Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten Anslnnd Ans Liefen Singer ist Henle mittag gestorben. Dazu wird uns aus Berlin geschrieben: Der Reichriag; abgeordnete Paul Singer t- «erlitt, 31. Jan. Ter ReichstagSabgeorduete Panl Das militärische Vorgehen gegen die Ausftändischen auf Ponape. Berlin, 31. Jan. lieber das militärische Vorgehen gegen die aufständischen Eingeborenen der Insel Ponape ist der nachstehende telegraphische Bericht von dem rangältesten Seeofsiz er, Fregattenkapitän BollerLhun, Kommandant des „Emden", eingelaufen: £>abc am 8. Januar mit „Emden" und Nürnberg die Trukinseln, Ostkarolinen, 420 Seemeilen weltlich an- gelausen, um mich durch den inzwiichcn auf „Nürnberg erm geschulten Bezirlsarzt über die Lage aus Ponape mjonrneren zu lassen und aus Wunsch des Gouverneurs auch die,em Leite des Archipels die Flagge zu zeigen. Am 10. Januar truy DarLinsührungsgesetzzurRciiisversicherungkordnung! ist dem Reichstage zugegangen. Ter Entwurf hat den Charakter eines Uebergungsgesetzes und trifft Bestimmungen vorübergehender Art, die durch die Neuregelung der sozta- len Bersicherungsgesehgebung uotweiidig geworden sind. Einen großen Teil des Entwurfs nehmen die Ausfül-runqsbestimmungcn zur Hinterb i.benenversicheruiig ein, ferner sind Bestimmungen getroffen über bic, Ber-1 Wendung des Vermögens von Krankenkassen, die ausgelost oder zusammcngelegt werden. Schließlich wird durch das Einführungsgeseiz der § 15 des Zolltarnsgesetzes aufgehoben, ixt die L)interb.iebenenversicherung m Zutun st nicht durch Jolleinnahinen, wie ursprünglich beabsichtigt wa^ gedeckt werden sollen, sondern durch die in der Reichsversichemings- ordnuug gewährleisteten Reichszuschüsse. J Ferner ist dem Reichstage zugegangen der Entwurf eines Gesetzes betreffend Aufhebung o es XiilV-H kassen ges eyes. Tiefes Hilfskafsenge,etz steht in enger Beziehung mit der Reichsversicherungsordnung und hatte dem Reichsraq bereits früher zweimal vorgelegen, ohne erledigt worden zu sein. Tas neue Dilfskassengesetz, das den Bestimmungen der Reichsversrcherungsordnung über Krankenkassen angepaßt ist, regelt die AltgcmeinverhaltiuNc der Hilfstassen, während die Reick)sverncherungsordnung ibre Stellung zu beit Krankenkassen einer Regelung unter uebt So sollen die Hilfstassen auch in Zukunft neben den Krankenkassen bestehen bleiben, wenn sie mindestens 1000 Mitglieder besitzen und ihre Leistungen denen der Krankeiikassen entsprechen Tic württem bergische Regsterung fordert für die Wein bau gemeind en vom Landtag 240000 Mk. Notstandsdarlehen, die auf zwei Jahre unverzinslich find. In der w ü r tt em b e r g i s ch e n Z w e it e n jammer gab Ministerpräsident Tr. v. Wcizsäck e r im Namen der Staatsregierung zu der Frage der politischen Bc- tätigung der Beamten folgende Erklärung ab: ' „Der königlichen Regierung liegt eine Beeinträchtigung der staatsbürgerlichen Rechte ber Beamten fern. Es kann ber Regierung nur erwünscht sein, wenn Männer, bte in ihrem Berufe ein öffentliches Amt aus- üben sich auch außerhalb ihres Berufes am polit'.schen Leben beteiligen unb bnbei ihre beruflichen Erfahrungen ber Allgemeinheit nutzbar machen, doch ergibt stch aus dem Wesen bes öffentlichen Dienstes und aus der Stellung der Beamten, baß die Freiheit ber politischen Betätigung nicht unbegrenzt sein kann, vielmehr dem Beamten, wie in seiner amtlichen unb feiner außer amtlich en Fuh rung überhaupt, so auch hier gewisse Schranken geboten sinb. Tiefe Schranken sinb bebingt burch die gcsctzttchc Beamtenpflicht, burch bic Pflicht der gewissenhaften Wahr nehmung des Amtes, durch bic Amtsverschwiegenheit, die I Treue gegenüber dem König unb ber Verfassung. —o ber Beamte biese Pflicht verletzt, ist gesetzlich nicht erst umschrieben. Tie Regierung wirb auf bte Zustimmung bc*' Hauses rechnen bürfen, wenn sie bas Vertrauen ausspricht, baß Taft, Gewissen unb Pflicht dem Beamten den mit seiner Stellung vereinbarten richtigen Weg I zeigen." ____________________ Aus Paris wird gemeldet: Antoine Perier, der Vizepräsident des Senats, ist zum Mitglied des Eisenbahnausschusses gewählt worden. Er bestand im Ausschuß auf die Notwendigkeit, den ?lusbau des nastonalen Rüstzeugs in Frankreich zu sichern eingedenk der wirtschaft ichen A sbret- tunq Teutschlands, welches , das Monopol des Welthandels an 'sich zu reißen und Frankreich in seinen Beziehungen zu Italien zu verdrängen suche". Er sprach sich anertennenb über die neuen Durchstiche durch b i c A l p c n, be- sonbers burch den Mont Blanc unb ben Kleinen et. Bern- harb aus. Diese Pläne sollten von einer Kommission geprüft werden, die im kommenden April in Rom tagen solle. Frankreich, so sagte Perier, müßte in seinem Pro- I flramin eine Verbesserung der Verbindungen über den Mont Lenis aufnehmen, um sich einen zwiefachen Weg nach^tatien zu sichern, wenn man nicht wolle, baß es zugunsten Zeutsch Ilands auch ben Hanbel von Turin vertiere, nachbem es Hofes gemäß der Vorlage. Am Montag wurde vom Staatssekretär des Auswar- tigcu Amts unb dem britischen D o t f ch a f st e r ein Vertrag unterzeichnet, buren welchen bic Aus. lieferuna fläch ligerB erbrech er zwischen den ben tz- scheu Schutzgebieten und einer) Anzahl britischer Protei- toratc, zumal in Afrika, geregelt wirb. Aus Biedenkopf wirb uns g-eschrieben: In einer in H i l ch e n b a ch veranstalteten Vertreterverfammlung der nationalliberalen Partei für den Wahlkreis etc- gen - Wi11genstein - Biedeiikopf rourbc^bet seitherige Reichstagsabgeordnete Berghauptmann a -t. Bog e 1 für bic kommende Reichstagwahl wieder einstimmig auf- DciUvdtcs Zur Aenderung der Re i s e d iS p o s i tiv n e n d eS Kronprinzen schreibt die „?korbbeutfd^ AUyem. Ztg- - „Der Abbruch der Reise findet in ben Nachrichten, über bic Ausbreitung der Pest seine Erklärung, -ic peuche behüte sich bereits soweit nach Nordchina aus, daß weder der Besuch von Peking noch bic Rückfahrt auf bet tränt sibirischen Eisenbahn mehr in Frage kommen kann, our bic Rückreise wäre hiernach bic Fahrt durch d"S Rote -Wi zu wählen und zwar so, baß sie noch imierhalb der günstigeren Jahreszeit ausgeführt wiro. Unter die,en Um- stänbeu mußte auf ben Besuch von etnm, China unb x^apan verzichtet werben. Wir bebauern lebhaft, batz bic Ser- l ältnifse bem Thronfolger nicht gestatten, bie bcrrcunbctcn Höfe von Bangkok, Peking unb Tokio zu.besuchen unb auch sonst Ostasien in bem Umfang, wie beabsichtigt, tenncu zu lernen." Ter Ausschuß bes Reichstages bestimmte entgegen bem früheren von ber Regierung als unannehmbar erklärten Beschluß, wonach Hamburg als Sitz für den zu errichtenben Kolonial-,Konfulargericht^liof vorgeschlageii war, mit sieben gegen sechs Stimmen bei einer Stimmenthaltung, Berlin als Sitz des Gerichts- traten beibe Schisse vor Ponape ein, wo bereits „Kormoran . unb „Planet" ankerten. Tic Vorgefundene Lage war folgende. i 2 50 aufständische Dschokadschleu t e m i t n e u n zig i Gewehren bemal inet hatten am der Tlchokadschiniel sich aus einem etwa breihiindcrt Meter hohen, steilen und fast un» zugänglichen Felsen in einem stark beteiligten Lager verschanz t. Ter Zugang zum Lager war üom itcinbc zentortz Ten Uebergang nach ber Hauptimcl Ponape iVcrrtcn Wwv m-... ttirrn une> „uv wum _____ I truppen ab unb sicherten damit bic Kolonie vor Aurnollen. Len ~ ~ .„^rfranf unb herzleibend, ist der Abfvcrrungsgürtcl nach ber Hauptinsel ließ ich durch cm zuiammcn- Seit zwei Zähren zuckerkrank uno q o aesentes Landung^korvs von „Emden , „Kormoran und,.Planet sozialdemoiratische Abgeordnete Paul Singer im 68. Leben. qiadl bcr 5ce ,u nbmiahmen umächit „Nürnberg fahre gestorben und mit ihm ein ^ann dahingegang , /?Slanct» die Blockade gegen die Aut ständigen, den bic sozialbemokratifche Partei vom pvlu^schen ^tam L(in 13 ^anuQX morgens begann bic Beichlctzu n g d er stinch vunkte ans schmerz lick) vermissen wird, dessen -tob aber (id)cn Stellung burch „Emden" unb „Kormoran . Dann wurde Sud) bei seinen Gegnern menschliche Teilnahme erwecken Lanbungskorps ber „Nürnberg zusammen mit wO Polizei- aua) oci jcuicu u ioibaten aus der Westseite der Halbmiel Dschokabich gc» Sa« <3rn$ci: ber ^udbemünatie War, nnrfcJ ^cc 1 a besetzten bad Borgebäude, ohne auf. Wider teiprefse in tonenden Nachrufen zu künden wissen. \ I .u einem unermarteten Angri )s muröt sei nur daran erinnert, baß Paul Singer, der ehedem eine I durch' das LmbungstorpS das 'Hochplateau er sturm tt Mäntelfabrik betrieb, sich ber |ozialiflischen Bewegung du 2er überraschte Feind floh nach lurzem W'derstand auf bic Ansana ber achtziger Jahre anfchloß. Man nahm rn an- [cI . bcm Angriff zcichneicn sich bewnberv Obe^ toer sch°» 1884 « in bie SMen’ M.-ner unb 14 ihn schon bamittS un sozialbemokrati)-ager geschw unb (sjajfron durch einen Lckuß m bnt Oberarm Zer Knochsn heu war Völlig besiegt hat er ihn allerbiiigv erst, als er zersplittert, der Arm bleibt erhalten- unb ein Polizcifoldat unter ber bamaligen Herrschaft bes Sozialisteiigcfttzes ruck- 6u?n 1H. Januar, würben bic ^luaie fortaeictzi, die Insel für bic Jielc ber Partei eintrat unb beincjcniaR bon dem Feinde zu läubern. -tobet Ivurdcn 39 ^anncr uni iÄ!l aus Deutfchlanb ausgewiesen würbe. Nach Aufhebung 84 Weiber und Kinder gefangen. Tie Durchführung der Untn: fl%90i rebrte auch er zurück und uchmung wird durch zahlreiche, schwer zu gang lichc des Sozia istengc|etzev llvou- ici)ri<. . IcsBiHptt eridimett Vom 19. bis 25. Januar wurden durch würbe sogleidi Mitglied und kurz daraus V l tz cr '^üfi Solennen Strciszügc durch die Heimat der Dschokadschleuw ozialdeniokratiichen Parteilciwng und Porleitaste, \ullb blc Halbinsel bcr Palilcr unternommen. „Kormoran nahm beim auch saft ständig in dav Prafibuim aller intcrnatio I yc1-d)ie^unfl der Gegend von T omara vor, um dm am. bu nalcn sozialistisdmn Arl-eiterkongregc berufen würbe Hauvtinfcs überaelretenen Amstänbifchen von >iitt Micderlanung Für seine Parteiämter, loroie auch des weiteren für au bcr Bucht im Südwesten der Insel, abzuschncideii. G i uine s-it 1890 ununterbrochene Tätigkeit als Reichstags- s a m t z a h 1 der Gefangenen betragt bi» der 78 M an Knrhncter brachte Paul Singer mannigfache Gaben nut. ner, 175 F r a 11 c 11 nebst Kindern Fum Manner, die Mr bte erften Mt altem orgar-isat-rHchos unb praNMes au bem. Blutbad vom IG. ck-°der betau,at wäre», und nutet lw fül bic lebte .eine ^beitMmft, bte uurdurch ine taj«» „„ 6äul)tlingc ^am-. - u und Sam »°l,nmr> peinliche Gewissenhaftigkeit, mit bei srch «amentl ch i \ UDd)\,t)pn 4() Ausrührer, mit Gewehren bewaffnet., am.ber ben AnSschüsfen ben ihm gestellten Aufgaben unterzog, ÖQUt,tin|cI ^onal)C Unb Tschokadsch zerstreut. Durch wrtgc,etzte übertroffen würbe. Als Rebner bagegen fehlte ihm soStrcifzügc und energifchen Druck om bie loyalen ^taimnc., bei manche - oor allem der überzeugende Ton Liebknechts, der ber Auffindung der Rebellen b. hilttich zu lein, wird veriucht, fortreißende Schwung Bebels. Grog, brelifchuttrig tioii aud) biel-cn letzten Reit zu ergnmen <-chr erichwert w.rbcn hpinf’ er wohl ein durchdringendes Organ, aber b,c militärischen Operationen durch das unir eg i anie - ^stall, bejaB er woni euiu ■ t » biel Phlegma an birgslanb und tropischen Bu|ch. Für Beendigung der feine gan^c Jrt zu reden, Y nnb nur bie Zwischen-! Aktion läßt sich ein Zeitpunkt noch nicht angeben. Eine Ber- sich, als daß sic wirkiam sein E^nnf e, u"?I Minderung ber Streitlräfte ist zurzeit nicht angängig. Ter W « Lf w seit auch wartet bis 4 Februar m Ä-v aut der Wcmorratie ilt . " bekannt. Er schwor ans bie Lehren von Marr und Engel, war ein treuer Freund des verstorbenen Liebknecht und vor ■ allem Bebels und stand daher als Radikaler den rcvittonistu , scheu Bestrebungen als einer der erbiltertsten Gegner SSfT1’ I über. Freilid), das Wort Bebels: „Wer nicht pariert, sliegl hinaus," wünschte er nicht in die Tat umge,ctzt zu )ehen. Er wußte, daß die Stärke der Sozialdcmoiratic, ihre Werbekraft allein in ihrer, wenn auch nur nach außen hin elten mit dem Gemeinderat über den Bau eines zwei- 'lassigen Schulhauses. Es wurde beschlossen, an )en jetzigen Sch-nlsaal noch einen zweiten Saal anzubauen und zwei Lehrerwohnungen darauf zu setzen. .A Wenings, 30. Jan. Die hiesige Molkerei, die vor kurzem ihren Betrieb einstellen mußte, wurde zwangsweise für 1 2 6 0 0 M k. verkauft, während die Erbauung und Einrichtung seinerzeit 55 000 Mk. kostete. --l. Stockheim, 29. Jan. Am Sonntag feierte der Krieg er Verein den Geburtstag des Kaisers. Am gleichen Tage fand mittags 3 Uhr die feierliche Ucberreichung der dem Kriegerverein verliehenen Kaiserschleife durch Regie- rungsassessor Dr. Schäfer von Büdingen statt. Anwesend waren ein Vertreter vom Hassiaprasidiuni, Lehrer Will, vom Kriegervereinsbezirk Ortenberg, die Herren Söhnge und Mayer, Orteiiberg, der Ortsvorstand, der Krieger- und der Gesangverein Stockheim. Den Weiheakt vollzog Assessor Dr. Schäfer in patriotifcher Rede; der Redner Atonie die Verdienste und das langjährige Bestehen des Vereins und wünschte dem Verein weiteres Blühen und Gedeihe::. Sein Hoch galt dem Kaiser. Der Vertreter des Hassiapräsidiums, Lehrer Will, hielt eine von patriotischem Geiste getragene Rede; es folgten Herr Söhnge und Gerichtsvollzieher Mayer, Ortenberg. Sodann dankte Lehrer Peter, Stockheim im Namen des Kriegervereins in kräftiger, kerniger Rede für die Ueberreichung der Kaiserschleife. Es olgten verschiedene Ansprachen von Vereinsmitgliedern auf reu Kaiser und den Großherzog. — Der Gesangverein Kon- 'ordia trug viel zur Verschönerung des Festes bei durch Vortrag schöner Lieder unter Leitung seines wackeren Dirigenten Z:rke von Stockheim. Ebenso trug die Musikkapelle zur Verschönerung des Abends bei. Den Schluß der Feier bildete ein Ball. 3- Grund-Schwalheim, 1. Febr. Gestern abend entstand hier em größeres Schadenfeuer, das zwetScheuern inAsche legte. Zuerst brannte die Scheuer des Landwirts Otto Spengler; trotz eifriger Arbeit der umwohnenden Wehren sprang die Flamme mch auf die angrenzende, durch eine Brandmauer getrennte Scheuer Landwirtes Gustav Schneider über, die auch eingeäschert wurde. Verluste an Vieh sind nicht zu beklaget:. Das Feuer begann kurz vor 7 Uhr und schon gegen 9 Uhr lagen beide Scheuern zusammen. Kreis Lauterbach. = Lauterbach, 31. Jan. Gestern nachmittag fand m der Burgwirtscbaft hier eine Versammlung des Vorstandes und der Ausschußmitglieder des !andw. Bezirksvereins Lauterbach statt. Nach Erledigung der Tagesordnung, in der Kulturtechniker Kunz hier zum Rechner für den Bezug von Saatsrucht, künstlichem Dünger usw. gewählt wurde, entspann sich eine lebhafte Besprechung über die Zucht des Simmentaler und Vogelsberger Rindes. Kreisveterinärarzt Dr. Kick und Oberverwalter Erb, Stockhausest geben der Vogelsberger Rasse für die hiesige Gegend den Vorzug, iiwem ne Einführung des Simmentaler Rindes nicht den Erwar- ungen entsprach, die man anfangs hofft. Besonders sei das Simmentaler Rind in den Gebirgsgegenden wegen Mangels an genügendem Winterftttter nickt zu empfehlen, )a die Landwirte gewohnt seien, einen reichen Viehstand zu halten, die Simmentaler Rasse aber sehr viel Futter koste, dieses in: Frühjahr knapp werde und die Tiere im Werte zurückgingen, wogegen man bei e:nem großen Viehstand der Vogelsberger Rasse dies nicht zu befurchten brauet) e, da diese bedeutend wentger Futter kostet. Auch wurde durch Kreisveterinürarzt Dr. Kick vorgebracht, daß man das Vieh, um einen gefunden Viehstand zu erhalten, recht viel ins Freie treiben solle, da in den engen dumpfen Stauungen das Bieh krank werde. Das könne man deutlich bei Schlachtungen estftellen, indem Vieh aus Ortfcha.ten mit vorwiegend chlechten Stallungen zum großen Lei! tuberkulös fei und auf die Freibank verwiesen werden müsse, was bei Vieh m:? guten luftigen Stallungen nicht der Fall fei. Er empfiehl) daher zur Abstellung dieser Mißstände dringend einen intew siven Weidebetrieb, namentlich für das Jungvieh. X Schlitz, 30. Jan. Kürzlich wurde von einige, Damen und Herren der hiesigen Gesellschaft ein Theaterstück, „Der dunkle Punkt", aufgeführt, dessen Reinertrag einen: wohltätigen Zwecke zukommen sollte. In diesen Togen konnten nunmehr 100 Mk. zur Ausnahme zweier skrofu öfe» Kinder in das Elisabethenstift in Bad-Nauheim zur Verfügung gestellt werden. Kreis Friedberg. -d. Friedb erg, 31. Jan. Im Volksvildungs- verein sprach gestern abend Prof. Dr. Kaiser-Gießen über „DieEntstehung des Vogelsbergs und der W e 11 c r a u". An der Hand zahlreicher geologischer Karten und Lichtbilder machte 6er Redner die zahlreichen Zuhörer mit der wechselvollen Erdgeschichte unserer Gegend bekannt, mit all den Katastrophen und Prozessen, die im Laufe der Jahrmillionen nach und nach die heutige Oberflächengestalt unserer Heimat bedingten. Die Faltung des alten Alpengebirges, das ganz Mitteldeutschland in den ältesten geologischen Zeitaltern durchzog; seine spätere Abtragung durchs Meer und die Atmosphärilien; der darauf folgende Einbrtlch des sog. großen hessischen Grabens, als dessen Horste das Rheinische Schiefergebirge (Taunus) einerseits und Thüringer Wald ui:d Harz andererseits stehen geblieben sind; der große See, der in der Tertiärzeit unsere Wetterau aussüllte und, wie uns das die Steinbrüche von Münzen- berg und Groß-Karben zeigen, mit dem Mainzer Becken in Verbindung stand; die zu Ende des Tertiärs erfolgenden vulkanischen Ausbrüche des Vogelsbergs und die in jüngster Zeit der Erdgeschichte beginnende Bildung unserer Fluß- täler: all diese Vorgänge schllderte der Redner in seinem lebhaften, fesselnden Vortrag und erleichterte die sonst so schwierige Vorstellung der einzelnen gevlogischen Prozesse durch die Zuhilfenahme seiner selbstgesertigten Kckapptafeln in der anschaulichsten und verständlichsten Weise. Professor Kaiser erntete lebhaften Beifall. S. Friedberg, 31. Jan. Die städtische Armenkommission hat d:e «stelle eines ft ä d t i s ch e n Armenarztes dem Dr. med. Otto Becker übertragen. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach, 1. Febr. Das neue B e r n a r d st i s t wurde heute mittag durch eine Besichtigung seiner Be- stirnrnung übergeben. Der stattliche Bau schließt nach Westen art das alte Versorgungshaus an. In dem Kellergeschoß des fünfgeschossigen Gebäudes sind die moderne Heizanlage für d:e Dampfheizung und Warmwasserbereitung, sowie die Räume für Kartoffeln, Gemüse usw. und zwe: Eiskeller für Fleischwaren Untergebracht. In dem Erdgeschoß befinden sich die Wirtschaftsräun:e, im Nord-- ftügel ein Waschrcmm für die im Versorgungshaus untergebrachten Schulkinder, ferner zwei Auseuthaltsräume für Schulkinder. Der erste Stock birgt d:e Wohnung des Verwalters, ferner ein Sitzungszimmer für den Verwaltungsausschuß und eine Reihe von Schlafzimmern für Stists- insassen. Der zweite Stock enthält die Schlaf-, Wohn- und Eßräume der Stifter, außerdem einen Kraukenfaal mit 8 Betten und Badeeinrichtung, sowie einen Aufenthaltsraum für Männer und Frauen. Im dritten Stock befinden fich außer Räumen für Jnsaffen eine Station für kranke Kinder während im Dachgeschoß die Wohnzimmer für die Pflegerinnen und das Dienstpersonal nittergebracht find. Kreis Wetzlar. -- Dutenhofen, 31. Jan. Wohl noch nie sah Dutenhofen einen Trauerzug wie heute nachmittag, bei der Beerdigung des verunglückten Rottenführers L. Müller. V:ele Vahnbeamte aus Gießen, unser Gesangverein und fast die ganze Gemeinde bildeten das Trauergefolge. Pfarrer Geibel hielt eine ergreifende Grabrede. Bahnmeister Küppe legte im Namen des Bahupersonals einen Kranz nieder und der Gesangverein, dessen Ehrenmitglied Müller gewesen ist, sang am Grabe ein Lied. Hesfen-Nasfau. -^Frankfurt a. M., 31. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten brachten die Sozialdemokraten die zunehmende Arbeitslosigkeit zur Sprache, Der Aiagistrat erwiderte, daß er, wie in früheren Jahren, bemüht gewesen sei, Arbeitsgelegenheit zu schaffen, und daß gestern mit den Notilandsarbeiten begonnen wurde. Die Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine beantragten die Einstellling von 25 000 Nkk. in den Haushaltsplan zur Unterstützung Arbeitsloser. Die Sozialdemokraten traten für sofortige Annahme dieses Antrages ein; er wurde aber schließlich zur Prüfung an den sozialpolitischen Ausschuß verwiesen r i e § I) e i n: a. M., 31. Jan. Heute morgen gegen 3410 Uhr entstand m dem De stillt er kessel raume des Chemikalien-Werks Griesheim auf bisher unaufgeklärte Ursache Feuer, das sich schnell über den ganzen Raum verbreitete. Ein den Kessel bedienender Arbeiter fand dabei den -Lot), währeick) sich ein anderer m>d? rechtzeitig retten konnte, doch erlitt er so schwere Brandt wunde::, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Tas Feuer war nach 3/4 Stunden gelöscht. Der Schaden ist unbedeutend. Giedeirer Strttstammer. or k a . )( Gießen, 31. Jan. 2*n oer Sache des Landwirtschaftslehrers in Gießen Hch. Sch. von Erarmeld, den der Pfarrer I. W. im Religionsunterricht aL5. Beqpiel hingeftellt hatte und vom Schöffengericht deshalb wegen Beleidigung zu 20 Mk. Geldstrafe ver- urtcilt worden war, bedauerte der Augeklagte die Aeußerungen und entarte, datz ihm die beleidigende Absicht gefehlt hlwc. D:c Silage wurde zuruckgenommen. Der 58ürgerme:)ter K. war von Johs. Z. von Ilsdorf wegen Belewigung verklagt. Bei Einreichung der Klage wurde eine t^maßlge Suhnebescheinignng — es fehlte darin die Wiedergabe der Aenßerung —, weshalb dem Kläger eine Frist zur Nachbolung dev Veriäumlen gesetzt wurde. Der Parteivertreter sandte dem Angeklagten die Sache zur Erledigung zu, er als Partei feine Amtshandlung vornehmen durfte, die Sache liegen ließ, bis die Frist verstrichen war. Das Schöffen- unzulässig zurück. Infolge Berufung des Klagers hob die Straf rämmec die Entscheidung auf und wie- die «sache in die erste Instanz zurück. <6crid)tsiaalT R.B. Darm stadt, 31. Jan. Das Urteil im Prozeß « ee 11 n g er. Bei außerordentlich starkem Aiwrang des Publi- kums trat heute abend Uhr die hiesige Sira [lummer 1 zur -berlunöimg des Urteils im Prozeg gegen bei: Altbürgecmeistev uno Landlagsabg. Seelinger-Lamporthe:m zusammen. Ter An- getlagte war selber nicht erschienen und da Staatsanwalt uud Vecle:diger auf weitere AuSfubrungm verzichiete, verkündigte Land- gerichtLdireltor Dr. Rüster folgendes Urteil: Der 'Jingdingte hat äuoeltauben, daß er den Gebuprentarif fortgesetzt üüerichritten Hal, Merd.ings ist nicht nachgewiesen, daß dies in allen Zolles Lohl noch me Bahuperjonals ein:: dessen Ehrenmitgllü ein Lied. aae^l $n MenX’l heiet iir,M iUI^I M&J l5betSäÜ'„®K1?a| :9W»9i[Ä"| '»-s tiä U“ ältei‘e« J ff® ^darauf foßl i°bens, als B F°«) einerjJJI 0^ stehen gebi£| Unsere TL ’tu^e von ffiünwll em Mainzer &Js unbbleui lünoft ÖR unferer Ach Lohnet in jein$ vierte die sonst J l^O^en Proz^ ertrgten MapptaU en Weise. Profess ischc Srntmtommimr enarztes dem L Hessen. meBernardstij^ hiignng seiner Lr- e Bau schließt nat an. In dem itellei ' sind die mobern? d Wamwasserbn^ t, Gemüse ujiu. un: rgebracht. Zn ber fts räume, im Nori sorgungshaus unteu usenthaltsranme fii : Wohnung des Sei- ir den 53eitüaltung$' fintmern für Stijtz- Schlaf-, Wohn- uni en Mankensaal m: ten AuiemhaltslM. i Stc>ä befinden sitz in für franleMn. Tier für die Mr- zeEreech/ M yUljl lU'Uj IUI ■ ‘ nachmittag, bet ber i tenführers L Mül- unser Gesangverer-. : das Trauergefch de Grabrede. Lahr i. In der heutig hrachten die Sojic- )ji9tcit iiitSpn* - in früheren Jahn» zu Wff'N. Wd K qoimen wurde. - fragten die Emstek ton zur Unterboten für sosoUlge - 2 aber schl'kvllch iuB verwiesen Leute morgen rfeffeUaumcte Ä bish'l * » schnell ui« ; Siel M etoscht- ** U,er*, qi gan i. im 3tell=nm AhoN» itte ulü> ^cSÖ|ttQic r;_ 20 =S(W -«*' * ! Z. m ? । »*?*»« *Z tzW !♦ . jl im i|i i H AMüNg ?KSÄ L-KS ÄS’* )üB en aud dem ¥tÄOÄT3iiiiHicr L ledere Kauimattu ober 'Unncitcitcii au Sladlorchesler Creussen Suche für hiesigt i.: -L i _ rz — < i *7 lll r'An.'ihnll 11» nnii.»vrt n Bismarckstraße Ist Allee 32 p. 10642 lerin, Seltcröiveg 67. 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Geldstrafe nicht möglich (J r erwischt zu haben der euu größere Anzahl rnn&tJ ki'tb das Gericht entschließen, den Angeklagten zu Saarrevter verschleppte. , und zwar z u drei Monaten Ge- Der LauptbelaslungSzeuge rrn Mordprozeß einer 9'rci6eü5| ie, i i , d npnirtpifpn Dos m-nni-ibi-pr Breuer, der Briefträger Schenk ist t iruuici uciiujit-vyi'-. _ . Der LauptbelaslungSzeuge trn Mordprozeß aegen den fäna ni Stund'den'Kosten des" Verfahrens zu verurteilen. Das I Nennsahrcr Breuer, der Brieftrüg.r Schenk ist ui! Gerol- werde aber nach Kräften bestrebt sein und fühle sich vcr- stein gejLorbcn. Er war der einzige Zciige am Tato te. S ÄTfb S*ri t u unterstützen, um aus dem ' Im Lause deS Dienstages sind von den bei der Schlag» Gnade NW eg? d ie Umw and lu !ig de ; Freiheits- Wetter er plosion aus der Gewerlfchast »Deutscher Kaiser" ftraVc in eine angemessene Gcldstrafe zu er- schwer verletzten Personen noch zwei gestorben, so daß du Zahl der Toten nunmehr 13 betragt. 1 r c rc~ —————— I Bei Dover lösten sich in der Nacht ungeheure Massen von -- Fels blocken los und stürzten mit füo toter gepolter in die See, Luftschmahtt. wo sie dicht vor dem geftranbetem Wrack der „P r e u ß e n" liegen - fegzug 1 große 4 Zimmer - Wohnung nut Mansarden,;unmer, Zubehör u. Bletch-- jlaß ver 1. April 1911 Marburger Straße 36 zu vermieten. Roheres ^iarburger Straße 66. 0671] Möbl. Zimmer uv Bens, an Frl. bist, z. verm. Goethe,tr.oO L 0657] Möbl. Zimmer bitt zu vermieten. Seltersweg 810.1- E...,ach u. gut uibbl. Zimmer 3crurah).) duf. ob. getr. zu oernt 0718] Martt,trage 27._ As Ml. 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HutianuS gibt im üongen jetne schuld offen zu, erwälM aber aufsalligerwei^e nichts von den von ihm unterschlagenen Privatgeldern T,e ^ber-Postdircklton m Ktlln l>at auf die Ergreifung des Fluchtigen cme Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. cyn Pirmasens wurde am Montag nachmittag bei d,-n Löscharbeitcn eines Dachstiihlbrandes auf dem Speicher die ouh-g verkohlte Leiche der im Hause roobnatben d4 lafyrigcn p-rau I Markert aufgesunden. Die Frau, die gerne trän kundra uch te, hatte sich im Rausche mit der brenneben Pfeife m einen Hausen Bettfedern gelegt, die dadurch in Brand gerieten und so ihren 100, In der Wilbelmstraße find z. 1. Avril u. svät schöne, sein auSg. 4—5-Zlmmer>vohnungen zu verm. ________'Zelitz, Liebigstrafte 83. 473] 5-, 6-, 7-, 8- od. mehr Zimmer- Wohnungen ver Avril und Juli zu vermieten. Näh. Frankfurter Straße 29. In der Nähe des LahnhoseS eine 3-Ztinmer'Wohnung p. sofort, fotvie3- b. ö-Zimmer-Wohnungen, neuzeitl. eingerichtet, per L April zu vermieten. , w? 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Februar in den Raumen der Turnhalle Wtanbet, für dc 'sfretnr v. Tirp 15 bi§ 20% teut Tchisf nach t dn Arbeiter fod Titel toiib zeuch v.DerDenN Reichstage barüb Schriftliche Angebote mit Angabe der Honoraranivrüche unter 0744 an den Giegener AnA. erb. 793) (Sin in der Rahe Giehens gelegener Ort lvünscht eine Zigarrcn-^abrik am Platze. Zu erir. in d. GeschastSst. d. Gieg-Anz. Eintrittskarten: I. Platz Mk. 5.—, II. Platz Mk. 4.—, ITT. Platz Mk. 3.—. IV. Platz Mk. 2.50, ■' --- ■■ ■ = ■■■ ■ Studentenkarten Mk. 1.—. Kl. Partitur-Ausgaben sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nacht), Telephon Nr. 671. für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. Zur Hauptprobe Mk. 1.50 (für Mitglieder Mk. 1.—>, Schülerkarten Mk. 0.50. Ooffnung des Theaters 4*/< Uhr. sofort gegen Barzahlung zu verkaufen. !)«•/. Bahnverwalt. 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