Zweiter Blatt 161. Jahrgang Nr. 183 Gießener Anzeiger scheint kTzttch mtt «utrohme de« earmtag«. General-Anzeiger für Vberheljen tie „eiehtiur SteiBeiNittet“ werden dem »Anzeiger* * Biennal wöchentlich beigelegt, da« „Kreilblatt fit ben Kreis GietzeR" zweimal wöchentlich. Die „tanbwirtfdfaftlidKn Mt- fragt*4* erscheinen monatlich zweimal. Montag, 7. August 19U Skotanonrdrnck und Verlag der Brühlfchen UnwersuLt« • Buch» und StcinbrutfcreL R. Lange. Sieben. Redaktion, Expedition und Tniderei: Eichul- (trage 7. Expedition und Verlag: «Mbl. Red cftion: 111 Tek.-Adru AnzcigerGießen. Die 5chied!gerichkoerträge Ser vereinigien Staaten. Washington, «i. Ang Ter Lena! ist mit der Bc r öffcntlichnnq der sch icdsgerickitsvert räg e zwischen England und Amerika u n d Frankreich und Amerika, die er vor der Beratung über diese Bei träge ovrnal in, von dem gewöhnlich deiolgren Wege ai' gewichen Ties geschah aui ersuchen der Hcgierung in der Absicht, ihnen weiteste Berücksichtigung seitens bei Presse und bei öffentlichen Meinung angedeihen zu lassen, um dem Senat aus diese Weise die Kenntnis von den inirf» hd)cn Anschauungen des Landes zu erleichtern, die als Basis für die Beratungen dienen werden Ter Inhalt beider Vertrage in identisch, nur bie (Einleitungen weisen einen kleinen Unler'chieb aui Tic Einleitung des Vertrages mit England hebt den Wunsch der uerrrag schließenden Parteien hervor, das zwischen beiden ".Nationen seil dem Jahre 1814 bestehende friedliche Einvei nehmen, welches durch die im lepten Jahre erfolgte Lösung der schwebenden Streitfragen so sel.r gestärkt wurde, daß gegenwärtig zum ersten Male reine wichtigen Meinung« Verschiedenheiten zwischen beiden Marionen bestanden, dauernd z il ge st alten. Beide Länder hotten be schlosfeu, daß huutig feine Meuiungsverschiedeuheiten mehr Anlaß zu ocinbfehgtcitcn zwischen ihnen geben ober ihre gilten freilnbschaftlichen Beziehungen frören solle Ter Vertrag enthält sieben Artikel, die mit dem Aus tausch der Ratifikationen in Mrair treten. Turch den Ar titel 1 werben bic Streitfragen zwischen den Vertragschlüßen den Parteien dem Haager oder einem aubcren durch ein be fonberes Abkommen zu bestimmenden Schiedsgericht unterbreitet England behält sich, bevor es ein besonderes Abkommen trifft, das Recht vor, in allen Angelegenheiten, welche die Interessen seiner Tominien mit der Lelbstver- waltung berühren, die Zustimmung des in Frage lommenden Dominien einzuholen. Artikel II sieht die Bildung ein gemeinsame n Ausschusses vor, der iid) aus Ei suchen einer Partei mit jeder Streitfrage befassen wird. Artikel III bestimmt, bie Beschlüsse des Ausschusses iolleii in keiner Keife ben Charakter eines Schiedsspruchs haben, bei Ausschuß jo'.l nur entscheiden, ob bie Streitfrage einem Cchied. gerimt zu unterbreiten tit Artikel VI seht den Beitrag von l'JOh außer Kraft, berührt aber in keiner Weise den Vertrag von 1909 betreffend die Beilegung von Streit fragen zwischen ben Vereinigten Staaten und .Kanada. Am Soiuitad wurde im Weißen Lause 3:1 Washington zu Ehren des am Betuch bon weilenden iavanifd-cn Admirals Togo ein Diner gegeben. Bräubern Taft brudic dem Admiral ben Wunsch aus, xmpan möchte mit den Vereinigten Staaten, England und Frankreich in der Weirdcwegung tut einen iiUer- nanonalcii Frieden iiiiammcitgebcn. Ter Präsident braditc einen TrinkipruM auf ben .Kaiser von Japan aus, indem ei die weitherzigen und menschenfreundlichen Anschauungen des königlichen Staatsmannes feierte. „Ich anerkenne mit Freuden die wichtige Rolle," erfiritte bet Präsident, „öic Japan für die Erleichtenuig des Abschlusses der LchicdSgerichtsvertragc zwtsdten England und Amerika, >owie Frankreidt mio Amerika gcipicl« bat, dadurch, daß es das große moralifdte Schiedsgerichtsvnnzip bei dem kürzlidicn Abkommen mit Englaiid ohne weitere , vor bebalt-31 oe anerfanntc. Im hoffe und vertraue, daß die Zeit nicht fern ist, wo 3flunn iidi tu der Lage sehen wird, sich her jept 10 verheißungsvoll ctngclritcicn Bewegung aumiMlicßcu " Die Revolution in Haiti. Ein Telegramm auö Port-au-Prince meldet: Tic erste Division der A u f st a n d i s ch c n ist am Sonntag früh eingc rückt und hat die Bertelbigimgswerke in Besitz genommen. Tic Anltäuger Firmin:- haben sich ohne 11 n orbnung zurückgezogen. Ter (Manbte bei Vereinigten Staaten erklärte, falls es zu Unruhen käme, würbe er amerikanische Marinesoldaten an Lmtd beordern Lecoute tommt heute, ,"\-imtin morgen hier an. Das JQcer der Aufftöndischen hat Leconte zum vorläufigen libci der Ereknt'.ve eingesetzt; feine Wahl zum Präsidenten fdwmt geliehen. cn!> 0 rk, 6. Aug Nach einer Meldung des „Reu- nort Heralb" aus Eap S?aitien laiibcteu alle Kriegsschiffe Truppen Zwischen beut sdic 11 ’.'i arinctruppen u'ib Eingeborenen, welche die Läden ausplündern wollten, kam ec zu einem Juso m m e n ft 0 ß Tic Eingeborenen schossen auf einen deutschen Offizier, den sie für einen Anhänger Firmins hielten, und auf ein Boot mit deutschen Marinetruppcn Englische und deutsche Truppen patrouillieren auf den Straßen. Per Zusammenbruch Der hossiowerte in Siehen, bei der nach 2jahtigern Betrieb 400000 Mk. verloren gehen, uvurbe in der Ciläubigeröcr fam ml ung, bic von zahlreichen Leidtrageiidcu aus Bietzen besucht war, vorn ' onhirvoermaltcr, Rechtsanwalt S? 0 m b e r g er, eingehend dargelegt Ter Gcfcüäftsführcr Der Gesellschaft, Wilhelm Kaufmann, habe von der Fabrikation nichts verftanben, er war früher Wirt, dann Weinreisender und nannte ficb später Btllarbfabrtlant, obwohl er mir Billardqucuc anitatt mit dem jonit üblichen Stoßleder mit einer Stoßplatte aus .'(ilpfcrbhüiit versah Später griff er bic Anregung eines Bekannten auf unb versah Pneumatiks von ber Kontinental- fabrif in Hannover mit einem Gleitschutz von Ril - p f c r b I) n 111, bic aber nicht brauchbar waren, weil bie Haut bic Rasse nicht vertragen konnte. Er fertigte bann Reifen mit eisernem Gleitschutz au, die nicht nur viel 311 teuer, sondern auch viel zu schwer waren. Tie Mittel lnerzn iiabcn teilweise der frühere Architekt, jetzige Rentier Stein, der lüciicralagent Fröhlich :111b bic Kaufleute Marl Frensdorf und Mar Baer in Gießen gegeben. Um nun nicht selber weitere Mittel für bie Piicumatikfabrik hergeben zu müssen, griinbctc man eine Gesellschaft mit einem angeblichen .vapital von 1 >< 1000 Mk. unb zog als Gründer noch den Bankier Jakob Grünewald hinzu. Man fnm mit jtoufmann überein, daß bic Gründer 27 Siebet beit bie Maschinen verpfändet. Doch man brauditc mehr luiib da sich bic Darmstädter Bank selbst gegen weitete Bürgschaft nicht weiter engagieren wollte, so beschloß mau. wenn alle M 11 g l i c b e r zu tiO ihrer Anteile, mit Ans nähme von ->, die nicht bürgen tvollteu, bei ber Mittel deutschen 12U000 Mk aufzunehmen unb bie Darmstädter Baut mit ber Hälfte der Summe abzufinden Rechtsanwalt Hornberger berichtete, bas; ber Konkurs schon vor einem Jahre, als sich bic Darmstädter Bank zurnckzog, ciliärt hätte warben müssen. Ein auswärtiger Bücherrevisor, der bic Verhältnisse brr Hafsia prüfte, loav ;n bent Ergebnis getommeu, daß die t'agc unhaltbar mar; er hatte sich aber bann buch bestimmen lassen, ben Ab schluß |o zu gruppieren und zu gefmltcn, wie ihn ber Dirck tor brauchte Raufmann hatte, so erklärte der Monfiu > öermalter, unter alh n Umst 1910, den Montur» beantragen müssen: hätte er dies getan, so waren den Gläubigern 63 000 Mk. erspart geblieben. Ter Konkursverwalter teilte mit, baß Direktor Mail’ mann nach seinem Vertrag bis 31 Dez. d I. sein Gehalt hätte erhalten müssen. Er habe ihn aber ivsort eutlafieu, ivcil er erstens den Konkurs nicht schon vor 6 Monaten auinclbrtc, ferner weil er einen Beamten mit 1800 Mk )ahresgeha!i engagiert hat, wozu er nicht berechtigt war, weiter auch, weil er private Darlehen und andere Schulden, mit wibcnechi iidi im Warnen ber Iirma angenammene Wechiel, bezahlt hat. Es liegen and» sonst nodi Grimbe vor, bic bie so fertige Entlassung geietzlich rechtfertigten Das Peisonal muß bis 1. Oktober, soweit es nicht früher eine anders Stelle findet, voll bezahlt werden Rechtsanivalt Hornberger ist der Ansicht, daß bic Staate- bchörde «ebenfalls Veranlassung finben wird, sich ciugchenn mit dieser Gründung und dein stonlurs der Gesellschaft zu befassen. Es sei im Verlaufe des Konkurses die Irage zn prüfen, ob bie Gründer gezwungen werden sollen, ben Grünbergewinn wieder heraus zu geben. Diese Ira gen seien mit einem Glänbigerausichuß zu beraten. Juftiuat Grün cwatd erörtert bie Rechtsgültigkeit ber Bürg sckaftsleistuug ber einzelnen Mitglieber. Er fragte an, ob alle Mitglieber bie Bürgschaft ctngegangcn seien. Der .Mon kursverwalter erklärt, daß allerdings ber Kaufmann Zrensdorf die Bürgschaft abgcleinit unb auch die Bürg sd'astsurkundc nidit unterzeichnet hat. juftijrat Grunetvald erklärt, für diesen Iall hatte das Darlehen von 120000 ‘?.'ii. bei der Mittcldeuttchen nicht anfgenommen werden dürfen, und die Bürgen konnten iidi für ben Schaben an bic Mit glieber des Aufsichtsrats halten. Er fragt an, was benn ber Aufsichtsrat überhaupt getan habe, um bas Intereste der Gesellschafter 511 wahren und vor Verlust zu schützen. Rechtsanwalt Hornberger teilt mit, daß Rentier Stein bic Die Zerstörung öes Parthenon. Aus griechischem Bvven tag: die Marmoidildiäule eines be rühnuni deutschen Mriegshewen, des vor 250 Jahren, am 8. Auguü 1661, in Emden bei Magdeburg geborenen Rcidisgrafen Mar 1 hia r von der -schnleubn r g. Er hat als kurfächi'ischei General und sväicr als venezianischer fveldmarsdiall ^ervorragenc'? Dasicmaten vcrridNet. Sein Rückzug mit der vom Schwedenkönig Karr XII. am 4. Oktober 1704 bei Punik gcidiiagcncn Armee nach Schienen und feilte Verteidigung Morins gegen das vom Sultan Achmed III. entsandte Türken Heer werden von der Mriegsgeichichlc als ausgezeichnete ^eifnlngen gepriesen. Durch die imtcnvähntc Wassciual bewutte er, bau Venedig beim Paiiarowirzer tvricbat 171h Morin unb einige andere griechi.che Inseln bclnett uiid ihm tclbit aui der Esplanade der Stobt Morfu eine Marmorbild'inle setzte, ber heute, an seinem 250. Geburtstage, der Lorbeer nidu kehlen mag. Aus den Deiikwurdigkeiieit des Marschalls n;bt hervor, daß er auch an einem sehr beklagenswerten lriegci'ichen Unternehmen tfUgcnommcn hat - der Beschießung der Akropolis von Athen -Murz mag dieser Episode, die für die Weben der Mriegedjo redn bcjcidmcnb ist, gedacht fein. Noch junger O'nzier, gehörte Sd'ijleii Inirg zu den vom Grasen Otto von .Mönigsmarck befehligten deutschen Soldnern, die 1687 mt Aiistrage Venedigs auf einer großen Ilottc unter Monimando des '.’lbimralo frvaneesto Morosini nach dem^Pelovonnes segelten, um dort die schon länger als zwe' hundert Jahre währende verrichait der birrdi den Krieg mit Lefler- reich stark bedrängten Psorte zu orecven. Jubelnd begrüßt von den nach Befreiung dürstenden Griechen, fanbeic der "Admiral im Piräus, wo damals noch jene Marinorlöweu S?üter waren, die in unseren Tagen die trotzige Wawl vor dem Arsenal der La.umen- ftadt halten. Ohne der Landung Widerstand m leisten, zog sich die schwache iurkifche Veiatzung auf die Akropolis, bie auf frei!em öelfen gelegene Burg von Athen, zurück Oben ragte noch, ziemlich gut erhalten, der Partbenon, das stolze Meisterwerk des dorischen Stils, eins der bewundernswertesten Arwitetrurwerkc ber Wett, das unter der glänzenden Herrschaft des Perikies zwischen 452 und 4.38 v. Ehr. durch Iktinos und naliikrates als Fenremycl ber jungfräulichen Arbeite ans weißem Marmor erbaut mtb von Phidias und feinen Sdnllern mit Skulpturen, glän;citben Sd-ooiungcn des griechischen Meißels, geschmückt war Seltsame Schicksale hatte der säulengetragene Bau seit dem Untergänge der Götter Griechenlands erlebt: den Christen hatte er als Marien- lempcl und den Anhängern des Propheten seit 1460 al-3 Moschee dienen müssen. Run sollte ihn noch schwereres Verhängnis treffen — die türkische Besatzung lehnte bic Ucbergabe b»r Alropolis ab, die Belagerer aber ließen als ultima ratio die Mörser und?lanoncn ipielen. Am 23. September 1687 nahm das Bombardement seinen Anfang, zunächst gegen die Propolacu, deren rechter I lüg ei ,u,Dn im Mitlclailer von den Herzögen von Athen zerstört war, um Raum für einen Palaübau zu gewimien, bann, am 26 September, gegen den Parthenon: eine Bombe durchschlug das Dach und en> zündete das unten ausgei'peichene Pulver — die Marmorblöcke wurden auseinandergcrisscn und der mittlere Teil des Säulen» bau cd zum Einsturz gebrachl. Und wahrend eine Feuersbrunst wütete und Flammeugarbcn emporsdwücn, wurde auch oas Erechthcion getroffen jmb eine seiner seck)s Uaryatiden zer irümmeri. Tic Türken verließen die Burg, in die alsbald die Sieger em zogen, um sie bis zum 4. Apn! 1668 besetzt zu hatten Manches Fragment der Skulpturen mag damals beiseite geschafft worden fein. Morosini gedachte sogar, das Gespann ber Athene aus dem Westgiebel als Trophäe nach Venedig milzunebmen, abei ber Marnwl stürzte beim Herablassen in bic Diese, au» dem Fels» Loben ber Akropolis zerschmetternd. So begnügte sich der Sieger als Trophäe mit den Marmorlöwen der Akropolis. Der ftanzöftsche Zeichner Iaeaucs Earrev, .ber 1674 als Mitglied einer von Ludwig XIV. an den Sultan Abdul Hamid I. entbotene« Gesandtschaft die Mropolis besuchte und von den Skulpturen des Var- iheiwn 21 Skizzen mit Rot- und Weiß stift zeichnete, die beute einen kostbaren Schatz int Cabinet des estampes zu Paris bilden, unb die beiden Reisenden Jacques Spon unb ("George Wheler, bie 1678 oben waren, sind ivohl die letzten gebildeten Europäer gewesen, die den Parthenon iwch in ziemlich guter Verfassung gesehen haben. 9tur bic SfuIpruTcn roaren, wie Larrey bezeugt, schon stark besd'ädigt. O. K. • — Gin französischer Spr0 chschutz0erband Aui bic Anregung cmeS der angesehensten franwsischen Journalisten, 2ldoli Aderers, Rcdalieurs beim „Temos'. hm hat sich soeben in Paris cm Ausschuß gebildet, dessen Zweck die Gründung eines Bundes der „F re n n d e d e r f r a n z ö s i s ch c n S p r a ch c" ist. Die Ausgabe d'.e'es Bundes soll darin bestehen, die sranzosiicbe Sprache gegen bic Ein'ührnng von Frerndw ör torn unb un- nüpen Neubildungen zu |d)übcn. Wie Lldercr in seinem Auftus beton:, ist seine Anregung weit entierm von jeher Feindseligkeit gegen ftemdes Wesen. Vielmehr handelt es sich darum, der weiteren Verbreitung und der Vermehrung der ilnzähligen Lnslandisd-cn Wörter und unglücklichen sprachlichen Neuschöpfungen, bic seit einer ^icihe von Jahren in den Zeitungen unb sogar in den Büchern au stauchen, rorzubcuge«. Es handelt sich hier nach der Meinung 21derers und seiner Anhänger um eine Gefahr, gegen bie schnell unb gewaltsam vorgegangen werben muß, um die Schönheit und tHcinb d.r franio’ifd?eii Sprache ju erhalten. Dichter, ttünftler irnb Hauilcuie Haben iid) sofort bem von 'Aderer ins ^ebfn gerufenen Ausschuß angeschioifen, so daß setne Anregung uimnneibat bevorüehciider Verwirklichung sicher ist. Die Franzosen haben hier also rnrt raschem Entschluß eine Arbeit in Angriff genommen, deren Notwendigkeit auch für bic deutsche Sprache in öcutfchcn Blättern immer wieder mit gewichtigen Gründen bargelegt wird. — Ein Rönterkaßcli bei Zürich Heber b:: Aus grabung des romi'chcn UancUs Irgcnhaujen oc: Zürich au' einem und befterhaltenen Bauwerkes aus römischer Zeit in der Lsn'chweiz, berichte: in dec llntid-au l?ro;. Schnltheß, der die langiährigcn Arbeiten selbst zu Ende geführt ha: Dos Aastell, ein Quadrat von 60 Meter Seitenlänge, rat 1,90 Meter stark, Wallmauei 1 aus Gußwcrk und eine meist aus Feldsteinen auigcmhiü Mauci beklcidung. An den Ecken unb in ber Mitte der Fronten springen viereckige Türme vor, die mit dem Maucliinnctcn Our di Eingänge verbunden find. Ter Muteiturm der Ostfront, der von irühernt Besitzern, die hier Schatzgröber-'i getrieben haben, mit Hilfe von Tnnamit sehr zerstört war, bildete da- Aii-gang-ior, das von »wei rechteckigen Türmen ilanfiert war Außero m stellten drei Rcbenpiorten von etwa D2 Meter Breite bie Berbindnng nach auf.en Her. Äufsalleud iind zwei Hohe Mauerschlitze mit Harfen, Gcsäll nach außen und betonierter Sohle, die als Wasscrablauie binnen, und die sich sonst nördlich bet Alpen nicht geftrnden.haben. An ber Sübcdc her- Hnftelle unb tm Südeckkurm selbst wurden erhebliche Reste ber Wohnränrne einer älteren Villa mit Heizanlage, vielie.wt and) einem Baderaum freigelegt: fie war beim Bau des Äaftells zerstört ivorden, und ihre Trümmer hatte man mit eingebaut. Die Auffindung Dieter all reu bürg.rlidien Anneouum. bic Dem militärifthen Bau hatte weichen mühen, ergab im Zn sammenhang mit einigen Münz unden, bic Möglichkeit, our ^nmo historischer Erwägungen die Zeit ber Errichtung zu bestimmen Tas .Haftel! gehörte icdcnfalls zu den Vertetb,gimgsmilogen, die von Tiollerian hinter der im ersten Jahrhundert ongelegicn Verteidigungslmie zur Veritärtung gebaut wurden, um als Sperr- fort zu dienen, wenn die Alemannen den Rhetn überfchriiten halten unb die Grenzwehr auf der Südseite deS Sttome-, ,u durckbrechirn drohten. Das am Ende oes oitltat Iahrhundens angelegte Haftel! wurde, wie die Münzen bemalen, mt bterteil Jahrhundert benutzt, gegen Ende des Iahrhuncetts aber pon den Römern aufgegeben. — Eine Bronz ebüste des August uc 1 m Briti - fchen Museum. Eme schone Bronzebüstt, die vor einige:: Monaten, von Prof Gar st an g in Mcroe im Sudan entdeckt worden ist, unb von ber man a u von einer überlebensgroßen Statue d.s Hatters Auguttus hanorN, wurde soeben vom Brintchcu Muieum erworben. — Lurze Nachrichten aus Ltunst und Wifsen- schaft. Eine italienische L per „Phädra". Ein miigec ftalicnifcher Aomponiß, Ildebraiido P i z z a i 11. der bereu» „21 Nave' von d'Annunfto in Munk gcietzt Hal, arbeit: aeg n wattig an einer £per „Phäora" nad) bet Durgodie oes». Iben Dichters. Tos Werk wird zuerst in den Vereinigten St.ictf.i und dann ent in Italien zur Aufftchrung gelangen Ein Denkmal zur Erinn-:rung an den :"kaler Sisley ist in Morct sur-Llviug. wo er lange gcleb: hat unb wo er auch ge Korben ist, enthüllt worden. Wie die anderen großen Imvi. siontsten Biffaro, Monet und Renoir, die feine Freunde war 1. blieb Sisley lange 3eit unbeachtet, während er heute ;u den anerkannten Größen Dieser Schule gehört. Seine Bilder, von ixr iimgc Mnstcrfüid. in Luxemburg hängen, schildern vor allem Den Tu ft der Landschaften von Ile-de-France. bauten überwacht hat, die Kaufmann vornehmen ließ. Der Aufsichtsrat habe sich vom Direktor Kaufmann über den band des Unternehmens täuschen lassen; er habe ihm blindlings geglaubt und anscheinend nicht selbst kontrolliert. Die Versammlung bestätigte den Rechtsanwalt Hom beiger als Konkursverwalter und wählte in den Gläubiger- ausschuß Justizrat Grünewald, und die Kaufleute Ehr. Kron und Wilhelm Domberger sowie als Ersatzmann Rechtsanwalt Kaufmann. Aus Stadt rrnd Land« Giessen, 7. August 1911» Tie Erhaltung unserer Viehbestände. Unter obiger Ueberschrift bringt das Organ der Land- Ivirtschastskammer, die hessische landwirtschaftliche Zeit- ichrift, folgenden für unsere Landwirte beachtenswerten Artikel: Tie lange anhaltende Trockenheit wird, selbst wenn sich noch bald Niederschläge einstellen sollten, für die Ernährung und Erhaltung unserer Viehbestände recht bedenkliche folgen haben. Schon jetzt mußte vielerorts das im Frühjahr gewonnene Türrsutter zur Fütterung herange- zogen werden und so werden die Futterböden, die der Regel nach im Herbst gestillt sein sollten, manche Lücken zeigen und vor Winter gar schon halb geleert sein. Grum- in ct kommt wohl überhaupt nicht dazu. Die Ernte der Wurzel- und Knollengewächse wird voraussichtlich recht knapp ausfätlcn und nur das Stroh der Halmfrüchte ist, wenn auch nicht in übergroßer Menge, in vorzüglichster Qualität in den Scheunen. Auf jeden Fall toirb, aber die geringe Futtererntc dem voraussehcndcn und vorsorgenden Landwirt die Erwägung nahe legen, seinen Vichstand den Futtervorrätcu anzupasfen. Also weniger Tiere auf- ,-sieben. imb den Bestand vielleicht auch selbst ve rrin gern luirb häufig das Loöwort sein. In einer großen Anzahl hessischer Gemeinden tut übrigens auch die Maul- und Klauenseuche das ihrige, um die kaum auf dem normalen Stand augekommenen Viehbestände wieder herunterzudrücken. Tie erste uird für den Landwirt zunächst auch fühlbarste Folge wird die sein, daß die Bi eh preise infolge des drängenderen Angebots h c r u n t e r g e d r ü ck t werden. Also schlechte Verwertung des zum Verkauf kommenden Viehs und später geringere Erträge aus dem Viehstall. Wie soll sich der Landwirt diesen Perspektiven gegenüber verhalten? Erster und maßgebenster Grundsatz muß unter diesen Verhältnissen sein, den seither gehaltenen Viehstand auch unter den bestehenden schlechten Futterverhältnissen zu erhalten. Also kein Tier abscyaffen, wenn es nicht eine unbedingte Notwendigkeit ist. Aeußerste Sparsamkeit in der Verwendung des vorhandenen Rauhfutters, vor allem des Heus, Verwendung sämtlichen Strohs, besonders des äommerstroho, zur Ernährung, äußerste Sparsamkeit in der Verwendung des Strohs zur Einstreu und Heranziehung anderer Ersatzmittel als Streumittel (Torfstreu, Wald- und Laubstreu) sind Maßnahmen, die schon jetzt ins Auge zu fassen sind. Allerdings müssen, um die Futterration infolge der Beifütterung nicht zu eiweiß- und stärkemehlarm zu machen, mehr Krastsuttermittel als wie in normalen fahren zugetauft werden. Immerhin dürfen aber die hierfür gebrachten Opfer geringer sein, als wie die Verluste, die durch eine forcierte und übergroße Verringerung des Viehbestandes dem Landrvirt erwachsen. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß eine, vielleicht sogar zurzeit noch übereilt vorgenommene Verringerung der Viehbestände einen Preissturz, später aber wieder eine starke Preiserhöhung zur Folge haben muß. Auch volkswirtschaftlich sind solche rapiden Aenderungen weder gesund noch für die Landwirtschaft erwünscht. Wir befinden uns zurzeit immer noch in einer Zeit des Jahres, in der das Pflanzenwachstum noch reichliche Stoff- mengen produzieren kann, wenn bald Regen eintritt. Mit dieser Möglichkeit muß der Lcurdwirt rechnen, solange dies 'nur irgend möglich ist. Er mutz daher nach dieser Richtung hin seine Vorbereitungen treffen, also Vorarbeiten. Ter Anbau von Stoppelsrüchten zur Beschaffung von Futtermitteln im Herbst und für das nächste Frühjahr sind daher Maßnahmen, die jeder Landwirt heute täglich im Auge behalten muß. * " Ruhestandsversetzung. Der Lokomotivführer Karl Hilgärtner zu Nidda wurde auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. ** Das Kaiser-Wilhelm-Regiment hält am Freitag im Gelände bei Rechtenbach, Lützellinden und Münchholzhausen sein Scharfschießen ab. ** Tie Erneuerung der Lose zur zweiten Klasse muß bei Verlust des Anrechts bis zum 7. August 1911 abends 6 Uhr bei dem zuständigen Einnehmer geschehen. ** Ter H a s s i a b c z i r f G ieße n hielt gestern im Lenz- schen Felsenkeller seinen Bczirlstag ab, der stark besucht war. Reu aufgerwmmen wurde der Verein ehemaliger 116 er in Gießen. Nach dem Bericht des Bezirrsvorstehers wurde einstimmig beschlossen, dem verunglückten Kameraden Hamann in Biebesheim eine größere Summe aus den Bezirksbeürägen zu spenden. Dazu wurde noch eine Sammlung veranstaltet, so daß 135 Mark zusammengebracht wurden. Ter A n t r a g des Vereins Klein- Li n d e n , die Bezirksvereine möchten tunlichst die Kriegsveteranen durch Erlassung der Vereins-Beiträge und Errichtung von Ehrentafeln ehren, wurde den Vereinen empfohlen. Tas Bezirksfest für 1912 erhielt Allendors a. d. Lahn. Die Mitteilung, daß in der Gießener Lesehalle ein Buch von Füsilier Fischer offen läge, das an den heslischen Kriegern von 1870/71 kein gutes Haar ließe, wurde lebhaft besprochen. Es sollen Schritte zur Beseitigung des Buches getan werden. Der seitherige Bezirksvorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. ** Die Herbstzeitlose blüht wie der Huflattich vor dem oberirdischen Erscheinen der Blätter, nur mit dem Unterschiede, daß die Blüte bereits im Herbst erfolgt, während die Laubblätter erst im nächsten Frühjahr über die Erde treten. Untersucht man die verdickte unterirdische Achse, d. h. die Knolle, zur Blütezeit genauer, so findet man, daß sie aus zwei Teilen besteht, einer großen, dicken Hauptknolle, welche die Basis des im vorigen Herbst blühenden Triebes darstellt und als Reservestoffbehälter für eine viel kleinere aus ihrer Basis entsprungene Knolle dient. Diese letztere ist zur Blütezeit noch ganz dünn, trägt einige schuppenförmige Nebenblätter, einige ganz kurze, noch nicht über die Erde tretende Laubblätter und in deren Achsen die langröhrigen, rosaroten Blüten. Im nächsten Frühjahr schwillt die junge Knolle an, ihre Laubblätter und der unterste Teil des letzt die Kapsel tragenden Blütenstieles strecken sich, so daß Laub- blätter und Kapsel über die Erde kommen, man meint, die Frucht tarne vor der Blüte. Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders die Samen, die Blätter scheinen in getrocknetem Zustande weniger schädlich. Auch bei der Herbstzeitlose empfiehlt sich Erzeugung eines dichten Bestandes von Kulturpflanzen, in diesem Falle also der Gräser, da sie nur auf feuchten Wiesen vorkommt, Ist sie zücht zu häufig so kann man die Knolle, welche 2 bis 15 Zoll tief liegt, mit einem spitzen Rundeisenstabe durchstechen. Am einfachsten ist das Absammeln der Blüten durch Kinder, aber zur Vertilgung ganz ungenügend. Landkreis Gießen. — Lollar, 7. Aug. Gemeinderatssitzung vom 5. Aug. d. Js. Anwesend sind: Bürgermeister Schmidt, die Gemeinderäte Ringleb, Forbach, Back, Schupp, Schmitt, Römer und Hofmann. Ein von Ludw. Bierau V. eingebrachtes Baugesuch war in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt worden, da das fragliche Grundstück außerhalb des OrtsbauplanS gelegen ist. Auf die heute vorliegende zweite Eingabe bemerkt der Vorsitzende, daß nach Lage der Sache auch jetzt dem Gesuch nicht stattgegeben werden kann, da man nach Ablehnung ähnlicher Gesuche hier keine Ausnahme machen dürfe. Gemeinderat Forbach beantragt, den Ortsbauplan bis zu dem betr. Grundstück zu erweitern. Gemeinderat Römer ist gegen die Erweiterung nach dieser Richtung, man solle den Ort nicht zu sehr in die Länge ziehen, sondern mehr in die Breite bauen. Die Versammlung beschließt, den Punkt zu vertagen und den Antrag Forbach auf die nächste Tagesordnung zu setzen, da nach Ansicht des Gemeindcrats Ringleb die Genehmigung des Gesuches erst nach vorhandener Mehrheit für die Erweiterung deS Ortsbauplanes erfolgen kann. — die Ausbesserung des Lumdasteges unterhalb der Eisenbahnbrücke wird an die Baukonnnission verwiesen unb diese ermächtigt, nach vorheriger Besichtigung die Vergebung der Arbeit zu erledigen. — Die Beschaffung eines Arrestlokales wird vertagt, da sie, nachdem verschiedene Räume in Vorschlag gebracht wurden, durch die Baukommission besichtigt werden sollen. — Zu der Erneuerung des LumdastegeS an der Bleichstraße empfiehlt der Vorsitzende die Verwendung zweier alter, von einem früheren Steg herrührender eiserner Träger, wodurch die Sache mit geringen Kosten verknüpft sei. Die Versammlung beschließt demgemäß und verweist auch dieses an die Kommission. Kreis Büdingen. H. Büdingen, 6. Aug. Am Samstag, den 5. Aug., hatte Fürst Wolfgang die Büdinger Schützengesell, schäft zu einen, Preisschieben in das Jägertal eingeladen. Der Einladung waren etwa 50 Schützen gefolgt. Geschaffen wurde auf Ring- und Wildscheibe. Den vom Fürsten gestifteten Preis (ein Reffekoffer) gewann August Meuser. — Am 27. August d. I. wird der Gau Frankfurt a. M. der deutschen Tnrnerschaft unter Führung deZ Professors Bender emc Turn fahrt nach Büdingen unternehmen. Bis jetzt sind beim hiesigen Turnverein etwa 500 Teilnehmer angemeldet. (?) Lindheim, 5. Aug. Die Erweilerungsbauarbeiten an der hiesigen landwirtschaftlichen HaushaltungS- schule sind vollendet; heute fand die Einweihung der neuen Räumlichkeiten in feierlicher Weise statt. Nachdem der stellvertretende Vorsitzende der LandmirtschaftSkammer für das Großherzogtum Hessen, Landtagsabg. Bähr, die erschienenen Gäste begrüßt hatte, hielt Pfarrer Bär die Weiherede. Hierauf erfolgte die Uebergabe der Anstalt an die Landwirtschaftskammer durch Bürgermeister Lipp. Ansprachen wurden ferner noch von Landesökonomierat Müller (Darmstadt), Oekonomie- rat Westernacher (Lindheim) und Landwirt Breitenbach (Dorheim) gehalten. Im Anschluß an die EmweihungS- feierlichketten erfolgte die Aufnahme der Schülerinnen des neuen Kurses, der von 21 Mädchen besucht wird. Die Besichtigung der neuen Räumlichkeiten und eine Bewirtung der Anwesenden mit Kaffee und Kuchen bildeten den Abschluß der Feier. Hessen-Nassau. △ Fellingshausen, 6. Aug. Mit dein 1. Oktober siedelt Lehrer Feix nach Hermannstem über, wo er eniftiimntg tue bte erledigte Hauptlehrerstelle gewählt wurde. Nack) einer 11 jährigen Wirksamkeit sieht die Gememde den tüchtigen Lehrer höchst ungern scheiden. Lehrer Meuz - Hermannstetn tritt mit bem 1. Oktober in den Ruhestand. Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen oom 29. Juli bis 4. Augtisl 1911. Kreis: Am 29. Juli waren verseucht: Vom 29. Juli bis 4. Aug. sind neu verseucht : Vom 2V. Juli bis 4.jUug. ist die Seuche erloschen m: Darmstadt . —— — — Bensheim . Schwanheim, Fehlheim, Bensheim — — Dieburg . . —— — — Erbach . . . — — — Groß-Gerau Biebesheim, Tornheim, Erselden, Leeheim, Trebur, Nauheim Wimpfen, Viernheim — — Heppenheim — — Offenbach. . Dietesheim Sprendlingen , Rumpenheim, Dudenhosen Mühlheim - Gießen . . . Ettingshausen, Holzheim, Ober-Hörgern, Bettenhausen — — Alsseld . . . — — —— Büdingen. . Hitzkirchen, Bös-Gesäß — — Friedberg . Torletweil, Harhetm, Klein-Karben, Gam- bach, Heldenbergen Al ünzenberg, Wohnbach Harheim Lauterbach. — — — Schotten . . — — — Alainz . . . — — — Alzey.... Wendelsheim, Weinheim — Wendelsheim Bingen . . . — — — Oppenheim Bechtolsheim, Nackenheim — — Worms. . . Talheim, Mörstadt, Eich — — (5crid)tsfaaL Danzig, 5. Aug. Ter ehemalige Wirtschm'tSeleve van de Velde, der am 21. Februar 1909 den RechnungSsührer Ehlert in einen, Eisendahnkonpee ermordet und beraubt hatte und der zum Tode verurteilt worden ivar, ist vom König zu lebens- länglich er Zuchthaus st rase begnadigt worden. Sport« v Frankfurt a. M., 5 August. Der 28. Bundestag des Deutschen R a d s a h r e r b u n b e § hielt am Donnerstag und Freitag seine internen Beratungen ab. Ter Sonnabend wurde emgcteitet durch ein offizielles Feil im Kaisersaal des Römers. Bürgermeister ü) r i m in hielt die Begrüßungsansprache und hieß int Namen der Stadt Franksnrt die Gäste herzlich willkommen. Ter Bundesoor'itzende Böckling aus Essen dankte für den Herz, liehen Empfang, hierauf wurde das Bmrdesbanner an den Vorsitzenden des Festes übergeben. Ein Chor bildete den Beschluß der Feier, der sich ein von der Stadt Frankfurt veranstaltetes Frühstück anschloß. Frankfurt a. M., 6. Aug. Anläßlich des 28. R a d s a h r er- bundestaaes fand heute mittag 12 Uhr ein a ro ß e^r Festzug durch die Stadt, von Sachsenhausen auS nach dem Zeltplatz, statt, an dem sich zirka 100 cmswärttge und Frankmrter Radiahrervereine, die Frankfurter Krieger-, Turner-, Ruder-, Gesang- und verschiedene gesettschastliche Vereine beteiligten. Der etwa 10 Kilometer lange Festzug wies u. a. zahlreiche, prächtig geschmückte Festwagen auf. Tie Frankfurter, Darmstädter und Wiesbadener Vereine schlossen sich nut einem Blnmenkorso an. Massenverhaftungen wegen Iuwelendiebstähle. Königswusterhausen, 6. Aug. In der nahe gelegenen Ortschaft Ziegen hals wurden 2 0 Bewohner unter dem Verdachte verhaftet, an den ^uwclendieb- stählen in der Potsdamer Straße in Berlin beteiligt zu sein. Ueber die Massenverhaftungen wird noch berichtet: Am Freitag abend begaben sich 150 Kriminalbeamte aus Berlin, Charlottcnburg, Schöneberg und Rtxdorf unter Führung des Mixdorfer Polizeipräsidenten nach Ziegen hals. Um 2.30 Uhr morgens wurde das Dorf umstellt. Nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Sommerfrischler mußten aus ihren Betten heraus und der Polizei Rede stehen. I e d e s H a u s u n d j e d e s Z i m m e r w u r d e d u r ch s u ch t. Das verdächtigste Haus, eine „Villa", in welches nur Dirnen, Zuhälter unb Ein brecher zur Sommerfrische kamen, wurde allein mit 80 Bc amten umstellt und zehn L o g i e r g ä st e f e st g e n o m - m e n. Tie Haussuchung förderte mehrere K a r t o n s u n b Koffer mit Juwelen, Goldsachen unb Uhren zutage. Um 7 Uhr war die erste Arbeit der Polizei bc- endet; verhaftet wurden im ganzen 20 Per- sonen, davon wurden sieben wieder freige- lassen. Tie in Haft behaltenen 13 sind sämtlich „schwere Jungen"; sic sowie die beschlagnahmten Sachen wurden mit ALotorboot nach Berlin gebracht. Ob die Gegen stände aus der Potsdamer Straße gestohlen worden sind, ist noch nicht festgestellt. Berlin,«. Aug. Den Morgenblättern zufolge wurden die in dem Dorfe Ziegcnhals verhafteten 13 Personen nach eingehendem Verhör sämtlich wieder sreigelassen, da sie nachwiesen, daß sie augenblicklich nichts auf dem Kerbholz hatten; sie bewiesen, daß die bei ihnen gefundenen Kostbarkeiten in rechtmäßiger Weise in ihren Besitz gelangt sind. * Dresden, 5. Aug. Ter hiesigen Kriminalpolizei gelang es, vier Einbrecher b c z w. Hehler f e st z u n e h m c n , die vor kurzem aus einem in der Nahe des Kgl. Residenzschlosies belegenen I ltw e l l> n g e s ck a f t Sckmucksachen im Werte von 30 — 40000 Mark geraubt hatten. Märkte. io. Frankfurt a. M., 7. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gieß. 2ln}.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchlmarktpreisc. Weizen (hiesiger, SDlt 21.0U—OO.Oo, Kurhessischer Mt. 21.00-00.00, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Alk. 16.7S-00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 20.00 bis Mk. 21.00, Gerste, Franken, Psälzer, Ried Alk. 20.00—21.00, Haser Mk. 17.50—18.50, Mcüs Alk. 15.60—16.75, Weizenmehl U Alk. 30.50—30.75, Weizenmehl 1 Alk. 28.50—28.75, Weizenmehl HI Mk. 25.60—25.«6, Roggenmehl 0 Mk. 26.26—26.75, Roggenmehl 0/1 Alt. 24.25—24.75, Roggeuwehl I Alk. 23.26-23.75, Weizeukleie Alk. 11,00-11/25. WeizemchcUen Alk. 10,76—11.00, Roggeukleie Alk. 11.26—11.50, Malzkeune Alk. 12.00—12.25, Biertreber 13.00—13.25, RapS 27.0u bis 27.60. Alles ver 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. 9)1., 7. Ang. (Crig.-Xcicgr. deü „Gicj;. Anzeigers".) K a r t o \ \ e l m a r £ t. .Ulan notierte : Kartossein (neue) m Waggons Alk. 9.50—lO.oO, unKleinhandel Atk. 11.00—12.00 dir je 100 Kg. ic. Frankfurt a.M. Vieh h ss- Al arkr b e rt d) t vorn 7. Aug. Austrieb: 107- Rinder, darunter 378 Ochsen, 25 Bullen, 66o Kühe und Färsen, 270 Kälber, 143 Schafe, 1838 Schweine. Tendenz. Rinder, Kälber, cchaie und Schweine zeitig geräumt. Preis für 100 Psd. Lebend- Schlachtgeivichi 68.00-70.00 53.00 —55.0) 67.00—69.0) 53.00—54.0) 66.0)-69.00 52.00—55.00 67.00-69.00 52.00—54.00 wenig gut entwickelte Färsen . . . . ältere ausgemäsiete Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen . Gering genährte Kühe und Färsen . . K u l p e r. Fernste Alastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber . Geringere Alasi- und gute Saugkälber Schal c. Stallinastschase: Mastlämmer uno jüngere Masthammel Schweine. Vollftetschige Schweme von 80-100 k» Lebendgewicht . . . PoUsleljchlge Schweine unter 80 kz Lebendgewicht Vollsleischige Schweine von 100—120k‘o- Lebendgewicht ° Vollsleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht....... L ch j c ii Vollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre all • . die noch nicht gezogen haben (ungejochte, Jnnge fleischige, nicht ansgemäslcle unb ältere ausgemästele Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Bullen. DoUfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. Vollsleischige, jüngere Färsen, K ü h c. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtiv. Vollfteijchige ausgemäsieteKühe hochsteu^chlacht- merteS bis zu 7 Jahren Ml. Mk. 50—56 91-97 60—64 91—95 45—49 81-89 40-44 74-81 43—48 71-80 00—47 66-70 42—48 75—86 42-47 78-84 35—40 67—77 37-42 69-78 30—36 60-70 24—27 aö—61 56-60 93-100 51—56 86-93 46—50 78-85 42-00 88-00 Verantwortlich für „Aus Stadt unb Land" i. V.: K. Neurath. Müüer'fche ÖGOcanitüü. Waj > erwärme der Lahn a m 7. A u g u st: -0° ß. Was isst man bei der Hitze? Kalten Hansa-Pndding ’ s- ’ Hama Puddingpulver. Höchst erfrisch, u. nahrh.! llcbcrallcrOälti AVerausdruckl.„echt Hania"verl. Nährnultelfabr.,.Hansa'OHamburw' Türk. Tabak-& Cigaretten-Fabrik „Kios" o E. Robert ßöhme, Dresden. 1 -CIGARETTE 2i &.