Die heutige Nummer umfafct 10 Seiten. Ltellun«- rlns^Ä cBenJ?® Freitag 4. Februar 1910 ▲ A A A4 Ak AA ^MW AA A A. A, A AA ttÄ™TÄ RÄsimpRpn^l* zlittpinprs^s ä£ä~ WUIV 11VI IV !> 44113VIUVI sxä5 Herujprech- Anrnurme. B fv fc ? Verantwortlich für den lili die Redaktwn 112, M __ < polttildjen Xeit; 'üliuvtfi Se» General-Anzeiger für Oberhessen LLM zmiabme von Anzeige« tz 4^7 I ® ’» u. Land" lind „Gerichts- Pon^fta^Ti^ Rotationrörvck rmd Verlag -er vrühl'schen Univ.-Such- un- Steiudruckerei R, Lange. Redattion, Expedition un- Druckerei: 8chu!stratze 7. !§^e,qente?^ fciwW ««*"3 KW CIL li® 7 J —Tgröfcii’ Gßi J üod)|CIl-fnef0j ef; & d f» i-xK-ß Lh dllö itlbnll 1)111/ grünbL MW n flef. Gul ^'-W Mer, 2tcp|pU kä-chenH hnainann «H «.mit allen MÄ luB arbeiten vl rein. jc petit-fl u. SlaidjinenliÄ nt. ApnlLMl leb. m.<5eW| t_ben@icL^;::' n, militarlr. till rät. 2icÜiLt”fl Zchrtill. ; 6ieR_to»^ ladcbeo nt y.öttuno.N^H altaätJLL^.j poütsfd^e Tages-ckau. Bedarf Deutschland neuer Universitäten? In einer Zuschrift an die „Voss. Ztg." „aus akademischen Kreisen" wird die Frankfurter Universitätsfrage im Rahmen einer Auseinandersetzung über die Bedürfnissrage in ganz Deutschland besprochen. Der Einsender meint ganz in unserem Sinne, daß Deutschlands 21 Universitäten mit ihren etwa 51500 Studierenden vollständig genügen, um den Nachwuchs für die akademischen Berufe heranzubilden. Trotzdem scheint die Errichtung neuer Universitäten in greifbare Nähe gerückt zu sein. Aus Frankfurt a. M. kommen bestimmte Nachrichten, daß aus den Mitteln eines reichen Vermächtnisses eine Vollumversität gegründet, werden solle; in Hamburg spukt der.Universitätsgedanke schon seit geraumer Zeit, und die Bürgerschaft wird in Kürze mit der Abstimmung über fünf vom Senat verlangte Professuren de kaoto die Entscheidung über die bis jetzt etwas uferlosen dortigen Universitäts- fragcn zu bringen haben. Und kaum war die Frankfurter Idee aufgetaucht,, so hieß es: Einer solchen Universität wird das vreußische Ministerium nie zustimmen, sondern viel wahrscheinlicher die Umwandlung der Akademie Posen in eine Universität betreiben. Also drei Universitäten in Sicht! Und die Begründung? Im ersten Falle: Weil das Geld da ist, im zweiten, weil Professoren da sind und ein Vorlesungsgebäude gestiftet wurdet?), und im dritten, falls er wirklich ernsthaft in Frage kommt, wohl politische Gesichtspunkte. Zu dem Frankfurter Plan wird dann ausgeführt, daß zwar in diesem Falle das Geld der Steuerzahler nicht herangezogen zu werden brauchte: Vielleicht gelingt es aber doch, der Einsicht zum Ziele zu verhelfen, daß es noch andere Dinge gibt als der Ruhm, „Universitätsstadt" zu sein, für die man solche Mittel im Interesse der Bedeutung eines Gemeinwesens für die ganze Welt anwenden kann. Vielleicht wäre noch eine Errichtung der geplanten chemisch-technischen Reichsanstalt in Frankfurt möglich, ferner aber überhaupt die Begründung eines „Speyer-Instituts" nach Art der Rockefellerund Carnegie-Institute Amerikas usw. Mancher Gelehrte von Ruf würde mit Freuden stilles, ernstes Arbeiten an solcher Forschungsstätte einem freudlosen Extraordinarien- oder auch Ordinarien-Leben an einer Universität vorziehen. Der Geist Paul Ehrlichs, der Frankfurts wissenschaftliches Leben zurzeit beherrscht — und den ja das Speyersche Riesenvermächtnis auch als ersten bedacht hat — zeigt ja, wie die Vertreter der „lebenden" Wissenschaften, auch ohne ihr tägliches Kolleg abzuhalten, sich an solchen freien Forschungsstätten entfalten und entwickeln können und den Ruhm ihrer Wirkungsstätte hinaustragen in die Welt. Diese Ausführungen scheinen uns ebenso richtig und beachtenswert zu sein, wie die folgende Feststellung, daß Hamburg es am Ausbau seines Kolonialinstituts sich genügen lassen sollte: Durch Errichtung einer Zentralstelle, die zur Sammel- und Auskunftsstätte aus allen kolonialen Gebieten diene, sollte auch wissenschaftlich Hamburg die Zentrale für alles koloniale Arbeiten und überhaupt unserer gesamten überseeischen Beziehungen werden, eine Stelle, wo in einigen Jahren sich jeder Pflanzer, Kaufmann und Beamte während des Heimatsurlaubs beraten und fortbilden könnte, wo jedem Forscher — ob Ethnologe oder Geograph, Zoologe oder Sprachforscher, Mediziner oder Nationalökonom — die Ausarbeitung wissenschaftlicher Ergebnisse von Forschungsreisen ermöglicht würde, wo Material aller, auch der fremden Kolonialämter gesammelt, verarbeitet und allen Interessenten des Welthandels und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt würde. Von hier aus müßten Expeditionen ausgehen, hier müßte das Material durch eigene Informationsreisen der Jn- stitutsmitglieder, für die die Reisen Dernburgs, Lindequists und anderer vorbildlich sind, von Zeit zu Zeit zusammengetragen werden. Gewiß eine großzügige Idee, die die Zentralstelle im Zusammenhang mit Hamburgs kolonialen Praktikern, den Gelehrten des Kolonialinstituts und ihren wissenschaftlichen Anstalten und Seminaren zum wahren Mittelpunkt der deutschen kolonialen Wissenschaft machen würden, die Einrichtung selbst zu einer einzig dastehenden „Ueberseeakademie". Wenn die „Voss. Ztg." bann meint, für Posen könne die Bedürfnissrage noch am ehesten bejaht werden, so können wir dieser Ansicht nicht zustimmen. Das aufgewendete Geld und die Bildungsmittel würden doch nur vorzugsweise den Polen zugute kommen, so daß die Posener Universität ein Tummelplatz der polnischen Heißsporne werden würde. * Der Reichskanzler und die auswärtige Politik. Es wäre höchst interessant, die geheimen Wünsche des jetzigen Reichskanzlers im Bezug darauf zu kennen, ob er auch die Führung der auswärtigen Politik als seine Hauptaufgabe auffassen möchte, oder ob er diese umfangreiche Bürde lieber einem anderen sachkundigen Minister überlassen würde. Der Berliner Mitarbeiter der „Münchener Neuest. Nachr." glaubt darüber Bestimmteres aussagen zu können. Er beklagt zunächst den Niedergang unseres diplomatischen Dienstes: In der Tat hat es neuerdings eine ganze Reihe unerguicklicher „Fälle" gegeben. Vom Handelsvertrag mit Portugal angefangen bis zum Fall Zintgraff, die die Autorität des Auswärtigen Amtes gerade nicht gestärkt haben. Man würde aber fehlgehen, wenn man annähme, daß der gegenwärtige Reichskanzler den Schwerpunkt der auswärtigen Politik nach dem Staatssekretariat des Aeußern hinübergleiten lassen wollte. Seine Absicht ist, wie er von Anfang an erklärt hat, der verantwortliche Reichsminister des Auswärtigen zu sein, wie er seine wichtigste Aufgabe in der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten erblickt. Darum auch hat er selbst und nicht der Staatssekretär im Reichstag Anfang Dezember vorigen Jahres bei der Etatsdebatte die Erklärung zur auswärtigen Politik gegeben, und sobald im Reichstag wiederum die auswärtige Politik zur Sprache kommt, will er abermals das Wort ergreifen. In unterrichteten Kreisen wird betont, daß der Reichskanzler nicht nur die maßgebende Entscheidung in auswärtigen Angelegenheiten selbst treffe, sondern daß er auch die Verhandlungen selbst leite, zum Beispiel letzt bei den Entschließungen über den deutschamerikanischen Handelsvertrag. Die Ansicht des Reichskanzlers geht dahin, daß er sich nicht auf die innere Politik im Reich und in Preußen beschränken: und die auswärtigen Angelegenheiten dem jeweiligen L-taats- Die griechisch-türkische Kriegsgefahr. Wenn England heute erklären läßt, die Entsendung britischer Kriegsschiffe nach dem Piräus stehe nicht im Zusammenhang mit der kritischen Lage, so wird das natürlich wenig Glauben finden. Unüberlegte Zwischenfälle können aus Kreta immer eintreten. Athen, 3. Febr. Die Nationalversammlung wird, wie jetzt feststeht, nicht vor Dezember 1910 einberufen werden. Man glaubt, daß eine königliche Botschaft betreffend die Nationalversammlung Anfang März veröffentlicht werden wird. Malta, 3. Febr. Wie jetzt bekannt wird, ist von dem englischen Geschwader unter dem Befehl des Kontre- admirals Callaghan nur ein Kreuzer nach der Phaleronbucht beim Pyräus abgegangen, während die übrigen Schiffe nach Plataoo bei Patras gehen. London, 3. Febr. Reuter zufolge steht die Abfahrt eines englischen Geschwaders von Malta nach dem Piräus in keinerlei Zusammenhang mit der politischen Lage auf der Balkanhalbinsel; es handelt sich vielmehr um eine reguläre Uebungsfahrt. London, 3. Febr. Reuter zufolge legt die letzte Note der Türkei an die Schutzmächte dar, die Pforte würde die Entsendung kretischer Deputierter in die griechische Nationalversammlung als einen casus belli betrachten. Der türkische Botschaften, der dieser Tage das hiesige Auswärtige Amt von der Ansicht feiner Regierung in Kenntnis setzte, erhielt die Versicherung, daß die britischeRegierung den ErnstderLagevoll- ständig würdige. Weiter ist ihm erklärt worden, die Schutzmächte seien einig in der Absicht, eine so provokatorische Handlungsweise nicht zu dulden. Sie würden strenge Maßnahmen ergreifen, wenn die Kreter aus diese Politik beharren sollten. Konstantinopel, 3. Febr. Der griechische Gesandte Gry Paris gab auf der Pforte Erklärungen ab, welche den Willen Griechenlands zur Fortsetzung freundnachbarlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern betonten. Aehnliche Erklärungen wurden auch dem türkischen Gesandten in Athen von dem griechischen Minister des Aeußern gemacht. sekretär überlassen dürfe. Gerade die Führung der auswärtigen Angelegenheiten, so dürfte feine Aufsatzung sein, sei mehr maßgebend für Ansehen und Stellung des Reiches als irgend ein anderes Ressort. Hier handle es sich um die wahren Lebensfragen von Staat und Nation. Ein Reichskanzler, der hier die Zügel aus der Hand gibt, würde sich feiner ersten Pflicht und damit auch seiner besten Kraft berauben — weit mehr noch, als wenn er die Leitung der Geschäfte in Preußertz einem Stellvertreter überließe, in den er nicht rückhaltloses und unbedingtes Vertrauen setzt. Es wird sich ja mit der Zeit Herausstellen müssen, ob der Reichskanzler sich tvirklich im Sattel der auswärtigen Politik wohl fühlen mag. Dann würde er eine schwere Verantwortung tragen und sich damit abzufinden haben, daß es mit dem bisherigen geschlängelten Kurs unmöglich weiter gehen kann. lieber ein interessantes Vorkommnis berichtet das Wolffsche Bureau: Berlin, 3. Febr. Der Reichskanzler erhielt vom Obmann der Vereinigung der rheinisch-westfälischen Ver--- trauensmänner des Alldeutschen Verbandes in deren Auftrabe ein Schreiben, worin ihm eine Entschlie-» ßung mitgeteift wird, in der es u. a. heißt: Die am 30. Januar in Düsseldorf als Vertreter von 39 Ortsgruppen tagenden rheinisch-westfälischen Vertrauensmänner d.s alldeutschen Verbandes erachten als ihre vaterländische Pflicht, aus.usprechen, daß in ihren Kreisen das Auswärtige Amt alles Vertrauen verloren hat. Diese Reichsöehörde förderte fortgesetzt durch ihre Maßnahmen tatsächlich fremdländische Interessen zum Nachteil Reichcs^eutscher, ja, sie hat geradezu dem Ausland Waffen gegen deutsche Unternehmungen geliefert und in den wichtigsten Fällen große reichsdeutfche Interessen schwer geschädigt. Mit Sorge fragt die Versammlung, wie lange der Reichskanzler dies Gebaren mit seiner Verantwortlichkeit decken will. Darauf ist folgendes Schreiben ergangen: „Ter Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes Mainz beehre ich mich mitzuteilen, daß mir aus Mühlheim (Ruhr) das beifolgende Schreiben zugegangen ist. Es ist unverantwortlich, daß von Gliedern einer Organisation, die, wie der Alldeutsche Verband, nach ihren Satzungen in nationalem ©inne? wirken will, gegen eine Reichsöehörde so unwürdige, beweis- lose Anschuldigungen geschleudert werden. Ich lehntet es ab, diese „Entschließung" entgegenzunehmen. Reichs kanzlest ö-. Bethmann-Hvllweg." Damit hat der Reichskanzler die Form des Vorgehens jener Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes scharf miß- billigt, ob er sich der sachlichen Berechtigung der mitge-> teilten Besorgnis verschließen will, geht aus der Antwort nicht hervor. Die Eröffnung der böhmischen Landtags. Prag, 3. Febr. Der Landtag wurde heute wieder eröffnet. Der Statthalter erklärte, die Regierung halte sich für verpflichtet, die Anregung zu der gesetzlichen Neuregelung jener Einrichtungen zu geben, auf welche sich die bereits eingebrachten Gesetzesvorlagen betreffend die Abänderung der Landesordnung, die Schaffung der neuen Landtaigswahlordnung und die Vorlage betreffend den Sprachengebrauch bei autonomen Behörden beziehen. Die eingebrachten Vorlagen lägen im Interesse der gesamten Bevölkerung. Die Regierung sei bestrebt, zur Herbeiführung friedlicher Beziehungen zwischen den Nationalitäten beantragen. Den Erklärungen des Statthalters folgte Lärm bet den tschechisch Radikalen, welche riefen: die Regierungsvorlagen kämen nur den Deutschen zugute. Nach Verlesung des Einlaufes wurde die Sitzung ohne Zwischen- sall geschlossen. Nächste Sitzung: morgen. Die deutschen Parteien des Landtags, welche sich nach der Sitzung des Landtags versammelten, beschlossen, an der Forderung festzuhalten, daß vorerst nur die nationalen Ausgleichsverhandlungen beraten und die Einsetzung des Budgelausschus'es aufgeschoben werde. Von dem (trafen F'ranz Thun wurde der Vorschlag gemacht, zur Erledigung der wichtigsten Finanzfragen, welche die Tschechen dem Budgetausschuß zugewiesen wissen wollten, einen Sonder- ausschuß einzusetzen. Falls leine Einigung erfolge, werden die Deutschen morgen mit der Obstruktion einsetzen. Baö Nauheim und seine finanzielle Entwickelung. Von einem angesehenen Bürger Bad Nauheims erhalten tetr zu unserem Artikel in Nr. 25 folgende Zuschrift: In einem vor wenigen Tagen in dieser Zeitung unter obigem Titel erschienenen Artikel wurden die finanziellen i Verhältnisse de - Bades Naüheim als besonders günstige Eingestellt und behauptet,, daß es ein leichtes sein könne, tu8: > '• Ueberschüssen von'Bad Nauheim weitere 50000 Mk. | - air' im ganzen 150000 Mk. jährlich — an die Staats- I laf।c al zuführen. Der Finanzminister sei diesem Projekt allerdings nicht geneigt, jedoch würde man bestimmt erwarten, daß er über ren Grund dieser Weigerung bald der Oeffentlichkeit Klarheit geben würde. Diesem Wunsche können wir Nauheimer uns nur voll und ganz anfchließen. Es wird sich bann sehr bald heraus- (leiten, daß es mit der glänzenden Finanzlage Bad Nauheims leider nichts ist; daß im Gegenteil die Regierung, un bie Bilanz aufrecht zu erhalten, aller Voraussicht nach iid) in diesem Jahre die Bäderpreise wird erhöhen mü sen, Meich diese Maßnahme in der augenblicklichen Zeit wirt- Mftlicher Depression auf die ernstesten Bedenken stoßen Würden wir unter diesen Umstanden in der weiteren Afübrung von 50000 Mk. in die Staatskasse eine große ; Gefahr für unser Bad erblicken, so könnte der angebliche I Aegierungsvorschlag, dem „Erneuerungssonds" für Neu- I hüten 670000 Mk. zu entnehmen, u. E. für Bad Nauheim I geradezu verhängnisvoll werden. Wie schnell solche Fonds Illischwinden können, haben wir bei den analogen Fonds BeS hessischen Staates gesehen. Das sollte doch ernstlich «udenken geben und man sollte denn lieber von Neubauten Mnnächst überhaupt abreden. Bad Nauheim hat für seine Neuanlagen — Badehäuser, Mifionnaden, Elektrizitätswerk, Fernheizwerk, Waschanstalt, Malinen, Quellröhrenleitung aus dem Vogelsberg u. a. m. — wo. 10 Millionen Mark Schulden gemacht bzw wird sie noch ■uV* en de^en Verzinsung und Amortisation a genblick.'ich a ■OOOO Mk beträgt: in wenigen Jahren aber nach Fertig- ■flLung der Neuaniagen 500—600 000 Mk. betragen wird. Ii Diese erhöhte Verzinsung und Amortisation durch er- GHte Einnahmen aus Bädern usw. herauszubringen, dürste L M^ie nächsten Jahre unmöglich sein, da schon dieses Jahr tntz einer Zunahme von über 1000 Kurgästen kein wesent- Plus an Bädereinnahmen zu verzeichnen war. Hier ÄiKte in wirtschaftlich schlechten I ihren, die auch cui bie Bäder einnahmen wirten, der Erneuerungsfonds aus- A gleichend eintreten. Wird derselbe aber gleich durch Entnahme von 670000 Mk. zu Neubauten auf die Hälfte redu- pert, so würde der Rest durch die notwendige erhöhte imurtifation und Verzinsung von 200—300 000 Mk. für he Neuanlagen in 2—3 Jahren verbraucht fein und dann Ja hessische Staat genötigt fein, für Bad Nauheim erheb- Llihe Geldaufwendungen zu machen. Dies würde umso bedauerlicher fein, als Bad Nauheim Mt seiner Vereinigung mit dem Großherzogtum Hessen W Jahre 1866, sich nicht nur selbst erhalten und den Msstzchen Staat feinen Pfennig gekostet hat, sondern auch Ms seinen Ueberschüssen seit vielen Jahren erst 50000 Mk'., «ater 100 000 Mk. in bie hessische Staatskasse abgeführt Mt und außerdem seit vielen Jahren den nicht unerheblichen ■uftoanb für Salzhausen mit hat bestreiten müssen. K Als^ Bad Nauheim an Hessen kam, hatte der hessische । itaat Sorge, daß das in der Entwickelung begriffene Bad | N noch recht viel Geld kojten könne. Damals rde von Mr hessischen Regierung oer „Nauheimer Kur^nds" ge- I jhasten m i t d e r a u s d r ü ck l i ch e n B e/t i m m u n g, d a ß Wn demselben alle Ueberschüsse oes Bades an- Msammeltwerden sollten; daß aber auch alle ^lüsgaben für das Bad aus (demselben be- Written werden müßten. M Dieser „Kur-" und später „Erneuerungs-Fonds" hat Mnl des Aufblühens unseres hessischen Weltbades seiner Musgabe voll und ganz gerecht toeroen können; ja er konnte 5ar. darüber hinaus in guten Jahren noch erhebliche ^erschüsse an die Staatskasse absühren. ■ Die großzügige Bewilligungssreudigkeit des hessischen Wndtags für Bad-Nauheim war daher neben der hervor- jjtoenben Einsicht und Bereitwilligkeit der Mgeordneten mit dem Umstande zuzuschreiben, daß die Kosten nicht Ms dem Säckel der Steuerzahler gedeckt werden müßten, Mdern daß Bad Nauheim die Auslagen für seine Neu- IWagen selbst aufbringen konnte. Diesem günstigen Umstand Z in hervorragender Weise mit die rasche Entwicklung I «b Nauheims zu verdanken; denn man war auf diese I «nie imstande, alle, die notwendigen bedeutsamen Neue- I M^en aufs schnellste und beste durchzuführen, da man I^lin Kür- und Erneuerungssonds für sofortige dringende I juf gaben die nötigen Mittel stets bereit hatte. Diesem I MWand ist es weiterhin zu danken, daß trotz der riesigen I ^nimr-renz von allen Seiten Bad Nauheim seine Positron I jetzt siegreich bewahrt hat und einen weiteren stetigen 1 Mischritt in feiner Euttvickelung aufzuweisen hat. ®tne | ^mderung dieser günstigen Lage, wie sie bei zu starker I ^Elpmchnähme des Erneuerungsfonds bald und leicht 1 "nttreten tonnte, würde für den hessischen Staat nur von I vorübergehenden und scheinbaren Vorteil sein; für I ?o^ouheim aber aller Wahrscheinlichkeit nach den Anfang t Dekadenz und die Einleitung eines bedenklichen Rück- sto tebeuteu. Wer unter unseren Lanbtagsabgeorbneten möchte hierzu Hand bieten? Nr. 29/ 1 Vrstes Blatt 160. Jahrgang yflur 9 * > Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen M-W SM M Artz, »djntjJ rchllimachnV >e arbeit aeie l m, tiebitoii eiucht. mer, Seit^M erwarenjabckD WW nh Lchkvi!t«M noonitw geiudji 1 ÄldwigürchrrW tzen, w. itf. ?: ■ >eo. gesucht >. IM tvel, BahnM 3M Rimmern OttJ einz.Dame i>erger,rel!m»M iodes. ! tritt iltlM eren gesucht. M. Oämtlidic tschechischen Landtagsabgeorb- neten hielten eine Beratung ab unb beschlossen, eine gemeinsame Kundgebung AU erlassen, in welcher die Unteilbar feit des Königreichs Böhmen neuerdings betont wird und die von der Regierung heute vorgelegten nationalen Ausgleichsvorlagen als unannehmbar erklärt werden. Prag, 3. ^ebr. Eine Vollverfammlung der deutschen La ndtagvab geordneten beschloß die Einsetzung des Budgetausschusses vor der Erledigung des nationalen Ausgleichs mit der Obstruttion 311 beantworten. Trotzdem Hal der Oberstlandmarschall die Wahl des Budget ausschusses als ersten Punkt auf die morgige Tagesordnung gesetzt. Der ehemalige Ministerpräsident Graf Franz Thun hat eine neue VermittelungSaition eingeleitet. Zusammenstötze im elsaß-Iothr. Landesausschutz. Straßburg i. E., 3. Febr. In der Nachmittags-Sjtzung des Landes-AuSfchufi es kam cs^zu einem bemcileiisu^iten Zusammenstoß zwischen dem Staatssekretär Z 0 r n v. B u I a ch und dem Landtags- und Reichstäg'sabgevrdneten Preist । trum); dieser erklärte, die eliai.-. Äth.'ingiich' Regie^rmg habe A vor Berlin und lwbe danach ihre Maßnahme in der <,prnf? n-1 jrage bei der Weißenburger Denkmals seiet, itnvie bei der Wegelin. Ausweisung eingerichtet. Ter Staatssekretär luibn »rach und gab an, daß die Regierung allerdings Rücksicht.daraus iuektoreu und 5 lluiero stziere beivilhgt. — B.i der 9;i:liifali)ervflcgung werden Vrovimimieister unb 8 Proviantamtsbircstloren gestrichen, ebenso 3 Unterudpcrtoren. Der I u st 1 z a u s s ch u ß führte von der Novelle zum Straf- gesetzt mH die Beratung des RbüNinttes über die K inder m i s; - h a !> d l u n g e 11 zu Ende. > 223‘a Absatz 2 wurde mit ve> - '"chiebenen Aenderungen angenommen. Zu der Hauvtiache bestehen sie fiel) oui die Heraufsetzung des Schntzalters von 14 auf 18 Jahre unb die Ersetzung des Ausdrucks „grausame Behandlung" durch „rohe Rlißhaiidlimg und boshaftes Liuilen". Zur Fefilegung des endgültigen Wortlauts des Porcigravhen wurde ein Redaktions ansjchuß eiuge e!;t Der Wahlprünmasausschiiß verbandelte über die Wahl des Abg. Wehl mall., Giffhorn-Peme). Zu einer Be'chlußsassimg kam es noch nicht. Aus Stadt timö CassS. Gießen, 4. Februar 1910. Die Sitzung der Stadtverordneten am,gestrigen Nachmittag nahm einen sehr friedlichen Verlauf. was allerdings angesichts der einfachen wenig aufregenden Tagesordnung nicht weiter verwunderlich war. Erwähnenswert ist vor allem die Mitteilung des Oberbürgermeisters, baß Aussicht zur Beseitigung der leidigen Viehtransporte burch bie Bahnhofstraße und bic West-Anlage vorhanden ist, trotzdem das Projekt, den Wieseckdurchlaß dazu zn benutzen, unausführbar ist. Heiterkeit erregte das Gesuch eines zehnlop.igen Damen-Kaffcekränzchens, in dem in beweglichen Worten um Errichtung von Bebürfnis- anstalten für Damen gebeten würbe. Die kaffeetrinkenben Damen rauben an dem Vorsitzenden einen warmen Fürsprecher. Wie vorsorglich unser Stadtrat ist, zeigt die Besprechung über den Fastnachtbienstag, damit die,.Elektrische" den harmlosen Gießener Karneval nicht zu sehr stört. Auch bte Anregung des Stabtv. Habenicht, baß die Polizei bie Hausbi |it’ef an ihre Reinigmtgspflicht bei Schneefällen unb Elatteistzilbung mahnen solle, ist anerkennenswert unb es darf wohl erwartet werben, baß auch ohne Polizeiftrafen stets passierbare Bürgersteige vorhanben sein lverden. An- erlennung verdient weiter, daß die letzthin gegebene Anregung von ^chutzantagen für unsere Singvögel auf guten Boden gefallen ist. * ** Tagest ä le u der: Stadttheater: Freitag abend 8 Uhr: „Renaissance/' Samstag nadjmittog 37... Uhr: S ch ü l e r - V 0 r st e l l u .n g : „Wie die Alten jungen." L. ü. L a n d es u n iv e 1 si t ä t. Dr. Hermann Meyer ans Kottbiis, dlsnstent am Mineralogischen Institut, der sich für das Fach der Geologie an unserer Universität zu babili- tiercn wünscht, hält am Samstag, 0. Febr., mittags.12 Uhr, in ber kleinen 9(u(a eine öffentliche Probeporlesimg über das Thema: Die Tiefsee und die Entstehung der G c b 1 r g e. ** Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarrvikar Wibrnann zu Bingen zum Pfarrverwalter daselbst; Pfarrvikar Rühl zu Kriegsheim zum Psarrverwalter daselbst; Psarrverwalter Lauten sch lager zu Babenhausen zum Pfarrassistenten in Darmstadt (Marlinsgemembe); Psarrverwalter K l in gel h öffer zu Offenbach zum Psarrverwalter in Reichelsheim (erste Pfarrstelle); Pfarrverua ter Sattler zu Mainz zum Psarraisistcnten in Kastel; Pfarrvenvalter Doering zu Ober-Jngclheuu zum Psarrverivalter in Muschen- heun. Zur Wieberbesetzung werben ausgeschrieben bie evang. Pfarrstelle zu Dienheim, die evang. Pfarrstelle zu Kostheim, bie evang. Pfarrstelle zu Kriegs heim. ** K a tu m e r j u n ker. Der Großherzog hat ben VIHache im Auswärtigen Amt zu Berlin, Dr. jur. W. Frci- herrn v. Schoen, zum Hofjunker ernannt. ** Ernannt mürbe der Alluar'iatsassistent bei dem Amtsgericht Ober-Ingelheim Wilh. Jung zum Aktuariats- assistenten bei dem 'Amtsgericht Alzey. ** Stadltheater. Der neu-: Schenk von Presber und Kädclburg „Der dunkle Punkt", dessen erste hiesige AuffühnMF am Sonntag ftatts int-et, dürste gegen-'.ärtig d. s meistgrgebor.e Stück aui deutschen Bühnen sein. U„-e.'L>l erringt das überaus lustige Stück einen aus?rordentlichM Erfolg und allgemein wird Betont, daß seit bau „Weißen Rößl" lein, ähnlich erfolgreitHes Stück heiterer Art geschrieben worden sei. ** Was erzählen wir unfern Kindern? Im Saale des Hotel „Einhorn" sprach über dieses so interessante Thema auf Einladung der F r c i d e n k e r - B e r c i n i a u n g der als moderner Pädagoge besonders durch feine Stellung zum Märchen bekannte Dr. Georg B i e d e u k a p p aus Frankfurt a. M. Der Redner wendet sich scharf gegen alles, was das Kind r-.* unlogisches Denken gewöhne uTtb hält deshalb biblische Geschichten, Zaubermärchen unb dergleichen, die nur ein Zerrbild der wirklichen Welt darstcllen, zum Borer zählen nicht für geeignet. In unserer Zeit, wo jedermann aus einiges naturwissenschaftliche unb technische Wissen angewiesen ist, müßte man schon versuchen, es beim Kinde ganz unvermeidlich und in leicht süßlicher Form aitzubringcn, indem man aus die von. ihm gestellten Fragen eingche ober ihm in geeigneten Erzählungen, nützliche Stoffe biete. Zulassen will ber Redner noch bie Grimmschen Märchen, aber auch nur für das reifere Alter, da sie ja auch der srühesteu Beschäftigung des Bolkes mit den Wundern unb Rätseln der Natur entsprungen sind und zugleich eine Fülle von moralisch- pädagogischer Belehrung enthalten. An der Hand seiner beiden Bücher „Was erzähle ich meinen Sechsjährigen" unb „Schätze im Alltag" zeigte bi'r- Rebner bann, wie er sich in Form voll Erzählungen unb Gedichten und dabei doch aus wissenschaftlicher Grundlage diese frühesten n a t u r l n n d l i ch e n Unterhaltungen und Belehrungen denkt: am Kochkessel läßt sich bic Dampfkraft, der Regen und die Sedimentbildung erklären: wie der Rai>- auf der Milch sind die Bergzügc auf der Erde: die Mohfe ifj- zu interessanten geologischen Fragen; an das Streichholz - erste Schm, den ersten Wagen, die Kartoffel, das Lai.' Frosch lassen sich wertvolle kultiirphilosophifche Betrachtungen schließen; im Anschluß au die Tasse und den Blitzableiter ? - sich leickst vonPedcutenden Erfindern erzählen. Der flubivr 'm ir noch weitere solcher Beispiele an unb meinte, wir müßten uns Kindern immer mehr solche Dinge erzählen, die dem gei»ii und wirtschaftlichen Leben unserer Nation zugute kommen mür^ In der folgenden Aussprache vertraten alle Redner den Eten Punkt, daß eine völlige Ausscheidung der Märchen nicht nij lich sei: eine richtige Auswahl müsse man natürlich trei c Dagegen aber wurde allgemein anerkannt, daß Dr. Biedenka,.; Bücher eine vorzügliche Ergänzung des elterlichen Unterrirtt • stoffes seien. * * D i c Sten 0 grapHeu -Gesellschaft „Gabe '.Z b erg er" hielt am 2. d. M. ihre Hauptversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden war zu entnehm' ; daß. die Gesellschaft auch im obgelauieneu Jahr vorwärts gangen ist. Neben den gilt besuchten hiesigen Kursen wurd« noch 'solche in Grünberg und Lich abgehalten. Die Mitgliei-i beteiligten sich mit Erfolg an den auswärtigen Wettschreibkir Das Bereinsinventar wurde um eine Schreibmaschine vermehi Die Mitgliederzahl beträgt 148. In den Vorstand wurden wählt: Kreisämtsgeh. Lenz, 1. Vorsitzender, Prokurist H. Reu. 2. Vorsitzender, Buchhalter M. Wolf, 1. Schriftführer, Fr. Rödr 2. Schriftführer, Lndw. Gravelins, Kassierer, Friedr. Sarg Bibliothekar, K. H. Kuhl, A. Schncidmüller unb E. Meckel, B i' sitzer. Weiter machte ber Vorsitzenbe Mitteilung über die ^rn - Bereitungen zum diesjährigen Bundestag in Stuttgart. • • B o g-e lschutz. Vom 1. bis 5. März findet auf der Bogü schützstäliott d.s Frhcn. v. Berlepsch in Seebach, Kr. Laugensalo, i in Vo g c. l sch u tz ku r s statt, an dem einige Großh. HZsij^ Hofgartenboamte teilnehmen unb zu dem. auch der VogeUchutzvei m wrA wum ein Mitglied entsendet. Für den Fall, daß $cnieinm und b. rgleici^n bie Gelegenheit benutzen wotlten, geeignete Personen im Vogelschutz ausbilden zu lassen oder wenn sonst der ei« . oder andere Vogel; chutzsteund an dem Kurse teilnehmen möchc, ist der Vorstanb des Bogels chutzvereins für das Groß Herzogs Hessen in Darmstadt gerne bereit, bie Anmeldungen zu vermükb. Ter Unterricht selbst kostenlos erteilt, Wohnung unb 9k f pflegung ist in Seebach für 4,50 Mark für den Tag zu hab' . * * Besteuerung ber Musi kw er ke usw. Das Grofg' Kreisamt ersucht uns, auf die Beiänntmuchungen im heutige Kreis.'latt besonders aufmerksam zu machen. Das Kreis amt ntuint letzt schon Stempelabgaben sur das Rechnungsjahr 1910 entavgx um einen alizugroßen Andrang bei Bezahlung der Abgaoc üi Monat März voruth engen. * * Preußische Kl a s s c u l 0 11 c r i e. Die Lose sei 2. Klasse 222. Lotterie müssen unter Borzeigung der Lose 1. Klclsr bis zum 7. Februar, abends 8 Uhr, eingelöst sein. Auch inüfien] bis zu diesem Termin die in der 1. Klasse gezogenen Lase gegen j die entsprechenden Freilose eingelöst sein. ** Die Eisbahn war gestern abend 311m erfknmile bis 1 0 Uhr geöffnet. Die Einrichtung soll beibehalien werben, wenn ber Besuch in ben Abenbstunben genügend in unb ber Zustanb ber Bahn eS gestattet. "Unfall aus ber Robelbähn. Gestern ubenb 10 Uhr vergnügten sich noch zwei Herren unb zwei Damen mit Nabeln auf ber Bahn am Leihgesterner Weg. Der müj vier Personen besetzte Schlitten schlug um unb dabei erhll ein junger Käufniann einen Obeifchenkelbruch. Mannschaßent von ber Sanitätskolonne brachten ben Verletzten in bit] chiiürg. Klinik. ? Lang-Göns, 3. Febr. Die Arbeiten an unicier Wasserleitung wachen gute Fortschritte, da bic ton| Wetzlar staminenben Unternehmer gegenwärtig init sehr uie en Arbeitern tätig sind. Es w'nrde noch eine gute Ouelle en» deckt, bie ebenfalls angeschloffen werben soll. — Rainrob, 3. Febr. Unser Männergesa^- -ve rein feiert am nächsten Samstag seine A benbunti.- haltung mit Ball. Das Konzert wirb von der Kapt.ii Faiisl ausgeführt. 2\ a l (e n r 0 b, 3. Febr. Eine Gedenktafel fiik die Kriegsteilnehmer van 1866 und 1870/71 wurde in i t Kirche für die Veteranen von NeuterS und hier cingetuci.L Tie beiden Kriegervereine nahiucn an ber Feier teil. Pfarrei Knatt unb Lehrer Schmelz Hatzen bic Gebenktafel entworsti, Allm-enr0b, 3,Febr. Die. Hanb in der HäckseV maschine verloren hat ber Schuljunge Karl Rockel In.] Er.hafte mit seinen älteren Geschwistern an ber Masckinti gespielt. Das Triebwerk unb bic Maschine zerdrückten litl Hand unb schnitten bie Finger ab. Die Hand mußte mi Krankenhaus zu Lauterbach abgenommen werben. r. Nicbcr -Seem en , 3. Febr. Hier erhängte Fun gestern ber frühere Bürgermeister Lanbinann. Ter öai'Ji zu her Tat soll in Furcht vor einer Bcstrasung zu suchen der er entgegensah, da er sich der Unterschlagung und Urkunde! I falschung während seiner Amtszeit schuldig gemacht habe. i’J yamstie ist um so mefjr zu bedauern, als vor einigen Tagen b.l 18 jährige Sohn von einem Pferd so schwer gegen das Gejiv» geschlagen wurde, daß er einige Tage besinnungslos darniederaiW § G e-d ein, 3. Febr. Gestern sand hier eine gemurV ferne Sitzung -zwischen Vertretern Großh. KreisschnlkM'W Mission Schotten, dem Vertreter des Großh. KreisgesuüV h ei ts amt es. und dem Gemeinderat und OrtsschulvorstcrvI statt. Es wurde die Errichtung einer 5. Lehrer ste 1*1 beschlossen, da sämtliche Klassen überfüllt sind. Als Unle:| richtslotal wurde ber Rath aus saal gewählt. )( Blei ch enb a ch, 3. Febr. Der Sandsteinb'rr-V hier wurde heute mtf 12 Jrhre verpachtet zum Pniii l von 450 Mk. das Jahr. Der bisherige Pachtpreis bchu.l etwas über 200 Mk. Der Bruch liefert erstklassiges 9^1 terial; s. Zt. würbe bas Rosental bei Zriebberg zum größL» Teil aus hiesigen Stefnen erbaust I r. K esselbach, 3. Febr. Bei ber gestern abgehalterk 1 Wahl eines Direktors ber hiesigen Spar- unb BorschußkqW wurde an Stelle des kürzlich verstorbenen Bürgermeistrl Stein dessen Schwiegersohn, Kaspar Schwalb^ nnt 4.1 Stimmen gewählt. Wilhelm Becker II. erhielt 29 Stimmnil x Nidda, 3. Febr. Seit 8 Tagen lebt Nibda in dec» „Eiszeit". Mit Bangen hatten unsere Brauer und WMI dem Regen zugescharit, und man bangte schon um bas E $| Enblich haben wir — allerbings ganz bünnes — Eis. Wer« es wirb sofort eingetau. Zu einer eigentlichen Eisbahn Schlittschuhläufer ist es in diesem Jahr noch nicht gekomm-r I dagegen haben einzelne Verwegene ein kaltes Bad genem I men. Auch die Rodelbahn konnte nur wenig benutzt roeru-H ■ Darmstadt, 3. Febr. Der Prinz Rangsit D3r,| Siam ist hier eingetroffen unb hat im Hotel'Traube Wohnu-,I genommen. X. Offenbach a. M., 3. Febr. In ber heutig S t ab t v er 0 r b n e t e n s itz un g lag ein Antrag * Thoaterdirettors Steffter aus Hanau vor, ihm vte ventivnierung von 50Mk. für jebe Vorstellung vom -<• 1909 ab zu gewähren unb nicht erst vom Dez. ab, wie-» einer früheren Stabtoerorbnetensitzung beschlossen 1ÜOL£'1 Der Antrag würbe abgelehnt. Stabtv. Feistmann t, mit, daß die Absicht bestehe, eine Aktiengesellschaft ! Errichtung eines Theaterneubaues in vorteilhafter ~ i l HQtiriid) V icbtn oil „tz.< oeiiün ' ' DQt 5u J;'il llhl Djr»,:' , n n- ’> ..-L "oichlUi bn? nianb Mnit h . Gm, r> fflebt :'. 16 tz. Ln9 Über bii'2 Stuttgart. v loetanibyL, , S.t. ' u Stofä p"; Hl, taP (V(: Ikn, geeigntu ?’ toiltobnten y, las MW, \et Stadl ii bitben Jedenfalls werde man auch an die 5tadl behufs Beteiligung an den^Unternehmen herantreten. _ ^ür die Erweiterung des Stadrkranken Hauses i7urde der Betrag non 467 OOO Mr. auf Anleihe bewilligt. z. Atzbacki, M. Febr. Die hiesige Schulhausfrage hat ^>iil Wunsche der Bevölkerung gemäß eine glückliche Lösung gefunden. Ter Gemeinde bleibt der Schulbaüsneubau er- fpart sie kann nach Genehmigung der Behörde das alte Amts Haus, das zur Hälfte schon zu Schulz weck en bient, vollständig als Schulräume um gestalten. Es werden naburd) vier Klassen und vier Lehrerwohnuugen unter einem ^ache vereinigt und die Gemeinde ist somit für alle Zeiten aufs beste mit Schulen versorgt. Aybach hat seit 1. "August ii*08 drei Lehrkräfte, aber nur zwei Schulsäle. -g. Gladenbach, 3. Febr. Ein Stück „Alt-Gladen- lech", das nm Marktplatz stehende Amtsgerichtsge- käude, ein Wahrzeichen hessischer Geschichte, wird demnächst verschwinden. Der stattliche Eichenholzbau. | jrtmmt aus dem 16. Jahrhundert und bildete vorerst die Wohnung eines Amtsschultheißen. Später dienten seine Mume als Königs. Amtsgericht für den südlichen Teil des j Hinterlandkreises. Seit zwei Jahren haben wir ein neues nattliches Amtsgerichtsgebäude an der Gießener Straße. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die gußeisernen (nicht schmiedeeisernen) >Hö h r e n für die Röhrenleitung von Inheiden nach Fra n t" - tu r t werden von den Buderus'scheu Eisenwerken geliefert. rLnivevfttäts-Nachricbten. — In Fr.au: iurl a. "DL wird un Anschluß an das Geora Soeyer-paus-der Biologische Pcrem aus släduichem Grund und Men und als Eigeuluiu der Stadt ein B i o 1 o g l s ch e s I »- |j! t i u t errichten und aus seinem etlva eine Vierleliinllio» bc- irnfleuben Vermögen die Kosten des wissenschaftlichen Betriebes völlig decken. bcikn an inv lk, da die Uff.mit sehr t gnkc Quelle id jiini erütr-; ) soll beibepci mben genüge: ännertztfa Abendu.n von der i (Seflem n) und zwei St er Weg, Set i unb dabei ei ach. Manch. Verletzten in Mzuvewa- --Inning UH -r. Saq te Zunahme von 82,7 Prozent, von 6 090 510 Tons auf ■0888 553, verzeichnen und damit die vierte Stelle einnehmen, Mehrend Liverpool 48,2 Prozent, 8167 499 Tons gegen ■9845 384, gewann. Das schnelle Wachstum Hamburgs wird in tote Veröffentlichung der Handels lummer auf den großen Auf- ■gtonng von Handel und Industrie im Deutscheit Reiche und die Müernehmungslust der Schissahrtsgesellschafwn zurückgeführt, wäh- Wrd Antwerpen seinen Ausschroung vor allem seinen herwrragen- Mil Hafenanlagen verdankt. n. Mainzer Stadttheater. Als zweites ^Gastspiel Bkr Agnes Sorma ging gestern Hebbels ergreifendes Familien- ■ iiama „Maria Magdalena" über unsere Bühne. Zeugte schon Wr erste Abend von der Kraft und Klarheit der Darstellung ■ilgnes Sormas, so schuf sie hier in ihrer Klara eine glänzende, ■^erreichbare SJeiihing. Das war kein Spiel mehr, fetn mit Möeatralischen Mitteln ausgebautes Kunstwerk, sondern wahres, ktick'empsundenes Leben. Das ritz die Zuschauer fort und ließ l-ji’ ergriffen mitempfinden. Agnes Sorma lebte die Klara. Neben I befer prachtvollen Leistung tonnten sich nur einige Mitglieder i Mieter Bühne behaupten. So besonders Herr Springer, bc Bogt ■inb auch Herr Rese, wohingegen Herr^ Willy Löhr und Leander ■ »imuth weniger erfreulich waren. Der morgige Wend wird I Sgites Sorma auch in Ibsens „Gespenster" zeigen; wie bekannt, I }ü ja die Künstleriil eine ausgezeichnete Darstellerin Jbsenscher fcinauenfiguren. I * V o in Köni g .H u in b e r t. Bon der ersten Jtalienfahrt des I t:u_kschen Kaisers werden im Giornale d'Jtalia interessante Er- I piicerintgeit veröffentlicht und dabei auch ein amüsanter Vor- WM geschildert, an dem König Humbert, der Kaiser und der Mienische Dichter Mario Giobbc beteiligt waren. Ter Kaiser k mit König Humbert nach Neapel gekommen und wollte zum Njllenmal Pompeji besuchen. Später sand ein intimes Früh- statt, zu dem nur sehr wenig offzielle Persönlichkeiten als mäe geladm waren, so daß die Presse von dem Verlaufe des I "k-Miicks nichts zu berichten wußte. Nur ein einziges Blatt, I ,^orriere di Napoli, brachte eine farbenreiche nm. ührliche ^Milderung des Frühstücks und aller Einzelheiten. Erst später Mcde die Erklärung bekannt. Der Dichter Mario Giobbe war lümals aij Gcstllschattsredaktcur am (Sortiere di Napoli an> 6cb«h. .«"*3 (t |nib.ai ct edtfli'iy .ebberg^5 gestellt, seinen Bemühungen war es schließlich gelungen, sich in die Liste der Diener einreihen zu lassen, die ausersehen waren, bei jenem Frühstück zu servieren. Anfangs ging alles gut. Aber plötzlich bemerkte König Humbert die Befangenheit des ihm fremden Dieners, der stets die Augen auf den König und den. Kaiser geheftet hielt und selbst beim Servieren den Blick iricht von ihnen abwandte. Das siel dem König so sehr aus, daß er mit seiner Lorgnette Giobbe beobachtete. Der arme Mario verlor nun die Fassung; er wurde tteidebleick und zitterte an allen Gliedern. Der Minister des königlichen Hauses, Gras Gianotti, bemerkte den Vorfall und ohne Aufsehen ließ er Mario ins Vorzimmer entfernen, wo er ihn dann ins Gebet nahm. Die Sache nahm schließlich ein fröhliches Ende, denn König Humbert, der vorher vielleicht mißtrauisch gewesen war, lachte nun herzlich über die Findigkeii. des Journalisten und begann sofort eine kleine Rede gegen die Gefälnckchkeit der Presse... * Cook-Suche. Aus Heidelberg wird geschrieben: Ganz Heidelberg )ti1)t im Zeichen Cooks! Wie man früher fragte: Wie geht es Ihnen? flo fragt- man j etzt, wenn man sich begegnet : „Wo ist Cook?" ober „Haben Sie nicht den kleinen Cook gesehen?" Diese Frage hat sich bereits zu einem wundervollen Gedicht der,.dichtet", das in der Melodie des „Kleinen Cohn" folgendermaßen lautet und überall gesungen wird: Haben Sie nicht den kleinen Copk entdeckt? Er hat sich am Nordpol gar versteckt!? Und schreibt dort die Historie Von seiner Nordvolglorie^ Und lebt nach all' dem Schreck Von seinem Nordpolspeck. Sogleich nachdem das Gerücht aufgetaucht war, daß Cook in Heidelberg sich verborgen halte, begann eine fieberhafte freiwillige Detektivarbeit in allen Schichten der Bevölkerung, und jeder Mensch, der nicht allgemein bekannt war, zufällig einen etwas ruppigen Schnurrbart trug ober sonst eine entfernte Aehn^ lichkeit mit dem Porträt beS Norbpoliahrers befaß, wurde mit höchst mißtrauischen Blicken gemustert. Ein Herr, der ahnungslos am Postschalter einen Brief aufgeben wollte, würbe sogar von einigen ganz Schlauen „entlarvt", allein als man ihn mit „Guten Tag, Herr Cook" begrüßte, begann er in unverfälschtem sächsischem Dialekt heftig aufzubegeycen, baß man es wage, ihn mit diesem Schwindler zu verwechseln. Es gibt auch Leute, die Stein unb Bein daraus schwören, mit eigenen Augen Cook per Bahn von Heidelberg wegfahren gesehen zu haben, und die erzählen, sie hätten ihm Abschiedsgrüßc zugerufen, worauf er lächelnd zurückblickte, sich jedoch bann sogleich in sein Kupee zurückzog. * Was aus eine in' Schi ff s tu na l w e rde n kann. Angesichts des gegenwärtig brennenden Kampfes um die Kanalabgaben in Deutschland mag es mleressieren, wie die Engländer mit ürren ölten Kanälen umgehen. Bekannt ist es. das- dort und auch in den Vereinigten Staaten vielfach ältere Kanäle von den Eisenbahnen angetaiut worden sind, bloß um sie still zu legen und eine lästige Konkurrenz los zu fein. So wurde auch der vor 100 Jahren, im Jahre 1811 eröffnete Somersetshire-KMenkanak, der lange Jahre die Kohlenproduktion der Sowerfetfhiregntben nach London, Bristol und Bath förderte, 1904 von der Great Westernbahn erworben und stillgelegt. Wirtschaftlich war das gerechtfertigt, da die Betriebskosten des Kanals die Einnahmen schon überschritten und ber Verkehr immer weiter zurückging. Vordem war es eins der berühmtesten Bauwerke seiner Art gewesen. Eines der ältesten und bedeutendsten Schiffshebewerke von 20 Meter Höhe war im Lauf des Kanals errichtet, wurde aber später durch eine Schleusentreppe ersetzt. Auch eine große Schisss- trage, die man, um den Anforderungen an. Schönheit im Ansang des 19. Jahrhunderts nachzukommen, mit einem' griechischen Tempel überdacht hatte, erregte seinerzeit das Aufsehen der Zeitgenossen. — Nun also wurde dieser ehrwürdige Zeuge älteren Eewerbesleißes und Verkehrs zur Untätigfeit verdammt, ja noch mehr. Um den erworbenen Grund unb Boden nicht ungenutzt zu lassen, beschloß die Eisenbachrbireltion, eine neue Bahn mitten in das Kanal bette zu legen und sich dergestalt die Kosten aller Erdarbeiten für diese Linie zu ersparen. Das dürfte nun wohl der erste Fäll fein, daß die Lokomotiven dampfen, wo einst der Känälschiffer friedlich seines Weges zog! Genug, der Plan wird zur Tat. Man baute eine moderne, sehr leistungsfähige Bahn in bas ausgetrocknete Bett, wias natürlich eine bequeme Lache war, da man das ganze Planum ohne uwiteres. bei ber Hand hatte. Nur bic Ställen der alten Schleusen mußten umgangen werden, was eine Reihe von Einschnitten, Dämmen und Brücken nötig machte. Immerhin aber war ein großer Teil der Arbeit schon cor hundert Jahren gemacht. Tie Bahn fuhrt auch heute noch — sie wurde im vorigen Jähre eröffnet — hauptsächlich Kohlen, aber es verkehren auch Personenzüge darauf. So also geht das früher unentbehrliche Element der Biniwnschiffahrt selbst in ben Ländern der hervorragendsten Massearsrachten zurück. * Tie neuesten Sch u h mode n. Mit den graziösen st,s> freien Röcken, die in Paris jetzt ihre Triumphe feiern und die kleinen Füße und schlanken Fesseln der eleganten Französinnen den Blicken der Mitwelt preisgeben, hat bic Bekleidung des Fußes gesteigerte Bedeutung erhalten, und bic Modeschöpfer haben nickt lange gezögert, der Cl>aussure ihre erfinderische Phantasie zuzu- wenden. Eine Reihe neuer Schuh- und Stieselformen sind entstanden. Man sieht neue Schuhe, bei denen die Spitzen kappe nicht mehr in einem geraden Hohliaum abschneidet; die Kappe wird verlängert und ohne Unterbrechung in einer langen, gegen bas Ende.zu sich verjüngenden Spitze über beit Spann bis zur Fessel emporgezogen. Die übrigen Teile dieses Stiefels werden dann gewöhnlich in mattgrauem oder mattbraunem Hirschleder gearbeitet, daneben sieht man wiederum andere Schuhe, die ganz aus Stoff gearbeitet sind und an denen nur die Spitze und die Absätze mit glänzendem Chevreau bekleidet sind. Sehr ausfällig ist eine andere Kreation ber Schuhmode: während das Vorderblatt des Stiefels in schwarzem Leder gearbeitet ist, sind zum Sckwft und zum Hinteren Teil des Stiefels buntleuchteitde Lederfarben gewählt, rot.2» Lackleder, gelbes Lackleder, bisweileir auch eine Art Ber goldung. Gegenüber diesen immerhin etwas exzentrischen Mode- j'chöpsnngen gewinnt der graziöse Ha'lbschuh mit sehr hohen Absätzen immer mehr Anhänger, lieber den Spann schmiegen lieb drei schmale, graziös gearbeitete Leberspangen, die meist mit schillernden Knöpfen aus Straß geschmückt sind. Freilich ist diese graziöse Ehaussure nicht immer dem rauhen Winter gewachsen. Tie letzte Neuheit aber sind die Federschuhe; der ganze Fuß ist mit Pfauenfedern ober Kolibri federn überzogen, deren Farbtone genau abgestimmt sind und gegen die Fessel zu immer dunkler werden. Diese Feenschuhe sind freilich nur wenigen zugänglich, denn ihre Herstellung ist eine Geduldsprobe und ein Kunststück zugleich. Mehrere tausend Franl's muß die elegante Dame an- Legen, wenn sie ihre kleinen Füße mit diesem schillernden Federst eib schmücken will. - Der Schweizerische Wirtebund hat ein Flugblatt herausgegeben, in dem folgender zeitgemäße Aufruf zu lesen ift: „Dre Wirlevereine der Schmerz haben sich bis jetzt nur so oberflächlich nut der Frage: „Wie sollen wrr uns zur Abstinenz stellen?" befaßt, trotzdem in der Schweiz die Abstrnenz eine relativ große Verbreitung genuiben hat Wohl kann mau jetzt in allen Wirtschaften alkoholfreie Getränke haben, aber zu einer klaren, uru zweideutigen Stellunqrrahine ist es noch nicht gekommen unb zwar zum Schaden der Wirte selbst. Bis jetzt galt der Wirt ober ftächlich denkenden Leuten nur als em Förderer der Vollerer unb als Alkohol- verkärrfer. Zeige er sich in seiner Eigenschaft als (tzästebeherberger mehr als bisher; als Geschäftsmann gebe er dasjenige Getränk, das verlangt wird. Er wird dabei auch bei gesetzgebende» und exekutive» Behörden für seine Bestrebungen mehr Verständnis und willigeres (tzehör finden. Unrichtig ist ferner, zrr glauben, daß an den alkoholfreien (Getränken nichts verdient werde; daß das Umgekehrte der Fall ift, beweist die Prosperität der alkoholfreien Re- stauraiits, neben denen sich die verödete» Räurnllchkerte» manches alkoholoerkailfende» Restaurants rvre dieZeugen eures überiuuiit)cncn Standpunktes artsnehmen." * Eine amüsante Tischsitte ist von Amerika herüber gekommen. Wenn man drüben, so schreiben die M. N. N., eine unter sich fremde Gesellschaft schnell bekannt machen rvill, so wird voraus bestimmt, daß nach jedem Gang des Menus die Herren aufzustehcn Und mit Glas unb. Serviette um einen Platz weiter nach rechts zu rücken haben, während die Damen ihren Platz bc^ hallen und so nacheinander fün> Tischnachbarn bekam inen. Di Sacke ist nicht ganz fo grausam nie sie aussieht; ein nach links begonnenes Gespräch kann noch eine 'Heilt' nach rechts fortgeführt nerben: wer erst einen langweiligen Nachbar hatte, darf beim1 zu Kl en Gang aus einen netteren i wein' seine verehrte Tisch- Dame entrissen wird, der freut jich aufs Wiedersehen nach Tisch uno tröstet sich einstweilen anderweitig. Im vorigen Karneval ist ti'.s Verfahren auch hier mehrfach angewandt worden wenn sich alles schon gut kennt, ist ter Erfolg noch viel amüsanter. Aber gestreikt darf habet nicht werden, oder nur dann, wenn fick), die ganze Gesellschaft dazu organisiert. ftlcific Trrgesckironik. — Björnsons Z u st and ichlimmcrt sich immer mehr; die Besserung war also nur ein Aufflacker» der erlöschenden Kraft. Sein Sohn Björn, der am Dienstag abend auSNmte in Paris eingetroffen ift, fürchtet, daß die Atiflösiing itahe ist. Wenn auch der Tod nicht unmittelbar beoorzustehen scheint, so muß doch bic Hoffnung auf Rettung anfgegeben worden. Gestern abend stieß der allsgehettde s ch tv e d i s ch e D a m v f o r ..Annie" bet Bielenberg in der Nähe von Glückstadl mit dem elbaufwärts fanreuben Vollschii i „Sufanna" zusammen. Durch den Anker des Schiffes „Suianna” wurde der Dampfer ^Annie" in weit aufgerissen, daß der Dampfer in wenigen ■JJhnuien sank. Der Kapitän, der Lotse, zwei Heizer und ein Sletvard wurden gerettet, während sechs M a n n ertranken. Die Berg u n q des Schiffes ift s ch m tert g. ^ui8ttttd wmciischaft. Der Ausschm ückunqsausschuß des Reichstages beschloß, die I a n k s ch e n Bilde r nicht mehr in dem Sitznngs-- (aale des Reichstages, sondern im Schreibzimmer anzubringen. Einstweilen null man davon absehe», für die Stirnwand des Sitzuiigsjgales neue Bilder in An'trag za geben. — A ngelin a Luger, die nachmalige Gräfin Totto, die der Frankfurter Bühne 8 Jahre als gefeierte erste dramatische Sängerin angehörte, ist in F rankfurt a. TL nach langem Krankenlager im Alter von 52 Jahre» gestorben. — TI arie Schwarz, später Baronin v. Tienienburg, einst die gefeierte Naive unb nach dem Tode vöir Ernestine Wegner auch die Soubrette des alten Wallner-Theaters in Berlilr, ist in Wien im ä<). Lebensjahre gestorben.^- Heinrich Sontheim, mit Wachtel und Niemann einst der gefeiert e deutsche Tenor, beging gestern feinen 90. Geburtstag m voller Rüstigkeit. — Swen H e d i n halte vorgestern eine längere Alidienz beim Papst, der sich über die Retsen des Forschers emgehend berichtett ließ. — Im Senate der Beretnigte» Staaten von Amerika wurde von Haie eine Vorlage eingebracht, i» der porgpfihlagen wird, dem Polarforscher Peary ben Rang eines Kontreabmirals zrt veileihen. LsLerarisches. — Das neueste Heft der von Rudolf Presber berauSgegebenen Zeitschrift „Arena" (Sttittgart, Deutsche BerlagS-Anstall) enthält: Rudolf Presber „Der Taler der Tante Stdouie", Sophte Höchstetter „Der Blond", Tr. Hermann Handle ..Die Stterkäinpfe in Spanten", O. H. Schmttz „Nlwthmtis des Alltagslebens", Robert Breuer „Die Elitwicktung des Schlittens", Wilhelm Hegeler .,Die frohe Botschaft", Roman, Professor Dr H. Boriitta» „Ücbcr ben wissenschaftlichen Versuch am lebende» Tier", Johaima Beckmann „Die Silhouette", Signor Saltarino „Clowit" u. a. m. - - Welche Beaintcnlau f'bahn la nn ein Volts- schüler e r g reifen ? Baden-Baden, Bet. Weber, Verlags- banLlung, 1910. Dr Erfasser gibt einen Ueberblid über diejenigen Beamten stellen, • t fe dem Voltsschnler offen stehen.. In besonderen Abschnitten werden die Anforderungen unb Aussichttir ber Unter beamten bei ber Eisenbahn, Post, bei den Katasterämtern urtb Gerneitidebehördcat in Stadt unb Land besprochen. Dnn Kapitel Militär ist drcrch Ans nähme der B^dingurrgen in bic llitter- osfizierschulen und der Schis'fSjung.'ndivision Rechnung getragen. ßati^d. F. C. Vorn Vogelsberg und T a u n u s, 3. Febr. Auf den dies.ährigen bis jetzt abgehalteneu H v l zv e r st a i g e r u n g eN lohnten für Brennholz nicht annähernd die Preise wie im vergangenen Jahre erzielt werden, co wurde für die Klafter — 4 Raummeter Buchenscheitholz etwa 8 Marl weniger als 1909 gelöst. Ebenso int Preise gefallen ist das Buchenlnüppell-olz. Als Grund der niedrigen Holzpreise werden der milde Winter, besonders aber die größereit Fällungen angegeben. Vcan rechnet mit einer weiteren A^vär;sbcwegnng der Preise. Berlin, 3. Febr. Die Deutsche G a s g l ü h 1 i ch t A l t i e n g e s e l l s ch a f t, Auergesellschast, erklärt: In der Mitteilung der Gesellschaft üom Sonnabend ist u. a. darauf yiugewiesen worden, daß die Erweiterung bei Fabrikatton von Metallfaden lampen in Aussicht genommen ist, um die nach Entwickelung der Dinge zu erwartenden Preisermäßigungen auszugleichen. Die Gesellschaft wird diesen Teil des Prograntms auch ohne Erhöhung des Grundkapitals durchführen. Auch bic Mitteilung, wonach der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres zu bet Erwartung einer ähnlichen Divibenbe wie int Vorjahre berechtigt, hält bie Gesellschaft aufrecht. Berlin, 3. Febr. In ber heutigen Sitzung des Auffichts - ratts des Neuen .ck alis yn d i la tos , G. m. b. H., teilte deck Vorstand mit, baß sich ber Mehrabsatz im Jahre 1909 auf etwa 15 Millionen Mark gegen 1908 belaufe. Im Januar 1910 gelangten für reichlich vier Millionen Mark mehr 51alisalze zur Ablieferttng als in demselben Monat des vorigen. Jahres. Die neuen P reise unb Bedingungen des Kalisyndikates für den landwirtschaftlichen Bedarf im Jnlande treten ab 10. reff. 12. Juli in Kraft. Markte. fc. Frankfurt a. M., 4. Febr. Heu- und Strohmarkl. Angefabre» waren 16 Wagen Heu unb 3 Wagen Stroh (uiwet“ kauft,. Bezahlt wurde für Heu Alk. 4.00—5.00, Stroh (Koru-Lang- stroh, All. 0.00 bis 0.00. Alles je 50 Kg. Die Zufuhren waren aus Oberhesse» unb deut Kreise Hanau. Geschäft ficht. Amillü^r werter-ericht. Oeff entliche Wetterdienst st elle Gießen. Allgemeine Wetterlage seit Donnerstag früh: Von dem roeft- liche» Tte'druckaebiet hat sich ein Teil losgrtrennt unb bebeeft heute früh Sübdsutschlanb, tvo leichte cdmee’älle eiugetrete» sind. In Atttlelbeutschlanb auf der Norbseite des Raubwtrbels bauert das heilere Frosttvetler an, während sonst int Reiche die Temperaturen meist etwas über dem Gefrierpunkt liegen. Es ist noch feine durchgreifende Aendertmg zu erwarten, doch wird strichweise etwas Schnee fallen. Wettet aussichten in Hessen am Samstag den 5. Februar 1910: Strichweise etwas Schnee, letdjiet Frost, am Tage in ben Ebenen Tauwetter. Schneeberichte: Hoherodskopf 100 cm, leichter Frost, vorzügliche Schibahne» im Cbetioalb weit in die Ebene. Jelb - berg — 4 Grad, 80 cm, Schtbah» sehr gut, desgl. Rhön und Westerwald. OvLginal-DruhtineL-nngen. Paris,'4. Febr. Im Arsenal von Toulon wurde ein Deutscher namens Hausler unb ein Schweizer verhaftet. Sie haben das Arsenal angeblich aus Unkenntnis betreten. Es wurde nichts verdächtiges bei ihnen vorgefttnden, so daß sie jedenfalls wieder freigelassen werden. Paris, 4. Febr. Der M a r i n c r a t beschloß, innerhalb der nächsten sechs Jahre sechs P a n z e r s ch i s s e von 23 500 Tonnen Gehalt z-u bauen. Der Plan, der die Kosten auf 444 Mlllionen Mark Vorsicht, soll noch einem besonderen Prüfungsausschuß vorgelegt werden. Bungert. -10 Tuge ii. X n clite. Freie Diskussion. v8/» Der Vorstand. Liebigshöhe Am Sonntag dem ß. Februar 0001 (hv’/.a SALAMANDER Sie 3 Zimmer Sport-Kost Ämc Loden- Anzüge monatliche Bergütung. [772 Hngienisch rein. <>89?l Crb. Vrtuintnbdjcn o. Laus Frankfurt. Turnverein Giessen De Unser diesjähriger Hungert 40 Tage u. XHclite. Malattine T.n vermieten II e r Käufe. Wietgelnche ÜMiTGestiche (Offene Stellen Merrchiedoncs iwnlrößl tiflung r 20. Sfa {öffnet 6ini ynjui 5enc6niii regen®* Dortmunder Löwenbräu STIEFEL worden aus den besten Rohstoffen hergestellt. 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