W- Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger für Vberyessen Nr. 81 Erstes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 5. April 1911 W Gießener Anzeiger ää General-Anzeiger für Gberyessen L-B« Annahme" -an unjcigen Hotüflonsbrud und Verlag der Brichl'schen Unio.-Bud). und LteindruSerel R. Lange. Redallion, Lrpedition und Bruderei: SKuIstratze 7. "«'< dm !>"l -Ei°.ag-"s"u'!," Büdingen: Zernlprecher Nr. 50 S-schäsirstell- Bahnhafftrahe <6a. S. Beek. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Der Ausstand in Marokko. Schon seit einigen Tagen weiß man, daß sich im südlichen Marokko, in der Umgebung von Fez eine Anzahl Stämme, wie die Beni M-tir, die Scherarda, die Semmurs usw. gegen die Herrschaft Muley Hafids erhoben haben, weil sic ihm zum Vorwurf machen, daß er ihnen ungerechte Steuern auferlege und sich, ebenso wie sein Vorgänger Abdul Azis, Frankreich völlig in die Arme geworfen habe. Doch haben diese Nachrichten in der Presse bisher wenig Beachtung gefunden, teils weil man weiß, daß die Macht des Sultans bei den Stämmen des Südens immer nur auf dem Papier stand, teils weil bisher mit Ausnahme der Aufhebung einiger im Solde europäischer Staaten stehender Kuriere von einer Schädigung der Euro- väer nicht die Nede war, und sich der ganze Krieg, den Muley Hafid gegen die Rebellen bisher mit abwechselndem Erfolge führte, auf das übliche, wenig gefährliche Flinten- schicßen, das Ausrauben und Ausbrenncn elender Dörfer und das Wegtreiben von Hammelherden zu beschränken schien. Wurden bisher alle Meldungen, die von Niederlagen Muley Hafids zu berichten wußten, bestritten, so steht es jetzt zweifellos fest, daß die Sultanstruppen tatsächlich von den Aufständischen in einer Reihe von Gefechten geschlagen worden sind. Denn sonst wäre es unmöglich, daß die unter dem Kommando des französischen Cberftlcutnaiit Mangin stehende Truppe von der augenblicklichen Residenz des Sultans, von Fez, abgeschnitten ist, daß die Rebellen durch den Zuzug werterer Stämme verstärkt, in acht Haufen dicht vor den Mauern von Fez lagern, und daß sie sich erdreisten konnten, Muley Ismail, einen Ab- konunen des Sultans Muley Suleiman, zum Sultan auszurufen, also Muley Hasid abzusetzen. Sb es sich bestätigt, daß dieser in seinem Palaste bereits ein Gefangener der Rebellen ist, dessen Ermordung jeden Augenblick zu befürchten wäre, darüber werden erst die nächsten Tage sichere Auskunft geben können. Die Vorausfettung dafür wäre, daß die Aufständischen sich schon des Suttanpalajtes selbst, der allerdings an der Peripherie von Fez liegt, bemächtigt haben müßten, was aber wenig wahrscheinlich ijt, da eine gleichzeitige Kabelmeldung ans Tanger davon spricht, daß man in Fez erst einen Angriff der Rebellen erwarte. Jedenfalls ist die Lage des Sultaps Muley Hafid außerordentlich ernst. Er muß, falls es nicht Oberstleutnant Mangin gelingt, zum Entsatz yerbeizucilen, tapiiiuiere», da es ihm an Truppen, Geld und Nahrungsmitteln fehlt. Eine Kapitulation bedeutet aber für ihn den Verzicht auf den Thron, wenn nicht den Verlust seines Lebens, und für die in Fez wohnenden Europäer, die schon jetzt bei dem Schcrif, dessen Behausung als unverletzlich gilt, Zuflucht gesucht haben, wahrscheinlrch auch den Tod, da die Rebellen sich schwerlich an das Asylrecht kehren werden, wenn sie die Rechnung mit dem europäerfreundlichen Muley Hafid begleichen. Wir sind in Maroiio also glücklich wieder soweit, wie im Januar 1908, wo Muley Hafid in Fez zum Gegensultan cuusgerufen wurde; nur hat sich die Lage jetzt insofern verfchrechtert, als Frankreich und Spanien inzwischen eine Reihe von Verträgen mit Muley Hafid abgeschlossen haben, auf deren Erfüllung sie bei jebent seiner Nachfolger bestehen müßten. Erklärt sich dieser wieder dazu bereit, so dürste er bei dem Fremdenhaß der Marokkaner nur zu bald das gleiche Schicksal erleiden, wie Abdul Azis und Muley Hafid; verweigert er sie, so werdet: Frankreich und Spanien schon aus Gründen der nationalen Ehre gezwungen sein, gegen die dann einmütig zusammcnstehendcn marokkanischen Stämme einen blutigen und schwierigen, aber keinerlei Gewinn versprechenden Feldzug zu eröffnen. Tenn wenn sie sich für ihre Opfer an Gut und Blut in Marokko schadlos halten wollen, drohen ihnen Händel mit anderen europäischen Mächten, es wäre eine neue Marcuwkonserenz notwendig, und ob es da zu einer Einigung kommt, ist, wenn für Marokko lveiter der Grundsatz der offenen Tür- gelten soll, mehr als zweifelhaft. Frankreich und Spanien befinden sich also angesichts der ernsten Vorgänge in Marokko in einer recht üblen Lage. Die Schuld daran trifft hauptsächlich Frankreich, das sich für seine marokkanische Anleihe den größten Teil der Staatseinnahmen des scherifischen Reiches verpfänden ließ, so daß dem Sultan keine Mittel zu Gebote srairden, eine ausreichende Truppenmacht zu besolden. 'Wenn Muley Hasid der Schützling Frankreichs war, mußte man ihm in seinen Geldnöten früher beistehen, als es geschah, und nicht die zweite marokkanische Anleihe so lange hinzögern, bis Muley Hafid um Thron und Leven zittern mußte. Wird man jetzt noch daran festhalten können, daß die französifche Truppenmacht in Casablanca die Grenze der Schaujaebene nicht zu überschreiten hat? Wird mau nicht genötigt sein, dein Schützling Frankreichs, wenn er noch am Leven i|t, Hilfe zu bringen, schon um in Marokko weitere Verwickelungen zu verhüten? Mit der französischen Polizeikruppe, die ja aus Tanger zum Erstaunen des diplomatischen Korps abmarschiert sein soll, dürfte man, selbst wenn sie Fez erreicht, nicht viel ausrichten. Man nimmt dadurch nur Tanger jeden zuverlässigen Schutt und dürfte sich dayer, luenu der Aufstand auch den Norden ergreift, nur zu bald genötigt sehen, ein Expeditionskorps in Tanger landen zu lassen. Ob der uomarfd) der Polizeitruppe nach Fez schon eine Durchbrechung der Akte von Algeciras bedeutet, bleibe baljingeftcut. Jedenfalls aber 1uuf3.cn Franko,en und Spanier, wenn sie ihren Vormarsch von Casablanca und Melitta nach Fez nicht durch den notwendig gewordenen Schutz ihrer Staatsangehörigen völkerrechtlich begründen önnen, bei den übrigen Mgecirasmächten um ein Mandat dafür nachsuchen. Man wird es ihnen, wie die Verhältnisse einmal liegen, schwerlich verweigern, nur wird man sich von ihnen die Garantie dafür geben lassen müssen, >aß sie sich auch weiterhin an die Beschlüsse von Algeciras gebunden erachten, also die Integrität Marokkos nicht ver- etten und die offene Tür allen Mächten weiter gewähr- ersten. Hier aber erhebt das marokkanische Problem sein Haupt und läßt internationale Schwierigkeiten voraussehen, >ie heute auch nicht einmal angederrtet werden können. Tanger, 4. April. Meldungen aus Fez vom 29. März besagen, daß seit dem Tage vorher kein neues wichtiges Ereignis zu verzeichnen war. Regen machte militärische Operationen unmöglich. Die Beni Mter suchen andere Stämme aus ihre Seile zu ziehen. Es wird eine Zusammenkunst der Stämme östlich von Fez bei Hayana stattsinden. Tie Umzingelung von Fez wird von den Beschlüssen abhängen, die daselbst gefaßt werden. Tie Stadt ist ruhig. Paris, 4. April. Mehrfach wird behauptet, daß die vom Minister C r u p i über die Lage in Marokko mitgeteilten Nachrichten sehr e r n st lauteten. „Liberte" will wissen, daß die Regierung glaube, gestützt auf die Ansichten des Gesandten R e g - na ult, daß die aufständische Bewegung gegenwärtig nicht gegen die Fremden, sondern gegen gewisse Kaids und deren Vorgehen gerichtet sei. Falls es dem Sultan gelinge, die Verhandlungen mit den aufrührerischen Stämmen zu einem guten Ende zu ühren, würden die Vertreter Frankreichs sich bemühen, die Aktionsmittel des Sultans zu reorganisieren und namentlich die ihm laut dem französisch-marokkanischen Abkommen vorbehaltene Umgestaltung der Streitkräfte vorzunehmen. Im Falle eines Erfolges des Ausstandes würden alle Maßnahmen zum Schutze der Fremden getroffen. Er st wenn Fez und die übrigen Städte des Innern von den Europäern geräumt wären, würde man ohne Furcht vor fremden - feindlichen Bewegungen eventuell ein direktes Einschreiten unternehmen können. Jedenfalls würde die französische Regierung mit allen ihr zur Veriügung stehenden Mitteln die Autorität Muley Hafids unterstützen und ihm die erforderlichen G e l d v o r s ch ü s s e gewähren. Das Besatzungstorps des Schaujagebietes würde in seinem Wirkungskreis darüber wachen, daß die Stämme treu bleiben. Nötigenfalls würden auch fronzäin'che Schiffe in den atlantischen Häsen Marottas die Autorität Muley Hafids aufrecht erhalten. Tie Truppen deS Obersten Mangin hätten gegenwärtig die Aufgabe, die Ver- bindling zwischen Fez und Tanger zu sichern. Das Mrtfte Wahlrecht in hesjen. Aus Darmstadt wird uns zu den gi„regelt Kammer- Verhandlungen geschrieben: Nach jahrelangen Kämpfen haben gestern die Verhandlungen der Zweiten Kammer über die Wahlrechtsvorlage ihr Ende erreicht und zwar ein glückliches Ende: das direkte Wahlrecht ist gesichert. Der Kampf hat allerdings manches Opfer gekostet, und auch die nationalliberale Partei hatte Bedenken nach den verschiedensten Richtungen, ob die ihr von den anderen Parteien des Landtags und der Ersten Kammer angesonnenen Konzessionen nicht zu große seien, um gegen sie das direkte Wahlrecht cinzutau>cben. Schließlich hat sie sich aber bereit gefunden, auch Nachgaben zu machen, um dem Lande das direkte Wahlrecht zu erkämpfen. Nach Artikel 67 der Verfassung kann ein Gesetz nur zustande kommen, wenn beide Karninern ihm zustimmen: lehnt auch nur eine Kammer eine Gesetzesvorlage ab, so bleibt die Vorlage ausgesetzt. Hiermit ist der Weg einer jeden Gesetzesvorlage vorgezeichnet; sie wird ein Objekt der Verhandlungen der beiden Kammern, und sie endgültig zu verabschieden setzt Einigung der gesetzgebenden Faktoren auf Grund von Verhandlungen voraus. Tie Einigung ist die Unterlage aller gesetzgeberischen Tätigkeit und nur auf dem Wege der Einigung ist zu einem Endziele zu gelangen. So ist denn auch die Wahlrechtsvorlage Gegenstand langjähriger Verhandlungen der beiden hier gleichberechtigten Kammern gewesen: die Meinungen wurden au^getaufdit, schriftlich niedergelegt und in den Ausschüssen verhandelt. Und jetzt ist es zur Entscheidung gekommen. Wer konstitutionell denkt, kann sich nicht auf den Standpunkt versteifen, daß er von der Ersten Kammer das direkte Wahlrecht erhalten werde, ohne daß diese Bedingungen stelle. Es mußte nur erreicht werden, daß diese Bedingungen annehmbare und unvermeidliche waren. Es ist nicht in Abrede zu stellen, daß das Pturauvahlrecht und die Aenderungen der Versassung, wie sie von den Gesetz- gebungSausschüssen der beiden Kammern schließlich sormu- liert wurden, wahrlich nicht unbedenklich erschienen. Hat auch das Pluralwahlrecht bereits eine statte in Sach,en gefunden, und wird auch in Elfaß-Lothringen zur Einführung gelangen, so widerstrebt ihm entfchieoen der liberale Gedanke der Persönlichkeit und Gleichheit eines jeden Staatsbürgers. Auch die budgetrechtlichen Bestimmungen riefen mit Recht gewichtige Bedenken hervor; nicht so sehr der jetzt gesetzlich fixierte Gebrauch, Rückäußerungen der Ersten Kammer zum Voranschlag in der Zweiten Kammer anzunehmen, als das Verlangen der Ersten Kammer, bei Anleihen über 200000 Mark (aber auch nur bei Anleihen- ein volles Mitbestimmungsrecht zu haben. Die Bedenken in dieser Richtung tonnten damit beschwichtigt, aber nicht behoben werden, daß man die Wahlrechtskämpfe in den anderen siiddeutschen Staaten, in Württemberg, Bayern und Baden ins Auge faßte; dort sind weit größere Konzessionen an die Erste Kammer gerade bezüglich des Budgettechts gemacht worden, als in Hessen. Aber es spitzt sich die Entscheidung schließlich dahin zu, ob man dem direkten Wahlrecht Eingang verschaffen wolle trott der Kon- zefsionen, und hier hak oic Ueberzeugung, daß endlich diesem Wahlrecht Raum gegeben werden müsse, den Ausschlag gegeben. Die elsässische versassungrsrage im £anöesausjd)u6 zu Straßburg. Straßburg, 4. April. Bei der dritten Lesung des Haus Halts wurde auch die V e r s a s s u n g s f r a g e angeschnitten. Abg. Georg Wolf erklärte: Wenn anitclle des brauchbaren Regie rungsentwurses die vom Zentrum geforderte WahlkreiScinteilung bereinigt werde, würden die Liberalen alles aufbieten, die Reform zu Fall zu bringen. Abg. Ricklin erklärte im Namen des Zentrums, wenn bas Land die volle Autonomie nicht erhielte, so liege daS daran, daß seine demokratischen Freunde eine republikanische Staatsverfasiimg gefordert hatten. Er erkläre aber, daß die Mehrheit der Bevülke rung nicht für eine Republik zu haben sei. Man könne es der Bevölkerung gegenüber nicht verantworten, die Verfassung ganz abzulehnen. Sie bedeute einen großen Schritt vorwärts, namen: (id) hinsichtlich der drei BundeSratsstimmen. Er halte für seine Person auch die Erste Kammer für notwendig, freilich müsse die Zahl der vom Kaiser zu ernennenden Mitglieder beschrankt werden. Ebenso könne man sich einverstanden erklären mit dem Wahlrewt zur Zweiten Kammer, wenn ihr das Budgetrecht bewilligt werde. Dagegen lehne er die von der Regierung vorgelegte Wahlkreis- . einteilung ab, da diese das Zentrum in die Minderheit bringe und den Sozialdemokraten und Liberalen die Mehrheit gesickert werden solle. Man könne keiner Partei Selbstmord zumuten. Staatssekretär F r h r. Zorn v. Bulach erwiderte, es sei bet Regierung gar nicht eingefallen, die Wahlkreiseinteilung einer Partei zuliebe zu gehalten. Die Wahlkreiseinteilung sei vertraulich dem Ausschuß mitgeteilt worden und es sei nicht an "tänbig gewesen, biese zu veröffentlichen. Unrichtig sei cö, daß die Regierung sich bemüht habe, einen Sozialdemokraten in den Bezirkstag und Landesausschuß zu bringen. Er selbst nehme teinen Anstoß daran zu erklären, daß allen Parteien, auch den Sozialdeinokraten, eine Vertretung int Landesausjchuß gebühre. Wenn der Abg. Ricklin auf seine Aufforderung, mit Beweisen zu kommen, reo die Regierung sich bemüht habe, einen Svzial- bemotraten in den Bezirkstag oder in den Landesausschuß zu bringen, antworte, das könne er nicht, der verstorbene Staatsrat Gunzert hätte es aber getonnt, so antworte er, der Staatssekretär, man möge ihn nicht zwingen, sich zu äußern, da fonlt bas Ansehen bes verstorbenen Dr. Gunzert sehr herabgesetzt wurde. Uitterstaatssekretär Mandel: Er habe auf der Trambahn den Sozialbemotraten Peirotes gefragt, was er von der Verfassung halte, und dieser habe erklärt, das PluralwMrecht würde seiner Partei sehr schaden. Die Wahlkreiseinteilung scheine ihm jedoch gerecht zu sein. Darauf scheine die Mitteilung der „Obereßaififchen Landeszeituug" zu beruhen, daß er eingehende Konferenzen mit Parteien gepflogen habe. Naebne Sinnig morgen vormittag. Aus Hefjen. Aus Offenbach retro uns geiajneuen: Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, hat der Vorstand der ch r i st l i ch - u n d d e u t sch- sozialen Partei beschlossen, bei der nächsten Reichstagswahl int Reichstagswahllreise Darmstadt-Großgerau feinen eigenen Kan öibaten aufzustellcn, sondern für den nationalliberalen Kandidaten emzutreten. Bei der Erwägung dieses Beschlusses ist man von dem Standpuntt ausgegangen, daß es ratsamer ericfcine, für den Nationalliberalen zu stimmen, als später bei einer etwaigen Stichwahl zwischen den Kandidaten der Fortschrittlichen Volks- partci oder den Sozialbemotraten für den einen oder anderen. Kandidaten sich' entscheiden zu müssen, da man befürchtet, daß Tr. Ofann im ersten Wahlgang unterliegen könnte. Deutsches Reich. Ans Korfu in. uuni.u.r xic tnaiier jad)t „Hohen votier n" mit dem tt r o » P r in z e n p aa r ist am Dienstag morgen nach Brindisi in See gegangen. Auf die vom Magistrat und den Stadtverordneten zu Frankfurt a. M. an den Reichskanzler gerichtete Eingabe bezügl. der W e r t z u w a chs ste u e r erwiderte dieser telegraphisch: Ter Antrag auf Belassung der bisherigen Zureachssteuerordnuitg wird bis 31. März 1012 unter Vorbehalt der Entscheidung für die Tauer der darauf folgenden Jahre genehmigt. Aus München wird berichtet: Prinz Arthur von Großbritannien überreichte am Tienstag nachmittag dem P r i n z r e g e n t e n den Hosenbandorden und ein Handschreiben des Königs von England, indem dieser seine Glückwünsche zu des Prinzrcgenten 90. Geburtstag wiederholt. Hieran schloß sich eine Galatafel zu 4ö Gedecken, bei der der Prinzregent die Insignien des Ordens trug. Bei der Abstimmung über die Entschließungen bett. U.nt c r |1 Übung der beschäftigungslos gewordenen Tabakarbeiter stimmte, wie wir zu unterem Reichstagsbericht in Nr. 79 er günzend bemerken wollen, die Wirtschaftliche Vereinigung für die Entschließung der Sozialdemokraten, und nach deren Ablehnung jur bu der 'Aattonatt>bmett. u. Ausland. Aus Paris wird gemeldet: Ein unter dem Vorsitz des Präsidenten F a 11 i 6 r e s abgehaltener M i n i ft e r r a t setzte die Abreise des Präsidenten nach Tunis auf den 10. April fest. Tie italienische Regierung ließ die französifche wissen, daß sie zur Begrüßung Falliäres Kriegsschiffe nach ^unis entsenden werde: die italienische Regierung sei der Ansicht, daß dieser Höflichkeitsakt die Bande, welche die Franzosen und Italiener in Tunis verbänden, nur noch enger knüpfen könne. Ter englisch-japanische Handelsvertrag reuroe am Tienstag unterzeichnet und wird am Mittwoch veröffentlicht. In der spanischen Kammer besprach der M inifter- Präsident die letzte M i n i st e r k r i s e und führte aus: Ter Kriegsminister hätte den bestimmten Wunsch ausgesprochen, daß die Erörterung über Die ^erreran gelegen beit mögliche kurz gehalten werden sollte, er, der Ministerpräsident, war dem- gegenüber der Ansicht, daß die Kammer über die Ausführlichkeit der Ausfvrache entscheiden mü|)e. Ta eine Einigung nicht erreichbar gewesen sei, so habe er den Abschied des Kabinetts überreicht. Der König habe ihm erneut sein Vertrauen ausgesprochen und er habe daraufhin das neue Kabinett gebildet, in weiches der Kriegs Minister aus den gegebenen Gründen und anbere Minister aus Gesundheitsrücksichten nicht hätten wiedereintreten können. Tas Programm der neuen Regierung sei dasselbe, welches in der Thronrede bargelegt wurde. Tie Ferreraugelegeul-ett jolle m voller Ausführlichkeit gemäß der Geschäftsordnung, aber ohne Miß brauch, erörtert rverden. Er, der SNinisterpräfident, sei überzeugt, daß man die Armee nicht zum Gegenftand von Angrifsen marnen werde. — Der Abgeordnete Asearate lRcpublilaner) wünschte über die Ministertrise eine Anfrage einzubringen, lieber Die An- 1 frage wird weiter verhandelt werden. eine Gießener Strafkammer. zum Tragen der ihnen von dem König von Preußen verliehenen Aiiszeichnungen erteilt: dem Oberpoftsekretär Rest nungSrat Phil. Volk in Darmüabt deS Noten Adler-Ordens 4. Klosse, dem Oberposlschaffner Adoin Krämer in Darmstadt des Kreuzes des Allgemeinen Ehrenzeichens. ** Lehrer Personalien. Uebertcagen wurden de,u Lehrer an der höh. Bürgerschiile zu Wöllstein ^-riebr 2)t a n, eine Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Wöllstein; dem Schulamtsaspiranten Phil Groll aus Erbach i. O. eine Ans stcröt unO fand. Gießen, 5 April 1911. •• Tageskalender für Mittwoch, 4 April. Stabt idealer : „Flachs mann als Erzieher". Anfang 8 Ud> und mehr Arbeiter beschäftigen, fortan den Vorsck-riften' der Gs- werbeoronnng unterliegen. Die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit der Gehilfen ist in den Backereien der Provinz noch häufig überschritten worden, Mas nach An,rcht der Gewerbeinspektion in der schweren Kontrollierbarkeit der Vorschriften seine Hauptursack)e hat. In B a d - N a u h e i m mußten 3 Hotelbesitzer, die ihrem Per- to-erben 16 0e'c^ll$en Ruhezeiten vorenthalten hatten, angezeigt Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu Räss lsheim: dem Schulamtsaspiranten Jos. Hein aus Aschaffenburg Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Flockeubach; dem Cchiilamtsaspiranten Johs. Ni aber auS Friesenheim eine gau und seinen interessanten Bewohnern bekannt machen. Alsdann zieht in den farbenprächtigen Gemälden die ergreifende Passionstragödie an unseren Augen vorüber, wo- oei der verbindende Text in schöner Sprache wirksam vor-- ^etragen wird, so daß man einen rechten Begriff von der Schönheit und Erhabenheit des Oberammergauer Spiels mp fängt. ** S t en o g ra p h i e. Manschreibtuns: Neben der Frage der Berufswahl beschäftigt in den Tagen vor der Entlassung der Kinder aus der Schule die Eltern mit Recht die Frage, wie sorge ich am besten für das Fortkommen meines Kindes in dem von ihm erwählten Lebensberuf. Die Antwort auf diese Frage ist -'ach zwei Richtungen zu geben. Einmal ist es selbstverständlich, atz die Kinder in ihrer Lehrstelle ihren Beruf an sich gründlich Lehrerslelle au der evang. Schule zu Nicka»Stemach; dem Lehrer Christoph Hofmann zu Worfelden eine Lehreestelle an der Geme,ndeschtile zu Nauheim ; dem Schulamtsaspiranten Herrn. Kroinm aus Gedern eine Lehrerslelle an der Ge- meindeschule zu Volxheim. - B e st ä tiat wurde der von dem Grasen zu Erbach.Erbach auf die Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu Unter-Oslern präsentierte Schulamtsaspirant Jak. Balß aus Gadernheim. — Erledigt sind je eine mit einem katbol Lehrer zu besetzende Schulslelle zu Jügesheim und zu Bieber. Die Bedeutung des Vogelschutzes wird immer mehr erkannt. Aus Befehl des Grotzherzogs bereiste, n. d „Tarmst. 3t(V, von, 26.-31, v. M. Freiherr v. Berlepsch in Begleunng des Obersö.stees Nikolaus vom Ministerium und des jedesmaligen Krei rats Nheinhessen, um in den vom Heu- und Sauerwurm immer mehr heimgesuchten Wein- gebieten geeignete Oerllichteiten für Vogel'chutzanlagen aus- zusuchen. Viele solcher bestehen bereits, viele andere werden jetjt noch geschaffen, so daß sich der Vogelschutz, systematisch organisiert, über dos ganze Land erstreckt. Erleichtert wird dies durch Bepflanzen der netzartig verteilten Wafferreservoirs und der nicht mehr benutzten Wasenplätze. Oberförster Nikolaus weilte drei Wochen auf der v. Berlepsch'schen staatlich ^autorinntm Versuchs- und Mtislerslaiion für Vogelschutz o" Seebach und wird nach diesem Vorbild eine solche jetzt an* in Darmstadt einrichten. Da die Bevölkerung diesen Be'lrebungen in richtiger Erkenntnis ihrer Nützlichkeit das grötzle Jntereffe entgegenbringt, wird unser Land die führende Stellung ivohl behaupten. ICirdie und Schule. Ein Aeichsschi'lm ifeum. Der Bittschriftenaüs schuß des Reichstag hat ein Er suchen betreffs Schaffung eines R e i ch s s ch u l m u s e u m dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. In der Bittschrift wird empfohlen, im Interesse, eines stetigen, nicht sprunghaften und zusammenhanglosen Fortschritts im Unterrichts- und Er ziehungswesen eine möglichst vollständige Sammlung der früheren und jetzigen Schulausstattungen und Schuleinrichtuuaen, der Lehr und Lernmittel, der Lehr- und Stundenpläne, der Beschäftigungs mittel und Schülerleistungen usw. zu unternehmen. Der Ausschuß kam zu der Ueberzeugung, daß ein Reichsschulmuseum, auf breite, und übersichtlicher Grundlage ausgebaut, für unsere deutsche Volks bildung von weittragender Bedeutung sein würde, dasß ein derartiges umfassendes Zentralinstitut neben einer Menge kleinerer, über unser ganzes Vaterland verteiltes Schulmuseen, wie sie ja in der Zahl von 43 als Gründungen von Stadtgemeinden, Vereinen und Privaten bereits vorhanden sind, sowie neben größeren Landesschulmuseen (nur Württemberg besitzt ein solches), die der Eigenart und den Bedürfnissen der einzelnen Landesteile entsprechen müssen, ein lebensvolles Bild praktischer Schulgeschichtr zur Anschauung bringen und einen wesentlichen Bildungssortschritt anbahnen wurde. ausripperiunen und 2 mit sonstigen Arbeiten. Arbeitsniederlegungen fanden in 6 Betrieben statt Arbeiteraussperrungen in 23 Betrieben des Bau-Gv^ werb es. ve^ei^^n „Ä! Z'oarren- und Tabakarbeiter der Provinz zu Unterstüknn^^r^ wurden an 3572 feiernde Arbeiter 53 304 Mk. Dn An?f1ck>^ & L 5™ ^nd 150 Mark, ausbezahlt, im ganzen 1734 G^^^"?ekt @ie6en unterstanden 1910 befdSifKn1 x bebeS,eBc< bte rnsgesamt 18 049 Arbeiter NeWausl'£»6* Teil auf den Kreis Gießen, der werbeinsvekti^ n cntfdm- Außerdem ist der t^gen Gewcr^ck Ä Ä9 bcS Kinderschutzaesetzes übet» ber Irot)in? 405 wurden im Jahre 1910 in 48 605 Schülern % bad, einer Gesamtzahl von Kinder Darunter waren 125 fremde tonbren Ä f ernem eigentlichen Werkstattsbetrieb, 193 Aiuder tr,it,^ Botengängen für Geschäfte verwendet werden, wegen fortgesetztes v nD3> ch muß er als ein sehr geringer bezeichnet werden. u- e {n fQietbva * Zysten, mi Vackereigewerbe zu Friedberg und in der Herren- schneiberei zu Gießen abgeschlossen. Der neue Neichstarif für das putsche Malergewerbe hat in den Orten Friedberg, Bad-Nauheim <^te6en lür zusammen 24 Meister und 400 hitten. Geltung. Der neue Nerchstarrf im Maurergetverbe um> bif 900 b(FcWen en @ie6cn unb Friedberg 33 Meiner und 700 3« bet Stadt Gießen waren im Jahre 1910 21 Ziaarren- der Umgebung von Gießen 40 und mifwfvifK Keeffes Gießen 11 im Betrieb, die zusammen 8854 sWÄ beschäftigen, darunter 2276 weibliche Arbeiter. Arbeitet Eine Strafe von 100 Mark wurde über den Inhaber einer keLfa8t-^cil cr 2 G-hilfinn-n bis fett in M? Nack-t „beschäftigt hatte. Die eine Gehilfin gab an durch die = wT2?^I9? ^ustrengung infolge dieser Uefeerarfeit krank genmrbcn; In verschiedenen Betrieben ließ die Durchführung der Be- stimmungen über die Sonntagsruhe bei dem Aufsichtspersonal (den Pförtnern, Wächtern, Aufsehern) zu wünschen übrig, weit man bon der falschen Ansicht ausging, daß derartige Personen nicht zu den Betriebsarbeitern im Sinne der Gewerbeordnung zählten. Die in einer Zigarren f ab rik vor einigen Iahten ge- 'ingk, Friedrich Timian ein famoser Prinz Ufingen, ferner sind noch zu erwähnen: Hilde Engel (Ellen), Lore Z ch o l z (Leonie), Karl Marx (Norbert), Curt G ü h n e Staatssekretär), Herrn. Norden (Berkelwitz), Karl V o l ck Brachtmann), und Kurt Goldberg (Holtzmann). K. N. ** Das Oberammergauer Passionsspiet. Am Donnerstag wird das Passionsspiel in über 100 farbigen Lichtbildern, die das Original getreu wiedergeben, in Sterns Garten vorgeführt werden. Wir lesen darüber in einer auswärtigen Zeitung: Es find künstlerisch schöne Bilder ion großer Schärfe, die die Zuschauer zunächst mit einigen andschaftlich hervorragenden Punkten in den bayerischen Bergen und dann mit dem freundlichen Torf Oberammer- ** Zeichen des Verkehrs. Unter dieser Spitz- marke gaben wir m Nr. 77 d. Bl. die Erfahrungen wieder, die em hiestger Geschäftsmann bei der Auflieferung zweierSenbungen an der hiesigen Güterabfertigung machte. Der Vorstand des Eisenbahn Verkehrsamtes gibt uns nachstehende Darstellung des Vorfalles mit der Bitte um Veröffentlichung- ™e" lind am 30. Alärz an der Dutannahme nicht vorgezeigt worden. Es kann demnach auch feine teilweise fÄdU,M e‘! bnbc,L ist. daß der Bote am / n c? .orablertwung zwei strachtbriese zur Vorprüfung Oh I! ?radllb[,cJ n'nr st' Ordnung und wurde dem Bot-n zu eck« Auflieler ung des, zugehörigen Gutes wieder ausgehändigt In dem zweiten war die Bemmmungsstation unrichtig bezeichnet, «veck«! N.ch.!n'^tt!k» ausdrücklichemHinwe.s aus den -Mangel hnthnr wn 11 , ,q i"rmckgegeben. Anstatt diese zu bewirken, k°rl bheÄt? . -■(mCK >'e'de Kisten wieder zurückgefahren 6 ^Entigend Zeit gehabt, nicht nur die unbeanstandete ^bnng am Lchupven aukzul,eiern, sondern auch die Rlchlig- st eil un g des zweiten Frachtbriefes zu veranlassen, zumal die Gut- aunalmie erst um 6« Uhr geschlossen worden ist/ 8 CY c. uL rObc^ hem betL Geschäftsmann Kenntnis von dem K FbICsr 3ufd)C,rt soeben und er versichert uns der Richtigkeit der von uns ausgegebenen Darstellung. Wie er unS weder nirtteilt, lautete die angeblich unrichtig bezeichnete BestnnmungSstatwn „Station Grünhof-. Grünhof ^et ein °0" Stettin und Frachtbriefe mit dieser Bezeichn.,na s rüher unbeamtandet angenommen worden. Auch bei angeblich beanstandete Frachtbrief sei am anderen Tage als Spediteur Lynker die Kisten abholte, unbeanstandet angenommen worden. - Die Angabe be6 Gifctibahn. nehmh ür 6; bar6 fe'nC teilweise Verwiegung staV gefunden habe, ist unrichtig. Un6 selbst hat der Wieg.^ L.,« ®.nc9I)iflc am 9ibcnb bes »«• endigen. In der LauMrois^ lllrsdas Kaufmann, den Säfreiber, den Bureaubeamten ein unbedingtes j ^owerbeinspektwn Gießen untersteht, etwa 100 bisher Erf-'-d-rms, sich di^K?nntn°S^^d-r^LsMü. di! B r heute in jedem Geschäfte und auf jedem Bureau verlangt und mit nirht b e Ie Don,^cr Nutzen angewandt wird. Und gerade hier in Gießen erfreut sie sich oon Stirnen bei A^röstere Anzahl außerordentlich hohen Ansehens das beweist der Kndrana her DOn ^"neven des Baubewl.rbes (Hoch- und Tiefbauuntemeh^ jungen Leute, ^Knaben Z&Ä ÄÄ" »ÄS' bergersch^en Stenographenvercine, der wohl in erster Linie dem fnrtn» k», Um[tanbe znzuschrcibcn ist, daß Inhaber der kaufmännischen Ge- n bte Rechtsanwälte, die Vorsteher der staatlichen und anderen Behörden immer mehr für die Einstellung ihrer Hilfskräfte die Kenntnis der Stenographie zur Bedingung machen. Deshalb kann den Eltern von aus der Schule zur Entlassung kommenden Kindern, die Kaufleute oder Bureaubeamten und -Beamtinnen werden sollen, nicht genug empfohlen werden: Laßt Eure Kinder stenographieren lernen, und zwar zu einer Zeit, wo ihnen das Lernen noch leicht m, wo sie cs noch nicht verlernt haben. Der GabelSberge^ L-tenographen-Vernn und der Damenverein eröffnen am 24. April neue Unsangcrkurse und gehen den Teilnehmern gleichzeitig auch Gelegenheit, das Maschinenschreiben zu erlernen. (S. Inserat.) Manner-Turnverein. Das Wetturnen am fetten Sonntag hatte folgendes Ergebnis. Oberstufe' Hans Tbö I iy a 11 inlnoPr einigen Jahren geben 1. Preis mit 156 Punkten, Willv Gerhardt 2 mit 145'/. Ur?Aens?r^run9en-'mcI)TeTC Arbeiter kontraktbrüchig Adolf Braunnagel 3. mit 136, Hch Mootz 4 mit 135'/, Ga' I bic -3lgarrensabrikanten veranlaßt, m die neueren Edelmann 5. mit 129, E- Heidelbach 6. mit 128'/.. Ernst' Hc^ ^"en Pa,sus auszunehmen, wonach ein Wechsel streit 7 mit 124’/?, Rud. Leisler 8. mit 123'/, Liidw Kustis 9 ° bEni ^^eiter kein Recyt gibt, die Arbeit unter mit 121'/,, Fritz Röder 10 mit 120 Terd ' Löbermann nnd ^ontraktbriich niederzillegen, selbft wenn mit Bearbeitung der K. Jantzi 11.0 u.t ^oec^mtt 120, Übermann und neuen Fassons ein Lohnausfall verbunden fein sollte. Hardt 13. mit 116'/., Friedr. Sandt 14. mit 115»^% s r • pressant ist die Beobachtung der Gewerbeinspektion, daß Schmidt 15. mit 115, Fjerm. Seelbach 16 mit 114 Erich ^11115 11)0116 C k 1 8 arr ? ” u n 9nc n 100 einc beruf- unb Ernst Krausgrill 17. mit 111'/,, Ludw. OuecH)örner 18 Arbeitern stand, dem Inhalt der mit 109’/,, Ludw. Hcbstreit 19. mit 107, Friedr Loren 20 mit Interesse entgegengebracht nwrden ist als frt 2Sit259Ö^.i‘-93u/^ M in nie Tarif. FÄ’b®'. ÄVTmiM42>V4«b ÄtlSS ärf? ’® ™ iYn’en ’S t?hmer^Trm7 137f cUn^..DttoD Bernhard 6. mit. 129' I 9 ÄE terpenmadKrtnnen, 72 als Tabak- ßubm ©ÖH 7. mit 119'/,, Emst Bötz 8. mit 116Vs, K. Velke ?hw 10 mit W8-/2, K. Hebstreit 11. mit 103/2 28110. Krock 12. mit 103, Heinr. Worch 13. mit 95V2, ftari ^colai 14. mit 90 — Schülerabteilung: Karl Krock und Rud. Werner den 1. Preis mit 88 Punkten, Ad. Blebenkapp und Willy Führer 2. mit 86, Artur Struck 3. mit 85, Karl Euler 4. mit 82, Karl Leisler 5. mit 81, Willy List- 'DQtt0 6 mit 79, Hans Krug 7. mit 76'/2, &ch Muller 8 mit IG, Hch. Lietz und Paul Eckart 9. mit 71'/?, -Dietrich 10 mit rO'/?, Hch. Wagner I. 11. mit 67, Karl etracf l2. mrt 64, Will). Margolf 13. mit 63, Gust. Schenk II. ^ottl. Noack 15 mit 58, Wilh. Zinser 16. mit 57, ^V^/^ber 17 mit 5o, Wilh. Sck>enk I. und Karl Renk 18. mtt 54, Hch Ludwig und Hch Rausch 19. mit 50'/,, Gg. Hos- J7an ©> 2?' J5rlt 4& Karl Lmdenstruth und Paul Kühr 21. mit *7' §arl JÄer 22. mit 46‘/3, Phil. Blum 23. mit 46. ** Tödlicher Unfall. Am 31. Mär- wurde der n Herborn Itehendc Schaffner Schütz dadurch schwer verletzt, daß er bei der Einfahrt in den Bahnhof H a t t en -1 übermal rod vom Zuge abstürKte und mit dem Kopfe auf das 8u sein. --------- Nebengleise fiel. Er erlitt einen Schädelbruch und ,-lnch der Verhütung von Unfällen burrft ner b-lK ^%tEc ^bracht, wo er g e st 0 r b e n ^rnen usw. s 0 w i e d e n g e s u n dH ei t sschä dl/ch?^E?^ t-, bei der Einfahrt tn den Bahnhof auf bem f c n iff nach den Beriehten ein reges Augenmerk' ncroibmrü unterften Trittbrett. Anscheinend liegt Fahrlässigkeit vor. Backereien wurden, wie in den Viorjahren, in Bezug Nachrichtendienst bei Neuausbrüchen der " ^5 b^ N?ume und Geräte wiederholt revidiert 8 5 Su? ^=n b Klauenseu ch e. Auf Anregung des Kaiserlichen a-T ^6Ceniöa^9cn<^ lkoholgenuß entgegenjumirfen Gewndheitsamts hat bet Reichskanzler bestimmt, daß, da bei ^s,f?/.-,^!,bnwerk Lollar die Abgabe gekochter Milch unter dem ?^.eltigen allgemeinen Verbreitung der Maul- und Klauen- ^Wkostenpreis (das Liter zu 14 Pfa.) eingeführt. Der Milch- !ü^rtl0cen. Veröffentlichungen der Seuchenausbrüche in infolge davon von 40 aus 80 Liter täglich gestiegen, M^^nfrelen Bezirlen für die Seuchenbekämpfung von seit Jahresfrist die FreitruiitäblösOung eüv feinem Wert mehr seien, bte telegraphische Benachrich -- ? , brt und e# ist seitdem ein bedeutender Rückgang des fiavs- nlfhU^ btf-= ^ai/rrlicheii Gesundheitsamts über solche Seuchen- kingetreten. In einer Brauerei stehen den Leuten täa- ausbrüche bis am weiteres einzustellen sei. Die täglichen W fur 4~5 Liter Äiermarken zu, für nicht getrunkenes Ri^ Veröffentlichungen der neuen Seuchenfälle unterbleiben ebenfalls, ^kommen sie jedoch 2—3 Mark wöchentlich vergütet um die Startenburg unb Rheinhessen. fö? &Äe°&Ä .-. Mainz. 4. April. Vor einiger Zeit wurden 6on।<»5*».««* ÄL.bet Sau». Ehorde in Mainz drei Schiffsknechte abgefaßt, bte große Mengen Tabak von Holland aus ein* g e | et) mu g gelt hatten. Die Untersuchung ergab, daß seit langer Zeit von den drei Schiffern ein förmlicher Handel r und Zigarren getrieben wurde, und cs standen kTLv St? febroere Strafen wegen Bandenschmuggels bevor. Infolge eines Versehens am Gericht wurde aber frrL Schmuggler, der wahrscheinlich der eigent- "^ter des Handels gewesen ist, aus der Untersuchungs- *5?^n ""b^9enblicklich machte er sich wieder nach s»0.1>baöon. Als der Irrtum bemerkt wurde, sollte a£kSZacrtrn tote!be? ?^^nftet werben, er hatte aber beutsches e^- ^On Erlassen unb Hollanb liefert wegen Schmug- gels nicht aus. Das war nun nicht nur für ihn ein Glück, l^ne beiden Genossen, denn da zum Edenschmuggel wenigstens drei Peiffonen gehören, konn- rn die rwei nur wegen einfachen Schmuggels bestraft wer- BiertelE^- ^-ieIten.. b?r der Mainzer Strafkammer ein Gefängnis, bezw. mehrere Wochen Haft. Auch wurde mif bte beantragten hoben Geldstrafen erkannt. 8 e n ■ a»rit Erst jetzt lassen sich die schreck- Äen ™ -teTUn0en' blt ^ttoenenbrudjartige 7tBhnrrn^s®rC1t,,’n r",n m,tt(erra Rheinhessen angerichiet wette? Ä ub°rs°>en Am schlimmsten hat Las Un- qn°%rnf,etm S:roUtet »° man ein ähnliches )( Gießen 4. Avril. "* *****«- - ♦ ** OrdenSanaelegenheiten. Der Großherzoa hat nachbenannten Bcamlen bte Erlaubnis zur Annahme unb von dfe'em aber im übrigen getrennten unb für sich abgeschlossenen FcuerraumeS geworfen unb verbrannt. Ein entlassener Geselle batte Anzeige erstattet. CS würbe festgestellt, daß zur-Zeit der Tat die Kohlen in Weißglut glühten unb baß in dem Raume eine Temveratu: von minbeften* 2000 biS 3000 Grab Celsius herrschte. Die Ansicht des SaclMrstü'.'digen ging babin, daß btc Tiere in dem Feucrrcmm keinen Augenblick mehr gelebt haben können unb daß diese Art der Tötung die denkbar schmerzloseste sei: gewöhnlich würden junge Hunde, Kaden usw. ertränkt: dies dauere aber länger unb sei mit erheblichen Schmerzen für die betreffenden Tiere verbunden. Das schöffengerichtliche Urteil ttnirbe ausgehoben unb der Angeklagte freigesprochen. DaS Jngendfest 1910 besuchte auch der verwitwete Balmarbeiter A. W. von hier. TeS andern Tags erzählte die Ch. R. Ehefrau seiner Haushälterin, W. habe sich aus dem Feste mit einem jungen Mädchen herum» gedrückt unb knüpfte noch einige, nicht gerade schmeichelhafte Be- merlnngen daran. Ties war Veranlassung, baß zwischen bem W. unb der 91. eine Auseinandersetzung stattfanb, bet welcher beiderseits nicht eben gewählte Ausdrücke gebraucht wurden. Aul erhöbe;! e Vrinatttage wurde die R. wegen Beleidigung zu einer fieinen Geldsra e verurteilt. Sie focht das Urteil an unb begehrte, für straffrei erklärt zu werden, da W. sie ebenfalls be- leidiat habe Tas Gericht hielt jedoch das verurteilende Erkenntnis erster "nstan- aufrecht, indem es ausfuhrle, daß die R. von vornherein'b'-le-digt unb die Ursacl-e zu dem ganzen Zusammenstoß gegeben, habe. CtnVergletch. Tie ledige M. Z. von N. nnb die H. S. Eh.nrau von da haben sich aegensestig beleidigt. Tas schöfstimcrichtlschc Urteil ist nicht nach W"nsch ausgefallen unb von beiden Testen ange- focksten werden. Heute jedoch sind die «Streiffeite fiüger, sie nehmen die gefallenen Beleidigungen sowie die gestellten S'rafanträge zurück und teilen sich nach -<,',ne der Sach? in die Kosten. Im Armenhaus zu G. wohnt der Taglöhner E. N. nebst Frau unb der Bürsten- macheu ü. CH. M. nebst Frau. Beide Familien leben seit län- aerer Zeit in ©reit unb haben schon öfter die Gerichte beschäftigt. Heute haben sich die Eheleute M. zu verantworten, welche die Ehesrau R. des Diebstahls bezichtigt haben und deshalb beide vom ©chösfengericht zu G. zu je 10 Mark Geldstrafe verurteilt worden sind. Sie wollen freigcsvrochen sein, weil die von ihnen ausgestellte Behauptung wahr sei. Das Gericht vertagte die Sache und ordnete die Beiladung von Zeugen an. Automobilsahrer unb Straßen Polizei. Der Chauffeur W. K. von D. hat gegen ben Kreisstraßenwärter ©ch. r-nn 9? -M. Vrivo*klaae erhoben, weil dieser einem andern Chauffeur gegenüber ifm für den größten Stromer erklärt habe. Tas ©chösfengericht Bad-Nauheim hat den Angeklagten mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. In her heutigen Verhandlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte die angebliche Aeußerung bei der Ausübung seines Dienstes getan hat, das Gericht sah sich deshalb genötigt, die Verhandlung auszuleeen, H nach Ar'i'ck 77 des Heß' Aussübrung^aesetzes zum Bürgerlichen Grsttzbuch zur Strafverfolgung gegen Beamte zunächst eine Vorentscheidung des Verwaltungsgerichtsbofes erforderlich ist. daß der Beamte seine Befugnisse überschritten habe, ober eine Erklärung beS vorgesetzten Ministeriums, daß von einer solchen Vorentscheidung abgesehen tverden solle. Petersburg, 4. April. Der Avpellhos verurteilte den früheren Matrosen Pawashe wegen Verkaufs von geheimen Signalbüchern an einen ausländischen Marineagnaten zu 12 Jahren Zwangsarbeit. Arbeiterbewegung. Epernah, 1. Avril. Tie Kellermeister der Wein- Häuser der Chamvaane sind wegen Lobnfraaen in den A u s st a n d getreten. Man befürchtet, daß diese Bewegung die in dem Weinbaugebiet bereits herrschende Unruhe noch erhöhen werde. Kasseler Hafer-Kakao ist nur echt in blauen Kartons für 1 Mark (für 40-50 Tassen), niemals lose, n Freiwillig bekundet II I —— I ■■ — in „Seit 15 Jahren trinkt meine Familie täglich /ihren Kasseler Hafer-Kakao ZUm ersten Frühstück und ich glaube.dass es hauptsächlichdem fortgesetzten Genuss von Kasseler Hat er-Kakao zu danken ist, dass meine Z» Kindes* gesund und kräftig geworden sind. Königsberg, 6. 11. 10 gez.: C. G , Sekretär. Bersteigernng. Donnerstag den 6. Avril d. F., nadim. 2 Uhr, werden nur der Mittclstmüble bei Sllten-Bufeck uerifeigert: 1 Leitspindeldrehbank für Straft* betrieb mit Deckenvorgelege 260 425/1000, 1 Leitsvindeldrebbank, ©oitjcnböbe 175 mm. Drehlänge 1000 mm, 1 Metalldrehbank, zwei Schnclllwhrmaschinen für Löcher bis 12 mm und 25 mm, 1 Parnllelmaschinen-Schraubstock. 1 Zentrierfuller 192 mm mit 2 Satz Backen, 1 Kaltsäge. 102093 Geißler. Gerichtsvollzieher Frische Fische Donnerstag früh eintreffend: Nordsee-Schellfische ziabliau i. 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Außer den Maurern und Tischlern trifft die Aussperrung der Elektrizitätsarbeiter sämtliche Arbeiter der Holzindustrie, namentlich die Säge- werksarbcitcr, Maschinentischler, Klempner und Baubandlanger. Tie Zahl der in Kovenbagcn und in den Provinzen Ausgesperrten beträgt insgesamt 14 000. vermischte». * Ter prelißische Staat und die Anfänge der deutschen Burschenschaft, lieber die Stellung der ersten Ieuaiichen Burichenfchast zu Preußen teilt Professor ochdruckgebiet fick ausbreitet Deutschland steht noch im Bereich der kalten nördlichen Luftströmung. Daher ^traten wieder all ent ha Ich en Nachtfröste auf und nielfach fallt noch Schnee. Tie Mittelgebirge haben über 10 Grab Kälte Auch, beute herrscht noch kaltes wolkiges Weiter mit Schnee. Ta Mitteldeutschland noch von dem Tief über Italien beeinflußt wird, bessert sich das Wettet nur langsam. WetterauSsichien in Helsen am Donnerstag dem 5 Avril 1911 : Meist heiter und trocken. Nachtfrost, auch nm Tage kühl, östliche Winde. Letzte Nachrichten. Tie Erledigung der heff. Gesetze über die Verwaltungsreform. R. V. Darmstadt, ö. April. Die Zweite Kammer beschäftigte sich heute mit den Rückäußcrungen der Ersten Kammer zu den drei Gesetzen über die Berw altungs- r e f o r m. Tas Gesetz über die S t ä d t e o r d n u n g wurde nach den Beschlüssen der Ersten Kammer angenommen. Bei der Landgemeindeordnung entstand über das passive Wahlrecht der Volksschullehrer bei den Gemeinderatswahlen eine längere Aussprache, die mit Beitritt zu dem Beschluß der Ersten Kammer endigte, daß die VolkS- schullehrer nicht in den Gemeinderat wählbar sein sollen. Dieser Beschluß wurde mit 20 gegen 19 Stimmen gefaßt. Auch dem Beschluß der Ersten Kammer, daß der Höchstbesteuerte jeder Gemeinde im Gemeickderat Sitz erhalten soll, wurde zugestimmt, doch soll er nur beratende Stimme haben. Die Sitzung dauert fort. Washington, 5. April. Dem Präsidenten Taft ging aus Anlaß der Ratifikation des Handelsvertrages zwischen den Vereinigten Staaten und Japan eine in herzlichen Worten gehaltene Depesche des Kaisers von Japan zu. Tast gab in feiner- Erwiderung der Hoffnung Ausdruck, daß der Handelsvertrag dazu beitragen möge, die Bande zwischen beidim Staaten noch enger zu schließen.____________________ Tic junge Mutter ist oft im Zweifel, was sie dem Kinde und) her Entwöhnung für Nahrung geben soll. Ter Zusatz von „Ntufefe" zur Milch erhöht den Nährwert derselben, unb die „Klifeke" Suvve wird von Kindern gern genommen und gut vertragen. _______ hvT/n Heinrich, mein lieber alter Junge — du willst verzweifeln? I 2ßegen des bißchen Katarrh „Nb dem quälenden Husten? Mach keine Geschichten — Tauf dir lieber in der nächsten Apotheke ober Drogerie owe Schachtel FayS ächte Sodener Mineral-Pastillen unb ich wette drauf, daß du alle Beschwerde verblüffend jri-, s- schnell los fein wirst. 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