Zweites Blatt W. Jahrgang Nr. 80 Erscheint ILgNch mit Ausnahme de- Sonntag-. Die „Elehener ZamlliendlStt^ werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beig-legt, da- „Kreisblatt für den Ureis Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Cderheffen Dienstag. 4. April sysl Rotationsdruck und Verlag der vrüHachen UniverfllätS - Buch- und Steindruckeret. R. Lange. Gießen. Redaktion, Exvedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktwm^4N 112. Tet.-AdruAnzergerGleben. Zur Sranffurtcr Universitätrfrage. Gieß en, 3. April. Von einem hier lebendeir eke»mligen Studierenden der Landeiuniversität gehen uns fo^cnbc Ausführungen ßu, die zu dem Ergebnes kommen, dag Gießen von der Frankfurter ;<'eugtünbung nichts zu fürchten haben wird: Tie Art der Behandlung der Frankfurter Universitätsfrage in der Stadtverordnetensißung vom 30. März ist ein erfreuliches Zeichen: Die hessische Lau desuni- versilät hat von einer Begründung einer neuen Hochschule in Frankfurt nichüs zu fürchten', und der Stadt Gießen sind die Geschicke ihrer Universität nicht gleichgültig. Gin Rückblick in die Gesichichte wird das dartun und zugleich die Ausgaben der Zukunft beleuchten. Ale vor 300 Jahren die Gründung einer Universität für die Tarmstädter Lande ins Auge gefaßt war, — man weiß ja, daß sie der Erhaltung des lutherischen Bekenntnisses gegen die „Calvinisierung" Marburgs durch Landgraf Moritz dienen sollte, — wurden weitläufige Verhandlungen über den Ort geführt. Neben Gießen waren u. a. Aleield, Grün berg und Darmstadt vorgeschlagen, und beinahe wäre die Entscheidung zugunsten der Residenz aus- aefallcn. Gießen lvar damals ein Landstädtchen wie Alsfeld, Grünberg, Nidda usw. Nur eins hatte es vor letzteren voraus: Es war eine Festung. Aber gerade dieser Umstand ließ es zur Aufnahme der Universität ungeeignet erscheinen. Die Gassen waren eng und schmutzig, und der hohe Wall, der es uinschloß, machte cs in der heißen Sommerszeit zu einem Brutherde von Krankheiten, die tatsächlich in der Folgezeit der jungen Hochschule inanchmal gefährlich wurden. Für Gießen sprach einerseits per Umstand, daß es für die hessischen Studenten, die sich damals vornehmlich aus Oberhessen rekrutierten, bequemer erreichbar war als, die Residenz, und andererseits seine Lage an der großen Verkehrsader, die über Frankfurt a. M. den Süden mit dem Norden verband. Man rechnete ja von Anbeginn auf den Besuch der Universität auch durch „Ausländer", nichthessische Studenten, und der Erfolg hat den an) die Stadt gesetzten Erwartungen entsprochen. Aber nicht, weil Gießen so Wiel zu bieten gehabt hätte, sondern, obwohl es zunächst an allein Nötigem fehlte. Von ungefähr kam das natürlich nicht. Landgraf Ludwig V., die Stände und nicht zum wenigsten die Stadt selber brachten große Opfer, um der Hochschule ein würdiges Heim zu Bieten. Sie h 1 den sich reichlich gelohnt. Gießen ward eine berühmte Universität, nach der mancher Jüngling auch aus anderen deutschen Gauen pilgerte. — Damals war ja das goldene Zeitalter der Studienreisen. — Und als nach dem Anfall der Marburger Laude an die Darmstädter Linie des Dauses Hessen 1624 die Universität Gießen aufgehoben werden sollte, da gab es von den Bürgern viele berechtigte klagen über den Schaden, der ihnen daraus erwachsen werde. Die Stadt hatte bereits einen ganz merklichen Aufschwung genommen, Handel und Gewerbe blühten, und stolz konnte )ic über ihre ehemaligen Mitbewerberinnen in Oberhessen das Haupt erheben. Die Hochschule brachte Verkehr sowie das für eine Entwicklung so nötige Geld, und die Rücksicht auf die Studenten drängle auf eine Besserung der gesundheitlichen Verhältnisse. Letztere konnten sich allerdings erst von der Zeit an günstig gestalten, als die einenßenben Festungswerte gefallen waren. Gießen wäre in seiner Entwicklung aufgehalten worden, wenn nicht gar zurückgeschritten, wäre ihm nicht nach einem Vierteljahrhundert die Universität wiedergeschenkt worden. Was es heute ist, verdankt es in erster Linie ihr, die den Verkehr anzog. In richtiger Erkenntnis^haben deshalb von jeher die Gießener Bürger für sie Opfer gebracht, die nicht nur IHartin greis über die moderne Literatur. Martin Greif, der jetzt in Kufsstein gestorben ist, hat seinen Widerwillen gegen die moderne Literatur und Kunst niemals verhehlt, sondern ihn, so oft er dazu Gelegenheit hatte, aufs schärfste vräzisiert. Das hat einmal vor Jahren auf dem Festmahl einer literarischen Gesellschaft in München zu einer für die Teilnehmer recht peinlichen Auseinandersetzung mit Ibsen geführt, bei der sich beide Dichter gründlich die Meinung über ihre literarischen Ideale sagten. 9hm, Martin Greiss Ideale und damit seine Antipathien gegen alles „Moderne" sind bis in die neueste Zeit dieselben geblieben: noch vor wenigen Wochen zitierte das „Literarische Echo" Aussprüche des Dichters, die er, schon damals sehr krank, selbst als sein „Vermächtnis" bezeichnet hat. „Heute," sagte Martin Greis darin, „dichtet man mit dem Verstände, dichtet nicht einmal mehr, sondern jongliert mit sprachlicher Gewandtheit und sprachlichem Raffinement. Wenn die sogenannten modernen Dichter die Natur besingen,, jene Natur, der ich alle meine Lyrik gew. (ht habe, in der ich aufgegangen bin mein Leben lang, dann wollen sie weiser und gescheiter sein als die unüberbietbare Natur, sie übertünchen und überzuckern die 9?atur und schassen nalurnotwendig Unnatürliches: Verse oder Reimgeklingel kommen zum Vorschein, die gemacht, meinetwegen künstlich gedrechselt, aber nimmermehr gedichtet, d. h. mit dem Herzen empfunden und mit der Seele geschaut sind... Auch für das Drama habe ich manches auf dem Herzen. Von Hebbel über Ibsen und Björnson bis zu Hauptmann kann ich nur aus innerster liebet» zcugung das harte Urteil fällen: Die einen haben den Stoff nicht zu organisieren vermocht, die andern erstickten in Reflexionen und Spitzfindigkeiten. Hat Hebbel nicht fast in jedem Stücke die Hauptfigur plötzlich in den Hintergrund gedrängt und unmotiviert eine Nebengestalt vorgeschoben?... Hauptmann drückt sich um das dramatische Moment herum, weil ihm die Kraft zur Ausgestaltung fehlt: ec deutet es nur an und verliert sich dann schleunigst in Nebensächlichkeiten. Ueberhaupr: wer immer einen erfundenen Stoss dramatisiert, der muß letzten Endes Schiffbruch leiden. Ich nehme die felsenfeste Ueberzeugung mit ins Grab, daß der Mensch — und sei er der größte Dramatiker der Welt — nicht so viel Schöpferkraft besitzt, um Stoff und Organisation des Stoffes aus eigenem zu geben. Ich verweise auf Shakespeare, auf Goetl^c und Schiller. Den tiefsten und nachlmltigsten Eindruck erzielten auch bisher jene Dramen, die den Stoff aus der Geschichte schöpfen, in denen sich der Dichter nur die Organisierung des Stoffes zur Hauptaufgabe machte. Der Mensch ist einmal kein Schöpfer ! Erfindet der Trcmaiiier den Stoff frei, dann leidet entweder bei der Ausarbeitung der Stoff oder die Dichtung. Motioierungs- und Charaktn-isierungsfehler, Widersprüche in der Personenschilderung und grebe dramatische Schnitzer sind unausbleiblich. Daß sich der Erfolg plötzlich eine Zeitlang an diesen oder jenen Namen heftet, dem Lande, sondern vor allem ihnen und ihren Kindern von Nutzen gewesen sind. Darum können die Gießener gar nicht gleichgültig sein gegen die Geschicke der Hochschule, die ihnen nicht nur in vergangenen Zeiten etwas gewesen ist, sondern auch heute noch materielle und geistige Güter bietet und in Zukunft bieten wird. Die Rivalität mit dem benachbarten NdarburA ist für Gießen von Anbeginn ein mächtiger Ansporn g.wesen, seine Kräfte anzustrengen, um das Feld zu behaupten. Nichts Anderes wird für es eine neue Hochschule in Frankfurt bedeuten. Als 1650 die Universität Gießen neben Der alten Marburger wieder eröffnet werden sollte, da schrieb ein ehemaliger Professor an seinen Gevattermann, der auch in den Nöten des Krieges die Universität mit einem Kirchen amte vertauscht hatte, er halte den ganzen Plan für ein Unglück, Marburg, Herborn und Gießen, drei Hochschulen auf so engem Raume müßten sich gegenseitig vernichten. Er war nämlich der für damalige Verhältnisse völlig richtigen Anschauung, es seien (hohe) Schulen genug in Deutschland, allein sie taugten nichts. Gott möge einen Mann schicken, der nicht noch mehr dazu errichtete, sondern die bestehenden verbesserte (qui Scholas non erigeret, sed ercctas comgeret). Seine Prophezeiung hat sich tatsächlich erfüllt: Herborn tonnte mit den andern nicht gleichen Schritt halten und ist schließlich eingegangen. Dasselbe Schicksal hatten aber auch zwei etwas entferntere hohe Schulen, die zu Rinteln und zu Mainz. Gerade dem letzteren gegenüber hat Gießen seine Existenzberechtigung erwiesen. Deshalb ist es leicht begreiflich, daß gerade dort Wünsche nach einer Demütigung der Siegerin Ludovieiana laut werden. Doch gemach! Die Universität Gießen hat die schweren Zeiten nach dem Dreißigjährigen Kriege überstanden, sich nicht nur gelitten, sondern ist auch aufgeblüht. Es wird auch vor Frankfurt seine Segel nicht streichen. Das Nassauer Ländchen war zu schwach, eine eigene Hochschule in Herborn zu unterhalten. Und wenn es träitig genug gewesen wäre, so fragt es sich, ob bei der Nähe von Marburg und Gießen der Boden geeignet gewesen wäre. Die Universität Rinteln, die ursprünglich in Stadthagen begründet, bald aber an einen voraussichtlich günstigeren Platz verlegt worden ist, hatte schon damals ihre Existenzberechtigung verloren, als die Grafschaft Schaumburg am Ende des Dreißigjährigen Krieges an Hessen-Kassel fiel. Sie konnte sich mit Marburg nicht messen, und zwei Universitäten waren für das eine Land zu viel. Gießen ist die hessische Landesuniversität, und das Großherzogtum ist groß und stark genug, sie zu unterhalten und ihr seine Söhne zum Studium zu schicken. In Preußen muß jeder, der sich zum Exanten meldet, Nachweisen, daß er die drei letzten Semester an einer preußischen Hochschule studiert hat. Das könnte man zur Not in gleicher Weise für den Besuch unserer Landesuniversität verlangen. Es wird aber voraussichtlich nicht nötig sein. Marburg und Heidelberg, die als Universitätsstädte nmnche Annehmlichkeiten bieten, üben gleichwohl auf die Söhne des Darmstädter Landes keine Anziehungskraft aus. Gießen bietet ihnen für das Studium alles, was sie brauchen, und die Schönheiten der Nachbaruniversitäten kann man auch in vorübergehenden Besuchen genießen. Will man durchaus auch andere Professoren hören, dann geht man weiter fort: nach Leipzig, Tübingen, Kiel; nach Berlin wohl nur, um die Neichshauptstadt kennen zu lernen. Diese Verhält- nisse kann auch eine neue Universität in Frankfurt nicht ändern. Was mirb es in die Wagschale zu werfen haben? Den Echarakter als Großstadt? Gerade der macht es für eine Studentenstadt ungeeignet. Frankfurt ist Geschäftsstadt, und in ihrem Geiste kann sich der Student niemals heimisch fühlen. Er will in seiner Universitätsstadt eine Rolle spielen, — das ist ein durchaus gesunder Zug, besten Betätigung ihm so nötig ist, wie das 911men, wenn er nicht vor der Zeit die Jugendfrische verlieren und zur abgerichteten Amtsmaschine werden soll, — und gerade das wird er in einer Geschäftsstadt nicht können Die Vor« züge und Schattenseiten der Großstadt kann mau auch, aus der Nachbarschaft genießen. Wer aber lediglich dis Nachtseite einer Universität sucht, der wird bald für das Studium mnb für das Leben verloren fein. Immerhin! wird mancher die Universität wegen der Nähe aufsuchen, auch der eine oder andere sich auf einige Semester durchs die Großstadt locken lassen, aber keinen festen Fuß dort fassen. Und der Stamm wird sich aus Preußen refru« tieren. Vielleicht wird Marburg darunter leiden. Es kann aber auch sein, — und das mochte ich! dem Geiste den studierenden Jugend zu Liebe hoffen und wünschen, —' daß dies idyllische Studentenheim doch noch eine höhere, durch Jahrhunderte verbürgte Anziehungskraft ausübt. Der Hessen darmstädtische Student kann durch einen Besuch der Universität Frankfurt nicht gewinnen, nur verlieren. Das gilt natürlich nur unter einer Voraussetzung, die aber doch selbstverständlich ist. Unter der Voraussetzung, daß es in Gießen an tüchtigen Lehrkräften und guten Lehrmitteln nicht fehlt. Was hat im 17. Jahrhundert der jungen Universität ihren guten Ruf erworben? Waren es nicht die Lehrer, deren Namen durch ganz Deutschland, erschollen und ihnen Schüler aus allen Gauen zuführten? Es waren aber auch die vorzüglichen Einrichtungen, die m 'kurzer Zeit geschaffen worden waren. Auch eine Sternwarte hatte man; und der botanische Garten war weit bekannt ünd wurde in der Marburger Periode der Landesuniversität schmerzlich vermißt. Gießen hat fast zu allen Zeiten hervorragende Professoren und vorbildliche Sin* richtungen besessen. Solche zu gewinnen und festzuhalten, das wird die Ausgabe der nächsten Zukunft sein, eine Aufgabe, an der sich das Land und die Stadt gleicherweise! beteiligen, werden. Wenn uns dazu die Rivalitat eine« Universität Frankfurt einen neuen Ansporn gibt, dann wird sie uns nicht zum Nachteil, sondern zum Segen gcx reichen. Dann haben die Landeskinder keine Veranlassung, die Landesuniversität zu meiden, und nichthessifche Studenten werden an dem Born ihrer Wissenschaft trinken. Aus Staöt und Land. Gießen, 4. April 1911. ** Lungentuberkulose und Sterblichkeit. In einer kürzlich veröffentlichten Abhandlung über die Sterblichkeitsverhältnisse an Lungentuberkulose in Hessen war ausdrücklich auf den Kreis Groß-Gerau hingewiesen worden, der bei Personen im Alter von 15- 60 Jahren eine ausnehmend hohe Sterblichkeit aufweist. Gleichzeitig wurde eine eingehende Untersuchung dieser Erscheinung als geboten bezeichnet. Nach amtlicher Mitteilung erklärt sich die hohe Tuberkulose-Sterblichkeit im Kreise Groß-Gerau lediglich durch die Belastung mit den Sterbefällen int Philipps Hospital, dessen Insassen in der Mehrzahl den Altersklassen von 15—60 Jahren angehören. So ist festgestellt, daß im Kreise Groß-Gerau an Lungentuber- tulöse starben: im Jahre 1906 insgesamt 151 Personen- darunter im Philippshospital 40; 1907: 131 (29); 1908: 133 (31). Für 1910 betragt die Sterbeziffer in den Gemeinden nur 13,5o/o Einwohner. *♦ Vom Männer-Turnverein. Am Sonntag; 2. April, veranstaltete der M. T. V. in der Turnhalle und int Turnhose des Realgymnasiums sein A n t u r n e n. Morgens um 8 Uhr traten 86 Turner und Schüler zum Wetturnen an und zwar 30 in der Oberstufe, 20 in der Zöglingsabteilung, beide zum Sechskampf, und 36 Schüler zum volkstümlichen Wetturnen. In den einzelnen Abteilungen wurden sehr gute Leistungen er- das ist der leidigen Tatsache zuzuschrciben, daß wir eben auch in der Literatur der Mode unterworfen sind." Auch über die modernen Litcraturpreise, speziell über den Nobelpreis, hat sich Martin Greif, der zwar an allen bayerischen Mittelschulen gelesen wird, aber nie eigentlich in die Weltliteratur binausdrang, damals sehr abfällig ausgesprochen. Wo Gefühl und Stimmung, Sübjeltivismus und Persönliches mit in die Wag schale fallen, müsse jede Preisverteilung gerechterweise unterbleiben, denn sie förderte nicht, sondern hemme und schaffe nur Mißmut und Unzufriedenheit. „Die bisherigen Nobelpreise für Literatur haben die Dichtkunst nicht um einen Deut vorwärts gebracht. Weder durch Preise noch durch Lob oder Tadel der Kritik kann die Literatur vorwärts kommest: jede subjektive Kunst kann nur von innen heraus, niemals aber von außen getrieben, zu neuen Hohen emporklimmen. Kann einer, dem gute Verse gelingen, dem aber das Herz fehlt, herzlich dichten, auch wenn ihm Millionen als Preis Winken?" * — Ein neues Denkmal für die Saalburg. Eine Nachbildung, der vor einigen Jahren in Mainz aufgefunbenen prächtigen Jupilersäule aus der Zeit Neros, in Stein, soll im Laufe der 3alyre in der Nähe der Saal bürg aufgestellt werden. Die Säule befindet sich int Original in der Stcinhallc des römischgermanischen Museums zu Mainz, wo man sie allerdings wegen ihrer beträchtlichen Höhe, 15 Meter, nicht aufbauen konnte. Die Nachbildung des mit prächtigem Reliefschmuck versehenen Denkmals wird von dem Bildhauer E. S ch m a h l aus Kostheim verfertigt. Die Kopie ist das Geschenk eines Taunus freundes an den Kaiser. —fDasKapitolvonAlbany. Tas Parlamentsgebäude von Albany, das nun ein Raub der Flammen geworden ist, war wohl eines der kostspieligsten Häuser, die je einer Volksvertretung errichtet wurden, denn der Staat Neuyork hat für den Bau dieses wahren Palastes rund 108 Millionen Mark ausgegeben. Der ganze Bau war aus weißem Marmor erridrtet: er lag in prächtiger Umgebung auf dem Gipfel eines Hügels, und mächtige, breite 'Marmorfreitreppen führten hinauf zu den großen Toren, hinter denen die Volksvertreter des Staates Neuyork ihres Amtes walteten. Der Grundstein lvar im Jahre 1869 gelegt worden, aber die Arbeiten zogen sich 21 Jahre lang hin, und erst-im Jahre 1890 war das Werk vollendet. Tie Architekten haben es jebod) niemals als ein Kunstwerk oder einen Musterbau eingesckätzt, denn die Arbeiten scheinen trotz der gewaltigen Kosten sehr ickstecht ausgeführt worden zu sein. Die große wesckiche Freitrevve war infolgedessen vor einigen Jahren dem Zusammenbruch nabe. Die innere Geschichte des Baus ist überhaupt kein Ruhmesblatt für die Regierung des Staates Neuyork. Es ist ein offenes Geheimnis, daß große mummen von den Baugeldern verschleudert wurden und daß bat einzelnen Unternehmern ganz ungewöhnlich hohe Preise bezahlt wurden. Erst vor einigen Jahren war das Kapitol von Albany ein Gegenstand der öffentlichen Entrüsttrng: durch Zufall hatte man damals entdeckt, daß die prächtigen massiven „Eichenpaneele", für die gewaltige Summen aufgewandt worden waren, genau so wie die „eichenen Plafonds" aus — Papiermache e bestanden. Man mag sich leicht ausrechnen, welches Geschäft die Bauunternehmer bei dieser Art der Ausführung gemacht haben, denn selbstverständlich hat man für den Pappdeckel die vollen Preise für echte Eiche bezahlt. In der großen Bibliothek, die durch das Feuer völlig vernichtet worden ist, waren mehr als 600 000 Bände untergebradtt, darunter die kostbarsten genealogischen Arbeiten und unersetzliche alte Dokumente und Reliquien, die bis auf die Zeit der Befreiungskriege zurückgehen. Alle diese historischen Handschriften und Akten sind unwiderbringlich dahin. Man schätzt den durch den Brand verursachten Schaden auf 40 Millionen Mark, die großen Sitzungssäle sind durch die Löscharbeiten völlig unter Wasser gesetzt, wobei natürlich das kostbare Mobiliar zerstört wurde. Dabei ist auch auf einen teilweisen Ersatz des verlorenen Wertes nicht zu rechnen, denn eine Versicherung gegen Feuersgefahr war nicht ausgenommen worden. — Korntheuers Einfälle. Unter den vielen bedeutenden Komikern der alten Schule nimmt Josef Korntheuer (1799 bis 1829\ den seine Verehrer den „komischesten aller Komiker" und „eine Radikalarznei gegen Hypochondrie" nannten, den ersten Platz ein. Er brauchte, wie die deutsche Bühne mitteilt, nur sein langgerecktes Gesicht zu zeigen, und das Publikum jauchzte ihm entgegen. Besonders groß war er im Extemporieren, was in der guten alten Zeit bekanntlich sehr beliebt war. Einmal wurde er im letzten Moment mit der Vertretung eines plötzlich erkrankten Kollegen betraut und sollte also eine Rolle spielen, von der er kaum eine Ahnung halte. ,^Jch wills tun!" sprach er 5um Direktor, „aber ul' mache Sie darauf aufmerksam, daß ich ganz aus dem Stegreif spielen muß." Der Direktor baute auf Korntheuers Beliebtheit, und er hatte sich nicht getäuschtDas Publillün kam aus dem Lacken nicht heraus, bei folgender Stelle aber drehte das Theater einzustürzen: Diener (eintretend): Herr Bürgermeister, die fremde Sängerin kommt schon! Bürgermeister (Korntheuer): Kommt schon? Kommt schon? — Was tun? was machen? was anfangen? und was hernach wiederum beginnen? Diener: Ich hab ihr Blumen auf den Weg streuen lassen^ Dazu hab ich alle Gärten geplündert, und da sie mir nicht genug Blumen boten, hab ich ihr auch Salat streuen lassen. Bürgermeister ^'ehr ernsthaft): Recht so, mein Lieber, und nun lassen Sie von mir aus noch- zwölf harte Sier sieden und auf den Salat legen! Mk. 44-47 79—84 . 41—42 86-88 60.00-62.00 47.00-47.50 60.00—61.00 46.50-49.00 59.50—61,00 47.00—49.00 59.00—61.00 89-91 50 90 48 85 81-82 43 81 . 42-00 84-00 42 84 60—62 47 61 60—62 47 61 60-61 46 59 60—61 46 60 Schweine geringer Fleischpreise in Gieß en ü. Cassel. »A Untex» All. .WiniVf U’ r ar 2^'en, Slotnr. '3io)dii „t das beste und w.e su,ot0Ä /« Kilo» Dlark 3.-. b«/u Meteoro!ogische Beobachtungen der Station Gl 50-53 50—58 Ochsen Kälber Schweine 3. 3. 4. 4 4 2 74—77 68-72 46—49 40-45 45—47 39-43 Schneefall Sonnenschein 66 63 55 56 45 41 75-78 65-71 91-93 91—93 110 106 92 86 75 70 10 10 1 43-46 39-42 35-40 29-34 24—28 60-65 54-59 45-52 88 34 45 51 83-89 74-83 85 92 82 76 100-108 92-100 76—88 80—84 75—78 84-87 90—95 80-83 75-81 65-74 58-68 55—64 106-114 104-108 89-95 83—89 O chs en. Pollfleischige, ausgemästete. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k i u r t a. Pt. Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgeivicht........ Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht . Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .... . . . TtirehNche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 3n der Joljanncsfirdjc. Mittwoch den 5.April, abends 6Uhr: 6.Passionsandacht. Pfarrer A u s i e l d. N NW NE wenig gilt eniwickclle Färsen ältere ausgemäslete Kühe Mäßig genährte Kühe imb Färsen . . Gering genährte Kühe und Färsen . . . K ä l b er. Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . Geriiigere 'Masi- imb gute Saugkälber . Schale. Stallmaflschafe: Mastläininer und jüngere Masthammel . Schweine. Tie Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 3. April 1911. Schaie. Weibemastschafe . . . S ch meine. Sorten 0.00—0 00, Magnum bonum Mk. 3.50—0.00, weiße runde Mk. 4.00-0.00, Gelbfleischige rote Mk. 3.50-0.00, weiße Mk 0,00—0.00. Saarlouis: Note Lorten Alk. 3.60-3.80, Magnum bonum Mk. 0.00—0.00, weiße runde Mk. 3.60 bis 3.80, Gelb- fleischige rote 0.' 0-0.00, iveiße Mk. 0.00—0.00. Magbeburg: Note Daber Mk. 2.10—0.00, andere rote Sorten Mk. 1.80-1.95, Magnum bonum Mk. 2.75 bis 2.95, weiße runde Mk. 1.90—2.25, Gelbfleischige rote Mk. 3.25—3.50. (Alles zu 5Q Kilo.) fc Frankfurt a. M., 8. April. (Orig.-Telegr. bes „Gieß. Anzeigers".) Ka rto isel markt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6.50—8.00, im 5Ueinhanbel Aik. 9.00—O.uO für je 100 Kg. ke. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktbericht vom 3. April. Auftrieb: 1545 Rinder, 630 Ochsen, 65 Bulle, 850 Kühe und Färsen, 41 j Kälber, 245 Schale, 2336 Schweine. Tendenz: Rinder langsam, voraussichtlich ausverkauft, Kälber langsam, später lebhaft. Schafe ruhig, ausverkauit. Schweine gedrückt, Ueberstand. Preis für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- 47.00—49.00 Ochsen. Vollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemäslete und ältere ausgemästete Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Bulle u. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. Vollfletjchige, jüngere Färsen, K ü h e. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfleijchige ausgemäsleleKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren Arbeiterbewegung. Nantes, 3. April. Ein Teil der Dockarbeiter ist hier ausständig. La Rochelle, 3. April. In La P a l i c e versuchten aus- tändige Dockarbeiter zur Entladung der Kohlcnsckflffe dicnendö Karren aufzul-alten. Sie wurden von der Polizei zerstreut. Bayonne, 3. April. Ausständige Bäcker und Dock- arbeiter versuchten eine Bäckerei zu plündern, in der ein Gehilfe trotz des Verbots des Syndikats in Arbeit getreten war. F. C- Wiesbaden. Diehh oi-M ark t b e rt cht vom 8.April. Austrieb: Rinder 9j (Ochsen 73, Kühe 19, Bullen 00), Kälber 22, Schaie 0, Schiveine 47u. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber und Schake lebhaft, Schweine mittelmäßig. Preis Durch- 50 Kg. Schlachtgewicht 91—93 Mk. '/,Kg. Schlachtgew. 10)-108Pf. p . 60-62 gewicht Mk. Getreidepreise in Mannheim Reizen 100 Kg. OO.Oo- 00,00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Dik.' Aussergewöhnlich rasch erholt! h!n-ih-5lncn schweren Bronchial- und Lungen-Kartarrh urm?bo?^nni? &ntLraar nach glücklich überstandener Krankheit ^nflen gekommen. Da wurde mir von guten Bioson empfohlen. Nach (gebrauch des ersten dse Gesichtsfarbe bebeuienö frischer wurde. Ete sich .kräftiger Der Ar.t, welcher meinen Pin X' meVltS 111011 dies sehr selten hätte, daß sich bei *mPhwL9wabC nsrf) ^bier Kranthett so schnell erholte, wie dies imhirliS %ane, daß das Eis des Rheins >etzt nickt mehr zu leicht zum Stehen kommt, liegt, zeigt eine euefle Veröftentlichung des Mainzer Wassetbauamtes, in per darauf hin gewiesen wird, daß die Ursache dieser Erscheinung nicht ctroa in einer Veränderung des Klimas liegt, sondern lokaler Natur ist. Vor allem hat die fortschreitende R he i n r e g u t i er u n g ) i e Strömung verstärkt. Weiter hat füb die Tampf- chisfahrt weiter unten am Rhein bedeutend entwickelt und stellt auch bet Frost den Betrieb nicht ein, so daß das Wasser fortwährend in Bewegung bleibt, und drittens bilden für ein Zufrieren des Rheins die festen Brücken ein Hindernis, zumal ihrer in den letzten Jahrzehnten zahlreick:e entstanden finb; an ihren Eisbrechern mb Pfeilern werden die lycrantreibenben Eisflä-ck)en und größeren schollen zerbröckln. Ein Zufrieren durfte heute wohl nur noch jei ganz plötzlich einttetender starker Kälte möglich sein. Kleine Lageschronik. Am Montag früh stand die erste Batterie des 2. Feld- irtillerie-Regiments am Fuß des Ruinenberges auf dem Born- äbter Felde ab geprotzt zu einer Uebung. Als die Maschinen- lewehr-Kompagnie des ersten Garderegiments zu Fuß mit den Schießübungen begann, wurde die Artillerie bespann ung scheu und ging Quer über das Bornstädter Feld mit den Protzen nach der Artillerie-Kaserne zu durch. Die Fahrer konnten die Pferde nicht halten und wurden niedergeworfen. Sieben Mann wurden überfahren und in das Kasernenlazarett gebracht. Fünf von ihnen konnten sofort wieder entlassen werden, während ein Kanonier einen Oberschenkelbruch und ein zweiter Kanonier innere Verletzungen erlitt. Heftige Stürme richteten in der vergangenen Woche im uördlick-en Teil Norwegens schweren Schaden an. Die Ver- b o e e r Fischslotille wurde gestern von einem plötzlichen Sturm überrascht; mehrere Boote l vor den vermißt, eine Anzahl Leichen ist bereits an ben Strand gespült. Oberbürgermeister K o e l tz e feiert fern 25 jähriges Jubiläum als erster Mrgermeister von Spandau. In Reichenberg sprang der Ofensetzer Lang nach einem heftigen Streit mit seinem Vater in die Hochwasser führende Neiße. Seine Frau, die ihn zurückhalten wollte, sprang ihm nach. Beide ertranken. Ihre Leichen sind noch nicht gefunden. Em 19 jähriger Arbeiter e r scho ß im O st e r fel d eine Berg- männsfrau, die sein Verhältnis zu ihrer 15 jährigen Tochter nicht du Iben wollte. In Wien hielt ein LoKimotivführer eines Stadtbahnzuges auf offener Strecke an, stieg von der Maschine herab und kroch unter die Lokomotive, angeblich um nack-zusehen, ob sich keine Bombeda runter befände. Die Passagiere, der sich eine große Auflegung bemächtigt hatte, überzeugten sich sehr bald, daß sie es mit einem Irrsinnigen zu tun hatten. Er kam ins Krankenhaus. In Christianstadt a. Bober sind '8ie Pocken ausgebrochen. Drei Fälle wurden ärztlicherseits festgestellt. (Äne Person ist bereits gestorben. In der vergangenen Nacht brannt das Wohnhaus pes Schmiedes Engelke in Misburg nieder. Eie Ehefrau des Besitzers und ein sechsjähriger Enkel kamen um. In der Umgebung von Malang auf Java sind nach amtlicher Feststellung 4 6 P e st f ä l l e vorgekdmmen, von denen 26 tödlich waren. Mehrere Aerzte wurden nach Malang abgesandt. Zur Verhütung der Weiterverbreitung sind strenge Maßnahmen getroffen. pro 100 Pfi). schnittspreis iiebenb» LÄlachk« pro 100 Vfuild Fi>* ^""0, Lchlahc. oon-Disöon-DiS neivicht höchsten Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 49—51 Junge, fleischige, nicht ausgemäste und altere ausgemastete 44—47 Ungejochte 50—52 Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtivertes..... . . 44—46 Vollfleischige, jüngere 40—43 Janen, Kühe. Märkte. Gießen, 4. April. Markt bericht. Auf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter pr. Pfd. 1,15-1.25 Hühnereier 1 St. 6—7 Vig., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf. .haiematte pr. St. ö—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 M' »ubner pr. Jet. 1,00-1,60 Mk., öahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk" Guten pr. et. 1,80-2,20 Vik^ Gänse bas Psd 75-80 Pfg., Ochsen- wC11h 7nb^f84—^** ^Uldfleisch pr. Psunb 84—88 Pfg., Knhflelsch 70 Pfg., Schivemefleisch pr. Pfunb 70—90 Pfg„ Kalb- leilrti pr. Uifb. 8<—88 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfv. 60—88 Pfg ^Vt0Jn 13° 8'00 bis 9.00 Ml., Weißkraut bas Stück 20 u! Zwiebeln per Ztr. 10,00—12,00 Vtk., Milch bas Blrnen per Pfd. 00-00 'Ulf., Aepiel per Ztr. 10 bi§ 20 Mk., Russe 100 ctiicf 50—60 Pfg., ver Ztr. 0—00 Mk., lohnen per '14b. 00-00 Pf,, 'Marktzeit von 8-2 llbr. 77. Kartoflelmarkt-Bericht vom 3. April 1911. Dort- (ftoihft 'u ^Eagnum bonum 3.60—0.00, lveiße runde 2.70—0.00 Gelbsleischige meiße 0.00, rote Mk. 3.70-0uO. Krefeld- Rote 7.T' Magnu.n bonum Mk. 3.90-410,' wecke hi?6! ir? L O OOl'O-OOfltzelbfleischige blaue Mk. 0.00 —0.00, rote 3 00 bis 4.10, loetBe 0.00 bis 0.00. K empeit: Rote Daber 0.00 —;>.öo andere rote Zotten Mk. 0.00 - 0.00, Magnum bonum Mk. 4*20 w fl^Elße runde 0.00—0.00. Gelbsleijchige blaue u 00—0 uO YAtp bealai 0.00 -0.00. Plaidt: Rote iaber 0 00^0 anbere lote Zigste. Nahr^ UN • anocce wie Drogerien usw-, i *11 Kg. 84—92 Pfg. '/, „ 84—88 '/, , 70-90 , Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 62 P,g.' Schivarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. bis 3. April = -f- 16,6 *3 , 3. „ = - 0,2 *0. April 1911 »Barometer auf 0e reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Wind- richtung Windstärke II Grad da *Bew8thinig tn Zehnte! der pchlb. Himmels ft. Wetter 2« 741,5 5,9 4,2 60 9“ 744.0 0,2 4,5 96 7“ 746,5 -0,5, 3,4 77 Ochste Temperatur am 2. yhebrigite .. 2 9neberid)laq : = 0,2 nun. Todes-Anzeige. im 74. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Donnerstag den 6. April, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2324 Danksagung- Giessen, 3. April 1911, 2323 BV. D*/< Höhne Mrgnschule ju Grünbrrg w Lrautwein. IB V« Mm., Vftm., zsttn., yftm., Vftm., Die trauernden Hinterbliebenen: Dorothea Stohr geb. Hoss Georg Hoss Lina Buchacker geb. Hoss Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schmerzlichen Verluste sagen wir hierdurch unseren tiefgefühlten Dank. Großh. Obcrförsterei Laubach. $1 n b r 6. Giessen, den 4. April 1911. Nahrungsberg 9 Gießen, den 21. März 1911. Großherzogl. Amtsgericht. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Kissel, Reallehrer. Aufgebot. Der Destillateur Johann Philipp Wilhelm in Gießen, Bismarckstraße 11 hat beantragt, die verschollene Anna Margarete Wilhelm geboren am 20. Juni 1864 zu Eudorf zuletzt wohnhaft in Gießen für tot zu erklären. Die bezeichnete Verschollene wird aufgefordect, sich spätestens in dem auf Dienstag den 31. Oktober 1911, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 12 anberaumten Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im AufgebotSterminc dem Gericht Anzeige zu machen. Bekanntmachung. Die Holzversteiqerung vom 28. v. Mts. ist genehmigt, auch bezüglich des Obstbaumholzes. Ueberweisung des Holzes, erster Fuhr ag und Ausgabe der Abfuhrscheine: Dienstag, 4. lfd. Mts Gießen, 1. Avril 1911. Großherzogliche Obersörsterei Schiffenberg. Saatkartoffeln Böhms Erfolg direkt v. Saalgutzüchter empfiehlt I. Weisel, Lmenßk. 6 Telephon 88. [2236 ____________des neuen Schuljahres wird die Unter-Sekunda errichtet, nach deren Besuch das Einjährigen-Zcuguis erlangt werden kann. [Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 Anmeldungen neuer Schüler nimmt Unterzeichneter entgegen Mittwoch den 5. und Donnerstag den 6. Avril von 11—12 und von 3—5 Uhr in seiner Wohnung. Dabei sind vorzulegen: Impfschein, Geburtsschein, Schulzeugnis. In die Serm werden Knaben und Mädchen ausgenommen, welche die Volksschule 3 Jahre lang mit Erfolg besucht haben. _ Mit Beginn des Gestern morgen 91/» Uhr entschlief sanit nach langem, schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Schreinermeister Adolf Hoss Nutzholz-Versteigerung. Es werden versteigert: Montag den 10. Avril d. Js. aus den Distrikten Hölzchen, Aspenhaag, Pfingstweide, Langerberg und Eisenkaute der Forstwartei Nutzkuüvpel: Eichen 8 Nm., Hainbuchen 2 Rm., Fichten 39 Rm. Nutzrcisia: Fichten 26 Nm. Das nicht zur Versteigerung kommende Holz ist entweder geschält oder sind dessen Nummern blau unterstrichen. Des groben VerkanssauantumS wegen kann nur ein Teil des Holzes vorgezeigt werden. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr in Distrikt Hölzchen bei Nr. 1. Förster Trö ller zu Weickartshain erteilt auf Verlangen nähere Auskunft. Laubach, 1. Avril 1911. Warnung vor dem unlauteren G eschäf ts g eb aren von Serienlosgesells cha ften. Schon wiederholt ist vor dem unlauteren Geschäftsgebaren zahlreicher inländischer und besonders ausländischer Unternehmen von sog. Sericnlos-Spielgesellschaften gewarnt worden. Das Wesen dieser Unternehmen besteht darin, daß der Unternehmer einen Anteil an Serienlosen oder die Aussicht auf den Gewinn aus einer größeren oder kleineren Anzahl solcher Lose verkauft und daß die Zahlung des Kaufpreises in der Regel in Raten erfolgen kann. Ter Betrieb solcher Geschäfte ift strafbar. Denn handel': es sich um den Verkauf von Gcwinnaussichten, so ist dies als öffentliche Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis anzuseben (§ 286 i>. R. Str. G. B.), und werden Losanteile gegen Teilzahlungen verkauft, so liegt ein Vergehen gegen § 7 des Reichsgesetzes, be 1 reffcnd die Abzahlungsgeschäfte, Vom 16. Mai 1894 (R. Ges.-Bl. S. 450) wor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Losanteilen wird aber auch in der Regel gegen das Gro ß h. Desfische Gesetz, betreffend den Handel mit Anteilen und Abschnitten von Losen z u Lotterien und Ausspielungen, vom 11. April 1896 iReg.-Bl. S. 47) verstoßen. Es kommt ferner das Grotzh. Hessische Gesetz vom 14. Februar 1906 (Reg.-Bl. S. 45) in Betracht, wonach das Spielen in anßerhcssij ch c n Lotterien, b i c nicht mit staatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen find, bei Geldstrafe bis z u 6 00 Mar k im Großherz o gtum Hessen verboten ist Wenn hiernach einerseits derjenige, der einer derartigen Serien- losgescllschaft beitritt, nickst nur hierdurch sich an dem strchbarcn Tun des Unternehmers beteiligt, sondern in den meisten Fällen (sofern es sich nämlich nicht ausschließlich um im Großherzogtum Hessen zugelassenc Lotterie-Lose handelt) selbst eine mit empfind- lidyer Strafe bedrohte .Handlung begeht, so ist anderseits hiermit für ihn in Den meisten Fällen auch eine erhebliche Vermögensschädigung verbunden, wie sich aus Nachstehendem ergibt. DieSerienlosgesellschaftenberuhenfastohne Ausnahme auf schwindelhafter Grundlage. Die Beitrittserklärungen lassen die Natur des Geschäfts und die den Teilnehmern zustebenden Rechte nicht klar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreisung, daß jedes Los gewinnt und Nieten nicht existieren, sowie durch die fettgedruckten Gesamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei ist meist nicht bekannt und kann auch aus den Ankündigungen gar nicht ersehen werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Gesellschaften unbc- fckiräukt ist, die Summen der einzelnen Beiträge den von dem Unternehmer gezahlten Kaufpreis der Lose um ein vielfaches übersteigen und bau deshalb der auf den Teilnehmer entfallende Gewinnbetrag fast ausnahmslos nur einen versckstmndendcn Teil der Gesamtsumme der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu besteht nickst einmal die Gewähr, daß der Unternehmer sich im Besitze der Lose befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben sollen. Zweifel der letzterwähnten Art sind namentlich hinsichtlich der ausländischen Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geschäft in Deutschland betreiben oder durch Agenten betreiben lassen. Wir sehen uns veranlaßt, aus diese Gesichtspunkte wiederholt hinzuweisen, da trotz häufiger Warnungen in der Presse, trotz zahlreicher Bestrafungen von Unternehmern derarriger Svielgcsell- schosten, trotz der triuirigen Erfahrungen vieler Spieler sich immer noch Leute finden, die auf die verlockenden Anerbieten dieser klugen - GesckKftsunternehmer hereinfallen, namentlich wenn diese unter einer hochtrabenden Firma wie ,Internationalc Vereinsbank", „Nationale Renten- und Kreditbank", „Deutsch-österreichisches Bankeffekten- und Kommerzhaus" oder dergleichen auftreten. Gießen, den 25. März 1911. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Der Unterricht der Serta ist au allen Wochentagen, der der DuuNa mit Ausnahme eines Tages und der der anderen Klaffen mit Ausnahme zweier Tage nur aus den Vormittag gelegt. Auswärtige Schüler können morgens 7 Uhr laus Richtung Fulda, Lich und LoUar-Londorri mit den Zügen ankommen und von den fleiL Ausnahmen abgesehen um 3//» Rat und Auskunft in Rechtsangelegenheiten im alten Rathaus Marktplatz 14 Mittwoch nachm. von 6*^—8 Uhr. üblen Mundgeruch ^Chlorodout^^em(6tej^!nelll5äuhTis? eneger tm Munde u. zwischen den Zähnen u. bleicht mitzsarbene Zähne blendend weih, ohne dem Lchmelz zu schaden, tzerrl. er- ftischend im Deschmack. In Tuben 4 bis 6 Wochen ausreichend, Tube 1 JC. Probe- tube 60 z. Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Pnrtiimerterr Devot in Gießen. 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Die Lchlosterarbeitcu zur Herstellung einer Einfriedigung längs der Wteleckböschung in der Alieestratze zwischen Bahnhof- und Frankfurter Straße sollen Montag den 10. d. Mts., vor mittags 11 Ubr, auf unserem Tieibauamt öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen daselbst offen und sind Angebote auf Vordruck an das Tiefbauamt einzureichen. Zuschlags- friit 4 Wochen.___________________________________________________ B4/4 Alle noch rückständigen Rechnungen ü6er Arbeiten und Liefe rangen, die im Rechnungsjahr 1910 für das Ttefbauamt erfolgten sind bei Meldung der Nichtberücksichtigung bis spätestens 1. Mai d. I. in doppelter Auösertigung und Äktensormat unter Beifügung der Bestellscheine an das Tiefbauamt einzureichen. B*/4 Die Liste über die vom 1. Avril 1911,12 zur Pflichtfcucrwctzr Heranzuziebenden liegt von heute ab 8 Tage lang bei uns — Zimmer 2ir. 2 — zur öffentlichen Einsicht aus. Einwendungen dagegen sowie Befreiungsanträge auf Grund der Ortsfeuerlöschordnung können während dieser Frist oorgebrachl werden.__________________________________ '___________ B4/« Alle nocfi rültstandigen Rechnungen über die für städtische Gebäude im Rechnungsjahr 1910 (1. Avril 1910—31. März 1911) ausgeführten Arbeiten und Lieferungen sind bei Meldung der Nichtberücksichtigung bis spätestens 1. Mai d. Js. in doppelter Ausfertigung an das städtische Hochbanamt em-nretchen. 8X Ij | Die am 8. ds. Mts. stattflndende Eröffnung unserer Sonder-AngeDOt | E»llhiit-Aüsslelliing Ä A #1 A * ri>* 4 am 4 a2 —— Al! * L * . kl Alik aU AH J AV C Al A A I sowie der Eingang sämtlicher Neuheiten der Saison In flir die Ich offenere so lange Vorrat: Braune Damen-Stiefel Derbyschnitt, Paar Alk. Halbschuhe, schwarz und braun, Lackkappe, Derby 7.50 7.50 Io dieser ioioose Mk. 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