M Jahrgang Drittes Blatt Nr. 54 Erscheint tSgNch mtt NuSnahme beS GermtogS. Die „Gießener ZamMendlStter" roerben bem „Anzeiger^ viermal wöchentlich bcigelegt, ba3 „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „randwlrlfchastlichev 3ctb fragen" erscheinen monatlich zweunal. Redaktion, Expedition und Tnickere.: Schule ftrage 7. Expedition und Verlag: e-^51. Redaklion:^4S112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. disferenzen des Herrn Professor Tr. Weber in (Ließen mit der Forstbehörde ist Redner der Meinung, das; Promsor Weber im Rechte sei; cs sei doch diesem in erster Linie darum zu tun, Ersparnisse unnötiger Kulturkostcn in den Stoaiswaldimgen her beizuführeo. Tie Form dieses Streikes forme ihm, dem Redner, freilich auch nicht gefallen und sei im Interesse der Sache zu beklagen. Abg. Stöptcr (natL. erörtert kurz einige forftlickie Miß-> stände int Vogelsberg und tritt für eine raschere Aufforstung! desselben ein, damit auch Hessens größtes Wasserreservoir wirt- schmstlich besser ausgenutzt werden könne. Weiter unterstützt der Redner die vom '2lbg. Tr. Schmitt angeregte stärkere Verwertung der Buchenschwcllen. Abg. Tr. Osann naiL1 wünscht, biß man sich heute schon über Vorschläge zu Erivarniffen im Forstwesen äußern möge, 'damit man sie bei den Verhandlungen im Vereins achungsausschuß DcrmcTtbcu könne. Abg. Raab Sozd bringt eine Reihe lolaler Beschwerden über angebliche Mißstände in der Behandlung der Waldarbeiter vor. Tie Holzarbeiter müßten schon vor Tagesanbruch ihre Arbeit beginnen und hätten bis zum späten Abend auszuharrcu durch diese übergroße Ausnützung der Kräfte würden ami> Ijäuiigcr Unfälle herbeigesührl. Ten .Hauptgrund zur Unzufriedenheit der Waldarbeiter bilde die Akkordarbeit. Abg. Korell Bbd.) regt an, bei der ictzigen star'.ei! *\a frage nach guten Jagden und den hohen Preisen, die vet den Vei der Forderung eines Truppenübungsplatzes * für das 14. badische Armeekorps bringt Abg. Hug (Zcntr.) Wuniche der beteiligten Gemeinden vor. Abg. Haußmann (Vp.). Leider ist bei der Anlegung des Platzes Württemberg nicht berücksichtigt worden, obgleich der von und vorgeschlagene Platz viel besser geeignet, wäre, als der jetzt in Aussicht genommene. Generalmajor Staabs: Natürlich iil mit der größten Sorgfalt vorgegangen worden. Es mußte Rücksicht darauf genommen werden, daß die Truppen nicht unnötig durch unnötige Märsche angestrengt werden. Der gewählte Platz ist durchaus günstig. Ec trägt allen unteren en Rechnung. Tie Truppen können dort mehr geschont toerben als anderswo. Die Wünsche der Gemeinden bezüglich der Ncutani gelber und der Pachibedingungen sollen bcrüasichtigt werden. Abg. Dr. Punsche (Natl.)t bemerktzu der Resolution über die Militärlieferun^en, diese sei nicht etwa fo gemeint, daß die Privatindustrie einfach ausge- schaltet werden solle, sondern die Militärverwaltung soll in ihren eigenen Betrieben eine Kostenberechnung ausmacheu, unter Einschluß der Ausgaben für Gehälter usw. und das %ur Gruiwlage des Vergleiches der Preise machen. Man müsse die Privatindustrie, wenn sie für den Mobilmachungssall liefern soll, instand setzen, auch im Frieden ihre Einrichtungen dafür aufrecht zu erhalten. Die Ausgaben deL Militäretats werden genehmigt. Beim Württemberg:scheu Etat nimmt das Wort Württemb. MilitörbcvollmächtigtLr General b. Toner: Ich war nicht im Saal, als der Abgeordnete Keil seine Rede begann. Wie ich höre, hat er sich Ausfälle gegen das württcm. bergische Kriegsministerium erlaubt, die der Herr Praiuent schon als ungehörig zurückgewiesen hat. Herr Keil hat bmnit wir gezeigt, wie sehr er geneigt ist, sich über b c r f a । iu n g 8 • mäßige Grundlagen leicht hinwegzu setzen. Iw weise seinen Angriff auf das würltcmbergische Ariegsministerium auf das allerentschiedenste zurück. Beim außerordentlichen Etat „Festungen" verweist Abg. TrimOom (Zcntr.) auf die R a v o n b e s ch r ä n k n n ge n , unter denen die Festungsstädte zu leiden haben, z. B. Köln. Bon der L u f t s ch i f sa h i t sind infolgedessen diese Städte ousgeschlonen, weil Festungen nicht überflogen werden dürfen. Vielleicht liest der Kriegsminister den entsprechenden Teil einer Rede, die ich beim Zuwachssteuergesetz gestalten stabe, nach. (Heiterkeit.) Ich bitte, die Eingabe der Stadt Köln zu berücksichtigen. Generalmajor Wandel: Wir sind genötigt, unsere Festungen zu schützen, werden aber die Eingabe der Stadt Köln wohlwollend erwägen. Der außerordentliche Etat wird erledigt, ebenso die Ein« nahmen vor dem Titel „Erlös aus dem Verkaufe von Grund« stücken" (Tcmpelhofer Feld). Ein VertagnngLantrag wird angenommen. Abg. Keil (Soz.)' persönlich: Wir merken nur selten, daß wir ein württembergisches .Ariegsministerium buben, vielleicht ist das ganz gut. Es ist mir nicht eingefallen, ausfällig zu werden. . rotunn: Dienstag 2 Uhr. Schluß 6!L Uhr. Samstag, 4- März Rotationsdruck und Verlag der Vrui-. gen Universitäts - Buch- und cteinbrudcvci. R. Lange, Dießen. bringt Dünsche der Feuerwerks» unb Zeugoffiziere auf Gleichstellung mit den Fromoffizieren zur Sprache. Diese Wünsche be» ziehen sich nicht nur auf finanzielle Fragen, sondern die Feuerwerks« und Zeugoffiziere wollen auch die Möglichkeit haben, einmal Hauptmann zu werden. Die Feuerwerks, und Zeugoffiziere werden wie Stiefkinder behandelt unb sind verstimmt über die ihnen gegenüber seit Jahren befolgte Politik der Zurücksetzung und Demütigung. Generalmajor Wandel: Die Vorwürfe des Vorredners sind durchaus unbegründet. Erst kürzlich ist eine erhebliche Besierstellung der Feuerwerks- und Zeugoffiziere erfolgt. Eine völlige Gleichstellung kann a«8 dien st- -ichen Gründen nicht erfolgen. UebrigcnS besteht der gleiche Zustand auch bei der Marine, ohne daß eö dort zu irgend welchen Reibungen gelommen ist. Tie Feuer wer ksoff-iziere als Stiefkinder ober schlechthin als Arbeitöoffiziere zu bezeichnen, geht nicht an. Wir Offiziere arbeiten alle. (Beifall.) Abg. Schwärze-Lippstadt (Zentr.): Die Sozialdemokratie hat kein Recht, Anklagen zu erbeben. Sie verweigert das Budget und alle Steuern. (Abg. Hue: Aber bezahlen muffen wir siel) Der Redner bespricht die Arbeitsvcr- hältnisse in den Militärwerkstätten seines Wahlkreises. Aba. Hue (Soz.)" spricht zur R e s o l u t i o n seiner Fraktion. . Ihr Wortlaut stimmt genau Überein mit der zum Marmee»at euigebrachten unb dort abgelehnten Resolution. Es handelt sich um. d,e L t cf er u n fl»- bedingungen der Heeresverwaltung, die Verpflichtung der Lieferungsfirmen, auf den Abschluß von Tarifverträgen hinzuwirken sowie um die Mitwirkung der Arbc.terauS,chuffe in den Betrieben der Heeresverwaltung. Der Redner bezieht sich bezüglich ber ÄoaliiioiiSf reibet t ber S taat. 5a r beit er auf bte Verhandlungen eines Kongresses der dinJHi(6cn Gewerk- schäften unb bemerkt aus den Widerspruch dcS Abg. BehrenS, die Herren die hier militärfromme Reden hielten, pflegten braunen vor ben Arbeitern Brandreden zu halten. Die Verherrlichung der Firma Krupp die früher Dr. Beumer im ReickStage betrieben habe, scheine jetzt Herr Behrens übernommen zu staben. Ter Redner spricht emqchend über Attordabzüge, die bet Krupp gemacht seien, über die Wobnungsverhältnisse in Essen, für die er nicht allein die Firma Krupp perantwortlich mache, sondern daS ganze kapitalistische System und verlangt, vom Präsidenten zur Sache gerufen, eine staatliche Regelung des Wohnungswesens für die Arbeiterschaft. Abg. Mommsen (Vp.): Wenn Dr. Votistoff gesagt hat. er halte daS Zentrum für st a a t s f e i n d l i ch e r als die Sozialdemokratie, ,o ist das seine persönliche Ucbcrzeugung (Hört! Hört! im Zcntr.), die sehr viele und gute deutsche St'atsbürger heute teilen. Ich wurde das Wort staatsfeindlich weder gegenüber den Sozialdemokraten noch einer anderen Partei, auch nickt der äußersten Rockten gebrauchen. Aber in der heutigen politischen Situation ist für das liberale Bürgertum das Zentrum die allerschwer st e Gefahr. (Unruhe im Zentrum, Lacken rechts.) Darum ist seine Bekämpfung unsere Hauptaufgabe. (Zurufe im Zentrum.) Unserer Parteileitung ist pon einem Bündnis mit den Sozialdemokraten nichts bekannt. Der Redner sprickt über die ArbeitSverhältrriffe in den Danziger Betrieben und verlangt auch für diese die den Spanbauer Arbeitern bewilligten Zulagen. Abg. Dr. Will (eil. Zentr.) geht auf die gestrigen Ausführungen Pot'ckoffS ein. Woher weiß Dr. PottboJ. daß das Arbcitskamincrgcsetz nicht mehr gemacht werden soll? Wir sind jedenfalls nickt schuld, wenn es sckeitert. lOho-Rufc links.) Kommen Sie uns nicht immer mit Prophezeiungen, warten Sie doch die Wahlen abk Abg. Hoch (Soz): Denken Sie vielleicht, uns macht es großen Spaß,-hier lange Reden zu halten? Wenn wir aber ter Verwaltung nicht fort- während auf die Finger sehen, wird überhaupt nichts für die Arbeiter getan. Abg. Gicsberis (Zentr.) k Es ist unser gutes Reckt, hier zu fpredjen. DaS lassen wir uns nickt verkürzen. Wir bitten den Minister, die Behauptungen Hues über Akkordabzüge bei der Firma Krupp zu untersuchen. Wahrscheinlich wird sich Herausstellen, ?.'f, nicht viel daran ist. Vizepräsident Dr. Schultz schreitet ein, als auch dieser Redner wieder gewerkschaftliche Streitigkeiten anschncidet, unb macht barauf aufmerksam, baß er diese persönlichen Auseinanbcrsetzungen, die mit dem Militäretat durchaus nichts zu tun habe^ nicht mehr zulassen werbe. (Beifall.) ASd. Keil (Soz.): Es ist wirklich fraglich, ob bas w ü r t t e m b e r g i s ch e Kriegs Ministerium bas Gelb wert ist, bas dafür ausgegeben wirb. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen Vizepräsident Dr. Schultz: Herr Hue hat nicht breiviertel Stunden gesprochen (Abg. öu c: Sehr richtigI Heiterkeit) unb die Frage nur gestrerst. Wenn ich jeden Redner bei jedem Satz zur eadhc rufen woll.> wenn er vom Thema abschwcift, wurden wir überhaupt nicht fertig werden. Tie ZentrumSrcsolutionen werben angenommen, die sozialdemokratische wird obgelchnt. Beim „Verkehrswesen" bemängelt Abg. Carstens (Vp.) die Vertrage bezüglich der sogenannten „ Subven tionSwagcn ". Generalmajor Wandel: ES kommen nur wenige Fabriken in Frage und zwar IS. Tie Verwaltung hat Einheitspreise veranlaßt. Jede tzavrik. Die ein brauchbares Modell liefert, wird zugelasien. Die Behauptung, baß Wagen derselben Qualität an Private billiger abgegeben werden als an die Militärverwaltung, ist nicht richtig. Abg. CarstcnS (Dv.): Ich habe Beweise m Händen. Private zahlen 17 000 Mk-, die Militärverwaltung 22 OOO Mark. Generalmajor Wandel: Bitte, stellen Sie uns das Material zur Verfügung. Abg. Carstens (Vp.): Ich bin dazu bereit I Eine Zentrumsresolution, die einen Ausbau der Pcnsiouö« und Witwen- und Waiscnasse fordert, wird nach kurzer Begründung durch den Abg. Dr. Becker (Köln, Zcntr.) angenommen. Angenommen wirb eine Resolution der Bubgctkom- Mission, wonach bei Waffen- unb M u n i t i o n 8 l i e f e - rungen die billiger liefernde Privatindustrie mehr herangezogen werben soll. Deutscher Reichstag. 140. Sitzung, Freitag, den 3. März. Am Tische des Bundesrats: Frhr. v. Heering en. Präsident Graf Schwerin-Lowitz eröffnet die Sitzung um 1 tthr 15 Min. Der millMrefafo (Neunter Tag.) k Di« Beratung wird beim .Artillerie- und Waffen - wesen" fortgesetzt. Abg. Dchrcnß (Wirtsch. Dgg.): Die Arbeiter bei der Heeresverwaltung sind Si-alsarbeiter, darum können wir ihnen die ganz unbeschränkte Koalitionsfrei, beit nicht zugestehen. Sonst kämen wir zu Zuständen wie beim Eiscnbahncrstrcik in Frankreich. Man soll den Arbeitern aber g^ '.allen, sich verbandsmähig zusammen zu schließen. Natürlich müssen diese Organisationen auf den, Boden staats- treuer Gesinnung stehen. Ten ZentrumSrcsolutionen, die den Arbeitern weitere Rechte gewähren wollen, stimmen wir zu. Die sozialdemokratische Resolution auf Förderung der Tarifverträge lehnen wir ab. An sich ist unS die Tendenz angenehm, aber die Sach« hätte nur einen Zweck, ivenn einheitlich auf der ganzen Lime vorgegangen würde, und wenn der Reichskanzler alle Refforts dazu verpflichten würde. Der Redner versucht die Angriffe des Abg. Hue beim Marineetat gegen die Firma Krupp zurückzuweisen, wird aber vom Vizepräsidenten Spahn daran verhindert. Der Redner legt daher sein Material auf den Tisch des Hauses nieder. A6g. fViffr. b. Gamp (Rp.): Ts wäre des Reichstages würdiger, wenn nicht solche Kleinigkeiten hier immer eine so große Rolle spielen würden. (Zustim- mung.) Kein Parlament beschäftigt sich soviel mit solchen Lumpereien wie gerade der deutsche Reichstag. (Lebhafte Zustimmung.) Ein einziges Ressort kann doch gar nickt einseitig vorgehen! Da müssen doch erst alle Verwaltungen Vereinbarungen treffen. Am besten wäre es, alle Resolutionen würden zurückgezogen. (Beifall.) Viel steckt nicht darin! Eö macht wirklich keinen erhebenden Eindruck, wenn eine Pattei immer die andere zu übertrumpfen sucht! (Zustimmung.) Abg. Dr. Becker (Kölu. Zentr,): Wir ziehen unsere Resolutionen nicht zurück, wir hoffen viel- mehr auf eine große Mehrheit für sie. Tic Angriffe be3 Tr. Pottboff sind um so unverständlicher, alö die Fortschrittler im preußischen Abgeordnetenhause genau dieselben Resolutionen ein- gebracht haben wie wir hier. (Hört! Hort! im Zentr.) Nicht wir sind staatsfeindlich, sondern die Freisinnigen, die jetzt mit den Sozialdemokraten Zusammengehen. (Zuruf links: Wie Sie früher!) Sorgen Sie nur dafür, daß Sie nicht von Ihre,, roten Freunden untergebuttert werden! Der Redner empfiehlt nochmals den Ausbau der Arbeitcrausschüsse und die Sicherstellung ihrer Mitglieder. Abg. Zubeil (Soz.): Auch die freien Gewerkschaften stehen auf dem Boden der Staatsordnung. Für uns sind bic jetzt behandelten Fragen mindestens ebenso wichtig wie die Bewilligung neuer Schiffe ober neuer Bataillone. Im Namen ber Siegburger Arbeiterschaft bitte ich bie AnterschlagungSasfäre noch einmal strena zu untern'ckcn. Ter Redner bringt Wünsche der Arbeiter militärischer Werkstätten vor unb bespricht besonders die Verhältnisse in Spandau. Generalmasor Wandel: Dir sind überzeugt, daß die Straßburger Arbeiter nicht damit einverstanden sind, daß sie vom Abg. Bohle als Sozialdemokraten bezeichnet werden. (Sehr richtig! vecktS.) Tie Techniker sind etwas schwierige Herren und geben fortwährend Grund zu Erörterungen. Wir baben zur Beseitigung aller Beschwerden zwei Kategorien von Technikern geschaffen. Wir verhindern die AuS- Übung bc5 KoalitionsrechtS nicht, nur lassen wir keine sozialdemokratischen unb staatsfeindlickien Tendenzen aufkommen. (Beifall.) Wir sind durchaus bereit, die Wünsche der Arbeiterschaft durch deren Vertreter, die ArbeiterauSschüsie, entgegenzunehmen unb legen der Tätigkeit der Arbeiterausschüsse kein Hindernis in ben Weg. (Widerspruch bei den Soz.) Es ist unrichtig, daß in Spandau eine Wohnungsnot besteht, wie hier behauptet wird. Abg. Sommer (Vpj)' bis zu 50 Jahre alt werden, bevor sie in selbständige Stellungen kommen: vielleicht könne man auch durch Verleihung des Titels „iyorfhimtmami" c:ivae für die »icpntntion der Forstassistenten tun. Tie Regierung härte bei Zeiten etwas tun rollen, um dem großen Andrang zur Forstkarrieie Einhalt zu tun. Vielleicht empfehle cs sich., die roezielle Forstprofcssnr in Gießen aufzu- heben, icie dies auch München tat, unb die jungen Leute zu veranknien, ihre Fachstudioi wo anders zu machen. Geh. Rat Milbrand entgegentc kurz und bemerkt, daß die Regierung schon früher vor dem Studium des Forstfaches dic jungen Leute gewarnt hrbc. Zu der vom Finanzausfchuß vorgeschlagcnen Aufhebung der Qberförstereicn Friedberg, Schaafheim, Trebur, Miesccl und Worms, der Stellung von zwölf Oberförstern uni) fünf Assistenten aus den Inhaber, sowie zu dem Vorschlag auf weitere Vereinfachungen in der Forswerwaltung werde sich die Regierung erst äußcm, wenn bic Frage in der Kommission für Vereinfachung ber Staatsverwaltung zur Behänd- limg iomme. Tagegen könne er schon heute erklären, daß die Regierung mit dem weiteren Antrag des Ausschuffes, statt der jetzigen Tagegelder der Obcn'örster einen Ticnstaufwand von 350 Mark für jeden Oberförster zu bewilligen, einverstanden sei. Abg. Lutz Bbd bespricht die Forswerhälinisse im allgemeinen unb rügt namentlich biß viel zu kostspieligen Bauten für Lber- försterwohuungeu unb forstliche Lict'chaftsgcbäirde. In seinen weiteren Ausführungen betont ber Redner die ^colwendigkeit, unnötige .üuliurtoftqi ju mparen. Bezsvnrch der ?Ncinungs- Vizepräsident Dr. Schultz: Das ist eine ganz ungehörige Bemerkung, bie Sie sich sparen konnten! Abg. Steil (Soz.): Im Süden sind überall Sozialdemokraten in ben Staatsbetrieben. Und wenn sie in bic Kommunen oder Landtage gewählt weiden, werden sie beurlaubt unb zwar ohne Lohnabzug. Das sollte ber preußische Kriegsmmister sich zu Herzen Nehmen, unb wenn ihm barüber die Haare zu Berge stehen! (Heiterkeit.) Der RebnöV fordert ben weiteren Ausbau ber Arbeiterausschüffr Württembergischer Generalmajor Dorrer weift Behauptungen des Vorrebners als unzutreffend zurück. Auf Einzelheiten kann ick nur antworten, wenn ich vorher orientiert werbe. Die Löhne finb erhcblick erhöht worden, auch in Ludwigsburg. Wünsche der Arbeiicrausschüffc werden stets geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt. Damit schließt die Aussprache. Es folgen per- sönliche Bemerkungen. Abg. Hcngsback (Soz.): Ich habe leider nicht mehr bas Wer« erhalten. Aber geschenkt wirb nichts. Abg. Dr. Pvtthojf (Vp.): Auck ich bin nickt für schronkenloie Koalitionsfreiheit, sondern erkenne die geschlichen Beschränkungsn an. Abg. Behrens (Wir!sch. Vgg.): Ich weise c-3 zurück, baß ich die ^nkreffc.’. ber Großindustrie vertreten haben soll. Abg. Giesberts (Zentr.): Ich hatte mich bei in Grafen Schwein erkundigt, ob er eine Ausspracke über bic Essener WohnungcverhältMe zulofscu würde. Er bat das verneint Nun Hot Hue dreivi.rtel Sloaden gesprochen unb mir hat man bas Wort nbac’tuitten. hes^che swette Hammer. R.B. Tarmftadt, 3. '.Olütv Am Regrerimgstiichc: Staatsminister Ewald, Minister des 3nnem v. Homberg!, Geheimräte Milbrand, Tr. Becker, S ü f f c r t, Best und Geh. Oberjorstrat ^W a l t h e r. Vizeprösidcnt K o r c l l eröffnet um 9> ? llhr dic Sitzimg. Cs wird sofort in bic Tagesordnung cingctrctcn: Emzelberalnng des Staatsvoraiischlags. Kavstel 1, Reste aus früheren Jahren, wird ohne Debatte genehmigt. Bei Kapitel 2, Mameral- und Forftdcmiäncn, gibt Geh. Rat Wilbrand namens der Regierung die Erklärung ab, daß sie mit den Bvischlägelt des Finanzausschusses tinncr- l'tanben sei. Abg. Tr. Schmitt Zentr.) regt an, die Regierung möge sich für bic größere Verwendung von Holzschwellen bei ben Eisenbahnen interessieren, namentlich bei der preußisch ckessuckren Eisenbahngcmeiuia ast. T: präparierten Holzschwcllcn seien dauerhafter, als Eiscnsckiwellen. ^eh. Oberjorstrat A a l t h e r ist erfreut, baß die Regierung in icrcm Bestreben, ein weiteres Absatzgebiet für die hessischen -Holz,ck>wellcn zu gewinnen, aus dem vause llnlerftützung findet. Tie Forstverweltnng midme bicicr Frage schon fett längerer Jeu fort gesetzt die größte Aufmerksamkeii. Abg. o. Brentano beflogt die migünftigc Stellung der Farftasiiftenten unb das langsame Aufrücken, worunter namentlich! auch bic akademisch gebildeten Beamten zu icib-cn hoben, bic oft | 27. 16. 38 Jahre alt, Buddestraße 11. — Heinrich Georg Christoph Repp, Schuhmacher, 57 Jahre alt, Licher Strafe 74. — JvHdvrrsteiacrurrgen erzielt würden, auch die Jagden des Großh. Hauses bester auszmmtzen. Der Redner tritt dann u. a. noch Wir Erleichterungcrl bei der Abgabe des Losholzes ein. Abg. Bähr iwilv) hält eine recht humoristische Rede über das Ordenswescn in Hessen und rechnet unter großer Heiterkeit im Einzelnen aus, welch hohe Einrrahmen der Staat durch Er- hckung einer Sternpelgebühr bei Ordensverleihungen erzieleir konnte. Er beantragt schließlich beim Kapitel Ordenswesen die dort vorgesehnie Ausgabe von 5160 Mark als Beitrag an die Großh. Kabinettskasse für das Ordenswesen zu streichen und bujfir als Einnahme an Stempelgebuhren für Orden den Betrag von 30 000 Mark einzustellen. Staatsminister Ewald entgegnet, die Ordensverleihungen seien ein Recht der Krone und er wolle deshalb auf die Frag«? selber nicht näher eingehen. Soweit der Antrag Bähr bezwecke, die 5160 Mark für die Kabinettskasse zu streichen, so woll-e er doch daran erinnern, daß dieser Audgabeposten allfährlich von der Kabinettskasse sehr wesentlich überschritten werden müsse und zwar hauptsächlich für Orden, die im staatlichen Interesse und int gegenseitigen Verkehr mit anderen Bundesstaaten verliehen würden. Er bitte deshalb, den Antrag Bähr abzulehnen. Nach einer Frühstückspause führt Abg. Ulrich (Soz.) aus, daß verfassungsmäßig die Ordensverleihungen Sache des Großherzogs seien. Aber budgetmäßig habe auch die Kammer insofern über das Ordenswesen mitzusprechen, als die 5160 Mark für Ordenswesen an die Kabinettskasse bewilligt werden müßten. Er habe schon früher die Streichung dieses Postens beantragt und leine Freunde würden auch diesmal wieder gegen die Summe votieren. Der Antrag Bähr sei gar nicht so uneben, aber eS frage sich, ob er die Mehrheit iml Hausse finden werde. Er, Redner, sei garnicht abgeneigt, die Eitelkeit gewisser Leute zu besteuern und aus dem Ordensstempel eine Einnahmeguelle für den Staat machen. Der Redner kommt dann auf verschied^re Einzeb- fälle zurück und tadelt besonders die Maßregelung eines Forstarbeiters durch den Forstmeister Heyer in Jugen- ,heim. Weiter bespricht bann der Redner einen anderen Streitfall zwischen Waldarbeitern und dem Oberförster in Seligenstadt. Die Regierung solle den Oberförstern klar machen, daß sie nicht die Herren des Walldes oder der Gemeinden sind, daß ifie zwar Großh. Forstmeister, nicht aber Großh. Polizeimeister leien. Abg. v. Brentano (Ztr.) bemerkt, daß er die historischen ..Ausführungen des Abg. Lutz für sehr interessant halte und namentlich habe ihn auch die Bemerkung des Redners interessiert, daß ein Oberförster wohl zehn Jahre Studium gebrauche, um die Bodenverhältnisse seines Forstbezirks gründlich kennen LU lernen. Wenn das wirllich der Fall sei, dann müsse man «sich doch sehr überlegen, ob man einen Teil der Obersörstereien aufheben könne, wie das vorn Ausschuß gewünscht werde. Der Redner bespricht dann die ungünstigen Verhältnisse unter den Forstassistenten und verlangt ihre Besserstellung. Zu dem Ka- •öitet des Ordenswesens bemerkt der Redner, er könne es verstehen, wenn sich Abg. Ulrich mit den Ordensverleihimgen nicht einverstanden erkläre und seine Bemerkungen darüber mache. Ganz unverständlich sei ihm aber, wenn ein Mann von der anderen Seite des Hauses, wie der Abg. Bähr, sich in solch gehässiger und einseitiger Weise über das Ordenswesen äußern könne. Er sehe sich veranlaßt, gegen diese Aeußerungen entschiedenen Protest ejnznlegen. Es sei doch merkwürdig, daß solche Worte von leiten eines Mannes erfolgten, der in der Hessischen Landwirtschaftskammer eine so hervorragende Rolle spielt und dessen Spezialkollegen doch meist mit Orden und Ehrenzeichen dekoriert seien. Er sei überzeugt, daß Abg. Bähr mit seinen Aeußerungen ganz andere Absichten verfolgte, als die, die winzige Summe von 5000 Mk. im Haushalt zu ersparen. Die Rede des Abg. Bähr bedeute einen wahren Tiefstand des parlamentarischen Lebens; der Herr werde sich mit solchen Ordeus- geschichten sicher keine Sympathien erwerben. Er scheine vergessen zu haben, daß die Faschingszeit längst vorüber ist. (Zustimmung.) Der Redner hofft, daß das Haus über den Antrag Bähr zur Tagesordnung übergehen werde. Der Redner wendet sich bann gegen die Angriffe der Abg. Ulrich und Raab auf die Alsfeld. Aufgebote: Fckbruar 25. Friedrich Fauth, Photograph, amt Anna Marie Cloos, geb. Höhler, beide zu Mainz. Eheschließungen: Februar 25. Hemrich Konrad Loth, Eisendreher, mit Marie. Sophie Müller, beide in Alsfeld. Geborene: Februar 19. Dem Drechslergehilfen Heinrich Eduard Henkel eine Tochter, Luise Charlotte Florentine. — 25. Dem Betonarbeiter Heinrich Otterbein ein Sohn, Konrad Adolf. — 26. Eine uneheliche Tochter, Margarethe. 'S t erb cf ä He: Februar 24. Heinrich Rößner, Gräsl. .Görtzscher Sremuntifter i. P., 77 Jahre alt. — 25. Katharine Allendorf, geb. Diehl, 86 Jahre alt. Beuern. Eheschließungen: Februar 26. Ludwig Muhl, Maurer in Beuern, mit Henriette Johanne Kemper in Ronsdorf, Kreis Elberfeld. — Heinrich Friedrich Otto, Landwirt, mit Margretha Keil, beide in Beuern. — Heinrich Döring, Maurer in Bersrod, mit Luise Sommerlad in Beuern. Bübingen. Aufgebote: Februar 25. Henrrick Friedrich Kältenschnec, Lanttocht» mit Minna Messerschmidt in Vonhausen, — 25. Hein- Standesaintsnachriebten. Gießen. Aufgebote: Februar 24. Friedrich Wilhelm Christian Dhiem, Friseur in Klein-Steinheim, mit Karoline Stein in Langenburg. — Karl Fenchel, Maurer in Wanne, mit 'Elist Horst in Rieder-Ohmen. — 27. Johann Daniel Neidig, Chauffeur -in Gießen, mit Maria Funk in Dietzenbach. — Dr. meb. Karl! Ohlv, Beterinärarzt in Altenstadt, mit 9Jtarie Mathilde Fuchs iin Offenbach. — 28. Hugo Voetsch, Privatier in Freiburg L B.. mit Mathilde fBott in Gießen. — Willy Paetsch, Ingenieur in Meßen, mit Anna Brinkmann in Paderborn. — August Adoll Meckel, Schiedsgerichtsschreiber in Gießen, mit Marie Henriette Stolz in Laubäch (Hessen). — März 1. Karl Pfeil, ©tbremer, mitt Katharine Lingelbach, beide in Gießen. — Reinhard Theodor Reil, Lehrer, mit Anna Helene Elisabeth Jaspers, beide in Oldenburg. — Dr. Hugo Hepding, Hilssbibliothekar u. Privatdozent, mit Anna Luise Quentel, beide in Gießen. — Ldw. Uhl, Photograph ,in Gießen, mit Elisabeth Straszacker in Mtona. — Georg Ebert, Klaviermacher in Gießen, mit Mathilde Enoch in Winningen. — 3. Wilhelm Schwaab, Diplom-Ingenieur in Heidelberg, mit Aaroline Habenicht in Gießen. Eheschließungen: Februar 25. Heinrich Pfeil, Dachdecker, mit Katharine Fehrer, beide in Gießen. — Wilhelm Domay, Kaufmann in Dutenhofen, mit Luise Müller in Gießen. — März 1 Detlef Wilhelm von Thaden, Kaufmann in Ahrensburg, mit Johanna Augusta Frees in Gießen. — 2. Wilhelm Korell, Pfarrer in Dauernheim, mit Luise Zimmermann in Langenselbold. Geborene: Februar 22. Dem Vizefelbwebel Karl Ziegler ein Sohn. — 24. Dem Kaufmann Georg Friedrich Karl Reichert eine Tochter, Johanna Katharina Anna. — Dem Maler und Lackierer Karl Konrad Rau ein Sohn, Karl Franz Wilhelm. — 25. Dem Fliesenleger Konrad Spies ein Sohn. — Dem Taglöhner Justus Schäfer eine Tochter, Elisabeth. — 26. Dem Fuhrknecht Heinrich Hedderich eine Tochter, Clisabethe Wilhelmine. - - Dem Kaufmann Ernst August Pfeffer eine Tochter, Marjje Wilhelmine Berta. — März 1. Dem Fabrikanten Ludwig Ernst .Emrnelius eine Tochter. Gestorbene: Februar 23. Helene Atzbach, geb. Schadeck, 42 Jahre alt, Marburger Straße 49 — 24. Susanne Hammel, geb. Weidig, 70 Jahre alt, West-Anlage 10. — Hugo Hisgen, 3 Monate alt, Kaiser-Allee 42. — Katharine Otter, geb. Adolf, Heinrich Henkel, Taglöhner, 78 Jahre alt, Wiesecker Weg 23. r— Julie Busch, Rentner ist, 79 Jahre alt, Stephanstraße 15. 7— 28. Marie Hammel, geb. Nickel, 51 Jahre alt, Wolfstraße beiben höheren Forstbeamten. Man habe doch kein Recht, über derartige persönliche Dinge hier $u verhandeln und in dieser Weise Personen anaugreifen, die sich nicht verteidigen könnten. Man gebe doch auch oem elendesten Menschen stets Gelegenheit, sich gegen Beschuldigungen zu verteidigen, und man dürfe hier in der Kammer nicht einfach einem Manne die Ehre abschneiden wollen. (Oho-Rusc.) Das habe der Abg. Ulrich getan und Verdächtigungen und Verleumdungen gegen den Oberförster von Seligenstadt vorgetragen. Ihm sei der Briefträger gegen den Oberförster sehr wohl bekannt uno das angeblich beweiskräftige Protokoll, auf das sich Herr Ulrich stützte, beweise gar nichts. (Zustimmung.) . Abg. Dr. Weber (Sbb.l erörtert verschiedene forstwirtschaftliche Fragen, beleuchtet die Frage der Steuerfreiheit fiskalischer Waldungen und tritt für Vereinfachung sowie für eine umfassende Neuorganisation bet Fors'.verwaltung ein. Dann nimmt der Redner ebenfalls entschieden die vom Abg. Ulrich angegriffenen Forstbeamten in Schutz. Der Vorstoß gegen den Forstmeister Heyer sei eine ganz plannmßsig eingeleitete Aktion gegen einen pflichttreuen Beamten und müsse aufs entschiedenste verurteilt werden. (Lebhafte Zustimmung.) Abg. Bähr (wild) verteidigt seinen Ordensbesteuerungsantrag nochmals in umständlicher Weise und verwahrt sich gegen die ihm vom Abg. v. Breittano zuteil gewordene Zurechtweisung. Alsdann bringt der fRebner verschiedene kleine Beschwerden aus der Oberförsterei Mombach-Mainz vor. Abg. Ulrich (Soz.) wendet sich des näheren gegen den ihm von den Vorrednern gemachten Vorwurf der Verdächtigung und Verleumdung von Beamten. Es sei ihm nicht eingefallen, jemand die Ehre abzuschneiden, aber er habe es für notwendig gehalten, in dem Konflikt der Waldarbeiter mit dem Oberförster von Seligenstadt der Sache auf den Grund zu gehen. Es sei sein gutes Reckt und seine Pflicht, als Abgeordneter berartiae Fälle hier zur Sprache zu bringen. Im übrigen wolle er abwarten, was die Regierung für eine Antwort geben oder was sie in der Sache weiter tun werde. Abg. Raab (Soz.) geht nochmals auf die vorgebrachten Beschwerdefälle der Forstarbeiter näher ein und wendet sich gegen den Wg. v. Brentano. Nach einigen turnen Bemerkungen der Wg. Dr. Weber und v. ^Brentano wird die Aussprache um 1/s2 Uhr abgebrochen. Auf Vorschlag des Abg. Reh wird darauf an Stelle des Wg. Dr. Gutfleisch der freisinnige Abg. Damm (Friedberg) in den ersten Ausschuß und an Stelle des Mg. Damm der Abg. Eibach zum Mitglied des dritten Ausschusses gewählt. Darauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Dienstag, vorm. 10 Uhr. DcreimcbS-cff,» * Ermordung einer königlichen Hofdame in Rom. Aus Rom wird unterm 2. März, gemeldet: Heute nachmittag erstach im Hotel Rebeechino der Kavallerie- lcutnant Baron Vincenz Paterno mit einem Jagdmesser die Gräfin Giullia T r i g o n a, geborene Prinzessin Cuto, eilte frühere Hofdame, die sich feit einiger Zeit von ihrem Gatten, dem Grafen Trigoni, getrennt hatte? Baron Paterno schoß sich dann eine Kugel in den Kopf und wurde schwer verletzt nach dem Hospital gebracht. Wie die Blätter melden, hatte sich die Gräfin Trigoni ent* schlossen, sick) von ihrem Gatten zu trennen und ihren Geliebten aufzugeben, um sich ihren Töchterchen zu widmen. Baron Patern o hatte eine letzte Zusammenkunft erbeten, und war von der Gräfin in Gegenwart ihres Anwalts empfangen worden. Die Gräfin willigte ein, weil der Baron versprach, daß er Rom nach der Zusammenkunft verlasse. Man weiß nicht, ob zwischen dem Baron und der Gräfin ein Streit ausgebrochen ist. Die Gräfin hätte am 28. Februar den Dienst als Hofdame aufgegeben. Als der König und die Königin die Nachricht erführet waren sie sehr ergriffen1. Die Leiche der Gräfin wurde auf den rid) £)abermann, Weißbinder in Hüttengesäß, mit Anna Marie Lott in Vonhausen. Sterbefälle: Februar 26. Friedrich Emmirich, Buchdrucker, 30 Jahre alt. — 28. Karl Albert, 13 Tage alt. Butzbach. Aufgebote: Februar 28. Georg Kunz, Gefangenaufsetzer, mit Katharine Elisabethe Schmidt, beide in Butzbach. — Marz 2. Dr. Georg Heinrich Paul, Oberlehrer in Rixd-ors, Kreis Teltow, mit Alice Elise Heil in Butzbach. Geborene: Februar 25. Dem Schuhmachermeister Ernst Gümbel ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Friedberg. Eheschließungen: Februar 25. Martinus Bernardus Stiehrn, Eisenbahnassistent, mit Anna Maria Elisabetha Starck, beide in Friedberg. (geborene: Februar 17. Dem Diplonv-Jngeiüenr uitb Gr. Hauptlehrer Wolf Alexander Hugo Schneid eine Tochter, Sophie Auguste. — 22. Dem Tapezier Johann Warn Albert Bernhard Hohmann eine Tochter, Erna Sophie Emilie. — 24. Dem Gärtner Karl August Reinhold Jaekel ein Sohn, Horst Hermann Paul. — 24. Dem Schriftsetzer Jakob Daniel eine Tochter, Sophie Katharina. Sterbefälle: Februar 26. Emst Momberger, 4 Monate alt. — 26. Eleonore Beck, geb. Klees, 81 Jahre alt. — 28. Susanna Graf, geb. Sauer von Bruchnrbrücken, 77 Jahre alt. — März 1. Nannp Boll, Rentnerin, 68 Jahre alt. — 1. Friederike Louise Harnisch, geb. Schröter, 77 Jahre alt. Garbenteich. Sterbefälle: Februar 26, Katharina Wallbvtt, geb. Wallbott, 63 Jahre alt. Grotzen-Lmden. Eheschließungen: Februar 25. Otto Wilhelm Doll, Pfarrverwalter in Dittelsheim, mit Katharina Amend in Großen- Linden. G eborene: Februar 24. Dem Schlosser gesellen Wilhelm Fischer II. ein Sohn, Shirt Wilhelm. heuc'^hrim. Eheschließungen: Februar 26. Karl Grebe, Taglöhner, mit Margarete Seipp, beide in Heuchelheim. Geborene: Februar 20. Dem Fuhrmann Heinrich KvauS- kopf eine Tochter, Margarete. — 21. Dem Zimmer gesellen August Volkmann ein Sohn, Arthur. — 25. Dem Schweizer Ludwig Süß eine Tochter, Marie Wguste. Hungen. Geborene: Februar 23. Dem Wagner Otto Föller ein Sohn, Ernst. — 23. Dem Hilfsschirrmann Adolf Gerhardt, ein Sohn, Wolf. Krofdorf. a) Standesamt K r o f d > „nieinden Kinzenbach, Krofdorf-Gleiberg, Vetzberg, b) © t q n b e 3 q m t £ (i ii .• i' ck- G-'w i ben Laimsbach, Wißmar Geborene: Februar 22. Dem Landwirt Heinrich Brück in Kinzenbach ein Sohn, Wilhelm. — 26. Dem Zigarrenmacheri Ludwig Steimnüller HI. in Vetzberg ein Sohn, Lutmng. Lang-Gön§. Aufgebote: Februar 25. Wilhelm Schmidt, Landwirt, mit Maria Rompf, beide in Lang-Göns. Eheschließungen: Februar 26. Heinrich Karl Ludwig Edwin Marguth, Pfarrer in Geinsheim, Kreis Groß-Gerau, mit Bertha Elisabeth Else Weber in Lang-Göns. Langsdorf. Auf g ebota: Phllipp Bender III., Metzger, mit Maria Schmidt, beide in Langsdorf. Lanbach. Aufgebote: Februar 27. Friedrich Meckel, Schieds- ^richtssckireiber m Gießen, mit Marie Henriette Stolz in Friedhof gebracht. Der Zustand des Barons ist sehr ernst, aber nicht hoffnungslos. Kleine Cageschronik. Als vor dem Landgericht I in Berlin Ser Prozeß des Arbeiters Spiemer zu feinen Gunsten entschieden wurde, geriet er in eine derart seelische Erregung, daß er einen Herzschlag erlitt, der den sofortigen Dod zur Folge hatte. In Jena ist Exzellenz Dr. Heinrich v. Eggeling, Ehrenbürger der Stadt Jena, am Mittwoch abend gestorben. Eggeling war von 1884 bis 1909 Kurator der Universität Jena. flbernc iüL««, SL47 Film. Eicher 22,13 /vittn. Gröen LV Rin. Cichenn juo tiiia. stetem A Am. Erlen'Ro •Mammenfai Hohensolm _ wnn emploh und m WMndlldi (erdiges i •md Kröte und Agilen fiat JJOertunde de *ltundzu ftiicnn. De m.3.80. Zu bl ^Braunlche Poi uW mancher, unlenlditet lei ^Mdien he! । Bleu Ug ®enet Dir bänger Bücher Bersügm »hier vorgesehene verboten worden stachle ftlQuenoiel wn Landwirten. ' bet Seucheneinschl Ter Tag di tonnt gegeben. 2 Butzbach, । Sk--------- MD im G mein Freund, Geduld ist Unstnn, und ein gefährlicher dazu. Mit Katarrhen darf man keine Geduld haben, die bekämpft man sofort durch den Gebrauch von Fays achten Sodener Mineral-Pastillen. Die find ein Produkt der Sodener Heilauellen und machen so einem Katarrh in unglaublich kurzer Zeit ein Ende. JayS ächte Sodener kann man in allen Apothek., Drog., Mineralwasser- handlg. für 85 Pfg. kaufen, hüte sich aber vor Nachahmungen. (ss“/ii) Geborene: Februar 22. Dem Landwirt Johann Georg Christian Oßwald eine Tochter, Marie Katharina. Sterbefäll e: Februar 24. Elisabethe Kircher, geb. Zimm«, 50 Jahre alt. Lauterbach. Aufgebote: März 2. Karl Wilhelm Dock, Metzgermeister zu Gelnhausen, mit Katharina Suppes in Lauterbach. Geborene: Februar 21. Dem Kaufmann Karl Bvveen, eins Tochter. — 23. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Boß eine Tocht«, Frieda Pauline. — 25. Dem Briefträger Heinrich Schav- mann eine Tochter. — Dem Schriftsetzer Kvnwd Karl Schopvach eine Tochter. Sterb efäll«: Februar 24. Heinrich Krömmelbern V., Dachdecker, 48 Jahve alt. — Elisabetha Dietrich, 70 Jahre ost. Leihgestern. Geborene: Januar 21. Dem Telegvaphenarbeiter Karl Brück III. eine Tochter, Marie. Lich. Eheschließungen: Februar 25. Johann HeinriK Schmidt, Gärtner, mit Anna Margarete Fey, beide in Lich — 26. Karl Christian Schmidt, Landwirt, mit Elisabethe Hofmmm, beide in Lich. — 26. Heinrich Keil, Bierfahrer, mit Elise Persch« bacher. beide in Lich. Geborene: Februckr 9. Dem Maurer Johann Peter Paul Schreier eine Tochter, Marie. —> 18. Dem Kaufmann Ludwig Häuser ein Sohn, Johann Karl. Lollar. Aufgebote: Februar 27. Heinrich Rohrbach IX., Schlosser» mit Anna Riehw, beide in Lollar. Londorf. Geborene: Februar 22. Dem SchreinoWerfter Danootz Sauer II, ein Sohn, Otto. Schotten. Geborene!: FÄWuar 23. Dem Weißbindergesellen Heinrich Hau eine Tochter, Katharine. — 24. Dem Schuhmacher Karl Nies ein Sohn, Otto. — 25. Eine uneheliche Tochta^ Anna. — 25. Dem Kaufmann Salli Katz ein Sohn, fiubtoiff. — 25. Dem Kaufmann Leopold Brodreich eine Tochter, Hildegarv Sterbefälle: Febrimr 23. Georg Adam Kirchner. Schuihmachermerster, 72 Jahre alt — 24. Erna Kromm. 9 Monate alt. wieseck. G eb orena': Februar 20. Dem Landwirt Ludwtz Deibel VI. ein Sohn, Ludwig. — 23. Dem Taglöhner Heinrich Schäfer II. eine Tochter, Emma. Sterbefälle: Februar 28. Gnstav Hvs, fll Jahre ritt zamiUen-Nachrichten aus anderen Grten. Verlobte: Fräulein Elisabetha Mattel mit Herrn Adolf Schmidt, beide in Strebendorf. — Fräulein Elise Schlttt in Schwabenrod mit Herrn Heinrich Cloos in ArnShain. — Fräulein Bella Strauß in Marburg cu d. L. mit Herrn Hugo LöwenSberg in Jgstadt°Wiesbaden. Gestorbene: Herr Heinrich Selig in Nieder-Wöllstadt. — Herr Mathäuß Jung IL in Hoch-Weisel. — Herr Otto Wolf II. in Wohnbach. — Frau Sara Loeb in Bönstadt. — Frau Katharina Belzer, geb. Strauch, in Borsdorf. — Herr Ludwig Cifl'mder in Rainrod. — Herr Johannes Sellhetm in Effolderbach. — Frau Katharrna Sehrt, geb. Faulstich, in Berns'eld. — Frau Lea Feruich, geb. Münz, in Glauberg. — Herr Wilhelm LooS in Schlitz. — Herr Friedrich Kröll, Herr Philipp Schmitt, beide in Darmstadt. — Frau Elisabeth Betzler, geb. v. Struve, in Rimbach i. Odw. — Herr Wllheim Wrunbniann in Wetzlar. — Frau 9)?atbtlbe Allmen- röder, geb. Müller, in Oberbiel (Kr. Wetzlar). — Herr Fritz Dorn, Herr August Draß, Fräulein Adolfine Koch, Frau Christine Herr, geb Georg, sämtlich in Herborn. — Herr Franz Amend in Dillenburg. — Herr Wilhelm Schäfer in Klem^Altenstädten. — Herr Johannes Kuhl m Lappet. Nur die echte Scotts Emulsion, keine Nachahmung! Der Weltruf von Stoffe Emulsion bürgt fSr die Güte deS Präparates, die mit ihm erzielten Erfolge find unbestritten. 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Die Verlosung wird ebenfalls auf diesen Tag verlegt. Butzbach, den 1. März 191L Grohh. Bürgermeisterei Butzbach. C*lt ylach Nutzhotzvcrfteigerung im Gcmeindewalde von Altenkirchen am DieuStag den 13. d. MtS. SL47 ftfttn. Lichenstämme «Schneidholz, astrein) 22,18 kZstm. Eichenstämmc 2,0 Rin. Eichennutzicheitholz ♦ fi.76 ystm. fttotcnfMmmc 4,50 ,>swi. ?vichtenstangen 1. Klaffe • r x 51,03 Ainu. Kiefernstämme (über 25 Ctm. Durchm. Schneck« u. Bauh.) 16X1 Rm. Erlen Rollen, 3 Mir. lang Zusammenkunst um 12 Uhr mittags im Distrikt Hrmberg. Hohensolms, den 2. Marz 1911. O/,Der Bürgermeister Hattet. .. Schlafzimmer eckt eichen gewadisf Kristall 1 mk. Auswahl Ceppichen etc. Carl Stückrath Möbelfabrik öerllgt.Lschru.llgl ffumrn.hoillef^ Hl anno Hlarmor 2 r 1 1 1 1 6 2 1 1 1 2 Speisezimmer, äugen u. innen eichen ■ dunkel gebeizt Polsterung...... Buszlehtlfch mit 2 Zügen . Uederitühle...... KödienbQfett mit Schieber und moderner Vergialung . .. . Hnridite mit üullatz..... Cito........... 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