Zweiter Blatt 161. Jahrgang Nr. 210 LrlcheMI i-glich mti Hufnoimr bei Sonntag-. dem zum einen '•steine se. »haltet tu „eitlretr jeellteeblltler- werten dem .Anzeiqer* viermal wöchentlich bettel egt. bal ’ Krclsblait fit bei Kreis «letzen- zweimal wöchentlich. Die .^«-»Irts-astltche» MV fragen- eil fernen monatlich zweimal. LeinBelaben fink -WWHUbruL ion einen schweren 6i em SubmissionSwe- inb bis zum 13. b, er Bürgermeisterei ungen eingesehen gleichzeitig zu ang 911. terei LangSborj. siifc-7 bat n , temb Sie--- Den Verl von Leitungen erlangen. ---- - ___ ffjre bei dem S.-riudbe zur iiimabme einer ütftung, als bei dem Stieben, eine Provinz zu erobern." Donnerstag, 7. September 19U Wtoianon-druck und vertag der vrüblichen Unwersuäib - Bi'.ch» und GteinbrurfertL Si. Lange, Gießen. Redaktion, «Spedition und T ruderet: 6d>ul« srratze 7. (rrpebmen und Verlag: <**•• 5L Redaktion:«E113. t- amer.kanischen Sozialpolitik ftilt als Grundsatz der spezifisch sozialen Ethik. Dieses Prinzip dtaraftermert sich durch die Be dldhditigung der aesellschaftlichcn »Nas e und die AuBerachtlastun.i dcr reinen Individualttat In der tozialeti Ethik herricht ba. Massen,nteresse vor. Dte soziale Ethik hat allmählich von den, gesamten europäischen Kulturleben Besitz ergrnfen Dieser Rich- tung gegenüber verlangt der Selektion,smus 'JUolefe der Dräger höherer Leistung und höherer Begabung, Forderungen, die nd, nicht verwirklichen lassen '.'Iber in sozialpolttiichen (Einjelfragm verbienen sie volle Beachtung. _ _ , In der Seklwn 3 sprach JleuMgcndüerat Dr. Neukamv VcipMfl über „Nattonaluat der juriftifcfjcn Personen": leine Au >uhrungen und namentlich die von ihm vorgeschlagene Ent schlief:ung iiicfccn aber auf ftailcn Widerspruch, so bad die Wetter- behandlung der Frage vertagt werden mußte. Im Lause der Beratungen lief vom Großhetzog eui TanUelegramm für die ihm dargebrachle Huldigung ein, das lebhafte Freude hervorries. . In der Sektion 2 hielt Dr. Nagv iLotteveny) einen au- gedehnten Vortrag über „Ä a h l r e ch t s p r o b l e m e", dem der Grundgedanke unterlegt war, daß das Ideal bet Volks- souveränttät die veranjiehung möglichst aller Staatsbürger zu der Leitung der Staatsgcschafte sei. Das 6nb8tcl rechtspiobleme fei eine weitere Ausbreitung des Wahlrechts, als sie heute bestehe, und feder ihdturttaat mühe bie «erbcikrung M Wahlrechts soweit fuhren, al» eS die jeweiligen «ertaltnuie »Ulanen. Im Anschluß daran besprach er die wichtigsten durch den Staat gegebenen Wahlrechte, Wahlrecht, Abstimmung, Wahl- pflicht usw , wozu er kurze aber leicht vernandliche (Erläuterungen beifügte. _______ aurenne. Mange mar cs unter bm ..utzucueu Bauern Litte, dcn Lunden die Nanicn Melac und Turennc zu geben, --em Znct^^ur btn sich fort erbenden Latz gegen bie brutalen ^enMtet der Platz, x Gerechtigkeit aber i^tet, roemgiter^ 1ä?rt, an^L Qanbc schweres Leid jufügen mußte, dennoch foult sich a^.nn menschen'rcutidltther unb wohlwollender Mann beroieä, 1 Mr dlmJ eme» ber größten Feldherrngentes aller Beüen wt Ihn Feldherr, der den großen Conds dcstoang, dem der grvtz ih,li«i?oi^T Z^Tnnc, nut feinem enm^e vorzüglich au?"'n Eharter des Gegners ,u baiiere^ Er strebte immer danach, die moralischen *räfte i^lndes richt-S iu Mtikn 9hm machte mau ihn zum Marschall unb Cb er - Sa. Em-oi.no,. .egen Mj, Onlde^ M2ASSLSSLS« Dec Kaiser verlieh viele Ordensauszeichnungen, u. a. das Großkreuz des Roten Adlerordens mit den Schwertern am Ringe dem Admiral o. tz o l tz e n bo r f s, den Roten Adlcrorden 1. Klasse mit der Krone und Erchen- laub dem Generaladjutanten Admiral Müller, bie StYonc zum Ro-ten Adlerorden 2. Masse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe und dem Stern dein Vizeadmiral I n g e n o h l, die ttrone zum Roten Adlcrorden 2. Masse mit Eichenlaub dem Uontreadmiral Scheer, den Kronen ordcn 2. .niässe den Kapitänen zur See Jasper (Gisbert), B e h n le (Paul), B ehr in a und H o p m a n n. Zu V izell dm i r al c n wurden befördert die Kontreadmirale Bachmann und Krosigk, zu Kontrcadmtralen die Kapitäne zur See Trum ml er und Stahrn er (Wilhelm), zum napitän zur See dcr diensttuende Flugeladjutant Frcgatten- lapitän V Büloiv, zum Marinechesingenieur Martne- oberstabSingenieur B o ut____ uIUlu *U IllUU/tH UllV IMM* • “ । • * • * 0*0--- --- . Snanicn. Als er seinen ehemaligen Wassengeirhrteu, den „großen Eo,ide", iueüdgebrängt hatte, urteilte Anna. Que Turenne venait de remettre une seconde fois la couronne sur la tete de son fila (daß ec zum uvciten Male bie Krone aus das Vaupt thrrt Sohnes Ludwig XIV. gesetzt habe . Nun folgt eine lange Reihe von Feldzügen und Stegen. Er eroberte ^^dern und ruckt er m og. Devolutwnsknege als Generalseldmarschchl w dm Nieder- landen em, freilich sehr beengt durch des Königs CberbcTtbl. ^n tu ei er Zeit trat er auf Ludnng XIV. Munich zum Katholizismus über und bewies hierin alio weniger «tandhasngkeit, als fein großer Radnolger Montz von «achten. .^"^^ionen gegen Dai Conncnlomg war Turennc besten beite Waffe. Er.schlug Kaiserliche und Bratidenburaer und iroana den ©roßen Hununten zum Frieden von Vossem Vorübergehend von Man ecuccoU, dem Kaiserlichen Felbhcrrn, zurück,ledrangt, fchlltg er bald wieder die Feinte trug Den Krieg auf Das rechte R bei nufer unb in bietet gn?,im 1674 war es, daß er die Pfalz ent.etzlich uwitzindier Blick tnatc iiCb vor allem bann, wie er bie Wichtigkeit ^ Elsaß für diN^aL'eii beurteilte. Sie Marguis £ la Trare erzählte, sagte Turennc, als er vorndergehend daS Elsaß Ken muhte: ,/Lo lange em deutscher Soldat im yliaß steht. Darf !rn 'incg?mann in trranfrcid) an Ruhe denken (Er jagte ^. auä bal» d« L-rdmwc.-n nneb« Vordnngen aber traf ihn Der Tod ‘Am -2 3üli machte bei Sasbach eine österrcichtschc Äanonenhigel tinbe Turennc hat Mcmo.rcn hinter Iah en, Die biS 16M reichen uiw angeblich um 166b verfaßt sind Sie sind cme reiche Quelle SKtSuxm der Kriegswinemchanen und geben Belege zu Sn Prinzwien, die er in einem Schreiben an Uoiurf> auegeiprodjen ■^enta Belagerungen unternclmcn und viel Gerechte liefern MVnftrr des r’fcnen Landes, werden Die xomr mr ^ic ' - - - Leichter verliert man feint beschlossen, seinen Antrag über Das verkommtungsrecht von fflinbniäbngcn an bie Einzelvereine zur Vorberatung zu überweisen Pfarrer Reiter berichtete eingehend über bie sehr ver> chiebenanigen Prüsungs-Orbnungen ber eoanget Landeskirchen für Pfarramtskandidaten. Es ist der Wunsd, des Pfarrerstandes, daß die bestandenen Eramina auch in anderen Landeskirchen als vollwertig anerkannt werden, was loegen ber versdnedenhett bet Ansordernngen bisher nicht immer der Fall war Der Vortrag wird gedruckt Den verschiedenen Vereinen zugesandt werden, damit sie ihre diesbezüglichen Wünsche prä- zisieten und somit einen Beschluß des nächsten verbanbstags vorbereiten. Pfarrer tzevel ke berichtete über die Schäden des gegenwärtigen »olleftrnbetricbä und Wege ber Besserung Auch hierüber soll nach gründlicher Vorberatung durch bie Vereine der nädnie VerbanDStag sich schlüssig malhen. Born Sbrenvorhtzenden Dr Flos würbe gegen ^3 Uhr bie «bgeordneten-versammlung ge- schlossen Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vie $loltcnmanöDcr im Beifein öe$ öfterreichiichen Thronfoigerr. Riel, 6. Sept. Erzherzog Franz Fet:binanb ist um st Uhr 5 Win. hier a b ß c r e i ft. D^r Kaiser geleitete ben Gast zur Bahn Die tm Hasen liegenden Krieg-- duffe salutierten Mit dem Kaiser unb dem Erzherzog »cgabcn sich zur Bahn: der Grostherzog von Oldenburg, Fürst zu Fürslcnbcrg, der Reichskanzler, Ofrofcabmtral von Tirpttt. Am Gahnhos ivarcn Aur Verabschiebuna anwesend: Prinz Waldemar, Großadmiral Köster, etabttom- mandant Bodungen unb dcr österreichisch-ungarische Konsul Die Verabschiedung war überaus herzlich. Der Kaiser kehrte auf die „tzohenzollern" zurück. Nachträglich wird noch aemeldet: Die gestrigen Bor- sührnngen dcr Flotte nackj besonderem Programm am Vor- mittag beftanbat zunächst in einer Reihe von. Evolutionen, die bei dem prachtvollen ausllärcnden Wetter in ihrer arohartigen Erakthcit vorzügliä) verfolgt werden komiten. An sic smloß sich ein längeres Feuergefecht, xie ,iruh stuclstaf., land beim Ehes der Hochseeflotte während der Fahrt der Flotte zum Ankerplatz bei Fehmarn statt Wie man hört, äußerte sich dcr Erzherzog über die Vorführungen der Flotte mit der höchsten Anerkennung und Bewunderung. In dcn ?!achmittagsstunden verweilten dcr Kaiser und seine Gäste auf dcr „vohenzollern" unb gingen um 7 Uhr wieder an Bord der „Deiltschland", wo Abendtafcl stattfand unb aus der bie Rückfahrt nach Kiel angetreten wurde Währenb ber Kieler Fahrt würbe ein Rachtgesecht mit einem Angriff der gesamten TorpcbobootSflotille vorgeführt. Die Lichtkegel ber Scheinwerfer, bie bicht ge- ballten Wolken bcS Pulvcrdampfs, bie Raketensignale, das rauschende dunkle Wasser, die Silhouetten der Kriegsschiffe und die schwarzen Torpedoboote vereinigten sich zu einem Bild von wilder Art, währenb bas Ohr von den dröhnenden Salven der Geschosse betäubt wurde. Nach dem Einlaufen im Kieler Hafen ging dcr Kaiser mit seinen Gästen wieder an Bord der fdjon vorher erngetroffenen Kaisers acht. — Die amtliche Aufnahme der 9 u n n i (h o 6 c Italiens. Der schon lange angrfünOigte amtiichi Katalog aller in Italien vorhandenen Kunftwerke und Alierlümer wird demnächst, wie die „Kunstchronik" berichtet, mit „Aosta", d.sien Kun^schatze Pietro Toesca iu schildern unternommen hat, seinen An'ang nehmen. Der Prospekt lägt, daß btt „Eaialogo della cose D'crie e bi antichiU» c> Italia" jebe ähnliche offizielle Regierunispubli- katton an Ausführlichkeit uns Systematik übertreif.n rouo DaS Format ist Mlem-yolu), zahlreiche Lolzschntttc im Tert und in Dahin werden beigefügt und außer ber tmfdüag.gcn Beichrcibung nnrb icbe Nummer auch eine Bibliographie bringen. Das Schema des großen Werkes wird nicht weniger als 8000 verschiedene Stauen Gemeinden- umfassen. Eorcado Ricci, bet General- Direkior bet schönen Künste in Italien, besten Energie die 3m* iiatioe zu diesem großen Unurnebnicn zu verdanken ist, in einem an den Unt er richt Srnmutcr gerichteten Briese, daß die Listen für Verona, Padua, Monza, Piacenza, Parma, Ravknna, Fiefole, Ptt'a, Urbino, Cfiiba, Derrn, EttU, della Pieoe, Dirclu, Terracina und Monreale betctts iertiggefidlt sind Die Scliwn über Pif'a, Die Robetw Papim übernommen hat, ist bereits up Druck. chung ler würbe deute te JI stnossenschast t. 6. nrich Wilhelm Vinnen, an feine 6te.’ I gewählt worben. 11. mtskierM. postwett,eichen bf":> lkhos 9lad)f., Vesk-Aiil« loph Nicker, fleuitabt x List vchiffenberger ab Noch MV Walls pp Ain, Heuen Bau-. I b öengft, Sicher etrev! Zecker, Löwengasie. ': Eichmann, (fbtfftraii Seibel, Frankfurler fe iclm Binz, Alicestr. X -nch Weber, Tiesenwe:' Tiefenbach Hlmifftrr roirl Peier Will, jelrn Balser. 3n Tillmann Witwe. via Schwarz. Dietrich, rab Rahn. K&w nid) lluhl. , säFSS Äm lwirt MM- , tob L n äCS 1 HU* PlI I iahen: 68 Personen im Alter von 71—78 Jahren 876 , , 61—70 , unb 788 . , . , 51-60 Im Iahte 1909 wurden 54 unb im Iahre 1910 89 Per- onen penfioniert. Davon starben in 1910 k0 Personen Am 31 März 1911 zählte sonach bie Kaste -nach 2* - ,abr,geni Beleben 130 Pensionäre mit einem jährlichen »(uDegebalt von insgesamt 90 578,95 Äk hierunter hnb 19 813,50 Mk. Invalidenrente enthalten, ipeldie auf ben Ruhegehalt auf gerechnet nnrb, ba d,e Invalidenversicherung bet flahcnmitglieber ausschließlich aus Mitteln ber Fürsorgekasse erfolgt). 2 ter begebalt an bie Hinterbliebenen von Penswnaren mürbe in 1909 unb 1910 in 16 Fällen bezahlt mit zusammen 2190,67 Mk. , t . Witwengeld unb Waiscnaelb bezogen in 1909 unb 1910 53 Witwen unb 31 Waisen. )rn Laute beo Iabres 1910 gingen ab 3 Waisen, so daß am 31. Mär» 1911 noch 53 Witwen unb 28 Waisen als Bezugsberechtigte für Witwen- unb Wauen gelb im Gesarntiahresbeliage von 12 566,64 Mk. vorhanben waren Die Moitcn bet I n v a l i b e n ve t si ch e ru n g ber Uasiei, mitgllebet (MarkenvetWendung),belaufen sich aus rund 50 000 ..vr. 1QÖTlDic Leistungen bet K assenrnitglieber bestehen ii einem IahreSbeitrage von 3 Pro,, ber ruhegehaltsfähigen Bezüge unb in einem einmalig zur Erhebung fommenben Eintritts- gelb von 10 Pro», bes Einkommens- An biesem Ein,rlli, gelb wirb aber bie halste beS GelbwerteS aller für bas betrenenb.- Mttglieb ücrrocnbctcn Beitragsmarken zur Jnvalibenversicherung in Abzug gebracht. Wie bie Ausrechnung ber Bettragohaltte bet für bie Invalidenversidrerung in ben vorderen Fahren vei wendeten Marken auf daS Eintrittsgeld cmgeroirlt Hot, geht daraus hnvor, daß das Eintrittsgeld der in 1909 und 1910 aufgenom menen Personen sich aus 318 056,84 Mk. berechnete, .-üiertmn gingen ab burch Ausrechnung ber vorerwähnten Beitragshalste 190 943,97 Mk., so daß an Eintrittsgeld nur 127 112,87 Mk zur Erhebung kamen. r . m An Nachzahlungen für Anrechnung ber Bor- b i e n ft 4 e i t würben bei ber Aufnahme bet Mitglieder einmalig erhoben: 17» Proz. der in den früheren Jahren beton 80 000 Mk. w , ,, Neben diesen Leistungen haben die AnsteUungskötver- s ch a f 11 n jährlich eine Umlage zu bezahlen, deren höhe sich nach dem wirklichen BedütsniS aus Grund versicherungsttd>- nil'chet Berechnung bemißt, um die Leistungen unb (Megcnlnuiin-.i n bilanzmäßig im Gleichgewicht zu erhalten Diese Umlagen haben betragen im Fahre 1909: 10 Pro, der tuhegehaltssLhige,, Bezüge und tm Fahre 1910: 9 Proz von bet zu erroartenben ipateren Ccrjüngung ber Ma|ic wird ein weiteres Sinken ber Umlage erwartet, um bann einen mittleren stabilen Stand emzunehmen. Tie Notwendigkeit ber Erhebung einer höheren Umlage mt aus beui Museum in Marseille uno eine andere, bie iidi im Palazzo dalanbrelh zu Como befand Diese Mopiru, die, wenn man annebmen darf, zeitgenössische find, wurden auf Dieselbe geheimnisvolle Art geraubt, wie das CnginaL Nähere Nachrichten über bie Art bieses Diebstahls bleiben iwch abiu- warten, ba ebenso wie bei bem Pariser Diebstahl Dorlauäg alle Andaltspunkle sehlen Es fallen aber burch diesen neuem- bedten Raub lebcnfalla alle bie Kombinationen fort, bie man zuerst an den Diebstahl der Gwconda in Paris gelnüpst hat, und bie die Tat als solche als abenteuerlid) und eneniriitb kennzeichnen wollten. Tiefe neuen Tatsachen lassen daraus schließen, daß eS sich um em wohl vorbereitetes Manöver handelt, baS ben Raub der Pariser Gwconba zwar weniger gsheimmsvotl, aber als um so zielbewußtet erscheinen läßt. — Weitete Diebstähle im Louvre Aus Paris wird berichtet: Em ungenannter Sammler überbrachte ber Redaktion des „PanS Foutnol" zwei antike Statuetten, bie, wie er sich aus bem von biefem Blatte veröffentlichten Gestundms eines Diebes überzeugt hatte, aus bem Louvtemuieum geitohlcn rvorben waren. DaS Blatt erstattete bie Kunftwerke begi Louvre zurück. zogen en Vergütungen. von etwa 90 Pwz. aller Kaisenmttglieber wurde von Rechte bet Anrechnung ber Vordienstzeit Gebtaucb gemacht Die Nachzahlungen berechnen sich insgesamt auf 4 32 02 1,78 Ti r Bon diesen Nachzahlungen, welche spätesten- innerhalb drei Fahren in Monatsraten zu bezahlen sind, gingen bis 31. März 1911 em 362 052,34 Mk. Der Staat leistet aus den aufgebobenen Ltrasdritteilen jährlichen Zuschuß, welcher für 1910 34 980,81 Mk. betragen hat und sich im Lause der Zeit erhöht biS »um tzöchstbetragc Der Kaiser ging um 2' « Ubr unter Salut von Bord der „vobenwllern" und begab sich auf bnn Wafscrivege zum Badndof, von wo er um 2 Uhr 30 Mm int Sondcrzug nach ber Station Wildpark abreistc Der Reichskanzler ist um 2 Ubr 56 Min nad) Berlin zurückgercist Der K.nfer traf 8 Uhr 5 Min auf der Furstenstation B.r,ldparl c\v Sürforgefaflc sür Beamte uni) Bedienstete der Land gemeinten und Nornmunalverdände zu Varmftadt. Man schreibt uns: Die am 1. Fanuar 1909 in- Leben gcruscnc Fürsorgekasse sur Bcamtc unb Bcdienstclc dcr Laudgcmcmden und Mornmunalverbände bat, tote aus dcr nachstehenden, uns zur Verfügung gcftcllten Gefck)äftsübcrs,cht bcrvorgcht, me auf sie gcietztcn -ofsnungcm erfüllt- Die Anzahl bet Mitglieber betrug am 31 März 1911 3020 mit einem rubegebalt*iäbigrn Einkommen von uitgeianU 3 224 758 Mk. Unirr bieini 3020 Kassenmttgliebern sind eni- die ersten Jahre des Bestehens der Kasse ergibt sich schon aus der großen Anzahl der älteren Kassenmitglieder. Bemerkt sei hierbei, das; nach dem Gutachten des Kaiserlichen Aufsichtsamtes für Privatversicherung, welches dem Gesetzentwürfe zur Grundlage diente, empfohlen wurde, in den ersten Jahren des Bestehens der Kasse eine Umlage von 11—IIV2 Proz. zu erheben. Zurzeit werden auf Grund der wirkliche;: Ergebnisse von dem Kaiserlichen lAufsichtsamt Berechnungen darüber angestellt, wie hoch nunmehr hie Umlagen zu bemessen sein werden. Das Vermögen der Fürsorgekasse betrug am 31. März 1911 rund 909 750 Mk., welches vorzugsweise in 4 prozentigen Merten angelegt ist. Hierunter sind rund 125 000 Mk. Eintrittsgeld und 400 000 Mt. Nachzahlungen enthalten. Inzwischen ist das Vermögen auf 1255 389,51 Mk. angewachsen. Ans Stadt und Land. Gießen, 7. September 1911. '* OrtSgewerbeverein. Der Besuch der Edder- talsperre, der am kommenden Montag, 11. l. Mts., stattfinden soll, ist als eintägiger Ausflug vorgesehen. Die Abfahrt erfolgt Montag früh 4 Uhr, die Ankunft auf Station Waldeck 3/49 Uhr. Zunächst wird kurz Schloß Waldeck be- sucht und dann nach der etwa eine Stunde entfernten Bericher Hütte gewandert. Das hier im Maßstab 1:40 ausgeführte Modell der Talsperre dürfte mit am interessantesten sein. In der Nähe von Hemfurth, das wiederum ungefähr eine Stunde von der Bericher Hütte entfernt sein soll und wo sich das Baubureau der Firma Holtzmann befindet, werden sodann die Arbeiten an der Sperrmauer selbst besichtigt. Von Station Buhlen soll gegen V24 Uhr die Heimreise, die eoentiied noch einmal in Bad Wildungen unterbrochen werden kann, angetreten werden. Am kommenden Freitag Abend, 9 Uhr, findet im Gewerbehaus ein Vortrag über die Eddertal- sperre statt. ** Bahnhofsmission. Als ein erfreuliches Ereignis erscheint es, daß die Bahuhofsmissionen evangelischen, katholischen und jüdischen Bekenntnisies jetzt ihre Schutzadressen zum Dienst an der reisenden weiblichen Jugend auf einem gemeinsamen Ausgang an den Eisenbahnwagen sämtlicher deutscher Bundesstaaten Mitteilen. Unter dem Titel „Bahnhofsmission in Deutschland" zeigt das Plakat das rosa Mtüteserkreuz der Evangelischen deutschen Bahnhofsmission und den gelben Balken des Katholischen Mädchenschutzverbandes, Verde überdruckt mit Schutzadressen, wo allerorten Fremden oder Unerfahrenen Schutz und Rat gegen Ausbeutung, Verführung oder andere Schwierigkeiten geboten wird. Unten am Plakat reihen sich die Adressen des Jüdischen Frauenbundes ,um dessen Doppelstern. Damit Ausländerinnen die ihnen bekannten Abzeichen wiederfinden, stehen rechts und links in den oberen Ecken der siebenzackiae Stern des Freundinnenvereins und das internationale Abzeichen des Katholischen Mädchenschutzverbandes. Zur Verwirklichung dieser einheitlichen Kundgebung für diese wichtige Wohlfahrtsbestrebung sind die Eisenbahnbehörden in sreuno- lichster Weise entgegengekommen. Landkreis Gießen. -m. Langsdorf, 7. Sept. Mit dem Bau der hie- sigen Wasserleitung wurde dieser Tage begonnen. Das Quellengebiet befindet sich in nächster Nähe des Ortes, wo gegenwärtig Bohrungen vorgenommen werden. Von hier aus soll daS Wasser auf eine Anhöhe geleitet werden, um den nötigen Druck zu erhalten. Kreis Alsfeld. § Bernsfeld, 6. Sept. Unsere waldreiche Umgebung ist von jeher daS Stelldichein der Zigeunerhorden. Gestern hielt die Gendarmerie von Grünberg, Homberg a. d. O., Londorf und Ruppertenrod eine erfolgreiche Streife ab. Eine Zigeunerbande (50 Leute) lagerte im Walde, floh aber bei dem Anrücken der Gendarmen. Die Flüchtlinge wurden ein- geholt und festgenommen. Bei der Durchsicht der Wagen fanden die Gendarmen Armeerevolver, ein Gewehr und eine Anzahl scharfer Patronen. Die Waffen und Patronen wurden eingezogen und die Zigeuner nach Grünberg vor das Gericht gebracht. Hier mußten die männlichen Mitglieder die gesetz» liche Strafe von 2 Mark für ihr unbefugtes Betteln erlegen. Für die Zahlungsunfähigen erlegten die anderen den Betrag. X 2lu 8 dem Ohmta l, 6. Sept. Die Grummeternte ist beendigt. Der Ertrag war nur sehr gering. Mancher Landwirt hat überhaupt nicht zu mähen brauchen. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 6. Sept. Der Beamtenverein veranstaltete gestern abend zu Ehren seines nach Osthofen in Rheinhessen versetzten ersten Vorsitzenden Gerichtsaktuar Pfaff hier im Gasthaus zum Anker eine Abschiedsfeier. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Hauptlehrer Dr. Köhler, begrüßte die Erschienenen und würdigte die Verdienste des Scheidenden. Oberamtsrichier Frey wünschte dem Scheidenden, mit dem er 11 Jahre zusammen gearbeitet habe, in seinem neuen Wirkungskreis ein ferneres Wohlergehen. Aktuar Pfaff dankte mit herzlichen Worten. Klavier- und GesangSvorträge verschönten die Feier. Kreis Schotten. △ Glashütten, 6. Sept. Unser stattliches Schulhaus ist vollendet und wird an einem der nächsten Sonntage emgeweiht. Das Gebäude umfaßt zwei Schulsäle und zwei Lehrerwohnun,gen und kostet 43 000 Mk. Da die Gemeinde wasserarm qt, so hat der Ortsvorstand auch die Errichtung einer Wasserleitung beschlossen. Das Quellaebiet bei Burkhards ist schon angekauft. — Meiches, 4. Sept. Heute nachmittag entstand am Waldrand auf dem Totenkäppel ein Brand, der aber bald gelöscht war. Starkenburg und Rheinhessen. ! Mainz, 6. (Sept. Gestern mittag gegen 12 Ubr brachrn dem ttt der Altstadt gelegenen Gasthof zum „Schwarzen Baren" G r 0 ß f e u e r aus und zwar entstand der Brand in einem Dachraum, der schon seit Wochen nicht mehr be- tretkn. wurde. Die Kämmer war verschlossen und der Schlussel befand sich in der Brauerei. Die Ursache des Feuers ist also nicht aufgeklärt und wird auch wohl kaum aufgeklärt werden. Da der Brand um die Mittagszeit sammelte sich eine große Menschenmenge an der Brandstätte an. Bei den Jeuerlvehrmannschuften kamen durck Herabsturzen von Ziegeln und brennenden Balken freb en Unfälle vor. Anwesend waren die Wehren von Mainz, Mombach, bastel und die Militärfeuerwehr Da auch genügend Wasser vorhanden war, g.ckang cs bald des Feuers Herr zu werden und die umstehenden Häuser iu sichern. Gegen 1 Uhr begannen die Aufräumunqsarbeiten und um 2 Uhr rückte der größte Teil der Wehren ab ! Rüsselsheim, 6. Sept. Heute nachmittag gegen l’/2 Uhr entstand in der Kokosteppichfabrik Stäckicht Feiger, das rasch um sich griff und alle Gebäude ergriff. Die ganze Fabrik ist niedergebrannt. Das Feuer dehnte sich so schnell auS, daß einzelne Leute mir durch Einschlagen der Fensterscheiben aus den brennenden Gebäuden gerettet werden konnten. An der Brandstätte sind die Rüffelsheimer Wehr, die der Opelwerke und mehrere auswärtige Wehren gegenwärtig. Hessen-Nassau. — Gladenbach, 6. Sept. Hier ist ein Bürgerverein gegründet worden, der bereits 100 Mitglieder zählt. Die erste Ausgabe wird die Bahn betreffen. b. Blasbach, 6. Sept. Gleich wie im benachbarten Hohensolms kommt auch hier die Zusammenlegung der Gemarkung zur Durchführung. Die Feldmark ijt 518 Hektar groß und meistens hügeliaes Gelände. Die Gemeinde hofft, auf einen erheblichen Zuschuß, zumal bereits 200 Prozent Zuschläge zur Staats ein kommensteuer und zu den Realsteuern erhoben werden. O. Selters, 6. Sept. Bürgermeister Rupfi feierte am Sonntag seinen 79. Geburtstag in geistiger Frische und in körperlicher Rüstigkeit. Er Dürfte wohl der älteste? Bürgermeister weit und breit sein. — Die hiesige Kirchweihe fällt in diesem Zahre wegen der schlechten Ernte aus. Gerichtssaal. Rahardt contra 60 rabt. Aus Breslau wird uns geschrieben: Vor dem hiesigen Schöffengericht fand eine Verhandlung statt, die sowohl mit Rücksicht aus den Gegenstand der Klage wie die beiden Parteien in weiten Kreisen lebhaftes Interesse erwecken wird. Als Gegner standen sich gegenüber der Vorsitzende der deutschen Mittelstandsvereinigung, Landtags- abgeordneter Obermeister Rahardt und der Vorsitzende der schlesischen Mittel st andspartei, Schornsteinfegermeister Conradt. Der Verhandlung lag eine Klage wegen Beleidigung zugrunde, welche Obermeister Abg. Rahardt gegen Conradt angestrengt hatte, weil der letzte gelegentlich einer im Frühjahr 1911 in Hirschberg abgehaltenen Versammlung der Mittelstandsvereinigung gegen Rahardt den Vorwurf erhoben hatte, dieser sei lediglich deshalb aus einem Gegner des Hansa- bundes zu einem Freunde desselben geworden, weil ihn der Hansa- bund um den Preis von 7000 Mark erkauft habe. Als Rahardt wegen dieser Aeußerung Klage stellte, bestritt ^onradt, diese Worte gebraucht zu haben; er will vielmehr nur sich dahin aus- gedrückt haben, um den Wandel der Gesinnung Rahardts erklären zu können, müßte man ihm (Rahardt) ins Herz sehen können. Er habe lediglich einmal gesagt, daß nach seinen Informationen Rahardt als Ersatz für verschiedene Auslagen sowie als Spesen jährlich vom Hansabund 7000 Mark erhalte. Er glaubte sich auf seine Gewährsmänner verlassen zu können. Man habe ihm (Conradt) schon früher gesagt, daß er Rahardt beschuldigt habe, vom Hansabund 30 000 Mart angenommen zu haben; er habe diese Behauptung schon damals sofort öffentlich als unrichtig bezeichnet. Die Zeugenaussagen gingen in wesentlick-en Punkten direkt auseinander. So erklärten die Reichstagsabgeordneten A b - l a ß und W e n k e, sie könnten sich bestimmt erinnern, daß Conradt die Aeußerung getan habe, er bleibe dabei, daß Rahardt trotz seiner Ableugnung im Abgeordnetenhaus außer den besprochenen 7000 Mark, auch noch Tagegelder beziehe. '3)er Redakteur Kerze n do rf. der damals in Der Versammlung den Vorsitz geführt, hatte, hat die fragliche Aeußerung so aufgefaßt, als wenn Rahaft>t vom Hansabund TagegeÜ>er beziehen würde, die sich pro Jahr auf 7000 Mark belaufen. Rahardt erklärte zum Schluß, er habe, seit der Hansabund besteht, alles in allem etwa >300 Mark als Erstattung seiner baren Auslagen erhalten. Der Bettagte Conradt erwiderte hierauf, er habe jetzt keinen Grund mehr, an der Wahrheit dieser Aussage zu zweifeln. Der klägerische Anwalt verlangte die Bestrafung des Beklagten wegen öffentlicher Beleidigung, während der Vertreter des Beklagten Freisprechung forderte, weil sein Mandant nur gesagt habe, die von dem Kläger für seine Tätigkeit vom Hansabund bezogenen Entschädigungen usw. erreichten die Höhe von 7000 Mark, und darin liege, selbst wenn das unrichtig sein sollte, doch keine Beleidigung. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, da sich der Wortlaut der in- kriminierten Aeußerung nicht mehr feststellen lasse. Verbrecherschulen kann man, so schreibt uns unser Londoner Mitarbeiter, mit Fug und Recht die im Privatbesitz befindlichen, von Privatpersonen geleiteten und vorn Staate subventionierten GefängnissefürjugendlicheVerbrecherin England nennen, die den Titel „Besserungs-Anstalten" führen. In Diesem Sinne hat sich ein ehemaliger englischer Richter ausgedrückt. Mr. E. BowenRowlands, eine Autorität auf dem Gebiete englischer Kriminologie, zitiert diese Aeußerung und beruft sich darauf, daß sie ihm gegenüber im Gespräch mit dem ungenannten Richter gemacht worden sei. Mr. E. Bowen Rolands selbst nimmt in einer Londoner Zeitung zu diesem Thema das Wort und ergeht sich in Ausführungen, die wir nachstehend auszugsweise wiedergeben. Während der langen Jahre, während welcher Mr. Brown Rowlands in den oberen Gerichtshöfen praktizierte, hat er den Eindruck gewonnen, daß die vorerwähnte richterliche Aeußerung wohlbegründet sei. „Vor einigen Jahren," schreibt Mr. E. Browen Rowlands, „besuchte ich eine große Anzahl englischer etrafanftalten und Gefängnisse u. a. auch die Anstalten, die gemäß dem System Borstal geleitet werden. Sämtliche Gefängnisbeamten, die ich über den Gegenstand sprach, verdammten einmütig die „Besserungs-Anstalten. Bei ihrer Beurteilung gingen sie von den Eindrücken aus, die sie in Beobachtung der ihrer Obhut anvertrauten Sträflinge gewonnen hatten. Ihrer Meinung nach rekrutieren sich ine bösartigen Elemente in den Strafanstalten aus Verbrechern, die der Zucht der Besserungsanstalten entsprossen sind. Rückfällige einstige Zöglinge von Besserungsanstalten sprechen am ehesten gegen das System. Von 1 1,723 Kna- b e n, die in den Jahren 1906, 1907 und 1908 Besserungsanstalten a ls „gebessert" verlassen hatten, sind nicht weniger als 864 dem Verbrechen wieder verfallen. In einem amtlichen Bericht der Besserungsanstalten, es gibt deren 43 in England, vom Jahre 1909, wurde sestgestellt, daß 911 Sträflinge ehemalige Zöglinge der Anstalt sind, obwohl die Gesamtzahl der Insassen der Besserungsanstalten im selben Hahre 4,734 betrug. Der Anteil an der Zahl der im genannten Jahre in Untersuchungshaft befindlichen Personen (111161) wies für Besserungsanstalten 986 ehemalige Zöglinge auf. Der letzten Volkszählung zufolge ergab sich für England, Wales und Schottland eine Bevölkerung von 37 Millionen. A u f je 3 3 3 Personen der Bevölkerung kommt je ein Verbrecher, aber die Strafanstalten stellen schon unter 6 ihrer ehemaligen Zöglinge je einen Verbrecher. Warum werden jugendliche Verbrecher diesen privaten Besserungsanstalten überwiesen? Tie Frage hängt mit dem Kinder- Gesetz des Jahres 1908 zusammen. Die Privatgefäng- nisse, Besserungsanstalten genannt, traten an Stelle nicht vorhandener staatlicher Institute. Das erwähnte Kindergesey ver- sügte, daß kein Verbrecher unter sechzehn Jahren zum Tode oder zur lebenslänglichen Hast verurteilt werden soll; daß kein Kind unter 14 Jahren in einem Staatsgesängnis untergebracht werden soll; und daß ein jugendlicher Verbrecher im Alter zwischen 14 und 16 Jahren erst bann in ein Staatsgefängnis geschickt werden soll, wenn er zu verderbt ist, um in einer Fürsorgeanstalt ausgenommen werden zu können. Der Staat selbst hat aber bisher derartige Fürsorge-Anstalten noch nicht geschaffen. Demnach müssen die privaten „Besserungsanstalten" benutzt werden. Da« ganze System der Behandlung lugendlicher Verbrecher in England schreit nach Reform. Erdbeben in Schwaben. Ueber ein Erdbeben, das sich gestern in Schwaben, dann aber auch im Rheinland und Belgien bemert bar gemacht hat, ohne indessen Schaden anzurichten, erteilter wir folgende Nachrichten: Hohenheim, 6. Sept. Tie Instrumente der Erdbebew warte verzeichneten heute nacht zwer Nahbeben. Tas erst, erfolgte 2 Uhr 5 Min. 45 Sek. mit einem darauffolgenden schwächeren Stoß um 2 Uhr 6 Min. 5 Sek. Tas zweite tanger anhaltende Beben erfolgte um 5 Uhr 21 Min. 35 Sek. Die Bewegung der Instrumente dauerte mehrere Minuten an. Ebingen, 6. Sept. Heute nacht wurden hier m ehren E r d st ö ß e von mäßiger Stärke verspürt. Schaden haben sie nidx angerichtet, sie waren aber doch kräftig genug, zahlreiche Einwohner aus dem Schlafe zu wecken. Hechingen, 6. Sept. Heute früh 2.38 Uhr wurde hier ein kurzer, aber kräftiger Erdstoß verspürt, bet sich um 5.18 Uh: früh wiederholte und diesmal mindestens 6 Sekunden bauerte Von starkem unterirbischemRollen begleitet wurden bte Stöße in allen Häusern verspürt. Gläser klirrten, vereinzelt fielen Gegenstände von ihrem Platz und Uhren blieben stehen Ein größerer Schaden entstand nicht, doch bemächtigte sich der Bevölkerung ein allgemeiner Schrecken. Auch in Tü-, hingen wurden mehrere Erdstöße verspürt. Düren, 6. Sept. Heute mittag gegen 3 Uhr wurden zwei ziemlich heftige Erdstöße verspürt. Leichte Bewegungen wurden auch in Aachen, Eschweiler und anderen Orten der Umgegend wahrgenommen. Brüssel, 6. Sept. In der Gegend von Namur wvrden heute starke Erdstöße beobachtet. Markte. fc. Frankfurt a. M. Scbweinemarktbericht vom 6. Sevt. Auigetrieben waren 1711 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgeivicht 51.60—64.00 kDlf„ Schlachtgewicht 66.00 - 68.00 Alk., vollfleischige Schweine unter 80 kx Lebendgewicht 60.00 - 52.50 Vik., Schlachtgewicht 64 — 66.00 Mk.; voll fleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht ,52.00—53.50. 1, Schlachtgewicht 65—67.00 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 52.0'>—53.50 Mk., Schlachtgewicht 65.00-67 Alk.; Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht 00.00 big 00.00 Vik., Schlachtgewicht ‘jo.OO—00 Mk. Sauen 00—00 Mk. Geschäft gedrückt, oerbletbt Ueberstand. Limburg a. d. Lahn, 6. Sept. Fruchtmarkt. Durch, schnittspreis pro Malter. rlioter Weizen (nastauischer) 17,30 Llt, weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,80 Alk., Korn 13,60 'M, Gerste: , uttergerfte 00,00 Alk., Braugerste 00,00 Alk.. Haler Alk. 9,00, 0 rbieu 0,00 Mk, Kartoffeln 7—8,00 Mk. F.C. Wiesbaden. Vtehh of -M a r k tb e ri cht vom 6. Sevi. Auftriebe Rinder 105 (Ochsen 20, Kühe 85, Bullen 0), Kälber 882, Schate 31, Schweine 516. Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine mittelmäßig, Preis Durch- pro 100 Pfs. jchnittspreir üebenb» äfilalj:* pro 100 tzsund Ochsen. von-öi-von-bir me‘Xu£ta*' Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 48—51 87—93 49 90 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und altere au8gemä|tde 44—47 81—85 45 88 Ungejochte.......... 51—53 93—96 52 94 B ul l en. Vollfleischige, ausgewachsen^ höchsten Schlachtwertes........ 43—45 78—82 44 80 Säei en, Kühe. Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 45—51 82—89 48 85 Vollstelschlge auSgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 87—39 71—75 38 II Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 32—36 66—72 34 68 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 27—80 60—68 28 64 K äl b er. Feinste Mastkälber ...... 60—62 100-104 61 102 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 52—57 89-96 54 92 Geringere Mast- und gute Saugkälber 48—61 80—87 49 83 Deringers Saugkälber...... 43—47 72—78 45 7ö Scha 'e. Weidemastschafe 43—00 86—00 43 86 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 53—54 68—69 53 68 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgeivicht........53—54 68—69 53 68 Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht........ 50—51 64l/,-66 50 66 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 52-53 67—68 52 67 Ueberstand: Rinder Ueberstand, Kälber, Schafe und Schweim geräumt AirchUehe Nachrichten. ^sruruniufe ueilgloilLgelruschasl. Gottesdienst. Sabbatieier am 9. September 1911: Freitag abend 6.25 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. „ Nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-AuSgang 7.40 Uhr. Wochengottesdienst: NiorgenS 6.00 Uhr, abends 6.80 Ubr. Müller'sche Badeanstalt. Wasi erwärme der Lahn am 7. Sevtbr.: 176 R. Meteorologische Beobachtungen ber Station Sieben Höchste Temperatur am 5. bis 6. Septbr. — -j- 24,8 ' C. yiiebviqite . .5 ,6. — + 11,9 ‘J. Dnebeiicblaq: 0,0 mm. Sept. 1911 Barometer ans 0° D K M s C 6 S w der Luft Absolute I Feuchttakeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke || Grad txr Bewölkung in Zehntel der ftdjtb. Hinnnelssl. Wetter 6 2’* 52,6 24 5 99 44 NW 2 10 Sonnenschein 6 b11 53,3 17 3 106 72 WSW 2 2 KlarerHnnnikl 7 ■53 5 11,0 8,3 85 still 0 0 Sonnenschein ■ n -------------- . ■==s Foulard - Seide v»»„ .» — Schon verzollt! — Verlangen Sie MusterI — D% G. Henneberg, Zürich. Sanatorium Lindenfels zwischen Darmstadt—Heidelberg. 400 m hoch herrl. gelegen.