rumPiware„ ‘reis« Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. lae Abzug; c Igfcelt» dorcke In Nürnberg. April 59iO. Mark: Potttische Lagesschau. Die Vertretung des Deutschen Reiches im Ausland. »01 )0t tc. ’orto und Liste 30 Pfg. extra. aeitis$entui 5art,Kanz\tidr.2O. a c ; J £ 6 •4 § - Ö 3 0 g L ’S* - 0 Aus Hessen. , Der Finanzausschuß, der 2. Kammer toitb, wie uns aus Darmstadt geschrieben wird, Mitte April seine Sitzungen wieder aufnehmen und die noch rückständigen Vorlügen für die Plenarbcratung fertig stellen. Ter W a y l * rechtsausschuß derEr st en Kammer tritt am Freitag den 8. April, vormittags, zur Beratung über die von der Zweiten Kammer verabschiedete Wahlrechtsvorlage zusammen. Dieser Wahlrechtsausschuß besteht be- !anntlich aus den Mitgliedern des Gesetzgebungsausschusses und zwei weiteren Mitgliedern der Ersten Kammer, dem Fürsten zu Isenburg-Birst ein und dem Geheimrat Prof. Dr. Kittler. der Seifeninifofr”' e Waichkraft bceM Die Verdienste des Pastors v. Bodelschwingh. Einer Würdigung der Verdienste des verschiedenen Pastors Bodelschwingh in den „Münch. N. N." entnehmen wir folgende Stellen: Er ijt der Paulus der inneren Mission geworden. In und um Bielefeld findet man seine Schöpfungen: Bethel, Die Anstalt für Epileptische; jic versorgt jetzt 20UU Kranke. Tas Diakonijsenhaus Sarepta zahlt wohl an 1000 Schrestern, die sich über viele hundert Arbeitsplätze verteilen; sein Haus Nazareth ist eine Erziehungsftätte für männliche Krankcnpsleger, mit mel> 5* igreM Deutsches Reich. Der „Reichsanzeiger" meldet: Ter bisherige Gesandtei n Kopenhagen, Graf Henckel-Donners - m ar ck, ist zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt worden. Aus Berlin wird gemeldet, die Entscheidung über Krieg oder Frieden im deutschen Baugewerbe werde erst am heutigen Dienstag falten. Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen wird angenommen, daß die Generalversammlungen der Arbeiterorganisationen, die sich am Montag mit dem neuen Vertragsmuster der Unternehmer beschäftigt haben, des Zentralverbandes der Zimmerer, des Baugewerbeverbandes und des christlichen Bauarbeiter-Verbandes, zu einem ablehnenden Votum kommen werden. Prof. Tb. Fischer, der als Geograpb tüchrig im Auslande sich umgesehen hat und viele Beziehungen mit draußen g n =: li u h g 5 * Ä 0 9 reren hundert Tiakonen und weit über hundert ^tationeit in Deutschland und sogar außer Europa. _ . „ Seine Ar beiter rolonic Wilhelmsdorf ist il.ugenblick Abessinien zu nennen sein. Abessinien ist ein zukunstreiches Laub, wenn auch nad) Lage unb Ausstattung nicht entfernt ,o wichtig wie Rtarokko. Wie Ratten knabbern Italiener, Franzosen unb Engländer an bem schönen Sanb. Ta kommen auch die Deutschen, um an bem Kuchen zu naschen. Unsere Vertretung erringt einen bewunbernswcrten Erfolg, der von der heimischen Prasse überhaupt nicht erkannt, wenigstens nicht nach Gebühr gewürbigt wirb. Vielleicht ist es ein Verbienst unseres vorircss- lichen Tr. Rosen, der jetzt in Tanger ein Martyrium durchmacht. Pienelik erbittet sich in Berlin nicht nur einen deutschen Leibarzt, I andern and; einen deutschen Erzieher für seinen Kronprinzen und einen politischen Ratgeber. Weid)« Zukunftsaussichten! Aber als alle drei im Frühjahr 1909 in Abessinien an kommen, ist die Lage bereits von Grund aus verändert. Ter Kaiser von Aethio- pwn ist bereits so schwer krank, daß er nicht imstande ist, für Die drei Tentsch.m einzutretcn. Tr. Zintgraff, der politische Ratgeber, und der Erzieher müssen halb das Feld räumen; elfterer, Der mir als ein sehr kluger, energischer Mann gesdfildert worben ist, vielleicht insolge einer Erkrankung. Dr. Steinkühler, der Arzt, bec sich als solcher rasch vinc ausgezeichnete Stellung errungen hatte, ist ihnen vor kurzem gefolgt. Fischer verzichtet dabei osfeujichilich, aus die ungenügende Haltung unserer Gefandtschaft in Abessinien hiuzuweisen. Uebrigens hat eine gewisse Presse das Hinausziehen der deutschen Pioniere, entgegen der Meinung Prof. Fischers, mit großem Tam-Tam begleitet, so daß die Mission Zint- graffs dadurch erschwert worden ist. Ter Verjasser in der „Köln. Ztg." verspricht sich eine Besserung der bisherigen Zustände durch die Heranziehung auch bürgerlicher geschickter Kräfte zum diplornatifchen Tienste unb verweist darauf, daß die Diplomaten draußen von ihren Landsleuten nicht etwa vornehm abgeschlossen leben dürfen. Ferner solle man bewährte Kräfte nicht so oft abbernsen und den Posten wechseln lassen. Tie folgende Anregung Fischers, die uns als sehr wichtig erscheint, mag ausführlicher wiedergegeben werden: In bezug auf die Ausbildung Der jungen Diplomaten möchte ich dringend zur Erwägung stellen, es möchten bic maßgebenden Stellen einmal prüfen, ob da nicht auch der Geographie ein wichtiger Platz cingeräumt werden sollte. Ich vergesse nie, wie sich ein mir nahe befreundeter deutscher Geograph, der als Gelehrter, als Mensch und nach seiner gesellschaftlichen Stellung gleick) hock) staub, ans seiner gewohnten diu (je heraustretend, nur gegenüber über einen deutscyen Tipi i)maten von altaoeligem Namen Liußerte, mit dem auch ich im Anstande zu tun gehabr hatte, als der so nebenbei in einer Gesellschaft von ihm, dec ihm als dessen bester Kenner vorgeftellt korben war, etwas über ein großes Land zu ersahcen iud,te, in welchem er beinnäcyst das Deutsche picich vertreten sollte. Mein Freunb war förmlich erschrocken über Die allgemeine geistige Unbeholfenheit und die spezielle unglaubliche Unwissenheit jenes Tipromaten jenem Lande gegenüber. An den höheren Schulen tu-ivb dein erbiüiibigeit Unterricht die . sür die heutigen Bedürfnifie unseres Volkes uncntbehrliclje Stellung ' erst eingeiäumt werden, wenn die Allmacht der Philolo- ; gerei gebrochen sein wird. Aber auch an den Hochschulen, : iüo ihre Stellung eine wesentlich bessere ist, wird sie ihre Aufgaben : ceni ganzen Volle gegenüber erst lösen kömien, w-enn ihr mehr : Lehrkräftt und mehr Mittel zur Versiigung gestellt werden. Wäh- i renb bie kleinste Universität für klassische Philologie m.nbestens ein Halo Tutzend Dozenten besitzt, verjügt ber einzige Professor ber Erd künde als Mädchen für alles in Preußen über volle 300 Mk. , jährlick)! Hoffentlich konnnt die Zeit recht bach, wo die Geographie : zum Wohle des ganzen deutschen Volkes, aber nameutiid) seiner ; Weltiniecejfen, die für es zu einer AtachtquelöC ersten Ranges geivorden find, bie Aufgaben lösen kann, die zu lösen sie berufen ist. Nr. 78 Erstes Blatt 160. Jahrgang Dienstag 5. April 1910 2er siebener Anzeiger M IST 0 mEtttchVbP^viettel- «rschemt täglich, außer V fw _ . ▲ jährlich Dik. 2.20; durch mGletzener Anzeiger lürlfchaftUcheSeilftagen Wl ” " V W Chefredakteur. A. Goetz. SÄ: kvF ^9 es General-Anzetger sur Oberhessen MW iür die Tagesnuminer Rolaflonsbrtia und Verlag der vrühllchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und vrnckerei: Schulftratze Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. ____ Dienstag den 5. Avril U nfld)tn.3Ubr,ytaum> Tarmitadlcr Hau^ (sau.- itrafee G) wird vcrsleignl mr ?lCÄ SlasLmus «Seil - 0 $>lai(benföoienb faft neu. -> Gne Präzinonswast r ' Ties- und Jlacklchale ru”. Gewichien. . «u., 3. 30 Figuren v°n stt M I kStM» I 1(19,1 qonkursvemalier^ M a r9) e i H e, 4. April. Da das Auslaufen keines Dampfers sicher gestellt werden kann, beginnt , die „Campagnie ^rans- ttlantiqucbie Ue b e r f ahrtsPr ei se zur ü ckz uz a Qien (infolge des heute früh vom, Syndikats der eingefchriebenen Seeleute erlassenen Streikaufrufes verließen die Mannschaften die ßahrzcuge sämtlicher Dampfergesellschaften unb Schiffe. Paris, 4. April. Die Blätter erörtern bie unter den Uannschasten der Handelsmarine in Marseille ausgebrochene Be- teegung. Die gemäßigte „Republiqne F r a n c a i s e fchreibt: „Wir beklagen uns nicht darüber, daß man fich.in Re- cnerungskreisen endlick) entschließt, aus den beiammernswerten ßui'tanb unserer Handelsmarine Mcksicht zu nehmen nnd die Anarchie zu bekämpfen, von der sie bedroht ist, aber es fit heute viel schlimmer, bic chronische Unbestänbigkett ber Mannschaften bekämpfen, als dies noch vor einigen Jahren zu Beginn der Bewegung ber Fall gewesen wäre." Die radikale „Action" meint: Hosfentlich wird es dem Unterstaatsfekretar Eheron gelingen, die Angestellten der Handelsmarine in Marseille bavon zu überzeugen, baß ihre Ansprüche burckjaus unzulässig unb ihr Vorgehen unstatthaft ist. Frankreich, bas m der Entwicklung feines Sechaiidcls «unter bem Wettbewerb von Genua unb Hamburg leibet, kann um keinen Preis zugeben, baß seine großen Handclshäscn burch berartige Streikbewegungen ruiniert werden, bereu Ursprung nachgerade anfängt, verdächtig zu Aus Stadt und Land. Gießen, 5. April 1910. - Ordensverleihung. Dem Beigeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt wurde das Offizierskrcuz des rumänischen Ordens „Stern von Rumänien* verliehen. ** TiLelverleihung. Dor Großherzog hat dem Oberförster der Oberförsterei Ernsthofen, Adolf Kutsch zu Ernsthofen, sowie dem Oberförster der Oberförstcrer Messel, Wilh. Schlag zu Mesieler Forsthaus, den Charakter als Forstmeister verliehen. •• Ruhestandsversetzung. Der Groß Herzog hat den technischen Eiscnbahnsckretär in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast Wilh. Koclcr zu Mainz in den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. -Aus dem Militärwochenblatt. Oschmann, Major und Kommandeur des Telegraphen-BatS. Nr. 2, zum VerkehrSofsizier vom Platz in Mainz ernannt. - Hessischer Landesgewerbeverein. Die Sterbekasse für Mitglieder des Landesgeiverbevereins und des Verbandes dciltscher Gewcrbevereine veröffentlicht ihren Jahresbericht für 1909. Der Stand der versicherten Kapitalien betrug 639 230 Mk. Der Vermögensstand betrug nach dein Kursiver! 104 484,98 Mk. und hat sich im Berichtsjahre um 10217,65 Mk. vermehrt. Die Bilanz für den Schluß des Geschäftsjahres gestaltet sich wie folgt: Aktiva 101 746,54 Mk., Passiva 99 203,90 Mk. Das Jahr schließt somit mit einem Ueberschuß von 2542,64 Mk. ab. 16 410 Mk. an versicherten Kapitalien kamen zur Auszahlung. "Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versaminlung am Donnerstag, 7. April, nachrn. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Som m er- fahrplan der Straßenbahn. 2. Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände aus 1908. 3. Vorlage der Rechnllng und des Vcrwaltungsberichts für 1908. 4. Voranschlag für 1910. 5. Gesuch des Joh. Stemhauer jr. um Erlaubnis 311111 Schcmkwirtschaftsbctriebe Wetzlarer Weg 77. ** Ein „Dusll im Bergwerks walde", das vor einiger Zeit stattfand und von auslvärligeu Blättern als ernster Zweikampf geschildert worden war, beschäftigte heute die Gießener Strafkammer. Sie fußte die Suche sehr milde uns und sprach den einen, dem Zivilftand angehörenden Angeklagten frei, da sie seiner Versicherung glauben schentte, er habe von vornherein nicht die Absicht gehabt, seinen Gegner zu verletzen, und deshalb in die Luft geschossen. Der andere Beteiligte, der Reserveoffizier ist, wird sich vor dem Militärgericht zu verantworten haben. " Allgemeiner deutscher Frauenverein und pädagogischer Verein hessischer Lehrerinnen. „Fröhlicher Unterricht" hieß das Thema, worüber Fräulein Böttner aus Bremen geilem nachmittag im Saale des Hotels Schütz vor einer zahlreichen Versammlung sprach. Keine neuen Ideen waren es, denen die Rednerin, wie sie aiich selbst bemerkte, das Wort redete; denn schon vor einem Jahrhundert haben namhafte, für das Menschenwohl begeisterte Männer, wie Pestalozzi und nach ihm besonders Friedrich Fröbel, den werktätigen Unterricht als Grundlage alles Schulunterrichts erkannt. Leider aber sind diese Bestrebungen bis heute noch nicht allgemein in die Tat umgesetzt, was seinen Grund einesteils in der Schwierigkeit des Unterrichtsverfahrens, andernteils m dem Umstande hat, daß eine vollständige Umarbeitung des Lehrplanes notwendig ist, wozil man sich offenbar noch nicht entschließen kann. Interessant wurden die Ausführungen dadurch, daß die Rednerin an der Hand eines in eigener Tätigkeit entstandenen iimfangreichen Materials — also an Schülerarbeiten — den Beweis lieferte, daß der von ihr eingeschlagene Weg jedenfalls gangbar und geeignet ist, längst als richtig erkannte Gedanken in die Wirklichkeit um» zersetzen. ** Die höheren Bürgerschulen zu Neu - Isenburg und Schotten find als militärberechtigt im Sinne des § 90, 2c. der Wchrordnung anerkannt worden, und zwar mit rückwirkender Geltung für den Oster- termin 1910. Sie gehören demnach fortan zu den Schulen, an denen auf Grund der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 und den Bestimmungen vom 30. Januar 1900 das Besähigungszeuguis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben werden kann. ** Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Mit dem 1. April ist eine neue Verordnung über den Verkebr mit Kraftfahrzeugen in Kraft getreten. Die für die Zulassung der Kraftfahrzeuge vor dem 1. April erteilten Bescheinigungen behalten vis auf weiteres Gültigleit. Tie Inhaber solcher Zulassungsbescheinigungen haben das Recht, bei dem Kreisamt die Ausstellung einer Zulassungsbescheinigung nach neuem Muster zu beantragen. Die vor dem 1. Llpril erteilten Zeugnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen behalten bis zum 1. April 1911 Gültigkeit. Tie Inhaber solcher Zeugnisse haben jedoch bis zum 1. Oktober 1910 die Erteilung eines neuen Führerscheins bei dem Kreisamt zu beantragen. Bei Kraftwagen tritt in den Abmessungen und der Beseftigungsweise der Kennzeichen leine Aenderung ein. Die von Kraitzweirädern vor dem 1. Älpril 1910 geführten Kennzeichen, die größere Abmejsungeu als die neu- eingesührten haben, können bis zum 1. April 1911 bei»-, behalten werden. Sämtliche Kennzeichen — auch die seither geführten — müssen vom 1. April an der Vorderseite des Kraftrades in der Fahrtrichtung an leicht sichtbarer Stelle angebracht werden, auf beiden Seiten beschrieben und mit dem Dienstsiegel des Kreisamtes versehen sein. Zum Zwecke der Abstempelung des Kennzeichens wird die Vorführung des Kraftfahrzeuges angeordnet. " Die Ried er-Wöllstadt er Konferenz hessischer Geistlicher wird ihre Jahresversammlung am 13. April zu Frankfurt a. M. abhalten. Nach einer biblischen Ansprache durch Pfarrer Gohrs-Bickenbach folgt ein Vortrag des Präsidenten der Landesfynode Geh. Schulrat O. Sta mm-Gießen über: .Was ist von dem Pessimismus zu halten?" Die anderen Gegenstände der Tagesordnung sind geschäftlicher Art. ** Das Spielen in außerhessischen Lotterien behandelt eine polizeiamtliche Velanntmachung im heutigen Meisblatt, worauf wir Hinweisen. — Wieseck, 4. April. Lehrer Breidecker, der seit einem Jahre an dec hiesigen Volksschule tätig war, wurde eine Schulilelle in Gießen übertragen. An seine Stelle tritt Herr Melior, seither in Wixhausen bei Darmstadt. — Heute wurden 92 Schüler in die Elementarklasse ausgenommen. In Lehrerkreisen hält man angesichts dieser hohen Zahl die Errichtung einer neunten Schulstelle für eine Notwendigkeit. -i«. Grün in gen, 4. April. Die Generalversammlung der Märkerschaft Grüningen—Dorf-Güll am Samstag, zu der sich gegen 100 Mitglieder eingefunden hatten, erzielte in ihren Verhandlungen einen sehr befriedigenden Erfolg. Das alte Statut von 1839, das in bezug auf Verwaltung gar keine Unterlage bot, wurde mit großer Mehrheit aufgehoben und der neugewählte Vorstand mit der Ausarbeitung zeitgemäßer Satzungen betraut. Diese sollen baldigst einer Generalversammlung zur Beratung vorgelegt und dann einem Juristen zur Begutachtung und Ergänzung unterbreitet und schließlich dem Ministerium 511c Genehmigung übergeben werden. — Zum 1. Märkermeister wurde Heinrich Gottfried Marsteller: zu Grüningen und als dessen Stellvertreter Bürgermeister Kuhl von Dorf-Güll gewählt. Als weitere 5 Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Karl Leidig I., Wilhelm Konrad Bmgel, Jakob Christian Engel von Grüningen, Heinrich Eames IX. und Heinrich Schmidt von Dorf-Gull. = Nicber-Gemünden, 4. April. Der hiesige Stationsverwalter Heinrich H e r b st hat am 29. Nov. 1909 einen Menschen vom Tode des Ueberfahrenwcrdens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden. 8. Ober-Seibertenrod, 4. April. Hier ist die in der Wirtschaft Nees aufgestellte Sammelbüchse der Krieger- lameradschaft von einem bis jetzt noch unbekannten Täter erbrochen worden. Dem Dieb können höchstens 10 Pfennig in die Hände gefallen sein. — In Meiches ist eine über 60 Jahre alte Frau beim Herabholen von Stroh in der Scheime abgestürzt; sie erlitt einen Armbruch. x Bad-Nauheim, 4. April. Der gestrige Sonntag brachte der neueröffneten Bahn nach Rockenberg einen ungeahnten Verkehr. Die Nachmiltagszüge nahmen Scharen von Ausflüglern mit. In den einzelnen Ortschaften, die sich am Tag der Einweihung so passiv verhielten, schien gestern erst die richtige Feierstimmung einzutehren. So fanden die Ausflügler überall lustiges und fröhliches Treiben. In Steinfurth spielten zwei Kapellen zum Tanz auf. Unter dem Jubel der BevöAerung zogen die Nauheimer Ausflügler, die sich auf die verschiedenen Stationen verteilt hatten, abends nach dem letzten nach Bad-Nauheim abgehenden Zug, der die Passagiere nicht alle fassen konnte. Besonderer Beliebtheit erfreut sich beim Publiium ein im Zug fahrender besonderer Aussichtswagen, der jedenfalls unseren Kurgästen, die auf ihren Ausflügen nach Münzenberg und Arnsburg die neue Strecke sicherlich viel benutzen, recht willkommen sein wird. Nur wäre int Inter es, e der Rentabilität der Bahn zu wünschen, daß für Ausflügler nach Münzenberg und Arnsburg das Umsteigen in Griedel durch direkte Züge zwifchen Lich und Bad-Nauheim beseitigt würde. Es läßt )id) da wohl manches erreichen, wenn von beiden Städten in der Sache einmal Schritte getan werden. R. B. Darmstadt, 3. "April. Der hessische Oberlehrerverein hielt gestern nachmittag hier seine sehr zahlreich besuchte Jahresversammlung ab, mit der zugleich die Feier seines 25jährigen Bestehens verknüpft war. Als Vertreter der Regierung wohnte der Vorsitzende der Schulabteilung, Geheimrat Dr. Ersen Huth, den Verhandlungen bei, der die Versammlung freundlich begrüßte und zugleich dem Bedauern der Regierung darüber Ausdruck gab, daß es angesichts der schwierigen Finanzlage des Staates in diesem Jahre nicht möglich war, an die Frage der Gehalksverbefferung resp. die Neuregelung der Besoldungsordnung heranzutreten. Darauf erstattete Prof. Back-Mainz den Jahresbericht, während Direktor Prof. Ritsert-Friedberg einen längeren Rückblick auf die 25jährige Tätigkeit und Geschichte des hessischen Oberlehrervereins gab. Darmstadt, 4. April. Das Großh. Artillerie- Korps (Fcldartillerie-Regiment Nr. 25) feierte am Sonntag den Tag feines 120 jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß farid im Offizieruasino ein Alt e - H e rr eu f est statt, bestehend in Liebcsmahl, Theater und Konzertaufführungen. Der Großh erzog und Prinz Heinrich von Preußen wohnten dem Feste bei. Außer dem aktiven Offizierkorps waren die alten Herren des Regiments äußerst zahlreich erschienen. Prinz Heinrich steht ä la suite des Regiments. Worms, 4. April. Ju der letzten Nacht hat sich ein Soldat mit fernem Dienstgewehr erschossen. Grund soll Furaft vor Strafe wegen Urlaubsüberschreitung sein. In der Stadt umlaufende Gerüchte boit einem mit diesem Selbstmord in Verbindung stehenden Licbesdrama sind nicht zutreffend. L. Bieber bei Rodheim, 4. April. In der Nachtauf Montag wurden die Bewohner imscren Dörfchens und der benachbarten Ortschaften durch Feuer lärm aus dem Schlafe aufgeschreckt. Tic Feld sch euer des Waldmüllers Leib unweit der Haltestelle der Biebertalbahn stand in Flammen. Die aufgespeichertcn Strohvorräte, dazu das auSgetrocknete Holz gaben dem Feuer reichliche Nahrung und es war nichts mehr zu retten. Dazu wurde ein Haufen Torf des Schmicde- 111 eiff er 5 Schmidt gleichfalls ein Raub der Flammen. Wahrscheinlich liegt Brandstiftung vor. — Fr0nhaiisen, 4. April. Die hiesige Ger ichts- vollzie her stelle ist mit dem 1. April aufgehober, worden. Der Gerichtsvollzieherdienst für den Bezirk des Amtsgerichts Fronhausen wird von dem Gerichtsvollzieher Niemeyer in Marburg versehen. 0. Dorlar, 4. April. Tie vielbesprochene Wafser- frage konnte bisher nicht gelöst werden. Die im ,^Loh", unweit Waldgirmes erfolgten Schürfungen wurden als aussichtslos luieoer eingestellr. Nach Aus.age der Alten wurden 1877 beim Bahnbau die Ueberrefte der Leitung ge'funden. Es besteht jetzt die Absicht, jenseits der Lahn, in der Richtung des „Stoppelberges" erneute Bohrver juche vorzunehmen. Tie Zusammenlegung unserer Feldmark von etwa 400 Hektaren darf bis z-um Frühjahr 1912 als beendet gelten. Es werden im neuen Steuerjahr 200 Proz. Kommunalsteuern erhoben, da Güterverladestelle und Schulbau den Gemeindesäüel tüchtig in Anspruch genommen. :-: Waldgirmes, 5. April. Auch hier hat sich ein Wechsel im Leyrperfonal vollzogen. Fräulein Döring ist nach Nastätten versetzt und Lehrer Schmidt, bisher in Oberstetten bei Homburg, trat heute als vierte Lehrkraft hier ein. Sämtliche Klassen sind überfüllt und der .Gemeinde bleibt die Anstellung eines fünften Lehrers nicht mehr lange erspart. — Dillenburg, 4. April. Hier starb der letzte Kommandeur des Herzoglich Nassauischen 2. Regiments, jetzt 88. Jnf.-Regirnent, Generalleuinant z. D. von Arnold! un fast vollendeten 9 2. Lebensjahre. fc. Frankfurt a. M., 4. April. Zu der von Tages- blättern gebrachten Nachricht, Prinz Friedrich Karl von Hessen werde seinen Abschied als Oberst nehmen, sei mit- geteilt: Seit anfang Februar d. I. hat der Prinz, infolge eines plötzlich aufgetretenen Leidens am Fuße, das ein all- gerneiues körperliches Unbehagen im Gefolge hatte, zur Her- stelliing seiner Gesundheit einen längeren Urlaub genommen und sucht im milden Süden, in Cannes, Genesung. Dec Prinz denkt gar nicht daran, den Dienst zu quittieren und sich in seinem 42. Lebensjahre in das Privatleben zurückzuziehen. Sobald er völlig genesen fein wird, wird er das Kommando der 81er, deren Führung zur Zeit öberftleutnant v. Rauchhaupt hat, wieder übernehmen. w. Mannheim, 4. dlpril. Der Heizer Jean Hart überraschte heute morgen» als er von der Arbeit zürück- kam, feine Frau mit dem bei ihm in Logis wohnenden 22jährigen Mechaniker Jutz. In feiner Verzweiflung gab er einige Schüsse ab, die seine Frau töteten; der Liebhaber wurde leicht verletzt. Darauf begab sich Hart wieder an seine Arbeitsstelle und verletzte sich durch einen' Schuß schwer. Landwirtschaft. ** Böhms 6 r j a> 1 g. An einen kbcitfainpf, der sich auf landwirtschastiickem Gebiet adspiclt, denken nur wenige; uno doch ist er ein heißer Kampf, der um. die notiucnbigl'ten Lebensbedürfnisse unseres beutidjen Volkes, teilweise unter der Erde, still unhl rühmlos gcfuntpit wird, ein Kamps, so wichtig, daß von seinem! Erfolg das Sein oder Nichtsein der deutschen Landwirtschaft und bamit des deutschen Vaterlandes abhängig ist. Was kümmert sich die Alafse darum, woher das Mehl zum Brot kommt oder wer die Kartossel baut, die er täglich bei seinem Mittag- und Abendessen; Nicht entbehren will. Er weiß es nicht, welch hohe volkswirt- fchaftlichc iöeüentuiig gerade dem Karlos »eibau im Deutschen Reiche zuwmmt. Entfallen doch auf den Kopf der Bevöckerung im Deutichen Rem) für ein Jahr 335 Ktlo Kartoffeln; die Jahresernte beträgt 430 Millionen Toppeizentner und reicht aus, den Bedarf an Eß-, Brenn-, Stär le-, Saat- und Futterkartoffeln zu decken. Tas zu leisten, wäre aber die deutsche Landwirtschaft nie-, mals imiixnibe gewesen, wenn nicht intelligente Männer in mühseligem und vor der Leffentlichielt wenig dankbarem Ringen und Schaffen die unsaeinbare Sortierung und durch ein peinliches mit 1000 Mißerfolgen verbundenes Züchtungsverfohren derart m ihrer Ertrags sä chg leit gesteigert hätten, daß her Kartoffeloau heute noch als lohnend erscheint und der deutschen Laud- watschaft erhalten bleibt. Würde die Landwirtschaft den Kartoisclbau als unlohnend ausgeoen müssen, was für einen unnennbaren wirtschaftlich-en Schaden würde das deutsche Volk erleiden und wie verheerend müßten t-ie Folgen einer cintretenben Unterernährung der breiten VüUsinag'en auf die deutsche Volks- trait wirken. Darum müssen die Warnen der Dbänner, welche hier bahnbrechend gewirkt bauen, in die Tafeln der Geschichte des deutschen Volles emgeichrieben werden. Einen dieser Männer dürfen nrir in Hessen nut Stolz als den ^mserigen bezeichnen, deml er sicht heute mit seiner neuesten Züchtung an der Spitze aller beut-ajen Kartofsclzüchter; es ist Landwirt Gg. Fneor. Böhm 11. in Groß-Bieoeraw Gerade weil dieser Rlann.feine Erfolge in Bescheidenheit in sich verschließt, so verdient vo er im Laufe der Nacht an einer Gehirnerschütterung starb. Köslin, 4. Aprll. Zu dem Unglück, dem Professor Abegg zum Opfer fiel, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Pro- tefsor Abegg hatte, wie Funde an der Unfall [teile beweisen, allen Baiast über Bord geworfen; der Ballon schlug mit furchtbarer Gewalt um und bewußtlos lag der Führer neben dem umgestürzten Ballonkorb. Auf einem herbeigerufcnen Wagen wurde der Verunglückte zunächst nach Köslin und bann auf Anordnung eines Arztes nach dem ftäbtifd)en Krankenhaus gebracht. Ein schwerer rechter Oberschenkelbruch und eine linksseitige Schädel- perletzung wurden festgestellt. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, starb der Professor nach wenigen Stunden. Der Ballon wurde in einer Gutsscheune untergebracht. Beschädigungen sind nicht wahrnehmbar, ©eine größte Fahrt erreichte eine Höhe von 2150 Metern. Der Aufstieg war gestern früh von der Breslauer Gasanstalt aus erfolgt. Professor Abegg har ein Alter von 41 Jahren erreicht und hinterläßt außer seiner Gattin zwei jüngere Kinder. Er war der Begründer und Leiter des Schlesischeii Vereins für Luftschifsahrt. Ter jetzt so rasch ums Leben geDmmene Gelehrte hatte vor eiwa Jahresfrist eine Ballonfahrt im Nebel gemacht und durch Mitteilungen aus unserem Leserkreis war damals ieftge[teilt worden, daß er Oberhesien überquert hatte. In Nr. 9 der Gießener Familieublätter vom vorigen Jahre, veröffentlichte er dann eine fesselnde Reisebeschreibung unter der lieber,ck>rift: Eine schlesische Ballonfahrt najch dem Hessenland. Mit demselben Ballon hat Professor Abegg nun seine Todesfahrt gemacht. Eine ungiückllche Landung des Ballons „ Braunschweig". Eine unglückliche Landung, bei der glücklicherweise niemand ums Leben kam, hatte auch der Ballon „Braunschweig". Es wird uns darüber gemeldet^ MW eine 3“,u jBtrii "BW 6e»;,K..N „trunken w Äfl>« * S«V-«5 -fern, so daß einzelne leit sagen: Die nndeck ''Metier, iwnsi aM ^genteil Pl bf maschmenMs h«l t -eines Segelbootes, x des Msies und die £ tocientiidjer Unteifaiei im FoäMg emc HM Bei der WgmschM .dieser Mangel auch 2. ,CB der Flügelbruch b geführt wurde oder wird man wohl nie ei der BidersiaNbsiabicü nwozen werden imii die Sxait der Motore mann wendet sich da Kesahr des Zerreißei Man Hal aniaiys au ist doch halb nieder i'< das für ein *8oot nii Diese Schui Mw Für Mot' für y* Mik * Gebrüder Ad Ott Da« Beile rom Bester Peinlichst forgfaltbe «slen Fachleuten °s fahrig geschulte Markte m.< Iglg Alicestraße 2 Giessen Tclevbon 62 Kämme, Seifen, Parfüms A. Welz, LcltclMß 0. [1406 Bus Kodisle äst Vollendung! Autentia Dnfmpin WW* W w 3 Ä !l erteilt unentgeltlich (DJ/ [D4/i Rat und Auskunft (2048 empfiehlt (89 Butzbach erbeten. 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Im Königlichen Park von Sanssouci wurden in der Nacht von den Adlern an den marmornen Bänken in der Nähe des großen Springbrunnens die Sd)näbel abgeschlagen. Gestern nachmittag b r a n n t e in der -r c ch n i \ d) c n Vock« schu le i u (S I) a r £ Ottenburg der etwa 400 Quadratmeter große Hörsaal vollständig aus. Tie Entstelmngsursache ist jedenfalls schadhafte elektrische Leitting in dem doppelten Fuß- bobCTL In Przerauy erschoß sich ein Schüler während des Unterrid)tes: er war sofort tot. Bei Groß - Wosek auf der Strecke Wien—Berlin der Nordwestbahn stießen bei der Station Sibnowes zwei Berson.cn « züge zusammen. Zwei Reisende und ein Zugführer wurden verletzt. Nach einem Telegramm aus Falmouth wurde der im Sckstepptau laufende Bicrmaster „Kactc Thomas" auf der Ausrede von Antwerpen von einem unbekannten Dampfer g e r a m m r und ist nack) zehn Minuten gesunken. 18 oder 19 Personen luib bei dem Zusammenstoß u m g c k o m in c n , ein Mann wurde gc rettet. Amtlicher Wetterbericht. Oeffcntliche Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage feit gestern früh: Nach ciuein gestern meist heileren und warmen Tage i|t beim Vorüberzug des westlichen Tiefs vorübergenend in der Nacht Beivölkimg und strichweise iinbcdeutender Regen emgctreten. Nur iu Norddentschland ist stärkerer Regen gefallen. — Ein zweites Tief liegt über England und ist von dem ersten jetzt an der Weichsel lagernden Wiroel diirch hohen Druck getrennt. Taher ist rasch wieder in Mittcl- dentichland Aniheiterimg eingetreten, die bestehen bleibt, da über 9locb- ilnd Osteuropa em großes Hochdruckgebiet lagert. Wetteranssichten in Hessen am Mittwoch dem 6. Apiil^lOlO: Meist heiler, am Tage etivas wärmer als- heute, fchivacher ci mir zu haben und werden bei mir eingelöst. — Die Schecks der Hamburg-Amerika-Linie bilden in jeder Beziehung die angenehmste Art, Geld mit auf Reisen zu nehmen und gewährleisten auch neben größter Bequemlichkeit vollkommene Sicherheit. 1077 Baruch Strauss Nachfolger Bankgeschäft Agentur der Hambnrg-Amcrika-Linic * Flugmaschinen - unfällc. Mit den Ursachen her traurigen Unfälle, die in der Geschichte der jungen Flugkunst ein düsteres Kapitel bilden, in das jetzt auch der Name des unglücklichen Le Blon eingetragen werden muß, beschäftigt sich ein Aufsatz des Engineering. Tie Flug- majchine hat nun bereits sechs Opfer gefordert, 1.108 verunglückte der Leutnant Seliridge bei feinem Fluge mit Orville Wright, 1009 Lefebvre, der französische Hauptmann Ferber und der Spanier Fernandez, und in diesem ^ahre im ^anuar Telagrange und jetzt Le Blon. Bei vieleii dieser Unglückssälle kann es als sicher gellen, daß ein Maschinenschaden zur Ursache des Todessturzes wurde^ Bei dem Todesfluge des Leutnant Selsridge brach eine schraube, bei Lefebvre riß wahrscheinlich ein Droht und bei Telagrange hat man Grund zu der Annahme, daß das Hauptgerüst nach- gab, die Flügel zerriß und so das Ende herbeisührte. ^zn den meisten Fällen ist cs später schwer, die Ursache zu erkennen, weil die Maschinen bei dem Stürzen zerschmettern, so daß einzelne. Beschädigungen nicht meyr festzustellen sind. Mer so viel kanit man bereits mit ziemlicher Sicherheit sagen: die Eindecker sind weitaus gejährlicher wie die 'Zweidecker, wenn auch die oisherigen traurigen Erfahrungen das Gegenteil zu beweisen scheinen. Ter Bau eines §lug- maschinenilügeis hat viel Berwandtheir mit der Takelage eines Segelbootes. Tas Lmuptgerüst erfüllt die Aufgabe des Mastes und die Drahtseile die der Wanten. Aber ein wesentlicher Unterschied fällt auf: beim Boot hat der Mast im Foctstag eine Hilfe, um dem Längsdruck zu widerstehen, bei der Flugmaschine iehlt das völlig. Wahrscheinlich ist dieser Mangel auch Telagrange verhängnisvoll geworden. Ob der Flügelbruch bei ihm durch den Längsdruck herbei geführt wurde oder durch ein Zerbrechen, des Gerüstes, wird man wohl nie erfahren. Sicher ist, daß die Erhöhung der Widerstandssähiglcit gegen den Längsoruck eindringlich erwogen werden muß: sie unrd um so wichtiger, je mehr die Kraft der Motoren gesteigert wird. Ter englische Fachmann wendet sich dann gegen die Drahtseile, bei denen die Gefahr des Zerreißens nicht vorher ernannt werden kann. Man hat anlangs ans Segelbooten Drahtseile versucht und ist doch bald wieder von ihnen abgelommen. Ein Material, daS für ein Boot nicht verläßlich geiiug ist, sollte auch Vertreter: Peter Kronenberg, Giessen. 'S24., Süd-Anlage 7. Telephon 080. ..^icöuuucii eine rneiye von |iu Flügel bricht. „ „ * Ein leichter Eisenbahnunfall ereignete sich , gestern vormittag auf dem Bahnhof Mülheim-Eppin- hofen (Ruhr). Es geht uns darüber folgende Drahtnachricht zu: Essen (9W), 4. April. (Amtlich.) Vormittags 11 Uhr fuhr beim Anhalten des Personenzuges Nummer 263 auf dem Bahnhof Mülheim-Eppinghofen die Drucklo komo tive, die diesen Zug von dem Bahnhof Mulheim-Ruhr bei dem Bahnhof Heißen zu drucken hat, auf den Zug mit solcher Heftigkeit auf, daß die beiden etzten Wagen der vierten Klaffe beschädigt und aus dem Gleise gehoben wurden. Dabei wurden drei Reiende leicht verletzt. Schuld an dem Unfälle war der Umstand, daß die Trucklo'rornotive, statt, wie vorgc- schrieben, mit einem Lokomotivführer und einem Heizer, nur mit dem Letzteren besetzt war, der dann allem beim Halten in Mülheim-Eppinghofen die Lokomotive nicht orb- nungsmäßig zum Stehen bringen konnte. Die «trecke Mülheim (Ruhr^-nerßeu mußte des Unfalles wegen eine Stunde lang eingleisig befahren werden, loodurch einige Züge unerhebliche Verspätung erhielten. » igie beljanbelt nun verbrannte Dokumente? Es kann jedem vorkommen, daß ihm ein wichtiges Schrillstuck vom Feuer zerstört wird. Handelt es sich nun um verkohlte Bücher oder Helle, so muß man, wie die Professoren Dr. Deun- sledt und Dr. Boigtländer ausführen, zunächst den Rücken weg- ichneideu und das Buch iu cme Porzellanjchale mit kaltem Wasser legen und durchweichen lassen. Gehen dann die Bialler^ nicht schon von selbst auseinander, so muß man die gut bedeckte schale aui etwa bü Grad erwärmen; bann löst man Die verbrannten Blätter auseinander unD legt sie einzeln auf gummiertes Pans- nnpter, wo sie burd) saitites Ausdrucken, eventuell unter Wasser, aut ausgestreckt nut) Dann vorsichtig getrocknet werden. Um em einzelnes, völlig verkohltes Papierblatt aus dem Cien zu nehmen, hält man eme 'reute Glasplatte entsprechender Groue et.vaS tiefer neben das verkohlte Blatt und weht eS mit einem Stuck stetieu Papier aus Die Glasplatte. Hat man nur einzelne Bruchstückcheu gerettet, so werden diese gerade gebogen, mit der Krümmung nach unten, aui ein Stück Pauspapier gelegt und mit einer Dünnen, sptrituöllen Schellacklöjung überstäubt. filcinc Tagcschronit. D ie Tätigkeit des neuen Kraters des Aetna Hot fick beträchtlich vermindert. Die Lava strömt nicht mehr mit ihrer früheren Mächtigkeit ans. Sie änderte ihre Richtung und wandte sich gegen die Berge Renazzi und Faggi Bei Langenthal ist heute die größte Ziegelei m der Schweiz mit allen Gebäuden vollständig niedergebrannt. Ter Schaden beträgt über eine halbe Million.___________ . 4. April. Der Ballon „Braün- schweig" des Braunschweiger Vereins für Luftschiffahrt, der geftern früh 9 Uhr unter Führung von Dr Cuers hier aufgefiiegen mar, landete nachmittags gegen 3/s Ufer bei ft r emb c in $ o>1 nein Bei der Landung erlitt einer der Mittahr enden, Fabrikant Löbbeke, einen komplizierten Be i n b ruch em anderer Herr eine leichte Berstauchnng des R u den s. Sie Uriadje ist in dem skharfen Wind zu suchen, der am Baden herrschte. Verunglückter Flieger. Auch eine Flugmaschine ging in dem Sturm zugrmide. Aus Trag wird uns darüber gemeldet: Prag 4 April. Ter Flieger Hi er on y m u s verunglückte aeitcrn bei einem Probeflug. Infolge Sturmes kippte sein Ap- rVrnt um ft ft 151 e ans einer Höhe von neun Metern zu .Boden !nd zerschellte völlig. Ter Flieger erlitt melwfache schwere Perlehungen. m Tie Veruugliicktcu des Ballons „Pommern", die bei Saßnitz ertrunken sind, wurden lange vergeblich gefudjt. Gestern mittag gelang es nun, Die Leiche des ^tadtvaurats Be n- dn h n zu bergen, n ährend die Leiche w-r. ^.elornds groch nicht gesunden ist. T .. Leiche des Stadtvaurats Bendulm wies i'ehr ichwere Verletzungen auf, die es als höchstwahrscheinlich erscheinen lassen, das- Benduhn während des größten Teus der lUngtud^ fafirt völlig teiviyu,:- oemcien ist.____________ V, Flasche 60 Pfg. ohne Glas. Gebrüder Adami, ______Mäusburg 14. 0654 Em^ÜieT" Komme z. Markte m. Emaillc- L eich irr, ä Stück 1 Mark, 4 Stück 1 Mart, 5 Stück 1 Mark, nach Wahl. 12032 Albiu Weisflog, Lauter. 3‘'••'M ,3 ’c,n wird b i,niify. n. seiner töte EaR begab bet Lieb, !k Liste. Ballonunfall. ltziiitz auf Mgcn noch mit d. Sommern" vnungluckten jj in nicht allzu.b-dcMNÖer ^ 11, a.-m licoicsior^Äbegg t m Cpjet fiel- * 1,035 UniversMspwM Richaü bet der Landung seines W Oehirnerschuttcru^ «**w,5wW 1 -sjchtung Mangen-ll. .mkUe Landung 1 Mnn dle^/'^rausgeichleu^ ipvtt und AMg o> fceI öonbt. schwer Derl^ , { wo er Ballon now ein r n o LSZE: «KM ' S Ballon M Mgeslür- ÄiSS-6 c^'eÄ^irit ■ui , er*1 „ 41 3^iaI g'r’iüii? «&rni>9 “Lut * £ , Kallo" nicht bei Flugmafchinen verwandt werden. Tas Tau zeigt vor dem Zerreißen fast immer Anzeichen, es zerfasert, cs knackt, man hat Zeit, Vorsorge zu treffen. Das Drahtseil reißt mit einem Ruck, ohne vorher Schäden zu zeigen. Aber die jüngsten Unfälle enthüllen noch ein weiteres Hebel: Die schlimmen Folgen der Jagd nach Wettsiegen. Worauf es ankommt, das ist nicht die Ausstellung neuer Geschwindigkeiten, wichtig ist, daß die Flugmaschine praktisch benutzbar, also in erster Linie sicher und verläßlich bleibt. Die neuen Maschinen sind sozusagen Rennmaschinen der Lüfte: die motorische Straft wird aufs höchste gesteigert. Um Wettflüge zu unternehmen, vergrößert man die Motoren und die Petroleum- und Benzinbehälter, steigert so das Gewacht und sucht nun diesen Verlust an Leichtigkeit an der Stabilität der Bauart wieder cinzubringen. Bei den Zlvci- deckern ist angesichts der vielen Drahtseile ein Reißen nicht so gefährlich, es bleibt noch genua .Halt, um herunter zu tommeii. Bei dem einfachen Eindecker aber ist das Sprmgen eines Seils das sofortige Todesurteil, weil damit der tatet z Her Pärhprpi Größter Betrieb S m., ■■■u. ». dies. Branche im a>5eSsa&ai Grossh. Hessen. Gesrr. QieiD. WaSCll - ÄDStdlt, 1848. Selterswcg 79 a Telephon 627. Neuenweg 4 Telephon 553. 15 eigene Läden. 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