Nr. 507 Srvetter Blatt 760. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint «-sich mit Ausnahme bei Eonatagi. General-Anzeiger für Gberheffen Die „Gietzener LamiUendlätter" werden dem ,9lnKtflci-* viermal wöchentlich beigelegt, bai „Krdsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- fxagerr" erscheinen monatlich zweunal. Samstag, 5V Dezember 1910 Rotationsdruck und Verlag der BrühNchea UniversitälS - Bllch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: e« 112. Tel.-AdruAnzergerGießen. veutsch-schweöische yandckbeziehungen. Die deutsch-schwedischen Handelsvertragsverkxrndl'ungen, dre vor einigen Wochen in Stockholm chren Anfang nahmen, haben durch dre ^yerertane eine Unterbrechung erfahren. Sic iollcn nach Neujal)r in Berlin fortgesetzt werden. Ob fLC frühzeitig zum Abschluß gelangen werden, daß der neue Vertrag schon im Frühjahr dem Reichstag wird vorgelegt werden können, läßt sich jetzt noch nicht absehen. Der alte Vertrag hat nur noch bis Ende November 1911 Gültigkeit; in spätestens elf Monaten müßte also ein neuer Vertrag ratifiziert sein. Unser Handel mik Schweden ist ui den letzten Jahren etwas zurückgegangen, sein Wert Relief suh in Einfuhr und Ausfuhr zusammen 1906 auf 326,1 Millionen Mk., 1907 auf 358,6, 1908 auf 319,2 und 1909 auf 297,9 Millionen Mk. Hiervon entfallen auf die Einfuhr schwedischer Waren nach Deutschland und auf die Ausfuhr deutscher Waren nach Schweden (Millionen Mk.): Einfuhr Ausfuhr 1906 149,7 176,4 1907 172,0 186,6 1909 141,7 1908 145,1 174,1 Abschluß eines neuen Vertrags nicht wenig erschweren. Schweden sollte aber bei seinen auf Schaffung einer großen einheimischen Industrie hinzielenden Bemühungen nicht vergessen, daß sich eine große Industrie nur dort entwickeln kann, wo ihr ein großer einheimischer Markt zur Verfügung steht. An einem solchen fehlt es aber in einem Lande, dessen Einwohnerzahl nur 5y2 Millionen beträgt. 156,2 Der gegenwärtige Handelsvertrag ist im Mai 1906 in ftrajt getreten; sehr günstig hat er, wie die vorstehenden Zahlen beweisen, nicht auf die beiderseitigen Handelsbeziehungen einzuwirkcn vermocht. Wenn man die Zahlen von 1906 und 1909 miteinander vergleicht, so ist die Ausfuhr mehr zurückgegangen wie die Einfuhr. An dem Rückgang der Ausfuhr waren insbesondere folgende Waren beteiligt: elektrotechnische Erzeugnisse, Kammgarn, Wol- lengewcbe, eiserne Träger, Maschinen usw. In der Einfuhr hat ein Otückgang sdattgefunden u. a. bei Eisenerz, Pflastersteinen, Granitblocken, Brettern, Steinmetzarbeiten usw. In der Einfuhr nach Schweden hat bisher Deutschland an der Spitze von allen Ländern gestanden, die zweite>Stelle nahm England ein. Als Abnehmei schwedischer Erzeugnisse nimmt dagegen England den ersten, Deutschland den zweiten Platz ein. Im Jahre 1908 hat Deutschland 34,6 Prozent, England 26,2 Prozent der schwedischen Gesamteinfuhr geliefert; von der Ausfuhr aus Schweden sind im selben Jahre 21,4 Prozent nach Deutschland und 35,1 Prozent nach England gegangen. Durch seinen neuen Zolltarif, der bekanntlich die Grundlage für die schwebenden deutsch-schwedischen Handelsvertragsverhandlungen bildet, will Schweden seiner Industrie größeren Zolljchutz verschaffen. Die Einfuhr ausländischer Fabrikate soll erschwert und die inländische industrielle Produktion vermehrt werden. Dies Bestreben dürfte namentlich auch bei den gegenwärtigen Verhandlungen mit Deutschland zum Ausdruck kommen und den Die Grundbuchanlegung für die Stadt Giehen! Zu Beginn des neuen Jahres wird mit der Anlegung des neuen Grundbuchs für die Gemarkung Gießen begonnen werden. Der große Umfang der Gemarkung macht es nötig daß sie für das Mlegungsverfahren in mehrere Bezirke eingetcilt wird. Zunächst wird die Flur I, das ist der frühere von der Schoor begrenzte Stadtteil, und dann in einem besonderen Verfahren der übrige bebaute Stadtteil links der Lahn (Flur II bis VI) angelegt werden. Der andere Teil der Gemarkung Gießen ist zurzeit noch in der Feldbereinigung begriffen und kann erst nach endgültigem Abschlüsse der Feldbereinigung zur Anlegung kommen. Das Anlegungsverfahren, das das Am sgeiicht vorzunehmen hat, bezweckt, die Ergentumsverl-ältniss" an den einzelnen Grundstücken und die auf ihnen ruhenden Lasten in einem den Bestimmungen des Bürgerlichen G setzbuchs und anderer Gesetze entsprechenden Umfange festzustellen. Hierzu werden die sämtlichen im seitherigen Grundbuche eingetragenen Eigentümer, oder, wenn sie gestorben sind, ihre Erben, vor dem Amtsgeiicht vernommen w.rd'n Bri der Wichtigkeit, die der Grundbuchanlegung für alle Beteiligten zukommt, sei schon jetzt auf die wesentlichsten Punkte hingewiesen, die hierbei Beachtung zu finden haben. Als Eigentümer wird im allgemeines in das neue Grundbuch eingetragen, wer seither schon im Grundbuch oder in dem dazu gehörigen Mutationsverzeichnis als Eigentümer eingetragen war. Begehrt jemand aber als Eigentümer eines Grundstücks eingetragen zu werden, der se th r nicht eingetragen war, so hat er nächz uw ei, en. daß er sein Eigentum in einer Weise erworben hat, die nach den seither geltenden Gesetzen seine Eintragung als Eigentümer gerechtfertigt hätte. Es genügt aber auch der Nachweis, daß er Eigenbesitzer des Grundstückes ist. Hiernach haben die Erben eines eingetragenen Eigentümers den Ort und Zeitpunkt des Todes des Erblassers anzugeben und eine etwa erlassene letztwillige Verfügung vorzulegen. Wer auf Grund Ersitzung Eigentum in Ans ^ruch nimmt, hat eine von dem Großh. Ortsgericht ausz stellende Er i''.ungsbescheiniaung beizubringen Wünscht j mand z s lge sein s Eig'iib si.es als Eigentümer in das neue Grundbuch eing. tragen zu werden, so hat er darzutun. auf Grund welchen Kaufs oder anderen Vertrags er in den Besitz des Grundstücks gelangt ist und weshalb die Ueberschreibung des Eigentüms seither unterblieb. Auch kann aus Grund Erhitzung, bei der aber wegen Länge der Zeit der Besitztitel nicht mehr nachgewiesen werden kann, die Eintragung als Eigentümer zufolge Eigenbesitzes verlangt werden. Kommen Ehegatten oder verwitwete Personen als Eigentümer in Frage, so ist zur Festste! ung des Güterrechts dem Amtsgericht die Zeit Der Eheschließung und der Ort des ersten ehelichen Wohnsitzes sowie ein etwa abgeschlofsener Ehevertrag mitzuteilen. Von besonderer Bedeutung ist die Eintragung der aus den Grundstücken ruhenden Lasten. Die Eigentümer sind verpflichtet, hierüber genaueste Auskunft zu geben. Die Gerichtsakten und die Hypothekenbücher geben zwar Aufschluß über das Vorhandensein von Kaufschillrngen und Hypotheken. Es können jedoch auch in das neue Grundbuch einzutragende Belastungen vorhanden sein, die sich nicht aus den Akten und Büchern des Gerichts ergeben und die deshalb dem Gericht bei der Vernehmung anaezeigt werden müssen, insbesondere Niehbrauchsrechte, Reallasten, beschränkte persönliche Dienstbarkeiten und Erbbaurechte. Auch können in dem rechtlichen Bestand der Kaufschillinge und Hypotheken Veränderungen vorgenommen worden fein, von denen das Gericht keine Kenntnis erlangt hat, wie ganze oder teilweise Abtragung der Schuld, Abtretungen und Vorrangseinräumungen. Diese müssen dem Gericht gleichfalls unter Vorlage der beglaubigten Erklärungen im Vernehmungstermine bekannt gegeben werden. Die Gläubiger und sonstigen Berechtigten erhalten von einem jeden sie betreffenden Eintrag schriftliche Mitteilung, die sie auf ihre Richtigkeit nachzuprüfen haben. Um Weiterungen, besonders wiederholte Vorladungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, daß die Grundeigentümer bei Zeit sich über die einschlägigen Verhältni,se unterrichten, besonders die noch rückständigen Beträge von Kaufschillinge- und Hypothekschulden seststeklen und die in Betracht kommenden Urkunden (Testamente, Eheverträge, Kaufbriefe, Verträge über Bestellung von Rechten, beglaubigte Quittungen über Zahlungen aus Kaufschillings- und Hypothekschulden, Mitteilungen über Cesfionserklärungen und Vorrangseinräumungen usw.) für ihre Vernehmung bereit halten. . . Für gewerbetreibende Eheleute insbesondere sei noch bemerkt, daß eine gegenseitige Vertretung in den Vernehmungsterminen zulässig ist, und daß die auszustellende Vollmacht nicht beglaubtgt zu sein braucht, soweit ni.cht das Amtsgericht ein Anderes verlangt. V- Au» Stadt unO Land. Gießen, 31. Dezember 1910. ** Psarr dien st nachrichten. Ernannt wurden Pfarrassistent Rieder zu Meffel zum Piartv.rwa ter daselbst, dann zum Pfarrassistenten in Klein-Linden; P arr- vikar Weber zu Reichelsheim zum Pfarrverwalter daselbst; Pfarrverwatter Buchhold za Beuern zum P arrvenoalter in Ober-Ofleiden; Pfarrverwaltec Widmann zu Bingen zum Pfarrverwalter in Hopfmannsfeld; Pfarrverwalter Pabst zu Schornsheim zum PfarrasPstenten in Osthofen (mit dem Wohnsitz in Rhein-Dürkheim); Pfarramtskandidat Vogt zu Lich, zuletzt Pfarrverwatter in Dolgesheim, zum Psarrverwalter in Messel; Pfarrasfistent Blank zu Neustadt zum Pfarrverwalter in Wicberg; Psarrassistent Wiegand zu Eberstadt zum Psarrverwalter in Sellnrod. Gestorben sind Pfarrer ii. P. Theodor Heuß von Armsheim zu Traisa am 11 .Nov.; Pfarrer Jak. Karl Ullrich zu Messel am 18. Nov. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschriebenItie erste Pfarrstelle zu/R eich e 1 s h eim (Del. Erbach); dem Grasen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu; die Pfarrstelle zu Hitzkirchen; dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein steht das Präsentalionsrecht zu; die Pjarrstelle zu Messel. "Bon der kath. Kirche Hessens. Der Schematismus des Bistums Mainz weilt in 19 Dekanaten 337 Priester nach. Am bischöst'chen Seminar sind 9 Profesioccn und Dozenten tätig. Beurlaubt, bezw. außerhalb der Diözese sind 10, emeritiert 15 Priester. Jubilare sind es 6, davon 5 aktiv. Die beiden ältesten, 1851 bezw. 1853 geweiht, sind auch die beiden einzigen, die noch in Gießen an der ehemaligen katholisch-theologischen Fakultät studiert haben. Im Seminar sind in wer Kursen 54 Alumnen. Im letzten Jahre starben 9 Priester, 1909 3, dagegen wurden geweiht 1909 9 und 1910 11 Alumnen. •• Der La h nkanalv erein hält am Sonntag 8. Januar, in Limburg seine ordentliche Hauptversammlung ab, zu der alle Mitglieder und Freunde der Lahn- kanallsation eingeladen werden. Neben einem Bericht über den Stand der Lahnkanalisierungssraqe erstattet Direktor Bausa-Limburq Bericht über das Projekt einer Lahnkanalisierung für 210--Tonnenschlffe. Angesichts der Wichtigkeit dieses Projekts, dessen Ausführung durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, wäre ein zahlreicher Besuch der Versammlung dringend erwünscht. ** D i e Frankfurter Wach-undSchließ-Gesell^ schäft, Filiale Gießen, veröffentlicht für das Jahr 1910 folgende! Statistik. Es wurden vorgefunden: offene Haustüren nach 12 Uhu nachts 1023, offene Haustüren geschlossen 770, offene Geschäfts Lagerräume, Werkstätten, Fabriken usw. und das Sckstießen veranlaßt 222, offene Fenster geschlossen 173, steckengebliebews Schlussel 136, Hausbewohnern, die ihre Schlüssel vergessen hatten^ geöffnet 40, Interessenten veranlaßt, brennend gelassenes Lichd zu löschen 305, offene Gashähne 3, offene Wasserleitungen vor-, gefunden b^w. Wasserschäden vereitelt und Rohrbrüche entdeckt 6,, Feuer entdeckt und das Löschen veranlaßt 3jnal, losgekoppelte! Pferde in den Ställen angebunden bezw. Besitzer geweckt 9, Personen bei grobem Unfug und Sachbeschädigung ertappt und der Polizei übergeben 7, Obdachlose aus den zu bewachenden Häusern entfernt 8, Einbrüche vereitelt 3 und drei Einbrecher und Diebo festgenommen und der Polizei übergeben. Gictzencr Stadttheater. Neber die Kraft Von B j ö r n s o n. Gießen, 31. Dezember. Björnsons gedankentiese, spannende und — rein dramatisch genommen — verfehlteste, weil fast ganz handlungsarme Schöpfung Ueber die Kraft ging gestern in einer gut durchgearbeiteten von Oberregisseur Bakos geleiteten Aufführung über unsere Bühne. Besonders wirkungsvoll gelang die Berattmg der Geistlichen, die in charakteristischen und im wesentlichen auch klar ausgearbeiteten Typen gegeben wurde. Als Klara hatte Frau G ü h n e einen schweren Stand, denn während des ganzen ersten Auszuges an das Bett gefesselt, ist sie der Gebärde, der wirkungsvollsten Hilfe des Darstellers, so gut wie vollständig beraubt. Trotzdem schuf sie ein rührendes und ergreifendes Bild der in ihrer Liebe zu dem Gatten verbrauchten Frau. Als Sang enttäuschte Richard Bruno wie jeder andere Darsteller in dieser Rolle enttäuschen muß, da schon vor dem Erscheinen, des Pfarrers die Erwartungen aufs höchste gespannt werden. Daß Richard Bruno mit v-ollendeter Würde seine Rolle zu einem guten Ende führte, ist sein Verd-ienst. Seinen Tod aber hätte ich mir natürlichen gewünscht. Kurt Kühne zeichnete die grüblerische, von nie rastender Sehnsucht nach dem Wunder gepeinigte Gestalt des Pfarrer Bratt mit meisterlichen Zügen, und 5je Art, wie er nach seinem ersten, hastigen Ersck-einen sich von dem Sohne des Pfarrers verabschiedet, indem er ihm den Gram seines Lebens offenbart, zeugte von einer ausgezeichneten Verinnerlichung. Karl Marx bemühte sich mit Glück, die qualvolle Haltlosigkeit des jungen Elias zu veranscha7ulichen, während Hilde Engel als Rahel allzuhäufig in den glatten Unter Hal Kingston seichter Lustspiele verfiel. Karl Volk gab einen würdigen, behaglichen Bischof, Rolf Gunolt einen prä ästig en Blank. Warmherzig und voll edler Lebhaftigkeit spielte Kurt Goldberg den jugendlichen Geistlichen, der nur durch seine aller Schminkkunst bare Maske aufsiel. Von den übrigen sind noch Friedrich T i m i a n als Falk und Fränzi Koch als Klaras Schwester zu erwähnen. * N. Weihnachten im Morphium. Von einem erkrankten Mitarbeiter geht der Straßburger Post das folgende WerhnaichtssKmmungsbild zu: Gestatten Sie auch mir einen Beitrag zu den allgemeinen Elirisl-estrückblicken, der jedenfalls den Vorzug des (Eigenartigen für sich in Anspruch nehmen darf. Statt einer Tanne mit weißen Kugeln und entsetzlich viel Watteschnee aus den magern Aestchen, hatte das Christkindel mir zur Erleichterung von heftigen, durch ein hartnäckiges Leiden vn> ursachten Schmerzen eine liebevolle Diorphium-Jnjekllon beschert. die mir beim Läuten der Münsterglocken und dem weinerlichen. Singsang einer kleinen Spieluhr in einem Nebenzimmer von einem mensck)enfreundlichen Arzte nach allen Regeln der Kunst beigebracht worden war. Da lag ich nun in meinem scl-neeweißen Bettchen wie eine Wack)spuppe aus dem Warenhause und wartete auf die freundlichen Wirkungen des barmherzigen Giftes. Ganz still und traulich war es um mich her. Draußen vorm Fenster stand die regnerische Nacht und klopfte zuwecken an die angelaufenen Scheiben. Kinder, liefen vorüber und schrien sich etwas zu, was ich in meinem Neste nicht verstand, manchmal polterte ein Wagen über das Pflaster. Ich fühlte mich wirklich ein wenig verlassen und gedachtee anderer Weihnachten, da ich mit Krndern in einem Winkelchen die schönsten München ausgetauscht und an liebevollen Tantenküssen und heißen Zimmetsternen mir den jungen Magen verdorben hatte. Und immer einsamer, immer verlassener wurde es um mich. Da klopfte es plötzlich an meiner Tür. Auf mein „Herein" erscheint ein blutjunger Setzerlehrling und schiebt mir mit einem artigen Gruß von der Redaktion ein pfundschweres Manuskript zur sofortigeni Durchsicht auf das Schmerzenslager. Mein erster Gedanke war: Wirf den Burschen zur Tür hinaus! Dann aber mußte ich lächeln und immer nur lächeln. . . Und schon blätterte ich in den Folioseiten herum. Ein Roman wars, die Erzählung einer Straßburger Dame, mit dem verheißungsvollen Titel: „Ueberwunden". §d| las beim matten Lichte meiner grünen Studierlampe. Ein etwas langatmiger Anfang, frauenhaft unbestimmt, baitn aber, allmählich wachsend, energisckier und blutvoller. Das vierte Kapitel, in dem die Frau, die überwinden wlll, noch bitter kämpft, war schon gelesen, da polterte es wieder an meiner Tür, und nun tarn dos Christkindel selbst. Nicht we-sß und mit langen silberglänzenden Flügeln, aber mild und gütig. Und ein Bäumchen hatte es in der Hand und für meine sieberheiße Stirne hatte es einen lieben kühlen Druck. Ohne ein Wort zu reden, stellte es den Baum nchen das Bett, nahm das Manuskript mir weg, und gab mir dafür ein silbernes Fädchen. Und ich nahm das silbrige Ding und feilte mich langsam an das Christkind heran. Zuerst war es, als wäre id) in den Vogesen, in einem wundervollen Tale mit Glockenblumen und Hyazinthen. Dann ging es auf Schiern zum Hochfeld hinauf, einer hinter dem andern, das Christkind immer voraus, und schließlich fühlte ich weder Erde noch Sckmee unter mir und schwebte nur so im freien Raum. Etwas wunderlich, war das. Wir kamen vorbei am Mond und an den tausend Sternen, der Saturn nahm einen seiner Ringe und stülpte ihn mir wie eine Halskrause über den Kops, der Neptun dreb/e mir zornig den Rücken zu und rollte ins Weltall hinein. Allmal)lich aber kamen wir in den Himmel. Ich lüge nickst, es war wirklich der Himmel. Vorn war eine echte romanische Tür, ganz aus Smaragden und Rubinen, daneben das Wärterliäusch'en des alten St. Petrus, ’inb weiter hinein eine blumengestrckte Wrefe, auf der lauter Hans-Thomas-Kinberchei, Purzelbäume schlugen. „9him Tontm, du Armer," sagte das Christst kinb, „ich stelle dich dem lieben Gott vor. Der hat immer ein Her; für euch Redakteure gehabt, weil ihr auf Erden es keinem rechtmachen könnt!" Es nahm mich an ter Hand, führte mich an Tempeln und offenen Hallen, an Bächen und Seen, an Werkstüttenl und anderen Arbeitshäusern vorüber unb schließlich in einen) gläsernen Saal, wo Allvater, von Sternen und Engeln umgeben, auf einem Lehnstuhl saß. „Da ist er," sagte das Christkind, unb der gütige Weltenlenker schaute mir gut ins Gesicht. Ich hätte ja nun eine schöne Rede halten können, doch die Zunge war mir rote festgenagelt am Gaumen, und der Glanz um den lieben Gott blendete mich so, daß ich nicht aufsehen konnte. So stand ich da, stumm und stets wie damals, als ich vorm Kreisschulrat eine geo* metrische Ausgabe lösen sollte, und nickst konnte, und wartete auf einen Urteilsspruch. Als der liebe Gott erfuhr, daß ich Theater- Rezensent in Straßburg unb anderes mehr war, sagte er gütig] „Laßt ihn in Frieden. Er hat mehr Qualen ausgestanben als andere, und das Leben hat chn auf einen schlimmen Platz gestellt. Wir wollen ihn gesund machen." Und bei diesen Worten bliesen die Himmelstrompeter ein Motiv aus der H-moll-Messe, der Saturnring um meinem Hals begann zu funkeln, der liebe Gott stteichelle mir die Backe, und das Christkind flog mit mir zur Erde herab. Da aber bekam ichs wieder mit dem Schrecken, verrgott, wo war das Manuskript mit dem inlyaltreiben Titel? Ich tastete umher, ich befühlte die Decke, ich stieß ein Wasserglas um, ich wollte das Christkind befragen, und nun stand wieder der Arzt an meinem Lager und lächelte. „Also gut hats getan, das Morphium? Acht Stunden ohne Unterbrechung geschlafen, das lasse ich mir gefallen." „Aber das Manuskript, Herr Doktor?" „Einbildung." „Und der Tannenbaum und das Christkindl?" Der Doktor schüttelte mir die Haicd. „Lassen Sie's gut sein. Zu jedem kommt einmal] das Christkind; man darf nur den Kopf nickst hängen lassen. Und wenn wir wieder gesund und frisch sind. . . ." Also, verel/rte und geliebte Redaktion! Wenn wir wieder gesund und frisch sind, dann erzähle ich Ihnen das Ende meiner Geschichte. Bis dahini lassen Sie mich noch einmal Weihnachten feiern — im Morph mm! *r- Dre ältesten Kalender. In diesen Tagen beH Jahreswende lenkt ein interessanter Fund die Aufmerksamkeit auf die ältesten deutschen Produkte der Kalendermacherei, die durch den Buchhandel dem Publikum zugänglich gemacht wurden. In dem bekannten Rosenthalschen Antiquariat in München wurde nämlich als Einllebung m einen Wiegendruck vor lurzcm ein für die Einwohnerschaft Straßburgs und das Jahr 1477 bestimmter Wandkalender in F^lioformal von 79 Zeilen gesundem, der in der Offizin des ersten Sttaßburger Buchdruckers Johann Meu- telin gedruckt ist, desselben, den sein Schwiegersohn Marlur Schott w. Wiesbaden, 30. Dez. *1 Luftschisfahrt. enthoben. Der Träger dieser Pen.t-ms.ast, d.e Fürsorge- tasse, habe eme selbständige Rechtspersönlich, kert mit weitgehender Selbstverwaltung, die von einem Paris, 30. De-, AuS St. Cyr bei Versailles wird gemeldet, daß der Tragonerleutnant de Caumont, einer der tüchtigsten Militärflieger Frankreichs, bei einem Versuchsilug mit einem Eindecker aus einer Löhe von 80 Metern h e r a b st ü r z t e. Er brach beide Beine und erlitt noch mehrere sehr schwere Verletzungen. _ Buc bei Versailles, 30. Dez. Der Flieger Tabuteau chlug den EntfernungSrekord, indem er 584 Kilometer und 200 Meter m 7s/4 Stunden zurücklegte. Vermischtes. * Z w i'f'ch e n f a l 1 b e i e i n e r B e e r b i g u N g. In E t am- '-pes erklärte der Pfarrer der Notre-Dauie-Kicche bet einer 'Leichenfeier von der Kanzel herab, er habe dem Verstör, denen nur ein Begräbnis fünfter Klasse bewilligen können, well dessen Eltern bei der Sammlung für den Kultuspsennig nur 50 Cemirnes gegeben hätten. Zwischen der Schwester des Verstorbenen und dem Pfarrer kam es in der Kirche zu einem heftigen Auftritt, woraus der Sarg im Auftrage der Fomüiq ohne geistliche Assistenz aus dem Friedhöfe beigcjetzt wurde. * Ein moderner Schuster. In einem Weimarer Blatts bringt sich ein Schuster dem Publikum mit folgender Anzeige! in Erinnerung: „Dem geschätzten Publikum die ergebene Mil- teiliuig, daß ich nach tote vor bestrebt sein werde, sowohl schwer- als leichtverwundete Stiefel und Sä)uhe unter Berechnung billigen Kurkosten gründlich zu heilen, ferner durch Gccaberichten der Absätze meine Klienten vor einem schiefen Lebenswandel zu be* wahren. Bei mir gekaufte ober nach Mast gefertigte Stiesel haben viele Vorzüge. Die Sohlen sind fest wie Panzerplatten, die Züge dehnbar wie eine Reichstagsverhandlung, das Oberleder Haltbau wie der lange Heinrich, und dabei zieren sie den Fuß, wie diu Unfd)uü) das Gesicht des Kindes. Mein Lauptbestteben wird es sein, die werte Kundschaft dauernd auf den Beinen zu erhallen, und wünsche ich jedem ein flottes Wohlgehen von Lerzen." Wün- scheu wir dem talentvollen Jünger Laus Sachsens eine zahlreiche Kundschaft und seinen Sohlen die Stärke seiner Rellame. * Ein Seeabenteuer weist der Steuermann des verlassenen Dampfers St. Leonards zu erzählen, der eben in Shields angekommen ist. Mit einer Mannschaft von 39 Mann verliest deu Dampfer am 2. November die englische Küste, um sich nach Gal- veston zu beaeben. Nach 10 tägiger Falnt verlor der Dampfen seine Schraube und befand sich bald in einem gänzlich hilflosen! Zustand. Die Maschinisten versuchten zwar alles mögliche, hatten aber mit ihrm Bemühungen keinen Erfolg. Da wurde ein französischer Dampfer gesichtet, der mittels digitalen versprach, bis zum! nächsten Morgen beistehen zu wollen. Bald aber war der Dampfer verschwunden und nicht wieder gesehen. 24 Tage gingen so in voller Verzweiflung der Mannschaft hin, die sich allmählich in ihr trauriges Schicksal, dem Tode geweiht zu sein, schickte und alle Lofftiung aus eine Rettung aufgab. Der schiffbrüchige Dampfer befand sich 60 Seemeilen von den Azoren entfernt. Endlich wurde em italienischer Dampfer gesichtet, der die gesamte Besatzung an Lord nahm. Der italienische Dampfer hatte 2000 Auslvanderer an Bord und Neapel als Reiseziel. Die schiffbrüchige Mannschaft wurde aber in Gibraltar ausgeschifft, von wo sie sich in die englische Lcünat begab. * Die russischen Zwölften. Ebenso wie bei uns und den germanischen Völkern üoerhaupt die Zeit iiuifd^n Weihnachten und Dreikönigstag als geheimnisvoll und heilig gilt, so auch bei den Russen. In den snät.i, den heiligen Tagen, ist das alle Leiden- tum wieder lebendig, überall spukt es uno mau iuitt abeigläurifchcy Zauber. In einem Gedichte von Schukowskij wird erzählt, was die Mädchen am Dreikönigsabende treiben. „Von den Fügen zogen sie den Schuh und warfen chn hinter5 Tor", und dann heilst es weitere Sneg pololi, podoknom Sluschaii; kormili Stschötnym Küritzu semom, Jaryj wosk topilL „Den Schnee jäteten sie, unter dem Fenster horchten sie, mit Glücks- korn fütterten sie die Lenne, Helles Wachs schmolzen sie". „In die Sckxüe,^ erzählt der Dickster noch, „gefällt nut klarem Wasser, legten sie einen goldenen Ring und smaragdene Ohrringe, breiteten ein meiste- Tuch darüber und sangen zusammen die Sck-alenljeder." Natürlich hat jede Landlung ihre Bedeutung. Der Ort, auf den die Spitze des geworfenen Schuhes zeigt, verrät die Gegend, wohin ich das Mädchen verheiraten wird. Aus den Worten, die sie beim Lorchen unterm Fenster vernehmen, deuten sie ihr späteres Sckstcksal, und im Scksttt ent jede wird dem Mädchen Gutes prophezeit, desfeiz Ring von einer jungen Frau herausgefischt wird. Kleine Cageschronik. Infolge Explosion einer Petroleumlampe ist das staats lichc Meteorologische Observatorium bei Kassie i au r e in Lappland vollständig niedergebrannt. Sämtliche JnstrumcTtte einschliestlich des Erdbebemueisers lvurden zerstört. In der Kirche der polnischen Stadt S ch i d l o w wurde beti Schmuck des Muttergottesbildes geraubt. Fast zu gleicher Zeil wurde im benachbarten Chyton ian das Altarbild dest Kapelle zertrümmert und beraubt. In der Leipziger Anatomie brach infolge unvorsichtigen Umgehens mit Benzol Feuer aus. Das Arbeitszimmer des Professor S p a l t e ho l z brannte vollständig aus, wobei wertvolle Präparate, die für die Lvgieneausstellung Dresden bestimmt waren, vernichtet wurden. Die „Pfälzifche Preise" meldet aus Kaiserslauternz Die Erben des Reicksratcs v. Elemm stifteten für öffentliche und wohltätige Zwecke 75 000 Mark. . Lingesan-t. tSür Form und Inhalt aller unter öiejer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) . Vor erniaer Zert wurde vom Kreisamt Giesten an die Gei memde Inheiden das Ersuchen gerichtet, einen Schulsaal zu bauen, und nach einer Besprechung mit den Vertretern des KrciSamtes! war die Gemeindevertretung auch bereit, diesen zu bewillige^,' Bei der Entscheibungsfitzung am 19. ds. Mts. hat nun dep Vertreter des Krersamtes — trotz des Protestes eines Gemeinde- — leinen ganzen Einflust dahin geltend gemacht, daß statt eines Schulsaales ein Schul Haus gebaut würde und die Gemeindevertretung ist dann auch diesem Einflüsse unterlegen und bat mtt „einer Stimme Melnhcit" beschlossen, ein Schull-aus zu bauen. Wie verträgt sich nun diese Tatsache mit dem Ausspruch des Herrn Provmzialdirektors, daß, so lange er an der Spitze oer Kreisverwaltung stehen würde, die Gemeinden nicht vom Kreisamt dazu veranlaßt werden wurden „Ausgaben für Bau- ttchkeiteA au Mächen, pie Licht Llchchingt nötig wären,". j,Dcp Dem Ortskrankenkasserechner H zu G. hatte dieLandes- Versicherunasanstalt mittelst Bescheids vom 5. August 19 9 eine Invalidenrente von 205 2u Mk. für das Jahr zu- erkannt. Mit einem weiteren Bescheid vom 7. S.pt. 1909 sprach die Versicherungsanstalt das Ruhen der Rente aus, weil die dem H. von der Fürsorgefasse für Beamte und Bedienstete der Gemeinde und Kommirnalverbände zu Darmstadt gewährte Pension von jährlich 1300 08 Mk. unter Hinzurechnung her Invalidenrente den 7»/-, ach en Grundbetraa der letzteren üversteige, H. ferner zu den in § 6 des Invalidenver.icherunasgesetzes bezeichneten Personen gehöre und demgemäß das Ruhen der Rente einzutreten habe. — DaS Schiedsgericht für Arbeiterversicherung, an öaä sich der Rentenempfänger gewandt hatte, eriann.e, daß das Ruhen der Invalidenrente zu Unrecht ausgesprochen s.i ffKe-nmgSanffalk Revision verfolgt hatte, tjicn die AnS^ sührungen des Schiedsgerichts für zutreffend. — Kläger könne nicht zu den in Z 6 des Jnvalidenversicherungsgesetzes genannten Personen gerechnet werden, da er seine Pension nicht „vom Reiche, einem Bundesstaat, einem Kommunalverband, einer Versicherungsanstalt oder zugelassenen besonderen Kasseneinrichtung" sowie auch nicht „auf Grund früherer Beschäftigung als Lehrer oder Erzieher an öffentlichen Schulen oder Anstalten" beziehe. Die Anwendung deS § 6 des Jnvalidenverficherungsgesetzes habe aber, wie das Reichsversicherungsamt in ständiger Rechtsübung angenommen habe, zur Voraussetzung, daß die Pension von einer dort bezeichneten Stelle selbst, nicht aber von dritter Seite bewilligt ist. Selbst wenn man aber annehmen wollte, daß der Bewilligung durch die Fürsorgekasse eine nur formelle Bedeutung zukomme, und die Pension mittelbar durch den Anstellungsverband gewährt werde, so würde hierdurch an der rechtlichen Beurteilung nichts geändert werden, da der Kläger Rechner einer Ortsiranientaffe war, eine solche aber nicht zu den in § 6 a. a. O. bezeichneten Anstellungsverbänden gehöre. Kur z e Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft, r$otin Vvh Ü2 Jahren in tyier nur in Frage, denen voi einem Kommunalveröand Pensionen oder ähnliche B.zäge im Mindestbetrage der Jnva.iüenr.nte nach den Ätzen der ersten Lohnllasse bewilligt seien. Der Ruhegehalt, den Klä- ßM der Fürsorgelasse beziehe, übersteige bei weitem den Mmdestbetrag der in § 6 bezeichneten Pension. Es bestehe darüber kein Strett, daß ihm der Charatter einer Pension im Sinne dos Jnvalidenversicherungsgesctzes zukomme. Die Voraussetzung, unter denen der Ruhegehalt gewährt werde, seine Höhe und das Verfahren, in dem er geltend gemacht werden könne, seien durch das Fürsorgekassegesetz festgelegt. Die Leistungsfähigkeit, der Kasse, die medizinische Lehren, wie sck-on die Einleitung besagt: „fltoch rot und bcschlust der meister des Gestirnes und auch der artzcnig so smt dise nuive mit irenlessen gesetzct noch dem gewvren lous sunnen uwnes mit abschueidung der bösen Planeten und caude dracvnis . . . und smt VII Wochen und IIII tag von wihe- nachten bisz Pfaffen sastnacht." Drei Jahre älter ist der von geschnittenen Lolztafeln gedruckte, in Quartformat gedruckte Kalender des Regio nwntanuS, von dem sich Exemplare nur noch in den königlichm Bibliothelen zu Berlin, Brüssel und München befinden, und em Unikum des Britischen Museums, der ebenfalls 1474 erschienene „Grand Lompostt' oder „Ealendier des Lergöres", der schon durch feinen Namen auf die geistige Verwandtschaft mit dem „Schäfer ThomaS-Kalender" hinweist, den Mathias Corvinus von Ungarn 1474 neu berechnen und samt seinem wunderlichen Inhalt an absurden Wetterregeln, Anwei- sungen für den Landwirt und Beschreibung der LimmelSfreuben und Lollengualen viele Jahre durch den Wiener Buchdrucker Engel in den Buchhandel bringen ließ. Noch älter ist ein ebenfalls in Wien im v)ahre 1460 herausgegebener LUmmrach „pro amüd pluribus . An der Spitze von allen aber marschiert ein auf aroci Lolztafeln in Groß-Folio geschnittener, nur noch in einem nnzigen Exemplar, und zwar in der königlichen Bibliothek zu Berlin vorhandener Kalender, den Johannes de Gamundia ^Lans von Schwäbisch-Gmünd) 1439 herausgab. Ten ersten, allrahr- ttch mit neuem Inhalt erscheinenden „Jahreskalender" gab erst Peypus in Nürnberg 1513 heraus, dem nun bald ähnliche Kalender ???«?in Zubeck.^519) und von Diez in Rostock (ebenfalls 1519 fo gten. Tief ins Mittelalter zurück führen dagegen die handschriftlichen Kalender, die von kundigen Laien und Kloster- monchen mtt liebevollem Fleiß und Sorgfalt berechnet und ge- N^ben wurden. Emer der schönsten unter ihnen, der aus dem Jahre 703 stammende, älteste „Sachsenkalendcr" ist mit blau und rot gemalten Ornamenten und goldenen Initialen für die FesteS- daten geschmückt und weist auch schon die Mondphasen und Tier- *ret5bilber auf. KreiS Friedberg z i pest Yakflch gesternkachwMag tn ektteut HLstgert SckaLrtzriLw fe. Ilbenstadt, 30. Dez. Der Eyef deS Gräflichen "schossen. 4 ri^^erUbateiöaäÖdn^c^taÖtnm*f2* fanb Sestern zwischen fremden Arbeitern in einem EUen- Gingen? die im Tal bet Äalt Vt Ä W in der Pfalz gelegene ausgedehnte Bura Al t-Lei nin- einige zwanzig Minuten, um die Kämpfenden auseinander zu ßen in vergangener Woche dem Distrikt Grünstadt bringen. Mehrere Personen mußten im Krankenhause unter- zum Geschenk gemacht. Die Burg wurde von den I gebracht werden. Franzosen im Jahre 1689 zerstört und liegt seitdem in „ . — ■■ ——--—---L"---' Trümmer. Sie kam, nachdem im Jahre 1801 das Haus NUlM Oet JnOallOCnrentC DCI PcrfOHClt, die ttüd Leiningen-Westerburg seine sämtlichen linksrheinischen Be- tzeM bcffifAcn Geseke bctr dir für bk sitzungen, die Grafschaft Leiningen, verloren hatte, am I |9. Juli 1815 allein t>on diesen einstigen Besitzungen an ^^Okstiest UHO UCOiCnftClCn del £0nögCI11Cin6cn UHÖ daS Gräfliche Haus Leiningen zurück. liOMMUNaiverbüNde KSM 29. Z. 08 ClilC Pdlfion Starkenburg und Rheinhessen. beziehen. w. Offenbach a. M., 30. Dez. Im KreiS Offenbach (Entscheidung des Schiedsgerüi)ts für Arbeiterversicherung wurden bei der Volkszählung insgesamt 161 592 Per-I der Provinz O. und des Reichsversicherungsamts.) soneu ge^-t: 141072 im Jahre 1905 gezählt. Das bedeutet eine Zunahme von 13,8 Prozent. — Die hiesige Ortsgruppe desHansabundes hat gegen die neue Fernsprechgebührenordnung in einer Entschließung Stellung genommen, die folgenden Wortlaut hat: „Bedauerliche Weise spricht das geringe Verständnis eines Teils unserer Gesetzgeber für die Wünsche bezw. Einwände der Interessenten, wie für die Bedürfnisse von Handel, Industrie und Gewerbe überhaupt, auch aus der Behandlung der Fernsprrchgebühreiwrdnung. Sowohl die Kommisfiou des Hansabundes als auch eine Reihe seiner Zweigorganisationen hatten mabneud darauf hrngewiesen, daß die be-1 abfichtigte Abschaffung der Paujchalgebühr eine absolut ungerechtfertigte, weitere bedeutende Belastung der genannten Schichten, speziell drückend für städtische Be- triebe mittleren Umfanges und das Handwerk herbeisühre. Hat der gewerbeseindlicl)e Enttourf, dessen rückständiger Geist heutzutage besremdlich anmiUet, zwar durch die Reichstags- kommission auch eine Aenderung erfahren, jo ist doch die x t förunöibee des Gesetzes, das eine erjtaunlich einseitige Be- ihnen gewährten Penjionen unter Linzurechnuna der ihnen wftung der erwähnten KrLife involviert, leider nicht tangiert nach dem Jnvalidenverficherunasgcsetze zugefprochenen worden. Der haujrg beftaQte 3tgfaiuinu5 macht also felbst Rente den 7i/sjachen Grundbetrag ^er Juval.o.nrente über- nrcht Hall vor dem Fernfprecher, dieser unentbehrlicheil steigen v C Etnrick)tung des täglichen Gebrauchs im modernen Per- . kehrsleben. Es hat vielmehr den Anschein, als folUcn Betrag hier erheblich überschritten werde, bei Sä-asfung neuer Finanzmittel ohnehin unter den Die orage, ob unter di.s^n Umstanden e^n Ruhen schweren, wiederum die genannten neueren System seuf- cintreten k^nne, mc.sse indes ver- zenden Streife, insbesondere der Mittelstand, berbaüen' ?C-int ^r^en* tzvischen dcn ©treitteil®« b.irubcr d. Mainz, 30. Dez. In der heutigen Sitzung derfeh-der Kläger, der als Stadtverordneten teilte Oberbürgermeister Tr. Göttel-fO^^^^^m ^HE^'bchiitr lein Reichs-, Staats- oder SEom» mann mit, daß dos beschlvfhene 16 Mttlivnenanlchen vorn Staats- lnunalbeamter sei, nicht zu den in § 5 Jnvalidenoersiche- müuj'tenum die Genehmigung erhalten habe. — Ter Biv- rungsgesetzes bezeichneten Personen gehöre. Die Anwen- liothekneubau soll auf die nächsten 100 Jahre Raum go düng des § 48 Jnvalidenveilichen-'ngsgesetzes fei deshalb Füfc,5i>?lc,teiL - '°n.m Neubau außer der Stadlbck>liothck davon abhängig, ob Kläger den Perionen zuzurechnen sei baä ©utenbergnmieutn, un umeren Qkidjode bie plainfdjen &unm. auf tie fti) der S 6 JnraÄ-nocr^icherunasacseded belebe' : s" *** Wurde nicht stattgegeben, es soll später hierfür ein anderer Platz Frage, ^benen von einem Bundesftaate oder gesucht werden. Für den Neubau und die innere Einrichtung Äommunaltiernnnh innon , h<»r nf,« -a» « wurden insgesamt 506 500 Mk. bewilligt, außerdem muß die Stadtkasse für den Bauplatz, der dem städtischen Grundstücksfonds gehört, an den letzteren 115 920 Mk. abführen. Es wurde be» schloßen, die Marktwage, die bisher 1500 Mk., zuletzt 300 Mk. jährlich an Pacht ergab, provisorisch auf ein Jahr in städtische Regie zu übernehmen. Der Oberbürgermeister erstattete hierauf den üblichen Bericht über den Stand wichtiger Gemeindeangelegenheiten. Er hob besonders hervor, daß das Elektrizitätswerk als Quelle der Abgabe von elckttischer Energie benützt werden müsse, ine Produkt io ns losten immer mehr zu verringern. Der Wormser Vereinigung könne man kein wirksames, - ■ ■ - « --- Parolie bieten, es bleibe aber die weitere Umgegend von Mamz Beitrage von ihren Mitgliedern erhebe, einen jährlichen noch übrig. Es sei mit einer Reihe von Orten schon abgeschlossen Staatszuschuß von 40—80 000 Mk. erhalte und im ubriacn ai aur Seite des Rheins und zwar im durch das unbegrenzte Recht der Erhebung von Umlaoen Kreis Gwß-Gcrau, woselbst mit einer ganzen Anzahl von Orten auf die Landgemeinden und jonfriqen Austcliunasiörver- «« Uütfniffe fZJS jabr Gement - ^T&irma in m dieser b.e Fürsorge- 28. Dezember den 50iährigcn Bäcker Karl Heinrich Vogt hier-\lA „ .. .. c , her, um bei einer Lolzhandlung einen Wechsel in Höhe von " mu weitgehender Selbstverwaltung, die von einem 10 OUOJlßt einzulösen. Seit dieser Zeit ist Vogt ver- VE^üialtungsrat und Mitglieder aus schuß unter Aufsicht des 'd,?u^b°hne den Wechsel eingelöft zu hoben. Leute abend Ministeriums des Innern auögeübt werde. Die M.tqlieder Borsall tel^honisch verständigt, der Kasse setzten sich aus solchen zusammen, die dem Bei- SÄ&tXÄUsraÄ»* - Hesscu-Nassau. munalverbünde gePrien, s.wie aus sr.iwiilig bei.retcnbcn « «5- Vraukfurk a. 9Jt„ 30. Dez. Leute abend kurz nach Bediensteten anderer Körperschaften os,ent- 9 Uhr wurde der 34iahrige Monteurrneiste-c der Berliner Borsig- Charakters. Der Kläger gehöre der Kasse Werke, Franz Schweizer, der in dem Kupferwerke in £>eb* vermöge feiner früheren Eigenschaft als Ortskraurenlasfe- oernheim Montage aussührle, von der Frankfurter—Oberurseler Rechner freiwillig an. Sein Pensionsanspruch acoen die Straßenbahn in der Nähe der Lundswiefe über fahren' «"»**«**^- - ---- • < • - - und sofort getötet Nach § 48 Abs. 1 Ziffer 2 Jnv.-Vers.^Acs. heißt es in der Begründung des Schieosgerichts-ErkenntnpseS, ruhe das Recht auf Bezug der Invalidenrente u. a. für die in §§ 5 unb 6 Abs. 1 bezeichneten Personen solange und soweit d e M)e sei lediglich gegen ein drittes Rechts- A gerichtet, mit dem seine Anstel un^slürpeischatt, 9nbert/ 3S ungarische Studen- der die Ortskrankenkasse, in keinem rechtlichen Zusammenhaiia Landwirtschaft Alexander Baumann aus bei Nahe von Buda- stehe. Denn als ein solcher könne der Umstand nicht in 8e> g!!?yy"11"" . ■■21.- -------tracht kommen, daß die Anstellungskörperschast der Für- lange Zeit fälschlich, aber mit Erfolg als den eigentlichen Er- gegenüber umlagepflichtig und die Gesamtheit aller finder des Trucks mit beweglichen Lettern ausgegeben hat Ent- ^nstellungsgemeinden und - örperschaften nach Art. 49 Abs 2 sprechend dem Brauche der Zeü ist er ein sogenannter „immer- des Gesetzes durch zwei Mitglieder in dem aus sieben Per- Kalender mit Sonntagsbuchstaben. Exakte, goldener sonen gebildeten Verwaltungsrat der Kasse vertreten sei. Zahl und Tabelle aus denen sich auch der Kalender der folaendcn Aus dieser Tatsache könne bei der völligen^ Zrennuna die Z^^^^nen ^ßt, und bietet als Text gute astronomische und zwischen AnstellungSkörperschast und g/rsorgekafse bestehe auch nicht gefolgert werden, daß die Pension den Kassen- mttalicdern mittelbar von den Anstellungskörperschaften selbst gewahrt werde. Wenn diese auch tat,achlich der Für- forgckasse zum größeren Tell die Decningsmittel zur Zahlung der Ruhegehalte zu leisten hätten, wofür im vor- ttegenden pafle übrigens kein Anhaltspunkt vorhanden sei, fo konnte doch nickst davon geredet werden, daß die Ruhe- aehaltSgewahrung von den AnstetlungSwrperschaften durch die Furforgekasse indirekt erfolge. Wgesehen davon, daß verfchiedene Rechtspersönlichkeiten in Frage kämen, spreche gegen eine solche Annahme die Tatsache, daß der Ruhe- gel^ltsanspruch nur gegen die Yürsorgekafse bestehe und üerfolgbar sei. Außerdem stehe die Entscheidung darüber, ob ein RuvegehaltSanspruch fällig geworden sei und in ^lcher Hohe, unter Ausschluß jeglicher Mitwirkung der Anstellungslörperschaften lediglich der Fürsorgekale zu, so- wett nicht em Berwattungsstreitverfahren stattsinde. Wollte man trotzdem annehmen, daß mittelbar wenia- ^ns die Anstellungskörperschasten die Penfion gewähren, so wäre gleichwohl die Anwendbarkeit des § 6 Jnvaliden- versicherungsgesetzes zu verneinen, denn die Voraussetzung dazu sei der Bezug einer unmittelbar von einem der dort genannten öffentlichen Verbände oder ihnen gehörigen Anstalten gewährten Pension. Das Rc-ichsversicherungsamt habe wiederholt daran fest- gehalten, daß für den § 6 a. a. O. eine solche Pensions- gewahrung verlangt werden müsse, die von dem Anstel- lungsoerband selbst ober einer ihm gehörigen Anstalt zugewendet werde Da die Fürsorgelasse eine staatliche ober tonrniunale Anstalt nicht sei, auch sonst den in § 6 des ^nvalidenversick)erungsgesetzes bezeichneten öffenllidien Verbunden nicht zugerechnet werden könne, so sei die Anweri- bUn^eAT>G€ND6R' \j eiSietiGtHM 49 45 78—83 41 84-87 48 41 73-82 84 64—69 39 78-00 89—00 54 68-70 53—55 ausverkauft, Schafe Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Wetter IOK 29 höchste Temperatur am HEINRICH BETTLER Fahrradhandlung. 010589 Hoflieferant Grossherzogi. Allen unseren werten Gästen und Bekannten 010581 68—70 66—68 Beni. Himmel Bed. Himmel = + 8,0*0. - - 2,8 *0. 62 55 4? 60-65 51— 9 45—ÖU rin fröhliches neues Jahr! Karl List und Frau „Gasthaus zur Waldesruh" bis 30. Dezember , 30. , 100-108 85-98 75—83 64 52 Maülämmer u. ji'iqere 'Dlaftbonimcl Schweine. Volllleischige Schweine bi5 zu 2 Zentner Leoeiidgeivlchl........ 'roUfieijcDiiie Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 53-55 öleiirbtße Schivelne........... Ue'.'erftand: 'Jhnber Ueberftanb, Kälber naiver. ^einO» Mast- (BoUmtichmasl) und beste Saugkälber . .... 'DHttlere üJlafl- und gute Saugkälber . oiermgere -L-attgtatber . . . . . Schale. Xieocuö» Läria yr« .ewrcht Nehmen Sie täglich ein Likörgläschen Dr. Hommel’8 Haematogen unmittelbar vor der Haaptmahlzeit! Ihr Appetit wird reger, Ihr Nervensystem erstarkt, die körperlichen Kräfte werden gehoben. Warnung: Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommel. D /t Ein glückliches neues Jahr wünscht allen Freunden, Bekannten, sowie meiner werten Kundschaft Familie Friede. Linker anoueifanii, Schweine langiam geräumt. Färsen, Rühe, tzollfleüchige ausgeutäslete Zärsen höchst. SchlachtweneS . ... ... . . ■ *6 — 50 'l-ollsienchlge ciliSflkmäslete Kühe höchst. Schlachtwenes bis zu 7 Jahren . . 38—45 'Hellere ousgemäslele Ruhe unü wenig gut enliuidclle lüngereKuhe u. ödrien 32—36 ' 4 I 2 still - - E E 3 E E Sg)^ COj» 6 = e Vörsen-Wochenberichr. =- Frankfurt u M., 30. Dez. Die Erwartungen, die man an die Gestaltung des Geldmarktes zum Jahreswechsel vielfach geknüpft hatte, erwiesen sich als zu zuversichtlich: stellte sich doch an der Berliner Börse ziemlich empfindliche Knapp heft heraus, die den Say für Schiebungsgeld LD.s 7 o/o steigerte. Dabei zeigte sich, daß ein Teil der in den Vormonaten am Ultimo ausgeliehenen Gelder nicht verlängert wurde. Die Seehandlung war mit Schiebungsgeld nicht am Markt und von den mexikanischen Geldern steht, worauf schon frühzeitig hin gewiesen wurde, dem Markt jetzt nur noch ein geringer Betrag zur Verfügung. Lier war Ultimogeld zu 6^4% erl>altlich und das Prolongationsgeschäft nahm einen glatten Verlauf. Immerhin fanden auch hier Positionslöfungen statt, nament- iie 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk.. Bohnen per W. 00-00 Pfg Piarktzeit von 8—2 Uhr. le. Wiesbaden, 29. Dez. Heu- und Strohmarkt. Heu 9)if. 7—7.60. Geschält flam F.C Wiesbaden. P ,ehh o t-M a r k t b e rt cht oom 30. Dez. Auftrieb: Rinder 77, Kälber 170, Schale 22, Schweine 179. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber lebhaft, Sch^e mMrl- nräftifl, Schtoeine nuttelmätzig. Preis 4)urct)- u o 1UU Pfd. schmltsprelS fcebrnb- s« lacht- pro 1OO Piund Ochsen. ne vidit -.. . Don-bi6oon-bt8 Vollfleischige, ansgemäslete, höchsten Lchlachtwerter, höchllens 6 Jahre alt 48—50 86 87 Junge, fleischige, nicht anSgemchiete und ältere ansgemäslete 44—4/ »4 öo Rlavtg genährte junge und gut ge- nährte allere 89—43 VuSsprach war tw einiger Zeit km Gießener Anzeiger bei der Besprechung einer Durgermeistereivrrsammlung zu lesen.) Eine Lehrernwhimng ist aber nicht nötig, denn die vorhandene ent» üyridyt, wie das Kreisamt selber zugibt, allen Ansorderilngen. 1 6m Schulsaal kostet die Gemeinde höchstens 15 000 Mark; ein Schilhaus dagegen mindestens 40 000 Mark. Denn soviel kosten ja die Säml Hausbauten im Kreis Gießen. Nebenbei bemerkt: auch eine verhältnismäßig sehr hohe Summe. Das macht eine Mehrausgabe von 25 000 Mark, was gleich bedeutend ist mit einer lährlichen Mehrausgabe für Zinsen und Amortisation von 1800 Mark. Und dies ist für eine kleine Gemeinde wie Inheiden eine verhältnismäßig sehr hohe Summe, die man einer Gemeinde doch ersparen sollte, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Die Herrn Gemeinderäte die mit „ja" gestimmt haben, mögen es sick>s einmal überlegen, ob sie damit dem Wohle der Gemeinde gedient haben. Vvn anderer Seite wird uns hierzu mitgeteilt, daß der Sachverhalt nur teilweise richtig wiedergegeben ist. Von der Aufsichtsbehörde wird z. Zt. nur die Erbauung eines Schulsaals als unaufschiebbar verlangt und bi" vorhandene Lehrern,vhnung nicht beanstandet. Bei der Beratung im Gemeindrrat wurde dies auch ausdrücklich betont. Es wurde jedoch bei der Beratt' '.g aus der Versammlung die Ansicht vertreten, daß man, wenn ^an zum Bauen doch einmal schreiten müsse, am zweckmäßigster -in zweistöckiges Gebäude — Scknftsaal mit Lehrerivohnung — errichte. Die Melwkosten betragen in diesem Falle etwa 10 090 Mack. Denn die Baukosten eines einklassigen Schulbaues ft Lehrerwvhnung belaufen sich d-irchschnitttich auf 25 000 Mk. Dieser dtcubau hat für die Gemeinde den Vorteil, daß das jetzige Schulhaus der Gemeinde vollständig für beliebige Zwecke zur freien Verfügung steht, sobald die Schule in den Neubau verlegt sein wird. Außerdem kann im jetzigen alten Schul Hause später eine neue kleinere Schulklasse, falls ihre Errichtung notwendig werden sollte, sonne eine Schulverwalter- oder Lehrerwohnung untergebracht werden, wahrend man bei Erbauung nur eines Schulsaales vielleicht damit rechnen muß, in einigen Jahren wieder einen Aufbau über dem Schulsaal zur Unterbringung einer neuen Klasse ober einer Lehrerwohnung zu errichten. Ob es eine Ersparnis wäre, sich jetzt auf den Bau eines Schulsaales zu beschränken, um spater wieder einen kostspieligen Umbau dieses einstöckigen Baues vorzunehmen, ist daher mehr wie zweifelhaft. Jedenfalls kann bei solchem stückweisen Bauen eine glückliche Lösung der Scknftsrage viel weniger erhofft werden, als wenn jetzt ein einfacher aber mit gefälligem Aeußeren ausgeflatteter zweistöckiger Schulbau errichtet wird. Auch in den ander n Gemeinden unseres Kreises steht man der Erbauung von etnftörfiaen Sckmlsaalbauten säst allenthalben aus den angeführten Gründen ablehnend gegenüber und zieht den Bau von zweistöckigen Däusern unter Anpassung an den bäuerlichen Dorfstil regelmäßig vor. Aus diesen Erlvägungen, denen sich auch dft Aufsichtsbehörde an» schloß, hat d i e Mehrheit des Gemeinderats sich für die Errichtung eines zweistöckigen Schulhauses mit Lchrerwohnung entschlossen und damit wohl bit beste Lösung der Schulhausfrage getroffen. Niedrigste , 29. Niederictüaq - 0,2 mm. Sicher und uchmerzloe wirkt das echte Nadlauer'iche Hühner« augcnmittel. Fl. 60 Pfg. Nur echt aus der Kronen Apotheke. Berlin N . 8. Devot in den meisten Apotheken und Drogerien. is.l*/» Die nact> sind am Sonntag dem 1. Jan. Kte* enden üvl Zilv vou l'i Uhr mitt.»»'* bis 12 Lhr nacui» nn- dringende Fälle sich'-r «iizntreften : D l'r TFloch, Asterweg 34. - Dr- Wagner, Weat-AnlHge 49. hatte. Bei der Gestaltung, die der offene Geldmarkt erfahren hat, ist anzunehmen, daß die Reichöbank mft erheblichen Beträgen kurzfristiger Darlehen in Anspruch genommen werden wrrd. we Einwirkung der erschwerten Geldbesck>affung wurde dadurch verschärft, daß von der Newyor ker Börse nach den Fenriogen die Baisse-Partei erneute Vorstöße gemacht hat, wobei wieder die Antitrust-Bewegung und die Eisenbahntarife den Vnuptgrund gegeben haben. Allzugroße Bedeutung brauch man den Vorgängen in Wallstreet nicht beizumessen, denn die dort herrschende Verstimmung ruht mehr auf dem Gefühl der Unsicherheit als in der tatsächlichen Besorgnis vor einer wirtsckwftlicken Umwälzung, wie sie dirrch die Auflösung der Truüs l^rvorgerufen werden könnte. Bei uns wurde die Stimmung durch die manckierftit^ vorgenommenen Engagementslösungen vorübergehend beemfUitzt, denn nach Erledigung der Ultimoregulierung tonnte sich du Len- Venz wieder befestigen. Das Gesck)äft war entspreck^end der allgemeinen Zurückhaltung gering und soioeft sich der Zug ix» Kapitols zur Wertpapievanlage erkennen ließ, war er vomelM- lid) auf die festverzinslichen Werte gerichtet. Namentlich waren einige ausländische Anleihen gefragt und höher, wobei Rnssen und Serben im Vordergründe des Jntereiies standen. Die AussülTrungen, die von berufener Seile über die ruimajen Finanzen und über die wirtschaftlickie Lage Serbleiis gemadit worden sind, halten oftenbar günstigen Eindruck hervorgerufen. Außer den Anleihen sanden einige I n d u st r i e p a p, e r e ver- meljrte Beackstung, wobei die Gescl)äftsanssicl)ten ben Anlatz zu ven Käufen gaben, so daß immer mir bestimmte Werte in Nachfrage tarnen. Auch am Montanmarkte nalmi die Spetula- tion leftweise neue Meftrungstäufe vor, obwohl auf die ^ock>wierig- teiten bei den künftigen Synditatsemeuerungen verwiesen und betont wurde, daß von dem Schicksal der Verbände die industrielle Kmljunktur bestimmt werden könnte. Bankaktie n geigten ziem- tid) feste Haltung; namentlich waren die Wien der Dämchen Bank und österreicknsche Werte begünstigt, letztere raif Wiener Jnftüfts. Privatdiskonto 4V4°/o. I)anöeL ßDeutscheReichsbank. In der Zentralausschußsitzung wurde mitgcteilt, daß die gesamte Goldbewegung nne Einfuhr von 298 Millionen Mark ergab. Ausgesührt wurden 133 Mill Aus die Reichsbank entfallen 169, refpekt. 66 Millionen, so daß 103 Millionen Mark mehr für sie eingeführt wurden. 6 Mitteldeutsche G u m m i w a r e n f a b r i k Loi' is Peter, Frankfurt a. M. Die Gesellschaft beantragt wieder 25 Proz. Dividende wie im Vorjahre. § Newyorker Börsenbewegung. Der Gesamtumsatz an der Newyorker Börse hat sich im abgclau(enen Jahr aus 16 500 000 Dollar belaufen, damit bleibt der Umsatz ganz bedeutend hinter dem Vorjahre zurück, in welchem er 19 142 Mill. , Dollar betragen l-atte. 1908 hatte er sich auf 10 319 Mill. , Dollar belaufen. - 301 748,9 2,3 4,8 87 W 30,i v*. 7509 0,7 4,5 92 NW 31] T*i 755,2 0,3 4,2 90 still Konditorei und erstes Wiener Cafe Beginn am 4. Januar. Frau E. Schott, Bleichstr. 291. 7074 Nj. auf empfiehlt für Silvester und von da an täglich; Bekanntmachung. Der Voranfchlag der Gemeinde Hungen für 1911 liegt vom 2. Januar 1911 einschl. ab 8 Tage lang dem Surflermeifteveibureau zur Einsicht offen. Hungen, den 30. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Hungen, ft e n b t. Allen Freunden und Bekannten, sowie meinen verehrten Gästen herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Janz, Caf6 Ebel. 010580 Eintritt jederzeit. Elisabeth-ÜNeittkittderschnle. Zur Enthebung von Neujnhrögratulationen haben Gaben gespendet: Architekt Hamann u. Frau, Architekt Seuling u. Familie, Oberblblioihekar Dr. Heuser u. Frau, Ober- lehrer Prost KrauSmüller u. Frau, Cberlebrerin Frl. Diöser, Stadtverordneter Helirich u. Frau, Kaukmann Jakob Happel u. Frau. Kontrolleur Christian Haos u. Frau, Direktor Doering u. Frau. Allen Gebern herzlichsten Dank. D31/u Zir kithkbuz oon..... Lotz Wwe., 31. Theodor Haubach u. Frau, 32. Kaufmann Boeck u Frau, 33. Oberlehrer Dr. Boeck u. Frau, 34. P'arrer Icrtba, 35. Georg Becker u. Fran, 36. F. Hennings, Backermeuter 37. Fr. Leonhard Bender sen„ W. Friedrich Nanauer u. Frau, 39. Ober» ingemeur Müller u. Frau, 40. Architekt GuNav Hamann u. Fran, 41. Pfarrer Ausield, 42. Stadtverordneter^. A. Faber, 43. Med.- Rat Dr. Haberkorn, 44. Heinrich Haas, 45- Eduard Klinkel u. Frau. 46 G Schneider, 47. Stauimann Conrad Bramm, 48. FamtUe Herrn. Mettenheimer, 49. L. F., 50. Oberlehrer H. Schlosser u. Fran, 51. Dr. med. Koch, West-Anlage 1, 52. Stadtverordneter,W. Löber u. Frau, 53. Julius Natimann sen., 54. Julius Nattmann jun., 5o. Ran»lcirat V. Jäger u. Frau, 56. Gerichtsassessor Jöckel u. Frau, o7. Heinrich Adami u. Frau, 58. L Kattrein, 59. Elektrotechniker Baunmann und Familie, 60. Negierungsrat Weicker, 61. Professor Dr. Buchhold und Krau, 62. Geh. Kommerzienrat Heichelheim und Frau, bd. .Staufmann I. I. Sann und Frau, 64. Friedrich Seibel Ww., 6o. Stadlverordn. Jughardt, 66. Apotheker Schmieder, 67. Landgerlchtsrat Neuenhagen, 68. Fabrikant Heiiirich Eichenauer und Frau, W. Juwelier Hammer» mann und Frau, 70. Neallebrer i. P. Al buch, N. Neallehrer Kissel, 72. NemnerPhil. Schäler,73. LehrerWörner,74 Hutmacher R.Richter und Frau, 75. M. Jaskowsky und Frau, 76. ftabritant Hermann Eichenauer und Frau, 77. Herr und Frau Oskar Gutmann, ,8. Carl Zülch und Frau, 79. Heinrich Boller und Frau, 80. Frau I-Thörner, 81. Hermann Zlllck und Frau, 82. Familie Aug. Deibel, Georg «Rpati und Frau, 84. Heinrich Junker, 80. Herr SchlUhos. 86. Adoll Lunker len., 87. Adolf ^nker jun., 88. Willy Vynker, P. Hauptlebrer Kuaun, 90. Avotheker Dornberger und Frau, 91. Architekt H. Meyer und Frau, 92. Svenglermeiiter H. Apvel und Frau, 93. Schrelner- meister Wilhelm Weigel und Frau. 94. Carl Löltgen und Frau, 95 Lehrer P. Trautmanu, 90. LouiS Benner, 97. Eduard Krumm, 9Architekt Heinrich NicolauS, 99. Gasmeister Wagiter, 100. Weih- bindermeister Christian Schmidt II. lv"/,» Allen werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Familie Dorfeld „Zur Karlsruhe". Geschäfts-Eröffnung. Dem werten Publikum von Gießen und Umgegend, sowie meiner werten Nachbarschaft die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem Heutigen die von nur käuflich erworbene und neu hergerichtete Wirtschaft zum Stern eröffnet habe. ES soll mein eifrigstes Bestreben fein, meine werte Kundschaft durck Verabreichung von guten Speisen und Getränken zufrieden zu stellen. Zum AuSschank kommen la. Mainzer Biere auS der toutcnbcrnbrauerci, B/,o Liter 13 Pfg., •/10 Liter 10 Pfg. 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