161. Jahrgang Drittes Blatt Hr. 182 E^cheinl IL-IIch mit Äilna^me W Cemttet*. Sßn ft u zeugen. b stark taut, so bleibt bat Weiter traut. itail K enipfelilensiert: 3d) bin erfreut, Gesinnungen, wie i d) i i r überall traft* Brandenburg. Tau ist im August Wenn t im August Wat un Sxrbft toll - Sind St Lorenz ft 0. ft 61 ft r ft >«0*6 V. d. II e. etc 3 V 0* ft Die „Gießener $e*Hienblitier' werden dem ,Än4ei|jere viermal wöchentlich beigelegt, das „Xrdshtofl fix den Kreis Gießen" imehnel wöchentlich. Die wttM»irtf<«ttlt*ee rett' ,regel'* erscheinen menellid) zweimal. ledition Kreuz,platz 9 A»r- Staöt unö Canö. Gießen, 5. August 1911. Abonnementekonzert. Qbeurräschcnt v. Moeller Ausschußmüzlicder mit " "t"c Samstag, 5. August 19U lUtetienibtutf un> Verla- der Vr» blichen tlntxrfitjUi• Vuch» und CteutbrudertL •lebattwn, Expedition und Oruderel: 6cfrul* streße 7. Gxnedinon un> Berta-: Äebafticme^lll. Tel.-«d^«n4el-er»'eßen. gesprodien ,iu hören, und ich hoiic, die straijbmaer 2tubcntenfd)aft wird »ctzt und bereut ft diese Gesinnungen betätigen." Das „deutsche Gibraltar" so nennt der erste Engländer, der den Boden von Agadir betreten, der Korrespondent Alan Ostler, den setzt so viel genannten Hasenplatz an der Cüdküste von Marokko. »Ein Blick auf diese geheimnisvolle Stabt,' erklärt er, ,btc früher für die Weihen fast so unzugänglich war wie Lhasa, läßt er» kennen, tvarum Deutschland seine Interessen in dem steinigen 6u6gcbiet entwickeln will. Agadir kann cm Gibraltar tverden. Man stelle sich eine (teile und felsige GebirgSjpttze vor, die 'ich ziemlich schroff bis zu einer Höhe von fast 700 Fuß über einem ausgezeichneten natürlichen Hafen erhebt. Man stelle sich vor: diese Höhe gekrönt mit den schneeioeißen tPlaucm und den alten portugiesischen Festungsanlagen einer maurischen Stadt, zu der mein Pferd über Geröll und Felsenklippen aus einer natürlichen sich windenden Treppe emporklettern muß, man stelle sich vor: einen weiten Ausblick, der das Auge nordwärts unb ostwärts über wilbe Klippen und zerrißene Gebirgsformen führt, steinig, rauh und zerfurcht; südwärts der Blick hingleitend über weite, gelbe Ebenen, durch die sich der langsam fließende SuSsluß träge zum Meer schleppt, ostwärts em weinrot schimmerndes Stück 2)leer, eingesäumt von goldig leuchtenden: Sand — und man hat Agadir. In den wein- roten Fluten schimmert ein zarter grauer Schatten auf, wie em Spielzeug sich abhebend, vom Horizont. Da« ist das deutsche Kriegsschiff. Da« Land ringsum ist arm. Ich bedauere, daß ich vom Hörensagen geschrieben habe, eS sei reich. Vielleicht ist cS das an einzelnen Stellen, aber nach meiner persönlichen Erfahrung muß ich sagen, daß eS nichts hervorbrmgt al« Sterne und schlechte Oliven. Wirklich, vom Standpunkt seines landwirtschaftlichen Reichtum« au« ist dieser Teil von Marokko nicht wert, daß man um ihn streitet. Frankreich kann ruhig zugeben, daß Deutschland in der Nachbarschaft von Agadir .seine Interessen entwickelt', unter allen Umständen, ohne lebe Befürchtung. Aber für England ist die Cache gefährliche nicht weil daS Land irgendwelche Neichtümer besitzt, sondern ivcil die Lage von Agadir treffliche Möglichkeiten für cme Festung und Kohlenstat,on bietet. Deutschland verliert augenscheinlich keine Zeit, um hier seine Interessen auö- zudchncn. Schon sind sechs Deutsche — Zivilisten — in der Stadt, und mit der Ausnahme eines einzigen Journalisten scheinen sie sich hier sestsetzcn zi» 'vollen. 91 od) mehr werden frreartcl. Um nicht zurückzubleiben, haben sich auch Vertreter französischer Firmen cingefunben. Fünf Franzosen sind l)icr. Ich bin gegenwärtig der einzige Engländer in einem ?f. Ambroise Thoma«, dessen 1 00. Geburtstags a u f b e n 5. A u g u ft fällt, gehört zu den Mustlern, bic den großen (irtolg ihres Leben? er ft spät errangen: 55 3abre war er alt geworden, ate- ihm eiioiidt ein Weck itiirmiidtm Beifall innert Landsleute und eniopäu'cbe Berühmtheit brariie. Es war iiire £per „M i nal)rite halber Geist, schrieb die leickstlümae, emschmeichelnbe Musik dazu, 'die, mir wett sie auch von dem geistigen Ofrehalt, der Höhe der sit.arakteristik und der iicheren Tarüellimflstunft des Goethe- id m vornan es entfernt, doch geschaffen mar, sich ein großes Publikum im Sturme zu erobern. Wie Thomas schon vor „Mignon" neben geistlichen Musikstücken zahlreiche Opern unb Bal- lettc geschrieben harre, bic zum Teil gefielen, zum Teil mir eine kühle Auf nähme fanden, so daß er mehrere Male für lange Fahre von neuen Versuchen, auf der Bühne festen Fuß zu saisen, ob-- stand, fo schrieb er auch später, in den letzten Jahrzehnten seines Lebens, noch eine ganze Reihe musikalischer Werke, verschiedene Opern wie ,Ä>amiei" und Franziska von Rimini", f rner Kantaten, Motelten, .«klarierstücke, Cuartrttc und Sachen änderet:. Art: ohne daß sie.lick die Wirkung je wieder die .\)öbc der „Mignon" erreicht hätte Früh aber waren ihm oniüimc Ehren •'n in! geworden. Fm Fahre 1^51 war er als Nack'vlger SoontiniA in die Akademie gewählt worden; er wurde 1845 Ritter, 1X58 Offizier unb 186x Kommandeur der Ehrenlegion und 1X7T wurde er, nach Äubers Tobe, dessen Nachfolger in brr Leitung des Pariser Konservatoriums, an dem er einst, als Schm- r Le ' anderer Meister feine nnriifaliidM Le bahn begonnen hatte. Er starb, doch betagt uno von inner ganzen Nation betrauert, am 12, Februar 1896.. •• Bauernregeln im A u g u ft Tn August muß R ir. c ft Umkreis von 8ü Meilen.' Dftfcr meint, daß da8 größte Hindernis für jede Festsetzung im SuSgcbictc der Fanatismus seiner Bewohner fern werde. 3roar dic führenden Männer von Agadir, dcr Bascha und der Kalis, sind modern genug, um sich über die Abneigung gegen dic verhaßten Christen hinwegzusehen und in dieser plötzliche,t Einwanderung von Christen ein Zeichen zu erblicken, daß Agadir ein großer und mächtiger Hafen werden soll. Slbci daS Bott ist nicht so weitblickend. Sic sehen nur den verhaßten Christen in ihrer Mitte unb, um mich milbc auSzudrückcn, sinb keineswegs entzückt bavon. .Ich habe wohl em Dntzenb unb mehr maurische Stäbtc besucht, aber niemals ist mir ein weniger enthusiastischer Empfang zuteil geworben als hier bei meiner Ankunft. »Dir.wirb die Kehle abgeschnitten, Christ", sagte ein Kameltreiber zu mir freundlich, ia hofinungSfreudig, als ich vor die Stadt kam. •• Schonet die Augen der Kinder! Oft kann man die Beobachtung machen, daß Kindermädchen unb Mütter den Kinderwagen so stehen taffen, daß die Sonne direkt auf das Gesichtchen bc5 schlafenden Kinde? scheint oder daß am Abend das Licht in die Augen des KmdeS fällt. Manche Mütter entschuldigen diese Nachlässigkeit mit der nichtssagenden Ausrede, daß daS Kind sich ruhig verhalte, wenn cS in das Licht sehe. ES ist recht bedauerlich, baß eine Mutter so wenig LerslänbniS von bem Wesen unb bei Beschaffenheit deS kindlichen Körpers hat unb nicht weiß, daß solche starken Lichteimvirkimgen dem Ange des Kindes schaden. Die erschreckliche Kurzsichtigkeit ist zum größten Teil auf mangelnbe Augenpflegc und Augenschonung zurückzusühren. DaS öftere Auswaschen der Augen mit reinem Wasser und einem Schwämmchen, daS zu keinem andern Zivcck benutzt werden darf, ist ein Verfahren, daS bei kleinen Kindern täglich geübt, icbcm Heranwachsenden Kinde eingeprägt werben sollte. Selbst besorgte Mütter machen nnbc,vußt Fehler hinsichtlich ber Bebeckimg deS Kinderwagens. Weiße Schutz- unb Bettdecken sollten beim Kinderwagen vermieden werden, weil sie Sonnen- und Lichtstrahlen zu stark zurückwerfeu. - O du Kinder mund! Ort der Handlung: Vollbesetzter Wiesbadener Straßenbalmwagen. Personen: Papa, Mama und Kindchen, Nachdem da? letztere seine Aeua.ein eine Weile hat rundum gehen lassen, stüstert c5 bet Mama etwas mS Ohr. Papa will mit seiner ErziehungSlunsi prahlen unb sagt streng: .Du weißt, daß man nicht heimlich sprechen bars, wenn anberc Leute zugegen sind'. Schuldbewußt senkt die Kleine da? blonde Lockenköpschen. Eine Weile sitzt sie unruhig auf ihrem Platz, bis sie sich nicht mehr halten kann unb so laut als möglich spricht: .Mama, warum hat benn die Dame dort drüben so eine rote Nase?' Zum Glück ist die nächste Haltestelle nicht mehr iveik, so daß »itze haben. sonst wird der Fruchte Zattt u toute bcgrtüjvn. — Nordwind int August will sa u, daß flut Weiter halt itoeb an. — Fs» .> hell am St 2aurentiu»tag 10. , viel Fruchte man iid) ucrjprcdtcn mag (Gewitter am Bat tliolomn 24 ' dringen halb Bagel unb Schnee. Morgen- lauter Finken- jcksiag, kündet Regen für den Tag Der so not, als jebermaun das täglich Brot Strobburg und die Studenten. Die die Universität Straßburg den Nrmcn Laiser . Wi 1 heluis llniversrtät erhielt Der ;3n>iid)cnfall bei ber Einhüllung des Strrtzburger Waner WikbelnoTenkmals, ber bic Lnaßburmr ^tiibcnteindnnt zum Ber lassen bev Fefwiotzes veranlaßte unb in Innern weiteren Bertaut die Aufhebung des Ausschusses ber Studenten,ckait zur Folge batte, rüst Erinnerungen ivad) an ben ersien Betuöi, den Mn «'er Wilhelm 1 nach ber Einverleibung Elsaß Lothringens in ben criten 'THaitegcn des Fohres 1877 bei, Rrichstonden obiroticte. u mul s verlieh der Kaiser ber Universität stratzburg den Namen ft u i s er W i l de l in - U n ive r, 11 a t unb bei der Vorgeschichte dieser Namensverleihung 'vielte gerabe oic 4> lubaltenben ihibcnli'(ben Festlichkeiten vorzubereiten, Tarier ouy sieben Studierenden britebenbe Ausschuß ber StubentciiKvait grui mit lugenMidier Begeisterung den Gedanken auf unb tafttc ein ftinrmig den Beschluß, sich an den Cbcryriiibtnten von Cttan roth ringen zu wenden unb biesem als Wunsch dcr ctubememaKnt bic Bitte miSzuwredieii, der Kaiser möge der llnivernut innen Namen geben Ter Ausschuß tonnte umso leichter lelbitandig Vorgehen, als gerade Ferien waren und c*5 deslratt' Nicht möglich mar, vorher eine allgemeine StudeMenvcrsanrmlung zu beruren, nm'deren Atrsickst cin»uholcn. _ Tu* denkwürdige Audienz des Ausschusses ber Ltraftvnraer Studentenschaft fand Emde März 1877 im Palais bes l betör au bewten v. Ti o c 11 c r statt. Bermrticlt wurde bic Audienz bura> Friedrich A11boff, den späteren allmäditigcn Tezerneuten uh: dcte Üniversitäts und höhere Unterrichtsivesen in Meutzcn, der damals als außerordentlicher Professor rheinisch rranzö'iut s und vrenßifches Zivilrecht an der Universität Straßburg lehrte und glcidK.'Uia un Oberpräsibiunr als Fnstitiar, sowie als Acicrent für Kirchen und ^dnilfadicn tätig war. Bon dem Ausichutz waren .zwei Mitglieder als Tcmnanon zu dieser Audienz bcnuumi, ivor- dcn- der fhib. nub Artur Hoffmann aus Tar mftabt und der stub. jur. Arichael v. Mcner aus Velpe, Provmz . JliUj, ais HC UIL ...... . ....... r. * I. .„ ' •;tn1-’। Laien bic das gerade von bem iclvlt ÄÄÄ M-ite unb'it6t jo-g-nd-rm.ßcn 's di bin erfreut, Gesinnungen, wie I d) sic leider nitfit x; b/r al l im bcutfdKii Batcrlande -icninbcn habe. Hier mrt Euer aic au-geiprochen zu htrrcn und ich hone, bic -twmburger finden lcm'chast wird ictzt unb dereinst diese Getmnungen bctuigcn. T>ic Mitsiieb bev Ausschusses waren ernannt über bieie o’ .n ausa7sprochenc Mißbilligung des Kaisers, die offenbar Bezug nahm auf einen kurz vorher an erner iwrddeutichen Umverntat Porarfoimncnen Borfatt- Aber das Eritaunen wud» ander.11 Tags, als sie die ofnzicllc Uniprägung ^nerlichcn^Wortc^in geraten, das muß im August braten unb Bartel schon, ist guter Herbst vorauvzuseh n Fst» in der ersten Augustwoche heiß, Mnbt der Winter lange iveiß. Fm August Wind aus Ost und '’äorb, jagt bic Ihi bestandigkeit fort. Schön Wetter zu Mariä yiimmeliahri, ocrfiinbct Weilt von bester An Wenn grostblunug uni viel Disteln erblicken, will Gott einen guten »erbst uns ictsicken. Wer in bem S?eu nicht gabelt, in der Ernte nicht zappelt, im \icrbft nicht frsilr aufstehl, der seh zu, nne's ihm im Winter fleht. Bläst im August der Nord, bauen flute» Wetter fort — Stellen fick, tut Anfang Geiottter cm, so wird ix» vis zu End' sein Hitze am St. Tvimniht« (1. ein strenger Drin er komnicu muß. Mariä Himmel'sastrt Sonnensdwin, bringt uns stets fluten Wein Schleckten Sein ipbt-v heuer, wenn St. Lorenz ist ohne Feuer. — Was die Hunds < tafle gießen, muß bic Traube büßen. -- Fe dicker der Regen im Augitst, desto dünner wird der Must. Soizdervoritellunakn vccioand^in ober, wenn maus lür nötig hält, ui Ordemliche unb ^ufterorbcniltthc Borstellnngen Abei bc5 erfte qnwgi wirklich, weil zumeist nur „Neide" und eine ,,3weit das Ohr lauscht; und soweit das Auge reicht, eine Welt friedlicher Fluren, vereinzelter behäbiger Dörfer, ruhevoll hingelagerter Forste, das Ganze von einem Kranz waldreicher Bergzüge — des Vogelsberges und des Taunus — fein- linig umzirkt! — In dem Badeörtchen selbst ist nichts von dem -aufgedonnerten, schreienden Jahrmarktswesen, das die -,Grandhotels" und Wandelhallen manches Weltbades in ihrer äußeren Erscheinung so peinlich macht; vielmehr zeugen die großherzvglichen Bauten durchweg von feinem Mlturempfinden ihrer Schöpfer. Das schlichtvornehme, in seiner betonten Symmetrie stattlich wirkende Kurhaus, die lang sund niedrig hingestreckte Gärtnerwohnung mit ihrem gemütlichen Mansardendach und geräumigen Torwegen, die dem vorübergehenden -einen freundlichen Einblick auf bunte Blumenbeete gewähren, und das Badehaus mit malerischer Fachwerkfront und dem geschlossenen Umriß seines Schieferdachs bilden zusammen eine Baugruppe von vollkommener Harmonie. Köstlich sind aber auch die erst in den letzten Jahren geschaffenen Quellbrunnen und -tempelchen, die Wan geradezu als Musterlösungen derartiger Aufgaben bezeichnen darf. Vermischter. Ein R e b l a u s - A t t e st t ü v das Edelweiß. In der .Köln. Ztg/ beschwert sich ein Leser, den sein Sominerurlaub nach Chamonix am Sanct Blank geführt hat, darüber, daß eine Sendung Edelweiß von ihm an seinen Schwiegersohn von der Erlgut- abfertigung Basel, Badischer Babnhoi, nicht weitergesandt worden sei, weil das vorgeschriebene Reblaus - Attest fehlte. In dem Schreiben der Eilgutabsertigung heißt es: .Die mit Nr..................vom 4. Juli 1911 von Chamonix nach überwiesene Sendung Eilgut: 1 panier fleurs vivants 9 Kg. (Edelweiß) mit Adresse, Absender . . . Empfänger ist hier gegen Entrichtung der tariimäßigen Gebühren für Lagergeld, bezw. Wagenstandgeld angehalten, weil das vorgeschriebeiw Reblaus-Attest fehlt. Wir legen em Formular bei, welches Sie gefälligst unterschreiben und von der dortigen Ortsbehörde unterschreiben und stempeln lassen und uns wieder zusenden wollen. Wir haben schon zweimal an die dortige Eisenbahnstation geschrieben, aber ohne Erfolg/ Die .Köln. Ztg." knüpft daran ötc Bemerkung: „St. Bnreaukratius ist ein strenger Mann, vor dem selbst das liebliche Edelweiß keine Gnade findet. Es muß übrigens doch schrecklich um die Reblaus bestellt sein, die sich in Ermangelung des Weinstockes bei Chamonix sogar auf das arme Edelweiß stürzt. Oder ist das arme Edelweiß mehr zu bedauern, daß es vielleicht im nächsten Jahre bei der Einfuhr nach Deutschland auch noch die Tuberkulinprobe zu bestehen hat?" Diese Bemerkung ist ja ganz gut und schön. Die »Köln. Ztg/ hätte aber vielleicht auch eine Bemerkung über den sonderbaren Edelweißschw ärmer ein- fügen sollen, der nicht weniger als 9 Kg. Edelweiß mit Wurzeln im fremden Lande ausreißt und anscheinend niemals etwas vom Schuh der Alvenilora gehört hat, dem sich freilich der deutsch-österreichische Alpenverein und andere Lereimgungen dreier Art ganz vergeblich angelegen sein lassen, wenn es Leute gibt, die das ohnehin selten gewordene Edelweiß gleich in Form von Eilgutsendungen der Alpenwelt enlziehew Vörsen-Wochenbericht. ™ Frankfurt a. M., '4. August- Das Geschäft an der Börse ist wieder stark zusammenge- schrumpft. Mag der Mangel an Unternehmungslust zum Teil auf bte andauernde tropische Hitze zurückzuführen sein, so fehlt es zurzeit doch auch an kräftigen Anregungen, die eine Geschäftsbelcbung herbeiführen könnten. Auch seitens der Auslandsmärkte fehlt jeglicher Impuls, zumal London unb Paris stark unter dem Einfluß der politischen Meldungen stehen, die in dieser Woche verschiedentlich wieder Anlaß zur Verstimmung gaben. Was die Neuyorker Börse betrifft, so kann auch diese trotz der deutlicher hervortretenden Erscheinungen einer wirtschaftlichen Besserung noch immer nicht zu einer lebhafteren Geschäftstätigkeit gelangen. Wenn ungünstigere Erntcberichte für diese Haltung angeführt werden, so legt man diesen Berichten hier weniger Bedeutung bei, sondern tft der Ansicht, daß die Steigerung e r Getreidepr eise an den amerikanischen Börsen von der Spekulation aus dem Grunde vorgenommen wird, weil man einen größeren europäischen Bedarf in diesem Jahre erwartet und daraufhin die Preise für Brotgetreide höher hält. Es hat eher den Anschein, als ob die innerpolitischen Fragen die Unternehmungslust in Wallstreet hemmen, wenngleich nach dem bisherigen Verlauf der Dinge zu erwarten ist, daß die jetzt in den Vereinigten Staaten im Gange befindlichen Bewegungen an dem Weien des amerikanischen Wirtschaftskörpers nichts ändern werden, sondern nur an der äußeren Form. Aus diesem Grunde rechnet man hier auch damit, daß sich die Besserung im Wirtschaftsleben der Union bald energischer durchsetzen wird und läßt sich durch die jeweiligen Kursschwankungen der Neuyorker Börse nickst sonderlich irritieren. Den politischen Meldungen gegenüber bewahrte die Börse ebenfalls ihre seitherige Ruhe, da man an einer friedlichen Lösung der Marokko- frage vorerst keinen Zweifel hegt, roemi man auch damit rcchneri muß, daß sich die Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland iwch länger hinziehen können. Im Hinblick darauf beobachtet die Spekulation große Zurückhaltung und da auch das Kapitalistenpublikum wenig Neigung verspürt, neue Käufe vor- zunehmen, andererseits aber auch Teilte Veranlassung sieht, seinen Besitzstand aufzugeben, bewegen sich die Umsätze in äußerst engen Grenzen. Eine gewisse Enttäuschung brachte der Börse die Dividendenerklärung des Bochumer Gußsta hl- vereins, da man bestimmt mit einem um ein volles Prozent höheren Satze gerechnet hatte. Man sagte sich aber, daß die großen Hüttenwerke infolge der für sie günstigen Geschäftslage wohl in der Lage seien, höhere Dividenden zu verteilen, daß sie indessen die Rücksicht auf die durch die Verbandsfragen geschaffene Unsicherheit nicht außer acht lassen wollen und daher den erzielten Mehrgewinn nur in beschränktem Maße zu einer Erhöhung der Dividende verwenden. Der ungünstige Eindruck wurde überdies durch die perfekt geworoene Verlängerung des Roheisen syndi kats auf vier Jahre einigermaßen paralysiert, zumal sich jetzt auch für die übrigen noch der Er- ledigung harrenden Verbandsfragen, insbesondere für die bevorstehenden Stahlwerksverbandsverhandlungen, günstigere Aussichten eröffnen. Die Spekulation wurde auch dadurch zu einer zuversichtlichereii Beurteilung der Lage des Eisenmarktös veranlasst, daß auf dein Stabeisenmarkt eine leichte Beseitigung der Preise eingetreten ist und auch am internationalen Eisen- marft, namentlich am amerikanischen, weitere Anzeichen einer Besserung sich bemerkbar machen. Mo nt a n p a p r e r e verfolgten daher nach vorübergehender Abschwächung wieder anziehende Tendenz. Eine größere Steigerung ersuhren Mai jener Bergwerköaktien auf die Meldung, daß die Fusion mit Buderus nun doch noch Zustandekommen soll, nachdem die seither opponierende Gruppe ihren Widerstand aufgegeben hat. Bon den übrigen Verkehrsgebieten ist wenig bemerkenswertes zu berichten. Für Geld bestand größere Nachftage, so daß der auf ein niedriges Niveau gewichene Privatdlskont anzog: er ist aber mit 23/4 Prozent immer rwch iVt Prozent vorn offiziellen Zinssatz entfernt und dies verleiht auch der Börse nach wie vor eine wesentliche Stütze. Märkte. ~ x. 0. Wiesbaden. Viehho^-Marktbericht vom 4. Aug. Austrieb: Rinder 43 (Ochsen 12, Kühe 31, Bullen 00), Kälber 71, Schafe 21, Schweine 218. . Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweme mittelmäßig. Preis Durch- pro 100 Pia. schnittspreiz t'ehen«r,Äta4’c' pro 100 Pfund qciutdjt tiebenb» schlacht Ochsen. von-biSvon-blL ««w.chc Dollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 49—61 88—93 50 90 Junge, fleischige, nicht ausgemäslete und ältere auSgemästete 44—48 85—87 46 86 Ungejochte ... 50—63 90—96 51 93 Bull en. Vollfleischige, ausgeivachselie, höchsten SchlachtwerteL........ 44—47 80—84 45 82 Iärsen, K ü y e. Vollfleischige ausgemästete Färseir höchst, Schlachtwertes 48—52 86—92 50 89 Vollsteischige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 40—44 77—80 42 78 Aeltere ausgemäslete Kühe unö wenig gut entwickelte jüngere Kühe u. Färsen 35—39 70—75 37 72 Mäßig genährte Kühe NNd Färsen . . 27—34 60—68 30 64 Kälber. Feinste Masttätber 60—62 100-104 61 102 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 53—55 89-92 54 90 Geringere Mast- und gute Saugkälber 48—01 80—86 49 83 Geringere Saugkälber . . .... 44—48 74—80 46 77 Scha 27. Johann Friedrich Sanger, Stellwerks,chlosier, mit Auguste Hein, beide in Lauterbach. geborene: Juli 17. Dem Gerichtsassessor Tr. Richard Carl Mniich eine Tochter, Elfriede Clara Emilie Toni Lilly. — 19. Dem Kupferschmied Karl Albert Müller eine Tochter, ^°,ric llmalic. — 20. Dem Fabrikarbeiter Karl Tahmer ein Sohn, Theodor. — Dem Schreiner Georg Roth eine Tochter, Miane. — 30. Dem Fabrikarbeiter David Köhler eine Tochter, Katharine. iat^rb-cf£.(le : 3uli 18: Heinrich Windel, 2 Jahre alt. — 19. Marie Euheirauer, 64 Jahre alt. — 28. Andreas Haldy, Kappenmachcr .->9 Jahre alt. — August 1. Christian Hartmann, Sattler und Tapezierer, 57 Jahre alt. Leihgettern. . Acborene: Juli 23. ^Tem Schmied Karl Velten VI. eme Toch er, Marie. - 24. Dem Ziegelmcifter Joses WoldM eine Tochter, .Anno. Lollar. Geborene: Mi 24. Dem Schlosser Ernst Wilhelm .Kut- L - 31' U»rm°ch°r meita i.^VT^SaÄt30' '$6iIU’P S<6röbcr- Schotten. c nur ..Soldperle“ mit SchuHmarteKamtn- feaer wegen der vielen minderwertigen Nachahmungen. lLf*.YCarlGcntiier,f*tt*gtttbLrrW.,Göpplngem W 1 , gegen Rückgabe de» endstehenden Gutscheins Wir verkaufen in unserer hiesigen Fabrikniederlage unsere nachstehenden in eigenen Werken hcrgestellten und ge- packten Waren zu Fabrikpreisen direkt an die Verbraucher. Abels Ess-Schokolade Bierausschank-Buffet mit Meiallabdeckuna. Bierausschank-Säulen in allen Ausführungen. Bier-Armaturen etc« nad) den neuen. Uoiuetocrorbn. empfiehlt die Npeslal-Fabrlk Jacob Dies Frankfurt a. M., Langeetrasse 35. fachmännischer Rat und Besuch toitenM. 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Abels Kaffee PRH3 Yb DAI BDT7.BACB iB9R 6 Arbeitsvergebung. Zur Einfriedigung des Kirchenplatzes zu Nieder-Bessingen sollen nachstehende Arbeiten vergeben werden: 1. Erd- und Maurerarbeiten veranschlagt zu 288,32 Mk. 2. Schreinerarbeit „ „ 28,— „ Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen offen und sind Angebote bis Donnerstag, den 10. d. Mts., vormittags 10 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 1. August 1911. 4811 Der Krcisstraßenmeister. Herrmann. Giessen:: MWmiii L II. Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Mainzlar sind nachstehende Lieferungen und Arbeiten durch schriftliches Angebot zu vergeben. 1. Lieferung von Zementröhren vcranschl. zu 2. Verschleifung des Juhrgrabens „ v 3. Planierung der Gemannwcge in 2 Losen „ „ 4. Herstellen der Straßenabfahrten Titel III bis VI u „ 5. Fuhrleistungen Titel II , „ 6. Graben-, Rohroerlegungs- und 509.— Mk. 450.— , 3800.— v 1121.— „ 440.- „ Chaussierungsarbeitcn „ , 742.— u Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Mainzlar einzureichen. Eröffnung findet daselbst Samstag, den 12. August, Norm. 10 Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter statt. Freie Ausivahl vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 28. Juli 1911. Grotzh. Kulturinspektion Gießen. 5). S t e i n b a di. a) Hochschule — Dauer 40 Vormittage