Deutsches Reich. Die „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit: In der Tagespreise ist die Nachricht verbreitet worden, der Entwurf betreffend die organische Neuordnung der direkten Staatssteuern in Preußen werde in der nächsten Session dem Landtage nicht zugehen. Diese Nachricht ist unzutreffend. Es wird vielmehr eine entsprechende Gesetzesvorlage, wie im Gesetz betreffend die Bereitstellung von Mitteln zu den Diensteinkommensverbesserungen vom 26. Mai 1909 vorgesehen, in der kommenden Session im Landtage eingebracht. Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Staatssekretärs Zorn von Bulach und der Unterstaats- sekrctäre Petri und Köhler zu Bevollmächtigten des Bundesrats. Zur ZrankfurterUniversitätsfrage erfahren wir aus parlamentarischen Kreisen, daß die Verhandlungen bisher zu keinem Ergebnisse geführt haben und es sehr zweifelhaft ist, ob sie bis zum Zusammentritt des preußischen Landtages abgeschlossen sein werden. Das Projekt der kommunalen Stistungsuniversität scheint begraben zu sein; es soll jetzt eine staatliche Universität aus kommunalen Mit- tekn vorgeschlagen werden. Der Vorstand des Internationalen Spinnereioerbandes ist in Berlin zu einer Tagung zu- sammengekommen. Es nahmen Vertreter Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz, Frankreichs, Rußlands, Italiens, Spaniens, Portugals, Hollands und Japans daran teil. Zeugnis für du Men grfoffl 6t HtenauHlag durch meycrs Herba «Ceti ?. Halthaar, Appenrod c r schreibt: ne bezeuge ich beute, to - ingerer Zeit Ihre Heric bei meiner fstau, Flechtenauöschiag t>r nbte, unb war mit te -fielt ßriolflc. ann baljeriebemSeibenbe brand) dieser oonüalidf tut auf das mw nviehlen. M tov. -,E.Kcirn,Lennakr^ i=, A. SMitr, me, Gmiav Walter,, t Noll, Kaiier-DroMi all. Avoch., Trog. u.A-7 t Düsseldorfer OTTERIE largeldÄt im Gesamhrerte v. Mark I IODOD M6 Haupt-Dtbi - Dinkel®31“1’*2 Pserne SW iuch-rschr«"' ,rtosselra>»pl mchepunlpett mnleiden KLZAK '-"kLZZk Ausatattungshaus Wtawef Rocbtr. Lackier-und Holz- waren, Küchen- einrichtungen. Pflanzenständer, Garten u. Peddigrohr-Möbel. Nr. 258 Ter GUfoetur Snjelget erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich 6icfjtner$amilicnblätter; zwennal tDÖcbeniLKreis« dlattsürdenNreirSirhen (Dienstag und Freitag) ; zweimal monall. £anö= wirtschaftliche Seitlragen Feruiprech - Anschlnlie: für die Redaktion 112, Berlag u. Expedition 51 Adresse lur Depeschen: fUiirigcr «letzen. 3nnahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 10. Moder 19(1 General-Anzeiger für Overtzeffen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße Iba. VezugSpreis: monatlich 75Vf^ vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährt auSschl. Bestell«. Zeilenpreis: lokal lüPs^ auSwarlS 20 Pfennig. E hesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feurlle- tou', .DcrmifchteS' und ^Gerichtsfaal-: K. Neurath; für »Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Der italienisch-türkische Krieg. Die deutsche Regierung hatte bisher über die in Rom veröffentlichte seltsame Notiz des Wölfischen Bureaus sich nicht geäußert. Heute meldet das „Berliner Tageblatt" aus Rom: In der Wilhelmstraße wurde dem Berliner Korrespondenten der „G a z e l t a del Popolo" erfiärt, die kaiserliche R e - gierung wünsche, das italienische Volk wissen zu lassen, daß die Sprache dec deutschen Presse in diesen Tagen keineswegs die Gedanken und Gesühle der deutschen Regierung wiedergcbe. Die bekannte in Italien verössentlichte Note des W o l s s s ch e n Bureaus sei der Au s d r u ck des Standpunktes der deutschen Regierung, und cs fei logisch, daß dem so sei. Darüber wird die „Norddeutsche Allgern. Ztg." dein- nächst sich doch äußern müssen. Cb für die Regierung irgendein Grund vorliegt, sich wieder in solchen Gegensatz Ml der Volksstimmung zu setzen? Wir meinen, das deutsche Interesse erfordert keine Unterstützung der Italiener. Veröffentlichungen, wie die au das römische Volk gerichteten, erscheinen uns höchst deplaziert. Im Auswärtigen Amt sollte man das Wort lieber einmal an das deutsche Volk richten. Dieses kann es nämlich auch nicht verstehen, daß Deutschland der Türkei raten sollte, den tripolitanischen Schuh ganz wegzuwerfen, damit er sic nicht mehr drücke. Dazu kommt noch, daß die italienische Regierung folgende Veröffentlichung veranlaßt: Rom, 9. Ctt. (Agenzia Stcfani.) Tie türkische Regierung schob aut Bitten des deutschen Botschafters in Konstantinopel die M a s s^ n a u s w c i i u n g e n der Italiener auf. Sie werde wahrscheinlich nicht mehr statt- finden. Dunkel sind die Wege unserer Politik. Zwar versichert auch Frhr. o. ®b. Goltz, der bekannte Kenner der Türkei, Tripolis sei den Türken nichts wert, koste ihnen nur Geld; aber es ist doch llar, daß Ratschläge, wie die erwähnten, uns nicht die Liebe, sondern nur den .Haß der Türken eintragen können. Zählt man auf italienische Dankbarkeit, nachdem man den tripolitanischen Handschuh höflichst aufgehoben hat? Wir fürchten, das doppelt geöffnete Tor speit zwei Leoparden auf einmal hervor, einen türkischen und einen italienischen. Und England winkt mit dem Finger. . . Die Kämpfe bei der Besetzung von Tripolis. Rom, 9. Ckt. Ter Korrespondent der „Vita" hatte in Syrakus Unterredungen mit Personen, die von Tripolis tarnen. Diese teilten die B e s ch i e ß u n g d e r Forts oon Tripolis durch die italieuischeu Kriegsschiffe mit. Sie begann in einer Entfernung von z w ö l s K i l o m c t e r n. Tie türkischen Ar t i l l e r t st e n erwiesen sich als u n - fähig, ihre Schüsse gingen nur vier Kilometer weit, während die Schußweite ihrer modernen Kruppgeschütze neun rlilometcr betrug. Als die italienischen Matrosenabteilun- gen landeten, ging die türkische Kavallerie zu einem Angriff auf fie über, die Schiffsartillerie zerstreute aber die Kavallerie. Der Befehlshaber der gelandeten Truppen, Kapitän zur See Cagni, ließ eine Veröffentlichung an- schlagen, in der die Entwaffnung zwecks Sicherheit der «tadt befohlen wird. Für die Auslieferung der Waffen am ersten Tage werden zehn Franken, am zweiten Tage fünf Franken versprochen; wer vom dritten Tage an noch int Besitze von Waffen fei, werde hingerichtet. Die „Tribuna" meldet aus Malta: Ter italienische Dampfer „Herkules", der am Sonntag nachmittag von Tripolis ankam, bringt die Nachricht, daß die Beschießung der Stadt fortgesetzt wird. Die gelandeten Matrosen bezeichnen nachts den italtenischeu Kriegsschisfen durch Ra- letensignale die Stellen, die sie beschießen sollen. Tie Stadt ist von türkischen Soldaten verlassen, aber türkische Kava l l e r i e h ä l l s i ch i n d e r U m g e g e n d a u s und unter» ichtet das türkische Gros, welches sich ins Innere zurückgezogen hüt, über die Beschießung und die Bewegungen der Italiener. Alle Forts sind jetzt zerstört. Tie „Tribuna" berichtet noch u. a.: Während der Nacht vom 5. zum 6. Ckt. beleuchteten die Schiffe mit Scheinwerfern die Stadt und beschossen rnitGranatenden Wüstenrand, um die Stadt zu schützen. Gruppen von Räubern bedrohten die Stadt, näherten sich aber nicht den vorgeschobenen Posten. 2o Türken, die 21 Maschinengewehre bewachten, wurden gefangen unb die Maschinengewehre von den Italienern toeggenornmen. Tie Konstantinopeler Blätter melden: Tie türkische Garnison von Tripolis unter Cberst N e s ch e t zog sich nach Vehare und Kirkkarisch zurück, wo sie Verteidtgungs- slellung einnahm. Eine italienische Kompagnie versuchte bis Vehare vorzurücken, mußte sich aber infolge des Widerstandes der türkischen Truppen zurückziehen. Tie einheimische Bevölkerung nahm am Kampfe teil. * Der neue türkische Minister des Auswärtigen. Konstantinopel, 9. Ckt. Ter türkische Gesandte in Sofia Mustapha Assim - Bey hat das Portefeuille Des Aeußern angenommen. Der frühere Finanz- minifter Dschavid, der heule abend hier eingetroffen ist, Hat dem Großwesir die Beschlüsse des jungllirkischen Kon- Kresses in der Trrpolisfrage milgeteilt. Ter Kongreß emp- ßiehlt, hartnäckigen Widerstand zu leisten. Konstantinopel, 10. Ckt. Das Kriegsministerium verbietet in einem Rundschreiben an Die Presse Artikel gegen das Kabinett zu veröffentlichen. Tern Blalt „Tordjiinan" zufolge wurden z w e i i t a l i e n i s ch e K r e u - zer vor Ben-Ghafi von der türkischen Artillerie st ch w e r beschädigt. Tcr türkische Widerstand. Saloniki, 9. Ckt. Wie der Wali von Skutari meldet, gelang es angesichts der kritischen Lage, die katho- llischen M a l i s s o r c n mit den mohammedanischen Arnauten zu v e r s ü h n e u. Alle seien bereit, das Land gegen jeden Feind zu verteidigen; bjc Regierung möge den Arnauten unbedenklich Waffen aussolgen. Tas jung türkische Komitee ist davon verständigt worden, daß Imam Jahia im Jemen infolge der Besetzung von Tripolis durch Italien um Gnade gebeten habe, da er gegen die Ungläubigen ziehen wolle. Malta, 9. Ckt. Flüchtlinge aus Tripolis behaupten, daß sich im Innern des Landes rund 40000 kriegsbereite Muselmanen befinden. Ter deutsche Schuh. Wien, 9. Ckt. Bekanntlich übernahm die deutsche Regierung für die Zeil des italienisch-türkischen Konflikts den Schutz der italienischen Staatsangehörigen in der Türkei. Wo das Deutsche Reich in Albanien und Mazedonien keine Konsularamler beiitzl, Ccsterreich-Ungarn dagegen durch solche vertreten ist, wie in Skulari, Janina, Turazzo, Baloua, Monastir, Uesküb, Prizrend, versieht im Sinne des deutsch österreichi;ch-ungarischen Handelsverlrags das österreichisch-ungarische K o n s u l a r a m t nebenbei auch die Geschäfte der deutschen Konsular Vertretung. Infolgedessen sah sich die italienische Regierung im gegenwärtigen Falle veranlaßt, an unser auswärtiges Ministerium mit dem Ersuchen heran zutreten, daß die österreichisch-ungarischen Konsularämter au den genannten Orten in ihrer Eigenschaft als deutsche Schutzvertrelungen autorisiert werden, für die Zeit des ilalienisch-türkiichen Kriegszustandes subsidiär aud) die italienischen Kvnsnlaragenden zu übernehmen. "Tie österreichisch-ungarischen Konsularämter in den bezeichneten Städten werden diese Agenden im Sinne der Bestimmungen des zwischen unserer Monarchie und dem Deutschen Reiche bestehenden Abkommens zu führen haben, laut welchem die deutschen Konsularämter überall dort, wo Oesterreich- llngarn keine Vertretung besitzt, die Interessen österreichischer und ungarischer Staatsbürger wahrzunehmen verpflichtet find. Tie italienifche Zensur. Rom, 10. Ckr. Die Regierung läßt bis auf weiteres keine Telegramme über Die Kriegsoperationen mehr zu. Ein Schritt der Friedensfreunde. London, 9. Ckt. Eine Versammlung von Anhängern der Schiedsgerichtsbewegung beschloß, Delegier t e n a ck) R o m u n d K o n ft a n t i n o v e 1 zu entsenden, 'die beide Regierungen a u f s o r d e r n-sollen, das Schiedsgericht anzurufen. Der Führer der Friedensbewegung Stead wurde zum delegierten für Konstantinopel gewählt. Er ist gestern abgercift. Ein Delegierter für Rom ist bisher nicht bestimmt worden. Wir fürchten, die Bitte und Aufforderung, dock) bald Frieden zu machen, wird nicht gleick) den gewünschten durchschlagenden Erfolg haben. „Ildarn" erfährt: Einige Großmächte schlugen der Pforte vor, die Besetzung Tripolitaniens anzuerkennen, wogegen die Mächte die Kretafrage zugunsten der Türkei regeln würden. Malta, 9. Ckt. Es ist beschlossen worden, dem italienischen Torpedobootszerstörer „Bore a",ber hier eingetroffen ist, keinen Proviant zu verabfolgen. Unter den Muselmanen, bic hier auf dem Transport nach Italien an Bord eines italienifchen Dampfers angekommen sind, befindet sich aud) der Sekretär des türkischen Gouverneurs von Tripolis, alle Regierungsbeamten und die Mannschaften eines türkischen Torpedobootszerstörers, der sich in der vergangenen Woche vor Tripolis ergeben hat. Ter Transport wird von dem Torpedobootszerstörer „Borea" begleitet. Tie Kretafrage. Tie „Neue Freie Presse" meldet aus Känea: Tie kretisch e N a t i o n a l v e r s a m m l u n g wurde im Namen des Königs von Griechenland eröffnet. Tie Abgeordneten riefen: „Es lebe Die Vereinigung mit Griechenland." Von der Goltz über die Besetzung von Tripolis. In einem Artikel, den heute die „Neue Freie Presse" veröffentlicht, verteidigt Generalfeldmarschall von der Goltz das ehemalige türkische Kabinett gegen die Beschuldigung, Tripolis nicht in den genügenden Verteidigungszustand gesetzt zu haben. Im letzten Augenblick getroffene Maßnahmen würden unnütz geweieu sein. Was hätte geschehen müssen, wenn ein Großwesir mit Sehergabe vorausgeseheii hätte, daß die Italiener eines Tages Tripolis besetzen würden? Auf alle Fälle hätte er nicht genügend tun lärmen. Man sagt, die Türkei hätte einige Tioisionen nach Tripolis schicken und auch die Forts in Verteidigungszustand bringen müssen. Es ist ein Glück, daß die Türkei dies nicht tun konnte. Hunderttausend Menschen würden ebensowenig imstande gewesen sein, die Italiener daran zu hindern, nach Tripolis zu kommen, als die erroa 7000 jetzt dort befindlichen Soldaten. In einem Gebiet, das zweimal so groß ist, als Teutschland, würde eine solck-e Armee ebenso gezwungen gewesen sein, vor den Italienern zu kapitulieren, weil sie gar nicht in der Lage wäre, sich genügend mit Nahrungsmitteln zu versehen. Es wäre doch wunderbar zugegangen, roenn die Türkei nach Aufrichtung der Verfassung begonnen _ hätte, in Tripolis Befestigungen zu bauen, wahrend doch selbst die nationale Armee in der Türkei nicht genügend in Stand gesetzt werden konnte. Tripolis selb st ist kein materieller Verlust für die Türkei. Es verursacht ihr jährlich vielleicht sechs Millionen Kronen Unkosten. Wenn die Staatsmänner h.ute Tripolis mit Zähigkeit verteidigen, so geschieht es nur, um der nationalen Ehre eine neue Beleidigung zu ersparen. General von der Goltz scheint nicht an die Möglichkeit einer „vollständigen ckkupation von Tripolis" durch die Italiener zu glauben, denn er sagt: „Tie Italiener gewinnen nichts kroßes, wenn sie die Küsten- Itäbte von Tripolis besetzen. Benahasi, Massata und Terna haben keine andere Bedeutung, als daß sie die Mittelpunkte für den Export nach dem Innern des Landes, nack) Zentralafrika, dem Wadatgebiet unb. den Regionen des Tschadsee sind. Ätzer. Straßen nach diesen Zentren müßten erst noch gebaut werden. Das darf man nid i vergessen. Es ist unmöglich, in diese Gegenden mit einer bedeutenden Armee einzudringen, weil sie nicht genügend Nahrungsmittel vorfindet. Was die anderen Maßnahmen be- trifit, durch die Italien die Türkei zwingen könnte, Tripolis abzutreten, z. B. die Blockade der türkischen Häsen oder ein Bombardement der Küstenstädle in der europäisäien Türkei, so sind die Folgen einer solchen Handlungsweise viel zu gefährlich. Dlichen Wettbewerb des einheimischen und deutschen Kapitals zuschreibt, fuhr er fort: Angesichts der gemeinsamen Lebensinteressen hatte ich es im Interesse des Landes für dringend geboten, daß Elsaß-Lothringen seinen festen Anschluß an das Deutsche Reich zielbewußt vollzieht, daß man anerkennt, daß ein einträchtiges Zusammenwirken zwischen den Einheimischen, Eingewanderten und Alldeutschen überhaupt sichere Garantien für eine gesteigerte Prosperität dieses schönen Landes gewährt. Ausland. Tie Agence Havas veröffentlicht wieder folgende Note: In der Unterredung zwischen b;m Botschafter Cambon und dem Staatssekretär von Kiderleir-Wächter, die am Sonntag stattsand, wurde die Lösung des marokkanischen Teiles der Verhandlungen sehr gefördert; die Besprechungen scheinen einen guten Fortgang zu nehmen. Ter russische Kriegsminister brachte in der Reichsduma einen Antrag ein, zur Unterhaltung einer Fliegerschule ab 1912 auf drei Jahre je 100 000 Rubel als Negierungsbeihilfe zu bewilligen. Aus Sofia wird gemeldet: Das neue Gebäude für die Deutsche Schule wurde am Montag in Anwesenheit des vom Könige zur Vertretung befohlenen Chefs des Geheimen Kabinetts, Tobrowitsch, und des Unterrichtsministers Bobffchewo feierlich eröffnet. Ter deutsche Gesandte v. Below-Saleske hielt eine Ansprache, auf die der Untecrichtsminister erwiderte. Ter in Washington versammelte sechste Konvent des Deutsch-amerikanischen Nationalbundes nahm den von Tr. Ernst R i ch a r d-Neuyork namens des „Ausschusses für Friedensbestrebungen und internationale Beziehungen" gestellten Antrag an, nach dem der Nationalbund in den angestrebten Schiedsverträgen mit Deutschland, England und Frankreich einen bedeutenden Fortschritt zur Sicherung des, dauernden Friedens begrüßt. Sodann wird die deutschfeindliche Haltung eines großen Teiles der anglo-amerikanischen Presse beklagt, die in der Marokkofrage ihren Höhepunkt erreichte. Präsident Taft erklärte in einer Ansprache über den Panamakanal, er hoffe, daß das erste Schiff den Kanal am 1. Juli 1913 passieren könne. Heer und Flotte. Zur Frage der Verminderung der Kontrollversammlungen hat die Heeresverwaltung jetzt endgültig Stellung genommen. Der Anregung, die Herbst- kontrollversammlungen in Fortfall zu bringen, konnte die Heeresverwaltung nicht stättgeben, obwohl der Reichstag einen diesbezüglichen Antrag angenommen hatte. Die Bezirkskommandos haben sich durchweg gegen diesen Antrag ausgesprochen. Man hat aber verfügt, als Ersatz andere Erleichterungen für die kontrollpflichtigen Mannschaften einzuführen. So wird die Versäumnis einer Kontrollversammlung nicht mehr bestraft, der Kontrollpflichtige wird ausgefordert, die Kontrollversammlung .eines späteren Jahrganges zu besuchen. Aus häuslichen, beruflichen und gewerblichen Gründen können auch Befreiungen von dem Besuche stattfinden, wenn der bezügliche Antrag genügend begründet wird. Hat kurz vor einer Kontrollversammlung der Kontrollpflichtige eine Hebung abgeleistet, so bleibt er von dem Besuche der Kontrollverfamm- lung befreit, wenn ihm hierüber am Schlüsse der Hebung eine Mitteilung gemacht wird. Eine Vermehrung der Kon- trollbezirke und der Orte, an denen Kontrollversammlungen stattfinden, ist ebenfalls beabsichtigt. Der englische Heberdreadnought „König Georg V." ist in Portsmouth glücklich vom Stapel gelaufen. Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein rauste das Schiff mit einer Flasche Kolonialwein. Das Schiff ist 555 Fuß lang und 89 breit. Seine Wasserverorängung beträgt 24 000 Tonnen. Es ist mit zehn 13,5zölligen Geschützen ausgerüstet. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Oktober 1911. * * Tageskalender für Dienstag, 10. Oktober: Stadttheater: „Die Kinder der Exzellenz." Anfang 8 Uhr. * ' Schenkung an die Universitätsbibliothek. Vcterinärrat Dr. Güngcrich in Bensheim hat durch die Schenkung einer größeren Anzahl von veterinär-wissenschaftlichen Werken an die Universitätsblbliothek Gießen deren Bestände in äußerst dankenswerter Weise bereichert. * * Entlassen wurde die Lehrerin Christine Harrach an der Volksschule zu Mainz auf ihr Nachsuchen. • • Feuerwehrdepot. Das alte Depot der Freiw. Gail'schen Feuerwehr muß abgebrochen werden, weil es dem Ausbau dec Sandgasse im Wege steht. Die Firma Georg Philipp Gail, die die sachlichen Kosten für diese Feuerwehr trägt, hat deshalb auf dem Hintergelände an der Neustadt -zwei ältere Hintergebäude zu einem neuen Depot ausbauen und dazu einen flotten Steigerturm errichten lassen. Der vor der Gebäudegruppe befindliche große Platz ist sauber eingewalzt und kann zu Uebungszwecken der Mannschaft benutzt werden. ** An der elektrischen Straßenbeleuchtung in der Bahnhofstraße wird bereits seit 14 Tagen gearbeitet. Infolge der vorübergehenden Arbeitseinstellung in der Elektrizitätsbrancüe können die Fabriken die Aufhänge- und Windenvorricytungen nicht schnell genug liefern und dadurch wird die Fertigstellung unserer elektrischen Straßenbeleuchtung verzögert. Zuerst wird die Strecke Bahnhofstraße bis zur Marktstraße hergestellt. Sobald die einzelnen Stromkreise betriebsfertig find, soll dieser .Straßenzug mit Bogenlampen beleuchtet werden, was Anfang November der Fall sein kann. Inzwischen wird die Beleuchtung Liebigstraße—Frankfurter Straße—Seltersweg : —Kreuzplatz hergeftellt, die bestimmt noch vor Weihnachten in Betrieb kommt. Die übrigen Straßenzüge werden voraussichtlich bis zum Januar mit elektrischem Licht versehe,: werden. Bedauerlich ist, daß an der Bahnhoffiraße und am Seltersweg einzelne Hausbesitzer der Anbringung von Rosetten von Aufhänge- und Windenvorrichtungen für die verbesserte Straßenbeleuchtung Schwierigkeiten in den Weg legen. **Die städtischen Freibäder in der Lahn, die am 23. September geschlossen wurden, wurden benutzt: Von Männern Mm Juni Juli 1911 1563 5441 12800 1910 3776 6195 2289 von Frauen 1911 — lf68 4151 August September Zusammen 9J42 2005 = 31 750 3127 237 — 15 616 4271 1374 — 10 874 ** Nächtliche Kanalreinigung. Gestern abend nach 10 Hhr rückte unsere Kanalmann,chaft in zwei Kolonnen in der Marburger und in der Walltorstraße an, um eine gründliche Säuberung der Kanäle vorzunehmen. Diese Arbeit, die alle Jahr einmal an dem weit üenröcigten Kanalnetz vorgenommen werden muß, wird in den Stratzen- zügen, durch die die Straßenbahn führt, nachts ausgeführt, um den Betrieb der Bahn nicht zu stören. •• Der Kohle nbezugsverein Gießen hatte die Stelle des Kassenboten ausgeschrieben. Mit dec Stelle ift ein Einkommen von Atk. 850—900 verbunden. Für diesen Posten haben sich 30 Bewerber gemeldet. Landkreis Gießen. ? Großen-Linden, 9. Okt. Gestern fand hier, wie alljährlich, ein Missionsfest statt, das der hiesige Posauuen- chor und der gemischte Sängerchor durch ihre Liedervorträge verschönerten. Auch verschiedene gemischte Chöre aus den Nachbardörfern wirkten mit. ? Allendorf a. d. Lahn, 9. Okt. Die Erd arbeiten und die Anschlüsse der Wasserleitung sind beendet. Trotzdem früher eine Anzahl Einwohner dagegen stimmte, haben sich jetzt sämtliche Leute angeschlossen, denn in diesem Sommer konnte man so recht erkennen, wie bequem eine Wasserleitung ist. In dem ganzen Torfe waren nur noch zwei Brunnen, in denen das Wasser nicht gesunken und genießbar war, so daß die Mehrzahl der Torfbcwohner das Wasser 100 bis 200 Meter weit holen mußte. Ter Wasserbehälter ist ebenfalls sertiggcßeltt, so daß das Wasser hincingeleittt werden kann. Tas Maschinenhaus steht im Rohbau da; die Motore sollen am 15. d. Mts. gesetzt werden, damit vom 1. November ab die Leitung in Gebrauch genommen werden kann. — In der letzten Gemeinde- ratssitzung beschloß der Ortsvorstand, daß die Ortsstraßen mit elektrischer Lichtleitung versehen werden sollen. Im Sommer 1912 soll damit begonnen werden. Kreis Büdingen. X Nidda, 8. Okt. Geometer Stephan von Staufenberg, der jetzt hier Bahnassistent ist, hielt gestern abend im Kr i e g er v e r e in einen Vortrag über seinen Aufenthalt in Südwestafrika bei der deutschen Schutztruppe, der er von 1904 bis 1908 angehörte. Etwa 120 Personen hatten sich zu dem Vortrag int Gambrinussaale eingefunden. Der große Beifall der Versammlung und beredte Worte des Vorsitzenden des Kriegervereins, Oberst z. D. Weimer, zollten dem Vortragenden Tank für seine inhaltreichen Darbietungen. Am nächsten Donnerstag wird Oberamtsrichter Römheld von hier im Gasthaus zur Traube über „Tie Notwendigkeit der Beschleunigung des Ausbaus unserer Kriegsflotte" einen Vortrag halten, worauf Oberst z. D. Weimer besonders aufmerksam machte und dann die Versammlung mit einem Hoch aus Kaiser und Großherzog schloß. Kreis Alsfeld. L. K. Alsfeld, 9. Okt. Im „Deutschen Haus" fand gestern nachmittag der 2. Bezirkstag für 1911 des Hassiabezirks Alsfeld start. Von sämtlichen Vereinen des Bezirks waren Vertreter erschienen. Außerdem wohnte das Präsidialmitglied Hauptmann Waldecker- Darmstadt den Beratungen bei. Punkt 2 Hhr eröffnete Bezirksvorsteher Schade mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog die Versammlung. Hierauf erstattete der Bezirksvorsteher Bericht über den Vertretertaa in Friedberg. Für die Hnterstützung des verunglückten Kameraden Hamann-Biebesheim ist im Bezirk bis jetzt ein Betrag von 67,50 ML eingegangen. Das Präsidialmitglied Waloecker erläutert hieraus die neuen Bahnschutzeinrichtungen während eines Krieges und deren Bedeutung; die Krieger- Vereine hätten die Pflicht, die Mannschaften dafür zu stellen. Weiter empfiehlt der Redner die Hnterstützung des Hilfsvereins zum Roten Kreuz, sowie des „Hessischen Kameraden" und der Sterbekaffe. Anläßlich seiner Fahnenweihe int Sommer 1912 wurde dem Militärverein Alsfeld das Bezirkskriegerfest übertragen. 22 Vereine wünschen für das Winterhalbjahr 1911/12 Vorträge. Ein Antrag von Gremm-Romrod, den Bezirksvorstand zu beauftragen, bei bient Kreisamt Alsfeld vorstellig zu werden, daß in Zukunft das Schießen bei Hochzeiten ebenso wie bei Beerdigungen von Kameraden ohne vorherige Genehmigung geschehen kann, wurde angenommen. L.K. Alsfeld, 9. Okt. Nachdem nun fast alles eingeerntet und inzwischen Regen eingetreten ist, hat man hie und da mit oer Aussaat begonnen. Der Roggen, der erst vor einigen Tagen gesät wurde, zeigt schon ein üppiges Grün. Kreis Schotten. k. Gedern, 8. Okt. Ein zweijähriges Kind spielte in der Nähe eines Hasenkäfigs. Als e§ durch das Drahtgeflecht des Käsigs griff, wurde chin von einem Kaninchen das erste Glied des Zeigefingers der linken Hand abgebissen. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 9. Okt. Heute ist an unsrer Schillerschule (höhere Mädchenschule) ein neuer Lehrplan in Kraft getreten. Die Anstalt wird jetzt die Ziele erreichen, die die höheren Mädchenschulen des Landes sich gestellt haben. Tie Abiturientinnen der Schillerschule werden, wenn sic alle Klassen durchgemacht haben, die Berechtigung sür manche Aemter (Post, Eisenbahn usw.) erlangen. m. Bad-Nauheim, 9. Okt. Als heute mittag gegen 12 Hhr der Hagen—Frankfurter Schnellzug auf der hiesigen Station einlief, wollte der 36jährige Rangtecer Franz Kremer aus Niedcr-Mörlen ausweichen, geriet aber dabei auf eine im Nebengeleise rangierende Maschine. Tem Hnglücklichen wurden beide Beine abgefahren, er wurde eine Strecke mitgeschleift und verschiedene Mate mit dem Kopf ans den Boden geschleudert. Kr. wurde in das städtische Krankenhaus gebracht, wo er nach wenigen Minuten verschied. Erst am 1. Juni d. Js. wurde Kr. nach 21jähriger Tienstzeit angestellt. Starkenburg unö Rheinhessen. W Darmstadt, 9. Okt. Ter „Neichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung dcs Kronenordens 2. Klasse an den Geh. Oberjchulrat N o d na ge l-Tarmstadt. M. O sf e ub ach, 10. Ort. (Priv.-Tel.) In der Wirt- s dj a j t zur Teutjchcn Ciche kam eS heute nacht zu w ü st e n A u s- schreitungcn. Bei einem Streit vorletzte em Arbeiter einem anderen mehrere Messerstiche. Als dec Wirt in seiner Angst mehrere Schüße auf oic Raufbolde übgab, verwüsteten sie das ganze Lokal. Tie äniiotbcfciiiqtcn wurden verhaftet. = Mainz, 9. Okt. Nachdem im letzten Frühling 25 Jahre verflossen waren, daß im Mittttch.inkreis ein Turnausschug erwählt wurde, dem die Regelung aller tucncriichen Verhcüinisse zu- liet, konnte die fündigste Zusarnm nkun.t der Gauiurnwartc des Mittelrheüllillses cm Samstag und Sonntag hier gefeiert werden. Tie Zahl der Ausschußmitglieder mit 5 hat sich während deZ Viertel;ahchunderts zwar nicht geän.e.t, es kamen aber im Laufe der Zeit 3 Ersatzmänner und zur Ergän'.ung im Vedar.s- falle je ein Vertreter für Fechten, Spielen und Schwimmen h nzu. Tagegen ift die Zahl der Gaue und damit die der Gauturnwarte von 13 auf 25 gestiegen. — Hm die Gautnrnwacte pii. den neuen Gedanken und B.,Hebungen auf den Gebiete dec löblichen Erziehung und den neuen Wegen, die die Deutsch« Tucnecschaft verfolgt, damit sie sich den ncu,ei.lichvn For.e.ungen anpaffe, bek. nut zu machen, wurde die 50. Versammlung am Samstag nachm.t.ag von dem 1. Kreistumwart Volze im Hause d.s Main, er Turnvereins von 1817 eröffnet. Nach einer Begrüßung erstat eie ev Bericht über neue turnerische Bücher. Weiter ersuchte Kreis- turnroart Bolze die Gauturnwarte, die Turner über die Verhältnisse in der französischen Fremdenlegion aufzukliiren und vor dem Eintritt in sie bringend zu warnen. 2er 2. Kreistumwart Mün ch-Hachenburg belichtete üb.r die auf dem l.tz en Deut.chen Turntag in Dresden beschlossenen Abänderungen oer Deutschen Welturnordnung. Ter Hochsprung wird in Zukunft ohne Brett auS- geführt. Es werden Sonderwet.kämpfe in eimeinen volkstümlichen Hebungen und Mannschaftskampfe in Cilbot.nlaus unö Tauziehen veranstaltet. Besonders rcgc5 Interesse brachte Die Versammlung der „Jugendpflege" entgegen. Gaut.irnwart Poller erstattete einen Bericht über den preußischen Mi> i..crial- erlaß und über seine Durchführung in feinem Hcimatsbezick. Andere Gauturnwarte: Engel-Wiesbaden, Braun-Frankfurt, Kleber-Höchst a. M., Colbus-St. Wendel und Schmidt-Koblenz, gaben Mitteilungen aus ihren Bezirken, die beweisen, dag der Erlaß noch nicht überall gleichmäßig gehandhabt nnrö. — Tie ®Guborturner|'iunbe am Sonntag morgen wurde von KreiSturn-» wart Vol;e eröffnet. Tas TumauSschußmi.glieo Gräser- Frankfurt a. M. leitc.e sie mit einer Gruppe Ordnungs- und Freiübungen ein. Ihm folgte Gautnrmvart Poller-Saarbrücken, der verschiedene Arten von Aufstellungen zu Freiübungen und eine Gruppe solcher mit gegenseitiger Hnterstützung durch na hm. Am Barren entwickelte M e l l e r - Bockenhttm Sprellübungen in dec veriafiedenartigsten Zusammennellung. Tie Neaspie.e von Kreisspielwatt Wahl- Lockenheim: „Has im Kohl, Prellball und Komm mit" erregten reges In eeeffe und große Helleckeit. Am Seitpferd wurde eine Gruppe Hebungen mit Spreizen und Scheren unter der Leitung von Gau.ucnwact Schütz-Bous geturnt. In leichtverstmdlichcr Weife .ehtte Kreisturnwarl V o l z e die Landkreise mit Keulen vor dem Leibe unö hinter dem Rücken. Zum Schluß boten die Gauturnwane C o l b u s - St. Wendel und L o b e r - Tauborn Stabübungen mit Beinspreizen. Kreis Wetzlar. # Krofdorf, 9. Okt. An der Fertigstellung der elektrischen Beleuchtung und der Jnneninstal- lation für sie wird mit aller Macht gearbeitet. Infolge des Streiks in der elektrischen Branche hat sich die Arbeit um einige Wochen verzögert, doch hofft man, daß unser Ort spätestens Mitte ^November mit der modernen Beleuchtung ausgestattet sein wird. — Nachdem wir die Errungenschaft der Elektrizität haben, wird im kommenden Jahre die Wasserleitung angelegt werden und damit endlich eines der dringendsten Bedürfnisse unserer Gemeinde befriedigt. Man hofft, daß unsere Gemeindeverwaltung dann noch als eine ihrer Hauptaufgaben die Erlangung einer Straßenbahnverbindung mit Gießen anstreben wird. * Vetzberg, 9. Okt. Der preußische Staat, der Eigentümer der Burgruine Vetzberg ist, hat vor einigen Jahren, wenn auch gerade nicht in sehr glücklicher Form, den gewaltigen Bergsried befteigbar eingerichtet. Wenn and) Personen, die nicht gan^ schwindelfrei sind, den wundervollen Ausblick vom Turm sich schwerlich verschaffen werden, so lohnt es doch schon, seinen Blick in die Landschaft zu senden, wenn man die Spitze unseres Berges ersteigt. Be- fonders das Bild der Schwesterruine Gleiberg ist wundervoll. Aber um auf die Höhe zu kommen, hat man einen höchst abschüssigen und gefahrvollen Weg hinanzusteigen. Der Gemeinde ist es verboten, an dem Wege zur Höhe etwas zu verbessern. Das Kreisamt Wetzlar als Aufsichtsbehörde für die Ruine würde sich den Dank zahlreicher Touristen verdienen, wenn es dafür sorgen würde, daß der Weg verbessert und an einzelnen Stellen mit Schutzgitter versehen würde. Hessen-Nassau. □ Marburg, 9. Okt. Nach den eiwgültigen Feststellungen hatte der Kreis Marburg bei der letzten Volkszählung 5 6 9 5 4 Einwohner (gegen 53779 im Jahre 190o). Davon waren 27 812 (26 205) männlichen und 29 122 (27 574) weiblichen Geschlechts. Ter Religion nach waren vorhanden 50 902 (49 043) Evangelische, 3618 (3339) Katholiken, und 824 (839) Israeliten. 1590 (558) Eiwvohner gehörten anderen Religionsgemeinschaften an. Tie Zahl der Haushaltungen hat sich von 10 414 auf 10 999 vermehrt. — Wie in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten mitgcteilt wurde, betrugen die Einnahmen dcs städtischen Gaswcrts im Jahre 1910 rund 340 893 Mark, die Ausgaben rund 245 524 Mark. Gesamtüberschuß 95 278 Mark. Beim Wasserwerk stellt sid) der Hebcrsdiuß aus 58 439 Mark. — Ein am Schlüsse der Sitzung eingebrachter Antrag- die Teuerungsfragc, wie es in anderen Städten geschehe, zu erörtern, wurde mit allen gegen 2 Stimmen nicht für dringlich erklärt. X. Schlüchtern, 9. Okt. Der Landwirt Georg Moller aus Hintersteinau hatte aus der Strafanstalt Lichtenburg, in der er eine 4Vs jährige Zuchthausstrafe wegen Verleitung zum Meineid verbüßt, an den Amtsgerichtsrat Hengsberger in Schlüchtern ein Schreiben gerichtet, in dem er eine größere Geldsumme forderte, da er sich bei dem Zwangsvcrkaufc seines Grundbesitzes durch den Richter benachteiligt fühlte. Dem Schreiben fügte er die 'Drohung bei, daß er bei der Nichtgewährung seiner Forderung den preußischen Staat ersatzpflichtig mad)en wurde. Die Strafkammer Hanau verurteilte den Briefschreiber zu 1 Monat Gefängnis. = Frankfurt a. M., 9. Okt. Der vorbereitende Aus- fchuß des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller trat am 5. Oktober zusammen und nahm von dem günstigen Ergebnis der Werbearbeit für den neuen Verband Kenntnis. Es wurde daraufhin die G r ü n d u n g des V e r - b an des beschloisen, ein Satzungsentwurf durchberaten und in Aussicht genommen, die Grundungsversarnrnlung Ende Oktober einzuberufen. Provinzial-Ausschutz der Provinz Overhessen. L. Gießen, 7. Ott. Anwesend: Provinzialdirektor Dr. Ufinger, als Vorsitzender, 8 ordentliche und 1 Ersatzmitglied, Ansang 9, Ende 1 Hhr. 1. DieKlagedesOrtsarmenverbandesNieder- ei senhaus engegenden Ortsarmen verbandAlten- b u r g wegen Hnterstützung des P. K. wurde vor Beginn oer Verhandlung zurückgenommen. 2. Enteignung des Grundstücks Fluri Nr. 68 der Gemarkung Friedberg (Hosreite der Johs. Gröninger II. Eheleute). Zur Schaffung eines freien Platzes benötigt dic Stadt Friedberg u. a. auey das Anwesen der Hbcieutc Gröninger, das Ecke Kaifer- und Luüwigstraße belegen ist. Tie Stadt bot 32 000 Mark, gefordert wurden icöoch 50 000 Mk. Cs wurde deshalb das Enteignungsverfahren eing:lcitct. Tie Lokattommijsion schätzte den Wert der Hofreile auf 31 200 Mark. Tie Eheleute Gröninger hatten die Hofrcite vor 14 Jahren für 35 000 Mark erworben und dann noch einen Laden anbaucn lassen. Da aber das Anwesen baulich vernachlästigt und auch ohne Zweifel scinerzeck über den Wert bezahlt worden war, setzte < Der Provin^ial-Ausschuß die von der Stadt Friedberg zu zahlende GEORG TODT, Zigarren-Versand, Plockstr. 11. Lichtens tei n er äusserst müde Sumatra, 8 Pfg. D.r verhüte fiaurschWel lieber die beiden heutigen Wahrten deZ „ auf Gegenseitigkeit. J> H. Fuhr, Sonnenstrasse 25 ix. ibeiBl'VOt 2 Mfl. 62 btq. Schwarzbrot 2 5lg. 54 Big liefert billigst Weizen lou Mg. •.'1.50- 21.75 iGf. Roggen 100 fifl. 19. b—00.00 Mk. Nähere Auskunft, Prospekte und Antragsformulare kosten- frei bei den Vertretern: In Gießen: Bant für Handel u. Industrie, Niederlassung: tiiessen, Iohannesstr. 1, als Inkasso- u. Auszahlangsstelle. Vertreter: 6>. W. Toepser, Sradtrechner i. V., tMnbinamiüraBe 1; Heinrich Elges, fHcftauraieiir; m Darmstadt: Tie tociieraloeriretunfl »üi Hessen, Hessen-Nassau und ö:c Pfalz: Aug.Berbeuich, Ziinmerstr. 3; m Großen - Bnseck: Wilh. Rühl, Kaufmann; in Großen - Linden: Heinr. Weitz, Bauunternehmer; in Lanbach: Wilh. Alipstein; ui Wieselt: Lndw. Kirchner, Kau'mann. ziele Büdingen >u. feiet »urben die Wanderer von dortigen Klubgenossen empfangen und zum „Wilden 3:em", einer m ich- tigen Basaltgruppe, gelritrt, von wo man einen entzückenden Blick aus bie Stabt mit ihrer reizvollen Umgebung genoß. Auch der Altstadt mit ihren prächtigen mittelalterlichen Bauwerken, speziell dem Innern de« renovierten Rathauses wurde ein Besuch abgeplattet. Bei dem nunmehr folgenden Zusammensein brr beiden Zwrigverrine im „Stern" begrüßte in htzlichec Weise Vfe.-C-Bruder Schneider-Büdingen die Geßener öifte, in deren Namen C. Faber erwiderte, gleich-e tig sür die treif- liche Führung bestens dankend. Di yuter Vernile ung, bei Sang, Tanz und mancherlei Ansprachen, bie d.n Damen, den Führern und dem V. fe.-Q. galten, verflogen rasch die Stan cn un > nn er fröhlichem Gesang wurden die Wand rer von den Büdinger Clubgenossen zur Dahn geleitet, wo man sich mit herzlichem Frisch auf trennte. Tic Marktpreise sür Pich und Frucht und die Gicstcner Fleisch» lind Brolprcise am 9. Cftobrr 1911. Amtlicher Wetterbericht. WetterauSfichteu in Hessen nm Tlithvocb, nett 11. Cttober 1911: Meist heuer, trocken, tags warm, nachts kühl bis zu Fri t. Erprobung seiner Geschwindigkeit wird gemeld.ri: Bei dem böigen Wetter war es überaus schwierig genaue Messungen vorzunebmen, da der geringste Seitenwind daj Luftschiff auZ seiner Fahrtlinie drängt. Infolgedessen kann eins we len nur oefagt werden, daß die Geschwindigkeit mit drei Motoren über 20 Meter in der Sekunde beträgt und mit zwei Motonm Über 17 Meter. ES ist aber möglich, daß bei ruhigem Wetter daS Ergebnis noch besser sein wird. Die Versuche werden fortgesetzt. Die gebildeten Tschechen. Chemnitz, 9. Oft. Der sächsische Ballon „Ilse", der gestern iy Schwarzenberg im Erzgcbirae aufgestiegen war, wurde bei seiner Landung in Turnau in Böhmen von Tschechen angegriffen. Die Änarei'er schleuderten Steine gegen den Ballon und überschütteten die Insasien mit Schimpfworten. Tic beiden Luftschifser, von denen einer durch einen Steinwurf am Kopie verletzt wurde, übergaben die Angelegenheit dem Gericht. ES erfolgten zwei Verhaftungen. Stricken und Anstrichen von Strümpfen ‘ ’ wird billigst und prompt besorgt. *5206 leiden gerieten hart aneinander. To kam brr Hausherr herbei, in die Streitenden zu trennen und mit Zuvorkommenheit und einem Dietrich die Glastüre zu öffnen, und ehe er sich gebückt '■ hatte, öffnete sich die feaustüre und völlig durchnäßt kamen fhitter und Tochter herein. Als sie bte Leute an ihrer Türe sahen, erschraken sie heftig, und zitterten vor Angst und Nässe. Frau, der Schlüssel ist fort! tagte der brave Mann. Mann, ich hab ihn an seinen Platz gehängt! sagte die Frau, die rmn ihren Mann erkannt hatte. Zurnig drohte sie dem -lechbar. Oeriniscbtes. * Ein verwegener E i s e n b a h n ü b e r f a 11 wird aus Lodz unterrn 7. Okt. gemeldet: Fünf Räuber überfielen einen Dienstzug und veranlaßten den Lokomotivführer durch Signalisieren mit einer roten Laterne, die Fahrgeschwindigkeit zu vermindern. Unter TodeSdro- y un gen nahmen sie dann dem Zugpersonal die Schlussel zu dem Panzerwagen ab, in dem sich die Tageseinnahmen zweier Stationen befanden und raubten die Kassen mit 11 800 Rubel. Hierauf mußte das Personal Bekanntmachung. Bei der am 4. Cftobrr 1911 itattnebauten Auslosung der Kblifla.ionen der Stadt Bntzb ich wurden ausgelost: Lit. A. Nr. 1(53, 67, 120, Lit. B. Nr. 116, 175. 84, 64, Lit. C. Nr. 223, 15, 177, 109, 91. Dieselben werden mit dem 1. Jannar 1912 außer Der- dnlung geletzt. . _ -Sgbliteacn: Stadtkasse Butzbach, Bankgeschäst Sander sH Larmuadt und Frankfurt g. M. C‘7i0 Butzbach, den 7. Cftobrr 1911. Grohh. Bürgermeisterei. __Flach. Dr. Steinreich 6210 wohnt jetzt Neuen Baue 25 parterre, im Hause des Herrn Rechtsanwalt Dr. Spohr. Telephon 769 / StricHwdlle u. RocKwolle!! im allen Warben u. nur!. Qualitäten Kapitalisten! Zur Uebernahme gut rentierenber und vollbeschäftigter Schuhfabrik in der Nähe Gießens werden Mt. 10 000.— von tüchtigem, fle.ßigem Fachmann gesucht. Schriftliche Angebote unter 6196 an den Gießener Anzciger erbeten. tufttdntfnbri. L. Z IX. ' Oos, 9. CTt. Da- Luftschiff „Schwaben" wird am Sam? tag, den 14. Oktober, in Düsseldorf fintieren. Am 15. Oktober erfolgt dann die Fernfahrt nach Berlin und nach acht bis zehn Tagen in Düsseldorf eine Fernfahrt nach Hamburg. vandern und Reifen, Bäder und Sommerfrifdien. *' B. fe.-C. Ein prächtiger Wandertag war es, der am $jnntag 37 Teilnehmer des Vogelsberger Vöhen-ClubS, Zweig- t r e i n Gießen, nach dem südöstlichen Teile unserer Pro- Nil anläßlich ihrer 7. VercinZwanderung führt?. Don BücheZ .ring der Weg anfangs dem Seemenbach aufwärts nach der hirdeck, einer bewaldeten Bergkuppe. In vielfachen Din- dritgen ging es bis zum Berggipfel, auf der noch deutliche fciuren einer früheren Burganlage zu sehen sind, so die Ucbcr- iie von Grundmauern und Gewö.b.n und namentlich der noch i r gut erhaltene breite Wal.graben. Auf mancherlei Kreuz- Ouerpsadcit (eine bessere, hauptsächlich durchgehende Mar- Da ergrimmte der brave Mann noch mehr und er schalt den bösen Nackchar mit schweren, grollenden Worten, inde? ber feau5bcrr dlö Schloß zu öffnen suchte. Aber der 'iierne Riegel widerstand seiner Kunst, und auch als sein Sohn hilfsbereit nahte, gab der $utd)anidnru5 nicht nach. Da entschloß sich der brave Mann, nach einem Schlosser zu schicken, damit er ihm die Türe zu seinem traulichen fecim öffne ’lb^r der Schlosser blieb lang und die Leute froren in ihren nassen S nbern. Endlich traf der Schlosser mit seinen Schlüsselbunden ein und der Hausherr mit einer zweiten Lampe, und sie erbrachen dr Weg zum Tempel des häuslichen Fned.mS. Um sich dir tänbe zu wärmen, steckte der brave Mann sie in die feosentaschcu in> schrie gleich darauf laut auf, indem et die feanb aus ber Jai'dK zog und darin den Schlüssel trug. Der feütcr der öffent Hm Ordnung brauchte nicht mehr seines Amtes zu walten . 5 femiSvater aber trat mit freudigem Auge ui seine Wohnung dankte Gott für seine feilse. Der böse Nachbar aber lief in die Gerichte, um den braven ! nn zu oertlagcn, roril er ihn in seinem Grimme verleuiudei liile. Wo ist daS passiert? fragte der Staatsanwalt. In Gießen, in der Schillerstraße! sagte der böse Nachbar Hist» bann unterschrieb er das Protokoll. I --------J----!......... ■ ■ ■ ... । _______ Märkte. Gießen, 10. Oft. T? orft o er< cbt. Aist heutigem Woiben- markte fonete: Butter vr. i-fö. 1,30—1.40 Alk., Hühnereier 1 St. 9—10 'Mg., Möfe pv. St. 6—8 J.ifl., Släfematte vr. Et. ö—6 Pfg,, Lauben vr Pr. u,ko—1,00 'l’if., Hühner vr. Ct. 1 ,<>()—1,60 Alk., Halmen vr. Ctück 0,80—1,80 Pik., Enten vr. St. 1,80—2,20 T1L Gänse daS Pfd 68—70 Psg., Cd'fenheifch vr. Psb. 82—90 Plg^ 8lindfleisch vr. Pstnid 84—86 Pfg., .stnhfleifch 70 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 70—90 Pich., .Kalbfleisch vr. Psb. 74—78 Pfg., ^annnelileis h vr. Pib 60—80 Pfg.. Martofieln vr. 100 51g. 7.50 bis 8.60 Als., Weißsrant das Stuck 15 bis 30 Psg^ Zwiebeln ver 3tr. 10,00—12,00 Dlf„ Aiilch bas Viter 22 Pfg., 'Jlevel ver Pib. 8 bis 15 Pfg., ‘Jh'iffe 100 Stuck 50—00 Pfg., ver Ztr. 0—00 iM„ Bohnen ver Pld. 25—40 Psg, Gurken 100 Stück 2,00—3,50 Mk., Birnen bas Psnnd 10—20 Pfg., Zwetjchen der Ztr. 10 -15 Ml. Marktzeit von 8—2 Uhr. Letzte llndiricbkn. • Der italienisch-türkische Krieg. Konstantinopel, 10. Okt. (Priv.-Tel.) Mehrere jung türkische Führer erklärten einem Journalisten, dast ein Balkankrieg ihnen gleichgültig sei, da durch die bann eintretende gegenseitige Befehdung der Großmächte sich die Lage der Türkei nur herbei fern könne. Bulgarien, Griechenland und Montenegro werden hier mit Mißtrauen betrachtet. Nach hier eingelaufenen Depeschen auS Rom wird mit dem Bombar - dement der albanischen Städte gedroht, wenn die Türkei die wirtschaftlichen Repressalien gegen Italien nicht unterläßt. fie Portugiesin e Monarchisten. Paris, 10. Okt. Ter „Matin" meldet aus Braganza: Eoneira hat Lazares mit den monarchistischen Truppen ver* lassen und zieht innerhalb der portugiesischen Grenze nach Wesum zu. Tie republikanischen Truppen folgen ihm. Neu York, 10. Okt. Bei Erdarbeiten fiel eine Tyna - mitexplosion vor, bei der 4 Arbeiter in Stücke zerrissen wurden. DcrsichernngSftand 54 Tausend Policen. MM F-M »M Soll«* i Z-»,- Itooi. IW« 29122 (27 0,4)* «tn 3i,fen, und 824 M en anderen RelWN> iwa* ! der heutigen ^ nrbe, betrügetiM» 1te 1910 rund MoN n e ngebrachler Jsswfö SÄSZ Ss-s Ä* oonve-r 1C\unDncuen^r6^ S?**' , Gerichtssaal. fc Wiesbaden, 9. Okt. Gelegentlich einer Bahnfahrt br Höchst a. M. nach Fransurt a. M. beleidigte der Metzgec- 1 f' er Joses Hammer von Höchst a. M. die Unteroffiziere der diiüchen Armee im allgemeinen und den Unteroffizier Thor- Tl’D vom Höchster Beztrkskommando im besonderen, der mit th it im Abteil weilte, durch die Worte „arme Schlucker, Sp nner. mpen, Treckfäcke" usiv. Vom Höchster Schöffengericht erhielt himmer 100 Mark Geldstrafe, außerdem wurde dem Belei- bijinn die PublikationSbesugnis im feöchster KrriSblatt zu- I nodicn. Aus Berufung des Angeklagten und des Anwalts pH nnie die Strafkammer Wiesbaden auf 10 Lage Gefängnis. Itie PublikationsbesugniS blieb bestehen. den Zug verlassen, wahrend die Stander eine kurze Strcdie weiterfuhren Schließlich sprangen sie vom Zuge ab und ließen ihn auf dem Gleise stehen. Kleine Cageschromk. Tie Stabtberorbneien in fe a 11 e n b. S. bewilligten 516 SOO Mark zur Errichtung anrß Zuaendheims, eines Knaben« und Mädchenhorts, eines xtnberbortfl und anderer Gelegene bäten für die fhiaenbpflegr Bä rin er Schnitzelfagd in Marienwerder stürzte feaupt- mann Del t wer dom 72. Fe lba rril I erie-R eg irnem imb erlitt eine schivere Gehirnerschütterung 'In Posen wurde die Norddeutsckc Ausstellung füe feanbet und Industrie offiziell geschlossen In Bus en darf tötete die Frau bei Arbeiter» feer« nigm einem Anfall von Berfolgungswadnsinn ihre bc.bcn Kinder im Alter von zwä und einem Jahr und sich selbst durch är« hängen. 3h Norditalien haben mehrtägige heftige Regen« güsfe ein Anschwellen der Flüsse und seen verursacht In Lastro-Iotzk bet Petersburg erstach nachts der Sohn des General» saferin den Sohn des Geistlichen Komarow und verwundete dessen 19jährigen Freund Kvlofchnikvw schwer. Ter Grund ber Tat bildete Rache. Ter 20jährige Mörder wurde verhaftet. In Budapest wurde eine junge, elegant gekleidete Tarne in einem Gasthofe erschossen aufgefunben. Die Tarne Tain am Samstag auS Berlin an und gab an, Cornelie K erstes») zu heißen. Sie ist angeblich eine Berliner Schriftstellerin. Bei Erdarbeiten im Zentralpark von Neuyork explo< dier te eine Menge Dynamit. Bier Arbeiter wurden in Stucke gerissen. EntschädigUTig auf 31 200 Mark fest. Ae Stadt Friedberg har i kierung täte nötig) erfolgte bei Abstieg, der übrigen« recht hübsche sämtliche Kosten des Verfahrens yu tragen. Äu-blicke auf da» reizend gel-.gene Büdingen, sowie auf den 3. Enteignung von Gelände in G e m a r ku n g I vom G.-afen Z n-enddrs begründe^-n feerrenhaag dem ehemal g«i Sitz der feerrenbuter Gemeinde und bte nrttbin schimmernde feaager Vergktrche bat. Nachdem in Diebach am feaag Früh- stückSrast gehalten »er, begann die 6rfhigung ber weithin sichreren Ruine Ronneburg. Dem alten Gemäuer ber trotzigen Feste, auf deren Erhaltung man in neuerer Zeit erfreulicherweise wieder bedacht ist, wurde unter Führung beS DurgwariS eine gebührende Besichtigung zuteil und man genoß namentlich von ber Galerie des mächtigen Bergsriebs eine umiaffenbe Rundficht Teils durch schönen feochwal?, tri S über Fel er aing eS hierauf in l'/iftünbigem Marsche üb r Bonbausen dem End- Fertigstclluna der erZnneninflal- gearbeitet. Infolge !.hat sich die Arbeit fst man, daß unser der modernen Äe- Nachdem wir die Er« nrd im kommenden t werden und damit sse unserer Gemeinde Äemeindeverwaltung iben die Erlangung eßen anstteben wird, eußische Staat, der ist, hat vor einigen !hr glücklicher Form, eingerichtet. Wenn :ei ßnb, ben wunder« tMufäafjen werden, bie Sanb[d)ait ju erges ersteig. leider^ \\t voxrcÄe tu, b wan eine: iMnzusleigL em Wege zur feöbe imt Weblar alt i sich den Dank zahl- dafür sorgen würde, nzelnen Stellen mu Enteignung von Gelände in Gemarkung Caasen äur Erweiterung der Mi11elgasse. Nach- fr.-m kürzlich Augenschein in dieser Sache stattgefunden hatte, verhandelte der Provinzial-AuSschuß heute weiter. Der Anwalt txr Grundeigentümer stellte ben Antrag, über die Frage ber Notwendigkeit der Enteignung vorab zu entscheiden. Ter Provinzial- luSsdniß beschloß darauf, die verbandlung auszul'etzen und neuen Termin zur Festsenung der Entschädigung anzuberaumen, sobald bie Parteien ihre Beweismittel hierfür benannt haben. ES war einmal rin braver Mann, der den ganzen Tag über llrisstki arbeitete. Abends faß er mit Frau und Tochter gemütlich im oer Lampe, plauderte mit ihnen über daS, waS er in der Leitung gelesen hatte, und nichts hatte den Frieden der Familie gestört, wenn ihm nicht ber böse Nachbar manchen Schabernack (Tipielt hatte. Das verdroß den braven Mann und er warf seinen Zorn auf den bösen Nachbar. Als er nun eine« Abends müde und vom Regen durchnäßt, nach feaufe kam und in Gedanken schon bei dem Abendessen trat, fand er seine Türe verschloßen, und aus sein fiepten öffnete ihm auch memanb. Er suchte nun in dem Winkel, in dem die Frau den Schlüssel gewöhnlich verbarg, rormi sie auSgina, aber n fand ihn nicht Ta fiel dem braven Manne ber böse Nachbar rin, und seine Sanftmut verließ ibn Mit rmlüfteten Wortru ir-.d'tc er seinem gekränkten feerzen Luft imb schalt auf den bökn Ju dibar, der ihm ben Tünchlüssel verlnrt habe 2arob ergrimmte er Nachbar, bet gar nichts von dem Schlüssel wußte, und die Privat-Lehr-Institut ftr Schnitt zeichnen u. K leid er mach en. ibrinn der Vor- u. XachmittagRst onden wieder im Oktober. ..? werden Kune vers hiedener Art und Zeitdauer tretreben. Ihir-e lui Zeichnen verbünd, mit prakti*cher Schneiderei. Kurse für nur direkten Zeichnen. Kurse für Schneiderei a 1 ein. 5361 5flhere Auskunft. Prospekte und Anmeldungen tflglich. Pension für Damen von auswärts. Marie Sack« akad ausgeb. Lehrerin, _________hanzenstrasse 22 p. — Ecke W.-st-Anlag ._________ BreSlau, 8. Okt. Auf dem 9. ordentlichen Lu fisch i f f e r t a g c wurden zum ersten Vorsitzenden Generalleutnant z. D. Exzellenz v. N i e b e r - Berlin und zum zweiten Vorsitzenden Geheimrat Mi e t h e-Berlin mit 171 Stimmen gewählt. Professor Dr. B a m l e r-Rellinghausen erhielt 113 Stimmen. Tie übrigen ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, mit Ausnahme von Lep-Nürnberg, für den Herr Berlin- Nürnberg gewählt wurde. Die nächste Tagung findet in Stuttgart statt. feannover. 8. Okt. Auf dem FlugplaH stürzte die Fliegerin Melln Ä e e f e aus einer Höhe von 15 Metern ab. Ter Apparat brach eine Tragfläche. Die Fliegerin kam mit geringen Verletzungen im Gesicht davon. München, 8. Oft. Leutnant Heller stürzte heute morgen aus einer Höhe von 25 Metern ab. Der Apparat wurde zertrümmert Heller blieb unverletzt. Reims, 10. Okt. Als der Flieger P r e v o st gestern landen wallte, prallte sein Fahrzeug gegen die Umzäunung des Flugfeldes. Einem auf Posten stehenden Soldaten wurde der Unterleib a u f g e r i f s e n. Sem Zustand ist sehr e r n st. Prevost blieb unverletzt. Darmstädter Pädagogium (Seite bis Oberprima.« Tie Anhalt ist staatlich konzessioniert. Sie nimmt Schüler vom 9. Fabre ab aus. Der Unterrtrfjt in kleinen .'Hanen wird nach modernen Reiormgrund,'ätzen erteilt und nunun mön: hcbi't Rücklicht auf bie Zndtoidualirär. In allen -^runmgen (Ginjäbripen-, Primaner und Abiturieuteu-Gxamen, wurden bie beiten Erfolge erzielt. Näheres erfahrt man durch die Prospekte. iss*/tj M. Ellas. Moderne Bersicheruugsbebingungen für LebeuSver- ficherungeu, wie für Renteuverficherungeu. «Ätojcrfl liberale LetUmmungen in Lrzaq auf Aaanfechl- varkeit und aaofifafffartfit brr Policen. ■ Anerkannt Btttigfl o,rechnete Prämien bei frühem ■■ Divdeadenbezug. Progressiv fallende Prämien für abgekürzte Lebensversicherung nach 2 Systemen: 1) möglichst billige Ansaugspräinie, 2) möglichst niedere Gesamtleistung. Hohe, für Männer u. Frauen gesonderte Rententarife. Außer den Pramienreserven noch bebeutenbe, besondere StcherheitsfondS. [&s7a Motorenfabrik Darmstadt AKl.-Gtis. 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Extra-Einlage 1*1$W 1 08369 d a Krieger-Verein BHligfte Prelle Srökte Auswahl M.MM Liszt- kann Akademischer Gesangverein. Bit ffflta ui b Winter-Mlibrungen KädmTVerein- weiblicher AngesteL (5 bi P tr zn iu bc ge w( PauRaase der glänze. Humorist. iS? Itr.231 Erscheint l Die .Anzeiger Freirdia' lv'ochentt^ tragt' Hochachtungsvoll c. Weiss. | der grossartige M...MMIM fit MM. - "> “ >**’ 08376 Jeden Soamta» nachmittag ^hr: Grosse Extra-Familien^. Kindervorstellung zukieioenMst Von 11—1 Uhr vorm. Frühschoppenkonzert ock, d. 11. Oktober 1« 2 abends 7 Ubr tzjxvoch-Abonn.-Vorlic Preise Gewöhnt dieser Frage Zraktionen Mden. erfolgen. Meldungen nimmt Herr Universitäts- Musikdirektor Professor Trautmann täglich (äusser Mittwochs) mittags zwischen 1 und 21/2 Uhr in seiner Wohnung, Moltkestrasse 6, und in der Probe Montag abend in der Universitäts - Aula entgegen. Der orstaiid. Eauilibristen. itnb die anderen Attrattron — Liszt 13. Psalm und Faust-Sinfonie (Schlusschor), Richard Wagner, Parsivalszenen u. haben begonnen. . Eintritt neuer Mitglieder, die sich am Konzert (19. November) beteiligen wollen, noch bis zur nächsten Probe Mag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, H 1M ».0 n «1L Irrung jogc ‘ (raub gewälj |'. wtfjoben wo . Ä snÄrzv I WWn • W M vneins obt ,i Hnb nach | teriammlu: H Äahl roäif l i halten tvor | ; bare Gut di !' geeinigt, 06 i- berg) unL ‘ Brauch einn - roalö eintreti t das Vertrau j Luslizral Gi I nicht das r M»3a ; hat der Gleil . ‘ versetzt. Ueb . h. Berichtig l- ; vioge es da °b di-Kamm !» «ttMl zur s! I '^echt und L s freien soll Me. GenerÄerstlMillR Donnerstag Sen 12. Citobct 1911 im Restaurant Kaiscrhos (I. Stock) abends 8-/j Uhr. Tagesordnung: 1. Rechnungsablag-, 2. VorUandswahl, 3 3. Verschiedenes Der Vorsitzende. Riitimeslap. Biograph“ Oer €#lou d.®r In grösster Auswahl zu haben bei Friedrich Teipel Telephon 188 (a19/0) Marktplatz 16 hiebigshje XalttXojy meiner verehelichen Gäste zu erlangen. quc Abhaltung von VereinSabenden, Festlrchkerten, « Hochzeiten, Versanuulungen us.v. stehen große und | tlcine Säle zur Verfügung. 1870171er Kriegserinderungeo. | Großartige historische und dramatische Handlungen. | OSÄää- Teuer erkaufte Ehre l Drama aus dem Leben, von der Nordischen Filmfabrik Kopenhagen. Kriechen als Kraftathlet der neueste Schlager von dem kleinen Jrchchen Abölard. 1 @ine seltsame Botschaft, amerikanisches Drama. Lea desinfiziert, Burleske. Die Aufopferung des Indianers 1 r spannendes Drama. Teddy Holzbocks Eroberung v hochkomisch. 5tt Diebsiuhl der „Mona Lisa" ans dm Pariser Louvre. Lusunue, Guionne, du hust uiir'ö außktun, Tonbild. Drucksachei |er ßrt Ausstattung stilrein u.preis^i -- die Brühl’schellniv.-Drucicg? M A> Tiiglich a>nds 8 Uhr: [08284 Ba$ W.ä ttqsnn Boffa Jas® de.abero der phänomenale Gedanleser. Dienstag, d. 10. Oktober 1« abends 8 Ubr: 2. Dienstag-Abonn.-Vorstcuo ^Gewöhnt. Preise Gewöhnt.'M !si§SSSH« tvird das eine Ausgesl Rivede,, der Lie Jusnzv LoMe zeh buchs in Die Es ist z land bereit« nachgelassen biete ihr i Schauerron bekämpf^ linematogr 'Siel Von £ fchüeben: Echrg däiR-n P Migstelli falsches M mitgetmt i gerid)lMi aus den L ?cktelsab herausgebi schlage mo t diese Vor einmal, d 2nllelsab den Mtgt würben, da aufoftroierl • (igenen 'Sei Stadttheater Giesst Direktion: Hermann Steingoete Geschäfts -Uebernahme. z Einem ---ehrlichen Publikum die hofl. Mitteilung, | 2 baß ich das altbekannte j Restaurant Ms Etel Irische zische Mittwoch früh 9 Ubr erste Sendung cintreffend: Prima Nordsee-Schellfische 1-pfändig, per Pfund 30 Pfennig. «ste. Jütländer Angel-Schellfische 1^/2—3'/r-pfündig, per Pfund 38 Pfennig. Arische Bratfische per Pfd. 20 Pfg. hollen Pfd. 42 Pfg. Koteletts per Pfd. 35 Pfg. Rotzungen per P,und 42 Pfennig, -ister Nordsee-Hecht, ohne Kops, p. Psd. 55 Pfg. im Ausschnitt C>0 Pfg, p a Nordsee-Kahlian, 2—4-PsUNdlg, ohne Kopf, per Pfund 32 Pfennig. Ä1». Bücklinge feinste QU§ heutiger Sendung, 3 Stck. 20u.25Pfg. Heringe feinste b%afcerinfle 10 Stück 68 Pfg. " „ super. per „ 10 - risch einaetroffe»! Palmona- jteUo-Margarine in V2= u. '/.-Pfd.-Stücken. "'tenfett per Pfund 55 Pfennig. Gelder verdux Bahnhosstr^^ Fernsprecher 231 . s'iit 7»ntzl fintente s «it.eh touientn $* K A°st erhj Sonbe eoi tioitötc P, werb, te'etung . Der huÄ11« ler?« dK 1Q«es k ti ge tn HU un St ®a cm St sau Bei m aus roei am Dran chtung in 5 Aafi [f Wilbrandt. gegen IO1/« Uhr Julius Schulze tel. 774 Kreuzplay Giessen Monats-Versammlung Verbund, m. Abickiedskommers iU Rege Beteil, wäre sehr erwünscht. Der Vorstand. 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