem Schulbesuch Zunächst in den Benrather Maschinen fabrifen und biente dann in Zobern t Elsaß, ^cbon frühzeitig 18915/ schloß er sich der liberalen Arbeiter-Vewegiuip, den Hirsck Tunkerschen Gewerk ereilten au. 1902 wurde er Arbeitersekretär in Düsseldorf unb Redakteur des GeiverkvereinSboten, des Bei banbsorgans des G.werkoereins der Metallarbeiter. Seil dieser Zeit ist er auch schriftstellerisch benrorgetreten und zwar auf dem Gebiet der nationalen Arbeiterfrage, namentlich in der „Hilfe" unb in der „Sozialen Praxis". Daneben machte Erkelenz Stu- o i c n r e i i e n in Holland, Cesterreich unb Großbritannien, lieber die Eindrücke, namentlich der Ictzttn Reise beruf e c er in einer Artikelserie in der „Frankfurter Zeitung", die in England große B"achtttng sand. Seit kurzer Zeit ist er in Berlin als Verbandssekretär der Gcnm:koereine tätig Frühzeitig politisch interessiert, beschäftigte er sich hanptiächlici mit der Frage, wie die deutsche Arbeiterschaft dem Liberalismus erhalten, dem. wiedergewonnen werden könne. Außerdem trat er stets für die Einigung des Liberalismus ein, war Mitbegrun der des das gleiche Ziel verfolgenden Nationalvereins und erregte. wie uns mitgetcilt wird, in der Gründungsversammlung des Vereins großes Aussehen mit seinem Vortrag über „Liberalismus und Arbeiterschaft". ar. 28? Erster Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 6. Dezember Ml ter Gießener »nel-e, O fö 9 mo^tl"*75Vf,o‘friet- «Gietzener Anzeiger »Irtschaftttche-eMraKe» ■ ■ Ä b/ ®eranhx>orthcb für den äcrniorech -«nschluste: politischen Teü: Auau't WW General-Anzeiger für Oberheffen MM ir.ncbmt1 von e ]«n Rotütionsbrud und Verlag der vrüdl'fchen Univ.-Vnch- und Steinbruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druderei: Schnlftraße 7. ^anb-: dei;-iün den bi! !öttnumgs s'uL vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschäflzflelle vahnhofftratze 16a. dinzeigenleii: H. Beck. Deutsche» Ueich. Aus Pleß roiro ßct.t.’^^: . . । ic.istag nachmittag begab sich der Kaiser nach herzlicher Verabschiedung in Begleitung des Fürsten zum Bahnhof. Bereme, schulen und die Körperschaften der Bergleute bildeten Spalter. Ilm 3 Uhr 10 Min. fuhr der kaiserliche Soudcrzug nach Breslau ab. T^r Kaiser traf kurz nach 7 Uhr dort ein und begab sich sofort mit Gefolge tn Automobilen zum Lfsizierskasino des Leibkürasjicrregiments „Großer Kurfürst", Schlesische? Nr. 6 in Kleinburg, wo der Kaiser das Abendessen ein nahm. Vom Kaiserplatz durch die .Kürassierstraße bis zur Kaserne bildete daS Kürassicrregiment Spalier.___________________ Ausland. Bezüglich oer betör,iX .anzösisch-spanischen Verhandlungen schreibt der ,,'JJlatin": Ministerprundent (Sana lei ad habe in der Eiscnbahnfrage die Lösung tu» Auge gefaßt, einen schmalen Gebiets st reifen der ipanii'cket Zone an die französische Regierung abzutreten, um ihr den Bau der E i s ei n b a h n c n von L a r a s ch nach Tanger zu ermöglichen Wenn mes nur cinigcrmaiun ndv tig sei, dann würde einer der wichtigsten Punkte d:s franün'i-d’- ,vann'chen Zwistes geregelt sein, flnbererieild hätte der gegen- märtig mit der Leitung der politn'dien Angetegenheilen des Ministeriums des Aeußern betraute Botschafter Louis und d.r Boi- schäftet in Paris Geoffran eine Formel gefunden, durch die das künftige französische Protektorat mit dem Regime der fpaniich.-i Zone in Einklang gebracht werden könne. Man gebe sich in Pans auch der Hoffnung bin, daß Spanien ein sehen werde, wie not- wendig cs sei, zwischen feiner und der französischen Zone eine natürliche aus F!u . Riff- und G"bt-"sietten beitri" nde Grenze Bel Gener fassend! 10 bis 25 Beetbewährt« Glühlampe 70 0 o Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch die Elektrizitätswerke and Inatallations- geecbAfie zu beziehen. Aueriesellechaft, Berlin 0.17 f0SRAM < 1. ®ef)all?reg 2. Ergänzung! hwtzelheiin, toi 5, und Chaise: Fe|le, Lauf decken, p Kredit-Bereu Sotate drö ganz in der Manier des Ich werde auf die Note der türkischen Botschaft nicht antworten, denn ich will diese nicht ermutigen, noch einige derartige Mitteilungen zu veröffentlichen. Gemeind erat Römer vermißt im Voranschlag die Einstellung einer Einnahme für Quarzit. Doch ist dies nach Ansicht a's Spezia Bel Der Voranschi hi vom 9. Dezeii xigermasterei-Bün Münster, am Groß! HwArzogli Ckttealjdjul Anmeldungen die Lberreal vormittags ir das Realgy,n tag, den 7. Zchulgebäii! j Gießen, den 2k Tie Erbauung des ersten Deutschen Kaufmanns-Erho^ lun gsheims sind einer Mainzer Firma übertragen worden. Sie will möglichst die Handwerker hiesiger Gegend« berücksichtigen und hat bereits die Mauerarberten Maurermeister Friedrich Drott II. zu Nidda überlassen, der so bald als möglich den Bau mit 60 Arbeitern beginnen wird. Kreis Friedberg. k. Reichelsheim, 4. Dez. In der Ende vorig» Woche abgehaltenen Sitzung des Gesamtkirchenvorstandes wurde Architekt Freundlieb von Friedberg als Bauleiter für das zu erbauende Pfarrhaus angenommen. Daran anschließend wurde als Mitglied deS engeren KirchenvorstandeS Landwirt Adolf Zimmer gewählt. — Sonntag, 3. Dez., fand eine Hauptversammlung der OrtSkrankenkasst Reichelsheim, die sich über Dorn-Assenhenheim, Beienheim, WeckeSheim, Reichelsheim, Södel, Wölfersheim und Melbach erstreckt, im hiesigen Rathaussaale statt. In ihr wurden unter anderem verschiedene neue Verwaltungsbestimmungen bekannt gegeben und der Nachachtung empfohlen. Starkenburg und Rheinhessen. M. Offenbach, 5. Dez. Die hiesigen Milchhändler haben abermals eine Erhöhung der Milchpreise be< schlossen. Danach beträgt der Preis für das Liter Vollmilch 26 Pfg. statt bisher 24 Pfg., während der Preis der Mager« milch von 20 auf 22 Pfg. das Liter erhöht worden ist. Die Erhöhung, die nur vorübergehend sein soll, wird mit dem mangelnden Angebot begründet, das auf den Futtermangel, und die infolge der Maul- und Klauenseuche notwendiger gesetzlichen Beschränkungen zurückzuführen sei- Hessen-Nassau. w Wiesbaden, 5. Dez. Die 31 Jahre alte Baronin Erica v. Kirchbach, die Frau eines Ulanenrittmeisters i« Militsch in Schlesien, hat sich in einem Privatsanatorium vergiftet.________________________________________ Universitäts-Nachrichten. [] Marburg, 5. Tez. Ter Professor der Rechte, Dr. Erns! Heymann, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger de? Professors G. Lästig in Halle abgelehnt. -N”.Lrfe llir ZNA Ms & f*/ 'ÄkriüiserM' rin« 8®$ L ;!-»«bn?ll»r uni« @N. »dein, d" ' jflltit riet uns, di r ycrlegen. M Mehmmg Onlich, öffentlich - Mlbraters die m LAMPE^3 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 6. Der. Dem Automobil-Club Gießen und Umgebung (A D. A. C.) überließ der Aufsichtsrat des Theaterbauvereins, wie am Freitag berichtet wurde, für eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu Gunsten des hiesigen Säuglingsheims bas Stadtthe atet nicht, obwohl der Automobil-Club in gemeinsamer Arbeit mit dem Gießener Orchesterverein sich befleißigt hat, ein dieses Hauses würdiges Programm, wie es am Sonntag veröffentlicht war, zur Aufführung gelangen zu lassen. Für den geplanten bunten Abend hat der Club erstklassige auswärtige Künstler zu inten essieren und zu gewinnen gewußt. Warum hat sich der Club mm überhaupt dieser Arbeit unten zogen? Zunächst wollte man zeigen, daß eine automobilistische Ben cinigung auch neben ihren sportlichen Interessen höhere Zrelr allgemeiner Wohltätigkeit zu verfolgen weiß. Weiterhin wollte man hierdurch der im Volke leider immer noch sehr verbreiteten autofeindlichen Gesinnung entgegenwirfew Ans Stadt und Land. G ießen, 6. Dezember 1911. ** Tageskalender für Mittwoch, 6. Tez. Stadttheater: „T i e Ahnengaleri e". Anfang 7 Uhr. Religio nswifsenschaftliche Vorträge: Professor Schian : Modernes Christentum und geschichtliche Ueberlieserung. Neue Aula 8X Uhr. •• Juristisches Fakultätsexamen. Dem eben abgeschlossenen juristischen Fakultätsexamen haben sich 23 Herren unterzogen. Von diesen haben 18 bestanden, 3 mit der Note gut, 6 mit der Note im ganzen gut. ♦* Po st-Personalnachrichten. Verliehen wurde aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste: Der Rote Adlerorden 4. Klasse dem Postmeister Huesker in Nidda; das Kreuz des Preußischen Allgemeinen Ehrenzeichens dem Ober-Postschaffner» Korekl in Mainz; das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen dem Ober-Postschaffner Adams in Mainz. Versetzt: Postmeister Habicht von Lippehne nach Nidda; die Postassistenten Bueb von Ortenberg nach Hamburg, C. Fau st von Darmstadt nach Hannover, Klein von Worms nach Ronsdorf, Sahm von Jugenheim (Bergstraße) nach Viersen, Schw eiß guth von Hamburg nach Ortenberg und Spilger von Nidda nach Mettmann; die Telegraphenassistenten Klespe von Darmstadt nach Solingen, Schul er von Mainz nach Düsseldorf und E. Stroh von Alzey nach Duisburg-Meiderich. B e st an den: die Postreferendar-Prüfung der Eleve Fischer in Gießen; die Telegraphenassistentenprüfung: die Telegraph eng eh ilfen Keppler und Wedelin Darmstadt, K i s- selin Mainz und Maurerin Offenbach, der Telegraphenwärter Pinther in. Gießen. Angenommen: zum Telegraphenanwärter der Feldwebel Filb ert in Worms. Freiwillig ausg eschieden : Telegraphengehilfin Sophie Wedel in Worms. Gestorben: Postoirektor König in Alzey und Telegraphengehilfe Ruffer in Gießen. " Sta dtt h e ater. Zum Gastspiel Marzell Salzer am kommenden Montag ist zu berichten, daß e§ der Direktion gelungen ist, eine Vereinbarung zu erzielen, wonach die Abonnenten an diesem Abend nur kleine Preise gegen Ablieferung des 4. Ermäßigungskupons zu zahlen haben. Auch wer Professor Salzer schon gehört hat, kommt auf seine Rechnung, da der Gast ein vollständig neues Programm bringt. ** Vater und Sohn. Verhaftet wurde ein hiesiger Lumpensammler mit seinem 19 Jahre alten Sohne, weil beide in letzter Zeit aus Neubauten und Gartenhäusern in einer ganzen Anzahl von Fällen Dachkandeln und sonstige brauchbare Gegenstände entwendeten und zum Verkaufe brachten. Kreis Büdingen. xNid d a , 4. Dez. Gestern abend veranstaltete Opernsängerin Frl. Minny Leopold aus Frankfurt, eine geborene Niddaerin, unter Mitwirkung des Opernsängers Ludwig Marguth aus Frankfurt int Gambrinussaale hier ein Konzert mit fein ausgewähltem Programm. Alle Plätze waren besetzt. Jede Nummer rief bei den Zuhörern großen Beifall hervor, besonders stürmisch wur der Beifall nach der Hallenarie der Elisabeth aus „Tannhäuser". Frl. Leopold überbot hierin die höchsten Erwartungen. Auch Herr Marguth verstand in der „Feldernsamkeit" von Brahms und in dem „Heimweh" von Wolf feine künstlerischen Leistungen aufs beste zum Ausdruck zu bringen. Auch ihm wurde wohlverdiente Anerkennung gezollt. Den Glanzpunkt des Konzerts bildete das Duett aus „Cavalleria Rusticana" von Mascagni. Gutem Vernehmen nach ist Frl. Leopold eine Stelle an der Oper ht Nürnberg übertragen worden, wodurch der jungen Künstlerin die Gelegenheit ßum Anfang einer glänzenden Zukunft geboten wird. — Gestern feierte hier in Krafts Saalbau der Eis en- bahn-Verein Nidda den Geburtstag unseres Großherzogs. Der erste Teil der Feier fano nachmt- L Äasal Af/L ui llf £ AZS i Landkreis Gießen. Lollar, 5. Dez. Gemeinderatssitzung. Anwesend sind : (Bürgermerster Schmidt, Beigeordneter Verlach, tue Gemeinderäte Erdmann, Ringleb, Forboch, Back, Schupp, Schmitt, Römer und Hofmann. Noä) Eröffnung der Sitzung verliest Gemeinderechner Schwalm die Rechnung von 1910, ote eine Gesamteinnahme von 111472,80 Mk. aufweist der eine Ausgabe von 107 719,13 Mk. gegenübersteht. Da keine Einwendung erfolgt, gilt die Sache als erledigt. — Der ?ovan s ch lag für 1912 sieht eine größere Ausgabe vor, durch ErBauung'einer Brücke, 35 000 Mk. Beitrag zur Bahn Dollar—Londorf, sowie Anschaffung einer Vieh wage und» bedingt dadurch die Erhöhung der Umlagen um 2000 Mk. Die Kolonialpolitif in der französischen Kammer. Mit großer 'Vorsicht versuchen es die französischen Staatsmänner, über den Marokko-Vertrag mit Deutschland ohne große Aufregung in der Kammer hinwegzukommen. Sie haben den Erfolg in der Tasche, und je weniger, so denken sie, darüber gesprochen wird, desto besser ist es: Paris, 5. Dez. In der Kammer wres Vaillantbei der Beratung des Bidgets für die Kolonialtruppen auf die außergewöhnliche Sterblichkeit der schwarzen Truppen hin, die in Südalgier verwendet würden. Der Versuch, der mit diesen 'Truppen gemacht worden sei, sei mißglückt. Auf der anderen Seite habe die im Auslande allgemein verbreitete Ansicht int Deuts chen Reichstage das Echo gefunden, daß die ^Verwendung schwarzer Truppen ein Rückfall in Barbarei sei. (Lebhafter Widerspruch.) I aurös bezeichnete den Wunsch, die Senegalesen in Algier zu akklimatisieren, als eine verhängnisvolle Illusion. Kolonialminister MessimY erklärte, die Verwendung der Senegalesen auf den trockenen Hochebenen von Südoran sei auch unter den günstigsten Umständen nicht geglückt. Die Versuche müßten an uer Küste des Mittelmeeres fortgesetzt werden; aber wenn sie mißlingen sollten, könnten diese Truppen in We st Marokko verwandt werden, wo sie sich sehr wohl befunden 'hätten. (Beifall.) Darauf wird 'das Budget für die Kolonialtruppen bewilligt. Damour begründete seinen Antrag, der die Regierung auffordert, die Veröffentlichung des Gelbbuches über die französisch-deutschen Verhandlungen zu beschleunigen. Iaurös uno Charles Bemoi st unterstützen den Antrag. Der Minister des Aeußern erklärte, er befände sich mit Damour in Uebereinstimmmig über die Dringlichkeit der Besprechung des Abkommens. Er sei bereit, alle erforderlichen Aufklärungen zu geben, aber die Veröffentlichung des Gelbbuches erfordere eine lange Zeit; masi, könne davon die Besprechung des Abkommens nicht abhängig machen. Der Ministerpräsident sprach in gleichem Sinne. Er erklärte, Gründe der auswärtigen Politik sowie die damit eng verbundene Würde der Kammer widersetzten sich der Veröffentlichung, die übrigens keine Regierung! verweigerte. Caillaux stellte die Vertrauensfrage, über den Antrag Damour. Der Antrag wurde mit 3 42 gegen 119 Stimmen abgelehnt und die Sitzung alsdann geschlossen. tags statt, damit auch die Kinder der auswärts wohnenden Mitglieder an ihr teilnehmen konnten. In ihm wechselten .... _ .. Musik-, Gesangs- und humoristische Vorträge ab; zwei flott pW"Samstag, gespielte Theaterstückchen trugen viel zur Unterhaltung bei Die Festrede hielt der Vorsitzende des Vereins, Bahnhofsvorsteher Dörr von hier. " Der zweite Teil der Feier bestand aus einem Festball, der aufs schönste verlief. Beide Veranstaltungen waren sehr stark besucht. x Bad-Salzhausen, 5. Dez. Die Arbeiten zur j Da verschiedene Vorschläge gemacht werden, nimmt man geheime Wahl vor, die die Wiederwahl der drei vorherigen Mitglieder Schupp, Schwalm und Schad eck auf weitere sechs Jahre ergibt. — Als Vertreter bei der Bezirkssparkassa Gießen werden ebenfalls durch Zettel gewählt: Bürger' meister Schmidt, Beigeordneter Gerlach und Gemeinderar Hotmann. — Bei dem Antrag der beiden Lehrer Jakobi und Weitzel um Erhöhung der Mietsentschädigung gehen die Ansichten auseinander. Nach Erkundigungen des Vorsitzenden ist die bis jetzt von der Gemeinde gewährte Mietsentschädigung in Höhe von 300 Mk. den hiesigen Verhältnissen entsprechend. Gemeinderat Erdmann beantragt geheime Abstimmung, die mit sieben gegen zwei Stimmen Ablehnung des Gesuches ergibt. — Der Antrag Joh. Schäfer um Ueoerlassung von Pachtgelände wird an den Bau ausschuß verwiesen, da es sich um Teile einer Hofreite handelt. — Am Montag abend sand im Saale der „Germania" ein Lichtbildervortrag über die «Entwickelung der Eisenindustrie statt, der sich eines regen Besuches erfreute. festzustellen, da eine künstliche Grenze die Quelle beständiger Zwistigkeiten bilden würde. Das eng krs cheKönigspaar ist am Dienstag «abend von Bombay nach Delhi abgereist. In den Straßen bildeten Truppen Spalier; die Menge begrüßte das Königs paar überall auf oas herzlichste. Aus Schangh ai wird gemeldet: Große Aufregung ist durch das Verschwinden eines deutschen Han de lsange stellten namens Bergmann hervorgerufen worden, der in der Firma Schröter beschäftigt war. Bergmann verließ sein Hotel am 30. November abends, um einer Tanzfestlichkeit beizuwohnen. Seitdem hat man keine Spur mehr von ihm. Heer und Flotte. Die Flugzeuge im französischen Heer. Paris, 5. Dez. Nach dem von der Kammer kürzlich bewilligten Kredit wird die französische Armee im kommenden Jahre 234 Flugzeuge zur Verfügung haben. Der ltalienisch-Lürri che Krieg. Die Italiener verkünden eine Siegesbotschaft. Sie wollen die Türken und Araber endgültig aus ihren bisherigen Stellungen bet Tripolis vertrieben haben. Wir hoben gestern aber die Meinung eines früheren türkischen Ministers wiedergegeben, der sagte, seine Landsleute könnten jetzt gar nichts besseres tun, als sich ins Innere des Laubes zurückziehen: Rückzug der Türken? Tripolis, 5. Dez. (Agenzia Stefani.) Gestern fügten die italienischen Truppen ihrem Sieg am 26. November einen neuen hinzu, indem sie Ainz ara, den Mittelpunkt des Wider st andes der dort konzentrierten regulären türkischen Truppens tim Sturm einnahmen und acht Ka - nonen, Munition, Zelte, Vorräte, kurz alles erbeutete n, was die Türken und mit ihnen die Araber und Beduinen auf ihrer überstürzten Flucht in das Innere des Landes zurückließen. Der geftrige Tag war für Tripolitanien entscheidend. Er macht Tripolis und die Oase frei und trennt die noch vorhandenen Türken vom Meere und damit von der Zufuhrbasis. Er schließt eine Kriegsperiode ab, an deren Stelle ein einfacher Guerillakrieg tritt. Ter Kampf begann gestern früh 6 Uhr mit der Beschießung der Oase östlich von Amruos und Fornaei durch die italienische Flotte. Tie Avantgarde befand sich um 8 Uhr in Fühlung mit dem Feinde, der sich hinter den Dünen gegenüb r der Haupt- stellung verborgen hielt. Die italienische Kavallerie, die sich nach rechts gewandt hatte, war unterdessen an die türkischen Schanzgräben herangekommen und gab so die Richtung für den Angriff der italienischen Hauptkolonne, die aus der Division Peoort bestand. Gegen 9 Uhr war der italienische Vormarsch allgemein und wurde unterstützt durch die Batterien der festen italienischen Stellungen. Nunmehr erfolgten von der Oase und von rechts, von Gargaresch her, zwei Angriffsversuche auf den italienischen rechten und äußersten linken Flügel seitens arabischer Haufen Tie Türken benutzten diese Zeit, um sich von der ersten in die zweite Verteidigungsstellung zurückzuziehen, aber nach zwei Stunden waren die Italiener schon über die früheren feindlichen Stellungen vorgedrungen. Ter Division Pecvri, die kühn durch das nunmehr von regulären tür- Nschen Truppen besetzte Gebiet vordrang, gelang es, die Feinde aus den Schützengräben zu vertreiben. Um 3 Uhr nachmittags nahmen dis Italiener die letzten feindlichen Ver- teidigungswetke von Ainzara ein. Die Feinde stürzten in so wilder Flucht nach Südosten, daß gegen 5 Uhr das letzte mit Verwundeten beladene Kamel den Blicken der Italiener entschwand. Tie Division Pecori iimb die Brigade Reinaldi zogen in die verlassenen Lager ein und verbrachten dort die Nacht. Die Italiener bewiesen große Widerstandskraft. Der Vormarsch begann bet strömendem Regen, der bis gegen 9 Uhr dauerte. Außerdem vollzogen sich die Bewegungen auf dem "Gelände, das bereits durch frühere Regengüsse schwer passierbar gemacht worden war. Die italienischen Verluste sind nicht genau festgestellt, sie betragen aber nicht mehr al s etwa hundert Kampfunfähige. Die Verluste des Feindes betragen mehrere Hundert ,Tote und viele Vernmndete. Angriffe des italienischen Kreuzers Volturno. Rom, 5. Dez. Die Agenzia Stefani meldet aus Massaua: Der Kreuzer „Calabria" ist von seiner Kreuzfahrt im Roten Meere hierher zurückgekehrt. Er berichtet: Am 30. November entdeckte „Volturno" zahlreiche Fahrzeuge int Hasen von Mekka. Er zerstörte fünf durch Ge - schütz feuer und ließ die übrigen durch eine Landungsabteilung versenken. Die türkischen Truppen unternahmen einen Angriff, wurden aber durch italienisches Geschützseuer zurückgeworfen. Zehn Meilen nördlich davon zerstörte der ,^V o l - turno" sieben andere Schiffe und gab einige Schüsse auf feindliche Kavallerie ab. Unterdessen entdeckte der Kreuzer „Calabria" bei Scheich Saü» ein türkisches Lager. Er wurde von dort beschossen, brachte aber das feindliche Feuer zum Schweigen und zerstörte das Lager. „Calabria" fuhr dann an der Insel Perim vorbei und strich die Flagge zur Respektierung in neutralen Gewässern. Kaum war sie an der Spitze von Perim vorbeigefahren, als das Fort Feuer mit einigen Geschützen mittleren Kalibers eröffnete. „Calabria" antwortete sofort und serftörte zwei Kanonen und einen Teil des Forts und des Lagers. „Dolturno" kehrte am 1. Dezember nach Mekka zurück und zerstörte oder beschädigte 15 weitere Schiffe. „Calabria" und „Bolturno" untersuchten dann nochmals die ganze Küste, ohne auf Schiffe zu stoßen. Die italienische Flottenaktion macht jede weitere Bedrohung der gegenüber liegenden italienischen Kolonie unmöglich. Die italienischen Schisse sind nicht beschädigt, die Mannschaften blieben unverletzt. Konstantinopel, 5. Dez. Nach einer Mitteilung des Kriegsministerium wurde bet der Beschießung von Mekka am I. Dezember ein Mann getötet und ein Mann verwundet. Bei der Beschießung von Scheich Said sind zwei Mann verwundet worden. Auch Nail Diab ist von den Italienern bombardiert worden. Rom, 5. Dez. (Agenzia Stefani.) In Ben-Ghasi wurde während der Nacht eines der kleinen italienischen Forts von einer feindlichen Abteilung angegriffen. Der Feind mürbe jedoch mit erheblichen Verlusten zurückgewiesen. Jtalienischerseits sind vier Mann getötet, vier verwundet worden — Aus Tobruk wird gemeldet: Der Torpedobootszerstörer „Berzaglieri" ist fmit zwei aufgebrachten türkischen Seglern hier angekommen. Der Mordanschlag auf den „Temps".Berichterftatter. Paris, 5. Dez. Der italienische Botschafter äußerte sich einem Mitarbeiter des „Temps" gegenüber in überaus scharfen Worten über eine in diesem Blatte veröffentlichte Rote des hiesigen türkischen Botschafters, die den gegen den „Temps"-Korrespondenten verübten Anschlag damit zu entschuldigen versucht hat, daß 'Earrere das Völkerrechts- widrige Vorgehen Italiens rückhaltlos gut- geheißen habe. Tittoni sagt unter anderem, die von der ______ _________ ,______a... ___y ____ ____ türkischen Botschaft unternommene amtliche Rechtfertigung des Vorsitzenden nicht möglich, da dies noch eine feqr politischen Mordes hat mick nicht m Erstaunen 9de6tba3 hegt ^sichere Einnahme sei. Der Voranschlag wird genehmigt nicht StÄmi ~ 68 erfolgt bic Wahl von i-rci Schulvorstanbsinitgliedern «tn iqk- uu x ........ .c«a iuxi nun lolgenM: ° Ihr., 3h ob (Rornlangflrob) 0.«>0-0.00 'DW,, Ivltr flroh 0,00—0,00 Mk. Alle» <ür öu Kilo. freldräH sckleopenb. Tie Zufuhren waren au» Cbeibefjen und den Kreisen Dieburg unb vanaii. Hiiuuaitr weoerocrichl. Deffentlidber Wetterbienst, Gießen. Wette»a"S'l>dien m veilen am Donnerstag, >en 7. Dezember 1911: Wechselnd bewölkt, meist trocken, Tempeialur wenig verändert, Nachtfrost. Letzte Nachrichten. Paris, 5. Dez. Der »latnincrausschutz für auswärtige Angelegenheiten beschloß mit 11 gegen 7 Stimmen, den Antrag de Mun auf Vertagung der Verhandlungen über das deutsch-französische Abkomnlen zu bekämpfen. :btti m mit sichtlicher c da» Versprechen, Das praktischste Geschenk 7349 in der . 3 Stück 20 Pfg. Biomarckberinge. per Stück 9 Pfg. Bratheringe 7841 Lebkirhen-Nikolanse st. 5u. 9 Ptz D”, Bleichilroi.e 1J. 6135 Schade L Füllgrabe Telephon 186 Bahnhofstraße 26 frisch eintreffend Australische Wildkaninchen Carl Stückrath Seltersweg Seltersweg d% Germ Ain Helmut Kurt Schade&FOIIgrabe Bahnhofstraße 26 Telephon 186 7356 Giessen. 6. Dezember 1911 4 tiiier-Tofe 200 Pf»., 2 Liter-Dose 110 Psg. Sardinen, 'Bfb. 35 Pfg., 10 Psd.« Faß 180 Pfg. 2' t» Prächtiger Junge angekommen Ph. 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P°k. 28,38,18,65 Psg. Honig-Lebkuchen .... Paket 3*4 Pfg. 48o(itü)fcer Preis b« M 6ht worden i|t 1 soll, wird nuHl us den Iullern» irnseuche notwnr?^ i sei- . Jahre alte^ em Prio-ti---""' Hospiz.oXT ITU0. SchwesternnaaÄ, W ------- Donnerstag frisch eintrcffend: ----- I la. Brat- Schellfische «14.. Kabliau Pfund 18 Pfsi.Ws Bckanntiuachnng. Der Voranschlag der föcmetnbe Diünster für 1912 Rj. lirgt vom 9. Dezember d. I. ab acht Taae lang auf dem Äürgermcisterei.Büro dahier zur Einsicht offen. Münster, am 5. Dezember 1911. Großh. Bürgermeisterei Münster. G o n t r u m. UMSONST QUINTEN SIE. MuHcrbc^cn und kaufen-, t ROHRMOBEL ' amt>orkiüviffcflcn 1 direkt oon der Eibnk « hiliusTtxUxicGriuwiSd Neue Rollmops .... 3 Stück 20 Pfg. 4 Liter-Dose 200 Psg., 2 Liter-Dose 110 Psg. !! Maschinenslrickerei !I 9m Stricken sowie Anttrickcn m Strümvieu empfehle ich mich niuetegemiichst. -»*- Strickgarnel(b6SteQualitäten) habe stets vorrätig. er- Preise bifliaft. "W1 Ernestine Hopfner Roonstraßc 33 II. 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