HL 28$ SEtt Blatt IDO. Jahrgang Erscheint tügllch mV BkiJnrhme btfl HOnntngl Die ^tlremtr fmnintwbiatttr- werben bem tftryeifler- viermal wöcdenilich de,gelegt, das „Krttsblert fti de» Kreis Siebe»" zweimal wöchentlich. Die ^Lanbwlrljchastllche» Leid- ftagea" ttschemen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger flr Gberhejsen Samstag, 5. Vezemder (910 Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen UnwersuätS - Buch- und Steindruckerei. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- (trabe 7. Expedition und Verlag: Redaktwnre^IIL. Tel.-LlbruAnzeigerGleben. t)esstsche Swrite Kammer. Da r m sta dt, 2. Ta. AM Mimftertische: Minister des Innern v. Lomberaf Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Gehermeräte Dr Becker' Frhr. v. Biegeleben, Best, SLffert, Mm.-Rat Rohde Lud Hölzrnger. Nachdem Präsident Haas die Sitzung um 10V« Uhr eröffnet bot, tritt das Daus sofort in die Tagesordnung ein. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung der Vorstellungen des Oberbahnassistenten Ferkinghoss, betr. die Pknfioalverhallllifie der vormaligen Lndwigßbahnbeamte». Namens des Ausschusses hat Abg. Molt Han einen aus- .führlichen schriftlichen Bericht erstattet, Morin der Ausschuß beantragt, die Regierung zu ersuchen, die Vorstellung in erneutm Verhandlungen beim preußischen Minister der öffentlichen Arresten nachdrücklich vertreten zu Mollen. Die bereits mehrfach erörterte Vorstellung richtet bekanntlich an die Kammer das Ersuchen, mit der Staatsregierung in Verhandlung zu treten zwecks Herbeiführung folgender Zugeftäntmisse für die vormaligen Ludmigsbahnbeamten: 1. Fortfall der Beiträge für alle Ansprüche, someit solche auch den Milbeamten beitragsfrei zustehen, und Anrechnung der Prioatbahndienstzeit als Staatsdienstzeit. 8. Beibehaltung angemessener Beiträge für die aus älteren Statuten herrührenden Teilansprüche, someit solche über die Löhe der gesetzlichen Ansprüche hinausgehen. 3. Bewertung der Kriegs- und Militärdienstsahre. 4. Beseitigung der veralteten Statutvorschrift, wonach Gehaltszulagen erst nach Jahresfrist anrechnungsfähig sind. Zunächst nimmt Abg. Hebel (Zentr.) das Wort und führt aus, daß die Behandlung der Ludmigsbahnbeamten zu den vielen Unzutraglichkeiten gehöre, die aus dem Gemeinschaftsvertrag mit Preußen erwachsen seien. Der Zustand dieser Beamten sei ungerecht, unsozial und unhaltbar, gerade Preußen hätte es als ein nobile officium betrachten müssen, den berechtigten Ansprüchen dieser Beamten gerecht zu werden. Der Redner gibt dann eine sehr ausführliche Darstellung über die Entwickelung der ganzen Angelegenheit. Die preußische Eisenbahnverwaltung habe leiber die Ludwigsbahnbeamlen nicht in der gleichen Weise behandelt, tote die übrigen Beamten, obgleich sie die gleichen Arbeiten verrichten müßten, obgleich sie einen Pensionsfonds von cn_ l’/s Millionen Mark angesammelt hatten. Sowohl Bayern sei bei der Uebernahme der pfälzischen Beamten, wie auch die Reichspost bei Uebernahme der Privatpvstbeamten viel entgegenkomm^ider verfahren. Anstatt den eingebrachten Pensionsfonds mit zu berücksichtigen, habe man rigorose Bedingungen cjeftellt, so daß sich nur wenige Beamte zum Uebertritt entschlossen. Die hohen Beiträge, die sie zahlen müßten und die Kompliziertheit d;r Pensionsberechnung seien nicht geeignet, die Derufsfreudigkeit der Angestellten zu erhöhen; die Eisenbahngemeinschaft bereichere sich auf Kosten der letzteren. Der Versuch der preußischen Regierung, ihre schlechte Sache zu verteidigen, sei gänzlich mißglückt und er richte das dringende Ersuchen an die Regierung, mit aller Energie auf Abhilfe des unhaltbaren Zustandes hm&nnrirfen. Abg. Dr. Osann (Ntl.) erklärt zu Beginn seiner Ausführungen, er hätte gewünscht, daß sich zunächst die Großh. Rc- aierung einmal über die hier angeführten und aus dem praktischen Leben herausgegrisfenen Beispiele näher ausgesprochen, oder doch die vom Vorredner erhobenen Angriffe widerlegt hätte. Den Beamten der Ludwigsbahn seien damals sehr erschwerte Ueber- ttittsbedingungen gestellt worden. Bezüglich ihrer Pensionsver- hällnst'se seien sie im Unklaren gelassen worden. Es herrsche nicht nur in den Kreisen der Beamten, sondern auch bei den hessischen Volksvertretern die größte Unzufriedenhest über diesen fortdauernden Zustand und er erachte es als eine Pflicht der Regierung, beim Reiche oder bei dem preußischen Verkehrsminister darüber keine Unklarheit pbwalten zu lassen. Gerade in der gegenwärtigen Zeit sollte die Regierung es sich doppelt angelegen sein lassen, für eine zufriedene Beamtenschaft Sorge zu tragen und er richte deshalb nochmals das dringende Ersuchen an die Regierung, daß sie möglichst rasch und energisch dem einstimmigen Ausschuß- antrag entsprechend in neue Verhandlungen mit dem preußischen Cisenbahnminister erntreten möge. (Beifall.) Abg. Ulrich (Soz.) wendet sich ebenfalls in scharfen Ausdrücken dagegen, daß die Regierung nicht energisch auf Erfüllung der gerechten Forderungen der Ludwigsbahnveamlen gedrungen habe. Er wiederholt seine schon so oft erhobene Forderung auf Revision des Gememschaftsvertrages mit Preußen. Man rede hier jetzt schon zum soundsovielten Male über diese Zurücksetzung her Beamten, ohne etwas zu erreichen. Es sei nicht einmal einer der verantwortlichen Minister bei dieser wichtigen Debatte zugegen. Es scheine immer noch, daß der „kleine Bruder" vor dem großen „Bruder Preußen" Angst habe, daher wohl auch vor drei Tagen die Empfindlichkeit des Herrn Staatsministers. Die Regierung bleibe allen Forderungen gegenüber taub, es scheine, als ob die Regierung ein so dickes Fell habe, daß eine Elephanlew- haut gar nichts dagegen sei. (Präsident Haas unterbricht denRedner und bemerkt, daß eine derartige Aeußerung auf die Regierung angewandt, ungehörig sei.) Redner fährt fort: Mag fein, daß das ungehörig ist, ich mußte es aber hier aussprechen und will dafür auch die Strafe auf mich nehmen. Daß meine Ausführungen der Regierung unangenehm sind, verstehe ich wohl, man kann aber doch angesichts des ganzen Verhaltens der Regierung nicht verlangen, daß ich ihr angenehme Dinge sagen werde. Im übrigen freut sich Redner, daß sich bei seiner Rede gleich zwei Regierungsvertreter zum Wort gemeldet hatten, nachdem er sie mit Skorpionen gezüchtigt habe. (Unruhe. Hört, hört!) Geheim erat Frhr. v. Siegeleben entgegnet: Der Redner habe in Abwesenheit der Minister Angrifje gegen dieselben gerichtet und aus ihrer Nichtanwesenheit den Schluß gezogen, daß die Regierung den Wünschen der Bcantten gegenüber eine Gleichgiltigkeit beweise Gegen diese Auffassung, wie auch gegen die „geschmackvolle Charakterisierung" der Regierung muß ich ganz entschieden Verwahrung einlegen. Es dürfte doch dem Hause bekannt sein, daß der Herr Finanzminister noch krank ist und der Herr Staatsminister ist durch die zur selben Zeit stattfindende Sitzung des Ausschusses der ersten Kammer in Anspruch genommen; als Vertreter des Finanzministers sei Herr Ministerialrat Rohde zugegen. Ministerialrat Rohde betont darauf, daß die Großh. Regierung schon wiederholt in dieser Sache mit bem preußischen Eisenbahnminister in Verbindung getreten sei und dabei u. a. auch eine Herabsetzung bet Beiträge für die Ludmigsbahnbeamten erzielt habe; die weitergehenden Wünsche der Petenten habe Preußen dagegen abgelehnt. Bei -Beurteilung der ganzen Sache komme auch nicht nur die finanzielle Seite in Betracht, sondern auch die weiter sich ergebenden Konseairenzen und die Folgerungen des Verlangens für zahlreiche preußische, früher hessische Eisenbahnbeamte. Es könnten doch nicht die früher getroffenen Vereinbarungen einfach wieder aufgehoben werden. Er könne aber hier die Erklärung abgeben, daß die Großh. Regierung, wenn die Kammer einen dahingehenden Antrag beschließen sollte, bereit sein würde, mit dem preußischen Eisenbahnminister erneute Verhandlungen anzuknüpfen und für die Wünsche der Ludwigsbahnbeamten einzutreten. (Beifall.) Nach kurzen weiteren Bemerkungen der Abgg. M o l t h a n , Pennrich il a. wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Eine Vorstellung des Eisenbahnsekretärs i. P. Friedrich Pfau in Mainz um anderweitige Regelung seiner P e n s i o n § - Verhältnisse wurde dem Ausschußantrag entsprechend ab* gelehnt. Zur Beratung kommt darauf der Antrag Bähr, der eine neue Regelung bet Träten vud Umzugskosten der Staatsbeamten verlangt. Die Regierung hat schon im November 1909 dem Ausschuß mitgeteilt, daß sie erst dann auf diesen Antrag näher eingehen könne, wenn Abg. Bähr dem Antrag eine nähere Begründung beigegeben habe. Da dies bis heute noch nicht geschehen ist, trotzdem der Abgeordnete von der Anforderung der Regierung in Kenntnis gesetzt wurde, beantragt der Ausschuß, diesen Antrag für erledigt zu erklären. Aba. Bähr (Wild) nimmt hierzu das Wort und sagt zur Begründung seines Antrags, daß die Besttrnrnungen über die Diäten und Umzugskosten in Hessen veraltet seien. Er ersucht das Haus, seinen Antrag nicht für erledigt zu erklären, sondern ihn der Regierung „als Material" *u überweisen. Abg. Wolf (93b.) wünscht, daß her Antrag bei der Revision der Verwaltungsgesetzgebung mit in Erwägung genommen werden möge. Ter inzwischen am Regierungs tisch erschienene Staatsminister Ewald gibt hierzu die Erklärung ab, daß die Regierung schon seit längerer Zeit eine Revision her betreffenden Bestimmungen rns Auge gefaßt habe, eine solche werde sich jedoch erst gelegentlich der Durchführung der Besoldungsrevision verwirklichen lassen. Nachdem sich auch Abg. Dr. O s a n n in ähnlichem Sinne gegen den Antrag Bähr ausgesprochen, wird derselbe mit großer Mehrheit für erledigt erklärt. Eine lange und lebhafte Debatte entspinnt sich darauf über die bekannten, seit Jahren immer wieder beschäftigenden Schulanträge des Abg. Ulrich. Abg. Ulrich will das Haus veranlassen, die Regierung zü ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher 1. Die Uebernahme sämtlicher Schullasten auf den Staat regelt; 2. Den Artikel 76 des Bolksschulgesetzes vom Jahre 1874, betr. die Erhebung von Schulgeld, dahingehend abändert, daßl Schulgeld für den Besuch der allgemeinen Volksschule nicht mehr erhoben werden darf; 3. Den Schülern der Volksschulen alle erforderlichen Sehr* mittel unentgeltlich geliefert werden. Die Kammer wolle die Regierung ersuchen, den Landständen alsbald eine Vorlage zu machen, wonach die Volksschullehrer in die Kategorie der Staatsbeamten eingereiht tverden und ferner die Regierung ersuchen, in das Budget einen Ausgabeposten von 50 000 Mark einzustellen/ dar dazu bestimmt ist, befähigten Kindern unbemittelter Eltern die kostenfreie Ausbildung und Unterhaltung auf den höheren Schulen und der Universität zu ermöglichen. Gleichzeitig mit diesen Anträgen wird eine Vorstellung bett Bürgermeisterei Arheilgen beraten, welche die Uebernahme sämtlicher Schullasten aus den Staat verlangt. Der Finanzausschuß der Kammer hat sich, wie der Berichterstatter Abg. Brauer schristtich niederlegte, mit allen vier Anträgen beschäftigt und bemerkt bani: Die Anträge beanspruche» zu ihrex Durchführung Staatsmittel in einer Höhe und in eutenr Umfange, deren Beschaffung bei einer guten Finanzlage selbst grundsätzlichen Anhängern der gestellten Forderungen nicht leicht allen dürfte. Die derzeitige Finanzlage läßt es zurzeit ausge- chlossen erscheinen, diesen Fragen näher zu treten. Es erübrigt- ich deshalb, auf das Grundsätzliche der Anträge näher einzu- geljen. Die Regierung bezieht sich in ihren Antworten zu obiger Anträgen aus ihre früheren Aeußerungen und behält den ablehnendes Standpunkt bei. Der Ausschuß beantragt deshalb mit allen gegen eine Stimme die Ablehnung der Anträge. Abg. Bach (Ntl.) wendet sich als erster Redner gegen die verlangte Verstaatlichung der Volksschule, da dies zu einet Bureau - kratisierung der Volksschulen führen würde. Gerade die Schuld müsse noch mehr als irgend eine andere staatliche Einrichtung eine freie Bewegungs- und Entwicklungsmöglichkeit haben. Der Redner stellt anheim, die Anträge der Regierung als Material bei der Neuregelung der Desoldungsordnuug resp. des Volksschul- wefens zu überweisen. BIbg. Raab (Srtz.) tritt in längeren Ausführungen für bte Anträge ein und motiviert namentlich auch den Antrag der Bürgermeisterei Arheilgen. Kleütere Gemeinden könnten schon, letzt die hohen VolkssÄcklaften nicht mehr tragen. Der Rednaü bittet, die Anträge anzunehmen und damit die Regierung zu veranlassen, wenigstens den hier gegebenen Anregungen näher zir treten. Aba. Schönberger (Ntl.) tritt für die VerstaattichMtg der Volksschulen ein und legt feinen von der national liberalen Porter bekanntlich weit abweichenden Standpunkt darüber dar. Nachdem sich Abg. Hauck (Zentr.) gegen die allzugroße Ausdehnung des Studiums ausgesprochen hat, durch welche dem Volk die guten Geisteskräfte entzogen würden, erläutert Abg Bach seinen Standpunkt noch dahin, daß er für bie Verabreichung freier Lehrmittel an alle bedürftigen Schüler und and) an diejenigen sei, deren Eltern dies beanspruchen. Weiter weist der Redner auf die Vorteile der einheitlichen Volksschule hin, wie sie jetzt in Bayern eingerichtet sei. Abg. Ulrich sucht in längeren Ausführungen die Notwerrdig- feit und praktische Durchführbarkeit seiner Anträge zu beweisen, während Minister v. Hombergk dem Ausschußbeschluß auf Ablehnung der Anträge zustimmt. Bei der Abstimmung wird der Antrag Schönberger abgetehnt und der Antrag Bach, die Anträge der Regierung als Material zu überweisen, angenommen. Jnbetteff der Anfragen der Abgg. Ulrich und Dr. Winkler, verliest alsdann der Staatsminister eine längere Re- Erlebnisse aus ben vezembertagen an der Loire vor 40 Jahren. Die Armeeabteilung des Großherzogs von Mecklenburg — 1. bayerisches Korps v. d. Tann, 17. Division und 22. Division — hatte die schwierige Aufgabe unserer Zemierungsarmee, vor Paris den Rücken zu decken nach Süden gegen Orleans, nach Südwesten gegen Tours und le Mans. Nach Orleans führten die Sttaßen über das Plateau der fruchtbaren Landschaft der Beaute, nach Tours und le Mans in die Landschaft der Perche, einem waldigen, durch tief eingeschnittene Täler zerrissenen Berglande, ftas den Franktireurs prächtige Schlupfwinkel bot, in die die aefürchleteu Ulanen und die zahlreiche andere Kavallerie nicht zu folgen vermochte. Am 15. November war das 9. Korps der 2. Armee des Prinzen Friü>rich Karl in Eilmärschen von Metz in Fontame- bleau angekommen, es bestand aus der 18. und ufcferer hessischen 25. Division. Das Korps erhielt an diesem Tage den Befehl, die sttaßen nach Orleans zu decken bis an die Straße Paris— Chatauduii. Die oben genannte Armeeobteilung wurde somit entlastet, sie brauchte nur noch wesllich jener Straße zu beobachten. Nun hörte das fortwährende Hin- und Herckreuzen für uns auf, das der 22. Division schon den Namen der KUometerdivisürn ein* getragen hatte. Wir atmeten auf. Wäre Prinz Friedrich Karl länger aus- geblieben, so hatten uns die französischen Armeen um Orleans Und in der Touraine bei ihrem Bormarsche erdrückt. Um den 26. November befanden wir uns auf dem Vormarsch gegen le Mans in Belleme, in 2 starken Märschen hatten wir le Mans erreichen können. Da traf die Armeeobteilung der Befehl des Prinzen Friedrich Karl — die Armeeabteilung war dem Prinzen inzwischen unterstellt — umzukehren und wenigstens mit ben Spitzen der Armeeabteilung Toury an der Bahn Paris— Etampes—-Orleans am 30. November zu erreichen. Dos Gesuch Inn einen Ruhetag für uns ausgehungerten, in zerrissenen Uniformen und Stiefeln, zum Teil in ehemals weiß gewesenen Hosen, ja Franktireurshosen Marschierenden mußte abgelehnt werden. Wir erreichten unser Marschziel pünktlich unb bildeten alsdann ben rechten Flügel der 2. Armee, die im weiten Bogen den Wald von Orleans und diese Stadt umfaßte. Ueberall vor der Fron- hatten wir Fühlung mit der feindlichen Loirearmee, die in befestigter Stellung um Orleans stand. Unsere 2. Armee zahlte 45 000 streitbare, die Armeeabteilung höchstens 15 000, die uns gegenüberstehende feindliche Arm^e §00 000 Mann. Am 28. November schon hatte unser 10. Korps Wit) 11000 Mann gekämpft gegen die Angriffe des 18. und -0. französischen Korps und war, als die 5. Division des. 3. Korps am Nachmittag zu Hilfe kam, siegreich geblieben bei Beaune la Rolande, trotzdem die Zahl der Angreifer 60 000 Mann betrug. Hier wirkte Caprivi, der spätere Reichskcurzler, als Chef des Generalstabes des 10. Armeekorps mit. An eine drei- und vierfache Uebermacht waren wir an der Loire in größeren und kleinen Kämpfen gewöhnt. Wir wußten, die Volksheere hielten unsere Stöße nicht aus. Und nun zu meinen persönlichen Erlebnissen. Am 27. November hatte mein Regiment, der 22. Division angehörend, das ziemlich große Dorf Brou, in dem sich vier Straßen kreuzten, erreicht. Der dort vermutete Feind hatte sich nach Süden zurückgezogen. Quartiermacher teilten die Häuser für die Kompagnien ab. Wir drei Offiziere mit drei Burschen fanden in einem Zimmer eines verlassenen Bauernhauses Unterkunft. Der Fußboden war aus Lehm gestampft. Tas Zimmer so unsauber und unfreundlich wie möglich. Nach der Sitte (den Landschaft gab es keine Schlafzimmer, die Betten für den Hausherrn, Frau und die Kinder, für Knecht und Magd, standen an den Wänden rings herum. Wir legten uns unbedenklich in diese Betten, allerdings in voller Uniform. Es war immer da nochl besser als auf den schlammigen Aeckern draußen zu liegen. Trotz allen Suchens fanden wir nichts zu essen, abge)eben von wenigen schlechten Walnüssen und Aepseln. Wir suchten am Kamin Kaffee zu kochen und da es dunkel wurde und Lichter fehlten, erhielt einer der Burschen den Auftrag, immer etwas Stroh in das Karnin- seuer zu werfen. So war das Zimmer einen Augenblick bis in die entferntesten Ecken hell, im nächsten Augenblick wieder sehr spärlich erleuchtet. In dem Sckiwei ne stall, der unmittelbar neben unserem Zimmer lag, grunzte ungeduldig ein Schwein, es wartete offenbar auf sein Abend futter. Zum Schweineschlachten war es schon etwas spät, wir waren todmüde und hätten gern rasch gegessen, um zu schlafen. Da ging die Stubentür auf und herein traten die Quartiermacher. Der Unteroffizier meldete, daß sie selbst kein Quartier hätten, überall würden sie abgewiesen. Wir nahmen die armen Burschen auf unb mm waren unserer zwölf in dem einen geräumigen Zimmer. Mit der Zahl der Bewohner füieg feinen Wein wieder bis nach Einnahmc vv» Orleans 5. Dezember. Am 1. Dezember stand die 22. Division in und um Touev- 3 Stanöesamtsrrachriehten pjiadjUQgiicg euigegungen.) giemngSernanrng, nt welcher betont wird', daß die Regierung grundsätzlich schon früher eine Schadenersatzpflicht ablehnen müsse. Weiler verliest Minister v. Hombergk eine offizielle Erklärung über den Antrag Rehn. Gen, betr. die Maßregelung desOberlehrersDr. Strecker. Tie Negierung rechtfertigt .ihre Maßnahmen gegen Dr. Strecker, der bekanntlich an seine „jungen Freunde" die Aufforderung gerichtet hatte, „das Geg.'n- teil von dem zu tun, was ihnen die katholische Religion empfiehlt." Es handle sich, wie die Regierung betont, keineswegs um eint politische Maßnahme gegen den Oberlehrer und dieser habe selber erklärt, er sehe ein, daß er einen Mißgriff getan habe, was nicht wieder vorkomm, n solle. Weitere Regierungserklärungen wurden in sehr vorgerückter Stunde und unter völliger Unaufmerksamkeit der wenigen anwesenden Abgeordneten inbetreff der dringlichen Anfrage des ALg. K'orell wegen Anwendung des § 4 Abs. 3 des Reichsgesetzes über bie Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, über den Antrag Wolf, betr. die Handhabung des neuen Weingesetzes, über den AntragReh und v. Brentano, betr. die Verwendung von Gerichtsassessoren und über die dringliche Anfrage Raab, betr. die Bahnhossoe.hältnisfe in Vilbel, abgegeben. Das Haus beschloß, aUe diese Regierungserklärungen erst drucken zu lassen und dann darüber zu beraten. Darauf wurde die Sitzung endlich um «/*3 Uhr geschlossen. Nächste Sitzung: Dienstag vormittag 10 Uhr. 2Cird?lid?e Nachrichten der evangelische» Gemeinde Büdingen. L. Advent, 4. Dezember: Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Göbel. Vormittags ll*/4 Uhr: lUnbergoucdöienfL Abends 5 Uhr: V'arrer Göbel. Tie Amtsmoche hat Pfarrer Schäker. Katholische Gottesdieuftordnung. Sonntag, 4. D ezemder. Tübingen: 10 Uhr. Nidda: 8)4 Uhr. Gemeinde Büches. Zahl der Haushaltungen 42, Ein- 25 MuraUleusen Wegnahmen. Vie oberhessischen volkLzählungsergebniffe. Kreis Gieszen. Gemeinde Arnsburg. Zahl der Haushaltungen 11, Einwohnerzahl 81, davon sind 81 evangelisch. (Einwohnerzahl 1905: 71.) Gemeinde Bellersheim. Zahl der Haushaltungen 125 (120 bewohnte Wohnhäuser, 3 nichtbewohnte), Einwohnerzahl 621. (1305: 6o5.) Gemeinde Bettenhausen. Zahl der Haushaltungen 80, Einwohnerzahl 366, davon sind 366 evangeltsch (1905: 361.) Gemeinde Dorf-Gill. Zahl der Haushaltungen 76, Einwohnerzahl 424, davon sind 423 evangelisch, 1 katholisch. (1905: 402.) Gemernde E t t i n a s h a u s e n. Zahl der Haushaltungen 118 und 4 alleinstehende Personen, Einwohnerzahl 613, davon sind 600 evangelisch, 5 katholisch, 8 israelitisch. (1905: 568.) Gemernde G r o tz e n - B u s e ck, Zaist der Haushaltungen 422, Einwohnerzahl 1845, davon sind 1744 evangelisch, 7 katholisch, 52gtiraditito, 35 anderer Religion und 7 ohtre Koirsessivn. (1905: Gemeinde Großen-Linden, Zahl der Haushaltungen 417, Ernwohnerzahl 2037, davon sind 1998 evangelisch, 11 katholisch, 28 israelitisch. (1905: 1916.) Gemeinde Lumda. Zahl der Haushaltungen 80, Einwohnerzahl 425, davon sind 80 evangelisch. (1905: 386.) Gemernde Marnzlar, Zahl der L-ausl-altungerr 113, Einwohnerzahl 572, davon sind 547 evangelisch, 18 katholisch, 7 israe- trtisch. (1905: 502.) Gemeinde R e i n h a rd s h a in. Zahl der Haushaltungen 52, Einwohnerzahl 309, davon srnd 309 evangelisch. (1905: 301.. Gemeinde Staufenberg mit Frredelhausen. Zahl der Haushaltungen 161, Einwohnerzahl 820, davon sind 820 evangelisch. (1905: 729.) Gemeinde Stockhausen. Zahl der Haushaltungen 26, Ernwohnerzahl 137, davon sind 136 evangelisch, 1 katholisch. (1905: 148.) Gemeinde Büßfeld, Zahl der Haushaltungen '43, Einwohnerzahl 226, alle evangelisch. (1905: 223.) Gemeinde Elbenrod. Zahl der Haushaltungen 58, Ein- W°hnerzahl 313, davon sind 313 evangelisch. (Einwohnerzahl 1VUO • Ovir,) Gemeinde Erbenhausen. Zahl der Haushaltungen 54. Ernwohnerzahl 298, davon sind 298 evangelisch. (1905: 299.) Gemeinde Eulersdorf. Zahl der Haushaltungen 25. Ernwohnerzahl 123, davon sind 123 evangelisch. (1905: 126.) Gemernde H a i n b a ch. Zahl der Haushaltungen 46. Ein- wohnerzahl 239, davon sind 238 evangelisch, 1 katholisch. (1905: 246.) Gemeinde Höingen. Zahl der Haushaltungen 25. Einwohnerzahl 114. davon sind 114 evangelisch. (1905: 123.) Gemeinde Ilsdorf, Zahl der Haushaltungen 25, Einwohnerzahl 131, alle evangelisch. (1905: 117.) Gemeinde L ehrbach. Zahl der Haushaltungen 66. Ein- ^uhnerzahl 333, davon sind 329 evangelisch, 4 katholisch. (1905: Gemeinde Maulbach. Zahl der Haushaltungen 76. Einwohnerzahl 429, davon sind 429 evangelisch. (1905: 410.) Gemeinde Rieder-Ofleiden. Zahl der Haushaltungen /iQA^inlQK^nCria^ 4M, davon sind 456 evangelisch, 4 katholisch. (1005: 435.) Gemeinde Ober-Sorg. Zahl der Haushaltungen 27. Ernwohnerzahl 135, davon sind sämtlich evangelisch. (1905: 140.) Gemeinde Reibertenrod. Zahl der Haushaltungen 24 Ernwohnerzahl 154. (1905: 153.) Gemeinde R e i menrod. Zahl der Haushaltungen 31. /iqariC!^> 136, davon sind 135 evangelisch, 1 katholisch. (1905: 148.) Gemeinde Renzendorf. Zahl der Haushaltungen 20. 108, davon sind 107 evangelisch, 1 katholisch. (1005: 79.) Gemeinde Rülfenrod. Zahl der Haushaltungen 25. Einwohnerzahl 124, davon sind 111 evangelisch, 1 katholisch, 12 rsraclrtrlch. (1905: 118.) Gemeinde Udenhausen. Zahl der Haushaltungen 62. Ernwohnerzahl 323, davon sind 323 evangelisch. (1905 : 308.) Gemeinde Unter-Sorg. Zahl der Haushaltungen 12. Ernwohnerzahl 68, davon sind 68 evangelisch. (1905: 72.) Gemeinde V ockenrode. Zahl der Haushaltungen 43. Ern- wohnerzahl 282, davon sind 1 evangelrsch, 281 katholisch. (1905: Gemeinde Wallersdorf. Zahl der Haushaltungen 41. Einwohnerzahl 183, davon sind 183 evangelisch. (1905; 194.) Kreis Büdingen. Gemeinde Aulendiebach. Zahl der Haushaltungen 66. Ernwohnerzahl 321, davon sind 318 evangelisch, 3 kalholisch. (19Üo: 320.) Gemeinde Bad-Salzhausen. Zahl der Haushaltungen (1905 Ul87^ner3a)I 75' baVOn iinb 74 evangelisch, 1 katyolisch. Gemeinde Bellmutb. - Zahl der Haushaltungen 28, Ein- wohnerzahl 138, davon srnd 137 evangelisch, 1 katholisch. (1905: e.A eS Jbend, das Gewehrfeuer schläft langsam ei* 3d) gehe durchs Dorf. Da steht ein einfacher Posten vor einem -!ra9e u% wozu stehen Sre denn hrec, Posten? Et antwortet mit einer Grabesstimme: Ich stehe vor der Leiche M KiUkY. Das war der Führer unserer 43. Brigade., x)a drüben am Wald war er gefallen. /Pllb ^"er Die Truppenteile, auseinandergekommen, Urnvr^ A Husaren ziehen durch den Abendnebel, NN lerfeS Klingen, dre Säbelscheide hat den Sporü taucht dre Pelzmütze aus, der Reiter, das Pferd w^kaum Ilchtbar, |o ziehen sie stumm hin und her wie Gerster- rlchernungen. Unierc Verwundeten schreien, sie wollen geholt nock» bemühen sich. Sie gehen dem Schreien ber Feind ist im Schutz der Dunkelheit das^ verlassen das Gefechtsfeld, wir gehen zurück, das erstemal in drei em Feldzuge. Wir sollen links um- ^einb^Nock^-i^^^^E Dörfer vom Feinde besetzt wachen wir Halt. Vorposten werden ausgestellt. Wir treten in em erleuchtetes Zimmer für einen blC9?aUr^^rau Kaffee, an der Erde auf einer aSa<^1 verwundeter Franzosen, sie sind mit lunger Arzt tritt zu den Verwundeten, yeot euren Mantel nach dem anderen vorsichtig auf, kommt zu Ablaut: lauter Amputatronsfälle. Wir ge^en rn der Nicht unmer weiter zurück, bis dahin, wo wir Henle beteten. Dann legen wir uns in unseren fiJläiitda! au) den gelrorenen Boden. Es ist bitter kalt. Wir wechseln jeoen: Augenblick unsere Haltung. Bald hocken wir, bald liegen wir, M,/aufen wir herum um nicht steif zu frieren. So geht du- «Ä!. D?D! 2 * * * * * *' auJ ^cn o. Dezember langiam Ijc um. Und unsere Verwundeten auf hem Schlachlfelde unter Feinden? Hungen. Aufgebote: Meier cteuujauer, Handelsmann in ßunaen. und Rosa Klein ui Theilheim (Bayern). r/'oren e: November, 21.: Dem Arbeiter Heinrich Mittler III. in Hungen Zwillinge: ein Knabe, Robert, und eu« Tochter, Alwine. Slerb-Iälle: November, 26.: Johann Philipp Rad Schroder, Obersteiger, rn Hungen. Laudach. Aufgebote: Dezember, 2.: Emil Rothenbucher, Buch. bmder in dronlfuri a. M.-pausen, mit Marie Bourre in Laubach, erb «falle: Slovember, 29.: Johann Pistlwp Lpuch Scha'er, 73 Jahre alt. — 30.: Heinrich Wilhelm Gooel Peüell 46 Jahre alt. ' ' Gemeinde Werckartsharn. Zahl der Haushaltungen 82. Einwohnerzahl 435, davon sind 420 evangelisch, 15 katholisch' Darunter 22 ortsfremde Wasserleitungsarbeiter. (1905: 398) Gemernde Wertershain. Zahl der Haushaltungen 101, .Einwohnerzahl 545, davon sind 545 evangelisch. (1905: 524 ) Gemernde Gerlshausen. Zahl der Haushaltungen 94, Eurwohnerzahl 491, davon sind 472 evangelisch, .19 israelitisch. ’ 1905: .468.) Kreis Alsfeld. Gemeinde Bernsfeld. Zahl der Haushaltungen 78. Einwohnerzahl 419, davon sind 419 evangelisch. (1905: 380) Gemernde Sieben. Zahl der Haushaltungen 49. Einwohnerzahl 244, davon sind 244 evangelisch. (1905: 233) Gemernde Billertshausen. Zahl der Haushaltungen 45 .Ernwohnerzahl 228, davon sind 228 evangelisch. (1905- 261) Gemeinde B leidenrod. Zahl der Haushaltungen 46. Einwohnerzahl 289, davon sind 289 evangelisch. (1905: 276.) genau wie es vor ein paar Tagen, als wrr das Schwein schlachteten besohlen war. Unser Quartier in Toury — an den Geräten sehen wir, daß wir das menschenleere Haus eines Schuhmachers bewohnten — taugte nichts. Wenige kleine halbersrorene Kar- Ivsteln zum Abendeisen war alles, was wir sanden. Ich trug von Mrtte Oktober von Orleans her eine Büchse Sardinen in Oel mit heruck. Sie sollte nur in der höchsten Not geöffnet werden Die war da. Nun gabs süße Kartoffeln mit einer Büchse Sar- Mr drei ausgehungerte junge Leute. Der Magen knurrte noch, darüber schliefen wir ein, dem ereignisreichen 2. Dezember entgegen. ^o^becke zischenden Geschvfse die Zweige zerschlagm? Vor mio bie feindliche Artillerie, die ununttrbrodx« - auf das Dorf Parchry feuert. Unsere Geschütze können sie nicht 1 ium SchwergQi bringen Die Granaten platzen in meiner Um> pebiing, He fcblagcn durch die Dächer und erzeugen Brände. Sie 1 ludjen die Reitergruppe auf, die gebildet wird durch den AbteilungS- 1 kommandeur der Artillerie, durch den Adjutanten und einige ! ^2011110^^ Kommen die Granaten der Gruppe zu nahe, so • rufyrt sie der Vorgesetzte 100 Meter rechts oder links und immer tolA^er feindlichen Granaten nach dieser Gruppe. Sie hat Glück, es passiert nichts. Die hohen Vors , ge,etzten kommen gelegentlich zu mir, ber allein da steht, und t wechseln ern paar Worte.. Unser Generalstabschcf, bei den Sol- baten außerordentlich beliebt, kommt wiederholt zu mir Er s/ut, daß es ausch meine Leute hören können: DaS L-LorpS greift demnächst an, Prinz Friedrich Karl ist in der ; Jeabc. Und dann sagt er wieder halblaut, ich wollte es wär« ?^etUn^en Weichen langsam trotz des Lärms da ? r h i! -ct Oegen Abend wieder ein eiliges i Zuruckgehen drüben links bei den Waldparzellen. Ich eile sewst k" Bataillon, der Füherr weist Mich an den GeneralstabSches, der eben vorbeireitet. Er antwortet wir: । Ath weiß, ich weitz, und kratzt sich hinter den Ohren. Die letzte« ! Jieiawen werden vorgezogen, mit icyiagenben Tambours rücken |ie bem veuide entgegen, Salven gehen glücklich über die Köpse bet Stehern' Borgehen des Feüides kommt wieder ziurl - . Wir die 22. Division marschieren auf das Dorf Pauprv nehmen im ersten Anlauf. Aber nun kommen wir - an dreier Stelle nicht mehr vorwärts. Wir stehen einem über- t machtigm Feinde gegenüber, die Höhen um Artenais sind mit bAten Kolonnen von Infanterie, die sich von dem Hellen Solen abfcben wie dicke Slcifederstriche, die eine Riesenhand dahin ^Ä^ch^ - ' ^^vks vorlvärts von uns führen unsere thüring- richen Regimenter ein verlustreiches Gefecht um Waldparzellen, ha zurückgewvrsen, sie fliehen zu uns über bas offene Feld. Da setzt zu unserer Linken eine Katrallmebriqabe jur Attacke an. Ich hatte so etwas noch nicht gesehen. Das FE. H ^alfe herauf, ich kann kaum atmen. £te Brigade setzt sich m Galopp, unsere zurückgehenden Schützen führerlos es lind von dem einen Regiment da vorn 24 Offiziere gefallen — fluten, ohne Front zu machen, an der vorreitenden Kaüallerie üoebet, zuruck. Die feindlichen Schützen wohlgeordnet bleiben stehen und feuern in unsere Kavallerie hinein. Jetzt im nächsten Augenblick mutz die Kavallerie einhauen und die feind- ichai Schutzen sind verloren. Da wirb jene kürzer, der Anritt swckt die Kavallerie wendet unb geht zurück. 9hin wirb bie uas bebrvhlich. Da iagt eine unserer Batterien um -F ^rum,^ protzt gegenüber ben feindlichen Schützen ab, roirn ^aen Kartätfchladungen ins Gesicht und bringt sie nach von Schüssen Aum Weichen. DaS Gefecht kommt -um Stehen. Aber es wirb der Befehl gegeben, bie Stellung zu halten und nicht weiter vorzugehen. m, b.cm Avrf Poupry steht das 1. und 2. Bataillon meines Regiments in Reserve. Das Füsilierbataillon kämpft drüben ^Cm Sein Führer ist erst gestern mit Erfatz- mannscha ten angekommen. Heute ist er zum ersten Male im führt das Bataillon wohl etwas zu tapfer ins Feuer, stch in einen Kampf mit einem weit rpiVJCmCfnCk b"nd. Der Führer fällt. Eine Mitrailleufeniabmig rei^ Pferd unb Reiter nieder. Das Bataillon wirb fast über- ^unt, der Fahnenträger tödlich verwundet, verblutet sich auf verwundeter Gefreiter nimmt die fr ^003 Meter zurück und bringt die Fahne hinter fich fchlepveTid ui Sicherheit. Er wurde fpäter dafür mit beni eiferen Kreuz 1. Klasse dekoriert. Ich wurde am früycn Nacymittag vorwärts des Dorfes Pouprv geschickt, um den Gang des Gefcch.es zu beobachten ^°rö«.a?öe meinem Bataillon, das hinter dem Dorfe nu^r^f ^CIL • ^bute liegen gedeckt ini Graben. Ich an einer Sornlj^dc unb übersehe das ganze Gefechts- ; A p tnuf iie9en Zwei tote Soldaten des 32. Regiments. rdert aus den Brustwunden. Wann wirst du bei chnen hegen, frage ich mich, wenn bie durch die dünn« wohnerzahl 101 (51 männl., 50 weibl.), davon sind 101 «van. gelisch. (1905: 104.) Kreis Friedberg. Gemeinde Ma ibach, Zahl der Haushaltungen 41, (T;n- wohnerzahl 192, davon sind 183 evangelisch, 9 katholisch. (1905. Gemeinde Wölfersheim. Zahl der Haushaltungen 232 Einwohnerzahl 1103, davon find 1096 evangelisch, 4 latboInrK 3 israelitisch. (1905: 1051.) d 9 lt|(6- Kreis Lauterbach. Gemeinde Bannerod. Zahl der Haushaltungen 30. Ein. wohnerzahl 178, davon sind 178 evangelisch *(1905: 199) Gemeinde Berns hausen. Zahl der Haushaltungen 50 Einwohnerzahl 238, davon sind 234 evangelisch, 4 katholisch.' (1905: 258.) Gemeinde Blitzenrod. Zahl der Haushaltungen 59. Ein. nwhnerzahl 242, davon sind 234 evangelisch, 8 katholisch. ^1905- Gemeinde Hartershausen. Zahl der Haushaltungen 40 Einwohnerzahl 220, davon sind 220 evangelisch (1905: 207i Gemeinde Rimlos. Zahl der Haushaltungen 9. wohnerzahl 57, alle evangelifch (1905: 55.) Gemeinde S ickend 0 rf. Zahl der Haushaltungen 24. Einwohnerzahl 134, davon sind 134 evangelisch (1905: 138) Gemeinde Uel lershausen. Zahl der Haushaltungen 48 Einwohnerzahl 224, davon sind 224 evangelisch (1905- 2191 Gemeinde Uetz ha usew Zahl der Haushaltungen 37 Einwohnerzahl 1/2, davon sind 168 evangelisch, 4 katholisch (1905: 164.) 1 Am frühen Morgen stand die 22. Division gefechtsbereit außerhalb des Dorfes. Wir hatten eine helle Frostnacht hinter wis. Die Sonne ging blutigrot hinter einer Dunstschicht auf Dorthinaus lag bie liebe Heimat. — Noch war fein Befehl für nng da. Die Gewehre wurden zusammengesetzt, die Truppen sammelten sich außerhalb der Gewehrpyramiden und tauschten Neurgkeitm ans der Heimat aus, die gestern eingetroffen waren Zaru auch Zigarren und jeder Raucher blies den angenehm^ -Dampf dec Zigarre, bie «nicht Liebesgabenzigarre im üblen Sinne War, behaglich von such, «v iagt em Reiten auf die Division los: ber bringt Befehle ®ie Mannschaften drangen schon, von selbst zu den Gewehran Dann scharf und laut das Kommando: „An die Gewehre" Gewehr m die Hand"- lunb im nächsten Augenblick rollt sich' die ^ivisum aus der Rendez-vous-Stellung ab, wie der Faden von ,einem wvhlaufgewickclten Knäuel. — Die Kompagnien sind kurz, .sie sind im feindlichen Feuer und durch die Anstrengungen zu- famrnengeschmolzen, trotz der gestern eingetroffenen Ersatzmann- fcyaften. Die Kompagnien zählen noch nicht 100 Gewehre und cn >le wieder zusammengeschmolzen bis auf 8ü Gewehre. Die Erfatzmannschasten bewegen fich ungeschickt beim Vorgehen und erliegen auch am leichtesten den ganz ungewöbnten Anstrengungen. R?- marschieren querfeldein über die gefrorenen Aecker. Marschhmderniffe find m dieser Landschaft feiten. Unsere Slrtülerie fahrt neben uns. Die Geschütze poltern und stoßen. So über* Wen wir auch den Kanonendonner, der uns entgegensck-allt nun hoch m der klaren Luft die zierlia,m Davips- vtS platzender franzosifcher Schrapnells, von denen wir aber aus Erfahrung nicht Diel halten. Also vor uns tobt eine Schlacht DaS sehen wir nun immer deutlicher und nun wird darauf los- die^Be?n! . 3)ie,^cuter legen sich vornherein und machen die Beine so lang toie beim langfamen Schritt. Der Gedanür chnm zu Hilfe!^' ÜOrn un|eie Kameraden im Kampfe, Rechts von uns ist die 17. Division int Kampf, die Mecklenburger und Hanfeaten, recksts daneben das 1. bayrische Kornä Wir bilden m dreier Schlacht bei Loigny-Poupry den linken Flüael' Die 2. AfMiee unter Prinz Friedrich Karl steht weit UnfS Don uns und kümmt heute nicht zum Kanips, erst morgen 1 Brigade marschiert auf, sechs Bataillone neben- yüen Zwifchenraumen ui Angriffskolonne Die ■ Fahnentücher flattern über jedem Bataillon, äir steden aus- : 91Um (Mpfipt Kip CÄpf-.. [ i eriönt das Konlmando: debet die Helme ab . Und wer beten kann, dec betet nifft- , trunken sehr ich in die Schlacht- die L'; Drvifion geh« zür Verfolgung oor, die Sattprien^feuern - ©chuB auf Schutz in bie abziehenden Kolonnen, seüwliche Soldaten lj Kuverts mit Firma «'s» IXUTUI IQ lllll I II IIIU druckerei.Gießen.Schulstr.7 Kreis Schotten. Gemeinde Götzen. Zahl der Haushaltungen 50, Ein. wohnerzahl 214, baoon sind 214 eoangelisch, (1905: 216) Gemeinde N ie b e r-S e e m e n. Zahl ber Haushaltunq« 41, Einwohnerzahl 241, baoon sind 241 evangelisch. (1905- 224) Gemeinde R a i n r v b. Zahl ber Haushaltungen 150, An. melü^sch^^ ^90' ^6^2 ) 6b6 ^angelisch, Z katholisch, 1 & Gemeinde R ed geshain, Zahl der Haushaltungen 83» Einwohnerzahl 374, alle evangelisch. Handet. -Postpakete nach Ehile, Peru und Bolivien werden von seist ab das ganze Jahr hindurch, alw auch rvähieud des fudamertkauischeu '-Winters, über die Anden befördert d fel denn, daß dieier Weg infolge höherer Geivast gesperrt ist. ' Vertikos Divane M. 40, Am. M. 5. M 48, Anz. M. 5. Beachten L Schaufenster V Grosse Weihnachtsausstellung. © Klelderschrinke M. 25, Anz. M. 8. = Wochenrate Mk. 1 = Spiegel, Bilder von M. 0.50 Hutgarderobe von M 8.— Schreibtische, pol. M 48.— sowie sonstige Höbet Teppiche, Gardinen Gegen Bar Sonntag den ganzen Tag geöffnet. Auf Kredit Sonntag den ganzen Tag goöffnet Winter-Kebtrzicher Uebereleher, Serie I M. 15, Anzahl?. M. 8.— Ueberzieher, Serie II M. 22, Anzablg. 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