Erstes Blatt wer- Be- beit her- nicht hätte 160> Jahrgang Erfahrungen ein Zusammengehen mit den von extremen Agrariern großen prresterlrchen Greises ^r ^irksichi ü z geführten Konservativen für geradezu vernichtend für jede liberale daß derselbe mchtderemst noch nach ■ 1 Partei. Tie Lage verträgt keine Ausschaltung des Liberalismus, werde dem Deutschen Kaiser gegenüber. 3 Französische Rechtspflege. Ein äußerst seltener, vielleicht selbst in den Gerichtsannalen einzig dastehender Zwischenfall hat sich, so wird unS aus Paris geschrieben, vor dem Schwurgerichte des Var Departements zngetragen. Abzuurteilen war ein gewisser Christiani, der sich wegen verschiedener Vergehen, wie Vertrauens-Mißbrauches, Fälschungen und einfachen Diebstahls, zu verantworten hatte. Die Verhandlungen zogen sich sehn in die Länge und machten eine Nachtsitzung erforderlich. Aber während dieser wurde der Advokat des Angeklagtem plötzlich von einem Unwohlsein befallen und konnte seinem Verteidigungsrede nicht zu Ende führen. Darauf übernahm der eigene Bruder des Angeklagten dessen weitere Verteidigung. Erst gegen Mitternacht konnten sich die Geschworenen zurückziehen, um über die ihnen gestellten 139 Fragen^zu beraten. Sie kamen zu einem Schuldigspruche auf alle Fragen ohne mildernde Umstände. Der Gerichtshof erachtete diesen Spruch ür zu streng und der Vorsitzende richtete an die Geschworenen die Frage, ob sie nicht die Absicht hätten, in das Beratungszimmer zurückzukehren, um den Spruch hinsichtlich der mildernden Umstände abzuändern. Die Geschworenen gerten sich dessen entschieden. Nach eingehender ratung erkannte der Gerichtshof, daß sowohl aus Verhandlungen, als den vorgelegten Schriftstücken vorginge, daß mildernde Umstände dem Angeklagten verweigert werden könnten. Auch der Staatsanwalt diese für zulässig erklärt. Ferner sei zu berücksichtigen, daß infolge des plötzlichen Unwohlseins des Verteidigers der Bruder des Angeklagten für die Aufgabe der Vertretung nicht genügend vorbereitet war. Aus diesen Gründen wurde das Urteil vertagt und die Angelegenheit aus die nächste Schwurgerichtstagung verschoben, um einer anderen Jury unterbreitet zu werden. Die Geschworenen haben gegen dieses ungewöhnliche Verfahren heftigen Protest bei dem Justizminister eingelegt. Freitag 6. August 1910 Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel- Unruhen in Palästina. L London , 4. August. Zu den letzten Unruhen in Palästina wird dem „Tailh Telegraph" noch aus Konstantinopel telegraphiert, daß die Drusenstämme mehrere Dörfer in dem Haurarndistrikt überfielen und plünderten. Die Christen sowohl wie die Muhamedaner wurden massakriert. Die Dörfer Maharrah, Ghassem und Taisseh litten besonders stark. Die Drusen schnitten alle Telegraphendrähte ab. Ter Korrespondent -ügt hinzu, daß die Pforte bisher versucht habe, den Ernst der Lage in dem Distrikt zu verbergen, daß aber die bereits gestern erwähnte Stärke der Expedition zeige, wie weit die Unruhen bereits um sich gegriffen haben müßten. s. Offenbach, 5. August. (Privattelegrarnrnsi Die gestrige Mtqliederverscnnmlung des s o z i a l d c m o t r a t i - sehen Vereins beschäftigte sich mit der Budgetbewilli- gung der badischen Genossen und mit der Stellungnahme) deut Magdeburger Parteitage. Nach zweistündigen Ver- Gespannte Erwartungen in der Ostmarkenfrage. Der; Kaiser wird am 20. d. Mts. das neuerbaute königliche Schloß zu Posen feierlich weihen; ein nach Lage der Dinge politischer Alt, der unter Umständen für die Ostmark von wmttragender Bedeutung werden kann. Zumal, wenn man sich der Einzelheiten des letzten Käiserbesuchs in der Posenschen Provinzialhauptstadt und im benachbarten Gnesen am 9. und 11. August 1905 erinnert. Der Kaiser hat dcrmats auf dem Truppenübungsplatz „Weißenburg" bei Pc«sen in einer Ansprache an das Regiment, Jäger zu Pferde'gesagt, der ihm bereitete Empfang habe in ihm die Ueberzeugung befestigt, es mit loyalen Untertanen zu tun zu haben: „Angesichts der Versuche, Zwietracht zwischen den Bürgern deutscher und polnischer Nationalität zu säen, ist es Mein ernster und unerschütterlicher Wille, fest an der Ostmarkenpolitik zu halten." Und noch im Jahre 1907 hat der Monarch in der Danksagung für ein Begrüßungstele- gramra des deutschen Ostmarkenvereins Gelegenheit genommen, diesem für die „treue Mitarbeit" an dem Werk der Ostmarkgermanisierung ausdrücklich seine Anerkennung auszusprechen. Vom der Erinnerung an diese Vorgänge und Verheißungen ist, so schreibt die „Natl. Korr.", die Erwartung getragen, in der dal. Deutschtum der Ostmark dem erneuten Kaiserbesuch und der fefönchen Veranstaltung in der neu errichteten Residenz entgegensieht. Man wird nicht sagen können, daß in dem zurückliegenden Jahrfünft die Versuche, Zwietracht zwischen den beiden Nationalitäten zu säen, an Intensität und Planmäßigkeit abge- nommcm haben. Im Gegenteil! Gleichzeitig • isst die Lage des ostmärAschen Deutschtums auch dadurch eine wesentlich bedrängtere geworben, daß allenthalben ein Stocken des Ansiedlungswerkes, ein Mutterwerben und Nachlassen der staatlichen Abweihrmittel zu beobachten ist, so daß eine Stimmung der Mutlosigkeit weithin Platz gegriffen hat. Wenn man dazu tie immer wieder auftauchenden und zum mindesten durch die T'tit nicht widerlegten Gerüchte über einen bevorstehenden; Umschwung unserer Polenpolitik in Rechnung zieht, so wird es ver Ländlich, mit welcher Spannung d.. Ostmark den 20. August erwariret. Es würde die Erneuerung der kaiserlichen Verheißung von 1'905, die verstärkte Betonung des „ernsten und unerschütterlichen Willens, fest an der Ostrnarkeiipolitik zu halten", im ge- sarnten Osten der Monarchie wie ein befreiendes Wort empfunden der Begründung zu veröffentlichen ist. Einen derartigen einfachen Ausbau der Gewerbegerichte als Einigungsämter nach der formalen Seite, um ihre Betätigung auch für außergewöhnliche Fälle zu ermöglichen, könnten alle Parteien unbedenklich zustimmen. Uebri'gens haben, wie hierzu angemerkt sei, die Gewerbegerichte schon wiederholt bei Streitigkeiten verhandelt, die über ihren lokalen Bereich hinaus ganze Industriegebiete umfaßten. Ein besonderer Akt der Reich sgesetzgebung wäre demnach nicht einmal erforderlich, um das, w-as zunächst im Sinne liegen Uiuß, auf eine feste Unterlage zu bringen. Dem Reichseinigungsamt freilich sind, wie schon jein Name erkennen läßt, höhere Aufgaben zugedacht. Es soll als höhere Instanz über den Gewerbegerichten und Arbeitskammern errichtet werden, um dann, wenn die unteren Friedensstifter erfolglos geblieben sind, seine überlegene Autorität für die Eintracht in die Wagschale zu Wersen. Das ist aber kein schlichter Ausbau mehr, sondern ein neuer imposanter Aufbau, den man nur gutheißen kann, falls begründete Aussicht winkt, daß die hohe Reichsinstanz erfolgreicher als die unteren Schlichtungsköllegien den Eigen- willen der Parteien unter eine Verständigungsformel wird beugen können. In einer so mächtig vorwärtsdrängenden Zeit, wie es die untere auf allen Gebieten ist, ist es gänzlich unmöglich, den Liberalismus in der Weise auszuschalten und an die Wand zu drücken, ime dies bei der Reichsfmanzreform seitens der konservativ-klerikalen Koalition geschehen ist. Mag der Liberalismus auch heute bei Nachwahlen Niederlagen erlitten haben, und vielleicht.auch bei den Hauptwahlen manche neue Niederlage erleiden, das beweist eben nur das eine: die Unzufriedenheit ist so groß geworden, daß die Fluten auch über den Liberalismus, der bei der Reichsfinanzrewrm und der preußischen Wahlrechtsreform eine soziale und gerechte Politik gemacht hat, zurzeit hinweggehen. Wenn sich, erst gezeigt hat welche politischen Zustände die konservativ-klerikale Politik der letzten Zeit für Deutschland gebracht hat, dann muß die Umkehr erfolgen im Sinne der Bülowschen Politik. Aber für den Augenblick gibt es keinen Weg zum Anschluß nach rechts und noch viel weniger zum Zentrum. Die an die E n - zyklika geknüpfte Bewegung hat uns wieder einmal die Kluft gezeigt, über die es keine Brücke gibt. Gewiß wurde die Enzyklika in der Zentrumspresse teilweise durch verlegenes Stillschweigen desavouiert, aber mehr wegen ihrer formellen Plumpheit, als wegen einer sachlichen Meinungsverschiedenheit. Vor allem aber hat jeder Liberale das Gefühl, durch eine Welt getrennt zu sein von Kreisen, die sich auch in politischen Dingen gelegentlich von Instanzen führen lassen, von denen eine so empörende Beleidigung des Protestantismus ausgehen konnte ' „Niemand von uns denkt daran, die volle Selbständig- feit der nationalliberalen Partei auch den links von uns stehenden Parteien gegenüber preiszugeben. Im Gegenteil. Wir find alle davon überzeugt, daß wir als Mittelpartei berufen sind, eine gewisse Fühlung nach beiden Seiten aufrecht zu erhalten. In solchen Wahlkreisen, in denen wir gegen bie_ Agrardemagogie des Bundes der Landwirte im Kampfe stehen, ift ein .Erfolg nur bann möglich, wenn jeweils Verständigung zwischen uns und der Fortschrittlichen Volks Partei erfolgt. Das kann nur dann erreicht werden, wenn auch diese Liberalen erkennen, daß eine solche Politik nur bei ft arten gegenseitigen Konzessionen möglich ist. Es gibt eine Menge ländlicher Wahlkreise, die für den Liberalismus zweifellos nur unter nationalliberaler Flagge zu erobern sind. Der Freisinn sollte dafür Verständnis zeigen, daß er solchen Wahlkreisen auf eigene Kandidaturen verzichten muß." Schließlich protestierte Bassermann gegen dre „böswillig oder leichtfertig" aufgestellte Behauptung, als wenn er der Vater der badischen Groß b lockp olitik wäre. Der Kasseler Parteitag werde darüber Klarheit, schaffen, daß niernanh in der nationalliberalen Partei an einen Großblock im Reiche denke. „Die Signatur der heutigen Zeit ist," so schloß Herr Bassermann, „die, daß ein Kapital von Vertrauen bei uns seit der Finanzreform verwirtschaftet worden ist. Es würde geradezu gefährlich für das Deutsche Reich sein, anss dieser Bahn fortzuschreiten.- Die berufenen Jn-- tanzen müssen erkennen, daß hier Halt geboten und zu einer volkstümlichen Politik zurückgekehrt werden muß." Nr. 181 Der Siebener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter; Hveimal wöchentl.Areir- blatlsUrdenUreirSiehen (Dienstag und Freitag) ; nveimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfrageu sternsprech - Anschlüsse: — General-Anzeiger für Gberheflen Hunübnic 11 xciqch * für die Tagesnummer Rotationsdruck Mild Verlag der Vrühl'scken Unw.-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. bis vormittags 9 Uhr. ‘ m politische Tagesschau. Basiermann über die politische Lage. Abg. Bassermann, der sich am Mittwoch in Hamburg aufhielt, von wo aus er am Donnerstag eine Nord- landsahrt unternahm, hat sich gegenüber dem Chefredakteur des „Hamb. Korr." über die politische Lage ausgesprochen. Was seine eigene Person anbetrifft, so würden ihn nur Gesundheitsrücksichten zum Rücktritt vom politischen Leben nötigen. „Politische Rücksichten", s» erklärte Bassermann, „lagen für mich in keiner Periode vor, liegen auch heute nicht vor, heute umsoweniger, als ich durch die Zustimmungserklärungen zu der bisherigen Politik der nationalliberalen Partei aus dem ganzen Lande davon überzeugt rvurde, daß unsere Politik getragen war von der Meinung der weit überwiegenden Mehrheit der Partei, und ich selbst überzeugt bin, daß diese Politik richtig war. Die Sorge meiner konservativen und ultramontanen Freunde wegen eines M a n d a t s ist nicht begründet. Kandidaturen und Mandate standen mir jeweils in großer Fülle zur Verfügung, früher und auch heute. Die Frage meiner Kandidatur für die nächsten Reichstagswahlen wird sich, wie gesagt, lediglich nach dem Stande meiner G e s u n d h e i t s v e r h ä l t n i s s e entscheiden." Zur politischen Lage äußerte Bassermann: „fein Zusammengehen her Nationalliberalen mit den Konservativen Heydebrandscher Richtung, dem Bund der Landwirte und dem Zentrum könnte n u r Das Problem der Ausstandsverhütung. Für die nächste Reichstagssession werden bereits jetzt manche sozialpolitische Fäden angesponnen. So erfährt man, daß das Zentrum einen Antrag enrf Errichtung eines Reichseinigungsamtes einzubringen beabsichtigt, gewissermaßen als Niederschlag der Erfahrungen aus den Verhandlungen zur Beilegung des KanTpfes im Baugewerbe. Bekanntlich wollte damals die Einsetzung eines neutralen Einigun-gsausschusses lange nicht gelingen, und als schließlich nach langwierigen Auseinandersetzungen ein Drei- männer-Kvllegium unter dem Vorsitz eines Geheimrats aus dem Reichsamt des Innern die Vermittlung zwischen den beiden streitenden Parteien in die Hand nahm, war der offene Kampf mit seinen weitreichenden üblen Folgen bereits ausgebrochen. Infolge der, wie von beteiligter Seite behauptet worden ist, zu spät in Angriff genommenen Friedensaktion konnte nicht mehr verhindert werden, daß sowohl die Arbeitgeber wie die Arbeiter eine schwere materielle Einbuße erlitten. Im Hinblick auf diese Vorgänge also wird setzt verlangt, daß die Bemühungen zur Verhütung und Schlichtung von Arbeitskämpfen „aus dem Meise des Zufälligen und Gelegentlichen herausgehoben und auf einen festen und klaren Boden gestellt werden". Da die lokalen Getverbegerichte wegen ihrer engbegrenzten Zuständigkeit bei Ausständen und Aussperrungen von so weiter räumlicher Ausdehnung wie in dem erwähnten Falle als Einigungsämter nicht ohne weiteres in Funktion treten können, sollen irgendwelche zentrale Institutionen von der Reichsregierung mit den entsprechenden Befugnissen betraut werden. Das etwa sind die Erwägungen, die dem Vorschläge zur Begründung eines Reichseinigungsamtes zugrunde liegen. Der Plan ist nicht ohne weiteres abzuweifen, wenigstens sollte man die Voraussetzungen für seine Verwirklichung sich genauer ansehen. Wenn die Behauptung zutreffend ist — was wir nicht feststellen können —, daß manche Ausstände nur deshalb zum Ausbruch kommen und wochenlang andauern, weil kein unparteiischer Vermittler vorhanden ist, dessen Pflicht es wäre, die Parteien Msammenzusühren, die Differenzen klarzustellen und über die Gegensätze hinweg eine vermittelnde Brücke zu schlagen, so wäre im Prinzip dagegen nichts einzuwenden, einen solchen Brückenbauer ausdrücklich zu bestellen. Dieser Einigungs- oder Schiedsmann — es könnte auch ein Ausschuß sein! — hätte dann einzutreten, wenn ein Streik über die gewerbegerichtlichen Amtsgrenzen hinausgreift. Im übrigen scheint der Vorschlag verständig, daß die Obliegenheiten der zu gründenden Reichszentrale, oder wie man sie sonst nennen mag, nach den einschlägigen Bestimmungen des Gewerbegerichtsgesetzes zu bemessen sind. Hiernach hätte die reichsgesetzliche Vermittlung bei bevorstehenden oder ausgebrochenen Arbeitsstreitigkeiten die Beteiligten vorzuladen, ru vernehmen und die Streitpunkte klarzustellen. Nach Rede und Widerrede der Parteien findet ein Einigungsversuch statt. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, so hak der Einigungs- Ausschuß einen Schiedsspruch abzugeben, der mit umfassen- den einen Erfolg haben, die Aussichten der Sozia.,,» ...........— demokratie zu vermehren. Ich halte nach den letzten' „meine? Herren vom Kapitel wird es sein, das hohe Wort des werden. Indessen scheint man auch im polnischen Lager und in dem mit beim Polentum fraternisierenden Klerus auf den Kaifertag gewisse! Hoffnungen zu setzen; Hofsimngen, die überraschen müssen, weil der Kaiser im Jahre 1905 nach dieser Seite noch eine ganz besonders scharfe Mahnung ergehen ließ, die ebenfalls durchaus unbeachtet blieb, sowie einige Tage vor der oben erwähnten Besichtigung auf dem Truppenübungsplatz Weißenburg hatte der Kaiser in Gnesen feinen Einzug gehalten und war dabei auch von dem DömkMütel empfangen worden. Hier erinnerte der Kaiser in seiner Erwiderung auf die Ansprache des Bürgermeisters u. a. an feinten Besuch bei Leo XIII., bei welcher Gelegenheit der Papst erklärte: „Ich gelobe und verspreche Eurer Majestät im Namen aller .Katholiken, die Ihre Untertanen sind, sämtlicher Stämme und jevlichen Standes, daß sie stets treue Untertanen des deutschen Kaiser 8 und Königs von Preußen sein werben." „An Ihnen", so füg te der Kaiser, zur katholischen Geistlichkeit geroanbt, hinzu. jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— oiertel- fährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton" und »Vermischtes* K. öteurath; für »Stadt iL Land" und „Gerichts- faat": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. sammelten Klerus, wenn er diesmal seinem Landesherrn Auge in Auge gegenübersteht, nicht ins Herz sehen können. Schwerlich aber wirb in ihm bas Gefühl lebenbig sein, bas feierliche Gelöbnis des dreizehnten Leo in Ehren gehalten zu haben An seiner Spitze kann ein Erzbischof, nicht wie in früheren Zntem den Kaiser begrüßen. Die „Köln. Volksztg." wagt es, die Schuld daran in versteckter Weise der preußischen Regierung zuzuschiebew und unverblümt die Forderung zu erheben, der Kaiser solle nach Posen den Nachfolger für Florian von Stablewsti mitbringen. Die katholische Bevölkerung der Provinz habe ein Recht auf beit Erzbischof; die lange Vakanz wirke verbitternd und wie em Angriff des Staates auf die katholische Kirche. Ein dreistes Wort ein wahrhaft keckes Wagnis angesichts der politischen Umstände unter denen der Kaiser diesmal den heißumbrandeten: Boden der Ostmark betritt. Denn, wenn es in all den zurückliegenden Jahren der Regierung Preußens nicht möglich war, mit bem Domkapitel unb mit Rom zu einer Einigung über die Perfon des neuen Erzbischofs zu gelangen, so hat bas allein darin seinen Grund, daß der gesamte Klerus der Diözesen Pofen, Gnesen, Kulm usw. feinen Geistlichen aufzutreiben vermag, der genügende Garantien dafür biptet, daß er das Gelöbnis Leos XIII. ehrlich und in Treuen hält. A Dom internationalen Zriedemkongreh. Stockholm, 4. Aug. In der heutigen Sitzung des Internationalen Friedenskongresses wurde mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Rußland und Japan eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der 18. internationale Friedenskongreß begrüßt mit Freude den Abschluß des russisch-japanischen Abkommens vom 3 Juli 1910, bas mit anderen Konventionen bezweckt, bas ftiedliche und freunbschastliche Verhältnis zivischen den beib/n Kaiserreichen zu befestigen unb die Möglichkeit zukünftiger "..ciß- verständnisse zu beseitigen. . Mit Bezug auf Finland wurde emftimmtg eine Entschließung angenommen, die besagt: In dem Bewußtsein, daß fein Übereinkommen durch deck einseitigen Beschluß einer Partei abgeändert werden kann und daß bas Verhältnis zwischen Rußland unb Finland aus rechtliche Uebereinkommen gegründet ist, die Finland als Nation anerkennen, spricht der Kongreß sein lebhaftes Bedauern aus, daß die Reichsbuma und die Regierung bas reäthdK lieb er ein» kommen ohne Zustimmung ber finnischen Nation abgeänbert haben. Der Kongreß hofft, daß das russische Volk, nachdein es über ferne eigenen Interessen und die Wünsche der ganzen 51minterten Welt- aufgeklärt ist, nicht zögern wird, das rechtliche Uebereinkommen: zwischen dem Kaiserreich Rußland und dem Großfürstentum Finland gemäß den Rechten beider Parteien m gemeinsamem Interesse' wiederherzustellen. Die russischen Delegierten enthielten; sich ber Abstimmung über bic Entschließung. Atts Hessen. Ge- Garnison ein. Die an 655 650 85 435 845y 510Y 950 A 555 ab Lützellinden ver- ab folgende ver- ab Gießen Klein-Linden Dillendorf (Lahn ) an Lützellinden 630 M 310 £55 T335 2tus Staöe und Land. Gießen, 5. August 1910. der Sitzung der Stadtverordneten. 8. Wiesbaden, 4. Aug. Unredliche Geschäftsführung wurde dem Kassierer der Allgem. Arbeiter- Krankenkasse in Diez, Barth olomae, bei einer Durchsicht der Geschäftsbücher nachgewiesen. Die Durchsicht erfolgte erstmals gründlich, nachdem der langjährige Kassierer nicht wieder gewählt wurde. Es ergab sich eine Unterschlagung von 1536 Mk., die aber ersetzt wurden. Außerdem erhob B. im Jahre 1905 1000 Mk. auf der Sparkasse, die er erst jetzt, kurz bevor ihm die Kasse abgcnoulmen wurde, buchte. Ec ist Stadtverordneter und hat eine Reihe von Ehrenämtern inne. ** .Landpostfahrt Gießen —Lützellinden, werktäglich zweimal zwischen Gießen und kehrende Landpostfahrt hat vom 1. August änderte Kurszeiten erhalten: Denttzcbes Kctcb. Der Kaiser empfing Donnerstag mittag in Berlin rn Gegenwart des Staatsfekretärs des Auswärtigen den bis- yerlgen chinesischen Gesandten Jin t sch an g in Abschieds- o1;« xUnb ben neuernannten chinesischen Gesandten ^angchen g rn Antrittsaudienz. ! 8. Koblenz, 4. Aug. 67 000 Liter Moselwein" eingezogen. Am 13. März 1909 wurden im Keller eines Winzers in Ellenz a. d. Mosel 50 Fuder Wein beschlagnahmt, der durch wässerige Zuckerlösung ganz bedeutend überstreckt war. Auf 100 Teile Wein waren, wie sich später ergab, 37 Teile Wasser genommen. Es wurde gegen den Winzer Anklage erhoben, der Prozeß aber nicht zu Ende geführt, denn am 15. Mai ertränkte sich der Mann in der Mosel. Wegen Fälschung von 17 Fuder Wem war er bereits verurteilt worden. Llm 3. August hatte d/e Strafkammer in Coblenz in der Sache zu befinden und sie erkannte auf Einziehung der Brühe. , -A « .d. Lahn, 4. Aug. In der letzten Zeit hatten «sich die Gerichte im Bezirk des Oberlandes- gerichts Frankfurt a. M. wiederholt mit der Frage zu beschäftigen, ob es statthaft, im offenen Felde Grundstücke einzusricdigeii und die Einfricdigiuig auf die Grenze des einzufricdigenden 'Grundstückes zu setzen. Polizeiverord- nuilgcn, die die Herstellung einer Einfriedigung auf der Grenze verbieten, weil derlei Umzäunungen den Anlieger an der Bearbeitung seines Grundstückes hindern, wurden angefochten, für ungültig erklärt, trotz eines altnassauischen Brauches, der beim Pflügen der letzten Ackerfurche das äußere Pflugrad auf dem Nachbargrundstück zu lausen ae- ltattet. Einer diesbezüglichen Polizeiverordnung, die der Bürgermeister Merten-Erbenheim erließ, erging es so Um diese strittige Frage zu klären, hat die Landwirtschasts- lammer am 19. August in. Limburg eine BersammUing von landwirtschaftlichen Sachverständigen einbernfen, um nach gründlicher Erörterung der Frage bei dem Minister vor- ftellig zu werden. "Et aus Fez vom 30. Juli: Der Sultan k xeTc^ gegeben ,ur den unmittelbaren Aufbruch eines Deiles der ^nippen von Fez in das Gebiet der Beni Hassen: diese b"rfphTPTrtnnnn,(^'e gegen Mulay Hafid kundgegeben, d.r einer allgemeinen Erhebung zuvorkommcu will. — Nach einer ioraen < . y, \, b r ultan am ßl, 5 r den gewöhnlichen Empfängen den pVtPnft 511 N entbieten. Nach einer sehr r^^^^ietziing zwilchen diesem und dem Sultan Großwesir eilig und begab sich sofort in das pu^au seines Sohnes, des K r i e g s m i n i st e r s , d e n 'e r b a t, r/n» /l!ber!U C9in' worauf sich beide aus dem Bureau entfernten. Ter Sultan ließ darauf El Mokri tirrhnnhpfTr ^M^°imgemeur Bringau rufen, mit denen er lange Man nimmt an, datz in Marokko w i ch ti g e öff e nt- h ch c Arbeiten zur Ausführung gelangen sollen. Finanzamts 5) u n g e n , Finanzamtmaun Hermann May zu 5^ngen, den Charakter als Finanzrat verliehen. Das Völkecschaftsmuseum, das im August oder September in dem Bankettsaal des neuen Schlosses wieder eröffnet wird, ist von Geh. Kommerzienrat Gail der Lwdt, geschenkt worden. Der notwendige Raum im Schloße ist vom heslischen Fiskus der Stadt gegen ein geringes Entgelt überlassen worden. "Straßenverbreiterung. Die Stadtverordneten- Versammlung erklärte sich gestern mit einem Vorschlag des Oberbürgermeisters einverstanden, der bei Gelegenheit des Umbaues des HauseS der Gebrüder Stamm in der Schul- cm mne roefGnth^c Verbreiterung des Bürgersteiges vor- ^oll abgerundet werden und die dadurch entstehenden Mehrkosten werden von der Stadt übernommen. -Lie C e soll dabei gleichzeitig mit einem Turm versehen werden. wurde mit allen gegen 6 Stimmen eine En t- U-n toorin die Budgetbewilligung der bad E -Anblick auf die Sage als verständlich b°- bT™ hUbs tiD? tbem Magdeburger Parteitag die des bekannten Beschlusses vom Nürnberger Parteitag erwartet wird. Taaeaen O sgang erei der bad. Genossen als Verstoß demgemäß KrMeni'C§en 5(Jrin^ien °"^ehen und * . d c n s auszctchnu n g. Der Großhepzoq hat dem Maler Alfred «ohn-Relhel zu Barbizon (Seine Iiteljenarne Ut ^rattfra$ bcn Charakter als Professor ver- »„■«/Ä111.?”!”111''11 Der Großherzog hat den Scbulra^ Krelsschulkommission Gießen n*?auf s"n Nachsuchen, unter kuna^1UT laugiahrigen treuen Dienste, mit Wir- ben3^" r1. ß tobcr 011 ln dm Ruhestand versetzt und Tr Konrad'Lehrerseminar zu Friedberg Professor Äultommitti?« «•S=.8um Rrersschultnipeltor bei der streis. Dr S^esswn Gießen, zum selben Termin, den Oberlehrer kungln?I Öl^'Ahausen zu Bad-Nauheim mit Wir- Bür^rschnl?zu°Wb^ernan^ 0Bcrie^er an ber M'™ iRnrftnnh1 LT ^"sonalien. Der Großherzog hat dem Heinrichs - ch m Finanzamtmann ®euin© lvAwarz zu Schotten, und dem Vorstand des 25tasiand. hpr wiener „Politischen Korrespondenz" zufolge überreichte y^m1 L6/«? 1 V6 e ^"tschaitcr dem österreichischen Ministe- rmin des Aeutjeren eine Note, IN der der H a n del s v e r t r a g -Ungarn gekündigt wird. Zugleich ertlarte nch die spanische Regierung bereit, mit der österreichifch- Rcg.ernng m Verhandlungen über ein neues Handels- politisches Abkommen zu treten. . ?1?ttc,r.ge6cn ihren, Unwillen darüber Ans- druck daß England lerne auSrangierten Kriegs- A„hfsnnnnn m!Fen lU 7rFa“fm »siegt, während Deutsch- ichud.SoOOOO Pfund, das „nd zehn Millionen Mark, pro < ti ? a T u E e;tia . beiden Schiffe, die Deutschland hfj Derfl?UJ! $Qtieien ^ctneT und sicher nicht besser, als E lchten Monat auf Wbruch verkauften britischen S'e 'z^entunon und „Bardeur", die zusammen keine ^OOOPsund /lngebracht hatten. Tie deutsche Regierung habe Geschäft gemacht, denn sie habe die Hälfte der Kosten eines neuen Dreadnoughts für die alten Schiffe erhalten. r a f -An ? X d) a s tibetmman - In der Kreisstadt W l o w - Lti o k (Polen) wurde der P o l i z e i m e i st e r während einer erschossen. Ter Täter entkam. ,-rn- g Geiandte m Konstantinopel machte dem d^o lr f™fte Vorstellungenwegeuderyort- tpa^ -C.r r Boykotts, wobei das Boykottkomitee als Neben- hin9 i ^-cr Minister wies in seiner Antwort darauf ; .'Mrtern. dreier Sache ihr Möglichstes tun werde. tung helfen^^echi>che Regierung müsse durch eine entsprechende Hal- 1 •k /~z Vesitzwechsel. Hauptmann Busse erwarb von der Stadt an dec Kaiser-Allee in der Nähe des Teutonen, haufes einen Bauplatz von 2500 Geviertmeter zu je 15 Mk., um »ort em Landhaus zu errichten. Das Grundstück kommt an die Ecke einer luäteren Straße zu liegen. d o u ß. K l a s s e n - L o t t e r i e. Die Er- neuerung der ^ose zur 2. Klasse der 223. Lotterie hat unter Vorzeigung des Borklaffenloses bis zum 8. August abends Uhr zu geschehen. Auch müssen bis dahin die Freilose, ^.nckgabe der gezogenen Lose, eingelöst sein. Eine größere 9lachtfelddien|tÜbung unseres Regiments sand von gestern auf heute statt. Der Oberst ließ um halb 9 Uhr alarmieren und 5 Minuten später stand das Regiment zum Ausrücken bereit. Es marschierte dann in der Richtung nach Wißmar, Fellingshausen. Das fecht entwickelte sich dann gegen y»4 Uhr nordwestlich Wißmar. P— c 11f- " 01 1 • — Olsynbach- Fran^urt geführt, das als eine unerhörte Ruckttchtsioiigkert der vceußilchen Eisenbahnverwaltung gegenüber ben Unteren en der Stadt Offenbach zu betradüen sei. Es soll eine nochmalige Ausswmche mit der Eisenbadnverwaltung herbei- gewhrt werden, nm zu erfahren, worin die „exzeptionellen" Schwierigkeiten bestehen, von. denen in einer der lekien Frankfurter Ltadtverordnetensitzungen Stadtbaurat Franze aus eine Anfrage des Ltadwerodneten Bindewald zu erzählen wußte. 'Auch die Achasfung einer z wieiten Verbindungsstraße mit ö" r a n f i u r t wurde «als dringlich bezeichnet. Nach den Mitteilungen des Bürgerwieisters Tr. Dullo sind schon unter seinem Vorgänger, L berbürgenmeister Brink in dieser Sache Verhandlungen mit Frankfurt, geführt worden, man habe aber auf dieser Seite wenig Interesse gezeigt. — Tie Erbauung der geplanten neuen Brücke oberhalo der Offenbacher Schleuse, die Offenbach mit dem Erantturter Osthaien umd Ostbahnhof verbinden soll, begegnet ebenfalls schwier ig beiten. Die preußische Strombauverwaltung will keine Sttompseiler gefititten. 8. Offenbach, 5. Äug. (Privattelegramm.) Wegen der in einer Gerichisoerhandlunq sestgestellten Berstöße in der Itädtischen Milcht üähe, wo Milch mit zu wenig Fettgehalt als Vollmilch vertäust, wurde, erhielt der städt. Schlachthaus- dwektor Zech einen Strafbefehl über 141,40 Mk. — Morgen Samstag findet hier der Verbandstag der deutschen Fleisch, beschauer statt. 1 „ Aus dem oberen Schwalmtale, 4. Auq. (Heftern starker, wolkenbruchartiger Regen nieder. i1 u-et ^sUfer getreten, und die ohnedies nassen Felder ^lgeweicht, baß )ic nicht JU betreten sind Ttadurch werden die Feldarbeiten wieder unliebsam verzögert. Hohe's Un- ä ss & a* "» »-ä» [] Öffcubach, 4. Aug. Die Errichtung einer Gelc'nde- erwerbskane will das Ministerium der Stabtücrh^^tung nur unter der Bedingung gestatten, daß Neuerwerbungen der! T^fnhrnlgUhg bu^’-Aflö Ministerium bedürfen. Eine Umfrage andern hesjischen Städten, die eine solche Kasse bereits besttzen, ergab, daß drescit Städten diese Auflage nicht cf'emack't wordert war. Ta ledoch das Ministerium den Borste lu tarn StabtDeriüalhittg keine Folge gab, sondern auf )einen For- feerung beharrte, blteb der Stadtverordiieten-Versammlung i n ihrer heutigen Sitzung nichts anderes übrig, als die Bedingung an- zunehmen. Bittere Klage wurde über das aicherori wntlich langsame Fortschreiten der Unterfübrunas-! arbeiten am Bahnübergang an der Landesgrelltze auf! r nrl.^°,r beginn der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten herrschte im ^erlammtungssaal der Bürgermeisterei bereits Fertenstimmung. Als die Uhr die vierte Nachmittaqsstunde unilrCpnrUI^ ^erah/n9 beginnen sollte, waren außer unserem ^tadtoberhauvte o Ltadtväter anwesend: langsam und zögernd erhöhte sich deren Anz-aht, so daß das Stadt- ft™ uoch knapp beschlußfähig wurde. Im ruhig- ^^Fahrwass^ befand sich das Haus bei den 6 ersten Punkten der Verhandlung. K>ein Wort des Widerspruchs regte sich. L-an t war man bis an die Haltestelle der Straßen- bahn bei der Braugasse angelangt, und nun entlud sich die gan^e Wucht der Beredsamkeit unserer Bürgervertreter ®tien ^och genau 101 Bürger der Walltorstraße, der Brau- E, der Landgrafenstraße und des Landgraf-Philipp- Unterschriften die Notwendigkeit einer .Haltestelle an der Braugasse dargetan. Stadtv' L o e b e r in hPi-UrgR^fn^eJe6StotlOnc.ar§ dritte zu den Haltestellen in der Walltorstraße emgefugt werden müsse: er tonne, ■? aUc§,-mit fclncrn gesunden Menschenverstand Nicht begreifen, daß eine solche Haltestelle 22000 Mk kosten AAde, dabei aber gab er zu, daß er die technische Seite picht beurteilen könne. Die Aussprache wäre vielleicht noch ins unendliche gewachsen, wenn Stadtv. Biermer nicht rechtzeitig den Schluß beantragt hätte. Friedlich wurde zwar der Streit wegen des Stadtturmes und der Kapelle E der zwischen der Stadt und der evangelischen Kirchengcmeinde auszubrechen drohte, in der gestrigen Stadtratssitzung beigelegt, aber schon droht ein ^oustikt, nicht zwischen Stadt und Kirche, sondern ^mfchen ^tadt und Synagoge auszubrechen. Eine kleine Mitbürger, die israelitische Religionsgesellschaft mit ihrem Rabbiner Tr. Hirschfeld an der Spitze, will für ihre Toten einen eigenen Friedhof anlegen. Beigeordneter Georgi und Stadtv. Biermer erklärten, daß man sich diesem Beginnen entschieden widersetzen mutte. Jedenfalls ntüsse die Frage noch sehr ernstlich erwogen werden. Stadtv. Heichelheim gab die Erkl§ rungab,daß die Mehrheit seiner Glaubensgenossen in der h ■ r-rf1 Israelitischen Gemeinde vereinigt nen, es peinlich empfinden, daß man es versuche, die seinerzeit getroffene Vereinbarung, wonach die Bürger unserer Stadt,, gleichviel in welcher Form sie zu Gott beten gemeinsamen Bcgrabnisplatz bekommen, zu durch- vrechem Hoffentlich ist unter der Minderheit der Israeliten in der Religionsgesell)chaft eine Mehrheit, welche veranlaßt daß der drohende Konflikt gegenstandslos wird ' 7 M ? i n z, 4. Ang. Am Montag hatte der Ausschuß zur everbetsiuhrung vc»lliger Sonntagsruhe, dem alle mengen kaunnänmscheti Vereine angeboren, zur Besprechung ein- gelaben. Der Vorsitzerlbe wies auf die bestehenden Verhältnisse Yin die wohl eine Einführung völliger Sonntagsruhe möglich erscheinen lassen, da die Ladeninhaber selbst dafür stimmen ' Es Itncn diese Forderungen, auch nicht nur von Gehilfen vorgebracht lortöern Hunderte Unttwschristen von Ladeninhabern Lägen vor' ssie diese Einführung o.hne sonderliche Schädigung für möglich melten. Herr Stadtverordneter Schäfer mtb die Vertreter der Organisationen gaben lmrchweg ihre Geneigtheit zu erkenndn und versprachen, sich für due Bestrebungen zu verwenden. — Eine MaulZer Dame, die bei Verwandten in London zu Besuch weilte verpackte bet ihrer Rückkehr ihren Schmuck in ein Gepäckstück' ™ n.arf) b;er abfar>:dte. Sie selbst reiste über Brüssel—Köln nach -'Rainz. Berm Ocifnen des Gepäckes entdeckte sie, daß ihr ganzer Schmuck tm Weirte von etwa 6000 Mark aus dem Gepäckstück gestohlen war. — Eine höchst seltsame Art sich zu rachen erfand das Tsienstmädchen eines Geflügelhändlers, indem es die Betten der Herrschaft mit Juckpulver bestreute Es war mit ihr in Streit geraten und sein letztes Werk bestand in dieser kitzlichen Heldsentat. N. Mainz, 4. Aug. In drei Monaten soll das umgebaute Theater, das trotz aller bösartigen Nedereien einen prachtvollen Eindruck macht, eröffnet werden und gleichzeitig oll damit eine ganze R-uhe Neuerungen ins Lebentreten, die teilweise ganz und gar nicht geeignet sind, die Freude der Theater- 1110 Ä 715 1045 ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n.. Dem Aufseher in der Zigarrcnsabrik E rn- Um 6 Uhr rückten die Truppen^wieder' m "die .. ** Tas Kriegstagebuch 1870/71, aus dem wir Pemn£ton einige Stellen wiedergegeben haben, gehört dem seitherigen Gutspachter A. Klein als Verfasser- bei i ■' ->—° -- |Uiu, Auf^chnun/e^bL^^-T hcr ^Familienblätter- erwähnten besilcher, besonders der Abonnenten, zu erregen. Im Gegen- ÄÄSMS ÄStfÄÄ IW? •“ «■»» »" i- - % im 1. Bataillon des Regiments 83. 1 fetbft schaden, ihre langjährigen Abonnenten iverden sich o m Lande, 3. Aug. Jetzt erst, bei der Getreide- tumin sie nicht gar ganz wegbleiben. Kamen zum ernte, machen zahlreiche Landwirte die bittere Erfahrung, Mützer die Logenschließerinnen ins Haus, um das oaß auf den Halmen vielfach die Aehren fehlen. Manchmal Abonnement zu erneuern, so sollen jetzt die Leute an die n ben° 6jiottber§ diejenigen Theaterkassen kommen nnd ihre Bestellung persönlich hort bera Bi?denk°L M^ nefF^genden der Le^e Franken- abgeben. (Sicher nicht jedermanns Sache, nachdem diese verm'üstet. Man'ist sich noch" nicht dariiber^tfa/'' U°hrelange Gewohnheit ganz selbstverständlich geworden ist), vielen Mäuse, die jetzt, wie selten in einem Jahre die K-lder Schließerinnen, die im Dienste für das bevölkern, odtt ein Insekt, der sog. GetreideMchenfulL^nld ^ks^/'" «rau wurden, entlassen werden, da man tragt. Um dies festznstellen, haben eine Anzahl Lttndwirtc beabsichtigt, dies Anit in Znkiinft von Männern versehen zu vernichteten Roggens und Weizens am land- Diese Einführung wird das Piiblikuiii nicnialZ aut- wrrtschaftstche Bersuchsstellen eingeschickt. Jedenfalls rächtI beiden, falls sie ivirklich durchgeht, was aber bci ücm all- dre Raben durch das Uebcrhandnehmen gemeinen und heftigen Widerspruch tciiim zu erwarten ist. werd^u^^e wohl auch dre Kartoffelfelder nicht veujchvnen Münchholzhausen. 2. Aug. Der hiesige Tuin X Bad-Nau beim 4 m ,, verein feiert am 14. und 15. August sein erstes Schau- haltnngsteil brachte bic .^rverwLna fn ^s^Lche"auf^dtt verbunden m,t Kirchiveihe. Der Verein, der jetzt Terrape. Gestern wurde erstmalig ein großes Kinder'fest ab- ^^hr besteht und dem Gau Hessen angehört, ist im Lause f ?d’ flrn6cr d^ciligima erfreute. Heute al end her J b,efeS Jahres auf 70 Mitglieder heranqewachsen. . aNftaltete das hiesige Uinontheater kmematographischeVorsNillungen. fc. W i e s b a d e n , 4. Aua. Der Vorstand der Landwirt- schlossen 6^r des Zarenpaanes ge- zücht, den 2. für Ackerbau usw. Für den ersten soll Landrat übermaGt ^6156^ 6. Ungern-Stnrnberg v. Heimburg-Wiesbaden geeignete Vorschläge machen als ^ilr 5 ( Jlbcr'ten u"b vom 1.5. d. AEts. an Mitglieder für den zweiten lvnrden Professor Tr Gi le wach n bhe Einrichtung «rt über- viu's-Gie'ßen, Do'mänenpächter W kb eHof Mecht -ds ÄÄS »SSto.1 S. f; .!!!• - - •*-** -----. schloßgebauden, wurden einer genauen Durchsicht unterzogen und sollen sämtlich mit starken Eiscngittern versehen werdem Dre Jnnenarbeiten, soweit es jrch um lMaler- arbert handelt, werden von der Firma Wagner u. Schmidt dre äußeren von der Frrma Gebrüder Ferber hcr^estelltt Dre Beleuchtungsanlage wird durch die Firma Kar.l Frik erngerrchtet Was Neuerungen anbetrifft, so wird die größte Ausmertfamkett dem Schloßgarten zugewendet. Im L-chloß- garten soll sich emc wahre Umwälzung vollziehen, die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Gärtnerei sollen hierbei. Verwendung finden. An dem alten Bura- wall am südlichen Eingangstor, wo sich vor alten Zeiten die Zugbrücke befand, war seither ein aus Holzlatten her» gestellte- 4wr angebracht, es wird durch ein eiserne-; Staketentor ersetzt, um ein Eindringen in den unteren Bura- wall und von da in den Schloßgarlcn zu verhindern. In einem dem Großherzoglichcn Hause gehörigen Gebäuiw dos mit seiner Nord- und Ost,eite an den Schloßgarten an grenzt un,bf von einer Witwe bewohnt wurde, werden die zahlreichen Detektivs untergebracht. „ ,,m C.r.3, Aug. Der Bombenanschlag auf das Rathaus hat auch ,eln gutes gehabt. Bei den ErneuerungsrabeitM Wetz mau au emen grofiert Keller, dessen Mauern 60 Zestl-met» b«f, bellen .Hohe 5-/° Meter und dessen Flächengebalt 36 ( Set, ert- metee beträgt Der Keller ist bis ^jetzt noch" ausg-LuK J 7»e Anzahl Mittelalterlicher und röm.ischTr Funde wurden entdeckt. melius m Daubringen, Heinrich Waqenbach, wurden anläßlich seiner 25 jährigen treuen Dienstzeit von der Firma sowohl als auch den Arbeitern hübsche Geschenke überreicht. Abends jand ein kleiner Kommers statt, der in bester Weise verlief. Landwirtschaft. — Die u n g ü n st i g e n Meldungen über den Ausfall der Weinlese in Frankreich mehren sich täglich und man faim bereits die Behanptnng ansstellen, daß in dieser Hinsicht das Kometenjahr das allerschlechleste sein wird, das seit ben großen Verwüstungen der Reblans und des Mehltaus 311 verzeichnen war. Besonders niederschlagend finb die Nachrichten aus Burgund. Im ganzen Departenient Ponne, in dem allerdings nur billigere Sorten (petit vin) gebaut ivcrbeit, fällt die Lese überhaiipt ganz e.us. Von Ehablis des Jahres 1910 kann gar nicht die Rede sein. In der Touraine wird nur Weißwein gekeltert tuerbeit, ungefähr ein Drittel weniger als in , ben Durchschiiittsjahren, Rotwein aber fast gar nicht. Was die südlichen Wein-Departements betrifft, so ist nur in den Cftporeiiäcii em hinreichendes Erträgnis zu er- warten; im HSranlt wirb es mittelmäßig, im Gard noch schlechter ausiallen, luäbreub in der Ai.de fast gar iiichts geerntet werben wird. Auch das Seeflinm der Bordeauxwein Gegend hat diese nicht geschützt. Die verschiedeiien Krankheiten haben surchtbare Vcrheeruiigeii anoerichtet, imb man erwartet fuapp die Hälfte einer Mutelernte. Alan muß in diesem Jahre sehr auf die algerischen Weine rechiieii, die ani dem Stock Preise erzielen, wie sie seit der Reblaiiskrise unbcfaimt waren. <9crid?tsjaaL Darmftadt, 4. Aug. Tie Strafkammer verurteilte heute den 14 Jahre alten Gürtlerlehrling Franz Leonhardt Bauer von Bieber wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg zu 9 Monaten Gefängnis. Die Tat, durch die am 8. Juli d. I. auf der Straße zu Bieber der etwa gleichaltrige Gürtlerlehrling Bieth durch einen Stich ins Herz sein Leben einbüßte, ist aus Zwistigkeiten erwachsen. Neben der Schwere der Tat fiel besonders in der Verhandlung auf, mit welcher Gelassenheit und ohne iede Spur von Bewegung der kaum 14 jährige Junge die ganzen Ereignisse erzählte. B. hat bereits vor zwei Jahren beim Fußballspiel aus geringfügiger Ursache zum Messer gegriffen und einem Kameraden einen, glücklicherweise nicht erheblichen, Stich beigebracht. LuMchkffahrt. Der Ueberlandflug für Flugmaschinen. N. M a i n z, 4. Aug. Ter Deutsche Fliegerbund hat nunmehr die Bedingungen für den vom 16. bis 22. August stattfindendsn Ueberlandflug bekanntgegeben. Jeder Deutsche, der einem dem Deutschen Fliegerbund angeschlossenen Vereine angehört, ist zur Teilnahme berechtigt, uftb außerdem sind Flug Maschinen aller Systeme gestattet. Die Beteiligung kostet 300 Mark. Der Flug kann an jedem beliebigen Tage der genannten Zeit ausgeführt werden und zwar von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Der Flug beginnt auf dem Exerzierplatz zu Griesheim, geht dann über Rennplatz Wiesbaden, Großer Sand Mainz und von dort nach dem Mannheimer Rennplatz. In Mainz und Wiesbaden ist eine einftündige Zwischenlandung gestattet. Andere Zwischenlandungen werden in die Flugzeit gerechnet. Die Auswechslung des Apparates mit einem neuen ist verboten. Wer die vorgeschriebene Strecke in der kürzesten Zeit zurücklegt, ist Sieger; er erhält dnen Preis von 25 000 Mark nebst Ehrenpreis: der zweite Sieger erhält 10 000 Mark nebst Ehrenpreis. Jeder Flieger kann den Flug zur Erzielung eines besseren Ergebnisses ein5 und mehreremal wiederholen; auch ist es gestattet, einen Fahrgast mitzunehmen (nicht unter, 55 Kg.), und es wird dafür eine Viertelstunde von der Gesamtzeit gutgeschrieben. Das Uebersliegen der Städte, die auf dem Wege liegen, kostet eine Strafe von 100 Mark, die an das Präsidium des Deutschen Fliegerbundes zu entrichten ist. — Die Stadt Mainz hat noch einen Preis von 6000 Mark für eine Landung an einer gegebenen Stunde eines besttmmten Tages gestiftet. Dieser Tag wird wahrscheinlich auf den Tag des Kaiserbesuches festgesetzt. Gewitter und Ueberjchwemmungen. Flechingen, 4. August. Der N e ck a r steigt seit der Nacht auf Donnerstag fortgesetzt und führt stark schmutzige Wassermassen mit sich. Obwohl weiteres Steigen in Aussicht steht, ist ein Austritt aus den Ufern, außer an niedrig gelegenen Stellen, nicht zu befürchten. Ueber Schwäbisch- Gmünden ging in der Nacht auf Donnerstag ein furchtbarer Wollenbruch nieder. Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwehr zur Hilfeleistung requiriert, um in einem gefährlichen Punkt des Ueberschwemmungsgebietes, dem Gelände Psennigmühle, die Rettungsarbeiten aufzunehmen, wo das Wasser in den Straßen zwei Meter hoch steht, so daß die Rettungsarbeiten äußerst schwierig sind. Es gelang aber, die gefährdeten Bewohner zu retten. Der angerichtete Schaden ist teilweise sehr bedeutend. Auch in Aalen ist der Kocher sehr stark gestiegen und überschwemmt das ganze Talgebiet. Um 11 Uhr mußte der Löschzug und die Feuerwehr requiriert werden, um die teilweise sehr stark gefährdete Einwohnerschaft zu unterstützen. Der Schaden läßt sich zurzeit noch nicht feststellen, ist aber sehr bedeutend, da auch mehrere Brücken vom Hochwasser weggerissen wurden. Das ganze Talgebiet von Unter- Kochem bis Abtsgemünd ist überschwemmt. Aus Coburg wird gemeldet: Ueber das südliche Thüringen gingen in der Nacht auf Donnerstag schwere Gewitter nieder. Auf der Strecke Wuth-Ruhla wurde der Verkehr eingestellt. N 0 r d h a u s e n, 4. August. Die Zuflüsse der Saale, die W e r r a, bie Seine, die Oker, die Inner st e, die Bode und die Unstrut aus dem Thüringerwald und dem Harz führen seit Nachmittag Hochwasser und überfluten vielfach die Talniederungen. Berlin, 5. August. Auch gestern nachmittag ging wieder ein Wolkenbruch über Berlin nieder. In kurzer Zeit waren Plätze und Straßen überschwemmt. Zahlreiche Verkehr st örun gen traten ein. — InHamburg gingen gestern von 10 Uhr vormittags bis in die Nacht sehr starke Regengüsse nieder, wie sie seit langen Jahren nicht beobachtet wurden. — Zwischen Görlitz und Zittau richtete das Unwetter großen Schaden an. Dcriniuotcs». * Der größte Hut d e r W e l t. In der italienischeii Abteilung der Brüsseler 9Bc(tau§fte(limg ist ein Strohhut zu sehen, in bessen Innerem, wie jüngst eine Probe ergab, nidit weniger als 24 junge Mäbchen Platz fanben. Tas Monstrum, bas bie Leistungs- iähigkett ber italienischeii Slrohhutinbustrle illustrieren soll, hat einen Durchmesser von 3,25 Meter, ist 80 Zentimeter hoch und fern Umfang beträgt 10 Nieter. Man konnte diesen Niesenhut, wollte man ihn in einem Stück Herstellen, in keinem Züniner ober Fabriklokal fabrizieren, beim ba wäre er nicht zur Türe hiiiausziibringen gewesen; er würbe daher im Freien sertiggestellt. Es war auch nicht sehr einfach, für ben Transport nach Brüssel einen Waggon zu finden. Zur Fabrikation dieses größten Hutes der Welt wurben ') Kilonieter Strohflechte verarbeitet Vielleicht verwendet man ihn nach Schluß ber Ausstellung in bet internationalen Diplomatie: feine Größe würde es sicher erlauben, auch bie widerstreitendsten Juteressen — unter einen Hut zu bringen. ICunft »tue Wisscmchatz. H eidelberg, 4. Aug. Heute vormittag 91, Uhr wurde die erste wissenschaftliche Sitzung ber vom 4. bis 6. August unter dem Vorsitz von Geheimrat Prof. Tr. Weber-Heidelberg hier ragenben 36. Jahresversammlung der 0 p h t h a l m 0 l 0 g i s che n Gesellschaft durch Professor Sattler-Leipzig eröffnet. Die Präsenzliste weist eine Beteiligung von über 200 Mitgliedern und Fachgelehrten auf. Es finb nicht weniger als 48 wissenschaftliche Vorträge angemeldet. Als Träger des von Welzschen-Graese- Preises wurde Professor Stock-Freiburg für seine experimentieren! Arbeiten über Tuberkulose des Auges verkündet. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Tie 50 jährige Doktorjnbelfeier begeht am 10. August der ordentliche Professor ber Psychiatrie an ber Bonner Universität, Geh. Med.-Rat Tr. Karl Pelm an. P. ist 1838 zu Bonn ge- boren und lebt seit 1904 im Ruhestand. — Märkte. fc. Frankfurt a. M., 0. 'Aug. Heu- und Strohmarkt. Angefahren. waren 19 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu (neues) 3,40—3,80 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft gut. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Oberhessen, Friedberg imb dem Obertaunus. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Samstag Dem 6. August 1910: Zeitweise heiter, zunächst (heute) stärkere, später (morgen) meist schwächere Regenschauer, etwas kühler, Norbwest. ©riShiabDratytinclöiingett« Eine aufständische Bewegung in Spanien. Madrid, 4. Aug. Ter Deputierte Feliu hat im Namen Ton Jaimes an alle Katholiken Spaniens einen Au f- r u f erlassen zur Teilnahme an der katholischen Kundgebung, die für nächsten Sonntag in San Sebastian geplant ist. Aus den Provinzen Navarra, Alava, Biscaya und Guipuzcoa werden Anzeichen einer ausständigen Bewegung gemeldet. Es sind Truppen dorthin entsandt worden. Madrid, 5. Aug. Tie Regierung erteilte dem zuständigen Zivilgouverneur und dem Generalkapitän bie Anweisung, K und- gebungsumzüge nad) San Sebastian mit Gewalt zu verhindern und überall dorthin, wo es erforderlich sein sollte, Truppen zu entsenden. London, 5. Aug. Wie das Reutersche Bureau erfährt, nehmen bie Verhandlungen zwischen dem Gesandten Liberias und dem am er i ka ni sch en Botschafter über die Einzelheiten der Anleihe für Liberia ihren Fortgang. Gleichzeitig verhandelt ber liberiscke Gesandte mit der englischen und der französischen Regierung über die Frage des amerikanischen Vorschlags im allgemeinen. Tas englische auswärtige Amt sprach seine volle Zufriedenheit mit dem Plane der Vereinigten Staaten zur Beseitigung der schwierigen Lage in Liberia aus. Madrid, 5. Aug. König Alfons beauftragte Prinz Ferdinand, dem König voik Norwegen und Dem Großherzog von Hessen bie Insignien des Ordens vom goldenen Fließ zu überbringen. Al a d r i d , 5. Aug. Der 'M in i st errat hat sich mit Dem Plan der Einführung der allgemeinen Militärdienst- pflicht in seinen großen Zügen e i n v e r st a n d e n erklärt. t Lunaenkranke. I ■ Heilanstalt für 63 SCHÖMBERG bei Wildbad württbg. Schwarzwald. H BI Leit. Arzt: Dr. mcd. Bandelier. Spezialarzt f. Lungenkr. ■ « Sommer-11. Winterkuren — Mäßige Preise. Prospekte frei, y ss*77 Imäler Hel Darmstädter Möbel - Einrichtungshaus ftdwig Stritzinger Kunstgewerbliches Etablissement für Innenausstattungen Telephon 1441 DARMSTADT Heinrichstr. 67 Portofreie Zusendung meines Prachtkataloges. weltberühmt durch ihre Formenschönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständig frei ins Haus unter Garantie D24/6] von 10 Jahren das Hant-eiehcreme ♦»Chloro“ bleicht Gesicht und Hände in kurzer Zeit rein weitz. Wirksam erprobtes unschädliches Mittel gegen unschöne Hautfarbe, Sommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke, Hautausschläge. Mit aussührl. Anweis. 1 Mk., bei Einsend, von 1.20 Mk. franko. 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