Nr. 259 Der Glrtzrver Injdftf erscheint täglich, auwet Sonntags. — Veüagen: viermal wöchentlich Giehener^mllienblatter; grueunnl wöchentl.Ureir, blatt für Öen Kreis Lietzen (Dienstag und Freitags zweimal monatl. Landwirtschaftliche Leitfraaen Fernsprech - Anschlüsse: für bte Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse füt Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vorinitlags 9 Uhr. Erstes Platt 160. Zahrgang General-Anzeiger für Oberhessen Sreltag, 4. November 1910 Yezngspreis: monatlich75Pf., vierteljährlich Alt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel- jahrl. ausschl. Beitellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Perautwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feililleton", .Deriiiischtes* und „ — . w „Gerichtssaal": K. Neu- Bofaflensonitf tmo Verla, ter BrfiljPfdjen Univ.-Vuch- und Sttinörutterel R. Lange. Redaktion, Expedition «nd Druckerei: Schuiftratze 7. oalf|^.iüc.rß'®.tai--1 lillb Expedition für Büdingen: vahnhofstrahe 16a. - Telephon Nr. 50. Aiizeigenteil: H. Beck. a: Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Line Rübenzucker-Industrie in England. In der Deutschen Volksw. Korr. lesen wir: Die Aussichten für eine Verlängerung der Brüsseler Zuckerkonvention unter Beteiligung Englands scheinen sehr gering zu sein. Die Konvention läuft noch bis Ende August 1913. Da sich England augenscheinlich mehr und mehr von dem europäischen Rübenzucker frei zu machen sucht, so ist kaum Aussicht vorhanden, daß es über diesen Zeitpunkt hinaus an die Bestimmungen der Konvention wird gebunden sein wollen. Dem Bestreben der Engländer, den Rübenzucker au^ Deutschland, Frankreich, Holland, Oesterreich- Ungarn usw. auf dem großen englischen Markte durch den überseeischen Rohrzucker zu verdrängen, kommt die starke Zunahme der Rohrzuckerproduktion zustatten, die sich in fast allen Rohrzuckerländern, u. a. in Westindien, Südamerika, auf Hawaii, den Philippinen, Java u,w, seit einigen Jahren bemerkbar macht. Im laufenden Jahre hat die Einfuhr vonRohrzuckerna'ch England bereits einen solchen Umfang erreicht, daß annähernd die Hälfte des gesamten englischen Zuckerbedarfs durch Rohrzucker gedeckt wird, während vor wenigen Jahren der Anteil des Rohrzuckers am Zuckerimport des Vereinigten Königreichs kaum 10 Prozent betragen hat. Deutschland hat in den ersten 9 Monaten 1910 nur 2 763 121 Dz.- Rübenzucker nach England geliefert gegen 4 316 934 Dz. gleichzeitig 1909. Nun will sich aber England außerdem auch eine Rübenzuckerindustrie im eigenen Lande schaffen. Zahlreiche Projekte für Gründung von Rüben- zuckerfabrilen liegen bereits vor. So steht jetzt fest, daß im Osten von England eine Fabrik unter dem Namen East Anglia Sugar Company, Limited, auf Grund holländischer Initiative und unter Beteiligung holländischen Kapitals gegründet werden wird. Das Unternehmen soll aus einer Rubenznckerfabrik und einer Raffinerie bestehen. Man hofft, in den Grafschaften Essex, Susfolk und Norfolk bis zu 5000 Acres für den Rübenbau zu gewinnen. Verbuche, die Gründung je einer Rübenzuckersabrik zustande zu brinaen, weiden ferner in Worcestershire und Middlessex gemacht, wo man zunächst für ein Gesamtareal von je 2000 Acres Anbau- verpflichtungs-Erklärungen der Farmer zu erlangen sucht. Daß in einem Lande wie England, dessen Zuckerverbrauch großer ist, als der irgendeines anderen Landes der Erde, günstige Aussichten für eine Zuckerindustrie bestehen, wird kaum bezweiielt werden können. Eine solche Industrie wäre sicher in England auch längst erstanden, wenn nicht, solange Deutschland, Frankreich, Oesterreich-Ungarn usw. Zuckerexportprämien gewährten, England in der Lage gewesen wäre, den Zucker viel billiger aus dem 'Auslande zu beziehen. Hierin hat bekanntlich die Brüsseler Konvention Wandel geschossen. So wie die Verhältnisse jetzt, nach siebenjährigem Bestehen der Zuckerkonvention, liegen, wird die deutsche Zuckerirrdustrie mit dem baldigen Verürste des englischen Marktes rechnen müssen. Das russische Raiserpaar in Potsdam. Die Begrüßungsworte der amtlichen „Nordd. Allg. Ztg." für den Zaren |inö sehr konventionell und bestreiten, daß oic Zusammenkunft „andere als für den Frieden nützliche Wirkungen" haben werde. Das wäre ja aber auch schon etwas. Zum Besuche des russischen Kaisers in Potsdam schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Der Kaiser von Rußland trifft am Freitag zum Besuch des Kaisers und Königs in Potsdam ein. Daß ein Wiedersehen zwischen den beiden Verwandten und befreundeten Herrschern in Aussicht stand, war seit der Anwesenheit des russischen Monarchen auf dem deutschen Boden nicht zweifelhaft, uni) wir freuen uns ganz besonders, daß Kaiser Nikolaus uns Gelcgenlzeil gibt, ihn in der Residenzstadt des Kaisers Wilhelm zu begrüßen, m deren Mauern schon so oft Fürsten aus dem Hause Rmn.uiow als Gäste der ihnen stets in Freundschaft verbundenen holienzillern- schen Herrscherfamilie geweilt haben. Diese Reise nach Potsdam ist ein neuer Beweis der herzlichen OtefInnung, die Kaiser Nikolaus von der Thronbesteigung an unserem Monarchen entgegen- gebracht hat und mit Se. Majestät rufen auch wir dem hol-en Gast ein aufrichtiges Willkommen zu und verbinden damit den Ausdruck ehrerbietiger Wünsche für die Kaiserin Alexandra. Es entspricht der 6eroäl}rten deutsch-russischen Tradition, daß sich die Herrscher beider Reiche öfters persönlich begegnen. Dem Wohl ihrer Länder und dein Frieden der Welt ist diese Hebung stets förderlich gewesen. Wir sind überzeugt, daß auch von der bevorstehenden Monarchenzusammenkunft keine anderen als für d i e E i n t r a ch t der beiden großen Nachbarmonarchien und damit für den Frieden und die Ruhe Europas nützliche Wirkungen ausgehen werden und wünschen von Herzen dem Besuch des Kaisers von Rußland in Potsdam einen Verlauf, wie er den aufrichtigen Wünschen der beiden hohen Herren sowie aller wahren Patrioten beider Länder entspricht. Vas neue französische Kabinett. Paris, 3. Nov. Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Präsidium und Inneres sowie Kultusministerium: Briand, Justiz: G i r a r d , Aeußeres Pichon, Kpieg: General Brun, Marine: Admiral Baus de Lapeyröre, öffentlicher Unterricht und Künste: Faure, Finanzen: Klotz, Handel: Dupuy, Ackerbau: Raynaud, Kolonien: Morel, Arbeit und soziale Fürsorge: Lassere und öffentliche Arbeiten: Puech. Die Unterstaatssekretärsposten sind wie folgt besetzt: Gutsthau für Marine, Andre Lefövre Finanzen, Noulens für Krieg und Dujardin-Beaumetz für den öffentlichen Unterricht. Briand hat dem Präsidenten Fallieres im Laufe des Abends die' neuen Minister vorgestellt und ihm die Ernennungsdekrete unterbreitet. Tie Minister werden morgen zusammentreten, um den Wortlaut der ministeriellen Erklärung festzustellen, die in den Kammern zur Verlesung gebracht weroen solle. P a r i s, 3. Nov. KammerundSenat traten heute nackmittag zu einer Sitzung zusammen und vertagten f i ch wegen der Ministerkrise auf Dienstag den 8. November. Vie Reise des Kronprinzenpaares. Genua, 3. Nov. Das deutsche Kronprinzenpaar traf auf dem hiesigen Hauptbahnhof um 103/4 Uhr ein und begab sich im Automobil an Bord des Dampfers des Norddeutschen Lloyd „Prinz Ludwig". Als der Dampfer „Prinz Ludwig um 123/< Uhr vom Kai ablegte, brachten die Zuschauer, worunter sich viele Deutsche befanden, dem Paare Abschiedsgrüße dar. Aus Hessen. R. B. D a r m st a d t, 3. Nov. Der Sonderausschuß der Zweiten Kammer für die Revision der Verwaltungsgesetze hat heute unter Vorsitz des Abg Dr. Glas sing seine Sitzungen wieder ausgenommen. Zur Beratung standen die bereits provisorisch im Druck vorliegenden Auöschußberichte über die Städte- und die Land- gemeindeordnuna, wobei noch verschiedene Anstände erhoben und Abänderungen beantragt wurden. In der morgen vormittag stattfindenden Sitzung soll auch noch über zwei neue Eingaben zur Städteordnung beraten werden und vielleicht and) noch eine gemeinsame Sitzung mit der Negierung stattfinden. In der nächsten Woche w.rd alsdann die dritte der verwaltungscechtlichen Vorlagen, die Ver- waltungsrechtspslege, in Beratung genommen werden. Deutsches Heid). Der Bundesrat stimmte dem Entwurf des Arzneibuches für das Deutsche Reich, fünfte Auflage, zu. Die Blätter melden aus Berlin : Die in der S ch r a u- benindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, soweit sie im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert sind, beschlossen in eine Tarisbewegung einzutreten und den Arbeitgebern Forderungen auf Lohnerhöhung mit der Maßnahme zur Annahme zu unterbreiten, daß Antwort bis Samstag erwartet wird. Aus Dresden meldet die Frantf. Ztg.: Es ist möglich, daß in den nächsten Tagen eine große Aussperrung in der deutschen Schuhindustrie erfolgt. Seit einigen Wochen streiken in Dresden 1000 Arbeiter in zehn Schuhfabriken, die dem Verbände der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten angehören. Da die Arbeiter der Aufforderung, spätestens Donnerstag chre Beschäftigung wieder aufzunehmen, nicht nachgekommen sind, hat die Dresdener Ortsgruppe des genannten Verbandes bei dessen Zentralleitung den Antrag auf eine allgemeine Aussperrung der organisierten Schuhmacher gestellt. In den nächsten Tagen soll, wahrfcheinlich in Berlin, eine Delegiertenkonserenz des Verbandes stattftnden, in der über diesen Antrag Beschluß gefaßt wird. Der Verweser des russischen Ministeriums des Aeußern, S a s o n o w, der am Mittwoch in Darmstadt eingetrossen ist, ist Donnerstag vormittag int Jagdschloß Wolfsgarten von dem Kaiser von Rußland empfangen worden. Das Gesolgedes Zaren auf der Fahrt nach Potsdam ist folgendermaßen zusammengesetzt: Hofmeister Baron von Fredericksz, Palastkommandant Generaladjutant Dedjulin, General ä la suite Messelow, Generalmajor ä la suite Fürst Orlow und der Berliner Militärattachee Tatischtschew, Verweser des Ministeriums des Aeußern. Sasonow und tzosmeister Savinsky. 2luMaitO. Wie Nachrichten aus bulgarischer Quelle besagen, beschäftigte sich das jung türkische Komitee mit der Frage, ob wegen der Ermordung von sechs Mohammedanern bei Jstip gegen Bulgarien Repressalien zu ergreifen seien. Unter anderem wurde der Boykott gegen Bulgarien angeregt. Aus London wird jetzt auch amtlich gemeldet: Der Staatssekretär des Indischen Amts, Viscount Morley, wird von seinem Posten zurücktreten und wird Lordpräsident AugMe Rodin. Zu seinem 70. Gebm>ttag (4. November 1910)« Von Otto Grautoff (Paris). Paris ist ein Paradies der Bewegung. Keine Moral, keine nüchtern konstruierten Gesetze, keine pcalttschen Tendenzen, keine logisch begründeten Notwendigkeiten hemmen hier die Bewegung. Die Bewegung schafft hier Einzelheiten von berauschender Schönheit oder ergreifendem Elend, die aus der milden, weichen Atmosphäre auftauchen, zitternd vorübergleiten und wieder verschwimmen. In dem Tumult dieser Bewegung bildete sich der Bildhauer Auguste Rodin. Er fühlte frühe schon die Macht und die Kraft in sich, ein Interpret des Weltsinnes zu werden. Er wollte darstellen, was er sah. In Paris lernte der jugendliche Rodin das ewig strahlende, sich wandelnde und erneuernde Universum begreifen, das nicht die eisernste Energie den Bruchteil einer Sekunde in einen Moment der Ruhe zu bannen vermag. Die stetig fortschreitende Entfaltung der Welt und ihrer Erscheinungen verbietet dem Künstler die reine Form des Absoluten; sie zwingt auch ihn, Bewegung darzustellen. Das vermag der Künstler nur, indem er die Belvegung durch Intuition in sich nachschafft. Indem Rodin in sich den ewigen Schöpfungsakt der Natur wiederholte, fand er seinen Stil; einen Stil, in dem er nur den Grundriß einer Skulptur geometrisch anlegt, innerhalb dieses Grundrisses aber keine bindenden Gesetze kennt, weil er das mouvement de l'air, das Triebhafte der Natur selbst darstellen will. „Ich beobachte mein Modell lange; ich zwinge es nicht in gesuchte Posen. Ick lasse es gehen und kommen im Atelier wie ein ungezügeltes Pferd und ich zeichne die Beobachtungen, die ich während seiner Bewegung mache, auf." In dieser Art hat Rodin feine Studien verfolgt. Und durch diese Methode hat Rodin die Möglichkeit gefunden, den Griechen gleich zu werden. Die Griechen schufen Typen eines Zustandes, Rodin Typen der Bewegung. Darin liegt seine höchste Bedeutung. Wie die Griechen hat er seine Gedanken und Ecteonisse ins Allgemeine und Typische gehoben, durch die Tiefe seines Erkennens alles Nebensächlichen entkleidet sie ins Ewige gerückt und vergöttlicht. Sein „Balzac" ist ein Denkmal des schaffenden Menschen, der göttlichen Urkraft des Menschen und ein Denkmal der Arbeit des Geistes. Dieser Riese im seelischen Rausch enthält alles, was über den geistigen Arbeiter, über den Künstler zu sagen ist. Auguste Rodin ist am 4. November 1840 in Paris geboren. Sein Vater stammte aus der Normandie, seine Mutter aus Lothringen. Der Knabe wuchs in einer kleinen Pension in Beauvais auf. Als er 14 Jahre alt war, nahmen seine Eltern ihn zu sich nach Paris und schickten ihn in die Zeichenschule in der Ecole de Mödecine. Er war 15 Jahre alt, als er zum ersten Male Ton in die Hände nahm und seine ersten Modeltierversuche machte. In seinen Freistunden ging er in den Louvre und blätterte die Zeichenvorlagen nach der Antike durch. Schon in seinem 17. Jahre ging er von den Zeichnungen nach Skulpturen der Antike zum Studium der plasttschen Originalwerke des Altertums über; und dieses Studium fühtte ihn ganz von selbst auf die Natur. Seine Jremtdsck>aft mit Constant Limon veranlaßte ihn ein Jahr lang unter Barye zu arbeiten. Mit 24 Jahren sandte er den Mann mit der zerbrochenen Vase, den er zwei Jahre vorher begonnen hatte, dem Salon ein. Die Arbeit wurde aber von der Jury zurückgewiesen. Es folgen nun sechs Jahre intensivster Arbeit in ftiller Zurückgezogenheit. Während eines Teiles dieser Zeit war Rodin an der Porzellanmanufaktur von Sävres tätig. Nach dem Kriege ging der junge Bildhauer nach Brüssel und arbeitete dort als Gehilfe Rasbourgs an der Ausschmückung der Börse und des Akademiepalastes mit. Während dieses achtjährigen Aufenthaltes in Belgien unternahm er 1875 eine längere Studienreise durch Italien. Zwei Jahre später stellte Irodin im Pariser Salon „Das eherne Zeitalter" aus, dessentwegen er häßliche Verunglimpfungen erfuhr. Seine Freunde traten für ihn ein und verschafften ihm fogar die ersten Staatsaufträge. Tas eherne Zeitalter wurde für das Luxembourg- Museum an gekauft und er erhielt den Auftrag zu dem Höllentor. Im Jahre 1878 entstand Johannes der Täufer. Im Lause der nächsten Zett schuf er die beiden Figuren Adam und Eva und das Claude Lorrain-Tenkmal für Nancy. 1884 beauftragte ihn die Stadt Calais mit dem Denkmal, das sie den sechs ihrer Bürger errichten wollte, die sich im 14. Jahrhundert heroisch für ihre Stadt geopfert hatten. Fünfzehn Jahre verstrichen bis zur Vollendung dieser gewaltigen Arbeit; wahrend dieser Zeit entstanden zahlreiche Bildnisbüsten und Gruppeil aller Art, sowie die ersten Erttwürfe für das Viktor-Hugo-Denkmal, das erst im Jahre 1909 im Garten des Palais-Royal aufgestellt werden konnte. 1892 schuf er die Büsten von Pnois de Chavannes und Henri Rochefort, 1893 den Tod des Adonis, das Cdsar Franck-Denkmal, 1894 den Frühling, Amor und Psyche, Orpheus und Euridike. Im Jahre 1895 bat ihn die Socistö des Gens de Lettres um die Ausführung des von ihr der Stadt Paris gestifteten Balzac-Denkmals. Als Rodin drei Jahre später das Gipsmodell dieses Denkmals im Salon ausstellte und der Ausschuß fich zu dessen Prüfung einfand, wurde Rodins Arbeit mit elf Stimmen gegen vier abgelchnt. Tiefe schmähliche Verkennung des Meisters machte ihn mit einem Schlage berühmt. Tas ganze, gebildete Paris trat für Rodin ein und die Preß- fehde, die sich monatelang mit dieser Angelegenheit beschäftigte, brachte feinen Namen in aller Munde. Als er 1900 auf der Weltausstellung einen eigenen Pavillon errichtete, in dem er einen Gesamtüberblick seines Schaffens gab, begeisterten sich die internationalen Scharen des Kunstpublikums vor seinen Werken. Kurz nach der Weltausstellung siedelte Rodin fich in Meudon bei Paris an, wo er auf dem Gipfel eines Hügels, der die ganze Umgegend beherrscht, fich ein Wohnhaus errichtete und den Ausstellungspavülon als Ateliergebäude aufftetlen ließ. Das erste Werk, das er in dieser idyllischen Einsamkeit schuf, mar die Bekrönungsgruppe des geplanten Denkmals der Arbeit: „Les Bönsdictions". Von 1902 bis 1904 arbeitete er an dem Denker, der 1904 vor dem Pantheon in Paris enthüllt wurde. Aus demselben Jahre stammt die Büste des Direktors Guillaume dep ftanzösischen Akademie in Rom; aus dem Jahre 1905 die Marmorgruppe : Junges Mädchen ü er traut fein Geheimnis der Isis, aus dem Jahre 1906 die Büste Berthelots, aus dem Jahre 1907 der Torso eines schreitenden Mannes, de Büsten von Madame de Goloubeft, Miß Fairfax, Mrs. Hunter und der Bron-eguß des Ugolino, den der Staat für das Luxembourg-Museum bestellte. 1908 entstanden neben einigen Marmorgruppen daS Henn Becque-Tenkmal und die Büste des amerikanischen Eisen- bahnköniqs Harriman, 1909 zwei weibliche Torsos und die Büste Gustav Mahlers. Für viele bedeutet der siebzigste Geburtstag der Beginn des Greisenalters. Rodin aber ist geistig und körperlich frisch wie ein Fünfziger, er ist voller Ideen und Pläne und arbeitet noch heute mit dem Feuereifer eines Jünglings. Tie Kraft dazu ergibt sich aus feiner sehr weisen LobensöAnomie. * — Die Todesfälle im deutschen Heere. Die Todesfälle, die fich feit den letzten 30 Jahren stetig vermindert haben, sind im letzten Berichtsjahre mit dem Vorjahre auf gleicher Höhe geblieben, ihre Gesamtzahl belief sich außer Bayern auf 998 (950 im Jahre 1906/07 — 1,8 (1,8) v. T. der Kopf stärke. Dav m waren durch Krankheit 612 (643), durch Verunglückung 148 (133), durch Selbstmord 238 (174) verursacht. 23 .m den verstarbeneft Mannschaften befanden sich 670 (671) in ärztlicher Behandlung, Von den Waffengattungen hatten die meisten Tidesfälle der Train Mafchinengewehrabteilungen) mit 2,8 (4,4), die wenigsten die Festungsgefäiignifse mit 0,70 (0,65); bei den Pionieren starben 2,7 (2,1), der Kavallerie 2,6 (2,5), der Feldartillerie 2,2 (2,3), der Infanterie 1,6 (1,2), den Verkeyrstruppen 1,2 (1,3) v. T. Der Dienstzeit nach ereigneten fich die meisten Todesfälle bei Angehörigen des ersten Tienstjahres. Die meisten Todesfälle forderten Die übertragbaren Äranfljcitcn, — Fortsetzung tilgt. Im Romanfeuilleton des „Berliner Tageblatts" konnte man am Mittw ich folgende schöne Stelle lesen: „Die schmalen Aeuglein Sarubins blitzten auf, er drehte sich hin und her, zauste sich das Haar, fuhr mit beiden Händen hinein und rief halblaut: (Fortsetzung folgt.) — Er wird sich also weiter die Haare zausen imb mit beiden Händen hineinfahren, was ja immerhin eine ganz appetitliche Beschäftigung ist. -Seiten wurden sich, die Gruben zu verlassen aus Furcht vor den Angriffen. in Aus Stadt und Land. Gießen, 4. November 1910. Vorwinter. Die sonnigen Herbsttage, die uns eine Entschädigung für den verpfuschten Sommer brachten, sind vorüber gegangen. Bisweilen sieht der Himmel schon so wolkenschwer, so grau und bleiern aus, daß man meint, es könnten jeden Augenblick Schneeflocken herniederrieseln. Die Natur rüstet sich zum Sterben, die Bäume schütteln das letzte Laub ab und die Herbstblumen sind welk geworden. Die fwftige Zeit meldete sich durch Frühnebel an, die schon an den warmen Tagen mahnend, den beoorstehendeu Umschwung verkündeten. Das Leben ist allgemach in die vier Wände des Hauses zurückgekehrt. Und wenn es gegen Abend nicht mehr hell und noch nicht dunkel ist, so schleicht der Mann zum Dämmerschoppen. Und die Vereinsglocke tritt wieder in Tätigkeit. Unsere Schuljugend muß sich jetzt ernsthaft hinter die -Bücher setzen, denn im Winterhalbjahr muß fleißig gelernt werden, sintemalen^ Kn Ostern die große Abrechnung stattfindet. Und die Weihnachtsarbeiten nlüssen auch in Angriff genommen werden, fbenn kaum zwei Monate trennen uns noch von dem Fest den ,Liebe. Z'u allen diesen Dingen sind die länger werdenden Mbende vortrefflich geeignet. Wo noch stille gemütvolle Familien- beh agl ich keil herrscht, zeigt sie sich an diesen Abenden, wenn der Herbstwmd rauh burd) die Straßen fegt. Jede Jahreszeit hat eben ihr Gutes, wem: wir es nur erfassen können^ -ter griffen bie , v Bergwerksbeamten an und warfen die Fenster ein. Die in den Grübelt beftndlichen Bergleute weigern Hessen-Nassau. X. Fulda, 3. Nov. Der Kreisausschuß hat dem Kreistage einen Antrag unterbreitet, betreff en b die Anfertigung von ausführlichen Vorarbeiten für den Bau einer neben- bahnähnlichen normalspurigen Kleinbahn Großenlüder—Hauswurz. Unter der Voraussetzung der zu erwartenden weitgehenden finanziellen Unterstützung durch den Staat und durch den Bezirlsverband wird auf Grund der Vorerhebungen angenommen, das Unternehmen lasse sich so gestalten, daß es nach Verlauf einiger Entwickelnng^- und Uedergangsjahre ohne Zuschüsse aus Stenermitteln des Kreises bestehen kann. Zur Deckung etwaiger Zuschüsse während der üblichen Uebergangszeit hat das Kreistags- Mitglied Reichstagsabg. Müller unter der Annahme, daß die Bahn ohne jede weitere Verzögerung gebaut und zum Beginn des Jahres 1914 in Betrieb genommen wird, einen '■öKitr^^AnJ?f,TLid’ 10000 E für 6 3al)re, insgesamt also 60 000 Mk., dem streife als dem Träger des Unternehmens schenlungsweise angeboten und fictj bereit erklärt zur Sicherstellung dieses Anerbietens bei dem Beginne des Baues eine Summe von 50000 Mk. in ersten Hypotheken mit ZinSgenuß vom 1. Januar 1911 ab dem Kreife zu über- Drabftaun gezogenen Stacbeldraht kommen und sich die Augen auS . dem Kopse reißen. Eine Abhilfe wäre hier dringend geboten. — Ga rventeich, 4. Nov. Geuern fand hier Burger- in ei st erwähl statt, die ohne jede Aufregung verlief. Man batte dem seitherigen langjährigen Bürgermeister Heinrich Kissel II., mit dessen Amtsführung man allseitig zufrieden ist, keinen Gegenkandidaten gegenübergestellt, so daß er einstimmig mit 152 Stimmen wieder gewählt wurde. Diese einstimmige Wiederwahl ist umso ehrender für den Wiedergewählten und die Gemeinde, als im ganzen nur 16 Wähler, die zumeist triftige Abhaltungsgründe hatten, der Wahlurne fern blieben. Am Abend brachten die drei Gesangvereine und der Turnverein Herrn Kissel einen Lampionzug und ein Ständchen sowie Gruppenstellungen der Turner bar, woran sich auf Einlabung des Bürgermeisters eine kleine Feier schloß. Bei- georbn. Schwarz brachte ihm die Glückwünsche des Orts- vorstandes und der Gemeinde aus, während Lehrer Weisel ihn im Namen der Gesangvereine und des Turnvereins beglückwünschte. Ll Lich, 3. Nov. Mit der Mäuse Vergiftung ist man hier energisch und auch erfolgreich vorgegangen. Tas 63ift wurde auf Kosten der Stadt geliefert und an alle Grundstückbesitzer verteilt, unter Androhung einer Strafe, falls jemand keinen Gebrauch davon machen würde. — Dec hiesige gemischte Chor veranstaltet in diesem Winter ein größeres Bolkskonzcrt, wozu er jetzt schon Vorbereitungen trifft. — Die am 18. Oktober erfolgte Ergänzungsmahl zum Gemeinde- rat ist beim KreiSamt angefochten morden wegen angeblich geringer Wahlfehler. — Die vom hiesigen Volksbildungs- vercin gegründete öffentliche Bibliothek, die vom Rhein-Main-Vcrband unterstützt wird und auch von privater Seite schon Zuwendungen erhalten hat, erfreut sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon einer fleißigen Benutzung. Das öffentliche Lesezimmer befindet sich in dem durch seine reiche Architektur bekannten städtischen sogen. Helwig'schen Hause auf dem Kirchenplatz. Kreis Büdingen. «= Büdingen, 3. Nov. Der Besuch' der nahen R o n n e b u r g i|t in den letzten Monaten recht rege gewesen. Jedenfalls tragt die immer mehr fortschreitende Wiederherstellung der Burg viel dazu bei Vereine von Hanau, Frankfurt, Gelnhausen und Bübingen planen, sich künftighin jedes Jahr da oben ein Stelldichein zu geben, weil die Burg von allen Seiten leicht zu erreichen i)t. Um den von Nieder- mus heraufkommenden Touristen den Weg zur Burg zu kürzen, hat die Fürstl. Wächtersbachische Verwaltung em neues Pfädchen anlegen und eine Türe durch die Mauer in den äußeren Burghof brechen lassen. Obgleich das Pförtchen dem Ganzen augepaßt ist, will es uns scheinen, als ob dadurch doch der einheitliche .geschlossene Charakter der Burg gestört sei -1-. Büdingen, 3. Nov. Der Gesangverein Liederkranz veranstaltet zur Feier seines 70jährigen Bestehens am Sonntag, 13. November, in den Räumen des Fürstenhofes ein Konzert unter Mitwirkung des Baritonsängers Adolf Müller-Frankfurt a. Ni, der Kapelle des Gießener Infanterie-Regiments und des Lehrers Pepler ^Klavier). Die Chöre leitet Musikdirektor I. Brodt-Hanau. = Lorbach, 3. Nov. Hier ist die sozialdemokratische Partei recht rege bei der Arbeit. Das zeigte sich schon bei der Reichstagswcchl im letzten Sommer. Von 90 Stimmberechtigten gaben in der Stichwahl 49 ihre Stimmen für Busold ab, 32 fielen auf v. Helmolt. Inzwischen hat sich in unserem nur 390 Seelen zählenden Dörfchen ein sozial- lemokratischer Wahlverein unter dem Vorsitz des Spinnereiarbeiters Kuhl gebildet. Für die heutige Ge-- meinderatswahl trat der Verein schon mit eigenen Kandidaten hervor. Doch gelang es ihm nicht, gegenüber den aus dem Schlaf aufgerüttelten bürgerlichen Wählern nur einen einzigen davon durchzubrrngen. Von 82 Wählern machten 57 von ihrem Stimmrechte Gebrauch. Dabei wurden die bürgerlichen Kandidaten Rudolf Lenz mit 47, Johs. Dadt I. mit 44, Gg. Kaspar Frey mit 40 und Hch, Schneider mit 38 Stimmen gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmstadt, 3. Nov. In Gegenwart deZ Zaren und deS Zarthronfolgers und der vier Gvoßfürstinnen, des Gro ßher z o g p a a r es und den beiden kleinen Prinzen, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich, ter Großfürstin Sergius und der Prinzessin Viktoria von Baltenberg wurde heute die Einweihung des Mausoleums auf der Rosenhöhe vollzogen. Vor der Einweihung wurde für die Familie des Zaren in der russischen Kapelle auf der nahe gelegenen Mathitdcnhöhe ein Gottesdienst abgehalten, rvährend das Großhcrzogspaar gleichzeitig in dem auch als Kavelle benutzbaren neuen Mausoleum das Abendmahl nahm. Dann erfolgte die Einiveihung des Altars im Mausoleum und darauf eine kirchliche Feier durch Oberhofprediger Ehrhardt, an der auch sämtliche Hofchargen, Beamte und Dienerschaft aus der Regierungszeit Großherzog Ludwig IV., die in Begleitung des Zaren befindlick-en Würdenträger und der hiesige russische Gesandte und Ministerresident, Baron von Knorring, der frühere Oberhosrnarschall, General z. D. Westcr- weller v. Anthoni, der Ordenskanzler und Flügeladjutant z. D. Oberst Röder v. Diersburg u. a. teilnahmen. Vor Beginn ter Feier hatten das Zarenpaar und das Großhcrzogspaar an den Särgen der Eltern und Geschwister Großhorzog Ernst Ludwigs Kränze niederaelegt. Im Auftrage Kaiser Wilhelms legte Prinz Heinrich an den Särgen Großherzog Ludwig IV. und seiner Gemahlin prachtvolle Kränze mit Schleifen, auf denen sich die kaiserlichen Initialen befanden, nieder. R. B. Tatmftabt, 3. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten kam ein Projekt des Oberbürgermeisters zur Vorlage, das den Zweck verfolgt, für die Anstellung der städtischen Beamten eine feste, grundsätzliche Ordnung zu schaffen und vor allem den Verwaltungsap parat w esentlich zu verbilligen. Eine Anstellung auf Lebenszeit soll in Zukunft nur noch möglich sein, wenn eine planmäßige Beamtenstelle offen ist. Die Stadtverwaltung konnte nach eingehender Prüfung der Verhältnisse dem wirklichen Stellenbedürfnis gemäß und entsprechend den von den einzelnen Stelleninhabern zu verlangenden Kenntnissen und Fähigkeiten eine Reihe von Beamtenstellen aufgeben oder in Hilfsstellen umwandeln und eine Anzahl seither mit höheren Gehältern ausgestattete Dienststellen zur Besetzung mit geringer besoldetem Personal in Aussicht nehmen. Die für später geplante Zusammenlegung von Verwaltungen und der hierdurch in absehbarer Zeit bedingte Wegfall leitender Stellungen tragen ganz besonders zur Verbilligung des städtischen Verwaltungsapparates bei. Diese Neuregelung kann in Rückficht auf bia Wahrung früher erworbener Rechte nicht alsbald gänzlich durchgesührt werden, und daher wurde ein Uebergang näher festgelegt, der aber sckwn in nächster Zeit den städtischen Kassen eine wesentliche Erleichterung bringt. So soll sich die Zahl der Ober- sekretär- und der Stadtsekretärstellen nach völliger Durchführung des Planes um_ 15 Stellen vermindern: ebenso wird sich die Zahl der Bureauassistentenstellen im Uebergaugssladium um 43 und bei völliger Durchführung bet neuen Ordnung um 51 vermindern,- welche Zahl sich alsdann durch den Zugang aus den gekürzten Stellen der Stadtsekretäre um 15 auf 36 vermindert. Tie'Kürzung der besser dotierten Stellen hat eine Vermehrung der mit geringerem Einkommen ausgestatteten Stellen zur Folge. So werten die Kanzlistenstellen von derzeit acht auf 14 und demgemäß auf 20, die Schreibgehilfenstellen ohne feste Anstellung von 32 auf 70 erhöht. — Diese Vorlage, die auf Anregung des städtischen Finanzausschusses von Bureaudirektor Daub ausgearbeitet worden ist, wurde mit Dank an den Verfasser dem zuständigen Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. — Aus der jetzt erfolgten Ballabrechnung für das städtische Hallenschwimmbad ergibt sich, daß der Kostenvoranschlag von 900 000 Mark um 68 380 Mark überschritten worden ist, der Riesenbau also nahezii eine Million M ark kostet. Von der Versammlung wurde anerkannt, daß die Kostenüberschreitung von ca. 8 Prozent feine ungewöhnlich hohe sei und das Werk von allen Fachleuten als mustergültig anerkannt werde. Die Kreditüberschreitung wurde bewilligt. R. B. D a r m ft a b t, 3. Nov. Zur Stadtverordnete n- roabl, die am 10. November stattzufinden hat, ist die Lage äußerst verworren. Es ist nicht gelungen, alle bürgerlichen Parteien für eine gemeinsame Kandidatenliste zu ge- wumen, so daß voraussichtlich auch hier in Darmstadt mietet, die Sozialdemokraten die lachenden Drittelt sein werden. Tie> Vorstände der sog. Vereinigten Bezirksvereine haben eine Liste auf gestellt, in der nicht nur ein seit über 20 Jalwen den Stadtverordneten angehörendes Mitglied ter nationalliberalen Partei ausgeschaltet, sondern auch ter freisinnigen Volkspartei zwei neue Sitze überlassen werten sollten. Auf ein derartiges Abkommen wollte sich die nationalliberale Partei nickst einlassen, doch war sie bereit, unter Festhaltung ihres alten Besitzstandes den Freisinnigen ein neues Mandat zuzuführen. Ta dies nicht angenommen wurde, beschloß die nationalliberalc Partei, selbständig thre Kandidaten auszustellen. s. Offenbach, 3. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde die Antwort des Großh. Katasteramts-Darmstadt auf die Anfrage der Bürgermeisterei, wie sich die U e b e r s ch r e i - tungen des Voranschlags bei der NeuVermessung der Gemarkung Offenbach erklären lassen, sowohl von sozialdemokratischer wie von bürgerlicher Seite als völlig ungenügend bezeichnet. Nach dem Voranschlag des Großh. Katasteramts sollte die Neuvermessung der Gemarkung Offenbach 80 500 Mk. kosten. Das Angebot eines Katastergeometers lautete auf 85 000 Mk., wozu allerdings noch ca. 15 000 Mk. für die von der Stadt bezw. den Grundbesitzern zu tragenden Aussteinungskosten gekommen wären. Bis zum 30. Juli 1910 waren jedoch 168657.57 Mark verbraucht, und bis zur Beendigung der Arbeiten Jürftcn die Ausgaben rund 200 000 Mk. betragen. Den bisherigen Ausgaben von 168657.57 Mk. stehen an Einnahmen 24 0ö7.30 Mk. gegenüber, so daß sich die lieber* chreitung des Voranschlags scholl jetzt auf rund 64 000 Mark ober 80 Prozent beziffert. Dieses Verhältnis dürfte ich auch nach der Beendigung der Arbeiten nur unwesentlich ändern. Auf Antrag der Stadtverordneten Böhm (nl.) und Ulrich (soz.) wurde die Angelegenheit nochmals dem Banausschuß überwiesen, der besonders die einzelnen' Ausgabepuntte einer eingehenden Prüfung unterziehen soll. Die Sache dürfte somit die Oefsentlichkeit noch weiter be- djäftigen. — Das Kreisamt hat die Errichtung einer Be- triebstrankenkasse der Firma Gebr. Heyne, Schrauvenfabrik, hier, genehmigt. Die Kasse wird am 1. Januar 1911 ihre Tätigkeit beginnen. des Geheimen Rats. Der Staatssekretär für Kolo men, Sir Earl Crewe, wird als Nachfolger Morleys Staats- fekretär des Indischen Amts. An die Stelle Crewes tritt -der erste Kommissar für Arbeiten und öffentliche Bauten, L. V. Harcourt, dessen .Posten der Earl of Beau- ch a m p übernimmt Nach einer amtlichen Mitteilung aus Ottawa werden die Verhandlungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten über den Reziprozitätsvertrag am Sonnabend hier wieder aufgenommen werden. Die Vorschläge werden, was Natur- und Rohprodukte anbetrifft, sich auf dem Boden des freiesten Handelsaustausches zwischen beiden Ländern bewegen. An der Vorzugsbehandlung, die England genießt, wird in keiner Weise gerüttelt In Honduras wurde infolge der Revolte des Generals Valadares das Kriegs recht erflärt. Nach amtlichen Mitteilungen, die im Staatsdepartement ein- getroffen sind, wurde der Hafen von Amapala auf der Insel Tigre geschlossen und auf der Insel der Belagerungszustand erflärt Aus Cardiff meldet man: Am Mittwoch abend griffen die ausständigen Vera arbeitet zwei Züge mit Arbeitswilligen, die zu den Bergwerken sichren, an, und warfen die Zugfenster ein. Die Arbeitswilligen ^nutzten fliehen und wurden von den Ausständigen verfolgt, unter denen sich viele Frauen befanden. Aus beiden zahlreiche Personen verletzt Wei- Ausständigen auch die Wohnungen der x Nidda, 3. Nov. Ein Leich enzug, wie er in dieser Größe hier noch selten gesehen worden ist, bewegte sich heute zu unserem Friedhose. Es galt die Beisetzung unseres so rasch verschledenen Bürgermeisters Hermann Roth. Alle hiesigen Vereine hatten sich beteiligt Unter dem von Turnern gespielten Choral: „Jesus, meine Zuversicht" bewegte sich der Trauerzug zum Friedhos. Dort hielt nach einem Gesang des Männergesangvereins Pfarrer Hermann die Leichenrede über den Text: „Ich muß wirken, solang es Tag ist; es kommt die Nacht, da memano wrrkcm kann", und schllderte das rastlose Wtrken des Entschlafenen für seine Gemeinde, seine Familie und das Interesse weiterer Kreise. Nach chm hob Kreisamtmann Frölich namens der Behörden das frledliche Weserr und Wirken des Entschlafenen hervor. Kränze wurden niedergelegt namens des Stadtvorstandes durch Hauptlehrer Höhn, namens des Amtsgerichts und der Sparkasse durch Oberamtsrichter Röm Held, namens des Turnvereins durch Reritner Reuning, namens der Kriegervereins durch Oberst Weimer, namens der Feuerwehr durch Heuerwehrrnspektor Vetzberger, namens der Schul- tameraden durch Rentner Stock, namens des Vereins Krankenpslege durch Lehrer Küfer, namens der Höheren e Rektor Kolb, und namens des Kirchen- und Sckflllvorstandes und der Kleinkinderschule durch Pfarrer Werner. -- Die Bürgermeistereigeschäfte be- sorgt der gestern in )ein Amt ei.igewiejene Beia eord- nete Erk, Sohn des Landtagsabgeordneten Erk. Kreis Lauterbach. f. La ii t er bad), 3. Nov. Die Saiulhausncubauten -aulerbach haben sich dieses Jahr um eine stattliche a?16 Gemeinden R-u-ers, Ucllcrstzan- LCj^ l.$ fL l b, Vaitshain und Holzmühl erhielten neue ^chulhauler; em Neubau zu Fraurombach ist im Rohbau vollendet. Das Schulhaus der Gemeinte Hartershausen tbcn Anforderungen der Neuzeit eutiprechend umgebaut worden Miet euVe,ue8 Wohnhaus für dcn L-Hrer er- k € 0 3 un Stelle ter im vorigen "tahre Äbad^-rrWrt. ^isb-uinsp-kwrs Hechler zu ,f. u e b h a u s e n, 3. Nov. Die S t i 6 m a f ri.7- M r. r « ^Heinrich SiÄlindes ^-ordneten Joh. Aham Schäfer uno wnria) Nippel findet am Samstag den 12 d M statt lebrers^uvves ^storbene Frau des Ober- leyrers Supp es in Schlitz vermachte der katholisLen Kerche m tzeppenheun a. d. B. und /hrer Vaterstadt schlitz pir dre Armen je 25000. 95L 1 r lIaD 1 ** Ordensangelegenheiten. Der Großher- ,zog hat dem Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen Dr. U sing er zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kviser von Rußland ver- iliehenen Sankt .Annen-O)rdens 2. Klasse und dem Kur- direktor Freiherrn von Starck zu Bad-Nauheim die Er- •laubnU zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser von Rußland verliehenen Stanislaus-Ordens 2. Kl. mit Stern erteilt Der König von Preußen hat dem Pastor Kölbing in Fischbach, Kreis Hirschberg, die Erlaubnis zur .AnleAung des chm verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse ides Hessifchen Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. Der Großherzog hat dem Notariatsgehilsen Jak. Huber in Mainz aus Anlaß seines sechzigjährigen Dienst- jjubiläums als dtotariatsgehilfe das Silberne Kreuz des Kerdienswrdens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hch. Brill zu Ober-Widdersheim die eräug IPsarrstelle zu Griesheim und dem Pfarrer Bernhard R e h- wald zu Wörrstadt, derzeit Vereinsgeistlicher des Hessi- Ichen Tiakonievereins in 'Darmstadt, die evcrng. Pfarrstelle jzn Heppenheim a. d. Bergstraße übertragen. +* Steueramtspersonalien. Der Großher- !ä o g hat den Revisionoinspektor bei dem Hauptsteueramt iDarmstadt, Gg. Bolbach zu Darmstadt, zum Hauptsteuer- lamtstontrotteur ernannt. Erledigt ist die Stelle des sRevisionsinspektor bei dem HauptstenerDnt Darmstadt r. November-Wetter. Gestern noch zeigte ein Herr in der Eisenbahn einen in den Wetterauer Wäldern gebrochenen Strauß reifer Himbeeren, die der milde Oktober gezeitigt hatte — heute zeigt der Vogelsberg bis tief herunter eine geschlossene Schneedecke. Sticht mehr lange und die Schneeschuhläuser werden den Berg beleben. •• Der .höchste" hessische Staatsbeamte ist — mcht cm Minister. Sein Wirkungskreis liegt vielmehr in Ewer sehr bekannten Gegend und zwar auf den höchsten Höhen des Vogelsbergs. Die Gegend um den Tausstein ist der Bezirk, in dem der Forstwart Frank in Breungeshain (Oberförsterei Grebenhain) seines Amtes waltet und somit der ,höchste^ Beamte in Hessen ist. Natürlich muß er im Winter den Dienst auf Schneeschuhen versehen. . ** ^^"heater. Am Vorabend von Schillers Geburt^ ckag, nm Mittwoch, U. November, geht des Dichters „Räuber" wtt bem neuen Helden Herrn Oskar Romard als Karl Moor SÄ ® fr^ffützrmg finbet als V°lkz»°r. ftellung statt. ckrn lö. Dezenlber nutet ein einmaliges Gast- lwel der bekannten Tanzerm Rita Sacchetto statt, die t>m "" 3^e 1908 .tn Ur Er" ** Maul- und Klauenseuche. Als verseucht {gelten Zurzeit die östlich der Elbe gelegenen Gebietsteile Deutschen Reiches, lue Seuche ist ferner aus geb rochen an Speyer im Städtischen Schlachthof Ludwiqs- -hafen a. Rh., Berlin, Wildensorg, Bezirksamt Bamberg, am 1. Nov. 1910. ^s^rsamr Landkreis Gießen. II Heuchelheim, 3. Nov. Nächsten SamStag in acht Tagen (dem 12. November) finbet hier Beigeordneten- wähl statt. 1 ‘e 11 - ® u f e, 3. Nov. Di« Strotz- zwischen Trabe ■ junb 2llten-B ufeck, sowie der Fußpiad vor Alien- ‘ 4öu cd ist letzt und bei jeder nassen Witterung kaum passieibar stellenweise tritt der Grnndvan so zutage, daß Beuibrücve inck ,' 1 auUteiben können; te.ls finden sich isüg-»' und Schenk ° vfe! ! 111 eu’'y ®r°6e vor, daß man ohne Stiesel mit hohen Schätzen ir?Ut>?,Lon',t!el1 fanlL Besonders bemerkenswert wird der u-be stand den Leuten, die bei Dunkelheit zu und von d n Züge, fiebern ueniet sind die charien Winkel des Futzviades vor Alten. 1 Äu etk lebensgesöhrltch. Äei Dunkelheit kann inan gegen die Trgh ' «msrtedtgung geraten und so mit dem Gesicht gegen den über den < weisen. (Die neue Bahn würde von der Straße Gießen— Fulda ausgehend 1/3 Stunde westlich von der hessischen Grenze etwa 15 Klm. nach Süden laufen. Red.). w. Hanau, 3. Nov. Fabrikant H. Heraeus, Mitinhaber der Platinjchinelze W. E. HeraeuS in Hanau, ist in Berlin, woselbst er geschäftlich weilte, an einem Schlaganfall im 50. Lebensjahre gestorben. (ßertcbt*faaL Darmstadt, 3. Nov. Das Kriegsgericht der 25. Division beschäftigte sich mit einer groben Insubordination, deren sich der bei dem Drag.-Regt. Nr. 23 hier dienende Johann Adam Koppel aus Budenheim schuldig gemacht hat. Er kam am 17. Oktober früh morgens aus Urlaub von der Budenheimer Kirchweih m die Kaserne zurück und fiel in angetrunkenem Zustande gestiefelt und gespornt ins Bett. Als ihn der diensttuende Gefreite zum ordnungsmäßigen Aufstehen ermahnte, beleidigte er diesen mit Schimpfworten, vergriff sich bei der hierdurch entstehenden Schlägerei tätlich an ihm und schimpfte den Gefreiten noch weiter, als der Wachtmeister einschritt. Da es sich um einen tätlichen Angriff aus einen Vorgesetzten, Achtungsverletzung, Beleidigung und Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft handelt, beträgt die Mindeststrafe 1 Jahr Gefängnis und der Angeklagte wurde zu 1 Jahr 2 Wochen Gefängnis verirrteilt. — Ter Taglöhner Balthasar Ludwig Krumek aus Mainz, der Ende September zur Reserve entlassen worden ist und vorher als Bursche, eines Majors vom Jns.-Reyt. Nr. 116 i n Gießen 16 Mark unterschlagen hat, erhielt hierfür 17 Tage Mittelarreft. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Die Verhandlungen der hannoverschen Zementwerke mit den mitteldeutschen Gruppen der Zementindustrie, die in Hannover stattfinden, haben nach vielstündiger Dauer bis am späten Abend zu keiner Entscheidung geführt. Die Aussicht auf eine Einigung ist sehr gering. Tie Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Märkte. Gießen, 3. Nov. Bel dein am 2. November abgehaltenen Schweinemarkt waren öufqetriehen 2M Schweine. Der nächste Schweinemarkt stndet am 16. November statt. Händlerschweine sind ausgeschlossen und nur Schweine von Züchtern aus dem Kreise Gießen zugelassen. An demselben Tage ist auch Krämermarkt. fc. Frankfurt a. M., 4. Nov. H e u- und Strohmarkt. Anqesahren waren 8 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,00—5,60 Alk., Stroh lKornlangslroh) 2,30 bis 2,50 M., Wirrltrob 0,00 - 0,00 Ml. Alles per 50 Kilo. Geschäft langsam. Tie Zufuhren waren aus Oberhessen, dem Kreise Dteburg uttd dem Tatmuskrels. Vermischte». * Ein merkwürdiges Staatsmonopvl. Tas sonderbarste Geschäft, das wohl je ein Staat übernommen hat, betreibt gegenwärtig Persien. Nach einem Gesetze aus dem Anfänge dieses Jahres sind vom 1. Tschumodi-ul-ula 1328 (1. Mai d. I.) alle in den Schlächtereien Persiens gewonnenen Därme, Gekröse und Rohdarmsaiten als Naturalsteuer dem Staate abzuliefern. Wer Därme und dergleichen kaujen will, muß dies durch Vermittlung der Finanzverwaltung tun. Der Staat Hal also ein Darmhandel-Monopol gesdraffen und dieses ist jetzt, nachdem eine gewisse Uebergangszeit abgelaufen ist, voll in Kraft getreten. Verlauf der ©Utenina seit gestern früh: Das Tie'druck- gebiet ist südwärts gewandert und hat sich in mehrere Setiurh aufgelöst, von denen eines über Mitteldeutschland liegt und Regen gebracht hat. Auf seiner Rückieite tritt Abküulnna ein, so daß der Regen viel'äch. vor allem im Gebirge, in Schnee übergeben wird. Wetteraussichten in Heben am Samstag dem 0 Novbr. 191u: Wolkig, Niederschläge, im Gebirge Schnee und leichter Frost, in der Ebene kälter, nördliche Winde. Letzte Nachrichten. Berlin, 4. 9ii Zum Empfang des Zaren hatten sich außer dem Kaiser und den Prinzen des König lichen Hauses die Generalität und die Admiralität eingi- funden. Die Ehrenkompagnie wurde von dem Garde-Alexander-Regiment gestellt. Die Begrüßung war sehr herzlich. Auf dem Wege bildeten Truppen Spalier. Stuttgart, 4. Nov. Der Prozeß des Mechanikers Böhler gegen den Grasen Zeppelin wurde heute vor dem Oberlandesgericht verhandelt. Der Klager wurde avgennr- sen und hat die Kosten zu tragen. Paris, 4. Nov. Der „Figaro" schreibt zu der Kaiserzusammenkunst in Potsdam, daß sie em Höflichkeitsakt sei, der an der europäischen Politik nichts ändere. Die Zusammenkunft werde der Sache des Friedens dienen, worüber sich Frankreich nur freuen könne. Paris, 4. Nov. Das umgebildete Kabinett wird von den seither der Regierung nah-estehenden, radikalen Blättern sehr günstig ausgenommen. London, 4. Nov. Ter Streik in Süd-Wales nimmt zu. Die Arbeiter von 6 weiteren Gruben, im ganzen 6000 Mann, haben sich den Ausständigen angeschlojsen. Z igarotte. Echt mit Firma auf jeder Zigarette: Orient. Tab.- A Zigarett.-Fabr. „Yenidze“ Inh. HugoZietz Dresden. Fabrik- Ansicht Edie Qualität Bekömmlichkeit Prim« Handarbeit sind drei Eigenschaften der Großen-Ltnden, 4. November 1910. .09354 Lieh, 4. November 1910. 6097 S. Heichelheim. D‘/u - - . Danksagung. Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bet der Beerdigung unserer lieben Muuer, Schwiegermutter, Großamiter, Schwester, Schwägerin und Tante Am Wbelhe Lvh, geb. Muges insbesondere für die trostreichen Worte deö Herrn Vfarrer Schulte, sowie für die liebevolle Pflege der Schwester Katharina Schäfer und allen Freunden, Bekannten und Berwarrdten sagen mir unseren tiefgefühltesten Dank. Die tiestrauernden Hinterbliebenen. Für die zahlreichen Beweise herzlic^er Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Gatten und Vaters sagen wir unseren tiefgefühlten Dank, KStchen Achard und Sohn Oscar. Bekanntmachung. Betreffend: Handelskammerwahlen. Auf Grund des Gesetzes vom 1. Juli .1908 über die Aenderung des Gesetzes vom 6. August 1902, die Handelskammern betreffend, herben am Ende dieses Jahres Ergän- zunaswahlen stattzufinden. Es scheiden aus im Wahlbezirk Gießen-Stadt: die Herren C. Röhr, Kommerzienrat H. Schirmer und W. Zurbuch; im Wahlbezirk Gießen-Land: Herr L. Rinn-Heuchelheim und im Wahlbezirk Grünberg: Herr Gg. Stammler. > Die Listen der Wahlberechtigten liegen 10 Tage, vom 7. bis einschließlich 16. November zur Einsicht der Wahlberechtigten offen und zwar diejenigen für Gießen- Stadt und Gießen-Land aus dem Bureau der Großh. Handelskammer, Nord-Anlage 15, während der Amtsstunden (9—12 vorm. und 3—6 nachm.) und die Liste für Grünberg aus der dortigen Bürgermeisterei während der üblichen Geschästsstunden. , Einwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der erwähnten zehntägigen Frist bei der unterzeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen. Nach Ablaus der zehntägigen Frist wird die Handelskammer über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden und die Listen der Wahlberechtigten nach Maßgabe dieser Entscheidung, soweit nötig, berichtigen lassen. Gegen diese Entscheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde cm das Ministerium des Innern zulässig. Nur diejenigen dürfen ihr Wahlrecht ausuben, welche in die festgestellten Listen ausgenommen sind. Nach Feststellung der Wählerlisten wird die unterzeichnete Handelskammer den Tag und die für den Beginn und den Schluß der Wahl festgesetzte Stunde, sowie das Wahllokal, össentlich bekannt gegeben. .Gießen, den 4. November 1910. Die Großherzoqliche Handelskammer Der Vorsitzende: Die Arbeiten zur Erweiterung des Bahnhofes Friedberg in Hessen und zwar rb. 800000 ebm Erdbewegung, 80000 qm Löschungs- flächen, 17000 qm Chaussierung, rb. 10600 cbm Mauerwerk, 66 cbm Werksteine, 8 km Gleis, 20000 cbm Oberbaupacklage ufw. zum größten Tetl ohne Lieferung sollen in einem Lose verdungen werben. Zeichnungen, Arbeitspläne usw. unb Angebotsmuster liegen im Geschaftsgebaube der Bauabteilung zur Einsicht aus, letztere tönnen, soweit ber Vorrat reicht, gegen Vorto unb bestellgelbfreie Sinsendunq von 5,00 Mark IVostanwelsung) bezogen werdet». Die'Angebote werden am 2. Dezember dö. Js. vormittags 10 Uhr im Geschäftsgebäude der Bauabteilung, Bismarckstraße 32 ^eo^n^ogEnbungsfrist 33 Monate. Zuschlagsfrist 6 Wochen. (D4/u Großh. Hess. Et'enbahn-Bauabteilung Frtsdberg i. H Zu vermieten Haus zum Allciubewobncn pro 1. Avril 1911, 10 Wohn- raume, 3 Berauben, Badezimuv, Küche m. Zubehör und Garten zu vermiet. Marburger Straße 14. Zu erfrag. Verlagsbuchhanbler Roth, Marburger Straße 20. |57W I 6 Zimmer | 57011 v-Ztm.-Wotzn. wart. 0. L3t8| Brauw Stephanstr. 39 II. 09347] Sch. möbl. Zimmer m. ob. o. Pens, z. v. Grabenstraße 4 I. Möbl. Zimmer zu vermieten. Separat. Eingang. Preis 15 Mk. 109:355 Ludwigstr. 14 Nebenh., vart. 6036] Ein möbl. unb ein unmöbl Ztmmer zu vermieten. C. Steinhäuser, Neuen Bäue 17. 09297] Möbl. Wohn- und Schlaf- zimmer an 1 ob. 2 Herrn bill. zu verm. Liebigstr. 63 b. Fr. Otto. 6034] Möbl. Zimmer zu vermiet. ____________Lubwigstraße 33II. 09262] Möbl. Zimmer mit fepar. Eingang sofort zu vermieten. ___________Sonnenstrahe 121. 6059] Eins. möbl. 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Oktober 1910 Qbgefyaltene Versteigerung ist nur bezüglich der Grundstücke Flur V 201, 202, 205, 206, Flur VI 235, 236, Flur X 149, 158, 203, 2O35/lo 205 genehmigt worden. Bezüglich der übrigen Grundstücke, die aus den Blättern Nr. 246, 249, 254 des Büdinger Tageblattes zu ersehen sind, findet, wie bereits bekannt gegeben, eine nochmalige Versteigerung und zwar die letzte am Montag den 7.November 1910 nachm. 3 Uhr im oberen Saale des Rathauses dahier statt. Büdingen, den 3. November 1910. Der Großherzoqliche Notar. 0009 Kraft, Iusttzrat. Bamäler Möbel I HZAÄW'. / Xv y im Illi lllll Illi Illi UH weltberühmt durch ihre Formen- ßchönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständig frei ins Haus unter Garantie DM/e] von 10 Jahren das Darmstädter Möbel - Einrlchtnngshaus £ndwtg Stritzinger Kunstgewerbliches Etablissement für Innenausstattungen Telephon 1441 DARMSTADT Beinrichstr. 67 Portofreie Zusendung meines Prachtkataloges. Arbeitsvergebun^. 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November 1910 einschließlich tauch am Sonntag] pormittags pon 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Ubr ließt bie Liste der in bei Stabt Gießen zur Stabtverorbnetenwahl Slimmberechtiglelt, sowie bas Verzeichnis der zu bem höchstbesieuerten Drillest der Wählbaren gehörigen Personen in bem Bürgermeistereigebaube — Zimmer Nr. 9 — zu jebermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann in bem bezeichneten Lokale jedes Mitglieb ber Stadtgemeinbe Einsicht von biesen Listen nehmen unb Einwendungen gegen bidelben porbrinucn.__(I»l,n Stadt. Wohnuttgsnachwt'iö Gießen, Asterweg 9. 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(Haft- und Schankwirtfchaftsperfonal: 1 Köchin, 1 Kuchen- Mädchen. nr , . d. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Küfer, 1 Buchbinder, 2 Möbelschreiner, 1 Schmied, 2 Schneider. 1 lanbw. Knecht, 1 Dienstmädchen, Erdarbeiter. Gast- und Schankwirtfchaftsperfonal: 1 Küchenmädchew Es suchen Arbeit: . _ , 1 Sattler unb Polsterer, 1 Tapezierer, 1 Küfer, 1 Schwerzer, 1 Wagner, 1 Buchbinber, 1 Eisendreher, 1 Spengler u. Installateur, 1 Installateur, 1 Bäcker, 1 Schreiner, 1 Heizer und Maschinist, 2 Bau schlosser, 2 Anstreicher unb Weißbinber, 5 HauSburschen, 2 Fuhrknechte, 10 Taglöhner, 2 Kassierer oder Lagerarbeiter, 2 Laufmäbchen, 8 Putz- unb Lauffrauen, 3 Waschfrauen, 2 Handlungsgehilfen, 1 Dienstmäbchen für leichtere Arbeit. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Schlosser. Gatt- n. Lchankwirtfchaftsverional: 6 Kellner, 10—12 Lohn» und Aushilfskellner. B Giessener Konzert-Verein Regenschirms für Damen u. Herren bringen wir in hervorragender Auswahl und grösster PreiswQrdigkeit. 5.25 6.25 A. 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November, abends SV* Ubr, im Hotel Schütz Oeffentlicher Vortrag von Frau Helene Glane: „Wit, nm Nil wann sl>t ich fünfen?" Zweites Konzert Sonntag den 6. November 1910, 51/, Uhr, in der neuen Aula = Lieder- und Klavier-Abend = Ausführende: Frau Susanne Dessolr aus Berlin (Gesang) Herr Bruno Hinze-Rein hold aus Berlin (Klavier) SamStag, 5. November 1910, ■I—IM fttS Wir'm abends 8*/. Uhr v»/w Winterfest hk^rt -der, Kapelle des Jnf.'Regts. /^Kaiser Wilhelm" unter Leitung deS Ober- L— mufikmetfters Löber. Turnerische Aufführungen, (Yesangsvorträge = BALL. ===== 1,350 Vogelfutter für alle Arten Bügel. Eierbrot, Vogelsand, Fischfutter. Central - Drogerie, EmU Karn, Schulstrahe. Eintrittskarten: L Platz Mk. 5.-, II. Platz Mk. 4.-, M. Platz Mk. 3.-. IV. Platz Mk. 2.50, /D". '. . "XT ptudentenkarten Mk. 1.— sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst, Chalher (Rudolphs Nach!.), Telephon Nr. 871, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter KITi. Ar und Qhonik o n nnw U ... L A L , ■ i । i —. Lotterie-Spielver.„Giessen-ümgegend“. (Gemeinschaftliches Spielen von Losen Kgl. Vreuh. Klassenlotterie.) ry» « , Sonntag mittag 4 Ubr Versammlunq (Ss»mcher H°y üon .unt Webern oersch. Stande gebildeter Verein Giehen-Umgegend. 1. Lieder au* alter Zeit a) Sagt, wo sind die Veilchen hin? . . . b) Menuett............. c) Hoffnung............. d) Wunsch und Entsagung ...... e) Die Henne............ 2. Klarier-Soll a) Prelude............. b) Barkarole............ c) Die Wassersplele an der Villa d’Este . 3. Moderne Lieder a) Der Jäger............ b) Im Kahne............ c) Gesellenlied.......... d) Ruhe, Süßliebchen...... e) Vergebliches Ständchen...... 4. Fantasie („Wanderer**) Op. 16 für Klavier . . 5. Volksweisen a) Vespergesang........... b) Qui veut uioudre, moudra..... c) Zu Kieldrecht........... d) Maria auf dem Berge . . . i e) Phyllis und die Mutter....... Die neueste SaiersloDheiliuelbode. sffiMssso» (ThkirnhUpn/« kkt®l.esma*t,fle »irtuwi beruht auf der Spaltung der Uorade in Chloride und Sauerstoff durch das Banadtum bei «nn1 a21 -n ^lut, Bazillen ufroJ. Die Mittel sind Erzeuger von Ozon im groben Mahstabe. Die Nabrnna mirh BlO^ ^verme^rt"!)cb a Darm verdauen vollständig, das k f^br schnell, dre Körver.-ellen erstarken, der o^chechsel tvird normal; zugleich vernichtet der aktive SauerstnH ©eoeoeeooo Schwalm Zahnarzt wohnt jetzt f**1 West-Anlage 51. •OOOOOOHO Hotel Schütz Vom 1. bis 15. November 1910 Grosses Konzert Schwerer- wndVio« e ha",Heder-Sän,er- and . hpltltleur;.TIU,aler tieeel*»=haft Schweizer .Vachtigallen im Nationalkostüm Anfang Sonntags 5 Uhr. <*» Wochentags 8 Uhr. W>6) Ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden. Abzuholen Rittergasfe 11 I. Et. Ausgekämmte Abgejchuittene •J/HUvC werden gekauft bet H. Tichy. Seltersweg 43, Ecke (Äoetbeür m SamStag den 5. 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