Nr. 286 Erschein! tSgllch mb Au»nahme bei Bomrtdgk General-Anzeiger für Oberhessen i r 7H6 am 9. Dezember dS. Js. erbeten werden kann, der An klopfen, hinschicken können. erfolgen Kühen des Publikums beschleunigt. K. a hierdurch «" rstß'm •stein i Gießen werden über Vacha—Fulda — Gießen 836,u km atwurst wurst ttwurst über Vacha—Hulda —(Rieben 507,6 km über Vacha —Fulda ist daS Robiirg n,*h, Mk. n über Vacha—Fulda —(hießen 397,8 km Ü W alit&ten :: 8im lSer>hei!: Käse :e Käse Doch nicht mit Gewalt hätte müssen, vielmehr gan; in Dienstag, 5. Dezember IW Rotationsdruck und Verlag der vrüblich« UnuHrfuätt - Cncb- und €tembrutfettL Ä. Langs, Sieben. kürzer über Vacha — Fulda-Gießen: kürzer über Vacha — oulda—(hieven: 47,8 km kurzer über Vacha j3,3 km kurzer über Vacha —Fulda—Gießen; A km Neda'non ErvedMon und Druckerei: Sckul- ftroße 7. iirvedinon und vertag: Rebafiiorce^^ 112. r«l.-Ad^Anze»gerGietzen. Die ,,-letzeaer StmilleablStter“ werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich delg-kegt. das „Kreiiblfltl für den Krell Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschastllche» -eit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Zellpunkt brauchte nicht angegeben m Betracht kommenden VerleHrSinteressen der Stadt lind von Lberhessen m kioburg unschwer vertreten können. WaS diese VerleHrSinteressen selbst betrifft so mcnique, was aus der Jnteicssentenversanimlnng in die Besitzergreifung aller Ruhe, ein Line Maroitoveriammlung. Gießen ö. Dezember. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden sprach am gciiri- efen 2tbcnd in Steins Garten in einer von der Lrtsgrupve Gießen des AUdcutschen Verbands einberufenen öfsemlichcn Versammlung Srofcifov Tr. Richard Graf du M o u l i n - E ck a r i München iber die Marotiovolitik, die er deutscherseits für vollständig vcr- Ichlt hält. Er füyrte aus, wie in den letzten Jahrzehnten das deutsche Prestige im Ausland immer mehr gelitten habe und ist Ler weiteren Ansicht, daß es kaum anders als durch einen itueg zu werden, die Besiedelung konnte allmählich vor sich gehen, io bap, uns das von selbft juiuiicn mußte. Lioer untere Diplomaten waren niemals onciuicrt gewesen. England, Frankreich und Italien machen sich gegenteilige Zugeständnisse, und erst Jahre lang darnach werden diese Verträge seilens Italiens dem befreundeten Teutschland mitgeteilt. Seil der Algeciras- konserenz, wo England tapfer am der Seite Frankreichs stand und Italien sich eine Extratour mit Frankreich erlaubte, hat Frankreich Tag für Tag diese Akte gebrochen, und Teutschland hat ruhig -ugeiehen. Durch den folgeschwcrcn F-coruaroertvag gingen wir immer vorwärts mit den Franzosen. Toch wir können allen den Böllern nicht bös sein, sie hiben eigene Politik getrieben und unsere Tiplomaten haben alles getan, was für das Ausland nur gut war. Am 1. Juli wurde dann plötzlich btc Welt von der Tatsacke überrascht, daß das deutsche Panzerschiff „Panther" vor Agadir liegt, Ter kaiier abrvesend, Leer und Marine unoerbcreilet, so sahen wir uns plötzlich am Vorabend eines drohenden Krieges. Frankreich wendet sich an seinen englischen Freund, der tritt in die Bresche, droht sogar, und das deutsche Voll steckt ruhig die Trohung ein. Frankreich halle den ftxieg nicht gewagt und England auch nicht, denn sie wußten nicht, auf welcher Seite der Erfolg ist. Liegt es da nicht nahe, auf das Jahr 180.5 aufmerksam zu macken, dem ein Jahr später ein Jena folgte? Tie schwarze Gefahr ist nicht so ohne werteres von der fcanb zu weben. Turch Einführung der allgemeinen Wehrpnicht können 400 OüO Mann aus der Kolonie im Norden Afrikas gezogen werden, und man weiß, daß die Bcrdersiämme tapfere Soldaten liefern. Tas durch die Kaiserreise nach Tanger geprägte Wort von der offenen Tür, sowie dem Schutze, der dem Sultan von Marokko, ivie überhaupt den 300 Millionen werden soll, lut durch den Marokkovertrag lehr starte Einbuße erlitten uiis das von Frankreich an Teutfch- land aLgetretene Kongogebiet ist ein sehr geringwertiger, frag- lieber Ersatz für die in Marokko vreisgegebenen Rechte. Ter lKebner schloß: Aber in dem deutschen Volt liegt immer noch ein starker, g^under item von ungeheurer Äraft, die nicht verloren geht. Clnstweilen kann Germania ihr Hauvt noch verhüllen, aber aus dem Lckleier stehen die Worte: Wer soll leben? T^s bcutime Poll soll leben! Unter andauerndem Bei'all schloß der Borsiyende die Versammlung. Mainz Prell M'ttwo« ■Supp* fleisch U' I I kt-Anzeigt -Markt in Sikhn' LI PllWi i "Nach dem Ergebnis dieses Vergleichs muffen Vei- binbungszüge LtchlenfelS — Meiningen — Vacha — Fulda— Giefzen angebracht erscheinen. Eine Schwierigkeit, das 'Jiäl)crc dazu zu veranlassen, besland bisher darin, daß keine Handelskammer, der ja fönst diese Ausgabe zufallen würde, auf dem ganzen Gebiet von Gießen bis LichtenselS zuständig iit. Tieie Schwierigkeit ist durch die Liebenswürdigkeit des Präsidenten der Eisenbahndircktion Erfurt, lluidecmann, beseitigt, welcher nach dem Bericht der Torfzeltung auf den 9. Dezember 1911 nach lloburg eine Jnterefsentenversammlung zur Beratung des Etsenbahnsahrplans einberustn hat. Hier ist die Möglichkeit gegeben, auch solche VerleHrSinteressen, Verkehrs- interesseii iveilerer ftrctfe und verfchicdener Staaten, zu vertreten, für die eine offizielle Vertretung noch nicht vorhanden Hl. Wenigstens auf schriftlichem Wege dürften die hier mit Sparsamkeit im Staatshaushalt. Man schreibt uns: Im Königreiche Sachsen scheinen Maßltahmen gehofft n zu werden, die eine wesentliche Ukreuiiaaiung des Geschäftsbetriebs bei den Amtsgerichten und dadurch eine Ersparnis zur Folge haben. In der Thronrede, mit der S. Majestät der König von Sachsen am 9. November den sächf. Landtag eröffnete, findet sich folgende Stelle: „Tas Beurlundungsweseu bei den Amtsgerichten soll durch Erweiterung der ZustänDigieit der Gcrichtsfchrciber in dem Maße, als es die Reichsgc>etzgcbuua zulaßt, aut eine breitere Grundlage gestellt werden Zu dem Zwecke ivird Ihnen ein Entwurf zur Aenderung des Ausmhrungsgcsetzcs über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterbreitet." Die konservative Fraktion hat weiter folgenden Antrag (Landgerichtsrat Mangler und Gen.) im Landtage ein- gebracht: Die Kammer wolle beschließen, die Kgl. Staatsregierung zu ersuchen: 1. der Standeversammlung einen Gcsctz.'sciUwurf vorzulegen, der ui Aiischunq der im Gebiet des Königreichs Sachsen gelegenen Grundstücke bestimmt a) daß für die Beurkundung bed im g 313 BGB. bezeichneten Vertrags, sowie für die nach § 873 Abs. 2 BGB. zur Bindung der Beteiligten erforderliche Beurkundung der Erklärungen außer den Gerichteit und Notaren auch die Ge- richtSschreibcr zuständig sind, b) daß die Einigung der Parleicn in den Fällen der §§ 925, 1015 BGB. auch vor den Gcrichtsschreibern erklärt werden kann, 2. zu erwägen, daß für gewisse Fälle neben den Richtern auch die Gerichtsschreiber ju Grundbuchbeamten bestellt werden können. (Ein früherer türkischer Minister über die Kriegslage. Berlin, 5. Tcz. Ter frühere türkische Minister Mahmud M o u k h t a r, der gestern im Berliner Hotel Adler" von vier Zeitttngsbcrichierstaltcrn gefragt wurde, üußerte sich nach einem Bericht des „Berliner Tageblattes" Über die Kriegslage: Wir Türken können mit der augenblicklichen Kriegslage durch- fcu8 zufrieden fein, die Nachrichten lauten für uns sehr günstig. Immer mehr Stämme stoßen aus T r i p o 111 a n i e n zu unseren Truppen, die Kampfessreudigkeit steigt täglich. Unsere Taktik in Tripolis muß daraus bestehen, daß wir die elementaren Waturfräfte, die unsere Bundesgenossen sind, ausnützeu. Zn diesem Zwecke wäre ein Rückmarsch unserer Truppen in das Innere von Tripolis erwünscht. Wir würden uns sein freuen, wenn die Italiener es unternehmen würden, in die T a r b a n e 11 e n hineinzufahren, ein Eindringen wäre ohne den Verlust des größten Teils ihrer Flotte kaum möglich und die Schiffe, die die Tnrchfahrt erzwangen, dursten schwerlich wieder aus den Dardanellen herauskommen. Ich glaube, daß der Krieg noch lange dauern wird, solange, bis tr zu unseren Gunsten entschieden ist. Heber den Zweck ,etner R e 11 c äußerte der General: Ich bin lediglich im Jrlleresse einer erkrankten Verwandten, die in Berlin operiert wird, hierhergelommen. Ich habe keinen Auftrag, in Teutschland Kriegsschiffe oder Kriegsmaterial für die Türkei anzukaufen. Ter Vertreter der „Bofsischen Zerrung" fragte Moukh- tar, wie die Türkei die Haltung Deutschlands im Kriege beurteile. Der Offizier ertlärte herb: Wir find jetzt überzeugt, daß wir von Deutschland nichts mehr zu erwarten haben. Wir werden uns am Ende des Krieges einer neuen politischen Gruppierung gegenübersehen. Wenn wir England als ^reund zur &eite gehabt hatten, wäre alles anders gekommen. Beschießung Tagiuras. Tripolis, 4. Dez. (Agence Haoas.) Tas Linienschiff „Re Umberto" hat mit der Beschießung Tagiuras begonnen, nachdem ein Torpedoboot in seiner Begleitung einen Drachenballon von Tripolis dorthin geschleppt hatte. Ein türkischer Angriff bei Ben Ghafi. Ben Ghasi, 4. Tez. Agenzia Stefani. In der lebten Nacht griff der Feind eine der italienisch en Schanzen an und versuchte sie zu umgehen. In einem Augenblick wurde das Feuer aus färntiiaien Schanzen eröffnet und der Feind mir schweren Vertu ft en zurück g e w o r f e n, doch war es einigen Arabern gelungen, bis dicht an die Schanzen heranzukommen. Tie Italiener hatten drei Tote und fünf Verwundete. 11 * wieder gewonnen werden könne. Tas sei der Erfolg ober besser Mißerfolg der deutschen Diplomatie feit ben 90 er Jahren. Ta müsse das deutsche Volk zeigen, daß die seitherige Politik versagt habe und daß wir eine Vertretung nach außen verlangen, die der Würde des Reiches entspreche. Teutschland stehe allein, auf Italien sei tein Vetiaß und von Oesterreich sei nach den neuesten Erösinungen Achrentha.s nichts zu erwarten linier diesen Um- standen b.eibe nichts übrig, als an sich zu beulen und sich aus seine eigene Kraft zu stutzen. Wenn der durch Bismarck zu Ehren und Ansehen gekommene beutfche Name noch einen guten Miang habe, so fei dies keineswegs bas Verdienst unserer Tivl0' malen, denn diese hatten seit 1390 immer versagt, die letzten 21 Jahre seien politisch betrachtet eine ungeheure Niederlage des deutschen Volks gewesen. Es fehle in Teutichland an der politischen Schulung, nicht bloß der leitenden Kreise, auch des Bolls Tann feien uns die Engländer bebeuteno überlegen, von ihnen müßten wir lernen. Was nun die Matokkopoliiii' anbetriitt, fuhr der Redner fort, so berufe man sich so gern auf ein Wort Bismarcks, das er dem Vertreter Frankreichs gegenüber bei den Verhandlungen wegen Abtretung Elfatz- LothringenS an Teutfchlanb geäußert hat: „galten Sie sich schadlos durch Gründung von itoloniin". Tie Franzosen, denen man lange Zeit die Fähigkeit der Melonn'ation ab.prechen m.llte, haben dieses Wort Bismarcks e.ngcloit und treu erfüllt. Mada- gasiar ist eine glänzende Eroberung gewesen, und heute scpon fpricht man in Frankreich von „un.erein Nüücrrcid) in Noroasrua", wo man einen Kolonialbesitz von 10 Million Quadratkilometern gewonnen hat. Von ben Engländern aus Aegypten verdrängt, entschädigten sie sich durch Die Erweroungen im Westen Afrikas, es fehlte nur noch Marotta, dieser Diamant im schönen Schmucke, und der ist ihnen jetzt von uns geschenll worden. Es fet ganz eigenartig, wte die Marolloirage bei uns und in Franlreich fick entwickelt hat. Tie Franzosen fetzen fick privaterseits in Marollo fest, die Teputierten beschäftigen sich mit Marolko, und nun kommt Der Staat, schützt feine Leute und legt seine Land auf das Land. Für Teutichland lagen die Verhaltnisie genau gerade so, aber wenn es daraus anfommt, Die Deutschen Pioniere zu schützen, Da ocriagt Der Staat, uni ja nicht bei anDeren Staaten anzuftotzen. So hat England zuerst Die ostindische Kompagnie arbeiten lassen, sie Dann unterstützt und zuletzt in ziemlich rücksichtsloser Weise abgelöst. Tie für TentschlanD güni.ige Gelegenheit, sich in Marolko, Denen ungemeine wirts^astlime Be- Deutung von dem All Deutschen VerbanD jederzeit hervorgehoben wurde und heute nicht meyr bestritten wird, festzusetzen, ließ man ungenützt vorub.rgehen. Im Jahre 1901 hat Frankreich an Teutschland das Am innen genellt, Marolko zu teilen, 19u2 wurde das Ansinnen wiederholt. Nach Dem Stur; Telcas.es war Minister Rouvier bered, mit uns zu paktieren. Warum ist man nicht Darauf eingegangen? Man wußte doch, baß unser deutsches Volk Neulano braucht, wo es feinen Menschettüberschuß in klimatisch günstigen Landern anfiebein kann. Es entipricht keineswegs Der Wirklichkeit, wenn man vorgibt. Die Sonne scheine Dort zu heiß, oDer Teutschland habe überhaupt kein Bedürfnis, seine Bauern sonstwo zur Ansiedelung zu veranlassen, da Die LanDwirtschast trcrbcnDe Bevölterung an Zahl zurückgehe. Tie Statistik lehrt, Daß Die AbwanDerung in Die StaDt in die Fabrik hinströmt. Jedenfalls aber hatte man die aus Rußland kommenden 100 000 Bauern, die an die Tür lärimntentbal — Hagen: über Würz- infoiern als ein prattisches Geschenk erwies, daß ue nach einem :kundgar das stattliche Sümmchen von 3ü Mark enihiei: Ss oc. ; ten Ansprachen mit -Lefang- und .QlatiiercoriugLr. . j;u )u schnell icblug bie Ab sc.' hs stunde ! / m Monc schein zogen die Teilnehmer über die gefrorenen uno teilweise verschneiten Bcrghänge nach allen Windrichtungen der Heimat wieider zu. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Ein hartnäckiger Sing ( In Griedel waren zwei Familien i 90—93 50 91 86—90 49 88 45—47 81—85 46 83 48 85 43 76 I 80—86 76—78 39-40 39 77 62—68 49 62 62—63 49 62 60-61 47 60 47l/,48K 61-62 gewlcht 48 61 Kavon6eife / eine von Die Kavon-Seife wird nach einem ganz neuen Verfahren gewonnen. Bekanntlich find die Seife«, die o-/* Kavon-Werke Dresden 63 60 56 50 37 31 105 101 93 83 69 60 46 41 77 69 Preis pro Stück 20 Pf Jetzt überall erhältlich neuartige Haushallseife fabelhafter Waschkraft. 75—30 67—72 und mit ver? am 3. . 3. . 45—48 . 40-43 MB nährte ältere . Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten »v ch a is. Weidemastschafe . Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Zur Aufklärung über die Herftellung von Palmin! Gießener Strafkammer. Gießen, 1. !Dez. Es beliebt vielfad) noch die HnQcbt, Palmin lei ein aus verlebtedenen Fetten zu» Lammengeletztes Kunftprodukt,das irgend welche unbekannten 2ulätze oder Bei* mifebungen enthalte. Obwohl fchon der überaus reine Oe» fchmack des Palmin erkennen läßt, daß diele Hnfchauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Mißverftändniffe zu befeitigen: Palmin ift abfolut reines Pflanzenfett und beftebt einzig und allein aus dem febr fettreichen Fleifcb der Kokosnuß; es wird daraus durch Prellung und Reinigung gewonnen und weift keinerlei Zutäfte irgend eines anderen Stoffes auf (auch kein Waller), enthält vielmehr 100% reines Fett. Palmin ift neuerdings auch welch (fcbmalzähnlicb) zu haben. H. Scblinck & Cie. H.-O. Lebendgewicht ... ... . 48l/,-49^ VoUsteijchige Schweine über 3 Zentner Lebendge>vicht 481/a-491/a VoUfleischige Schweine über 2*/, Zentner Lebendgeivicht ... 46X-471/, fleischige Schweine unter 80 kg Lebend- SÄ ■ ■ indter zuv^ Schwurgericht. Gießen, 5. Dezember, Tätliche Beleidigung. Gestern verhandelte das Schwurgericht einen Fall, mit dem ftch das Schöffengericht Büdingen vorher schon beschäftigt hatte. Diesem war, wie der Vorsitzende, Landgerichtsrat Schudt, mitteilte, der Fall als tätliche Beleidigung überwiesen worden.^ Es mußte seine Unzuständigkeit erklären, weil es sich um ein Sitt- lichkeitsverbrechen handelt und hierfür das Schwurgericht zuständig ist. Angeklagt aus § 176 Abs. I des StrG. war der 24 Jahre alte noch unbestrafte Glasmacher Otto Müller von Büdingen. Er soll in der Nacht vom 30. bis 31. August auf dem Wege von Rinderbügen nach Büdingen an der noch nicht ganz 16 Jahre allein Karoline Koch, mit der er an einem Tanzvergnügen teilgenommen hatte, mit Gewalt unzüchtige Handlungen begangen haben. Tie Anklage vertrat Gerichtsasses!or Neuroth. Tie Verteidigung führte Rechtsanwalt Müller. Tie Verhandlung, die unter Ausschluß der Oefsentlichkeit geführt wurde und in der fünf Zeugen vernommen wurden, endete mit der Verurteilung des AngeÜagten wegen tätlicher Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Tie Höhe der Strafe wurde damit begründet, daß mildernd ins Gewicht gefallen sei, daß der Angeklagte noch unbestraft ist, straferschwerend komme in Berücksichtigung, daß die Tat an einem jungen Mädchen verübt sei, die noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei und das sich in den Schutz des Täters gestellt hatte. Höchste Temperatur Niedrigste „ jetzt meistens zur Wäsche benutzt werden, mit Hilfe von Natronlauge oder Soda hergestellt. Es find das dit sogenannten Kernseifen. Die Kavon-Seife ist dagegen eine Kaliseife. Schon seit undenklichen Zeiten ist den Seifensiedern bekannt, daß Kali-Seifen die weitaus beste« für alle Haushaltzwecke sein würden, nur gelang es lange nicht, solche Seifen in festen Stücken zu erzeugen. Nach langjährigen Versuchen ist es uns nun endlich gelungen, reine Kaliseifen ohne fremde Zusätze in dauernd fester Stücken herzustellen und wir bringen unsere Seife unter dem Namen Kavon-Seife in den Handel. Die großen Vorzüge der Kavon-Seife bestehen vor allen Dingen darin, daß sie die Wäsche nicht angreist und die Farben schont. Dabei ist die Seife von einer sehr großen Ausgiebigkeit, die sich schon bei ganz leichtew Ausftreichen in der mächtigen Schanmbildung zeigt. Wir haben die Kavon-Seife, ehe wir sie in den Handel brachten, Hunderten von Hausfrauen zuw Probieren in ihrem Haushalt gegeben, und es wird einstimmig die enorme Waschkraft der Seife, sowie die große Bollfleischige ausgemästete sZärfen höchst. Schlachtivertes 46—50 81—90 Bollfleischige ausgemästete Kühe höchst. Schtachtwertes bis zu 7 Jahren . . 40—45 74—79 Altere ausgemäslete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 35—89 66—72 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 28—34 56—65 H äl b ea. biß 4. , 4. Tez. = + 3,7 eö. , = + 0,4’0. Schonung der Wäsche und der Farben gepriesen. Z. B. behalten Wollsachen, die sonst so leicht einlaufe« verfilzen, ihre ursprüngliche Form, Farbe und Elastizität. Auch wird gerühmt, daß die Wascharbeit Kavon-Seife auffallend bequem und für die Haut augenehm sei. Zu einem Versuch wähle man besonders schmutzte Wäsche oder empfindliche Stoffe wie Wolle und Seide. ?,.ÖDbnunA per f B'1™lWi,1 ^^lUersttahe i * 9uleV^riFem „Mer 9nb MLR efct ni! Hübet;. Ederstraö im11. Jan., evll. Ipät. Tie Erste Darmstädter Herdfabrik unb Eisengießerei Gebrüder Roeder in Darmstadt ist im Laufe dieses Jahres mit folgenden Auszeichnungen bedacht worden: Turin: Internationale Industrie- und Gewerbe-Ausstellung: Goldene Medaille. Dresden: Internationale Hygiene-Ausstellung: Großer Preis. s'G r ave n h a g e: Internationale Ausstel- lung für Hotelindustrie, Kochkunst und Nahrungsmittel: Goldene Medaille. Frankfurt a. M.: Internationale ftodp Vunstausstellung: Großer Preis u. Ehrenpreis. hv5/12 Märkte. Gießen, 5. Tez. 9)1 orftbettefit. Auf heutigem Wochen» markte kostete: Butter vr. Psd. 1,40—1.45 Hühnereier 1 St. 10—12 Big., Uäse pr. St. 6—8 Pfg., Kasematte 2 St. 5—6 Pig., Tauben pr Br. 0,80—1,00 Bit., Hübner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Valuten pr. Stück 0,80—1,80 Pik., Eltteu vr. St. 1,80-2,20 Gänse das Pid 60—75 Psg^ Ochsen fleisch vr. Pid. 82—90 Big., Rindfleisch pr. Psmtd 84—86 Big., Kuhfleisch 70 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 64—86 Big^ Kalbfleisch pr. Pid. 76—80 Big., Hammelfleisch pr. Bid. 60—hO Big., Uartofseln pr. 100 Slg. 7.00 bis 9.00 yjlf., Weißkraut das Stück 15 bis 80 Psg^ Ztviebeln per u.tr. 10,00—12.00 Bck., Blilch das Liter 22 Pfg., Aep'el per Ztr. 15 bis 20 Mk., Nüsse 100 Stück 50—00 Big., per Ztr. 0—00 Mk., Birnen das Pfund 15—25 Big. Marktzeit von 8—2 Uhr. F. C- Wiesbaden. Biehhof -M a r f tb e rt cf) t vom 4. Dez Auürieb: Rinder 148 (Ochsen 56, Kühe 92, Bullen 0), Kälber 106, Schafe 41, Schweine 429. Tendenz: Rinder rege, Kälber und Schaie gedrück. Schwellte IDerFlötenspieler. Goethe erzählt von seinem Dämon, daß er durch sein wunderbares Flötenspiel jede Schöne wie in einem Zauberbann gefangen hielt. Nun ist nicht jeder Flötenspieler ein Dämon und selbst ein schönes Spiel weckt nicht bei jedem Zuhörer gleiche oder ähnliche Gefühle, wie bei einet munteren Phylis. Vielmehr neigt unsere modern-realistische Welt vielfach zu der Auffassung, der Wilhelm Busch die tiefsinnigen Verfe gewidmet: „Musik wird oftmals schwer empfunden, weil meistens mit Geräusch verbunden." Also erging es den Bewohnern eines Stadtteils in Friedberg, in welchem der Flötenspieler R. B. wohnte. Er spielte des Morgens, er spielte des Mittags und selbst des Abends drangen die munteren Töne seiner Flöte durch das geöffnete Fenster an die Ohren seiner Nachbarn. Es erfolgte Beschwerde und die Polizei forderte ihn auf, die Fenster zu schließen. Er tat dies aber nicht und wurde schließlich zu 10 'Mark Geldstrafe verurteilt. Er legte Berufung ein, hatte aber wenig Glück damit, denn die Strafkammer war der Ansicht, daß der Angeklagte verpflichtet gewesen sei, die Fenster zu schließen, nachdem er lperzu aufgefordert und aufmerksam gemacht gewesen sei, daß sein Spiel lästig empfunden werde. Das verurteilende Erkenntnis wurde bestätigt. Ein Sühneversuch. Der So. G. von Gießen hatte gegen den Ä. St. von da Privatklage erhoben, weil dieser sich über sein Verhalten in einem Prozeß mit einem hiesigen Agenten in beleidigender Weise aufgehalten habe. Der Privatbeklagte erklärte heute, daß er keinerlei persönliche Miß Helligkeiten mit dem Privatklager habe, die Sache beruhe auf Entstellung. Auf Antrag vertagte das Gericht die Verhandlung Und ordnete das persönliche Erscheinen der Streittelle zum Zwecke eines Sühneversuchs an. Sie saßen zusammen und sprachen... Es war nämlich Hochzeit in Fauerbach v. d. H. Die Frauen saßen zusammen an einer Tafel und die Ä. M. M. erzählte, die h. S. Ehefrau habe Dags zuvor schon wieder einen Sühnetermin feinste Mastkätvec 68—64 105-106 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 58—62 9%104 Geringere Mast- und gute Saugkälber 54—58 90—96 Geringere Saugkälber 48—52 80—86 Schlachtivertes . . . . Boltfleflchige, jüngere . . st ä r i e n. K ü h Sport. — Fußball. Ter Gießener Sportverein von 1900 stellte am Sonntag drei Mannschaften ins Feld. Tie erste Mannschaft spielte in Kassel mit Ersatz für den erkrankten Mittel- Kai wi* l.hu "^0., hU|' |Wr «im te stürm er und unterlag knapp mit 3:2 Toren. Roch vir; vor Schluß führte die hiesige Mannschaft mit 2:1 Toren. Zwei rasche Vorstöße innerhalb fünf Minuten brachten ledoch Kastel zwei Tore und damit den Sieg. Tie 3. und 4. Mannschaft spielte gegen die gleichen Mannschaften des hiesigen Vereins für Bewegungsspiele und blieb jedesmal siegreich. Tie dritte. Mannschaft getoann infolge ihrer guten Verteidigung mit 5:2 Toren, während die 4. Mannschaft vollständig überlegen spielte unb mit dem Ergebnis von 12:3 Toren siegreich bheb. Somit erzielte der hiesige Sportverein von 1900 an diesem Tag das hohe Torverhältnis von 19:8 Toren. Ein hartnäckiger Angeklagter. In Griedel waren zwei Familien in Differenzen geraten. Nach einiger Zell wurde die eine Familie dadurch betätigt und nachts aus dem Schlafe gestört, daß Steine auf das Hausdach geworfen wurden, welche nicht nur Ziegel zertrümmerten, sondern auch mit Gepolter über das Dach niederrollten. Ties wiederholte sich auch in der Nacht vom 27. August 1911. Diesesmal hatte aber die Hausfrau und ihre im Hause gegenüber wohnende Schwester acht gegeben und erkannten den Täter in einem Mitglied der verfeindeten Familie, dem Geometergehilfen I. S. von Griedel, <$r wuvde am 19. Oktober 1911 vom Schöffengericht in Butzbach zu 3 Mark Geldstrafe verurteilt. Er focht aber dieses Urteil an, erschien jedoch nicht in der Berufungsverhandlung, sondern ließ sich durch einen auswärtigen Anwalt vertreten und erklären, daß fein Bruder, bet Wagner F. S. in der fraglichen Nacht geworfen Babe. Er wurde als Zeuge gehört: feine Angaben trugen jedoch den Stempel der Erfindung an sich, so daß das Gericht seiner Selbstbezichtigung keinen Glauben schenkte. Es verwarf die Berufung des Angeklagten und bedauerte, daß die. Staatsanwaltschaft nicht ebenfalls Berufung verfolgt habe, da es in diesem Fall eine weit empfindlichere Strafe verhängt haben würde. gehabt, nachdem sie kurz zuvor erst wegen Beleidigung ihres Mannes bestraft worden sei. Sie setzte hinzu: 'Die gehört einmal ins Loch, eher ruht sie nicht. Die M. wurde aber selbst roegen dieser Aeußerung gerichtlich belangt, das Schöffengericht erblickte indessen keine Beleidigung in diesen Worten. Das Berufungsgericht dagegen war der Ansicht, daß die Aeußerung den Vorwurf enthalte, die Privatklägerin neige derart zu Beleidigungen, d. h. der Begehung Strafbarer Handlungen, daß sie nur durch eine Gefängnisstrafe geheilt werden könne. 'Das Urteil ftel tnbcifen gelinde aus; es lautete auf £> Mark Geldstrafe. „Mit dem feiner Händler ei dauerte nicht mehr lang." Also sprach der Pferdehändler S. K. in Nieder-Weisel zu einem Bekannten, der ihm erzählte, daß sein Geschäftskonkurrent und Neffe I. K. von Nieder-Weisel bei ihnen int 4/orfe alle Geschäfte mache. Er wurde wegen Beleidigung angeklagt, vom Schöffengericht aber freigesprochen. Er gab nämlich an, er habe lediglich darauf hinweften wollen, daß die Bauern im Dorfe mit den Handelsleuten oft wechselten. Das Berufungsgericht schenkte dieser Auslegung keinen Glauben, da er erst im vorigen ^ahre wegen einer auf Konkurrenzneid beruhenden, abfälligen Bemerkung über seinen Neffen bestraft worden ist. 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