M. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfafot 10 Seiten. sagen (I lenling unbßreitafl); zweimal monotl. land« wirif<}aftHd)c8tit|rat|en ftendpred) • Anschlüsse: für die Nedaktwi, 112, l'erlaq u. Expedition 51 Adresse Wir Depeschenr Eine Stimme aus Wien. Wien, 4. Nov. Zum Marokko-Abtommen sch „.v „N eue Freie Presse": Tie große Bedeutung des Ucbcreinkommens liegt in der Tatsache, daß Deutschland und Frankreich trotz aller störenden Einflüße sich über eine der fchivierlgilen Fragen zu einigen ün mochten. Oesterreich-Ungarn tann mit dem Ergebnis nur zufrieden sein. Jede Tatsache, Die ein ruhiges. Zusammenleben zwischen Frankreich und Teutschland erleichtert, wird in Letter- reich-Ungarn mit Vergnügen ausgenommen. Zede Befriedigung, welche Deutschland in der Kolonialpolitik durchzusetzen vermag, ist zugleich em Gewinn für das verbüitdete Oesterrcich. Das güt ganz besonders von dem Marokko-Abkommen; denn Ocsterreich- Ungarn ist eine Mütelmeermacht, Marokko ein Mittelmecrgcbicl, wo Deutschland dem Grundsatz der „offenen Tür" für alle Mächte durchgesetzt hat. Der marokkanische Vertrag ist tatsächlich cm Friedensvertrag und die Hoffnung gestattet, daß lein Nicdcrfchlag von Bitterkeit in Berlin und Paris zurückbleiben werde. Staatssekretär v. Lindequist trat sein Amt als Nachfolger Dernburgs am 11. Juni 1910 au, nachdem er seit langen Zähren in der äolonialvcrwallung tut.g gewesen war. Er ist am lö. September 1862 in Wosteritz in Pommern geboren. Zn Grcisswald erzogen, ging er 1882 zur Universität und studierte hauptsächlich in Greifswald, wo er auch 1906 Ehrendoktor der juristischen Fakultät wurde. Am 18. SDlai 1886 trat er als Referendar im Oberlandesgerittstsbe'nrk Ter französische Ministerpräsident über den Vertrag. Saint Calais, 5. Nov. Bei dem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl besprach Caillaux in längerer Rede auch die Marokkoangelegenheit und sagte u. a.: Tie Regierung bat bad Bewußtsein, seit vier Monaten in hohem Grade eine wirklich nationale Politik verfolgt zu haben, indem sie zum grüßten Nutzen Frankreichs bic febr vermittelte Lage ordnete, der sie sich gegenübcrfand, gleich al» ftc zur Macht gelangte. Wir haben gewollt, baß Frankreich in Ma- rokko volle vandlungSsreihcit habe. Es wäre klnblich, zu glauben, daß an den Usern des MittelmeereS, angrenzend an unser Algerien, das mir mit unserem Mutterlande fast verschmolzen haben, cm großes Land bestehen sollte und könnte, das sich sysle matisch der Zivilisation verschließt. Tas Gesetz der distoriichen Ennvicklung stellt sich dem ebenso entgegen, wie es Frankreich, als es Herrin von Algier geworden, gebot, sein Reich am Tunis auszudchnen. Dieses Gesetz befahl Frankreich eines Tages, Ma rotko zu organisieren und endgültig in Nordasrika mit AuSichluß aller rivalisierenden Unternehmungen seine Hegemonie als muselmanische Großmacht auszurichte»; aber um ein so dauerndes Ergebnis zu erreichen und Frankreich eines solchen sträftezuwachses teühastig werden zu lassen, hätte es möglich ein müssen, zu handeln, und das ist das Moment, das gcroiüe 2eute leicht oder allzu flink aus dem Auge verlöre,! haben, wie wenn wir allein auf der Welt wären, man mußte sich mit anderen auseinander setzen und über ihre Zustimmung unterhandeln. Damit auch Deutschland seinerseits uns in Marokko iicic yanb lasse und bannt es aus die Vorteile verzichte, welche es sich geichafsen zu haben glaubte, haben wir ihm gewiße Entschädigungen eingeräumt. ESrstnichtmeineAbsicht, diese herabzusetzen, aber ich bin berechtigt zu sagen, daß sie Frankreich in keinem z u m Lebe., unbedingt nötigen Teile treffen und daß sic seine wesentlichen Interessen nicht berühren. In Zeu- tralafrika können die Stellungen nicht als endgültig belradiht werden. Es wird Ausgabe einer klugen, vorausseheuden Politik für viele europäische Mächte sein, eine Abrechnung vor zubereiten, in der jeder der verschiedenen Vertrag schließend.n Teile seinen Vorteil sindet. Wir können unter der einzigen Be dingung, die wirtschaftliche Gleichheit zu achten, unsere Aktion auf ein Land ausdehnen, welches geräumiger, fruchtbarer und bevölkerter ist als Algerien und Tunesien zusammen genommen, und das zweifelsohne zukünftig die s ch ö n st e Blume in u n j c r m kolonialen Kranze bilden wird. Ich scheue mich nicht, zu behaupten, daß tedeuialls die überragende Mehrheit der Nation sich heute zu der Lösung beglüttw inschl, welche sie mit Rul>e und Würde, dem . starker Völker, erwartete, mit derselben Ruhe und berteil von ber sich die Regierung erfüllen lassen wird.. Nr. 261 Ter Siebener Injdge» erscheint täglich, außer eotmiag». - Beilagen: viermal wöchentlich »lktzenerFamlllendlStter, irveimal roödientLKteii- dlan für den Xretr Stehen ■ |W DM DM '•v vH Gbefrebafttur: 91 (Slocr,. H Dr f-Y j Verantwortlich für den X\Jf politlfchen leit: August General-Anzeiger für Gberhefsen WSsL Anzeiger ««eßen. V w f » ' ' tQ(b. ffir Stadt und Annahme von Anzeigen Rolationsbriid unb Verlag der Vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Stcinöruderd K. Lange. Redaktion, Erpedition und vruderei: Schulstraye I. E.veß. für den & «rmV»Uh7 . BiWngtn: Sernfprcdjer Nr. 269 S-Ichäil-st-ll- vchnholftratz. 16a. ____________________ nach Spanisch-Guinea umbicgcnd. Sie schneidet den Jbondo luß bei seiner Vereinigung mit dem Dschua, folgt diesem ,is zum französisch bleibenden Madjingo und dann weiter , jegcn Osten bis zur Bereinigung des Nqoko und des Sangha ; m Norden des Ortes Wesso. Südlich dieser französisch i bleibenden Stadt, und zwar mindestens sechs und höchstens zwölf rtüometer von ihr entfernt, verläßt die Grenze den Sangba, biegt nach Südweslen ab und begleitet das Tal des Manbcfo bis zu seiner Vereinigung mit dem Bokiba. Sie folgt nun diesem und später dem Likuala abwärts bis zum rechten Ufer des Kongo. Von hier bis zur Mündung des Sang ha bildet der Kongo die Grenze, die sechs bis zwölf Kilometer (also noch unbestimmt!) betragen wird. Tann folgt die Grenze dem Laufe des Sangha auswärts bis zum Einfluß des Likuala-auxcherbes (es ist dies ein anderer Likuala als der vorgenanntes, den sie bis Botunga begleitet. Von diesem Ort verläuft die Grenze in ungefähr gerader Richtung von Süden nach Norden bis Bera-Ngoko und biegt dann in der Richtung auf den Zusammenfluß des Dodinga und des Lobai) ab, um dem letzteren talwärts zu folgen bis zum llbangi, nördlich von Nongumba. Weiter bildet nun der llbangi die Grenze auf eine Strecke von mindestens sechs und höchstens zwölf Kilometer. Tie Grenze setzt sich in norDwestliu.er Richtung fort, erreicht den Pama an einer noch zu bestimmenoen Stelle westlich von seiner Vereinigung nut dem Moi. Tie Grenze geht dann dem Pama aufwärts bis zum Ost-Logone, den sie ungefähr am achten Parallelkreis in der Höhe von Gorö trifft. Diesem folgt sie von hier nach Norden bis zu seiner Vereinigung mit dem Schari. Teutschland erhält etwa 230 000 Quadratkilometer. Anderseits tri.t Teutschland an Frank- reich das zwischen dem Schari im Osten und dem Logone im Westen gelegene Stück Kameruns ab, nördlich der jetzigen sranzösifchen Besitzungen. Innerhalb einer Frist von sechs Monaten noch dem Austausch i? fikationsurkmwen des Abkommens begibt sich eine technische Kommission, bestehend aus einer Anzahl Delegierten beider Regierungen, an Ort und Stelle, um die Grenze den vorgenannten Ab- machungen entsprechend festzuleaeti. Beide Regierungen räumen sich unter bestimmten Modalitäten das Recht zu, ihre Eis etibahnen gegenseitig durch das Gebiet der andern zu verlängern. Für Deutschland hat dies die besondere Bedeutung, daß die etwaigen Lbamerunbahnen nach dem llbangi durchgesührt werden können. Deutscherseits ist die pachtweise Ueberlassung kleiner K'om- plexe an die französische Regierung längs des Benue, des Mayo-Kebi und weiter nach dem Logone hin vorgesehen, um letzterer die Errichtung einer Etappenstr a tz e zu ermöglichen. Auch wird die deutsche Regierung der französischen Regierung keine Hindernisse in den Weg legen, falls sie in Zukunft zwischen dem Benue und dem Logone südlich oder nördlich des Mayo-Kebi eine Eisenbahn oder Landstraße sollte legen wollen, bei der sich jedoch die deutsche Regierung die Mitwirkung vorbehält. TaS zufriedene Frankreich. In Paris herrscht, so wird dem „Berl. Tgbl." gemeldet, überall große Befriedigung, um nicht zu sagen Freude vor. 9hit die extremsten Nationalisten haben an dem jetzt abgeschlossenen Vertrag noch allerlei auszusetzen und werfen der Regierung vor, daß sie sich habe düpieren oder einschüchtern lassen. Aber selbst diese Unzufriedenen . sind durch die letzten Vorgänge im Deutschen Kolonialamt stutzig geworden, und es scheint, daß diese zweifelnden ; Stimmen bald verstummt sein werden. Sonst drücken alle - anderen Zeitungen ihr großes Wohlbehagen aus, i abgestuft durch die verschiedensten Nüancen vom reinen , Jubel über den gewonnenen Besitz bis zur resignierten ! Anerkennung, daß nun wenigstens eine große intematio- I na le Schwierigkeit aus dem Wege geschafft worden ist. Die Entscheidung über IHaroHo. In verschiedenen Bruchstücken veröffentlicht die „Nordd. Allg. Ztg." das neue deutsch-französische Abkommen, über das der Reittfslanzler am nächsten Mittwoch im Reichstag Rede stehen will. Nach ihm sollen, so wird uns aus Berlin mitgeiciit, erst die Sprecher der Parteien zum Wort kommen, die der Regierung Anfragen angemeldet halten. Tie Frist ist sehr kurz, um den Vertrag vor den Reichstagsverbandlungen eingehend zu studieren. Tie Regierung wird im Reichstag wohl von keiner Seite Anerkennung erhalten, namentlich da sie den bisherigen Leiter des Kolonialamtes nach seinem Rücktritt so schmählich behandelt hat. Wenn sie erklären ließ, die Berufung des Herrn v. Lindequist sei überhaupt „ein Mißgriff gewesen", so stellt sie sich damit im Grunde genommen selbst ein Armut--zeugnis aus. In der Presse herrscht im allgemeinen die Neigung vor, das Abkommen erst dann eingehender zu würdigen, wenn es ganz verössentlicht vorliegt und wenn man den Reichs- landet gehört l-aben wird. Auch wir wollen dieses Vor- gehen einschlagen. Bittere Bemerkungen sind in der Presse schon reichlich gefallen, und zwar in Zeitungen aller Partei- iärbungen Während die „Kreuzztg." vorläufig stumm bleibt, erklärt die „Deutsche Tagesztg.", c» siche mit Bestimmlheil scsi: daß bic deutsche Nation tu ihrem berechtigten Kraftgefühl und Borwäilsbrange die Politik, bic wir mit diesen Abmachungen — gleichviel ob in zufneben,teilender 6)eile ober nicht — zu liquidieren hatten: daß sie eine Politik Windiger Mis ober Mindererfolge satt ist: daß sie es wwohl itrer tatsächlichen nationalen Macht wie ihrem endgültig wach- geworbenen Willen angemessen findet, sich unter allen Umständen dieser Macht entsprechend in der Wcltpolitck zu behaupten. Tie „Nationalztg." wendet sich sehr scharf gegen bie Abmachungen, und bei der Presse der Fortschrittspartei sindet die Regierung auch keinen Trost. So erklärt die „Freisinnige Ztg.": z Unleugbar sind die Vorteile, die sich aus dem Vertrage für die sranzößsttw Nation ergeben, während bie Gegenleistungen in Marokko an Deutschlanb ja eigentlich nur bic Festlegung des von und feit jeher Beanspruchten barstellen, bic Kompensationen außerhalb Marokkos aber sehr kritisch beurteilt wer- beit müssen. Verschärfen wirb sich biefe Kritik int deutschen Parlament- zweifellos burch den inzwischen erfolgten Rücktritt beS Staatssekretärs v. Linbequift. Ist biefer doch ein eklatanter Beweis bafür, baß unsere Kolonialverwaltung Anlaß zu taben glaubt, mit bem deutsch-französischen Kolonialvertrag burch- uS unzufrieden zu sein. Tas „Berliner Tageblatt erklärt: Tie Veröffentlichung über bas Kongoabkommen ist bezcichnenb kurz. Trotz ber offiziösen Erklärung, Deutschlanb erhalle „be- beutenbe uitb wertvolle Länbereicn", kann bieses Kommunique m feinet Dürftigkeit ben üblen Einbruck nur verstärken, ben bas ganze Kongoabkomrnen hervorgerufen hat. Man kann ben Herren v. Bethrnann Hollweg unb v. Kiberlen-Wachter, bic nach so stolzem Anfang, nach so langen Mühen unbjiad) so viel Opfern mit biesem Resultat Heimkommen, nur ben schiller- schen Vers ins Album schreiben: „In ben Ozean schifft mit taufenb Ri asten ber Jüngling, Still auf gerettetem Boot treibt in den Hasen der Greis." _ „ Auch die „Vos f. Ztg." hält mit bitteren Bemerkungen gegen die Regierung nicht zurück. Die Grenzen btt Neuerwerbung. Die „Nordd. Allg. Ztg." gibt, teilweise im Gegensatz zu den bisherigen Mitteilungen, teilweise sie präzisierend, f o l g c n d e G r e n z e n der Neuerwerbung Deutschlands an: Das neue Gebiet geht aus vom Llllantischen Ozean am östlichen User der Bai von Monda Pf.: durst» die Post Mk.2.— viettet- jährl. autfdiL Bestettg. BH ZeilenprerS: lokal 15'VU Ar auSwän« 20 ^ftnniq. Siebener Nonzertverein. 2. Konzert. Lieder- und Klavierabend. Gießen, ö. Nov. Ju der vollbesetzten neuen Aula durften wir diesmal einen Solistenabend genießen, der uns eine Reihe auserlesener musi- kalischer Genüße aus Dem reichen Schatz Der Lieder- und Klavier- komposition geboten hat. Beide Solisten waren Frauen. Das Ideal moderner Frauenbewegung : gleittfe Möglichkeiten der Ausbildung und Betätigung für Frauen wie Männer ist ja speziell in der, Mußk langtt verwirklicht; rrotzdem ist das selbstschöpferische Musizieren nahezu unbestrittene Domäne des ManneS geblieben, weit bester liegt offenbar der weiblichen Natur das Gebiet der musikalifchcn R> vrodukiion — das wir im übrigen kcinesw.gs unterschätzen. B.etei es doch cme Fülle dankbarster Aufgaben unb Gelegenheit zu wahrhaft künstlerischer Betätigung, ja zu einer Art Natt>- unb Neuschöpscns, wenigstens bei wahrhaft Berufenen Für bie Sängerin, bie hier schon bekannte unb geichatztc Sopranistin Frau T. Eahnbley-Hink.en ^Würzburg- nw&te schon bie glückliche Auswahl ihrer Darbietungen einnehnien. Neben „vertrauten Lieblingen ber sel'gen Harmonie" _ rote <2diubert, Schumann, Brahms ließ sie auch weniger gesungene fieber* Komponisten ocricbiebenen Ranges zu Worl lymmen: Mozart, Liszt, Cornelius, Pfitzner, Reger, Cahnbley, van Eyken — em dankenswertes sich emanzipieren von der io, häufigen (durch die Kritik übrigens neuerdings lebhafter bekämpften) bequemen Routine des ewigen HerunlersingenS von ein paar bewährten, m sämtlichen Konzertsälen D.utschlandS immer wieder kehrenden Schlagern. Nicht niinder glücklich war Frau Cahnbley-Hin.'-cn in der Ausführung ihres Programms. Tie Natur hat sie mit reichen Stimmitteln beschenkt, die sie durch künstlerische Ausbildung, warme Empfindung und Geschmack aufs Schönste zur Geltung °u bringen weiß. Besonders gut gelangen ihr die anmutigen, neckischen Lieder, bei denen ihre vorzügliche Aussprache besonders wirkungsvoll zur Geltung gelangte. Auch ben prächtigen Weih- nachtsl.ebern von P. Cornelius, bie einen fein burchgeistigten Vortrag ersorbern, würbe sie in icbet Weise »erecht. Bon Brahms gesielen uns am besten die beiden ersten Nummern. Herr Professor -!• r a_u t m a n n begleitet: in hervorragendes Weise. Einen etwas schwer.n Stand halte Daneben die Pianistin Lrau E. S a a t 1ü cc r - 5 d) 1 i c p e r (Barmen), die an Stelle der erkrankten Frl. Wynn-Tyle (Berlin) gewonnen wurde. Das Klavier ist ohnedies in einem gewissen natürlichen Nachteil gegen» über ber unmittelbarer packenden Ausdruttsfähigkeit einer feetcn- tiollen Menschensttrnmc. Unsere Äünitlerm vernwchte es inbeß, sich nicht mir in allen Ehren zu behaupten, sondern das Publikum zu fesseln und zu erwärmen, dank ihrer vorzüglichen — wenn auch noch nicht ganz unfehlbaren — Technik und des künstlerischen Temperamentes, das ihre Leistungen weit hinaus- hob über das Niveau virtuoser Fingerübungen, bei denen man nicht viel weiter empftndet, als „Tie Werke klappern Nacht und Tag, Im Takte pocht der Hämmer Schlag". Aliders hier: die CiSmoll-Sonate Beethovens (fälschlich „AionDsttiemsonatc") be kommt man nicht oft so vorzüglich zu hören; in der C nwll- Nokturne von Chopin hätten wir einiges in weniger hcroi'cher Auffassung gewünichl. Recht dankenswert war neben diesen Stücken schweren Kalibers die leichtflüssige Sufte von Tie pul, dem fast vergessenen Komponisten von „Joseph und seine Brüter". Sehr erftculid) war die warme Teilnahme des Publikums, das beiden Künstlerinnen reichen Bei-oll spendete und mit sa.lftcm Zwang sich zwei Zugaben errang. Schade, daß einige Samen meiner Nachbarschaft im Eifer soweit gingen, fchon — oder noch — zu , klatschen", solange die VoNräge dauerten! P. — Verdruckte Bibeln. Zu den wertvollsten Büchern der Wolfenbüttlcr Bibliothek und besonders zu ihrer etwa 2000 Nummern zahlenden Bibelsammlung gehört die logcnannt: „Narrbibel", bie ihren Pamen von einem Trutt'eh.cr herlettet, ber sich 1 Mos. 3,16 findet, wo cs ftatt Der Worte: „Er soll Dein Herr sein" die Worte ;u lesen sind: „Er soll 2em Narr fein" Wenn schon diese DibelauSgabe außerordentlich selten nr, ba in früheren Jahrhunderten Bibeln mit finmtörmbai Druckfehlern auS bem Handel zurückgezogen wurden, um Den ©laubigen feinen Anstoß zu bicien, so sind zwei englische Bibclaus- gaben. Die sogenannte „Essigbibel" und bic 15?8 gedruckr „Hosen- bibcl" vollständig unau-fttidbar geworben, da sich b;!ontc.3 g.gen d-e letztere nicht nur der Zorn der Gläubigen, sondern auch die empörte Prüderie der cngli'chen Puritaner wandte, bie nicht erst Clicer Cromwell unb )einen gottseligen Rcneen ihr Dasein rer- danllen, sondern sttwn zur Zeft der Königin E.i'abeth a.le Lebensfreude des englischen Volkes zu zerstören trachtaen. In ber Essigbibel finbet sich der störenbe Druckfehler 4. Joh. 46, wo es heißt: „Jesus kam nun wieber nach Kana in Galiläa, wo er Wasser zu Wein gemacht." Im Druck hat sich an biefer Stelle statt Des Wortes ivinc das Wort vineger lEsstg) cuige- schlichcn, woburch bie Venüchtung biefer Ausgabe hiillanglich begründet erschien. Einem ähnlichen Druckfehler verdantt die Hoseii- bibel ihren absonberlichen Namen. Wie es damals im protestantischen Ausland vielfach gebräuchlich war, wurde den Bibel- audgaben die lutherische llebcrsctzung zugrunde gelegt, unb so mag ber Herausgeber ber im Jahre 1598 in London erschienenen Bibel bie Stelle 1. Mos. 3,21 falsch verstanden haben, da er statt ber Schürz, bie Gott ben ersten Menschen machte, ben Ausbruck brccches (Hosen) gebrauchte. Fast unter ber Presse noch würbe biefe Ausgabe vernichtet unb so ist es gekommen, baß sich von ber Hosenbibel nur noch vereinzelte Exemplare erhalten haben. ES sei übrigens bei gefügt, baß in ber ftaatlidx'n Bibelübersetzung bes Jahres 1611 das anstößige Wort ängstlich Dermiebeu, und statt dessen das dem lutherischen Texte entsprechendere Wort aprtms zu lesen ist. — Das Chinesische im Deutschen. Wenn man einem Deutschen die Aufgabe stellen würde, Fremdwörter zu nennen, die aus dem Chinesischen ins Deutsche eingedrungen sind, so würde er wahrscheinlich Wörter aufzählen, wie MaTidarin, Kuli, Dschunke, Taal, Käsh, Pagode, Bambus, Bonze usw. Aber all diese Ausdrücke bezeichnen zwar chinesische Personen und Tinge, sind aber Nicht chinensch und weta.n von ben Chinesen nicht gebraucht. Echt chinesische, im Deutschen gebrauchte Worte finb nur Tee, SouHong, Pekko, Kaolin für Porzellanerbe unb Nanking für einen Stoff. Tic Bezeichnungen Galgant im Drogenhandel unb Tombak finb wahrscheinlich chinesischen Ursprunges, vielleicht auch Patschuli und Taifun. — Papa unb Mama sind natürlich nicht chinesischen Ursprungs, werden aber von den Ch'^ nefen so gebraucht, wie bei uns. — Kurze Narb rich ' e n aus Sunil unb Wissen- schaf t.) Dem Vernehmen nach wirb ber biesjährige N ob el- oreis sür Phgsik ben beiden beutschen Gelehrten Professor W. W i c n - Würzburg unb Profeisor M. P lauck- Berlin für ihre Arbeiten über Temperaturfttahlung verliehen. überall erhlltllcb. Auergesellschaft L Berlin 0.17 . : 1 1 •'!-L 12 Stichwahlen aitszutrageu. An drei davon (Darmstadt, Gießen und Wöllstein) ist die Fortschrittliche Volkspartei selbst' beteiligt; sie kommen also für den Beschluß des Landesausschusses nicht in Betracht. Der Beschluß unter a) gilt für die Wahlen in Nierstein und in Reichelsheim i. O., wo Nationalliberale gegen Bündler bczw. Antisemiten stehen. Namentlich wird die Volkspartei entschieden für den Kandidaten Schätzel in Nierstein gegen den bisherigen Abgeordneten Wolf eintreten. Unter b) fallen die Kandidaturen in Pfungstadt, Höchst t. Odenw., Rodheim, Bedingen und Vilbel, während für die beiden übrzgen Sitze in Beerfelden und in Bensheim die lokalen Organisationen darüber zu entscheiden haben, ob hier Kandidaturen vorliegen, für die sich Stimmenfreiaabe empfiehlt. Es wird sich nun fragen, ob die Sozialdemokraten mit diesem Beschluß der Fortschrittspartei es sich genügen lassen werden. In Gießen haben übrigens, was wir unseren Ausführungen vom Samstag noch hinzufügen wollen, die rechtsstehenden Parteien für den nationalliberalen Kandidaten gestimmt. Es mag sich bei der Lcmdtagswahl um 300 Stimmen gehandelt haben. Der italienisch-türkische Krieg. Die Italiener haben jetzt ganz offiziell Tripolis einverleibt! Und zwar durch ein königlich es Dekret, das von Herrn Giolitti mit einer aufklärenden Instruktion an die italienischen Vertreter im Auslande begleitet wird. Die Tonart, in der diese italienische Kundgebung gehalten ist, die Anmaßung, mit der von den Mächten ein Einschreiten zugunsten Italiens verlangt und erwartet wird, werden den ungünstigen Eindruck, der über die italienischen Grausamkeiten in der ganzen Welt erweckt worden ist, nur verstärken. Einstweilen sind die Italiener in Tripolis selbst ja noch nicht so weit, daß sie tatsächlich die Herren sind, so glänzende amtliche Berichte sie auch neuerdings wieder herausgeben. Wenn die Türken mit ihren Angriffen auf die Stadt Tripolis wirklich mit der Zeit erlahmen sollten — ein Vormarsch der Italiener ins Innere wird jedenfalls noch lange Zeit auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen. Tas Eillverlelbungs-Dekret. Rom, 5. Nov. (Agencia Stesani.) Der König unterzeichnete heute früh nachstehende Verfügung: Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aeußern nach Anhörung des Ministerratö verfügen wir: Tripolis und Cyrenaika werden voll und ganz unter die Oberheit des Königreichs Jt alten gestellt. Die endgültigen Bestimmungen für die Verwaltung der genannten Gebiete werden durch Gesetz festgelegt. Bis zur Verabschiedung dieses Gesetzes wird durch königliche Erlasse regiert werden. Vorstehende Verfügung wird dem Parlament unterbreitet werden, um Gesetz zu werden. Der Minister des Aeußern richtete folgende Depesche an die italienischen Botschafter im Auslande: Die Besitznahme der wichtigsten Städte von Tripolis und C y r e - naika, und die andauernden Erfolge unserer Waffen und die überwältigenden Streitkräfte, die wir dort versammelt haben und die anderen, die wir uns noch anschicken hinzusenden, machen jeden weiteren Widerstand der Türkei unwirksam. Um andererseits dem unnützen Blutvergießen ein Ende zu machen, ist es dringend notwendig, jede gefährliche Unsicherheit in der Stimmung der dortigen Bevölkerung zu zerstreuen. Daher ist durch königliches Dekret Tripolis und Cyrenaika endgültig und unwiderruflich unter die volle und ganze Oberhoheit des Königreichs Italien gestellt. Jeoe andere weniger radikale Lösung, die dem Sultan auch nur den Schatten einer nominellen Oberhoheit über die genannten Provinzen gelassen, hätte eine dauernde Ursache für künftige Zusammenstöße zwischen Italien und der Türkei gebildet, welche später in verhängnisvoller Weise selbst gegen den Willen der Regierenden in einem für den europäischen Frieden noch gefährlicheren Augenblick hätte ausbrechen können. Die von uns gewählte Lösung ist die einzige, welche endgültig die Interessen Italiens und Europas, selbst der Türkei, schützt. Der auf dieser Grundlage unterzeichnete Frieden wird jede tiefe Ursache einer Meinungsverschiedenheit zwischen Italien und der Türkei beseitigen. Wir werden leichter in der Lage sein, unsere ganze Politik von dem großen Interesse geleitet sein zu lassen, das wir an der Aufrechterhaltung des territorialen Statusquo auf der Balkanhalbinsel haben, für deren Konsolidierung das ottomanische Reich die wesentliche Bedingung ist. Wir wünschen daher lebhaft, wofern das Verhalten der Türkei uns dies nicht unmöglich macht, daß die Friedensbedingungen soweit als möglich mit ihren legitimen Interessen und ihrem Prestige in Einklang stehen. Tripolis und Cyrenaika haben aufgehört, einen Teil des ott omanisch en Reiches zu bilden, aber wir sind heute geneigt, mit weitherziger Versöhnlichkeit hie Mittel zu prüfen, um aus eine für die Türkei zweckmäßigste und ehrenvollste Weise die Folgen von den unwiderruflich vollzogenen Tatsachen zu regeln. Sicherlich würde es uns nicht möglich sein, diese versöhnlichen Absichten aufrecht zu erhalten, wenn die Türkei hartnäckig den Krieg unnützerweise in die Länge ziehen würde. Wir haben jedoch das Vertrauen, daß die einträchtliche Arbeit der Großmächte die Türkei dazu führen wird, ohne Verzug jene vernünftigen und entscheidenden Beschlüsse zu fassen, welche ihren wahren Interessen und denen der ganzen zivilisierten Welt entsprechen. Auf jeden Fall wird Italien an diesen Ergebnissen mitarbeiten: Italien, das ebenso geneigt ist zu billigen Friedensbedingungen als entschlossen zu den wirksamsten Mitteln, um diesen Frieden so bald als möglich aufzunötigen! Ein türkischer Angriff. Tripolis, 5. Nov. (Agencia Stesani.) Gestern erfolgte ein kleiner Angriff auf die östliche italienische Front im Abschnitt zwischen Scharaschat itrtb dem kleinen Fort Mesri. An diesem Angriff, dem einige Kanonenschüsse vorausgegangen waren, nahmen ungefähr zweihundert Araber und zum ersten Mal in Kaki- Uniformen gut sichtbar einige Abteilungen türkischer regulärer Truppen teil. Der Angriff, der sich gegen eine Stellung der Bersagliere und Grenadiere richtete, wurde nicht mit Nachdruck durchgeführt, und von Hai fcnzplatz 12. .sttusmach I'NiNj ’MitSiirti kg Wligk feS phot nia-h " Tagest« Nm. und des r kl Wunder." ßaden. *♦ Präses längen, der 1 nete Aechtslehre N Lebensjahr geistiger Frische srertigstellnng p M-s W” HudichunnstLo pudiert,war ^rivatdozen Serhältnissi Anderen Forschu kreis ist zu fern -büß hercmsgeo ” Ordens hem Bahnhossau Igerneinschast hch. klnlaß seiner Ver 'Ehrenzeichen mit " Justiz; Oberlandesgench stadt Emil Lai seiner langjähri Ruhestand versi Verdienstordens " Balle Luftschiffah, mußten bie füi bind) Automobil '.eben. Sie K jsranksuch und di Mrt gemeldet l Menger Beobachti ausnehmcn wollte Mtchiunde zu starten Bodenwin flauen würden; । Lindenberg die 3 "°herle, da besch 8 Tage zu verschj Sei den der As M Mer aus.____ zwei Kompagnien des 63. Infanterie-Regiments zurück- gewiesen. Der Feind hatte schwere V e r l u st e, das 63. Infanterie-Regiment einen Toten. Die Annahme scheint berechtigt, daß die in den letzten Tagen mit Artillerie und mit kleinen Gruppen Bewaffneter unternommenen Kundgebungen den Zweck hatten, die Auslösung dec arabischtürkischen Streitkräfte zu verhindern, die in der Umgegend von Tripolis zusammengezogen wurden. Diese Aufiöiung iit zurückzuführen auf die wiederholten Mißerfolge, vor den italienischen Verschanzungen ebenso wie auf die Cholera-Epidemie, die unter den schlecht genährten und gegen die Ausbreitung der Krankheit ungeschützten L u'en wütet. Diese Ursachen verhindern, daß andere Arabische Strcitkräfte aus dem Innern herbeikommen, um diejenigen zu ersetzen, die die Reihen der Türken verstärkt hatten und die jetzt fehlen. Nach sicheren Nachrichten von der egyptischen Grenze sind die Hilfskräfte zu gering, die diese Grenze überschritten haben, um die Bildung von Streitkräften, die nach den angeblichen türkischen Plänen sich um Tobruk, Derna und Ben Ghasi zusammenzi.chen sollten, zu unterstützen. Das Komitee soll auch nicht die Mittel haben, um für die gewünschten Lebensmittel zu sorgen. Dieser Zustand an der egyptischen Grenze wird bestätigt durch die Lage bei Tobruk, Derna und Ben Ghasi, welche von den Italienern stark besetzt sind. Dort bemerkt man keine Gruppen algerischer oder türkischer Streitkräfte. Auch die Haltung der Senussi tit bemerkenswert. Sie bewahren eine abwartende, Haltung, die,, wenn sie auch nicht offen wohlwollend ist, doch jedenfalls auch nicht feindlich ist. Auch von der türkischen Grenze liegen Nachrichten vor, über die, wie behauptet wurde, Waffen und Vorräte für den Feind gehen. Vorgestern und gestern bombardierte die „L i g u r i a" S u a r a und zerstörte vollständig die Befestigungen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Außerdem überwachte die „Liguria" in den letzten Tagen sorg- fältig die Küste bis zur Grenze, konnte aber auf der sehr gut sichtbaren Karawanenstraße nichts von Bedeutung wahrnehmen. Direkt aus Tunis stammende Meldungen versichern, daß die französischen Bchörden die Grenze sorgsam überwachen. Uebri- gens sind die Schwierigkeiten einer wirksamen Verpflegung der arabisck)-türkischen Truppen auf diesem Wege last unüberwindlich. Aus allen diesen Gründen herrscht der Eindruck vor, daß ein neuer Angriff auf Tripolis kaum die Heftigkeit desjenigen erreichen dürfte, der am 26. Oktober mit so großem Erfolge von den übrigens damals noch verhältnismäßig nicht sehr starken Streitkräften zurückgewiesen wurde. Die italienischen Truppen in der Umgegend vvn Tripolis sind jetzt so stark an Zahl, sie haben sich seit dem 2 6. Oktober fast verdoppelt, und sind jetzt so gut verschanzt, daß die Okkupation jetzt unbedingt gesichert erscheint. Diesem Eindruck können sich selbst die Eingeborenen nicht entziehen, wie mau aus der Aenderung ihrer Haltung den Italienern gegenüber ersieht. Die moralische Haltung der Truppen ist ausgezeichnet, umsomehr, als ein Angriff wenig wahrscheinlich ist. Man erwartet bereits den Vormarsch gegen den Feind, der so geschwächt ist, daß flian kaum einen wirksamen Widerstand zu befürchten hat. Die italienischen Schiffe in den türkischen Gewässern. Berlin, 6. Nov. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Saloniki: Das fortgesetzte Erscheinen italienischer Kriegsschiffe während der Nachtzeit im Hafen von Saloniki erregt hier Befremden. Alle Vorbereitungen für einen eventuellen Angriff sind getroffen worden. Gestern Nacht liefen vieritalienischeKriegsschiffe in den Hafen von Valona ein und blieben dort zwei Stunden. Aus Beirut wird gemeldet: Gerüchten zufolge soll die Ankunft der Italiener vor Beirut unmittelbar bevorstehen. Der Bevölkerung hat sich große Unruhe bemächtigt. Ein Gefecht bei Homs. Konstantinopel, 4. Nov. Das KriegsMinisterium veröffentlicht folgende Depesche des Kommandanten von Dripoliswom 31. Oktober: Eine türkische Wteiluna Freiwilliger machte in der Nacht vom 28. zum 29. Oktober einen Angriff auf die Italiener in Homs. Die Italiener hatten 105 Tote, die Türken 7Tote und etwa 40 Verwundete. Tie Freiwilligen konnten ihren Angriff wegen des Feuers der italienischen Kriegsschiffe aus die Küste nicht sortsetzen. Aus Konstantinopel. Konstantinopel, 5. Nov. Es heißt, der Ministerrat beschloß für den Fall, daß die Feilid selig keiten auf den Archipel ausgedehnt werden würden, sämtlicheJta- liener aus der Türkeiauszuweisen. — Infolge des Versuches des Kriegsgerichtes, den Deputierten Lust wegen seiner oppositionellen und publizistischen Tätigkeit verhaften zu lassen, kam es in der Kammer zu einer lebhaften Jnterpellationsdebatte. Der Kriegsminister wurde ausgefordert, sofort vor der Kammer zu erscheinen, unt Aufklärung zu geben. Da der Minister bis 1/37 abends nicht erschien, vertagte sich die inzwischen beschlußunfähig gewordene Kammer mit der von der Opposition durchgesetzten Erklärung, die Kammer werde keines Deputierten Verhaftung zulassen. Wählend der Kammersitzung beriet der Ministerrat über die Angelegenheit. Es verlautet, die Stellung des Kriegsministers sei erschüttert. Schwere englische Anklagen. In der englischen Presse werden furchtbare Anklagen gegen die italienische Armee in Tripolis von einem britischen Offizier des 5. Msilier-Regiments namens Herbert G. Montagne erhoben, der sich im türkischen Lager vor Tripolis befindet. Die Verantwortung dafür muß natürlich der Presse, die den Anklagen Raum gibt, und dem englischen Offizier, der sie erhebt, überlassen bleiben. Das von dem Leutnant Montagne am 2. November in Souk-el-Yomah ausgegebene Telegramm ist über Dchibat an der tunesischen Grenze nach England gelangt. Es lautet: „Ich Halle es für meine Pflicht, Ihnen nachfolgendes Telegramm zu senden, und bitte Sie im Namen der Christenheit, es in ganz England bekannt zu machen. Ich bin ein englischer Offizier und diene als Freiwilltüer im türkischen Heere. Ich kann nur meine Bewunderung über die Tapferkeit der Türken und Araber aussprechen, die das Herz jedes wahren Soldaten hochschlagen läßt. Stellen Sie sich meine Gefühle vor, als wir einige arabische Häuser von den Italienern geräumt hatten und dann in diesen Häusern die Leichen von 120 Frauen und Kindern fanden. Man hatte den armen Opfern Hände und Füße gebunden, sie alsdann verstümmelt, zumeil aufgespießt und ihre Glieder auseinandergerissen. Später landen wir eine Moschee ganz angefüllt mit den Leichen von Frauen und Kindern, die ebenso schrecklich verstümmelt waren. Ich konnte sie nicht zählen, glaube aber, daß es 300 bis 400 waren. Ist das europäische Kriegführung? Sind solche Verbrechen erlaubt? Kann England nichts tun, um diesen Scheußlichkeiten ein Ende zu machen? Und in Stettin in den Justizdienst. 1889 ging er zur Mlgemeinen Staatsverwaltung über und wurde Regierungsrejereudar in Trier. Im ftuni 1892 zum Regierungsassessor befördert, trat er in dar Dienst des Auswärtigen Amts, arbeitete zunächst in der Kolonial- vbteilung und ging im Februar 1894 als rechtskundiger Hilfs- Arbeit er nach Windhuk, wo er 1895 zum Stellvertreter des Landeshauptmanns ernannt wurde. Er nahm am Feldzuge gegen die Herero aktiven Anteil und zog auch gegen die Khaues-Hottentotten zu Felde. In seiner Zivilstellung blieb er, seit Anfang des Jahres 1897 als Regierungsrat, bis er im Juni 1900 mit der Verwaltung des deutschen Generalkonsulats in Kapstadt beauftragt wurde. Seine endgültige Ernennung zum Generalkonsul erfolgte im Jahre 1902. Im November 1904 wurde gemeldet, daß v. Lindequist nach Unter» werfung des Aufstandes Gouverneur von Südwestafrika werden solle; im Mai 1905 übernahm er diesen Posten und blieb auf ihm, his er im Mai 1907 Unterstaatssekretär wurde. Dr. phil. Frhr. Alexander v. Donckelmann gehört dem Reichskolonialamt nur als Hilfsarbeiter an, wie _fer schon vor der Errichtung dieses Rcichsamts längere Jahre Hilfsarbeiter in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts geweien war. Dr. Frhr. v. Danckelmann, der auch den Professoren itel hat, ist ein bekannter Geograph und Meteorologe; er ist im Auswärtigen Amt vornehmlich mit den geographischen Fragen auf dem Gebiete unserer Kolonien beschäftigt. Am 24. Nov. 1863 geboren, nahm er nach Vollendung seiner naturwissenschaftlichen Studien an der Expedition zur Aufsuchung der „Sega" teil, wurde 1878 Vorstand des meteorologischen Instituts in Leipzig, bereiste von 1882 bis 1883 den unteren Kongo, dann Angola und Mossamedas. Von 1886 bis 1890 war er Generalsekretär der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin, dann wurde er unter Ernennung zum Geheimen Regierungsrat in das Auswärtige Amt berufen. Er hat mehrere Schriften über seine Reisen und über meteorologische Fragen veröffentlicht, war auch Redakteur der „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten". Dr. phil. Wilhelm Solf, der interimistische Leiter des Reichskolonialamts, wurde am 5. Oktober 1862 zu Berlin als Sohn des verstorbenen Stadtverordneten Rentiers Solf geboren. Er widmete sich in Berlin und Kiel dem Studium der Sprachwissenschaften, besonders auf dem orientalischen Seminar dem Sanskrit. Seine indischen Sprachstudien führten ihn nach Kalkutta, wo er zwei Jahre im deutschen Konsulat arbeitete. In die Heimat zurückgekehrt, studierte, er in Jena die Rechte. Dann trat er als Assessor in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes und wurde 1898 kaiserlicher Richter in Daressalam in Ostafrika. Während der Wirren von Samoa im Jahre 1899 war er Präsident des Munizipalrates in Apia. Als dann Deutschland am 1. März 1900 auf Grund des deutsch-englisch-amerikanischen Abkommens von der Insel Besitz ergriff, wurde Solf.Gouverneur von Samoa. Diesen Posten hat er auch noch gegenwärtig inne. , Solf soll übrigens nur Platzhalter für den zukünftigen Staatssekretär sein, als welcher Frhr. v. Rechsnberg in Aussicht genommen sein soll. Die Landlagrwahlen in Hesse,!. Nach vorläufiger Zusammenstellung sind ttei den Dauptwahlen für die einzelnen Parteien folgende Stimmen gezählt worden: Sozialdemokraten 54 300, Fortschrittliche Volkspartei 30 700, Nationalliberalen 28 400, Zentrum |24 200 und Bauernbund 23 900. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, daß die Parteien nicht überall Kandidaten 'aufgestellt hatten; namentlich die Nationalliberalen, das 'Zentrum und der Bauernbund hatten vielfach auf Kandidaten von vornherein verzichtet. Die sozialdemokratische Stichwahlparole. m. O f f e n b a ch a. M, 6. Nov. Der Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei des Großherzogtums Hessen hielt gestern im Saalbau eine Gesamtsitzung ab, zu der Vertreter aus allen Teilen des Landes erschienen waren. Es handelte sich um die Beschlußfassung über die Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei zu den Landtagsstichwahlen, die am 17. ds. M. stattfinden. Der einstimmige Beschluß des Landesvorstandes ging dahin, den Freisinnigen dur chMtteilung bekannt zu geben, daß die Sozialdemokraten bereit sind, die freisinnigen Stichwahlkandidaten zu unterstützen, falls die freisinnige Partei sich zur G eg en Unterstützung bereit erklärt. Falls die Freisinnigen 'sich hierzu nicht bereit erklären wollen, soll die Parteiparole der Sozialdemokraten Stimmenthaltung lauten. Die Sozialdemokraten sind nur in zwei Bezirken in der Lage, der fortschrittlichen Volkspartei Stichwahlhilse zu leisten, nämlich in Gießen-Stadt—Wies eck und in Wöllstein. In Wöllstein erlangte der sozialdemokratische Kandidat ganze 49 Stimmen, so daß die sozialdemokratische Entscheidung für den Ausfall der Stichwahl keine Bedeutung hat. Dagegen verfügt die fortschrittliche Volkspartei in fünf von den acht Bezirken, in denen Sozialdemokraten zur Stichwahl stehen, über größere Wählerziffern (Gernsheim-Pfungstadt 986, Beerfelden-sWimpfen 737, Bensheim- Zwingenberg 986, Vilbel 501 und Büoingen 685), die in fast allen Bezirken für den Ausfall der Stichwahl enb- scheidend sind. Es wäre sonach kein schlechtes Geschäft, das die Sozialdemokratie machen würde, wenn ihr Angebot von der fortschrittlichen Volkspartei, einzig und allein mit Rücksicht auf die Entscheidung in Gießen, angenommen würde. Die fortschrittliche Stichwahlparole. Der Landesausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei für das Großherzogtum Hessen hielt nach der „Franks. Ztg." am Sonntag in Frankfurt gleichfalls eine Sitzung ab, in der für die Stichwahlen zum Landtag folgend er Beschluß einstimmig gefaßt wurde: , „Der Landesausschuß empfiehlt den in Bettacht kommenden Wahlkreisorganisationen für bie Stichwahlen nach folgenden Grundsätzen zu verfahren: 1. Es sind zu unterstützen: a) der nationalliberale Kandidat in der Stichwahl gegen Antisemiten und Bauernbündler, b) der sozialdemokratische Kandidat in der Stichwahl gegen Kandidaten der Antisemiten und des Bauernbundes bezw. des Bundes der Landwirte oder andere, dem Bund der Landwirte angehörende Kandidaten. 2. Bei einer Stichwahl zwischen Nationalliberalen und einem Sozialdemokraten wird Stimme n fr ei gäbe empfohlen." Hiernach ist den lokalen Organisationen die Entscheidung darüber in die Hand gegeben, wie bie einzelnen Kandidaten nach diesen Grundsätzen zu bewerten sind. Jnsgesaint sind ist nur echt in Originalpackung . um \ iischi ur .Degea' Am rcn Eilzug Statt Karten. geb. Kauffmann Ingenieur plätze) bei D'/i Kart Sentrldt, Eli»aheth«tr. 4 6193 Amtlicher Teil. 6802 Fritz Rosenbaum Löwcuganc 20. Telephon 692. Stephan. 6762 Leipziqer&Cg des 60. In- GenuffeS von kräftigen Gegenstoß führten, in China. Kohlenfüller Kohlenkasten Ofenschirme Feuergeräte Gleisanlagen zu Kauf u-Mfeie chutze ihrer Schiffsgefchütze einen Tie Rkvolution Rabattmarken der krietzsmiiu> e des Robb«’ )bet: Eine AW M)t vom 28. W taticner in ie Türken N»st lligen konnten ch» nijdjen SriegsflhN 2ang»GönS, den 6. November 1911. Größherzogliche Bürgermeisterei Lang-GönS. R o m p f. verübt. Es mürbe nämlich ein scharfer Schuß auf den Zug abgegeben, der die Scheibe der Lokomotive zeNrünnncrte uni» den Kops des LokonwlrvNtdrcrs frrafL Den Teuer konnte man nutzt finden, trotzdem der Zug fofort hielt. Amtlicher IDuicrbcricbt. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. WetterauSstchteii in t»fflen am Tic >stag, den 7. November 1911; Unbeständig, nur geringe Niederschläge, Temperatur wenig Der- ndert. hJI0- lischt 0.M 1 TroyeS, 6. Nov. 160 Soldaten fanterie-Reginients erkrankten infolge des Klagen- und Darm-Störungen Hellmich’s Lebensbitter per Flasche Hk. 1.40 von A. Hellmich. Dortmund. Erste Preise, zahlreiche Dankschreiben ------ Atteste und Gebrauchsanweisungen gratis! In Glessen zu haben: Kaufmann Carl Jekel, Marburger Strasse 25. (ss*/u Kleine Logeschronik. In einem £»otcl in Kassel erschoß sich der Oberleutnant vom Trarndepot rn Tarmstedt Frhr v. Wintzingerode, nachdem er mit feiner von ihm getrennt lebenden Ckittm eine Unterredung gehabt Haire. Ter Beweggrund zu der Tat scheint in cbelichen Zerwürfnissen zu liegen. Wie man auS W icn meldet, sind auS dem dem Krruzherren- Crhcn gehörigen Schlosse Hlaubetin zwei wertvolle Gemälde, und zwar „Eine Aristokratin" von Van Dyk und ein Porträt seiner ersten itrau von Rubens gestohlen worden. Von den Ticbcn fehlt bisher icde Spur. akOsßemden, bunte und «ektze Oberhemden, fowie Hacken und Bolen ===== In großer Auswahl ===== fllig. Waag, Selfersweg 60 HUtflUed der R S und zebn Jahren Ehrverlust unter Einrechnung von neun Monaten Untersuchungsbafl verurteilt. Stapellauf eines kleinen Kreuzers. Am Samstag nachmittag fand auf der Werkt der Aktiengesell- schäft Weser-Grüpellng bei Bremen der Stapel lauf des geschützten kleinen Kreuzers „Ersatz Kormoran" statt. Zugegen war als Vertreter des Staats- Mhti«- * Oliä =’n,ctet.: t türkische".^"... AZS «ijfgü» i den _ per. ‘ Mtz heißt, bet SOiinii FciildjkligkM tTfänttli^S1« en.-Sni°IS-t' utiertenBuftW« jen W“'S mimet M-m« <» niegsnumsier nm; /SA Gelegenheit, u - igsminrsters' Augenblicke erhalten mir Nachrichten weiterer Greueltaten in Warmhäusern, in denen Tut) die Italiener enumartiert hatten. Vlud) hier sind Frauen und Kinder l inaeschlacluet worden. Mr. b -piing» Srtqbt, der Korrespondent der Central News, mit beifen Einverständnis ich dieses Telegramm abkchicke, ist damit beschäftigt, photograichische Aufnahmen von diesen empörenden ebenen zu machen." Deutsche» Reich. Bei den BerlinerStadtverordnetenwahlen wurden gewählt für Stadt Berlin 15 Sozialdemokraten und ein liberaler, tut Stadt Eharlottenburg sechs Sozialdemokraten und actn Liberale. Heer und Flotte. Feueranzünder Rabatt-Spar- |M ■■ W _ ... , _ vereioigung Wärmflaschen Ludwig Kröll, fiocistee Haus- und Küchen-Artikel-Spezialgeschäft II I Ä7 ■ r?rb ' 1 l-e 111 r ,n wll en, tu .> itttl haben, ! I ‘Jec Buiianb C : bei r°bi., 3-olitnern L. I L^krischa *, Wenfalls qu'V- L heF Mäte Md Sottäie • n Dombatbitr, J letztere Lagen | °er aus bet seh: heutung tvchneh^ « Milchern, bas ] 1 ^bemachen. Ud: men ^tibjlegung ;• I i? fast unübemnnb?« *(f vor, bar, r itigteü desienigen & grotzrin Ersolgr tn '!« mH sehr stark italienischen Lrur:- >t so stark an ,'ast verdoppel! B die £Hupatic1 n t. Diesem EindnL ltziehen, wie man c; nn gegenüber afitf. Kzeichnel, umiomtk Man cnrarlct berat so geschwächt ist, t:i efürchlen hat. ischkil Eemsseill. izeiger" meldet ati en italienische' :zeit im Hafen bc. Vorbereitungen fi- b getroffen toorbr heKriegsschiffi bm dort zwei 5tyn- Gerüchten zusolge vor Beirut ur- mg hat sich grofl Die Gemeinde Staufenberg beabsichtigt einen dienstfähigen Ziegenbock zu kaufen. Um Angebot wrrd ersucht. Staufenberg, den 3. November 1911. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. EvengeWer ArcheilgeMgvtteill. Zur Verstärkung der Männerstimmen, besonders des Tenors, ist der Einnntl stimmbegabrer Herren dringend notwendig. ES ergeht daher an solche — unter anderen an ehemalige Eborschüler — die herzliche Bitte, stch dazu bei dem Unterzeichneten anmelden zu wollen. Die Vroben stnden jeden Dienstag von 8 Ubr an im JobanneSsaale statt. Auch für die Frauemtimmen find noch einige musikalisch geschulte Stimmen sehr erwünscht. v^ Ter Vorfitzcudc: D. Schlosser. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lang-Göns für 1912 Rf. liegt vom 8. dS. MlS. an acht Tage lang auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht der Jnteresienten offen. fefretard des Reichsmarineamts Vizeadmiral Rollmann mit Gefolge, als Vertreter der Taufpatin eine Deputation der Stadt Stralsund. Oberbürgermeister Gronowr taufte das Schiff „Stralsund" und brachte darauf ein Hoch auf den Jtaijer aus. __________________________________________________ Au» Stadt und Land. teuen, 6. 9looember 1911. — TageSkalender für Montag, 6. Nov.: 2. Vortrag des goustn. und des OrtSgcwerbeveremS ; Zauber-Soiree: Reiche bev Blunder.' (Conradi-Berlin.) Abends 8'/, Uhr in Sterns Garten. ** Profe fsor Dr. von Thudichum in Tübingen, der 1901 -in den Ruhestand versetzte ausgezeichnete Rechtslehrer, vollendet am 18. November d. Z. sein 80. Lebensjahr in großer Mstigkeit und ungeschwächter geistiger Frische. Er arbeitet unaiusgesetzt noch an der Fertigstellung seiner wissenschastlicl-en Werke und wird trotz seines hohen Alters -noch manchen Band herausgeben. Thudichum ist Oberpesse (aus B ü d i n g e n), hat in G i e ß e n studiert, war dort bis zu seiner Berufung nach Tübingen Privatdozent und bat die rechtsgeschichtlichen Verhältnisse Ober Hessens bis heute zu seinem besonderen Forschungsgebiete gemacht. Für seinen Freundeskreis ist zu seinem 80. Geburtstag ein gedruckter Lebensabriß herausgegeben worden. •• Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem BahnhosSaufseher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- t gemeinschaft Hch. Schmitt zu Obbornhofen-BellerShenn aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand daS SlQgemeinc Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste^ verliehen. ** JustizPersonalien. Ter Großherzog hat den OberlandeSgerichtSrat bei dem OberlondeSgcricht in Darmstadt Euiil La ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm daS Komturkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •• Ballonverfolgung. Der Hess. Verein für Luftschiffahrt- und der Oberhess. Automobil-Club tnußteii die für gestern geplant gewesene Ballonoerfolgung durch Automobile der ungünstigen Witterung wegen aufgeben. Die Führer (Dr. Stuchtep, Marburg, und Hahn, Frankfurt) und die fünf Gießener Herren, die sich zur 9)Ht- fahrt gemeldet hatten, foivie acht Automobile, die unter strenger Beobachtung militärischer Grundsätze die Verfolgung aufnehmen wollten, waren zur Stelle. Man wartete von ' Viertelstunde zu Viertelstunde, in der Hoffnung, daß die starken Bodenwinde und die heftigen Böen allmählich abflauen würden; als aber um 91/« Uhr vom Observatorium Lindenberg die Nachricht einlief, daß der Sturmwirbel sich näherte, da beschloß die Oberleitung, die Veranstaltung um 8 Tage zu verschieben. Bei der Windstärke — eS wurden verdorbenem Fleisch. Sie sind sämtlich außer Lebensgefahr. Paris, 6. Nov. Der KriegSminister Messiny hat beantragt, daß die Ingenieure der staatlichen Pulverfabrik die Stellung und damit die Rechte und Pflichten von Ofsizieren erhalten. Bekanntmachung. Betr.: 2lbhal1ung eines Viehmarktes in Grünberg. Wir genehnngen die Älbhaltung eines Biehmarktes in Grünberg am 9. l. Mts. unter der Bedingung, daß nur Klauenoieh aus unverseuckten oberhess i i ch e n Zuchten zngelassen ift Ausgeschlossen sind ^nölertneb- und Händler- schweine, außerdem alles .Aauenoieh aus Sperr- und Beobachtungsgebieten. Der Austrieb der Schweine hat in Wagen ’,u erfolgen. Vor dem Austrieb