Nr. 305 (Erffts Blatt 160. Jahrgang Donnerstag, 29. Dezember 19(0 Trr «Itttntr JPOO-LSf •wir' n erldjruit täglich, aufeer jffiiSMSr y fy ■■ y «GietzenerAnzelger Jör Die Redaktion 111, 15^ < “S^Sr General-Anzeiger für Vberhefsen LütaSyAJöruS «d Verla- der vrühfschen Univ.-Vvch- und SteindruLerei v. Lan-e. vedattlon. Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. bis pomüitafl» 9 Uhr. Expedition für vüdlngen: vahnhofpratze |6a. — Telephon Nr. 50. ve,«g4yreiSr monatlich 75 *01^ vierteljährlich AN. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15'BL, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „fteuille- ton", .DerrnifchleS' unb ,Gerichtssaal": K. Neurath; für ,Stadt und Conb*: L.Lrev; für den An-eigenteU: H. Beck. Vie Ermordung von Deutschen. An den Karolinen haben wir nie rechte Freude gehabt. AIS Deutschland sie in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts besetzte, erhob Spanien so energischen Widers pimch, daß Fürst Bismarck den Rückzug antrat, und die Streit- jrage über die Karolinen dem Schiedsgericht des Papstes •unterbreitet wurde, der sie Spanien zusprach. Und wenn wir die im Stillen Ozean gelegenen Inseln jetzt unser eigen nennen, so verdanken wir das nur dem im Kriege mit den Vereinigten Staaten zusammengebrochenen Spanien Unb seinen Geldnöten. Denn die Spanier mußten, nachdem sie Kuba und die Philippinen an die Amerikaner abgetreten hatten, die bisher ausrechterhaltene Fiktion von einem Kolonialreich sollen lassen und waren umso eher (1899) zu einer Ueberlassung der Inseln an Deutschland bereit, alS dieses ihnen für die Karolinen, Palauinseln und Marianen das nette Sümmchen von 25 Millionen Pesetas (ä 0,81 Mk.) zahlte, das sie bei ihrer noch durch den Krieg gesteigerten Finanznot nur zu gut brauchen konnten. Cs wird niemand behaupten können, daß sich dieses Geschäft in den folgenden 10 Jahren glänzend rentiert hätte. Viel war ja bei der Kleinheit der Inseln von vornherein nicht zu verlangen. Aber man hätte doch erwarten können, daß eine 10jährige deutsche Herrschaft den Unbot- Mäßigkeiten der Eingeborenen, wie sie unter Spanien gang und gäbe waren, ein Ende machte, zumal in diesen zehn Jahren die Karolinen einem überaus tüchtigen Verwaltungsbeamten, dem Gouverneur von Neu-Guinea, Dr. Ha hl, unterstellt waren. Statt dessen muß man nun hören, daß der Vezirksarntmann der Karolinen, Regierungsrat Bö der, und drei andere, ihm untergeordnete Beamte nebst ihrem Gefolge von Eingeborenen aus einer Inspektionsreise nach der der Regierungsstativn Ponape vorgelagerten Insel Dschokadsch niedergemetzelt wurden, und muß weiter aus den Auslassungen der „Nvrdd. Allg. Zta." vernehmen, daß es auf den Karolinen eingentlich nie ruhig war, ja, daß 1908 bereits ein Ausstand drohte. Zwar wird gleichzeitig betont, daß es den Bemühungen des Dr. .Halft immer gelang, die Unzufriedenheit der Eingeborenen $u beschwichtigen und z. B. den Ausbruch von Unruhen im Jahre 1908 durch Verstärkung der Polizeisoldaten und Entsendung eines deutschen Kriegsschiffes im Keim zu er- stuken, aber nur wenige Zeilen weiter wird offen zuge- aeben, daß die Lage schon im Juni dieses JahreS gesahr- crohend war und einem Aufstand nur durch persönliche Verhandlungen des jetzt ermordeten Bezirksamtmanns mit den Häuptlingen, sowie durch das Anlaufen des ostasiatijchen Geschwaders vorgebeugt wurde. Das hätte unsere Kolonialregierung zur Vorsicht mahnen müssen. Und wenn es natürlich auch keinem Zweifel unterliegen kann, daß der die Regierungsgeschäfte an Stelle bes (eit dem Monat Mai beurlaubten Dr. Hahl führende Vizegouverneur von Neu-Guinea, Dr. O ß w a l d, mit seinen Polizeisoldaten den Ausstand auf Dschokadsch niederschlägt, wenn nicht schon niedergeschlagen hat, da die Aufrührer mur 200 bis 250 Köpfe zählen sollen, und daß die Anwesenheit der deutschen Kriegsschiffe „Planet", „Kormoran", „Emden" und „Nürnberg" genügt, um die Bevölkerung der übrigen Karolineninseln im Zaume zu halten, fo wird man sich doch fragen müssen, was eigentlich ge- chchen soll, um dergleichen betrübliche Vorfälle für Die Zukunft zu verhüten. Wie es heißt, brüsten sich die Eingeborenen, die übrigens euf einer relativ hohen Kulturstufe stehen, noch immer mit sihren Massen erfolgen gegenüber den Spaniern, insbesondere mit der Erstürmung von Ponape. Ihr unbändiger Stolz will, wenn er sich auch der Herrschaft der Häuptlinge beugt, Lie Herrschast der Weißen um keinen Preis ertragen. Dieser fStolz aber wurde auss empsindlichste dadurch verletzt, daß man die Eingeborenen zur Zwangsarbeit bei den durchaus notwendigen Wegebauten heranziehen mußte, da eben alle anderen Arbeitskräfte fehlen und die glücklichen Kinder Les Stillen Ozean, deren Lebensbedürfnisse äußerst gering ffind, freiwillig keine Arbeit leisten. Ob das Bezirksamt tober seine untergeordneten Organe bei diesen Zwangsarbeiten die Eingeborenen falsch behandelt haben, baß sie sich Hafür an dem Bezirksamtmernn Böder unb seiner Begleitung rächten, bleibe dahingestellt, unb ebenso, ob nicht die kon- lessionelle Verhetzung, wie sie aus den Karolinen von den Protestantischen Liebenzellern und den katholischen Kapuzinern leider getrieben wird, das ihrige dazu beigetragen Kat, die Weißen in den Augen der Eingeborenen als uneinig und deshalb leicht besiegbar erscheinen zu lassen. Mieses Ereignis irgendwelche ffllitteilung zu machen. Berlin, 28. Dez. Die „Nordd. Allgem. 3tg." schreibt: Bei der Wiedergabe des amtlichen Telegramms betrefsend den Aufstand in Ponape ist ein Mißverständnis insosern unterlaufen, als gesagt wurde, es herrsche übrigens in Ponape Ruhe, während es richtig heißt, es herrscht in dem übrigen Ponape Ruhe. Den Namen Tscholadsch ober Jokoi führt eine kleine, Ponape nördlich vorgelagerte Insel, auf ber die Mordtat passiert ist, sowie Die südlich anschließende Landschaft auf der Hauptinsel Ponape selbst. Nach einem Telegramm ist anzunehmen, daß sich die gesamten Dschokadschleute im Ans st and befinden, während sich in den übrigen fünf Landschaften auf Ponape die Eingeborenen durchaus ruhig verhalten und größtenteils loyale Anhänger der deutschen Regierung sind. Berlin, 28. Dez. Die Schisse „Emden" sind von Tsingtau, „N ü r n 6 c r g" von Honkong am 28. Dezember nach Ponape gegangen, „Nürnberg" unter Anlaufen von Jap. lieber die Ansiedlung von Weißen und örtlichen Verhältnisse auf Ponape wird uns aus Berlin gefchrieben: Die letzten eingetroffenen Nachrichten lassen erkennen, daß lediglich die JokoftLeute unruhig sind, wahrend die übrigen Eingeborenen, die sich aus im ganzen 6 Landschaften verteilen, ruhig geblieben sind. Anfang 1910 waren aus Ponape i m ganzen 51 Weiße, davon 34 männliche und 17 weibliche Personen, vorhanden Fünf Ansiedler waren verheiratet. Mit Ausnahme der Missionare, die im Innern der Insel verteilt sind, wohnen die Weißen in der Kolonie Ponape, wo sie sich meist Durch Koprahandel mit den Eingeborenen ernähren. Ter Regierungssitz, in dem der ermordete Bezirksamtmann Böder selbst wohnte, befindet sich etwa eine halbe Stunde weit von der Kolonie. Die Oertlichkeiten sind durch steinerne Mauern, die noch aus spanischer Zeit stammen, gegen Ueberfälle geschützt. Tie Insel Ponape ist etwa 360 Quadratkilometer groß und die Zahl der sie bewohnenden Eingeborenen beträgt nicht, wie in einzelnen Blättern zu lesen war, 15 000, sondern nur etwas über 3000 Köpfe. Dagegen hat die Gruppe der Truck-Inseln etwa 13 000 Einwohner. Diese Inseln und Ponape finb die wichtigsten Gruppen der Ost-Karolinen, 'Tie Eingeborenen auf Ponape sind sehr kriegerisch, aber keine Menschenfresser, wie die Insulaner der Admiralitäts-Inseln. Sie rechnen zu den Mikronesiern und stehen etwa zwischen den Samoanern und Melanesiern. In geschichtlicher Beziehung kann noch nachgetragen werden, daß Ponape im Jahre 1905 durch einen Taifun verwüstet wurde. Tie Regierung hals den Eingeborenen mit Lebensmitteln aus, worauf diese später eine größere Zahl von Gewehren abliefertot. Ter neue Kolonialetat für 1911 sicht speziell für Ponape die Forderung für einen Landmesser vvr, wobei bemerkt ist, daß ,,bie_ Unfid)L* beit der Rechtsverhältnisse der Eingeborenen am Grundbesitz und der Landnutzung aus Ponape zu fortdauernden Fehden und Unruhen unter ber eingeborenen Bevölkerung geführt hat. Eine nachhaltige Besserung tarrn nur durch Feststellung der den einzelnen Stämmen und Dorfschaften gehörenden Gebiete erzielt werden". Für das gesamte Schutzgebiet, zu dem Ponape gehört, werden 700 farbige Polizisten angefordert, von denen aus die Ost-Karolinen, also Ponape, Truck-Inseln usw., 50 Mann entfallen Für die ganze Polizeitruppe wird ein Oberleutnant angefordert, da die Truppe bisher der fachmännisch-militärischen Leitung unb Ausbildung entbehrt hat. Namentlich im Hinblick auf die oft nickt leichten Ausgaben, die an die Expeditionstruppe herantretoi, erscheint eine militärische Ausbildung und Führung angezeigt. Line Einigung unter den Berliner Nationalökonomen. Berlin, 28. Dez. Dm schwarzen Brett ber Universität erschien eine Bekanntmachung bes Rektors bezüglich bes P r o f e s s o r e n st r e i t s. Danach tauschten bie Parteien, nachbem der Ausschuß ein gutachtliches Urteil abgegeben hatte, Erklärungen aus. Professor Bernhard erkennt auf Grund der ihm gewordenen Informationen an, daß seine älteren Fachgenossen ihn in seiner Lehrtätigkeit nicht ungebührlich beschränken wollten und nimmt die auf Grund dieses Irrtums ausgesprochenen Beschuldigungen sowie bie im Kolleg von ihm getanen Aeußerungen, soweit sie Vorwürfe gegen seine Facbgenossen enthalten, zurück; er versichert auch, den in ber Presse anonym erschienenen, ehrverletzenben Angriffen gegen seine Fach genossen sernzustehen. Die Professoren Wagner,Schmol- ler unb ©ering nehmen die in dem Schreiben vom 23. Juli gegen Professor Bernhard erhobene Beleidigung zurück und versichern, etwaigen, in der Presse gegen Professor Bernhard erschienenen ehrverletzenden Angriffen fern- zustehen. Beide Parteien versicherten, daß es sich in keinem Stadium ber Angelegenheit um grundsätzliche Gegensätze wissenschaftlicher, Wirtschafts- ober sozialpolitischer Art yan- belte. Hiernach erachtet der Rektor ben Streitfall für abgeschlossen. Der Papst und der sächsische Has. Der Baron b e Mathies, ber bekanntlich üt seinem Bilche ben König Friedrich August wegen seiner Haltung zum päpstlichen Hirtenbrief beleidigt hatte, hat, nachbem bie Sache schon beigelegt schien, ben sächsisck^en Hof aufs neue zu ärgern angelangen. Das „Dresbner Journal" schreibt: Das „Dresdner Journal" brachte am 23. Dezember bie Mitteilung, daß Baron be Mathies dem Könige sein Bedauern über die in seinem Buche „Wir Katholiken und die andern" enthaltenen beleidigenden Bemerkungen aussprechen ließ. Diese Mitteilung wie die andere über bie beabsichtigte Aenderung der beleidigenden Stelle in der zweiten Auflage des Buches halten wir aufrecht. Nachdem aber dieser Mitteilung Dementi entgegengesetzt wurde, wird nun von dazu berufener Stelle daraus hingewirkt werden, daß der Wille des Papstes ganz ausgeführt werde, brr nach unserer früheren Mitteilung in Nr. 266 am 27. Nov«nber dahingeht, daß er sobald als möglich einen öffentlichen Widerruf und eine EntsäuUdigunp leitens Mathies herbeiführen werde. In der Angelegenheit bes Prinzen Max ist irgend eine amtllche ober halbamtliche Mitteilung bes Vatikans bisher nicht erfolgt. „Sortiere b' Italia" bestreitet entschieden, daß die Inquisition sich mit ber Revue „sJio- ma e l'Oriente" befassen werbe unb erklärt, die genannte Revue werbe fernerhin regelmäßig erscheinen. Aus L)es?en. Nach dem Staatsbudget für 1911 ist unter Domänen des Großh. Hauses für das Nesidenzschloß zu Darmstadt das Erneuern der Schieserbedachung des Mittelbaues des Neuen Schlosses, sowie die gründliche Herstellung der Hoskirche in Tünch, Anstrich und Vergoldung usw., Einrichtung einer neuen Luftheizung, sowie elektrischen Lichtung für zusammen 22 300 Mk. vorgesehen. Mr Neubauten und größere Herstellungen sind unter diesem Kap. 2 noch vorgesehen: Neubau der Wiesenwärterwohnung Maulbeeraue 11300 Mk., Forstwartwohnung Baumgarten 7000 Mk., Erweiterung auf Hof Grävebruch 12 500 Mk., Hof Haina 4200 Mk., Domaniglhof zu Ober-Tauernheim 3800 Mark, Hof Konradsdors 11 450 Mk. Die Kosten der Erhebung der Domanialgefälle sind auf 81 350 Mk. vorgesehen. Von den 85 Oberförster st eilen mit einem Kostenaufwand von 434 159 Mk. sind die Gehalte der Oberförster für die Oberförstereien von Friedberg, Schaafl-eim, Trebur, Wieseck und WormS nur auf den Inhaber bewilligt, mit der Maßgabe, daß längstens binnen fünf Jahren diese Stellen auf* gehoben werden sollen. Für Kulturkosten der Oberförstereien lind statt der im Vorjahre angesetzten 404 000 Mk. nur 354 000 Mark, also 50 000 Mk. weniger, vorgesehen. Die Oberförstereien hatten dagegen 10 000 Mk. mehr, also 414 000 Mk., gefordert. Als Zuschuß zu den Geländeerwerbskosten für die Nebenbahn Grebenhain—Gedern sind 210 366 Mk., also mehr 10 000 Mk., vorgesehen. Unter Kap. 3, Weinbaudomänen, sind an Einnahme aus verkauftem Wein 120 000 Mk., also 50 000 Mk. weniger wie im Vorjahre, eingestellt. Hierzu wird erläuternd bemerkt: Zur Zeit der Aufstellung des Budgets lagern 257 Halbstück Wein gegen 259 Halbstück des Vorjahres. Dazu kommen die im Herbst 1910 zu erntenden Weine, bereit Menge sich zurzeit noch nicht angeben laßt. Hiervon -veckden im Frühjahr 1912 bie 1909 er Weine zur Versteigerung gelangen. . Die Herbstergebnisse des Jahres 1909 waren infolge des Auftretens des Heu- und Sauerwurms in Rheinhessen im allgemeinen recht gering Zur Versteigerung werden deshalb aus diesem Jahrgang nut etwa 95 Halbstück kommen. Nach den Rentabilitätsberechnungen aus den Jahren 1900 bis 1907, dem letzten Jahre, aus dem der gewonnene Wein versteigert worden ist, wurde ein Durch» schnittsgewinn erzielt für Bodenheim 0,30 Proz. Verzinsung, Nackenheim 2,85 Proz., Oppenheim 5.03 Proz., Bingen 0,87 Proz., Gesamtdurchschnittsrente für 1907 0,11 Proz., an Durchschnitts- rente für sämtliche Jahre und Güter 2,45 Proz. Von einer Ausstellung der Rentabilitätsberechnung für das Weingut an der Bergstraße muß zunächst abgesehen werden, da dort nur Wust- felber erworben wurden, bie zunächst zu Weinbergen neu angelegt werden mußten und deshalb in den nächsten Jahren keinen normalen Ertrag liefern. Zudem dienen gerade diese Weinberge den Zwecken der Landeskultur und zur Förderung des barnizber* liegenden Weinbaues. R. B. Darmstadt, 28. Dez. Im Anschluß an bie Tati- sache, daß zwei Mainzer Volksschullehrer den ihnen zum Geburtstag des Großherzogs verliehenen Orden nicht angenommen haben, war von einigen Blattern eine Erzählung über eine Unterredung zweier Vertreter des hessischen; Landeslehrervereins mit dem Chef der Schulabteilung, Gebcimerat S ü f f e r t, verbreitet worden, die den wahren Sachverhalt auH den Kopf stellt. Es ist zunächst unwahr, daß Gehcimerat Süffert ben beiden Herren gesagt hätte: „bie Lehrer sollten sich nicht so viel um Politik bekümmern". Die Herren hatten in ihrer Unter- rebintg gebeten, hoch dafür einzutreten, daß den Lehrern das« passive Wahlrecht in der Landgemeindeordnung gewahrt bleib an möge, das von der Regierung bekanntlich in der Vorlage ausgenommen, vom Ausschuß aber wieder gestrichen worden war. Geheim erat Süffert sagte den Herren zu, diesen Wunsch dem Herrn Minister zu übermitteln, trotzdem er darauf Hinweisen müsse, daß man auch sehr gute Gründe für die gegenteilige Ansicht anfuhren könne, da ja gerade bei kleineren Verhältnissen auf benti Lande die Parteistreitigkeiten leicht auch auf die Schule selbst übertragen werden könnten. Bezüglich der Ordensmigelegenheiö hat Geheimerat Süffert lediglich im Hinblick auf den Artikeh eines Blattes, worin die Äblehnung der Ordensatrszeick,lnungs durch die beiden Lehrer als eine mannhafte Tat gepriesen rooiben toar, bemerkt, daß er diese Ablehnung nicht als eine „mannhaft^ Tat", sondern eher als eine Ungehörigleit der Regierung gegenüber betrachten müsse, zumal die Orden doch vcm allerhöchster Stelle ver^ liehen würden. Don Bemerkungen, wie „Beleidigung des Großher- zogs oder dergl. ist absolut keine Rede gewesen. Daß die obere Sck)ack-, behörde bie Grunde für die Ablehnung der Auszeichnung Fnuiert lernen wollte und die Lehrer deshalb vom Kreissckmlinspekto« befragt wurden, ist nach der amtlichen Auffassung doch ein durchaus nickst zu beanstandendes Verfahren. Deutsches Ueich. Nach dreitägiger, durch die Weihnachtsfeiertage bedingter Ruhe-, pause wurden am Mittwoch die Verhandlungen in dem Moabiter Krawallprozeß vor ber dritten Strafkammer des Landgericksts I unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Lieber nnebed ausgenommen. Die Zahl der erschienenen 'Mngeflagten beträgt nur noch acht: auch sind nur zwei Verteidiger zugegen. — Die Beweisaufnahme über den allgemeinen Teil der Anklage wurde fortgesetzt; es ist wenig Aussicht vorhanden, daß die Verhandlung bis MitteJanuar zu Ende tzehtt Hauptsächlich wurden wieder die Vorgänge in dem Pilzlchen Lokal erörtert. Ausland. Im italienischen Senate gedachte Mortara be£ U n g l ü cks, das vor zwei Jahren über Messina und Reggio di Calabria hereingebrochen ist und drückte seine Freude darüber aus, baß beide Städte aus den Trümmern wieder erstehen. Der Ministerpräsident schloß sich den Worten des Vorredners an unb betonte, die Mitttk nxckche von der Regierung für die heimgesuchten Gegenden zur Verfügung gestellt worden, beliefen sich auf einige fyuubertt Millionen. M an batte bie bisherigen Ausgaben von 138 Millionen aus den lieber* schüssen des Budgets beftreiten können. Er möchte betonen, daß im Gegensatz au anderen Völkern, bie, wenn fit von ähnlichem Unglück betroffen würben. Kredit in Anspruch nehmen mußten,. im 1 daß nenden Behandlung der ihm anvertrauten Pferde lobend bedacht. *♦ Der Evang. Arbeiterverein feierte am dritten Feiertag in dec Turnhalle [ein W e i h n a ch t s s e ft. ip xHprnnffnffiinn rtinr nuf finfitrfil n»tk uni»« Au» Stadt und Land. Dieben, 29. Dezember 1910, vo» der vott-zühlung. Kreis SchottnL, ^Schotten, 28. Dez. Unser Kreis zählt fetzt eine Bevölkerung von 27 742 Personen. 1905 waren cS 27 042, so daß die Zunahme rund 700 beträgt. vernehmen an der Förderung der republikanischen Parteisache. Roosevelt wolle der Wiederaufftellung Tasts als Präsi- dentschaftskandidat für 1912 rückhaltlos zustimmen. Wie auS Washington berichtet wird, werden im Jahresbericht deS HandelSfekretärS strengere Bestim- mungengegendieDampfergesellschaften empfohlen, hie Einwanderer befördern, sowie Geldstrafen für die Gesellschaften, welche Irrsinnige oder Einwanderer mü ansteckenden Krankheiten nach den Vereinigten Staaten befördern. Ferner wird befürwortet, daß alle wichtigen industriellen Gesellschaften, deren Geschäftsbetrieb über mehrere Staaten sich erstreckt, die wesentlichen Tatsachen deS Geschäftsbetriebs dem Bundeäorgan! herichten sollen. ** RrngkSmpfe int Kolosseum. Bei gnk besetztem Dause wurden gestern abend die Kämpfe fortgesetzt. Zunächst gab es einen interessanten Kampf zwischen Eggeberg-Finnlano und Hes;-Mannheim. Ter Finnländer ist seinem Gegner an Gewicht und Kraft bedeutend überlegen, trotzdem verteidigte sich Heb gut, bis Eggeberg nach 7 Min. durch Schleuder griff siegte. Dann hatte Hi tzler gegen den neu emgetretenen Indianer Bill zu ringen. Zu Begum des Kampfes glaubte wohl jeder, Hitzler müsse seinem gewaltigen Gegner in kurzer Zeit unterliegen. Vermöge seiner Gewandtheit wies Hitzler jedoch alle noch so stürmischen Angriffe seines stürmischen Gegners zurück, bis der Kamp | nach 20 Minuten ohne Ergebnis abgebrochen werden mußte. Als 1 drittes Paar rangen der riesenhafte Türke NurllahundWing- Harts-Württemberg. Trotzdem dieser, der vorher als Athlet auftritt, erstaunliche Proben seiner Kraft abgelegt hatte, brauchte der mit Niesenkrästcn begabte Türke nur 4 Min., um seinen Gegner auf beide Schultern zu werfen. Zum Schlüsse gab cs noch einen interessanten Kampf zwischen Christensen-Schweden und dem amerikanischen Ringerriesen Jackson. Obgleich dieser vermöge seiner Größe im Vorteil ist, bedient er sich nicht immer cm» wandfreier Griffe. Tas Publikum gab durch Zuruf seinen Unwillen kund. Erst als Jackson vom Leiter der Konkurrenz erne Verwarnung erhielt, besann er sich eines besseren und siegte dann nach 9 Min. Heute findet u. a. der EntscheidungS- kampf Eggeberg gegen Christensen seine Erledigung. ** Maul- und Klauenseuche. Reue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Klinken, Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin; Linde nau, Herzogtum Sachsen- Meiningen; Gräfenroda, Herzogtum Gotha; Hoch- stadt, Regierungsbezirk Oberfranken. AuS Johannesburg wird berichtet: Während der Feiertage haben im Randminengebiet verschiedene Kämpfe mit Eingeborenen stattgefunden. In Rcn»-Kleinsvntain griffen die Eingeborenen die Polizei mit AssegaiS an. woraus die Polizei von ihren Schußwaffen Gebrauch machte und drei Eingeborene Itötete. In Ctydeepmine fand ein heftiger Kampf statt, wobei drei Eingeborene getötet und viele verwundet wurden. In Lang- Laagtemine wurden seck)s Eingeborene getötet. Die Vertreter der beteiligten Äiächtc besuchten nach einer Reutermeldung das Auswärtige Amt in Peking, um sich über die Hukuang-Anleihe zu besprechen, die China aufnehmen will. Eine Versammlung der am Bau der Jschang—Szetschwan- bahn beteiligten Gesellschaften beschloß den Bau der Linie Jtschang I auf zu schieb en und Tschunking mit Tschoengtau zu verbinden. (£boi/- so wurde beschlossen, eine Million Dollars zum Ankauf von Schleppdampfern für den Transport des EisenLahnmaterials nach Sretschroan zu verwenden. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 28. Dez. Am Tage vor Weihnachten wurde an hiesige Ortsarme die Zarenspende verteilt. Die Empfänger erhielten Geldgeschenke, je nach Bedürftigkeit, im Betrage von 10, 15 uno 20 Mk. Anderen wird für längere Zeit jede Woche Brot und Heizungsmaterial (Preßklötze) überwiesen werden. — Allgemein war man der Meinung, daß sofort nach Neujahr mit den Erdarbeiten unseres neuen Bahnhofes der Anfang gemacht würde. Nun wird es wohl doch etwas länger dauern. Die Submission vom 2. Dezember d. I. ist aufgehoben worden. Damals war die Differenz der Angebote der Bau- sirmen sehr groß; der Unterschied zwischen der niedrigsten und höchsten Einreichung betrug nahezu eine Million Mk. Nun sind die Arbeiten erneut ausgeschrieben worden und der Angebotstermin ist am 10. Januar 191L Die Vol- ** Der nette Wandkalender deS Gießener lendungsfrist der Erdarbeiten beträgt 20 Monate. Anzeigers, der in den nächsten Tagen den Beziehern L. Bad-Nauheim, 28. Dez. Unsere Rodelbahn zugestellt werden wird, ist ein echtes Stück hessischer Kunst Johannisberg, die vom Rodelverein schon vorher in unb von Otta Ubb-läbN, h™ LmV-ZL ben Stand gestht war, wurde heute nachmittag eröffnet und von Otto Ubbelohde, dem bekannten hessischen ^d war von Ändern und Erwachsenen gut befahren. Maler, enlworlen. lleber dem Düenderfeld ist der Blick Friedberg, 28. Dez. Tie Landw. H°upt. vom Staufenberg Über dre Lahnniederung nach dem Glei- genoss en schäft für Oberhessen hielt heute im berg, Vetzberg und Dünsberg in der markigen, festen Art Hotel Trapp ihre 10. ordentliche Hauptversammlung, des Künstlers mit sicherem Blicks für das Typische der Land- bie stark besucht war. Da die Beschlüsse der 9. Generalver- schäft wiedergegebeu. Ueber den Dächern Staufenbergs ^^nstandet woroen waren, so erst lgte die noch- (i* ii»fA ku k o rt rnJ , | malige Genehmigung der Beschlüsse mit großer Mehrheit, erheben sich links die hohen Schlote der Lvllarer Eisenwerke, Der Geschäftsbericht für 1909 wurde genehmigt und dem Ui der Mitte der malerische Weiler Kirchberg und über der Rechner Entlastung erteilt. Tie Jahresrecynuug für 1909 Lahn daS Dors Ruttershausen, hinter dem die bergigen Wäl- schloß mit einem Gewinn von 3316 Mk., der nach Abschrei- der misstreben, die dom Dünsberg unb den beiden Ruinen bung von 1767 M!. -ms Gewinn- und Verlustkonto einen bom Kalenderseld sind die Marktverzeichnisse mit ent- ausscheidenden Vorstandsmitglieder: Bürgermeister Wilhelm sprechenden Sinnbildern angebracht.. Holler-Oberhörgern, Rendant Karl Dietz-Rockenberg, Land- e wirt Heinrich Friedrich Bär-Groß-Karben durch Zurus - In Audienz empfangen wurden vom ®toß» Verhandlungen schloß sich ein gc- Herzog am Mittwoch u. a. der AttachS bei der deutschen öoH C1 1 „ . scha,l in London Riedesel Freiherr zu Eisenbach, , ^5^'^°uhelm, L8. Dez. DaS gesamte Per- Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher von Gießen lonal oesRheiu-MainischenVerbandstheaters Kammerjunker Dr. Freiherr v. Rabenau von Großew 6ab heute abend im Svrudel-Hotel Gustav Freytags „Jour- Buseck, F-eldbercinigungSgeometer Maurer von Büdingen, 11 a ft en“- “affine Lustspiel erfreute sich einer der ordentl. .Professor der Forstwissenschaft Ar. Weber •— c— von Gießen. ptaTIni anverorLenLlche HllfSgucklen nicht ta .Anspruch zu nehmenISöhne, Likörfaörck/Hier beschästtat'. Aus"diesem Anlaß rfx hrit*; die Firma eine Festlichkeit und überreichte M «f,°7b ’ dem Zbilar der seine Arbeit allezA treu und gewisten- Üaa ab mV der Beschluß gefußt, dm GesamtauS stand der hat, ern namhaftes Geldge)chenk. Auch vom SüerbcmdSmitgljeder boryubereilen, um gegen die Verutteilung I h^bsigen wurde der ^ubilar wegen der fcho- peS Rvumer SyndikatSsekrctärS Durand Wwerspruch zu erheben. ***** ** x Ein Londoner Platt meldet auS Newyork: Alle Meinungsverschiedenheiten zwischen Taft und Roosevelt sind de igel egt. iGegenwärtig arbeiten fi# in vollkommenem Ein- DaS Ergebnis der Volkszählung in unserer Stadt ist jetzt amtlich nachgeprüft und ergab eine Einwohnerzahl von 31044 gegen 29 149 1905 und 30 223 bei der Berufszählung 1907. — 9tach der amtlich auf Grund der polizeilich erfolgten An- und Abmeldungen fortgeführten Personenzählung sollte unsere Stadt 34 000 Personen zählen. ;— Die Gesamtzahl der vorhandenen Familien belief sich am Dezember auf 5519 und zwar 5079 Familien von zwei und mehr Personen, 379. einzeln lebende Personen und 61 Familien in Anstalten. Die Zahl der bewohnten Häuser betragt 2240, die Zahl der unbewohnten Wohnhäuser 116, behördliche Gebäude, Schulen usw. wurden 54 Sezählt, Hütten, Zelte und Bretterbuden waren 35 und Wohnwagen zwei vorhanden. Der Kreis Gießen hat nach der jüngsten VolV- -zählung eine Einwohnerzahl von 93 945 gegen 88476 vor 5 Jahren, so daß eine Vermchrung um .5469, Seelen ein- getreten ist. Kreis Büdingen. x Echzell i. d. W., 28. Dez. Unsere Wasserler- veutsche Kolonien* Ituna ist jetzt nahezu vollendet. Die Leitung ist an das nfierTpirttirt 111 fr r « n (> + ßXfUw trUK», staatliche Wasserwerk Lauter—Bad-Nauheim bei Berstadt ander Tod einen ai^ den Rechel Mr skLnEn alt^i geschlossen. Der Hochbehälter faßt etwa 200 Kubikmeter, Afrikaner gerissen, den Oberleutnant d. L. E d m u n d ^b^ungrstZVr Kilometer lang. Die Baukosten betragen "Sä”U‘EWfEK 500 Rlark als Weihnachtsgratifikation überreichen. ... ö ^VW(V Homberg, im Dezember. Eine seltene Belohnung erlaubte ihm die Ungunst der Verhättnilse nicht, seine Ver- kvurde einem Rtädchen aus einem Nachbardorfe für treue suche zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Glücklicher Dienste zuteil. DaS Mädchen hatte sich im Oktober 1898 zu mar er mit der Ausführung einer anderen Idee. Es war einer Wiesbadener kinderlosen Dame vermietet. Die Tarne - Schutzgebiet schon lange schmerzlich empfunden worden, starb Mitte November. Daß sie bei ihrem Tode der treuen toWftaht-7^* be- Dienste ihres Mädchens nicht vergessen hat, bewies eine Er- D a m p und^kchtÄ re^mMg" dem Mädchen unlängst durch da- Wiesbadener Swakoprnund, Lüderitzbucht und der Kapkolonie ein. Für ^"ESgericht gemacht wurde. Dieser (Eröffnung zufolge hat die koloniale Sache bedeutet sein Tod einen Verlust b,c Dame das Mädchen in ihrem Testament reich bedacht. ------ 1 Sie vermachte ihm ihre goldene Uhr, eine vollständige Zimmereinrichtung, eine beträchtliche Menge Weißzeug und außerdem in Wertpapieren 25 000 Mk. m. Offenbach, 29. Dez. Gestern mittag woUte tri der Lederfabrik von Mayer & Sohn der Lehrling Johann Sattler seinen Revolver einem andern Lehrling zeigen. Bei dieser Gelegenheit ging ein Schuß los und traj den Lehrling Georg Lorenz in den Kopf, der alsbald eine Leiche war. — Eine Ehrengabe von 25 Mk. für Kriegs te ilnehrner soll nach dem Beschluß des Ver- sassungs- und Vermögensausschusses auch den Nichtkombattanten überreicht werden, die auf dem Kriegsschauplatz anweserrd waren. In bezug auf die Befreiung von der Kommunalsteuer wurde beschlossen, der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, den Veteranen der Kriege 1864, 1866 unb 1870, die ein Einkommen unter 1100 Mk. haben, die Kommunalsteuern wieder zurückzuerstatten. Dadurch soll verhindert werden, daß diese Leute ihr Kommunalwahlrecht verlieren, weil ihnen die Gemeindesteuer^ erlassen werden. Zum Anspruch auf diese Ehrengabe haben sich über 220 Veteranen gemeldet. -o. M a i n , 28. Dez. Schon wieder ist hier eine D l u t - tat zu verzeichnen. Ter 21 Jahre alte Sohn des Wines Krämer hier, der bei den 14er Pionieren in Straßburg im ersten Jahr dienende Adam Krämer, hat heute nachmittag nach 5 Uhr im Hause seines Vaters in seinem Zimmer zuerst seine Braut, die 18 Jahre alte Agathe Verndtroth, durch einen Schuß in die Schläfe g e - tötet und dann sichselbstindieSchläse geschosien. Der Mörder lebte abends noch, es scheint jedoch ausgeschlossen, daß er mit dem Leben davon kommt. Die Kugel sitzt im Gehirn und konnte bis abends nicht entjernt werden. Krämer hatte seit Jahren mit der Verndtroth ein Verhältnis, bem auch ein Kind entsprossen ist, das jedo»ch starb. In der letzten Zeit duldete der Vater des Mädchens daS Der- bältnis nicht mehr, und als am Samstag Krämer in Urlaub kam und mit ihr zusammen traf, verschloß der Vater dem Mädchen die Wohnung. Nachdem es die letzte Nacht in einem fremden Hause Unterkommen gesucht hatte, scheint zwischen dem Paar der Entschluß entstanden zu sein, aus dem Leben zu scheiden. Daraus deutet ein Bries bin, der nach der Tat gefunden wurde, in dem das Mädchen von seinen Angehörigen Abschied nimmt Die Tat geschah, als Krämers Urlaub eben zu Ende war und er nach bem Bahnhof gemußt hätte. Krämer genoß nicht den besten Leumund und hatte vor seiner Militärzeit viel mit der Polizei zu tun. w. Worms, 28. Dez. Durch Herabfallen eines durch die Last des Schnees zerrissenen Telegraphen- draht es, der mit der Blankleitung der elektrischen Straßenbahn in Berührung kam, wurde heute nacht au dem Neumarkt ein Postillon getötet ,b.j Hessen-Nassau. X Aus bem Hinterland, 28. Dez. Der ®e< sindewechsel, der sich alljährlich am dritten Weihnachtsfeiertag vollzieht, verliett immer mehr seine frühere Bedeutung.' Peitschenknall und Gesang ist vollständig verstummt. Die Wanderung der wenigen Dienstboten, die jetzt noch aus unserer Gegend m fremde Dienste gehen, geschieht in aller Stille. Landwirtschaft. ** Darmstadt, 28. Dez. Wegen Krankheit ist Veh. ftofc rat Professor Tr. P. Wagner nicht in der Lage, den auf bem* Vortragskursus für praktische Landwirte vom 3. bis 7. Januar übernommenen Vortrag am 3. Januar halten -u können. Als Ersatz ist Professor Dr. A. BackhauS-Berlin eingetreten, der über die Südamerikanische Landwirtschaft sprechen wird. Backhaus ist über 4 Jahre in Südamerika (Pionterüdea) gewesen. Sport. ^DerSchiklubWinrerlportGieben schreibt wiL: Die ungünstige Witterung vor den Feiertagen veranlaßte uns, unteren Kursus vorläufig abzusagen und ben Kursleüer von seinem Amte zu entbinden. Nack) der neuerlich eingetretenen, für beit Schilauf äußerst günstigen Witterung versuchten wir sofott telegraphisch, Herrn C. I. Lutter zurückzurufen ober einen Vertreter zu gewinnen. Unsere Bemühungen waren seither aber ohne Erfolg, da Herr Lutter sich ohne nähere Adresse im sächsischen Erzgebirge aufhält unb auch dem Hauptvorstand des D. S. B. augenblicklich kein Schilehrer zur Verfügung steht. Der Kursus findet deshalh erst in einiger Zeit statt, und wird wie üblich, im Anzeigenteil de» Gieß. Anz. bekannt gegeben werden. Interessenten ist aber (M legenheit gegeben, sich an den Uebungsiahrten deS Klubs zu bet teillgen, die heute beginnen und bis zum Schlüsse der Weihnacht-- ferien dauern werden. Anmeldung oder Auskunft au dcu ch ben seitherigen Inseraten angegebenen Stellen. Amtlicher Wetterbericht. 7 D eff entliehe Wetterdienst st eile Gieße«. Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem 80. Dez. 1910? Niederschläge, meist Schnee, südwestliche Wmde^ milder. Telegramme lückenhait. Schneebericht: Herbstein 25 cm, Gedern 82 an, Schotten 16 cm, Kreuzberg (Rhön) 60 em, Feldberg (TaunuS) 7V em, Hoho» rodSkops 50—60 cm. Schtbahnen überall gut. Letzte Nachrichten. Neustadt a. o. H., 29. Dez. Die durch den voi> gestrigen Schnee sturm verursachten Störungen im Telephon- und Telegraphenbetrieb halten immer noch an. Dagegen haben die Zerstörungen un Bahnverkehr nachgelassen. t I Paris, 29. .Dez. DaS Syndikat der Arbeitervereins Sen hielt gestern eine Sitzung ab, in der beschlossen e, am nächsten Sonntag eine große Versammlung gcgeu das Urteil, sdurch das der Arbeiterführer Durand zum Tode verurteilt wurde, abzuhalten und dabei die Vorbereitungen zum Hauptausstand zu treffen, um dadurch di« Freilassung Durands und die Wiederaufn Arrak Rum. ,' IBowleu weine Kaviar ' । nur erste Qualitäten , x empfiehlt (•*• < M. Iteger teM. j Heinrich Driesch. ( Vogelfutter Taubrn- u.Hühnnfuttrr bette Mlschungen emvstehll billigst 7lU5 H. F. Nassauer Neuenweg 15. Rum Arrak Punschessenzen offen und in Flaschen . xk Flasche von 90 Psg. an. Gebrüder Adami, MSuSburg 14. 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