Nr. 130 Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 6. Juni 1911 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ter Etehenrr Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöchentlich Oiehener.samilienblälter; zweimal wochentl.Nreir- blatlsiirdenNreirSiehen (Dienstag unb,Mai gesteckt", d. h. es werden keine grünen Aeste an ihren! Haustüren und Fenster angebracht. > Münster b. Lich, 5. Juni. Unser Ort gehört zu den wenigen Gemeinden in Hessen, in denen die Konfirmation noch an Pfingsten vorgenommen wird. Auch in dem zur hiesigen Pfarrei gehörigen Ober-Bessingen will man sich nicht dazu entschließen, die Konfirmation am „weißen" Sonntag vorzunehmen. Die Bevölkerung hängt noch fest an dem schönen, alten Brauch. Bei uns wurden die Konfirmanden gestern, in Ober-Bessingen heute eingesegnet, in den pfingstlich geschmückten Kirchen. > Lich, 5. Juni. Aus der Zeit, wo die Konfirmation noch an Pfingsten erfolgte, hat sich die schöne Sitte erhalten, „das Fest mit Maien zu schmücken". Auch heuer gaben zehn stattliche Maienstämme, die an den Säulen und Emporen standen, unserer Maricnstiftskirche einen würdigen Pfingstschmuck, der die zahlreichen Besucher der Gottesdienste erfreute. Am ersten Feiertage wurde der Frühgottesdienst durch einen Gesangsvortrag des gemischten Chors unter Leitung von Lehrer Zimmer verschönt. Kreis Büdingen. -l- Büdingen, 3. Juni. Gemeinderatssitzung. In der Auslegung der Kanalgebühren- Ordnung sind Zweifel darüber entstanden, ob für einen Dachstock, der beispielsweise von einem Gesellen oder Dienstboten als Schlafraum benutzt wird, die volle Gebühr von 5 Mk. erhoben werden soll. Ter Gemeinderat erklärt sich mit dem Vorschläge der Kommission, wonach für jeden bewohnten Raum 3 Mk. zu erheben sind, einverstanden. — Eine Rechnung über Medikamente, die an minderbemittelte, bezw. zahlungsunfähige Einwohner geliefert wurden, wird nur bezüglich derjenigen Posten anerkannt, zu deren Zahlung die Gemeinde verpflichtet ist. — lieber die Heranziehung .von einig es. Anliegern per Bahnhofstraße zu den Kosten der Kanalisation in der neueren Ausführung ist Einspruch erhoben worden. Es wird nach eingehender Debatte, in der darauf hingewiesen wurde, daß die Anlieger seither Kanalgebühren nicht bezahlt haben, mit der Neuanlagc auch erhebliche bessere Zustände geschaffen wurden, beschlossen, den Bürgermeister zu ermächtigen, mit den Einsprucherhebern zwecks gütlicher Vereinbarung zu verhandeln. — Der Gemeinderat beschließt ferner, die Anlieger, deren Grundstücke außergewöhnliche Anschlüsse an den Hauptkanal haben (es stehen jedem Anlieger mir zwei Anschlüsse zu), zu den Kosten heranzuziehen. — Mehrere Gesuche um Ermäßigung der Kanalkostcn für unbebaute Grundstücke, an der Straße liegende Gärten usw. werden abgelehnt. — In dem zwischen der Stadt und den Steinbruchbesitzern Gebr. Göckel schwebenden Prozeß über die Eigentumsansprüche an den Steinbrüchen im Büdinger Markwald hat eine Vergleichsverhandlung zwischen den Steinbruchbesitzern .und einer von der Stadt berufenen Kommission stattgefunden. Die Kommission hat die Forderung der Stadt dahin festgelegt, daß die Steinbrüche 1936 in daS unbeschränkte Eigentum der Stadt übergehen; über die Ausbeute sollen besondere Vereinbarungen getroffen werden; für Benutzung der Stcinbrüche zahlen die Besitzer eine jährliche Pacht von 300 Mk., die Pacht für die Benutzung des Erlenkippels bleibt wie bisher. Der Gemeinderat "erklärte sich mit dem Kommissionsbeschluß einverstanden. — Der Gemeinderat beschließt die Anstellung eines Schweinehirten, um die 71 Einwohner nachgesucht haben. — Für die Erteilung des Handarbeitsunterrichts an der Gemeindeschule waren 15 Stunden wöchentlich vorgesehen, wogegen nur 13 gehalten werden können. Der Gemeinderat beschließt, der Handarbeitslehrerin die bisherige Vergütung für fünfzehn Wochenstunden auch für die Folge zu bewilligen. — Der Voranschlag des Gaswerks für 1911, der sich mit 26 300 Mk. ausgleicht, wird genehmigt. An Einnahmen für Gas sind vorgesehen 21600 Mk., für Koks 3600, für Teer 385, Gasmefsermiete 905.80, Amoniakwasser 50, Leitungsherstellungen 220, Graphit 50, Sonstiges 30 Mk., an Ausgaben: für Kohlen 5890 Mk., Reinigungsmasse 10, Fuhr- löhne 418, Gehalte und Löhne einschließlich Nebenbezügen, Wohnungsentschädigung und Gebühren des Rechners 3820, Brandversicherung 130, Beiträge zur Beamtenfürsorgekasse, Alters- und Invalidenversicherung, Unfallversicherung usw. 396, Inserate, Porto und Fernsprechgebühren, Formulare usw. 365, Erhaltung der Gebäude 90, Erhaltung und Ergänzung der Apparate und Werkzeuge, Anschaffungen usw. 650, Kosten der Rohrleitung, Gasmesser usw. 300, Verzinsung und Tilgung 10100, Abschreibungen 236 Mk. — Das Gesuch des Will). Heppner um Erlaubnis zur Errichtung eines Neubaues anstelle seines baufälligen Hauses in der Kellergasse wird befürwortet und beschlossen, um Abänderung der Baufluchtlinie an bezeichneter Stelle nachzusuchen. — Für die Neuanlage zweier Luftschächte und den Ausbau zweier vorhandener Luftschächte im Rathause wird der benötigte Kredit bewilligt. — Auf Antrag aus der Mitte des Gemeinderats wird beschlossen, für die durch die Ueberschwemmung in Mittelgründau geschädigten Einwohner 200 Mk. zur sofortigen Ablieferung aus der Ge- meindekasfe anzuweisen. -l- Büdingen, 3. Juni. Die Pacht des fürstlichen Gutes „Hof Thiergarten" bei Büdingen geht im Laufe des Juni an Herrn Neuhardt aus Mainz über. Bisheriger Pächter war Herr Oberamtmann Hahn, der sich ins Privatleben zurückzieht. -l- Aus dem Kreise Büdingen, 3. Juni. In 'Mittelgründau, dem du^chdas Unwetter vom Montag am meisten heimgesuchten Orte des Kreises, hat am Donnerstag eine Gemeinderatssitzung unter Vorsitz des Kreisrats Boeckmann und in Anwesenheit des Provinzialdirektors Dr. Usinger stattgesunden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Linderung der Not wurden gut geheißen. ES handelt sich zunächst um die Beschaffung von Futtermitteln und Streu und Nahrungsmittel, in erster Linie Kartoffeln, denn die Bestände der Fluren an Kornfrucht, Kartoffeln, Gras, sowie der Gemüsegärten sind derartig geschädigt worden, daß an eine Ernte nicht zu denken ist, ebensowenig an eine Neubestellung der Getreidefelder. Es muß abgcwartet werden, was aus den Halmfrüchten, die wegen des weit fortgeschrittenen Wachstums zu Fütterungszwecken nicht mehr geeignet sind, an Stroh und Körnern, die für die Mehlgewiunung nicht in Betracht kommen können, herauszuholen ist. Man wird versuchen, einzelne Teile der Kartoffeläcker durch Nachpflanzen rasch wachsender Sorten noch zu bestellen, da aber, wo die Kartosselpflanzen durch Schlammassen erdrückt wurden, Dickwurz zu setzen. Hierfür sollen etwa 500 000 Pflanzen beschafft werden. Vom landwirtschaftlichen Be- ^irksverein Büdingen, der mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln die Not zu lindern sucht, ist Oekonomierat An- drae-Büdingen mit Beschaffung des Fehlenden betraut worden. Für die durch den Vermst ihres Viehes betroffenen minder bemittelten Einwohner, Taglöhner usw. sind bereits eine Anzahl Ziegen angekauft worden. Das zur Bespannung und für die Milchbeschaffung nicht in Betracht kommende Rindvieh wird auf den Viehweiden in WcrningS und Thiergarten bei Hungen untergebracht, wenn dessen Ueberführung tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen. Die Landwirtschaftskammer hat diese Weiden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eine weitere wichtige Arbeit, die sofort in Angriff genommen werden soll, ist die Trockenlegung der Keller, die fußhoch mit Wasser und Schlamm gefüllt sind und deren Inhalt an Lebensmitteln vollständig vernichtet ist. Die nach Mittelgründau beorderte Abteilung des Eisenbahnregi- ments ist heute nachmittag wieder abgerückt. Ihre Aufgabe beftani) in der Bergung der fortgefchwemmten Gerate und Beseitigung von abgeschwemmten und noch stehenden Trümmern. Für die Bewohner bleibt noch viel zu tun, bi§ der Ort wieder in einigermaßen befriedigenden Zustand gesetzt ist. Die kaum beendigten Arbeiten der Feldbereiui- guug sind zum größten Teile zerstört, hier werden Staat, Provinz, Kreis und Gemeinde eingreifeu müssen, wenn bis zur nächsten Feldbestellung die Folgen des Unwetters gelindert werden sollen. Von den betroffenen Landwirten ist nur ein geringer Teil gegen Hagelschlag versichert. In einigen Gemeinden hat die Privathilfe bereits eingesetzt; es ist zu hoffen, daß diesem Beispiel noch viele andere Gemeinden folgen, denn die Not ist groß. Es gibt Familien, die entweder ihren gesamten Hausrat verloren haben, oder denen dieser gänzlich verdorben wurde. Der Gemeinderat in Büdingen bewilligte gestern 200 Mk. und aus dem fürstlichen Schloßgute gingen mehrere Wagen mit Heu nach Mittelgründau. -l- B l e i ch e n b a ch, 3. Juni. .Am 18: Juni, nachmittags 221 Uhr, findet hier ein Kreisfeuerwehrtag statt. Auf der Tagesordnung steht: Bericht über den Stand des Feuerlöschwesens im Mreife, das Verfahren bei Brandhilfe, Anfragen und eingegangene Anträge. Den Verhandlungen geht eine .Hebung der .Bleichenbacher Feuerwehr voraus. . - --------- x ' He$ ^ssen L 2«; Kvam Das nachstehe I Eintragung de§ Aonrad Fun Dallbott zu Leihg Donnerstag den R:d) das unterzeic p zwar nur die ^-.'.steigert werden. Die Versteig Vollstreckung. Der Versteil p das Grundbuch Insoweit R 5e/gerw!gsl>erweckZ 'wbigerS und den Diejenigen, m ."^esNecht habet ; Zuschlags die L - ^fahrens herb ' Aersteigerungser! Auslandes tritt. ließen, den 2. Großf B Bezeich । vlundbuch für j Nr. 370-/,. ^UOO Metirischi rr°4>- U Au: d. di Bö» ■V 3 Weber - S'^Äqlieder'! H an die Griff »I^mÄclten -uv ife II <;tn lob;“ an! Kireil - «.'Fracht . p K? (blaue» $ Kä» Etel? ■ö, dein ^c WAe getE J werden zu ■ Tute sich nun ba iS« ULin.Ra-nau Maus und auch ViMcrregen gn? Mächtigen- Um ■-) Kerterlung der E W-k, Komi. ■X Gesanglehrer, liJ. Das Ergeb' l'tois, 225 Punkte, M Punkte, Gesang U M A, Klasse II, IL-a M; 2L Bi Iff nlung B, Nasse I, U-Ma"-Beuern; 2. ■-«"Grimberg; d. M^Melbach; 4. |joL Den 1. Ehren Kreis Friedberg. -m. Aus der Wett er au, 6. Juni. Die sehr günstig verlaufene O b st b a u m b l ü t c hatte einen reichen F r ü ch t e a n s a tz im Gefolge. Dies gilt von fast allen Obstsorten. Besonders die Kirsckchäume sind ausnahmsweise schwer behangen. Die Öbst- schädlinge treten in diesem Jahr auch nicht so stark aus, was wohl auf die feucht-kühle Witterung nach der Blütezeit .w.rml- zuführen ist, wodurch die Puppen intb Larven des Apfelspinners usw. teilweise vernichtet wurden. Wenn keine unvorhergesehenen Zwffchenfälle eintreten, ist somit ein reiches Obstjahr zu erwarten. Auch in den Gärten zeigen sich vielversprechende Aussichten, denn die Stachel- und Johannisbeersträucher haben überaus reichen Behang, ebenso die Annonas. Die Walderdbeere beginnt ebenfalls zu reifen und die köstliche Frucht ist in Menge vorhanden. Auch die Himbeersträucher zeigen einen üppigen Früchteansatz, so daß die geringere Bevölkerung mit dem Einsammeln rutb Verkauf dieser Früchte wieder auf einen guten Verdienst hoffen kann. Starkenburg und Rhein Hessen. M. Offenbach, 6. Juni. Der 48 Jähre alte Steinschleifer Hch. Krügel stürzte gestern abend 11 Uhr aus seiner im dritten Stock in der Kaiferstraße gelegenen Wohnung und war sofort tot. Mainz, 5. Juni. Am Samstag ist Justizrat Ferd. Börkel hier gestorben. Er stand int 53. Lebensjahr und gehörte lange Zeit unserer Stadtverordnetenversammlung an, in der er, vermöge seiner hohen Fähigkeiten und seiner bedeutenden Kenntnisse auf allen Gebieten der Kommunalpolitik, stets eine hervorragende Stellung eiunahm. Börkel war seit langen Jahren der Führer der hiesigen freisinnigen Partei, die ihm sehr viel zu verdanken hat. Mit Eifer und Begeisterung wirkte er n. d. Darmst. Ztg. für eine Einigung des Gesamtliberalismus. Hessen-Nassau. [1 Marburg, 3. Juni. Von den 9 Jahre alten Zwillingsrindern des Wärters Kühn in Kappel, die vorgestern bei der Explosion eines Puppen-Spiritus-Kochapparates in Brand gerieten, ist heute das Mädchen in der hiesigen chirurgischen Klinik seinen Verletzungen erlegen. Seinen Bruder hofft man am Leben zu erhalten. 0 Drei Haus en, 5. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung von Kriegervereinen aus den Kreisen Marburg, Kirchhain und den angrenzenden darmstädtischen Gebietsteilen wurde heute hier das V e r b a n d s f e st des Kreis-Kriegerverbandes Marburg und zugleich das Fahnenweihfest des Kriegervereins Dreihausen-Roßberg abgehalten. In der Vertreter-Versammlung wurde nach längerer Aussprache beschlossen, den Marburger Magistrat dafür zu interessieren, daß im nächsten Jahre das in Marburg zu errichtende Kreis-Kriegerdenkmal eingeweiht werden kann. Es soll dann damit das Verbmtdsfest verbunden werden. ©efangsroeitftreite in Oberhessen. △ Leihgestern, 5. Juni. Der heutige G e sa n g s w e t t st r e i t, den der Gesangverein „Eintracht" anläßlich seiner 5 0jährigen Jubelfeier abhielt verlief sehr schön. Das Dorf prangte in schönstem Fest- schmuck, und stattliche Ehrenpforten winkten den Festgästen ein Willkommen zu. Besonders schön nahm sich der Festplatz auf dem saftigen Wiesengrund an der Lückenbach aus. Auch die Fest- Halle und die Sängertribüne waren schön ausgeschmückt. Zu dem Ausbau der Tribüne hatte Obersteiger Seipp die Pläne entworfen. Lehrer Buß hatte em Festbuch entworfen, das neben der Ortschronik auch die Geschichte des Jubelvereins enthielt. Das Protektorat über das Fest hatte der Präsident des Mitteldeutschen. Sängerbundes, Provinzialdirektor Dr. Usinger, übernommen, der bereits vormittags zum Wettsingen hier ’ weilte. Er äußerte wiederholt seine.Anerkennung und Befriedigung über die Anlage und Anordnung des Festes, den Schmuck des Dorfes und die guten gesanglichen Leistungen der Vereine. Das Fest wurde am 1. Pfing,labend durch einen Kommers eingeleitet. Festvrüsideut Schäfer feierte die Gründer des Vereins und überreichte ihnen Gedenkblätter, nämlich den Herren Joh.Jung IX., Gg. Schmidt III., Wilh. Laux I. Obersteiger Seipp brachte ein Hoch auf das deutsche Lied und das Vaterland aus. Die Gesangvereine „Eintracht" und „Liederkranz" trugen schöne Chöre vor. Heute früh um 7 Uhr begann das Abholen der wettstreitenden Vereine, und um 9 Uhr begann das Wettsingen in der Festhalle seinen Anfang, es dauerte einschließlich des Ehrenpreissingens bis 2 Uhr. 20 Ver- eme mit etwa 700 Sängern nahmen daran teil. Um 3 Uhr wurde der Festzug aufgestellt. Aus dem Festplatz trug der Ge- sangveretn „Eintracht" das Begrüßungslied „Sangesbrüder, aus Nord und Süd, seid gegrüßt" vor. Festyräsident Schäfer hielt die Begrüßungsansprache und begrüßte besonders Provinzialdirektor Dr. Usinger. Bürgermeister Heß hieß die Gäste namens der Gemeinde willkommen. Provinzialdirektor Dr. Usinger hielt die Festrede und sprach dem Jubelverein seine Glückwünsche aus. Das Protektorat habe er als Vorsitzender des Mitteldeutschen Sängerbundes gerne übernommen. Das deutsche Lied soll das erste tn den Vereinen sein. Was der Deutsche erlitten und erlebt, erhofft und ersehnt, das drückt er von jeher im Liede aus. Am Liederschatz des deutschen Volkes haben die größten Männer mttgewirkt. Zu den Meistern des Wortes gesellten sich die be- deutendlten Manner der Tonkunst. Wir müssen das deutsche Lied als treues Erbe weiter pflegen und allezeit gute Deutsche bleiben. Die mit großem Beifall aufgenommene Rede klang in ein Hoäv aus das deutsckw Vaterland aus. Das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" schloß sich an. Lehrer Buß sprach noch namens des Ehrenausschusses von dem sangesfrohen Leihgestern, dessen Bewohner auch fernerhin das deutsche Lied pflegen würden. Ein Vertreter des Gesangvereins „Liederkranz"-Vilbel brachte der Gemeinde und dem Jubelverein aus Dankbarkeit sur die gute .Aufnahme ein Hoch aus. Danach fangen mehrere Gastvererne, und nun entwickelte sich lebhaftes Treiben bet Konzert und Tanz auf dem Festplatz unb in den geräumigen Wirtschaftshatten. Für Vergnügungen jeder Arb war bestens Sorge getragen. Ein drohendes Gewitter zog gnädig vorüber, nur abends kani ein leichter, kurzer Regen, der aber das Fest nicht mehr beeinträchtigte. Um 6 Uhr nahm Festpräsident Schäfer die Verteilung der Preise und Ehrenpreise vor. Zahlreiche Geldpreise und herrliche Kunstgegeitstände gelangten an die preisgekrönten Vereine zur Ausgabe. Das Preisergebnis war folgendes: Abteilung A. Klasse 1.: 1. Preis Harntonie-Großenlinden mit 243 Punkten, 2. Germama-Lollar 237 P., 3. Jugendfreund-Steinberg 235 P. K l a s se 2.: 1. Männer-Quartett-Neu-Jsenburg 248 P., 2. Lieder- kranz-Bonames 233 P., 3. Liederkranz-Vilbel 231 P., 4 Viktoria- Garbenteich 228 P., 5. Sängerlust-Griesheim a. M. 227 P, 6. Ein- tracht-Wolsskehlen 222 P., 7. Eintracht-Fauerbach 218 P., 8. Har- monie-Falkensteini. T. Klasse 3.: 1. Frohsinn-Dauern heim 213 P., 2. Liederblüte-Garbenteich 211 P., 3. Liederkranz-Burg- solms 208 P., 4. Eintracht-Steinberg 192 P. Abteilung ö. Klasse 1.: 1. Eintracht-Klein-Linden 224 P., 2. Männerchor- Niederweisel 209 P. Klasse 2. 1. Germama-Nodheimv. d. H. 207 P., 2. Liederkranz-Zellhausen 203 P., 3. Konkordia-Hochweisel 193 P. Im Ehrenpreissingen erhielten Preise: 1. Harmonie- Großen-Linden lund Viktoria-Garbenteich mit je 114 P., 2.. M.änner- Quartett-Neu-Jsenburg und Sängerlust-Griesheim mit je 113 P„ 3. Frohsinn-Dornheim, 4. Eintracht-Klein-Linden, 5. Liederkranz- Zellhausen. Allmählich fluteten nun die Menschenmassen auseinander. Am Bahnhof Großen-Linden herrschte großes Gedränge. Am Dieiistag ist eine 9cktchfeier auf dem Festplatz. r. Londorf, 5. Juni. Anläßlich der 50fährigen Jubelfeier des Gesangvereins Frohsinn prangt unser Ort im Festgewand. Vtit einet Kommers in der Festhalle am gestrigen Abend wurde die Feier king.leitet., Unter Lecknug seines Dirigenten, Musiklehrer Gasten aus Gießen, fang der Verein: Das ist der Tag des Herrn, wonach nautens des BereurS das Vorstandsmitglied W i.eß.ner dxe geil neunter in .heMjchtzt W.ortQt hegrüstte^ Daren, jinb jie ff Mforberimg jur eigneten Seridjt i ^echrichl, glaubhc ^'islellimg des gern »c Verteilung des 2 pattR. ’cn Cassel Pfingsten 1911 Heuchelheim 04597 Statt Karten Anna Person Wilhelm Volkmann Verlobte Klnematograph (04610) Bahnbosstrairc 24. Babnbofstraßc 24. Schriftliche Angeb arbeiten unter 3656 an den Gießener- Anzeiger erbeten. Kleine Lagerchronik. Aus ftufft ein tnel bet man: Am Sonntag nachmittag st ü r z t e am Totenkirchl derLeutnantTheodorvon Falk aus Berlin ab und erlag den dabei erlittenen Verletzungen. Angesehene.......... Fabrikantin nachgewiesen erstklassiger Marke, sucht zur Ueberuahme ihrer Vertretung* geeignete erste Firma oder Herren, die aus eigene Rechnung Ganz Gießen wird staunen über baS neue Elite-Programm Alleiniges Aufführungsrecht. großes sensationelles Drama aus dem Künstlerleben in 2 fesselnden Akten, 800 Meter lang, reich an spannenden Momenten und verblüffenden Großstadtbildern. Die Hauptrolle dargestellt von der unvergleichlichen Künstlerin Asta Nielsen der Schöpferin von „Ab grün de" „Heißes Blut" usw. Borführungsdauer ca. 1 Stunde Passepartouts rc. haben bei diesem Stück keine Gültigkeit. 130 Dunfven „Etnttwdtt'-Hungen. den 2. Ehrenpreis mit 112 Vrmkrm in dieser Älasse erhielt „Gmnanta"Xrap,en-Buseck. An Klasse 2 Abteilung 1 erhielt den Ehrenpreis mit 114 Punkten Allendorf a^Lda. In Abteilung B Klasse 1 erhielt den 1. Ojten« preis mit 97 Punkten Beuem, den 2. Ehrenpreis mit 85 Punkten ,^Liederkr,:iOSyphoii (Gieß. Modell», 10 Hasen, 7 Faß Weißwein, öMFl. Lein, 100 Fl. Eharnvagner, 1 geschn. Eichenstamm, 1 Wohnwagen, 1 Partie altes Bauholz u. a. m. 3662 Geißler, Gerichtsvollzieher 1. Wetzlar Giessen Juni 1911. 04511 Giessen Schotten Pfingsten 1911 04557 Wn. stern, 5. Juni, n der Acsangverce Oubelfeier a- Gegenstandes tritt. Gießen, den 2. Juni 1911. Großherzogliches Amtsgericht. Sommerfrische, Waldhotel Tannhäuser Biedenkopf (Lahn) Mod. Zimmer, Balk., vorz. Küche, Pension v. 4—5 Mk Mai-Juni Freisenn. Prosp. u. Auskunft in Gießen durch Kalkhon isachn. u. durch Bes. Ph. Heuser. I stcigerimgövermerkS ans dein Grundbuche nicht ersichtlid L waren, sind sie spätestens im VerstcigerungStermin vor bei MAnfforderung zur 9(bgobc von Geboten bei dem unter- V zuchnetcn Gericht anzumclbcn unb, wenn der Gläubige! I widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der I Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei I der Verteilung des Versteigeriingserlöses dem Ansprüche des I Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegen- I ätzendes Recht haben, werben aufgefordert, vor der Erteilung t.s Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung M Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der VersteigerungSerlös an die Stelle deS versteigerten Bezeichnung des Grundstücks. Grundbuch für Leihgestern, Band IV Blatt 205: Flur 1 Nr. 370^ == 266 qm Hofreite an der Hörrgaß. 4400 Mk. efatrer Rabenau von hier hielt bie Festrede. Er wieS auf die höbe Bedeutung des Liedes hin unb ermahnte den Verein, immer netter zu streben unb das deutsche Lied mit Lust und Liebe m pflegen. Die beiden noch lebenden Mitbegründer des Vereins, ' cfonomictflt Weber zu Mönchhof und Mathäus Lich hier, wurden 'n ifbremnitgliebern emaiuit. Dem Dirigenten .Haften wurde .it Andenkeu an die Jubelfeier mitgegeben: ein schöner Stock ;nt silbernem Griff unb Gravierung. Bis lange in die Nacht „cin wechselten nun schöne Lieber und bic Musik der Fricd- >:rgcr Musikscl;üler unb das zahlreich erschienene Publikum amü- dctc sich ausS beste. Heute sand G e s a n g s w e 11 ft r e i t statt. -djoTi früh waren die teilnehmenden Vereine erschienen. Gegen '10 Uhr begann bas Singen im Saale zur Stabt Gießen. Es ■(Hib zuerst Klassensingen unb anschließend Ehrenpreissingcn statt. Um 2 Uhr zog ein stattlicher Festzug durch den Ort. 2 Fest :.agcn erregten allgemein Bewunderung unb Beifall. Im ersten -Jagen saßen weißgekleidete Jungfrauen uno zeigten bic gestif- tften Preise. Im anberen saßen etwa 12 Mädchen in Rabenau er ‘.iauerntraefit mit Spinnrädern, Strickstrümpfen und der- Zeichen, sowie einige flotte Burschen in altertümlicher 7 rächt (blauen Kitteln, Zipfelmützen usw.), eine rieh- lige Spinnftube. Mit Begleitung einer Ziehharmonika nklangen luftige Weisen, echte deutsche Volkslieder Auf dem ßestplatz hielt nach ber Begrüßung durch den Präsidenten Form- hals Pfarrer Hofmann die Festtede, in ber er besonbers «usforderte, dem Jubelverein, der allezeit Freud unb Leib in ber C^meinbe geteilt habe, stets. Wohlwollen und Unterstützung zu teil werben zu lassen Auf bem herrlich gelegenen Fcstplatz mircicfclte sich mm bald ein lebhaftes Treiben ber nach Tausenden zahlenden Meßbesucher, da es an Unterhaltung nicht fehlte Tie Gki'angtierctnc brachten iljtc schönsten Lieder zu Gehör, der Rad- nhrvcrein Rabenau fuhr einige Reigen, die Musik spielte zum 7an$c auf und auch der Juxplatz war gut besetzt. Ein kleiner ßknntterrcgen gegen 5 Uhr konnte denn auch bas Fest nicht be- cmträdjtigen. Um 7 Uhr sand die Preisverkundigung unb Verteilung der Preise statt. Als Preisrichter fungierten ?ug. Glück. Mönigl. Musikdirektor, Frankfurt a. M., Leopold Qi.ller, Gesanglehrer, Gießen und Hch. Appun, SDhififbircftor, X'anau. Das Ergebnis ist wie folgt: Abteilung A, Klasse I, 1 Preis, 225 Punkte, Gesangverein „Einttacht"-Hungen: 2. Preis, 199 Punkte, Gesangverein „Germania" - Großen-Buseck. Ab- nilung A. Klasse II, 1. Preis, 214 Punkte, Gesangverein Allen- dorf a. Lda.; 2. Preis, 190 Punkte, Gesangverein Blitzenrod. Abteilung B, Klasse I, 1. Preis, 183 Punkte, Gesangverein „Poly- lnmnia"-=93eucrn; 2. Preis, 180 Punkte, Gesangverein „Sänger- !ianz"-Grünbera; 3. Preis, 176 Punkte, Gesangverein „Sieber- !ianz"-Krsselbach: 4. Pr., 174 Pkte.. Ges.-V. „Eintracht"-Oden- hiusen. Den 1. Ehrenpreis, den Pokal des Großherzogs, erhielt mit Me alten 'b'c vorgestern V «f? inönnbgt, ^.urgiidm '■ »einen Ach, lreicher Beteilig Kirchhain ui n wurde teilte fa Marburg ün Dreihousen-Üiös, v»Mg wurde n:-' Ier Magistrat tat- Marburg zu t? cden kann. Es soll >cn. itfjielt. Tas Sues MMdeulck üdenivminer.^ iltc. Er g übet bie ich S Torfü!r ' as Jet K'ibe e~ eitet. nd übenrÄi w.v X., ®q.lcd)«. ein hoch tä Jesangvneine X re vor. heute ir. lenden Lucke, uv balle seinen Sniar:, bis 2 Uhr. 20 Ba n teil. Um 3 U" stvlasi trug der V „Langesbrüdcr, c.; bent Sdtäici^ r-5 drovlnziatock:^. (Salle nair.cn» • £r. Ul'inger B ic Glückmnsche 66 des MitteldeutiV utjdje Lied soU^ e erlitten unb em> ■her irn Liede s die größten. gesellten |i» J * - irn WgJftSI ute Teutzche blej e klang in ein U Deutschland, rcui'- Buß 'prach/- eäsrohe« T in d» tte. toi t>, M v$ '8. iv:: ) Lied-rk«M freit, " eretfj. W** °>chr ' >ra des : «tt* untoX?l’^i ! Itiaijr \ll,5li(btni v n übkrau - RKK len. .6t" Hutt« ■ Selegenen $OI ' Lebensjahr ur> I ‘‘"»«fammtnr KWten unb te** --Clt Etser ur: ur (Einigung Zwangsversteigerung. DaS nachstehend bezeichnete Grundstück, das zur Zeit Kr Eintragung deS VersteigerungSvernierkS auf den Namen Ui Konrad Funt und denen Ehefrau Sophie geb. Lallbott zu Leihgestern im Grundbuch eingetragen war, soll konnerStag den 27. Juli 1911, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Rathaus zu Leihgestern, und zwar nur die dem Konrad Funk zustehende ideelle Hälfte, ocisteigert werden. us. Auch die'Fä | Die Versteigerung erfolgt im Wege der ZwangS- icfd)müdt. I Vollstreckung. e Mnc entiDorö I Der Versteigerungsvermerk ist am 22. April 1911 ■ n^c'1 -^£r r in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung deS Ver- in schönstem Irden Fcslgästen r j der Festplatz er Statt Karten Berta Schütz Adam Carl Verlobte Statt Karten Toni Baer Heymann Sachs Verlobte ! Seit 16 Jahren in Deutschland eingeführt und beliebt. ! öerchgen dieser Schutz- echt marke, im 50. Lebensjahr 04599 kMtvechnr Walliorstr. Blumenspenden dankend verbeten. Dürkopp Danksagung Giessen Süd-Anlage 7 Telephon 680 Wenn man verreist, J Eiabrnch, Beraubung oder räuber. Erpressung Gießen, 5. Juni 1911 3660 •0,7ä,80^p. 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