Nr. 81 erKtxtm «gNH m« Wutnalme W ««mfe* ®t» ^ÄleBenn fomlllenbiatter* bem güngfifler* nermaJ ®dd)enthd) betgelegl. bal „Krttsblan flb wt Brei» Biegen* eroetmal *dd)enihd^ Du ^andwtrllchaktltche» Ult* Iragee* «rlcheme» eurnaUu» ypeunat. Mittwoch, 5, April 1911 161. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Cberheffen U jt«rrtr-wOrti6 en» Herlttf bei fit 8 bHdie UntvcKlUät» • en» •Steinbmdettl, R. 8 • • e <. Dieder». Rebarttnn, ttypebtttae en» Dnnferet’ CAafr- strotz, 1. 6jtpebttton an» Verlag i e^e, SL tRebaftUmie^» UH. ZeL-Slbtj UneeigertSieB» mb Deutscher Reichstag. 168. Sitzung, Dienstag, den 4. April. Am Tische des Bundesrats: Delbrück, Wermuth, b. Heeringen, v. Tirpitz , Dr. v. L i n d e q u i st, K r a t! e, Wackerzapp u. a. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 15 Mm. Die drifte liefung des Etats. Der Militäretat. Auf Anregungen des Abg. Brun st ermann (Rp.) erklärt Gen.'rnlinajor Wandel das unverminderte Wohlwollen der Militärverwaltung für die Berücksichtigung der Inte reisen der Landwirtschaft bei den Uebungen, u. a. auch in bezug auf die Beurlaubung von Mannschaften zur Ernte. Abg. Siebenbürger (Kons.) bittet um kleine Garnisonen fürPommern. Der ganze mittlere Teil der Provinz, von Danzig bis Stralsund bei nahe, ist ohne Militär. Wir baben ein vommcrsckeS Armeekorps, aber es steht nicht in Pommern. Da must die Bevölkerung na- 'ffirlidi immer schlechter werden. Noch werden ja in Pommern viele gesunde kleine blinder geboren, aber wenn die Bevölkerung immer geringer wird, wo will der Kriegsckinister nachher seine Soldaten hernehmen? Kriegsminister v. Heeringen: Auch ich babe das grösttc Wohlwollen für kleine Garnisonen aber Sie triften ja, welche Verhältnisse uns in der Vergangen beit gezwungen haben, eine Anzahl alter Garnisonen aufzugeben Wäre cs mit dem Herzen getan, dann würde ick in bezug auf imein altes Armeekorps gewiß nach Möglichkeit helfen, aber die Verhältnisse, die sich an der russischen Grenze heranSgebildct haben, lassen sich nicht ohne weiteres zurückdrängen. Von einer V.^legung deS pommerschen Jägerbataillons Nr 2 (wonach Abg Siebenbürger gefragt hattet ist mir nichts bekannt. Abg. Schwarze (Zentr.) wünscht eine Garnison für Lippstadt Säckis. Generalmajor Frhr. v. Salza erwidert auf eine erneuerte Anfrage des Abg Siunert (S<$0 aus der zweiten Lesung, daß ein von diesem beanstandeter Fondc seit den achtziger Jahren bei der Intendantur des 12. Armeckorp' allerdings bestand, dessen Urspruna nickt oufzuklären war; er ist setzt an d-as Reich abgcführt worden. Tine glänzende Aufbesseruno der Reickssinanzen dürfen Sie aber nickt davon erwarten; der ganze Fonds beträgt ein paar hundert Mark. (Heiterkeit.) Abg. Frhr. b. Gamp (Rp.): Große Hoffnungen hat der KrieoSminister für die Belegung kleiner Städte mit Garnisonen ja nicht erweckt, aber die Herren können ja auch nicht die dazu gehörigen Armeen aus bfcr Erdstampfen. Ick bitte aber doch den Kriegsminister, wenn, was wir Wohl in absehbarer Zeit erwarten dürfen, das 149. Regiment ein drittes Bataillon bekommt, die Stadt Deutsch-Krone berücksichtigt wird, die wobl den Anspruch darauf macken kann. Der Redner streift kurz die in der Budgetkommission eingehend be- ,handelten Fragen der Bekleidungkämtcr usw.. die Frage, wie weil es möglich ist. die Bekleidung in kleineren, billigeren Orten Herstellen zu lassen, und bittet den Kriegsminister, für das nächste Jahr um Aeutzcrungen hierüber. Abg. Werner-HerSfeld (Rfp.) bittet um eine Garnison für Hcrsfeld. Abg. Znbeil (Soz.) spricht über die Militärmusik. Abg. Noske (Soz.l spricht gegen die Verwendung von aktiven Soldaten als Handwerker. Sic machten den stcuerzahlendcn Zivil- Handwerkern unberechtigte Konkurrenz. Abg. Albrecht (Soz.) äußert sick :m gleichen Sinne, besonders hinsicktlick des Sckuhmackerhandwerks. Abg. Frhr. v. Gamp (Rv.): Di- Ausführungen der beiden Vorredner haben auf mich so wenig Eindruck gemacht, daß ich aus die bcabsicktigte Widerlegung verzichte. (Heiterkeit.) Generalmajor Wandel: Wenn es den Militärmusikern verboten würde. Konzerte zu geben, so würden gerade die Städte Berlin und Breslau darunter lecken. Abg. fiunert (Soz.) erklärt sich von der Antwort ouf seine FondS-Besckiverde nicht für befriedigt Der Redner bringt allerlei unwesentliche Einzelheiten vor und wird vom Vizepräsidenten Dr. Spahn dauernd zur Sacke gerufen, während aus dem House unwillige Scklußrufe laut werden. Sächsischer Generalmajor Frhr. b. Salza: Ich brauche wohl auf diese Rede, bei der alles kreuz und quer durcheinander ging, nicht zu antworten. (Beifall.) Herr Kunert hot heute genau dasselbe gesagt wie bei der zweiten Lesung. Ick habe ibn damals schon unter Zustimmung des Hause? widerlegt Von Unebrlickkeit bei der Verwaltung des Fonds ist keine Rede Ich weise diese schweren Anschuldigungen gegen die sächsische Militärverwaltung auf das allerenlsckiedenstc zurück. (Beifall.) Abg. Kunert (Soz.) hält seine Rede noch einmal und wirft den in Betracht kommenden Beamten Betrug und Urkundenfälschung vor. ... Abg. Leber (Soz.) führt Beschwerde, daß ein Kammerunter offizier beim 7. thüringischen Infanterieregiment Bekleidungsstücke gls verabfolgt eingetragen hat, ohne dost er sie verabfolgt hat. Kriegsminister b. Hceringen: Wenn Wert darauf aelegt wird, daß Unordnungen abgestellt werden, dann muß an die verantwortliche Stelle, den Gerichts- Herrn, Anzeige gemacht werden. Ich bin über den Fall nicht orientiert. da mir das Material nicht vorliegt. Ich muß eS aber als sehr bedenklich bezeichnen, dost fier Nomen von Unteroffizieren genannt werden, ohne daß der Nachweis ihrer Schuld geliefert wird. Wir kommen damit auf eine schiefe Ebene. Abg. Leber (Soz.): Ick werde solche Dinge immer vorbringen, ob cs dem Kriegsrninister paßt oder nicht. Abg. v. Trencnfcls (Kons.'» protestiert gegen die Behauptung Noskes bei der zweiten Lesung, dost er. und der Abg. Nehtel nur iuS persönlichen Motiven für eine Erhöhung der Nemontegelder eingetreten seien. Auf die Dauer wird die Militärverwaltung sich gegen eine Erhöhung der Rernontepreise nicht verscklicsteu können, weil sie sonst die nötigen Remonten nicht erhalten würde. Abg. Noske (Soz.): Ick Kalte es allerdings für einen argen Mißbrauch, wenn Mitglieder deS Hauses sich für Angelegenheiten ins Zeug legen, auL denen ihnen materielle Vorteile ertoaebfen tonnen. W«.nn der Abg. v. Treuenfels erklärt, daß er nicht finanziell an den Remontepreisen interessiert ist, so habe ich nicht den geringsten Grund, daran zu zweifeln. Abg. v. TreucnfelS (Kons.): Wenn cs nach Herrn Noske ginge, dürften bei allen Fragen nur jene Abgeordneten sprechen, die absolut nichts davon versieben. Abg. Behrens lWirtsch. Vgg.) regt an, Festungsgelände in Spandau Baugenossenschaften in Erbbaureckt zu geben. Generalmajor Wandel: Wir werden die Frage, die freilich nicht einfach ist, prüfen. Der M i l i t ä r e t a t wird erledigt. Der Marine-Etat. Die Wiederherstellung der Heizerzulagen im vollen bisherigen Betrage — statt nur an den Tagen, an denen die Heizer als solche Dienst tun — wird von den Sozialdemokraten (Albrecht) sowie von der Volkspartci und den Nationallibcralen (Ablaß und Baftermann) beantragt. Abg. Sebcring (Soz.). spricht über die I n f o r w a t i o n s r e i s e der Abgg. Weber, Erzberger und Nacken. Er verliest eine Anweisung an den Oberwerftdirektor, die ein genaues Programm für den Besuch der Abgeordneten und die Dauer der Vorträge enthält. Die Herren glaubten zu schieben und wurden geschoben. Ten Offizieren wurde durch Admiral Capelle jede Slritif und eigene Vorschläge verboten. Die Marine-Rundschau hat einen Bericht über die Verhandlung des Reichstages betreffend die Heizerzulagen gebracht, der dirett erloaen ist. Vizepräsident Tr. Schultz rügt den Ausdruck. Die Marine-Rundschau wird im Reichs- marineamt redigiert. Abg. Scbcring (Soz.): Ich nehme cs trotzdem nicht zurück. Vizepräsident Dr. Schultz: Dann rufe ich Sie zur Ordnung. (Unruhe links.) Abg. Sevcring (Soz.): Auch auf die Gefahr. Ter Redakteur der Marine-Rundschau schreibt, die Heizerzulagen seien auf Druck des Reichstags ge- strichen. Das ist direkt erlogen. Vizepräsident Dr. Schultz ruft den Redner zum zweitenmal zur Ordnung, und macht ihn auf die Folgen eines dritten Ordnungsrufes aus. merksam. Abg. Scbering (Soz.): Wenn ich in Volksversammlungen mitteile, daß der Staatssekretär es im Interesse der Marine für notwendig hält, daß der Flottenchef im Auslande sechzig Mark 3uläge täglich hat, dagegen den Heizern und Maschinisten die zwanzig bis dreißig Pfennig genommen werden, bann war die Antwort immer etn einmütiges Pfui. Nehmen Sie unfern Antrag an. Staatssekretär bon Tirpitz: Von dem Artikel der „Ma'rine.Nundschau" ist mir überhaupt nichts bekannt gewesen, ick habe ihn gar nicht gelesen. Die ..Marine-Nundsckau" gibt Referate über die ganzen Vorgänge hier für die Offiziere und Marineangehörigen. Von Heizerzulagen speziell ist in diesem Referat der Marine-Rundsckau, die ich soeben bekomme, gar nicht die Rede, sondern von den Zulagen überhaupt; und daß die Herabsetzung der Zulagen vom Hohen Hause auSgegangen ist, ist ja Tatsache. Die Rundschau spricht also damit nur ein Faktum aus. feinen Vorwurf. Sollte sie auch, was ich im Augenblick nicht übersehen kann, eine Kriti! der Abgeordneten enthalten so würde ich das als Entgleisung ansehen. Indes ick muß der Rundschau eine gewisse Luft lassen ick kann nicht jedes Wort kontrollieren, wenn sie ihren Zweck er- 'üllen soll. Allen Herren, die den Wunsch geäußert haben, die Werften zu besicktigen, hoben wir ibn erfüllt. Wenn eine bestimmte Zeit für den Besuch gegeben 'st und er ein bestimmte-: Ziel hat, so muß auch ein bestimmtes Programm ausgestellt werden, es muß klappen. Wenn dieses Klappen burcaukratifck genannt wird, dann freue ich mich, daß wir so bureaukralück sind. Ten Inhalt der Verfügung des Admirals Capelle kann ick nur durchaus aufrecht erhalten; da wird eben das Programm bestimmt. Es sollte alles in offenster Weife den Herren darge- legt werden. Ick halte es nicht für richtig, daß die Untergebenen der Staatssekretäre sich bei einem solchen offiziellen Besuche m -ine Kritik der Maßnahmen und Anordnungen deS Staatssekretärs einlassen (Sebr richtig); cs konnte aber nack allem gefragt werden. Es gibt keine Verwaltung, bei der die unteren Organe ihre Ideen so frei aussprecken können wie bei uns; natürliche kommt es auf die richtige dienstliche Form an. Abg. Dr. Leonhart (Vp.): Am Freitag voriger Wocke sind in Kiel bei einem schweren Unglücksfall auf dem Panzerkreuzer „York" Angehörige unserer Marine getötet, bc-w. vorletzt worden Ick möckte nickt verrebleu, den betroffenen Familien die lebhafteste Anteilnahme auszu- sprechen. (Beifall.) Ter Redner bittet um Wiederherstellung der ungekürzten Heizerzulage. Es ist bezeichnend, daß niemand an der Streichung Schuld sein will. Sparen kann man nock an allen Ecken und Enden, aber die schwer arbeitenden Heizer sollte man verschonen. Der Redner fordert weiter die Berücksichtigung der Wünsche der Fischer der Kieler Föhrde. Abff. Grzberner (Zentr.): Die Verhältnisse haben sich seit derKielerAffäre wesent- lich gebessert. (Lachen der Soz.) Wesentlich gebeffert. Streiten Sie mir doch nicht ab, was ick mit eigenen Augen gesehen Habel Die Informationsreise haben wir auf unsere Kosten bestritten. Was geht sie also Herrn Scvering an? Es war eine Privatreisc, an der er gar keine Kritik zu üben hatte. Natürlich hat man ein Programm ausgestellt, sonst hätten wir unö schön bedankt. Wie kann nur Herr Sevcring über so etwas reden, ohne dabei gewesen zu sein! Er redet wie der Blinde von der Farbe. Wir haben nicht nur Vorträge gehört, sondern zahlreiche Fragen gestellt. Wir wollten gar nicht von den einzelnen Beamten Vorschläge entgegennehmen. Das wäre ein schönes Sammelsurium geworden. Sollen wir einmal in die „Vorwärts"-Druckerei gehen und die einzelnen Heute fragen, was sie am Direktor Fischer auszufetzen haben, wir würden da sicherlich rasch hinauskompli- montiert werden. Die Angriffe Severings waren ganz deplaciert. Wir waren durchaus befriedigt von der Reise. Die Heizeranträge lehnen wir ab. Abff. Dr. Scmler (9?afL): Alles, was recht ist! Aber die Ergebnisse der Informationsreise sind der Budgetkommission unterbreitet worden. Also hatte Herr Scvering ein Recht zur Kritik. Aber was ist aus den „Ent- büllungen" Severings geworden? ES ist überhaupt nichts draiu cs ist alles selbstverständlich. Denkt jemand im Hause vielleicht, daß gerade Dr Weber bei so einer Reise sich schieben, sich Sand in die Äugen streuen läßt? Neu ist uns, daß die Marnierundschan im Reichsmarineamt hergestellt wird. Dringend bitte ich, die Hcizcrzulagcn zu gewähren. Abff. NoSke (Soz.): Cs wäre richtig gewesen, wenn der Staatssekretär den Aby. Scvering gleichfalls eingeladen hätte. ES ist befremdend, daß seit Jahren die Sozialdemokraten svstematisch geschnitten werden. TuS ist eine grobe Ungehörigkeit. (Vizepräsident Schultz: Ich bitte Sie, sich zu mäßigen!) Wir müssen den Staatssekretär erziehen. (Lachen rechts.) Der Redner schreit in den Saal: Wir lassen unS eine solche Behandlung nicht länger gefallen. (Vizepräsident Schultz: Ich bitte Sic, sich noch mehr zu mäßigen! Große Heiterkeit!) Die Beschlüße des Reichstags zu Uiigunsten der Heizer sind ein Skandal. (Vizepräsident Schultz rügt diesen Ausdruck.) Staatssekretär b. Tirpitz: Ich übernehme für die Kürzung ber Heizerzulagen d i e volle Verantwortung. Nur zwo« Punkte möchte ich unterstreichen, ohne in nähere Details einzugchen. Es ist nach meiner Ansicht nicht richtig, daß die Dienstpflichtigen verschieden ent* lohnt werden, je nachdem sic schwerere iber leichtere Arbeit haben. ES ist grundsätzlich nicht richtig, daß Kavalleristen und Infam teriften verschiedene Löhne erhalten. Es ist grundsätzlich nicht richtig, daß die Löhne verschieden sind, je nachdem sich die Truppen in einer größeren oder in einer kl'inen Grenzgarnison befinden. Tas ist der eine prinzipielle Grund den wir bei unserem Vorgehen gehabt haben. Bei der Entwicklung, wie sie die moderne Marine genommen hat, ist eine Differenzierung der Bezüge, wie ne jetzt zwilchen den Heizern und Matrosen besteht, meiner Ansicht nach nicht gereckt. Der Abg. Noske bat hier sehr starke Ausdrücke gebraucht. Ich glaube, er brauchte sogar das Wort .Ungehörigke 1" (Sehr richtig! bei den Soz.), zur Kri- ‘nieruna der Tatsache, daß die Sozialdemokraten bei der Besichtigung der Werst grundsätzlich ausgeschlossen seien. Ick habe mich gewundert, daß der Abg. Noske ein so scklecktes Gedacht- c.is hat. (Abg. NoSke: Habe ich gar nickt I) ES hat aber den Eindruck gemacht denn am 25. März 1908 ist auf die Bitte dek Abg. Noske den Abgg. Noske, Scheide mann und Bebel aeftattet worden, die Kieler Werst zu besuchen. Sic sind berumgeführt worden, und man hat ihnen in dem Werstbetriebe alles gezeigt, was zu Lben war. (Lebhaftes Hört! Hört!> Ick glaube daher, ich habe ein gewisses Reckt zu sagen, daß der Abg. Noske dock ein etwas kurzes Gedächtnis hat. Nach ''einen Reden hier im Reichstage mußten wir erwarten, daß er emer Einladung nickt Folae leisten würde, und einem Nefuk wollten wir uns nickt aus'etzcn. (Beifall.) Abff. b. Oldenburg (Kans.): Wir Konservativen, besonders wir alten Offiziere, haben die Hcizcrzulagen nur mit schwerem Herzen gestrichen. Wir haben aber ein hohes Vertrauen zur Marineverwaltung und besonders zum Staatssekretär. Er muß es am besten verstehen, darum stimmen wir seinen Vorschlägen zu. Wir bewilligen nichts mehr ohne Deckung. Es ist unsere verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, den Schatzsekretär auf diesem Wcge zu unterstützen. Dcr Staatssekretär sagte bei der zweiten Lesung: Es wird befohlen, und dann muß die Unzufriedenheit aufhören! (Großes Gelächter bei den Soz.) Das war ein Wort, wie wir es lange nicht hier gehört haben. (Lautes Gelächter links.) Es war durchaus richtig, daß der Staatssekretär die Sozialdemokraten nicht eingeladen hat, denn diese Herren sind international, unsere Marine aber ist national. (Gelächter bei den Soz.) Staatssekretär Wermuth: Wir bitten Sie, an dem Beschluß zweiter Lesung festzu- halten. Auch ick übernehme die ^ernntrnortuna für die Streichung der Zulagen, die ja übrigens den dicnsttucndcn Heizern bet- bleiben. Aba. Dr. Strube (Vv.): Ich appelliere an den Reichstag: Lasten Sie den Heizern die Zulage! Rauben Sic ihnen nicht die Beruföfrcudigkcit! Herr Erzbergcr ist ja in allen Tingen Sachverständiger, aber von der Marineverwaltung versteht er nichts. Herrn v. Oldenburg nur ein Wort' Ach, wenn doch ein Staatssekretär einmal die Unzufriedenheit der angeblich notleidenden Agrarier verbieten wollte. (Heiterkeit links.) Gegen die Journalistik von dcr Art der „Marinerundschau" müssen wir uns energisch wehren. Staatssekretär b Tirpitz: Tie Heizersrage habe ich schon bei dcr zweiten Lesung aus- fsihrlich erörtert. Ich betone nun nochmals, daß die Heizer sich ohnehin schon besser stehen als die Matrosen. Die Kommandanten» messc hört auf. Abg. Dr. Strube (Vp.): Es gibt Kommandanten, die die großen Bezüge einstecken und sich das Esten aus der Mannschaftsküche holen lasten. Damit schließt die Diskussion. Die Abstimmung über die Heizerauträge ist namentlich. Sie ergibt die Annahme der Anträge mit 162 gegen 116 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Die Mehrheit setzt sich zusammen au-3 ber gesamten Linken und einem Teil des Zentrums. Tie Linke nimmt die Verkündung des Er- gebnisteS mit Beifall auf. Ter Marinectat wird erledigt, ohne Erörterung deS I u st i z e t a t s. Ter Etat des Reichsschatzamtes. Abg. Tohrn (Vp.) zeigt die Jubiläumsdcnkm unzeder Berliner Uni- perfität vor und bemängelt unter andauernden Heiterkeits- ausbrüchen der die Rednertribüne dicht umdrängenden Abgeordneten in drastischen Ausführungen ihre wenig künstlerische Ausführung. Die Vorderseite ist naturaliftisch, die Hinterfeite ist heraldisch. Das ist ein Schmarrn und Zeichen des Niederganges unserer Münzprägekunft. Ter Redner holt sodann ein paar Hundertmarkscheine aus der Tasche. Er bemerkt unter der stürmischen Heiterkeit des Hauses, er halte es für zu gefährlich, sie auf den Tisch des Hauses zu legen; er behält sie, während er ihre künstlerischen Mängel auseinandersetzt, vorsichtig in der Hand. Er bemängelt das lange Format und einiges andere. Im Vordergründe links ist ein Anklang an Griechenland, der Merkurstab, rechts eine Tarne, die von oben bis ufrten mittel« altcrlicb aussieht, aber sie hat lederne Schnürstiefel an (Heiterkeit) mit einer Kappe, bei der bloß bcdauerlickerweise nickt angegeben ist, bei welcher Firma in der Friedrichstraße sie gekauft Untersuchung trnritficr, svarum der Skaal Immer Teurer 15auT, oll» Nch znm ITiteb'nfd' Tommi, (ßod! Hort! rechts und Im Aenkrum.) doch gut, dad (Mefitljle mehr im Steinte zu einen eine Nachdem der Vorredner dieselben scherzhaften Auslassungen in derselben Form wie in der Kommission hier zum zweiten Male gemacht hat, fühle ich mich doch im Interesse der St ünft- lerschaft zu einem Wort der Entgegnung verpflichtet. Ich glaube nicht, daß eS unsere Künstler und unser Kunstgewerbe ermutigt, wenn man sie allzu abfällig von oben her beurteilt. Die Reichkbaulnoten scheiden für mich auS, die gehen das RcichSschatz- amt nichts an. WaS die Denlmünze anlangt, so sollte gerade durch das Münzgeseh der BundeSrat in die Lage verseht werden, für die besonderen Anlässe besondere Prägungen zuznlassen und den besonderen Wünschen derer, für die die Münze geprägt werden soll, einigermaßen Rechnung zu tragen. ES ist in vollem Einverständnis mit allen beteiligten Faktoren vor sich gegangen und unter Beteiligung ganz hervorragender Künstler. Wirklich, so geht eS nicht. Ich bin nicht der Verfasser des Entwurfs, aber ich halte mich zur Verteidigung derer verpflichtet, die ihr ernstes Streben dieser Münze gewidmet haben. Sie täten Streben nach besserer AuSbildnng der künstlerischen zu ermutigen, anstatt sie durch bloßen Spott ersticken. Abg. ftrl)r. v. Gainp (Np.) hühtrfipn ÄJ^!,n^en auszuprägen. Das würde hübschen Ueberschuß geben. Auch dtefer Redner fordert Rrg.erungSkommissar erklärt, daß bei den Mahonent- schadignngen in Straßburg infolge von Zivllprozessen «erzogerung e.ngetreten sei. Die Sind: Crr. tn diesem Monat noch damit zu Rande zu kommen. wohl er eigentlich billiger bauen müßte. Abg. Baumann (Zentr.) tritt für die Krieg8-Vete° r a n c n ein. Abg. Hufnagel (Kons.) spricht im gleichen Sinne. Abg. Schüpflin (Soz.) stimmt zu. Abg. v. Ocrtzcn (Np.): Unsere alten Kriegskameraden dürfen nicht Not leiden. Das märe gegen die Ehre des deutschen Volkes. Alle bedürftigen Veteranen sollen bedacht werden. Schahsekrctar Wcrmnth: Die geltenden Bestimmungen sollen in weitherziger Weise gehandhabt werden. Beschwerden bitte ich mir zur Kenntnis zu bringen. Die jetzigen AllsführungSbestimmungen sind erheblich besser als die früheren, besonders durch den Wegfall der AlterS- und Einkommensgrenze. In bureaukratischer Weise soll nicht 1 ' gegangen werden. Wir haben das • ernste Bestreben, den wanen zu helfen. Gegenüber einer Bemerkung des Abg. rhr. v. Gamp erklärt der Schatzsckretär, daß eS Pflicht des Rechnungshofes gewesen sei, auch kleine Monita zu prüfen. Abg. Wieland (Vp.): Ich wollte über die KriegSveteranen hier nicht sprechen, da ja die Frage erst vor kurzem ausführlich hier erörtert wurde. Wenn aber alle Parteien liier große Reden halten, muß ich auch auf unsere Sympathie für die Veteranen Hinweisen. Abg. Prinz v. Schölicich-Earolath (Ncftl.)i Ich stimme allen Rednern zu und danke dem Schaßsekretär für seine Bereitwilligkeit, den Veteranen zu helfen. Es besteht größere Not unter den alten Kriegern als man glaubt. Abg. Dr. Neumann-.Hoscr (Vv.): spricht int Sinne einer einheitlichen Zollverwaltung der Bundesstaaten, in Sachen der Beamtengehälter usw. Der Etat des Reichsschaßamts wird erledigt, und ohne Wortmeldung der K o l o n i a I c t a t. Hierbei werden zwei Resolutionen angenommen, von denen die eine die Erwartung auö- spricht, daß für die Verfrachter und Entfrachter in Samoa angemessene Tarife unter Gleichberechtigung aller Beteiligten festgeseßt werden; die andere die bisherigen Vorschriften über die Tagegelder und Führerkosten der Kolonialbeamten bis zum 30. Juni d. I. in Kraft läßt. Jöcim Etat des ReichseisenbahnamtL bringt Abg. HengSbnch (Soz.) das Duisburger Eisenbahn- u n g l ü ck zur Sprache. Wann wird die Verbesserung der D u i bürg er B a h n h o f S a n l a g e n kommen? £t>er soll man iraflen, ivann an der historischen linglücksstAle, dem sprichwört- iich gewordenen „Schwarzen Weg", das nächste Unglück passieren tvito ? .. Präsident des Ncichseiscnbghngmts Wackcrzapp: weist die Bemerkung des Abg. Frhr. v. Gamp aus der zweiten Lefung zuruck, daß er zu viel geredet habe. Diese Bemerkung let einem Vertreter des Bundeörats gegenüber unangebracht. Im Duisburger ,van, dessen Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, han- c\ bch um einen Ausnahmefall, der bei unseren bewährten s?.'ttnaleinrichtungen sonst wohl kaum vorkomm-'n kann. Mit den Gefahrverhaltnissen am Schwarzen Weg bat der Unfall nichts zu tun. Auch diele Verhältnisse sollen geprüft werden. _r _ . v- eine Die Stadt Straßburg hoffe Abg. Vindewnld (Wirtsch. Vg.): Der Kritik des Staatssekretärs stimme ich durchaus zu. Ich halte mich berufen, Protest gegen die Form der Kritik zu erheben, wie sie der freisinnige Redner hier beliebt hat. Ich sage jedem getrost ins Gesicht, daß eine schönere Banknote als die neue wir no^ nicht gehabt haben. (Lachen.) Sie mögen lachen, Sie der- nefjen von der Sache auch nichts, Sie haben weder Zeicknen, noch Malen, noch Komponieren gelernt. Die Embleme stellen alles dar, was ein Künstler schlechterdings mit einem solchen Gegenstand verknüpfen kann. Machen Sie bessere Vorschläge. Im ganzen Deutschen Reick ist ja kein Künstler zu finden, der diesem Reichstag etwas zu Gefallen macken kann. Ich selber — ' das ehrt Sie gewiß nickt, meine Herren Kollegen Der Redner nimmt diese Bemerkung auf eine Rüge des Präsiden- ten zuruck.) ' Abg. Dohle (Soz) fragt nach den Rayonentschädigungen in Straß- « ■ fÜEb2r,tl fnrr k'ne Aufbesserung der gegen die Kollegen im Reich schlechter gestellten Zollbeamten in Elsaß-Lothringen ein Abg. Görcke (Natl): Wir hoffen, in der zu erwartenden Denkschrift Aufschluß über die Verteuerung der fiskalischen Bauten zu erhalten. Es ist er- (y- umm, Im (T. k Ä i . . , . . . - - , - _ . Nch 11M 0 fl £ eine nähere Summe in den Etat eingesetzt ist. Es wird jetzt allen hie weniger als 000 M. Einkommen haben, eine Beihilfe gewährt wer- ern>eitetTtoürbe* tt’UU^Cn toärc' baB bcr ^reiö der Unterstützten Abg. Frhr. b. Gamp (Np.): W war durch einen Zw'-ckennii zu meinet Be- mcifuno gegen den Präsidenten Wackerzapp veranlaßt worden. Dieser Zwilchenrufer trägt also die schwere Verant- Wartung; mag er sich mit dein Präsidenten auseinandersetzen. Fm übrigen habe ich, wie jeder Preuße, das Recht, der freien Meinungsäußerung. Beim Etat der R e i ch 8 s ch u l d gibt her e^ncn ^'erblick über die Gestaltung der Schuldenverhaltinge des Rcick)cs. Er richtet an den Schatz- fiinlC3vr Verzinsung des SckmtzanmeisungS. n/ifrr hnr £ «e 'N den Etat eingestellt ist; ob man sich weiter der Hoffnung hingeben könne, daß von einer Anleihe abge- Uf"! n’Vhwan demnächst auch zu einer effektiven Schuldentilgung kommen werde. Scsigtzsekrelär Wermuth: frfmih 1 i nm b?,lnhllc"' baß in der Verzinsung der Reichs- 'chuld die Besserung der Re' ch ? f i n o n z e n ganz deut- Wir sind 1910 ganz zweifellos so weit gefommen, daß wir, nachdem wir 1909 die großen Bedürfnisse der Vergangenheit durch Anleihen erledigt harten und im Januar 1910 bcr Rest der Anleihe aufgenoinmen war, nunknehr auf glatter Bahn weitergefahren sind. Seitdem haben wir eine Anleihe überhaupt nicht aufgenommen, und wie 'ch ausdrücklich hervorhebe, w i r beabsichtigen auch nicht im weiteren Verlaufe dieses Jahres eine Anl - the aufzunehmen. (Lebhafter Beifall.) Es würde ja auch ganz unökonomisch sein, falls nicht etwa, wie ich schon bei der ersten Lesung bemerkte, die In- sind. (Große Heiterkeit.) Im Vordergründe auf der linken Seite allerhand Tinge, die Handel und Wandel, Ackerbau und Industrie darstellen, also zeigen sollen, auf welche Weise man solche Dinge — der Redner hebt den Hundertmarkschein hoch — sich beschaffen kann; im Hintergrund drei Panzerschiffe, um anzudeuten, auf welckx Weise man sie los wird. (Große Heiterkeit.) Wianclj einer von uns wird selbst die Erfahrung gemacht haben, daß, wenn er mit einem alten Schein in das Publikum kommt, er mißtrauisch angesehen wird; denn man war gewohnt, die Scheine in fettigem Zustande zu bekommen; aber jetzt macht Gott sei Dank der nagelneue Schein einem die Finger blau und schmutzig, iiönnen wir benn nicht dahin kommen, die Banknoten nach dem englifd)cn Shstem einfach und schlickt herzustellcu und wenn sie an die Dank zurückkommen, sie dann einzuziehen und durch neue Scheine zu ersehen? (Sehr richtigI) Man bekommt dort niemals schmutzige Papiere. (Ter Redner steckt unter stürmischem Protest der uni- drängenden Abgeordneten die Scheine wieder in seine Brief- tasche.) Ich habe hier ein; Stelle getroffen, wo der ganze Reichs' tag einig ist, nicht bloß die bürgerlichen Parteien, sondern auch — die adligen. (Heiterer Beifall.) Schatzsekretär Wermuth: anspruchnahme des Marktes von andere-' Seite uns nötigen sollte, die für uns günstigen Bedingungen zu benutzen. Treten diese Voraussetzungen nicht ein, so werden wir unbedingt von einer Anleihe abfeben können, gleichwohl ist für unsere Schatzanweisun- gen die Lage durchaus günstig und zwar derart günstig, daß toi-, an sich durchaus in der Lage wären, die Verzinsung herabzw setzen, aber gerade darin, daß wir das nicht tun, tritt ja die Verbesserung der Situation zu Tage, denn nunmehr behalten wir die Anlcihereste, soweit sie vorhanden sind, auf dem Schatz- onwcisungsfonds. Der Postetat. Eine Zentrumsresolution GieSberts ersucht S-n Reichskanzler, dahin zu wirken, daß die nichtetatsmäßigen 11 n t e r b e a m t e n sowie die zum Aufrücken in Unterbeamlen- stellen bestimmten Arbeiter und Handwerker der Reichspost. ui. Telegraphenverwaltung spätestens nach zehnjähriger Dienstzeit e t a t s m ä ß i g a n g e st e I l t werden. Soweit bei einzelnen Beamlengruppen frühere Anstellungstermine üblich sind, soll keine Verschlechterung stattfinden. Abg. Giesbertö (Zentr.) begründet diese Formulierung des schon in zweiter Lesung von mehreren Seiten gestellten Antrags Wir hoffen, daß die Unterbeamten int nächsten Jahre nicht wieder so stiefmütterlich behandelt werden. _ ?bg. Hengsbach (Soz.) fordert bessere Postverbindung zwischen Hamborn und Marxlohe. Abg. Hormnnn (Vp.- führt Beschwerde über Entlassungen bo t ..'.elegraphenarbeitern in den Bezirken Halle a. S., Braunschweig und Erfurt und fordert bessere Regelung der Urlaubssragc. Staatssekretär des Ncichspostamts Kractke: Ich habe die Oberpostdirektionen angewiesen, disponibel ge- wordene Telegraphenarbeiter anderweit unterzubringen. Das ist z. B. auch in Erfurt geschehen. Es wird in dieser Richtung alles getan. Für Beurlaubt» können nicht neue Kräfte eingestellt wer- den. Tas geschieht in der ganzen Welt so. Einer muß den anderen vertreten. Cs sind nur zwei bis drei Stunden in der Woche mehr. Die Verhältnisse von Orlen, wie Hamborn, die sich geradezu amerikanisch entlvickeln, sind sehr schwierig. Die Sache wird geprüft. Es wird alles nach Möglichkeit getan werden. Tie Resolution GieSberts ist praktisch kaum durchführbar. Zudem würde sie vier Millionen kosten. Ich kann sie nicht zur Annahme empfehlen. Abg. Dr. Dröscher (Kons.) beantragt die Wiederherstellung der in der Kommission und in der zweiten Lesung gestrichenen Postrats- und Oberpostdirektorenstellen. Staatssekretär Kraetke bittet gleichfalls um Wiederherstellung der gestrichenen Stellen. Sie sind wirklich notwendig. Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.): Als Vorsitzender der -u ™ ? m 117 i j f i o n muß ich dem Antrag widersprechen. Die Budgetkommisston hat sich die Sache sehr wohl überlegt und mit Zweidrittelmehrheit hie Streichung beschlossen. Tas geht doch nicht an, nun einfach in der dritten Lesung umzufallen. Die Dezentralisation der Verwaltung hat höhere Stellen überflüssig gemacht. DaS Reickspostamt hat eine Fülle von Verfügungen erlassen für die Vereinfachung der Verwaltung. Ebenso entschieden wende ich mich gegen den Antrag GiesbertS; das kann nicht ein Antrag des Zentrums fein, sondern ein Antrag aus de; . Zentrum; denn Herr Erzberger wird doch hoffentlich Prinzipien- treu sein. Der Antrag ist einfach undurchführbar. Die Folge SS'““ und H°ndw°^ unb®erpo'biSÄrl füt bie ««--I-n Der Etat wird erledigt. Das Haus vertagt sich bis nach Ostern. Cantwirtictyaft, = Saatenstandsbericht vom 1. April. Nach den bet der Preisberichtstelle des Deutschen LandwirtschostSratS Ende März cingclaufcncn Berichten haben die Saaten unter den Einwirkungen des ziemlich wechselvolleii Winterwetters im allgemeinen nur wenig gelitten, wohl aber haben, wie dies zu erwarten war, Mäuse und Schnecken den R o g g e n - unb Klee- faaten zum Teil erheblichen Schaden zugefügt, so daß sich der diesen Fruchtarten vieliach die WotiDcubigteit größerer Um- Vllügungcn herausstellt. Infolge des trockenen Hcrbstwcltcrs unb bcr wegen bcs massenhaften Auftretens vielfach spät erfolgten Bestellung waren die Saaten ziemlich schwach in den Winter gekommen. In beit Wintermvnaten behielt bas Wetter iubes überwiegend milden Charatter, und während der zeitweise, aber immer nur kurtz miftrctenbcn strengen Fröste waren die Saaten ausreichend geschützt. Jedenfalls haben sie unter Mangel an Schnee iiirgcnbö gelitten, wohl aber stellenweise baburd), das; bet Schnee aus ungesrorcnen Bobcn kam unb, wo er zu lange liegen blieb, bic Bildung von Schimmel begünstigte. Im übrigen pnb aber eigentliche Wintcrschäden, wie eingangs erwähnt, nur in vereinzelten Fällen zu verzeichnen, wenigstens geht aus den bei der Preisberichtstelle eingelaufenen Berichten hervor, baß nvt- wenbige Umpslügungcn nur selten auf Auswinterungen, viel- mehr m der Hauptiache auf ben Einstuß tierischer Schüblinge zuruckzusühren jinb. Einen wie großen Umfang bcr durch Mäuse und Schnecken angerichtete Schaben vielfach erreicht hat, gehl daraus hervor, baß in manchen Gegenben, namentlich in West- unb Sübbcutidilanb, bic Roggcnsaatcn bis zu 50 Prozent um- ncpflügt werben mußten. Günstiger lauteten bic Berichte im allgemeinen über die W e i z e n s a a l e n, bic in bet Entwicklung Enbc Marz zwar noch etwas zurück waren, burch Fröste ober licttichc ^djablutgc tnbes nicht sonberlicki gelitten zu haben scheinen, >o daß Umviluguiigcn nur in Ausnahmc^allen unb auch bann nur in beschcibeitem Umfange etiorberLid) sein bürsten. Im allgemeinen war der Staub bcr Wetzen,aalen, wenn auch stellenweise etwas schwach, so bod) berart, baß bei cntiprcchetiber Witterung eine günstige Entwicklung zu erhoffen ist. Bon ben Roggen- 1 a a t c njjaben namentlich bic spät bestellten, bie biesmal einen großen -teil bcr Gcsamrstäche bilden, den Winter weniger gut überstanden und anscheinend auch durch bie Märzsröste gelitten; nahezu aus allen Laitbcsteilcn wirb berichtet, baß bic Rvggcn- laatcn sick) etwas dünn gestellt unb nach bem Wiltetungsrückichlag um den 20. v. M. eine ungefunbe Färbung angcnomiiicii haben. Kräftige Roggcnsaatcn sah man meist nur aui zeitig bestellten Felbern, aber gcrabe diese sind durch Mause unb Schnecken vielfach arg in Mitleidenschaft gezogen worben. Wenn bic Dtogncu» selber sonach im aligcni.incii lein sonderlich günstiges Bild boten, so hosjt man bod), baß bei oortcili.astcm Ftüistingswetter mancher Schaden auSheilen wirb uno Umpstugungeii im Rorbcn unb Osten deü Reiches zu vcrmeiben sein werben. Die Bestellung, bie aus Iciajtcn Böden ztcmlick) srühzeitig in Angriff genommen werben konnte, war zur Zeit der Bcrichterstattiutg überall im Gange unb nimmt bei günstiger Wiltcuuig einen normalen Verlaus. (Üetreidc-'Lüochendcricht der iu ?'Cl1uul der Bc.i^L2wo..,c cdig.-ce.eiic irühiahrsmäßigc Witterung bciuulte tu Vcroutointg mit uad;gicbige.i AuSlauds- lOYbctuugcii eine Abscl-ivachuug bcr Leno.iiz aus ueni Wetzen ntatUe. ^cr Umftaiib, baß fia» bas Angebot, iuie st^ls zur Zeit ter Feldbestellung, in engen Greuzcn i/icit, Dctnux. l gegenüuer crwalsttten EtnftUs'eit nd-mi l-m- Stutze zu bieten, als das ***•''• "" :n mit ..nidjaftungai vom 28. März bis 3. April 1911. nad) wie vor zutüdl-atteu. 10tit der Sd}iucr|äiligteit des Wareit- abfatzes ftanben zum großen Teil auch Abgaben zusammen, die aus dem Lieferungsmarkte die Preise um 2»,2 Mark herabgebrückt haben. Auch im Roggeugeschüft wirkte die günstige Witterung neben dem Beiipicle des Weizenmarktes bcrftiinnienb auf bic lluternehiniingslust. Dabei ist bas Angebot der Provinz ziemlick)' Inapv geuiiebcn, unb auo; russischer Roggen war nur wenig billiger am Markte. In Berlin boten bie Mühlen so nichtige Preise für Labungen, daß man es vielfach vorzvg, die Ware zu Boden zu nehmen unb darauf Maiueferung zu verkaufen. Einen weiteten Truck auf bie Preise verursachten Lieferungsabgaben, die als Sia;ctunj gegen Aiuäuse von russischem Roggen Dorgciiommcu luiiroeii.. Als jedoch heute bet Saatenstanbsberickft der Preis- bctichtSslellc des D. L. R. bekannt wurde, befestigte sich die Stimmung, so baß bic Preise einen Teil des im Lause bet Woch-c erlittenen Verlustes toicbcr ciuljolcit konnten. Dem erwähnten Bericht zusvlge haben bic Roggensaalen nämlich infolge des Auf- itelenS tietisd-ct Schüblinge überall mehr ober weniger gelitten, >o baß namciitlid) in West- nnb Südbcutschlaub größere Uni- Pllügiingen nölig eridjtiiten. Auch sollen die Märzftöslc nidst ohne Einsluß auf bic späten Roggensaaten geblieben sein, bic diesmal einen großen Teil bet Gcsamtslätd-e btlbeu. Jin Gegensatz hierzu scheinen bie schivach in den Winter gekommenen Wcizcn- saalcn ben Winter gut überstanden zu haben unb von Mäuseschaben ärmlich verschont geblieben zu sein. Trotzdem machte sich heute aiuh für diesen Artikel burch bie Festigkeit des Roggenmarttes sowie durch bie mieber falt geworbene Witterung angeregt eine iad,tc Besserung bemerkbar. Für Hafer zeigt sich bie Provinz um fo zutnckhallenber, als sich an der Küste Vcrweubung zum Export nach Belgien unb Holland bietet und Schlesien andauernd Abiatz nach Böhmen behält. Auch machte sich im Jnlanbe 9^ach- Itage filr Saatzweckc bemerkbar. Rußland, das gleick).falls besseren Abzug hatte, blieb fest unb trug damit zur Befestigung der Lic- setnugspteise bei. am 1900 kg je nach Qualität, wobei in ) ( ai 15o.7o 2) 5) 1) 2) ) ) (—) gegenüber der Vorwoche 'olgt: ) 4) ) 27,) ) ) 2.50), 4.8U), 5.-10). (iä stellten sich die Preise <ür inländisches (Betreibe letzten '.Viorlttage in 'Istark vro das Mehr ( + ) beziv. Weniger Mlammeen O beigeiüßt ist, wie u s^clLV1051 .Lo1 Eise: Weizen: Berlin Mai 199.00 Budaoeil April 198.20 o.3u); Paris April 213.30 Liverpool Mar 146.43 (— 3.75), Ehleaao sl)iai 131.65 (-'u.uüi Mü " 1 103,25 LUU)* Hai«- Berlin 'JJ Weizen Roggen Haier Königsberg 200 (— 3 > 146 (— 1) 158 (- Ranzig 262 (4- 5) 149 (— 155 (- eiciiin 192 (- 1 146 (— 1) 154 ( — Polen 193 (- 3 ) 143 (— 2) 156 Breslau 192 (- ) 143 (— 1/ Ijö ( — Berliu 195 (- 1 > 148 (+ : l/,) 174 (— Aiagdeburg 194 (— ) 149 ( — ) 172 (— Halle 192 (- ) 1 150 (— ) 168 (— Leipzig 195 (— ) 151 (— ) 172 (-4- Dresden 195 (— ) 148 (— ) 169 (4- Jioiiocf 1<> (- 1 ) 144 (— 2) 152 (— Jamburg 19J (- ' s 155 (— ) 175 (— Hannover 196 (- ) 154 (— ) 173 (— Tiisietdori 196 (- ) 156 (+ 1) 158 ( + Fraukiurt a.M. 201'/, (— i ) 160 (— ) 175 (— Mannhenn 205 (—2\, ) 162'/, (— ) 175 (4- Straßburg 205 (— ) 167-/, (— ) 17u (— Piünchen 218 (- : ► 17t? (- ) 18J (— QanOeL •* Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen des ytenaurateiirs Johann Äl d a in H il t h in D a r m sl a d t wurde am 21. 'Marz das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemein- schulbner zahlrzngsumähig in. Sie Konkurseröffnung erfolgt auf seinen Antrag. Rechisanivalt Geißer in Tarmslabt würbe zum Konkursverwalter ernannt. Kontursforberimgen fmb bis zum 19. April bei bem Amtsgericht Tarmstabl aiizmnelbcn. — lieber öen 'Jiad)la|3 bcs KausmaimS W i l h e l m B o r m n t h ui W o r m s wurde am 18. 'März das Konkursverfahren eröffnet. Aiiivatts- gehliie Heinrich Frosch in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Koiilursforderimgeii sind bis zum 20. April bei dem Amtsgericht Worms aiiziimeldeii. — lieber das Vermögen des >»-C Vu -r 1 K o 11 e r in Reichelsheim i. d. W. ivurbe am -o. Lstarz das Koiikiirsveiiahren eröffnet. Rechisamvalt Keller ui Friedberg wurde zum KonkiivSverivalter ernannt. Konkurs- 'orberungen lind bis zaiii 19. April bei dem Amtsgericht Frieb- berg anzumelden. — lieber ben 9 lach lau des Johannes V e i n i i ch zu Dorheim würbe am 27. 'März das Konkurs- veriahreu eröffnet, da der 'Jladjlay iiberidiulbet ist. Stabtichretber i. 8. steter in Bab-9lauheim wurde zum Konkursverivaltcr ernannt. Konlursforderungen sind bis zum 20. April bei dem Amts- acitcbt Bab-9lalihcim anzumelden. 3ut Fvühjahv 9?ur edf tn» blefer SJlarfe—benrfytfffier — bem ßarar.he. »k/chen des ecctt» lchca Serfabreit ! sollten alle, bie sich angegriffen, malt unb mübe fühlen, bie Lebenslust unb Arbeitslraft burch ben Gebrauch von tecotts Emulsion wieder heben, denn Scotts Einulsion ist für jung unb alt gleich gut. s«: .Breslau 8, Marthastraße 3, Hth. I, 24. Juni 09. mcuieit Arzt unb früher gemachte gute Er- maiim rntr.ld).flueine 4 Ä»>öev dieses Frühjahr hindurch regel- mapig ^cottv Cmillsioii emnehmen lassen. Tas giiie blühende Aus- fe“ Kmd" lieber beste Beweis für bke Vorzüglichkeit des mchduiVe . rochier -Perm unb Helene haben sich zu enlwickelt, und mein Herbert, der sonst em aai fein WQ-f l)aL fU1) *° herausgemacht, daß sich sogar sein Klassenlehrer über die nut dem Jungen vorgegangene -oeianbcumg unb über bie rege Aiifmerksamkeit, , ® ev beun Schulunterricht zeigt, wundert. Alle haben einen guten Appetit, und bie Mntler braucht nicljt mehr bie Halste des 'Mittagessens wegziitragen. m , (gcj.) Alax Schröter. Jluc bie ausgesucht b.esten Rohstoffe finb in ecultS Emulsion enthalten unb so vor- jüglicQ verarbeitet, baß jebermann bicses hervorragenbe Stärkungsmittel mit größtem Nutzen gebrauchen kann. Man hüte sich vor Nackiahmnngen unb bestehe baraus, bic echte Scotts Emulsion zu erhalten. Nir Iofe€na4 SS’oÄa?" flr°6en unb zwar Ration mit uii|e‘”r m.t bf>öeU?n c-riginalflasch-.. ... 6. H., öranfiuu a. M W»KWc mit beut Sotidj). tocotc & do.uue, u). m. 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Wechsel und kurzfristige Schatzan- weisungen des Reichs und der Bundesstaaten ...... 3. Guthaben bei Banken und Bankiers . 4. Reports und Lombards ..... Aktien-Kapital .......... Reserven............. Kreditoren: 1. Kreditoren in laufender Rechnung . 2. Depositengelder Akzepte, Schecks und Avale: 1. Tratten und Schecks...... 2. Avale Haben. Zinsen, abzüglich der gezahlten ......... Provisionen, abzüglich der gezahlten........... Gewinne aus Effekten........... Gewinne aus Finanzoperationen . ......... Gewinne aus dauernden Beteiligungen bei anderen Bankinstituten und Bankfirmen................. Valuten-Gewinne.................. Diverse Eingänge.................. Gewinn-Vortrag von 1909 .............. Geschäfts-Unkosten: Handlungsunkosten (einschliesslich der Tantiemen an den Vorstand und die Oberbeamten) Steuern.......... - - Gratifikationen an die Beamten (Weihnachten, Abschluss), Ehrengaben an Beamte, Zuwendung an die Pensionskasse und für wohltätige Zwecke . . Abschreibung auf Immobilien und Mobilien Einlage in die „Besondere Reserve" . . Talonsteuer-Reserve...... Gewinn-Saldo ....... Verwendung des Gewinnes: 1. Dividende pro 1910 von 61/, °/e 2. Tantiemen des Aufsichtsrats 3. Gewinn-Vortrag 380 305 240! 29 11 351 457 03 44 408 058' 65 45 202 554! — 19 057 5081 30 Bank für Handel und Industrie. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, dass der Gewinnanteil für das Geschäfts- (Schinkelplatz 1—4). Frankfurt a. Hl., Bamberg, Cottbus, Düsseldorf, Forst i. L., Frankfurt a. <)., Freiburg i. B, Fürth (Bayern), Giessen. Greifswald, Guben, Halle a. 8., Hannover, Landau i. Pt., Leipzig, Mannheim, München, Neustadt a. H, Nürnberg, Offenbach a. M, Prenzlau, Quedlinburg, Soran N L, Spremberg, Stargard i. P, Stettin, Strassburg i. Els. und Wiesbaden in Augsburg bei den Herren Gebr. Klopfer, Braunschweig bei der Braunschweigischen Bank und Kreditanstalt Dortmund bei der Deutschen Nationalbank Kommandit-Gesellschaft auf Aktien, „ Dresden bei den Herren Albert Knntze & Co., „ Hamburg bei der Vereinsbank in Hamburg und bei den Herren Job. Berenberg Gossler & Co., ,, Hannover bei den Herren Ephraim Meyer & Sohn, „ Heilbronn bei den Herren Rümelin & Co., „ Karlsruhe bei Herrn Veit L. Homburger, Königsberg I. Pr. bei der Ostbank für Handel und Gewerbe, ” Mainz bei den Herren Schmitz, Heidelberger & Co., „ München bei den Herren Merck, Finck & Co. und bei der Bayerischen Handelsbank, „ Nürnberg bei der Vereinsbank, „ Osnabrück bei der Deutschen Nationalbank Kommandit-Geeellschaft auf Aktien. „ Pforzheim bei den Herren Fnld & Co., „ Posen bei der Ostbank für Handel und Gewerbe, „ Rostock bei der Vereinsbank in Wismar, Filiale Rostock, „ Stuttgart bei der Württembergischen Bankanstalt vorm. Pflaum & Co., bei der Württembergischen Vereinsbank und bei der König!. Württembergischen Hofbank, G. m. b. H., „ Wismar bei der Vereinsbank in Wismar, „ Amsterdam, für die Niederlande, bei der Amsterdamschen Bank, Wien bei der K. k. priv. Bank und Wechselstuben-Aktien-Gesellschaft „Mercur“. Nach dem 30. April 1911 werden die Gewinnanteilscheine nur bei den Niederlassungen unserer Bank ausbezahlt. Darmstadt und Berlin, den 5. April 1911. Bank für Handel und Industrie. je ' $ 7 865 448, 59 8 504 822| 05 2 339 322 88 2 408 581; 36 160 000 000 - 32 000 000 — Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen...... Eigene Wertpapiere................. Konsortialbeteiligungen ............ Dauernde Beteiligungen bei anderen Bankinstituten u. Bankfirmen Debitoren in laufender Rechnung: 1. Bedeckte Kredite Mk. 302 078 651.81 2. Nicht bedeckte Kredite . . : . . „ (>4 324 706.19 3 Aval-Kredite . . . Mk. 27 873 005.32 Bankgebäude ................... 14 625 1011 72 881 >5.>2iil99 1 256 890' 71 836 605; 80 3 555161 444 246j 25 23 659 474' 25 . Mk. 27 873 005.32 UJL JJ-LLL1 I l.lf.Ui/ Geaeral-Vertreter: E. D jahr 1910 für die Aktien ä Mk. 1000 auf Mk. 65.-1 „ „ „ „ fl. 250 „ „ 27.85! festgesetzt wurde. Die Auszahlung erfolgt gegen Einreichung der Gewinn an teilscheine Nr. 10 bezw. Nr. 6 sofort: bei den Kassen unserer Niederlassungen in Darmstadt. Berlin 881 353 2771 99 Gewinn- und. Verlust-Konto pro 1910. Bank für Handel und Industrie Bilanz per 31. Dezember 1910 Aktiva. Oster- Hike! Braune Berren-Sclmürstiefel BOx=aif » Marktstrasse 32. Telephon 528. » 1806 Boxcalf n Braune Oamen-Schnür-u. Knopfstiefel n n w n Telephon 435 L. Bernhardt Schulstr. AUTOMOBILE 1872 W. Klibingei^ Lö wen-Drogerie. ÄhnlsIllOBrieGiszeii-Liiiiim-Gleßeg 719 Michilin- und Dunlop-Stock Fr. Ki’ogmann Bahnhofstrasse 30 Fernsprecher 401 DampfwaschanstaltEdelweiss Telephon 487 Krofdorf er Strasse 12 Pianola, Phonola and Phonola- Piano 1250 und 950 Mk. 2150 - 2650 Mk. Kinder Wäsche Große Reparatnrwerkstälte für Flügel, Pianinos y. 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