Nr. 304 Lik. 771 3 6 1 612 346 483 221 6 256 276 975 420 198 641 720 891 1 627 496 . 4- 7 246 4- 6 824 gegen 1910 — 86 Mk. 4- 32 7ö8 M LrfchetrU täglich mit VuSnahm« Ut Sonntag«. Tie „Siebener Familien blätter** werden dem ,91naeifler* viermal wöchentlich beigelegt, daß „Krtlsblatt fflr tat Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Leit' fragen** erscheinen monatlich zweimal. Mittwoch, 28. vezemder 1910 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul' stratze 7. Expedition und Verlag: «--Obi. Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGreßen. 1. Zentralverwaltung mit . . . . 2. Lokal' und Polizeiverwaltung mit 3. Kirchen- und Religwusgemein- fchaften mit........ 4. Bildung iin5 Erziehung, Kunst imb Wissenschaft mit..... 5. Oeffemliche Gesundheitspflege und Veterinärwesen mit..... 6. Fürsorge für Hinterbliebene von Beamten, Unterstützungs- und Versicherungswesen mit . . . 7. Landeskultur- r;tb Landwirtschaft mit......... 8. Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe mit....... — 23 139 „ ................, — 29 825 „ ^rn einzelnen sei folgendes bemerkt: In dein Abschnitt Zentralverwaltung wird bei den Portorosten infolge der Kündigung des Portoversionierungsabkoms- men Vitt der Post, Verminderung der Speditionstage und anderer Maßnahmen mit einem Wenigerbcdarf vmr 12 200 Mk. gerechnet. Z ent xat bauwesen ist die Einstellung eines Betrages von 12 500 Mk. für Errichten eines Anbaues an das Maschinenbau-Laboratorium V für die Aufstellung von Papiermaschinen dte der technischen Hochschule aus Fabrikantenkreisen überwiesm wurden, zu erwähnen. MiN'sterium des Innern, belaufen sich die Einnahmen auf insgesamt 7 321 758 Mk., die Ausgaben auf 19 967 355 Mk. An dem hiernach 12 645 597 Mk betragenden Zuschußbedarf — 1910 --- 12 650 799 Mk. sind die einzelnen Abschnitte der Hauptabteilung hne folgt beteiligt: Zuschußbedars überhaupt ist zu bemerken, daß sich die von Preußen den Staaten der Hessisch- Thurrngischen Lotteri eg em ein schäft zu zahlende Rente nunmehr nacl) Ablauf der ersten fünf Vertragsjahre, in denen eine Rente von 1630 000 Mk. zu zahlen war, auf 163/1113 des rechnungsmäßigen Ueberschusses der preußischen Lotterieverwaltung, aber auf nicht mehr als 1630000 Mk. berechnet. Für 1911 liegt ein Voranschlag der preußischen Lotterieverwaltung noch nicht vor; für 1910 ist aber der Ueberschuß einschließlich der zu zahlenden Rente m einer Höhe veranschlagt, daß für Hessen-Thüringen sich die bisherige Rente ergibt. Da anzunehmen ist, daß ein Rückgang des Ueberschusses in nächster Zeit nicht eintritt, kann für 1911 mit Der bisherigen Rente gerechnet werden und es ist deshalb auch wieder als diesseitiger Anteil hieran der Betrag von 805 810 Ml m den neuen Etat eingestellt worden. Gegenüber der Bedeutung der Mission des Erzherzogs Franz Ferdinand in Ofenpest tritt der Inhalt der Delegationstagung einigermaßen zurück. Man wird sich dort, da der ungarische Reichstag sowohl das Bankprovi- soruim, als auch den Handelsvertrag mit Serbien vertagt hat, vorläufig nicht mit diesen Materien beschäftigen können, sondern zuerst in die Beratung des gemeinsamen Budgets für 1911 eintreten, wenn auch bei der vorgeschrittenen Zeit zunächst nur in der Form eines Budgetprovisoriums für die nächsten Monate. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß schon hierbei alle die Fragen, mit denen sich^die Delegationen erst in ihrer Frühjahrstagung beschäftigen sollen, angeschnitten werden, daß also die Erneuerung des wirtschaftlichen Ausgleichs zwischen Oesterreich uno Ungarn ebenso in die Erörterung gezogen werden wird, wie die Einführung der zweijährigen Dienstzeit, die Erhöhung des Rekrutenkontingents, die Neube- wasfnung der Arttllerie und der Bäu von Dreadnoughts. Uno wenn die Reise des Erzherzogs-Thronfolgers nach Ofenpest zur Eröffnung der Delegationen das ihrige dazu beiträgt, die Ungarn diesen mit einer großen Belastung ihres Haushalts verbundenen Vorlagen geneigt zu machen, so hätte sie ihren Zweck voll und ganz erfüllt, und der Erzherzog auch hier ein Werk vollbracht, baä Oesterreich- Ungarn nur zum Segen und dem Dreibund nur zu einer weiteren Stärkung gereichen kann. II. Zur Hauptabteilung IV: Lotterie mung sämtlicher Agnaten erfolgen könnte, so wird es zunächst auf die Ungarn ankommen, wie diese sich zur Frage der Erhebung der Herzogin von Hohenberg zur Königin stellen. Möglich, daß man in Ofenpest nur bereit ist, 5er Fürstin Hohenberg ad personam den Ehrentitel einer Königin von Ungarn einzuräumen, und man sich in Oesterreich damit begnügt, ihren Kindern, vielleicht unter dem Titel Herzöge von Lothringen, das Recht der Ebenbürtig- keit zu verleihen. Viel wahrscheinlicher aber ist es, daß, wenn der Thronfolger es versteht, die Herzen der Ungarn zu gewinnen, er seine Gemahlin in Budapest mit Zustimmung des Parlaments als rechtmäßige Königin von Ungarn ausrufen lassen kann und, hierauf gestutzt, auch in Wien kaum vergeblich fordern würde, daß feine Gemahlin als Kaiserin von Oesterreich in die Hofburg einziehe. Ist aber das erst erreicht, so dürfte die Anerkennung der Sukzessionsberechtigung seiner Nachkommen, die in Ungarn dann feststeht, auch in Oesterreich keinen Schwierigkeiten mehr begegnen. Bei der Hauptabteilung V: Direkte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Einnahme» aus verschiedenen Quellen ist zunächst ein starkes Steigen der Einnahmen aus direkten' Steuern hervorzuheben. Bei Anwendung der auch nn Finanzgesetzentwurf für 1911 vorgeschlagenen 1910 er Sätze werden bei der Einkommensteuer 376 500 Mk. mehr, also mm 14 234 000 Mk., und bei der Vermögenssteuer 34 967 Mk. mehr, also nun 4 468 300 Mark, erwartet. Zusammen mit der Wanderg eurer besten er, die nun mit 86 000 Mk. — bisher 83 000 Mk. — erscheint, bringen sonach die direkten Steuern 18 788 300 Mk. — 414 467 Mk. mehr — auf. Wenn trotzdem die Hauptabteilung mit einem um 244 388 Mark geringeren Ueberschuß abschließt, als 1910 — sie beziffert: ihre Gesamteinnahme jetzt auf 23 645 255 Mk. und ihre Gesamtausgabe auf 2656 554 Mk. —, so ist dies in erster Linie auf die bereite oben erwähnten Verhältnisse bei der Erbschaftssteuer zurückzuführen. Von 1911 ab erhalten die Bundesstaaten statt' bisher V2 nur noch V4 der in ihrem Gebiet aufkommenden Reichs- erüschaftssteuer. Ueberdies läuft mit dem 31. März 1910 die Geltungsdauer der bekannten Uebergangsvorschrift der 1906 eck Reichsfmanzgesetzgebung pb, die den Bundesstaaten ihre Durchschnittseinnahme an Erbschaftssteuer aus 1901/05 gewährleistete. Hiernach konnte für 1911 — einschließlich der eigenen Einnahmen des Großherzogtums aus Zuschlägen zur Reichserbschastssteuer und aus alten Erbschaftssteuerfüllen — nur ein Betrag vow 360 000 Mk. eingestellt werden oder 552 650 Mk. weniger als 1910. Weiter nrußte der Kredit für Ausfälle, Abgänae und Nachlasse, insbesondere der erhöhten Einnahme an diretten Steuern: unb der Entwicklung des Verhältnisses dieser Ausgaben zu den) ErnnalMen in den letzten Jahren entsprechend, um insgesamt rund 87 000 Mk. erhöht werden. Der Zuschußbedarf der Hauptabteilung Vit Landslande, konnte, nachdem den Mitgliedern beider Ständekammern freie Fahrt auf den Hessisch-Preußischen Staatsbahnen von ihrem Wohnort nach Darmstadt und zurück gewährt worden ist, von 142 378 Mark auf 132 578 Mk. ermäßigt werden. Die Hauptabteilung VII: Staatsministerium, bedarf eines Zuschusses von 293 260 Mk. Sie weist keine nennens- werten Aenderungen gegen den lausenden Hauptvoranschlag airfv Zum Kapitel Oberrechnungskammer ist dem Hauptvoranschlag als Anlage Nr. 6 eine Denkschrift über die Organisation dieser Behörde beigegeben. In der Hauptabteilung VUI: 3um Zusammentritt der österreichisch - ungarischen widerspricht, deren Abänderung nur mit Zustim- m M r Delegationen. — ------------- '* “ Oktobertagung der österreichisch^uttgarischen Delegationen in Wien folgt am nächsten Donnerstag ihr Zu- sammentritt tn Ofenpest, der dadurch eine ganz besondere ^pr«n°'Tlrfrf’e Bedeutung gewinnt, daß der Thronfolger, Ieiherzog Franz Ferdinand, die Delegationen “ in Stellvertretung des Kaisers mit einer Thronrede er- offnen wird. Daß der greife Kaiser Franz ’n unpäßlich ist, um selbst nach der Hauptstadt Ungarns kom- men zu tonnen, glauben wir nicht; vielmehr scheint bei durch den Thronfolger bie-beftimmtc Ab- fuf)t obzuwalten, den Erzherzog auch dem politischen Leben Ungarns naher zu bringen und durch ihn die wichtigen Gesetzesvorlagen, wie das neue Wehrgesetz und die Marinevorlage, mit denen sich die Delegationen in ihrer nächsten Tagung zu beschäftigen haben werden, fördern zu lassen. Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, in Oesterreich schon feit längerer Zett der eigentliche Inspirator der inneren und äußeren Politik ist, weiß man zur Genüge und ist damit in Anschauung der Erfolge, die er unö ©raj Aehrenthal während der Annexionskrise auf» Auweisen hatten, jauch voll und ganz zufrieden. In Ungarn bogrgen brachte man dem Thronfolger bisher stets einiges Mißtrauen entgegen, weil man in ihm den Mann erblickte k seines Einflusses aus Kaiser Franz Joseph den Absonderungsbestrebungen der Magyaren in wirtschaft- licher und militärischer Hinsicht die größten Schwierig- taten bereitete. Dieses Mißtrauen der Ungarn soll die ■ des Erzherzogs nach Ofenpest jetzt beseitigen. Er wird sich rhnen durch Verlefung der Thronrede vor der ungarischen Delegationen in magyarischer Sprache empfehlen und ^trch Fühlungnahme mit den führenden Magnaten und Reichstagsabgeordneten beweisen, daß man ihn in Cfenpeft allzu schwarz gemalt hat. Und für diese Aktion findet er durch die Tättgkeit des Kabinetts Khuen Heder- vary den Boden bis zu einem gewissen Grade vorbereitet, ^st doch seit den Maiwahlen die bisherige Vorherrschaft der beiden Flügel der Unabhängigkeitspartei, welche die Forderungen zu einer conditio fine qua non für den Frieden mit Oesterreich machte, zertrümmert; Graf Khuen Hedervary hat an ihrer Stelle eine nationale Arbeitspartei geschaffen, die vom Standpunkt der 1867er Ver- fassungspartei nur wenig abweicht, und die Erhaltung der wirtsck-aftlichen und militärischen Einheit der Doppelmonarchie, wenn auch mit gewissen, aber nur rein äußer- Uchen Konzeffivnen, auf ihr Panier geschrieben hat. Und kommt erst die ungarische Wahlreform zustande, die dazu berufen ist, durch Einführung eines demokratischen Wahlrechts den bisherigen Einfluß der speziell magyarischen Politiker zu Gunsten der breiten Volksschichten und der Rationalitäten zu beseitigen, so dürfte die gemeinsame Politik Oesterreich-Ungarns an dem neuen ungarischen Reichstag eine Stütze finden, die sich als kräftig genug erweist, bie jetzt noch bestehenden Differenzen zwischen Oesterreich und Ungarn vollends zu beseitigen. Für den Erzherzog Franz Ferdinand ist das auch persönlich keineswegs gleichgülttg. Denn wenn man in ihm auch in Ungarn, wie in Oesterreich den Nachfolger Kaiser Franz Josephs zu erblicken hat, — für seine Gemahlin, die Herzogin von Hohenberg und ihre Deszendenz bedarf es, um sie zur Kaiserin von Oesterreich und Königin von Ungarn zu erheben und ihren Nachkommen die Thronfolge zu sichern, eines Aktes der Gesetzgebung, nachdem Erzherzog Franz Ferdinand bei Eingehung seiner morganatischen Ehe auf die Rechte für seine Gemahlin vernichtet hat. Da aber in Oesterreich überdies die Erhebung der Herzogin von Hohenberg, die .ttcht ebenbürtig ist, zur Kaiserin oen Bestimmungen des Habsburgischen Haus- Sweffts Blatt ,60. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesjen Wien, 27. Dez. Wie die „Neue Freie Presse" erfährt, ift von der beabsichtigten Reise des Thronfolgers nach Skierniewice in unterrichteteii Kreisen nichts bekannt. Der Thronfolger kehrt am 29. D^ember von der Eröffnung der Delegationen von Ofenpest nach Wien zurück. Ueber die weiteren Reisedisposilionen für die nächste Zeit verlautet nichts. Aus dem hessischen Voranschlag für fylf. Urin st, Wissenschaft und Leben. — Volksiestfviele. Aus Süddeulichland kommt der Rui, in allen großen Städten Deutschlands Volksfesliviele zu oerarv stallen. Zu solchem Unternehmen wurde die Anregung geschöpft aus den Atisflihrungen des Sovlwkleischen ,Kömg Oedious" in Nlünchen und Berlin. Der Attfrui ift von vielen hervorragenden Persoulichkerten unterschrieben, die zur Förderung und Venvirk- lichung des Planes aufsordern. Als Darsteller sollen die bedeu- teudfteii Schauspieler der Deutschen 93ühne herangezogen werden. Die Spielleitung der Aufführungen wird Aiax Reinhardt übernehmen. „s2In Alle, ohne Rücklicht auf Stand, Beruf und Partei, ergeht hierdurch die Aufforderung, sich der Gesellschaft für dcutiche Bolksfeüspiele anzuschließen.* — Eine kostbare Papyrussammlung für Atne- rika. Der Aegypwloge an der Newyorker Harvard-Universität, Pros. Max Müller, der im Auftrag der Carnegie-Institution nach Llegypicn entsandt war, um Kopien aller Jnsäniften von den Bauten auf der Insel Philae abzunebmen, hat feinen Auftrag erfüllt und ist bereits wieder in Newyork eingetroffen. Seine Reise ihat der amerikanischen Wissenschaft ein kostbares Geschenk ge- > brockst: durch einen glücklichen Zufall konnte er von einem «Lammler in Kairo eine prachtvolle Kollektion seltener Papyri erwerben, die dem Universitäts-Museum eüwerleibt werden und wertvolle avchäologische Schätze enthalten. — Aus dem Mainzer naturhistorischen Mn- seum. Der von Herrn Professor Dr. Dyckerhoff, dem Ehren- mitgliebe der Rheinisck-en naturforschenden Gesellschaft, der Anstalt Lugeroiesene Fund einer Sirene oder Seekuh (Haliherium Schinzi) aus dem Septarienton der Flörsheimer Grabe ist gegenüber dem Sleichanigen Skelett aus dem Meeressande zu Flonheim zur Aufhellung gelangt. Beide Skelette sind nicht ganz vollständig, ergänzen einander aber in so vollkommener Weise, daß kein Museum ähnliches aufzuweifen hat. Das neue Skelett zeigt die vollkommen «halten gebliebene Mittelhmrd und die beiden Beckenhälften mit dem Oberschenkelbein in der Pfanne in nie angettoffener V^ll- kommenl/eit. Der letztgenannte Teil, das Becken, ist bei diesen Pflanzenfresfern des Meeres stummelhaft geworden. Die jetzt lebenden Seekühe zeigen an dieser Stelle nur zwei eben noch als BeckenHälften zu deutende Stäbe. Bei deu fossilen Stücken aus dem Mainzer Tertiärbecken zeigt das Becken noch alle Formelemente von einem solchen der Landsäugetiere, scheint also ge- wmermaßen aus dem halben Wege zur Stummelwerdung stellen geblieben zu fein. Das Aauarium erhielt von Starnberg in Obn:-- dayern drei prächtige Rotfische ober Huchen lSalmo huck-o), die ww im Donaugebiete vorkommen und nahe Verwandte unseres Rheinlachses oder Salmes fiitb. Ferner treffen wir an den Bach- jaiblmg, die Mec,r- und BaMvreUe, den Elsäfsex Saibling, hie* AestA, den Zander, Flußbarsch, die Aalraupe, ben Hecht, Aal, bte Karpfen und viele andere Süßwasserfische mehr neben den Erzeugnissen des Meeres, die in Seewasserbecken gehalten werden, alle rm besten Wohlsein. — Dickens-Reliauien unter dem Hammer. Aus London wird berichtet: Seit der Zeit, da vor 40 Jahren zum erften Mal allerlei Gegenstände aus dem persönlichen Besitz von Dickens verkauft wurden, ist das Interesse des Publikums für Dickens-Reliquien immer mehr gewachsen. Der kürzlich ver- storbens Teilhaber der bekannten Londoner Auktionsfirma Christie, Mr. Wood, hatte den Plan gefaßt, eine Reihe von Dickens- Reliquien zu vereinigen und dann zur Versteigerung zu bringen. Die nun erfolgte Ausführung dieser Absicht ist ein neuer Beweis oafür, wie gewaltig das Interesse für ben großen Dichter in ben letzten.Jahrzehnten gewachsen ist. Zum Verkauf stand damals der ausgestopfte Rabe Grip, um ben sthon in jenen Tagen ein harter Kampf entbrannte. Diesmal stritten sich die Dickens- Verehrer um ben Rednerpult, das Dickens bei seiner amerikanischten Vorlefuiigstournee bemifcte, die er bekanntlich kurz vor feinem1 Tode absolvierte. Das schmucklose, einfache Brettergestell erzielte 600 Mk. Für einen alten, zerbrochenen Korbstuhl, den Dickens rn seinem Bureau in der Wellington Street benutzt halben soll, wurden 3 Guineen bezahlt, und eine alte Brille des Dichters fand für 45 Mk. einen Liebhaber. — «Ein neues Mittel gegen tuberkulöse Fisteln. Im ^-ahre 1900 stellte der Chemiker Dr. Kronstein in Karlsruhe gelegentlich feiner Arbeiten über Harze und Balsame ein Zimmt- säurederivat her, von dem er, auf Grund seiner Studien, annahm daß es du Ursubstanz im Perubalsam vorkommenden Harzes fei. Diese theoretische Erwägung veranlaßte Dr. Kronstein, die Wirkung dieses Derivats auf Tuberkulose prüfen zu lassen. Dr. Bios (Karlsruhe) schildert nun in ber „Deutschen Mebizinischen WockZm- schrift" unter Bekanntgabe einer Reihe behandelter Fälle aus ber Krankenhaus- und aus feiner Privatpraxis die günstigen Erfahrungen mit dieser Substanz, die er nun seit zehn Jahren an- wendet. Er kommt zu dem Schlüsse, daß wir es hier tatsächlich mit einem Mittel gegen Knochen- und Drüsentuberkulose zu tun haben, das auck) da überraschend schnell wirkt, wo andere Mittel, auch Operationen und Glüheisen, vollständig versagen. — Die wandernde Statue. Seit einigen Tagen sind bte Londoner Zeugen eines merfroürbigen Schauspiels. Sie sehen wie ber Excelsior erzählt, die neue Reiterstatue Ebu arbs Vif inn den Buckingham Palace herumirren. Allerbings ist es nicht die Statue selbst, sondern nur ihre Silhouette, in Holz ausge- fdmitten, nach ber Art eines riesenhaften chinesischen Schattenspiels. Phantastisch begrüßen die eindrucksvollen Linien von dem hohen Piedestal herab, das selbst wieder auf einem kleinen Rollwagen ruht, und das eigentümliche Gefährt, das von einem kräftigen Lastpferd gezogen wird, erscheint, hält an, verschwindet ganz nach dem Wunsch und Willen der fünf ober sechs Herren, bte ihre iJiegeiWrme schwingen und die Statue bald dahin, bald dorthin dirigieren. Dieses kuriose Manöver hat aber seine sehr gewichtige Bedeutung:^ die Herren, die diese Experimente machen, sind das erwählte Kunsllerkomttee, das den Auftrag hat, den endgültigen Platz nrr bte Statue zur dlufstellung aussinbig zu machen. Sie wollen sich durch diese eigenartigen Proben über die Wirkung der Silhouette an ben verschiedenen Seiten und Ecken des Buckinoham- Palastes unterrichten und haben dazu diese ingeniöse Methode er- funben. — Etn merkwürdiges Skelett der Urzeit. Aus Neu vor k wird berichtet: Eine ungewöhnliche Entdeckung ist m beseit Tagen rm Bannkreis ber Stabt Neuyork gemacht worben, m ben „Palltfaben" fand man ein wohl erhalten es Skelett eines Dvnoiauriers, das eine Länge von 40 Fuß ausweist bei einen Öobe roon 15 bis 18 Fuß. Die Sachverständigen vmn amen- konischen Naturhistonschen Museum, die fofon an die Fundstelle gerufen wurden, erklären bte Entdeckung als eine ber bebend« lamltni, die je östlich vom Mississippi gemacht wurden , Der Dlnomurier", fo äußerte sich der paläontologische Assistent'des Museums, „könnte vielleicht am besten als eine Art Kreuzung, zwischen em em Krokodll und einem Strauß bezeichnet werben wobei alle Dimensionen auf das Höchstmaß übertrieben erscheinen. Es ist nn seltsamer Gedanke, sich auszumalen, baß dieses groteske Riesentier Dor vielleicht zehn Millionen Jahren an ber Stelle' baufte, wo sch beute am Brodway die gewaltigen Wolkenkratzer ■ erbeben. Das Skelett wird dem Museum einverleibt, bas sich bereits heute rühmen !ann die großartigste Sammlung von Dynomurier-Gchemm yu besitzen. Unternehmende Inhaber von E^aubuden haben Riesen,ummen für die leihweise Ueberlaffung be§ Fundes geboten, aber dasSkelett soll unverändert am ^unk- n,r,r.. rÖCn bleiben, bis Mi Museum ein geeigneter Raum zur Ausnahme dieser kostbaren Reliquien der Urzett bereit stcht/ - TT D er st a inerte Riesentiere in Deutsch-Ost- ^ra°ä. v°r einigen Safnrcn wn einer Seife iMDch JkutfcMpftafnfa die ersten Nachrichten übet den eigenartiger Riesenkochen und ^Wetkife !^imgebrachü nrat svstemntische Ansgrabungen vorgenommen nror. sroßartiye Reiuttate ®c. bans Reck in der Um- I^hre lang hat die deutsche Expedition, o' Tendaguru, vier Tag« vmi -dem basenplatze Sutbt ent,ernt, erbaute, die ganze Umgegend b-s Berges nach den vielerorts aus der Erde hervorlugendM n™»0 ' ? v fvn dadurch besänftigte, daß mnn bte ^n£d*en würden zu heilkräftiger Medizm »er. arbeitet, ®te am best-n erhaltenen Fnnüc wertet in tiefet (&£ ~n Brr Hütat- und PolkzelverwaltUng sind' die Echreibhilskosten bei den Provmzialdirektionen und Kreis- Brütern, hauptsächlich veranlaßt durch Aufrücken der Gehilfen in beit VeraütungsMen, wiederum, und -war um 14 250 Mk., auf inun 148 275 Mk., gestiegen. Die Beitrage zu den Volizei- kost en der Gemeinden waren, dem steigenden Bedarf entsprechend, um 15 000 ML, desgleichen die sachlichen Ausgaben her Polizeikassen um 24 000 Mk. zu erhöhen. Dagegen konnten die Kosten der Gendarmerie um 25 372 Mk. verringert werden, ha beabsichtigt ist, die Distrikte auszulösen und ihren Dienstbetrieb mit demjenigen des Korpskommandos zu vereinigen und da weiter pud) die Zahl der berittenen Gendarmen eingeschränkt werden soll. In dem Etat der Landesuniversität geht erstmals seit längerer Zett der Staatszuschuß hevab: er sinkt von 1042 332 Mark in 1910 auf 1 021 634 Mk., also um 20 698 Mk. Die Ausgaben halten sich im wesentlichen auf der alten Höhe, dagegen Lonnlen die Einnahmen aus den Kliniken auf Grund der am 1. Oktober 1909 in Wirksamkeit getretenen Erhöhung der Pslege- qeldsätze erheblich höher veranschlagt werden, so daß der Zuschuß- bcdarf dieser Anstalten von 339 085 Mk. in 1910 auf 320 313 Mk. hcrabgeht, sich also um 18 772 Mk. verbessert. Auch bei der Technischen Hochschule konnten die Einnahmen, und zwar infolge Zunahme der Frequenz, um 16 200 Mk. höher angcseyt werden; der Zuschuß sinkt insolgedessen um 7595 Stark auf 427 825 Mk. In dem Haushalt der Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal - und Realschulen usw. kommen die zweiten Oberrealschulen zu Offenbach und Darmstadt hinzu; jene soll zu Ostern, diese am L Oktober 1911 eröffnet werden. Infolgedessen geben zwei Direktors!cllen, eine Hilfslehrerstelle und das erforderliche Pedellenpersonal neu zu. Die Lehrerzahl brauchte nicht vermehrt zu werden» da der an einigen Anstalten bestehende Melw- bedarj durch Abgabe van Oberlehrern von anderen Anstalttn gedeckt werden kann. Durch höhere Schulgeldeiunahmen infolge gestiegener Schülerzahl, durch eine andere Regelung des Zuschusses des Mainzer Universitätsfonds zu den Ausgaben der Mainzer Anstalten, sowie dadurch daß die bisher bei den Schulgeldeinnahmen erfolgte Absetzung von zwei Prozent für Ausfälle gestrickien wurde, konnte der ZuschußLtimrftvon 1008 872 Mk. in 1910 auf 979 901 Mark oder um 28 971 Mk. ermäßigt werden. Unter Volksschulen mußten dem acsteigerten Büwrf ent* sprechend für Dienstzulagen an Lehrer und Lehrerinnen 45 000Mk. mehr, nun 2 095 000 Mk., und für Vergütungen an Vertreter und Gehilfen bei vorübergehender Dienstunfähigkeit von Lehrern usw. 15 000 Mk. mehr, nun 110 000 Mk., vorgesehen werden; auch war der Kredit für Unterstützung bedürftiger Gemeinden bei Aufbringung der Kosten des Fortbtldungsunterricl-ts um 7800 Mk., auf nun 50 000 Mk., zu erhöhen. Im ganzen werden jetzt für Volksschulen 2 781 510 Mk. aufgewendet. Die Kosten der Jrrenvflege wachsen fortdauernd und in starkem Maße cil Von 1911 ab erfahren sie eine weitere Steigerung durch den Zugang der Irrenanstalt Gießen und durch eine für novo endig erkannte Ausbesserung der Wärterlöhne. Es ist pcSfyalb eilte abermalige Erhöhung der Pflegegeldsätze, die erst 1909 neu geregelt wurden, nickst zu umgehen. Aus ihr wird eine Mehreinnahme bei den alten Anstalten von rund 220000 Mk. erwartet, die den Mehraufwand bei diesen von rund 102 700 Mk. tunb den Zusckwßbedarf für die Gießener Anstalt mit 117 250 Mark decken soll. Der Zuschuß für bfc vier Anstalten beträgt bann 603 594 Mk. gegen 603 606 Mk. für dis drei alten Anstalten in 1910. Die neue Anstalt zu Gießen ist wie die zu Alzey für 400 Kranke berechnet und wird voraussichtlich am 1. April 1911 dem Betrieb übergeben werdest. Durch Entlastung der alten Anstalten und Neuaufnahmen soll sie in der Weise belegt werden, daß zu Ende des Etatsjahres 1911 ein Krankenstand von 300 Personen und im Durchschnitt des ganzen Jahres ein solcher von 200 vorhanden ist. Aivch bei der Anstalt für Blödsinnige .„Alicestift" zu Darmstadt wird eine kleine Erhöhung der Pflege- -geldsätze beabsichtigt und daraus eine Minderung des Zuschußbedarfes um 15 500 Mk., auf nun 20 000 Mk., erwartet. Eine Mehrforderung von 22 680 Mark unter dem Kapitel lASwehrundUnterdrückungvonViehseuchen gründet sich auf die Vorschriften des Reichsviebseuchengesetzes vom 26. Juni 1909. Insgesamt werden sich hier Die lausenden Ausgaben für das Großherzogtum in Zukunft auf jährlich rund 70 000 Mk. stellen; man konnte sich aber diesmal in der Annahme, daß das Gesetz erst Anfangs August 1911 in Kraft treten wird, auf eine Anforderung von 59 680 Mk. beschränken. Unter dem Abschnitt Landeskultur und Landwirtschaft sind nunmehr auch die Einnahmen und Ausgaben für Kreisgeometer, die bisher in dem Abschnitt »Lokal- und Polizei- Denualtung" aufgeführt waren, eingestellt. > Schließlich wird noch auf die dem Harchtvoranschlag als Anlage 22 a beigegebene Denkschrift über die Staatszuschüsse für die Lnndwirtschaftskammer und die Handelskammern. verwiefen, . In der Hauptabteilung IX: Ministerium der Justiz, kommt eine Vereinfachung im Strafvollzug zum Ausdruck, über die in Anlage 28 zum Hauptvoranschlag nähere Angaben gemacht werben. Die Vereinfachung besteht in bet Aufhebung der Weiber- strafanstalt Mainz und Ueberfübrung ihrer Zucht haussträfl inge in das LandeszucksthauS Marienschloß und ihrer Gefängnissträflinge mit mehr als 14 Tagen Haft oder Gefängnis in das Provinzialarresthaus Mainz und solcher mit geringeren Freiheitsstrafen in die amtsgerichtlichen Haftlokale. Außerdem sollen die jugendlichen männlichen Sträflinge aus dem Provinzialarrest- haus Darmstadt in die Zeilenstrafanstalt Butzbach übergeführt werden. Hierdurch werden 29 300 Mk. gespart. Im ganzen gehl der Zuschußbedarf der Strasanstalten von 973 807 Mk. in 1910 auf 937 260 Mk. herab. Leider war eine wesentlich Erhöhung des Kredits für Schreib- hilfekosten bei den Amtsgerichten um 51580 Mk., auf nun 514 025 Mk. nicht zu umgehen. Sie ist außer durch Ausrücken der Gehilfen in den Vergütungssätzen veranlaßt durch die mit der fortschreitenden Grundbuchsanlegung den Amtsgerichtsschreibereien zuwachsende Arbeit der Fortführung der Grundbücher und durch die Mehrbelastung, die die Zivilprozeßnovelle vom 1. Juli 1909 — in Kraft getreten am 1. April 1910 — den genannten Stellen dadurch gebracht hat, daß die Zuständigkeitsgrenze der Amtsgerichte von 300 Mk. aus 600 Mk. heraufgesetzt und daß der amtliche Betrieb im Zustellungswesen erheblich ausgedehnt wurde. Aus letzterem Grunde mußte auch der Kredit für den Allaemeöten Fonds um 30 000 Mk. auf nun 195 000 Mk. erhöht wewen. Aus der Zuständigkeitsänderung ist wohl eine Arbeitsverminderung bei den Kollegialgerichten und demgemäß fine Verringerung ihrer Schreibgehilfenzahl zu erwarten, doch läßt sich dies erst später überschauen und bewerten. Die Ersparnismaßnahmen bei der Spedition von Dienstsachen ließen eine Herabsetzung des Kredits für Porto um 15 400 Mk. zu. Die Hauptabteilung schließt bei einer Einnahme von 2 599 774 Mk. und einer Ausgabe von 5 584 809 Mk. mit einem Zuschußbedarf von 2 985 035 Mk. ab oder 89 072 Mk. mehr als 1910. .Der AuschußbÄ>arf der Hauptabteilung Xj Ministerium der Finanzen, sinkt von 1990 443 Mk. 58 Pfg. in 1910 auf 1928340 Mk. 08 Pfg. Die Besserung ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß unter Kataster die Beiträge der Gemeinden zu den Kosten der Parzellenvermessungen der voraussichtlichen Einnahme gemäß um 33 110 Mk. erhöht und daß die Portokosten auS den mehrfach erörternden Gründen um 14 200 Mk. ermäßigt werden konnten. Auch waren für größere Herstellungen bei den Brücken und Ueberfahrten 10 000 Mk. weniger vorzusehen. Die Hauptabteilung XI: Ausleihungen und Staatsschuld beziffert ihre Einnahmen auf 2 753 238 Mk. 88 Pfg., ihre Ausgaben auf 17 518 687 Mk. 08 Pfg., sie verlangt also einen Zuschuß von 14 765 448 Mk. 20 Pfg. ober 1582 275 Mk. 03 Pfg. mehr als 1910. Vie Einfuhr von Rohtabak - nach Deutschland hat, so schreibt die „Deutsche volksw. Korr", in den letzten Jahren erheblichen Sck)wankungen unterlegen. Am größten war sie mit 791 360 dz im Jahre 1905; diese Höhe hat sie seitdem nicht wieder erreicht. In der Tabaksteuervorlage von 1905/03 war eine Erhöhung des Nohtabakzolles vorgesehen, deshalb ist die Einfuhr von 631490 dz im Jahre 1904 aus 791360 dz im Jahre 1905 cm- gewachsen. Das Jahr 1903 brachte dann den Rückschlag, nämlich eine Herabminderung der Einfuhr aus 578110. Im folgenden Jahre war die Einfuhr mit 690 190 dz ziemlich normal, aber die Tabaksteuervorlagen von 1908 und 1909 hatten wiederum erhebliche Vorverzollungen zur Folge, so daß 1908 die Einfuhr aus 752 420 dz und 1909 aus 713 561 dz stieg. Tie Vorverzollungen dauerten indessen nur bis Juli- August 1909, denn am 15. August 1909 trat der vierzig- vrozentige Wertzollzuschlag auf Rohtabak in Kraft. Von da ab war die Einfuhr natürlich sehr gering, und erst in den letzten Monaten des lausender Jahres hat sie allmählich ihre normale Höhe wieder annähernd erreicht. In den elf Monaten Januar bis November 1910 sind 590 579 dz Rohtabak ein geführt worden gegen 713 561 dz gleichzeitig 1909. Dabei ist besonders bemerkenswert, daß zwar die Einfuhr von Rohtabak zur Zigarrensabrikation beträchtlich abgenommen, die Einfuhr von Rohtabak zur Zigarettenfabrikation aber zugenommen hat. Dieser Tabak unterliegt nicht dem vierzigprozentigen Wertzoll, und an der Hand der statistischen Einsuhrnachweise ist daher leicht zu ermitteln, wieviel von dem eingeführten Rohtabak zur Zigarettenfabrikation bestimmt ist. Von den bis Ende November 1910 eingeführten 590 579 dz waren 587 511 dz zollpflichtig; die übrigen 3028 dz sind ohne Aollentrichtuna — hauptsächlich im Veredelunasverkehr — emgegangen. Verzollt wurden 512 989 dz zu dem Gewichtszollsatz von 85 Mk. pro dz und außerdem zu Dem Wertzollsatz von 40 ProzenL Diese Menge ist vorzugsweise zur Zigarrenfabrikatton eingeführt worden. Die übrigen 74 522 dz haben bloß denk Gewichtszoll unterlegen und dienen demnach ausschließlich zur Herstellung von Zigaretten. Danach scheint die Fabrikation und der Verbrauch von Zigaretten in Deutschland noch immer in starker Zunahme begriffen zu sein. Während die Rohtabakeinfuhr aus fobi)en Ländern, die ausschließlich oder vorwiegend Zi- garr-ntabak liefern, bedeutend zurückgegangen ist. weist die Einfuhr aus Ländern, die Zigaretten-Rohtabak liefern, so z. B. aus der Türkei, aus Südruhland und Oesterreich- Ungarn, eine beträchtliche Steigerung auf. Gedenket der hungernden Vögel! Aur Stadt und Land. Gießen, 28. Dezember 1910. **VomSchlackthofs-Neubau. Der innere Ausbau der neuen Schlachthossanlage hat in den letzten Wochen erhebliche Fortschritte gemacht. Geht man über die Lahnbrücke nach „Sachsenhausen", so nimmt man wahr, daß die Pavpeln, die bisher die lange Front dec Eiserzeugungs- und Maschinenanlage verdeckten, gelichtet und derartig gekröpft wurden, daß die Schlachthofbauten jetzt von der Lahnbrücke aus sichtbar sind. Beretts raucht der mächtige Schornstein, weil man einen der Kessel unter Feuer hält, um bi». Isolierung des weitverzweigten Rohrnetzes zu trocknen. In allen Räumen der Anlaae hat man die Wand- slächen mit weißen Porzellanplättchen bekleidet und durch jarbigen Sockel und Fries wirkungsvoll abgeschlossen. Die S ch w e i n e s ch l a ch t h a l l e, die bis auf Kleinigkeiten fertig gestellt ist, hat eine für Gießen neue Jußbodenbefesti- gung erhalten, mit der auch der Boden der großen Vorkühlhalle und die Gänge der Hauptkühlhalle befestigt sind. Es handelt sich um das nach dem Erfinder benannte patentierte Kieralingsche Basalt-Zementpflaster, das den Vorzug besitzt, ganz eben wie Asphaltbelag zu sein und durch das Beaehen nicht glatt zu werden. Auch im Kesselhaus und in oen Majchinenräumen, dessen Fußböden mit Platten belegt sind, ist nicht mehr viel zu tun. Die Prüfung der Maschinen hat ergeben, daß sie tadellos arbeiten. Im Maschinenhaus aroeitet man noch an der Schautafel für die elektrische Beleuchtung, dem Manometer und der Uhr, die ein Prunkstück werden wird. Die Einrichtungen für die Eisfabrik sind bis auf die Isolierung der Rohre fertig. Es fehlt dann nur noch die Kohlensäure und die Herstellung von Eis kann vor sich gehen. Auch die Warmwasserbereitungsanlage ist vollständig montiert Der Raum mit den 58 MHlzeilen sowie der PökelkeUer mit seinen aus Pitschpineholz hergestellten gitterartig abgegrenzten 16 Pökelzellen könnte schon benutzt werdeü. Im Januar wird man mit den Tüncharbeiten beginnen. Es bleiben außer Kleinigkeiten dann noch die Herstellung der Straßen uno der Einfriedigung übrig sowie der Einbau der Uhr im Turm, die vier Zifferblätter erhalten folt Der neue Schlachthof wird voraussichtlich Ansang April t I. in Betrieb genommen werden. ** Reger — Strauß. Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Vor etwa 20 Jahren tauchten in einigen Festschriiten kleine kirchliche Werre für gern. Chor, Choralbearbeitungen u. dgl. m. von einem jungen Komponisten Namens Reger als Beilagen auf, die insofern größere Aufmerksamkeit erregten, als sie unzweiielhaft Arbeiten eines Marines darstellten, der seinen „Bach" wohl studiert haben mußte; man ahnte damals nicht, daß mit oiesem Manne bald als mit einer ersten musikalischen Größe zu rechnen sein würde. Zwar veröfsentlichte Reger in jener Zeit einige größere Kammermusikwerke, deren Arbeit achtunggebietend, deren Harmonisation aber zu tollkühn erschien; überdies wurden sie noch nach jener unglückseligen neuen .Phrasierungsmethode gedruckt, die als die Riemannsche bezeichnet wird und dem Musikfreunde ebensoviel Leiden unb Pein verursacht, als sie ein etwa nicht vor- hartdenes Verständnis doch nicht zu erwecken imstande ist Man ging über die ersten größeren Versuche Regers zur Tagesordnung über. In jenen Tagen wurde Ohr und Sinn mehr denn je durch die blühende Melodik und blen- schichtcn geinadjt, die alle in einem ziemlich weichen, lehmigen oder sandigen Boden lagen. Die Ausbeute des ersten Jahres belief sich auf 700 Trägerlasten Knochen, deren Gewicht nicht toeiliger als 22 000 Kg. betrug unb die nach Berlin beförderrt wurden. Damit war eine ungemein reichhaltige Sammlung von Exttemiläten riesiger Saurier verschi^»enüen Baues gewonnen, aber cs fehlten noch Wirbel, Nippen und besonders Schädel. So mußte denn roeitergegraben werden, und erst die zweite Grabungs- periobe war von einem einzig dastehenden, alle Erwartungen über* treffenden Erfolg gekrönt. Diesmal wurde mit 400 Arbeitern gegraben und abermals 700 Lasten Material ans Licht gefördert, das in 146 Kisten mit etwa 30 000 Kg. Gewicht nach Berlin abgegangen ist. Als Hauptergebnis sind diesmal eine ungemein reiche Zahl von Wirbeln unb Nippen, auch Schädelbruchstücke unb sogar ein ganzer Schädel gewonnen worden. Die gefundenen Änod)cn gehören reptüarligen Tieren an, die zur Kreidezeit lebten Und größer als der vielbesprochene Diplodozns waren. Welch ungeheure Dimensionen diese Tiere erreichten, geht daraus hervor, daß der Oberarm des von Carnegie dem Kaiser gesd-enkten Diplo- docus-Modells 95 Zentimeter lang ist, während der Oberarm eines der in Deutsch-Ostafrika ausgegrabenen Tiere 2,10 Meter wißt Ein Halswirbel von 1,20 Zentimeter Länge wurde gefunden, dann Teile eines Tieres, dessen Wirbelsäule 8 Nteter lang ist. Nippen von 15 Zentimeter Breite und 3,50 Zenliuieter Länge. Eine ganze Anzahl neuer, bisher unbekannter Zierformen wurden ans Licht gefördert, große unb kleine, schlanke unb gedrungene, von deren letzteren z. B. ein einziges (ätbgtieb, eine Zehe des Fußes, über 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit unb 15 Zentimeter dick ist — Bobenfchätze am Toten Meer. Das heilige Land, für dessen wirtschaftliche Erschließung noch so viel zu tun bleibt, wird wahrscheinlich bereits im fommenben Jahre der Schauplatz gewaltiger industrieller Unternehmungen werden: ein großes Syndikat, das hauptsäclüich über amerikanisches Kapital versugt, bat von der türkischen Negierung eine Konzession von weittragender Bedeutung erworben, das Recht, die unermeßlichen Bodenschätze Bu heben, die bisher unausgenutzt an der Umgebung des Toten Meeres schlummerten. Das Minenrecht hatte ursprünglich Suad Bey, ein führender Pattamentarier der türkischen Kammer, erworben, der jedoch nun, wie das American Magazine mitteilt, seine 9ied)te für die verhältnismäßig geringe Summe von 1 400 000 Mark an die Amerikaner abgetreten hat. Die Umgebung des berühmten Meeres, jene althißorische geheiligte Rcaion, ist von der Natur mit einem außerordentlichen mineratiftifajen Reichtum bedacht worden. Dort findet sich das feinste unb reinste Erdpech, unb in der Zeit von Byzanz war die Gegend durch ihre reichen Kupferbergwerke berühmt. Daneben finden sich Marmor, Porphyr und andere kostbare Steine. Doch auch große Mengen von Phosphat, das für die Landwirtsä)aft von so großer Bedeutung ist, sind in jenen Gegenden gefunden worden, ofyne daß je systematisch eine Hebung dieser Schätze betrieben worben wäre. Aber die Reichtümer des Toten Meeres sind damit noch nicht erschöpft. die Amerikaner, die die Gegend nun genauer untersucht und das Tote Meer in allen seinen Teilen befahren haben, haben an den Ufern gewaltige Salzanhäuftmgen gesunden, und auch Anzeichen entdeckt, die auf große Fundquellen für Petroleum und Kohlen Hinweisen. Wie weit die Gewässer heilkräftig sind, wird eine wissen- scl/astliche Untersuchung erweisen; das Tote Meer zählt zu den salzreichsten Gewässern der Erde; während das Kaspische Meer in einer Tonne Wasser durMchnittlich elf Pfund Salz enthält, die Ostsee 18 Pfund, das Schwarze Meer 26, der Atlantisdie Ozean 31, der Aermelkanal 72, bas Mittelmeer 85 unb das Rote Meer 93 Pfunb, zeigt bas Tote Meer auf eine Tonne Wasser einen Salzgehalt von nicht weniger als 187 Pfunb. — Der Taschenapparat für brahtlose Telegraphie. Prof. Cerebotani, der Erfinder des Telautographen, des Apvarates, der bei der AufnalMe von Telegrammen die Handschrift des Msenders genau wiedergibt, hat einer Versammlung von Ingenieuren unb Fachleuten in Paris nun einen neuen Apparat vorgeführt, befsen Konstruktion er soeben vollendet hat. Es ist eine vollkommene Ausrüstung zur Abgabe unb zum Empfange drahtloser Telegramme; die Apparate aber sind so klein unb leicht, daß sie bequem in der Tasche getragen werden können. Der Absender der Meldung halt eine kleine Tafel in der Hand, auf der Bucliftaben und Zahlen ausgezeichnet sind. Mit einem kleinen Melallstift berührt er die erforderlichen Buchstaben. Der Empfangsapparat hat fast die Form eines Zifferblattes; der Zeiger deutet bei der Abnahme von Meldungen auf die von dem Absender berührten Buchstaben. 'Die Fachleute, die der Vorführung beüvohnten, sind der Ansicht, daß der neue Apparat insbesondere für militärische Zwecke von weütragender Bedeutung iß. Zugleich zeigte Prof. Cerebotani eine interessante Neuerung für die großen drahtlosen Telegraphie-Apparate. Das Instrument, das die Telegramme absendet, gemahnt an die Tastatur einer Schreibmaschine. Diese Erfindung bringt eine bedeutsame Vereinfach ng uitb ist besonders wertvoll, weil Abgabe- und Emp- sangsapparat ohne Schwierigkeit aus eine bestimmte Wellenstärle abgestimmt werden können, so daß Kollisionen mit anderen drahtlosen Meldungen leicht zu vermeiden sind. Für militärische Zwecke und für die Marine ist das von besonderer Widrigkeit, weil die Gefahr, daß Meldungen „abgefangen" werden, ftch Damit auf ein Minimum reduziert. — Rossini und der Zar. Die Tochter des berühmten italienisdien Tenors Mario, Frau Godfrey Pearse, hat in London eine Biographie ihres Vaters er (deinen lassen, in der auch die Erinnermigen des einst so vielbewunderten Sangers enthalten sind. Mario, der aus Sardinien stammte und Offizier der königlichen Leibwache war, hat in seiner späteren Künstlerlausbahn viele berühmte Männer kennen gelernt, unter ihnen auch Rossini, von dem er eine bisher unbekannte Anekdote erzählt, die Rossini ihm selbst verraten habe. „Eines Tages arbeitete ich in Paris in meiner Wohnung, ich war gerade beim Komponieren, und wie immer bei dieser Tätigkeit, bödtft unvollkommen bekleidet. Mein Negllgö ließ icbensallS an Lässigkeit .nichts zu wünschen übrig. und die Kleidungsstücke lagen in größter Unordnung im Zimmer verstreut umher. Da plötzlich höre ich, daß es an der Tür klopst. „Wer ist da?" rufe id) ärgerlich, aber im selben Augenblick hat sich die Tür auch bereits geöffnet, und ein großer, eleganter Herr tritt ins Zimmer. „Nikolaus", sagt er in freundlicher Beantwortung meiner unwirschen Frage. „Der Kaiser!" rufe ich entsetzt unb suche mich hinter irgend ein Möbelstück zu verstecken, das mich verstecken könnte. Der Kaiser von Rußland aber — denn er war es selbst — zog sich diskret hinter die Tür zurück unb rief mir zu: „Großer Meister, ich wollte Ihnen nur einen kleinen Ueberraschuugsbesuch machen." Dann entstand eine kurze Pause, und der Zar fuhr dann fort: „Kann ich jetzt vielleicht ein- treten?" „Ich werde nie vergessen," so sagt Mario in seinen Erinnerungen, „was für ein Gesicht Rossini machte und wie seine Augen leuchteten, als er mir diese Geschichte erzählte," — Ein NeujahrSgedicht von Wilhelm Busch. Die Nadftabschätze des Wiedensahler Philosophen scheinen schier unerschöpflich zu fein. Schon haben seine Erven mehrere Bände damit gefüllt und noch tft der Segen nicht versiegt. So bringt das Jauucirhelt von .Westermanns Monatsheften^ ein umfangreiches Gedicht, eine bisher unveröffentlichte Neuiahrsbetrachiung, die mit ironischer Wehmut das Fazit des verstoffenen Jahres zieht und gerade jetzt in manchem Herzen verwandte Saiten an- klingen lassen wird. Die ersten beiden Strophen des Gedichtes seien hier mitgeteilt: Bald, so wird eS zwölfe schlagen. Prost Nenjahr! wird mancher sagen. Aber mancher ohne--rrrren; Denn eS gibt vergnügte Herren. Anch ich selbst auf meinen Wunsch Mache mir ein wenig Punsch. Wie ich nun aühler so sitze Bei des Oiens milder Hitze Angetan den Rock der Ruhe Unb die schönverzierien Schuhs Und entlocke meiner Pfei e Langgedehnte Wolkenslreise, Da spricht mancher schnell entschieden: Dieser Alensd) ist sehr zufrieden. Leider muß ich dem entgegen Schüttellid meinen Kopf bewegen. Schweigend lüfte ich baS Glas — Ach, rote wohl bekommt mir bo5! Sonsten wie erfreulich war eS, Wenn man so am Schluß des JahreS Oder in des Jahres Muten Ztim beraubten Schrein geschritten Und, in süßen Traum verloren, Emsig den Coupon geschoren. Aber itzo auf die Schere Sickert eine Trauerzähre. IfMWfc AnstrumentationS?unst einetz Aich. Vktäütz at* fejfett Als aber Strauß sich von bet Konzertmusik ab- und ter dramatischen Kunst zuwandte, aLs man sich an der reichen Menge programmatischer Konzertstücke, die — von Nachahmern gezüchtet, wie Pilze wucherten, Kur genüge gesättigt hatte, besann man sich wieder emf Reger, den absoluten Musiker"', der (schon längst ein ganzer Meister) von der Partei der „Konservativen" gegen fernen Willen zum Führer auserkoren wurde. Es wiederholte sich dasselbe. Spiel, durch das Brahms und Liszt-Wagner in eine Gegnerschaft hineingadrängt wurden. Auch jetzt war die Losung aus der einen Serte „absolute", aus per anderen „programmatische Musik", jene schworen aus Neger, diese aus Strauß. Die Folgen hiervon waren u. a. bie Boykottierung der Regerschen Werke durch die Partei der sogenannten Fortschrittler auf den Musikerversammlungen und als Antwort darauf die Veranstaltung der Brahms- und Regerseste der letzten Jahre, bis man sich in jüngster Zeit eines Besseren besonnen und eingeseheu hat, daß auf musikalisck)em Gebiete für alle Kunstrichtungen Raum ist, und programmatische und absolute Musiker sehr wohl nebeneinander zur Geltung kommen können. Reger hat insofern aus der ganzen Linie gesiegt, als nunmehr auch bei den Versammlungen des Allgemeinen deutschen Musikvereins seine Werke zur Ausführung gelangen Reger und Strauß haben durch Handschlag den Frieden bekrästigt, der durch sie nie gestört und nur in den Augen der Heißsporne nicht vorhanden war. Ebenso neidlos, wie Reger die Errungenschaften eines R. Strauß um die dramatische Kunst anerkennt, schätzt der Programmatiker Regers Verdienste um die Kammermusik, die Chor-, besonders die moderne Kirchenmusik. Letztere hat Reger durch fein Auf- gehen in Bachscher Kunst in ungeahnter Weise gefördert und veredelt X. Landkreis Gleßert Watzenborn-Steinberg, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertage verschied in Steinberg sanft und still die älteste Person unserer Gemeinde, vielleicht auch die älteste der aanzen Umgegend, Katharina Harn isch, Witwe des schon 1870 verstorbenen Georg Melchior Harnisch, genannt „Bachbalsers". Im kommenden,Januar hätte sie das 96. Lebensjahr vollendet, sie war fast V* Jabr alter als Bismarck. Sie erfreute sich einer seltenen Gesundheit und Rüstigkeit bis in ihr hohes Alter. Erst im letzten Jahre nahmen ihre Kräfte ab. Von ihren Angehörigen wurde sie mit rührender Liebe und Sorgfalt gepflegt. Still und saust, ohne jedes Schmerzgefühl, rsd sie hinübergeschlummert ™ Leihgestern. 27. Dez. Die Vorarbeiten zu der an Pfingsten 1911 hier stattfindenden 50jährigenJubiläumS- feier des Gesangvereins „Eintracht" mit der ein, unter bem Protektorat des Provinzialdirektors Dr. Usinger stehender, nationaler Wettstreit verbunden wird, sind so weit gediehen, daß die zweiten Rundschreiben im Lause der vergangenen Woche an die Vereine zum Versand gelangten. Die ausgesetzten Geldpreise belaufen sich auf etwa 1500 Mk. Außerdem werden den wettstreietnden Vereinen wertvolle Kunstgegenstände und auch ein Ehrenpreis des Großherzogs zur Verfügung stehen. Der Vertretertag findet am 12. März 1911 statt. Vereine, denen die Bedingungen nicht zugegaugen sein sollten, können sie bei dem 1. Vorsitzenden des gelchästsführenden Ausschusses, Herrn Wilh. Schäfer anfordern. — Der Gesangverein „Eintracht" hielt am ersten Weihnachtsfeiertag im Vereinslokal seine Weihnachtsfeier ab, zu der die stattliche Anzahl von 110 Mitgliedern erschienen war. Eingeleitel wurde die Feier mit einer Begrüßungsansprache des ersten Schriftführers Schäfer. Sein zum Schlüsse ausgebrachtes Hoch galt dem Verein und seinem Dirigenten Herrn Riemann. Hieraus sprach Lehrer Buß in warmen Worten über die Bedeutung des Weilxnachtsfestes und überreickste zum Schlüsse dem Dirigenten in Würdigung seiner Verdienste ein wertvolles Geschenk. Die zum Vortrag gebrachten Chöre, die von einer tüchtigen Schulung des Vereins zeugten, fanden ungeteilten Beifall. Lich, 27. Dez. Die beiden stärksten hiesigen Vereine, der Turnverein und der Gesangverein „Cacilia", haben sich seit Jahren dahin geeinigt, da ßsie ihre Weihnachtsvergnügungen nicht beide am zweiten Weihnachtstag abhalten. Sie wechselten immer in oer Weise ab, daß der eine am zweiten Weihnachtstag, der andere am Reujahrs- tag seine Abendunterhaltunst abhält. Gestern war die „G.äcitia"' an der Reihe, die ihre Mitglieder und Freunde mit einer schönen Wei hnachtsfeier erfreute. Ein ausgewähltes Programm, das Theaterstücke, Gefangsvorträge und Tanz enthielt, sand allgemeinen Beifall. Unter den Gesangsvorträgen, die unter Leitung des Dirigenten Lehrer Zimmer exakt ausgeführt wurden, befanden sich manche alte liebe Bekannten von dem erst letzthin an Großherzogs Geburtstag gemeinsam mit dem „Gemischten Chor" ver- Mtstalteten Konzert, aber auch einige fleißige Neueinstudierungen. Besonberen Beifall fand wieder das Lied von „Andreas Hofer" mit seiner Einlage für ein Doppelquartett. >— Morgen abend veranstaltet der hiesige Zweigverein des V. H. C. seine Weihnachtsfeier. — Die Sitte, den dritten Feiertag als voll zu feiern, die sich hier ziemlich lange gehalten hat, verschwindet fast ganz; besonders seitdem der dritte Weihnachtstag für den Ge- sindewechsel nicht mehr in Betracht kommt. Das (Gesinde »geht hier jetzt auch an Neujahr, in einzelnen Fällen noch am Peterstag in seine neue Stelle. Der dritte Feiertag, der „B i n d e l s g e b u r t s t a g", wie er im Volksmund früher hieß, hat dadurch viel von seinem richtigen „Glanz" verloren. — Recht gefährlich war heute abend in einigen engen Gassen der Stadt das Passieren der Straßen. Ueberall bildeten sich aus den Dächern kleine Sch ne elawinen, die unter donnerndem Getöse zur Erde kamen und die Vorbeigehcnden belästigten. X Treis a. L., 27. Dez. Gestern abend hielt der hiesige Turnverein eure wohlgelungene und in allen ihren Teilen, jedem Teilnehmer ansprechende Weihnachtsfeier ab. Der il. Vorsitzende, Lehrer Walter eröffnete die Feier mit einer von christlichem unb vaterländischem Geiste getragenen Begrüßungsansprache, die mit einem begeistert auf genommenen „Gut Herl" auf das deutsche Vaterland schloß. Alsdann nahm das reiche Programm des Abends einen flotten Verlauf; turnerische Vorführungen am Reck und Pyramiden wechselten mit schönen Weihnachts- aufsuhrungen, Sologesängen, Duetten und Quartetten; besonders schön nahmen sich die beiben von der Frauenabteilung des Turnvereins gestellten Stabpyramiden aus. Mit dieser Feier hat der Turnverein unter der trefflichen Leitung seines Vorsitzenden gezeigt, daß er nicht nur, wie seither schon bekannt, in turnerischer Beziehung, sondern auch auf gesellig-unterhaltendem Gebiet ausgezeichnetes zu leisten versteht Wenn er so weiter fortfährt, wirb es nicht mehr nötig sein, sich aus Mangel an darstellenden Kräften, sogenannte „Humoristen" aus der Stadt für teueres Geld zu verschreiben, die ihren Zuhörern dem Abend mit Gassenhauern und schmutzigen Kouplets verekeln, wie es vor einigen Wochen zum Leidwesen der Veranstalter hier vorgekommen ist. Die kirchliche Weihnachtsfeier fand hier, wie gewöhnlich, am Abend des 1. Feiertags bei vollbesetzter Kirche statt und wurde durch mehrere vorzüglich vvrgettagene Chöre des hiesigen Kirchengesangvereins, unter Leitung von Lehrer Walter, und der L Schulklasse Verschönert. tz.- Dvnarn, 87. Dez. An Ker DnnhaHe veranstaltet« am zweiten Weihnachtsfeierlag der Gesangverein „Eintracht" eine Weihnachtsfeier, Sie sehr gut besucht war und einen chönen Verlaus nahm. Mit einer Ansprache des Präsidenten wurde die Feier eröffnet, woraus der aktive Chor verschiedene Lieder in schöner Weise zu Gehör brachte, die allseitig Bestall anben. Während der Tanzpausen fand eine Verlosung statt, zu der wertvolle Gegenstände gestiftet worden waren und steter wurde der hübsch geschmückte Tannenbaum astweise versteigert. Lebhaften BeifaU ernteten einige sehr exakt üorgetragenen Rlatner» dicke. — Gestern abend fand im Saale der „Traube" eilt Ball statt, zu dem der Gesangverein „L ie ber kran z" seine Mitglieder eingeladen hatte. Ein Teil der Kaeplle des Jmanterie-Regiments Kaiser Wilhelm war hierzu engagiert und übte besondere Anziehungskraft äus. Die Mitglieder waren zahlreich erschienen und eute stattliche Anzahl Paare traten zum Tanze an. Der Ball verlief bei froher Stimmung aufs schönste. In einigen Wochen soll wieder ein Vergnügen des Vereins stattfinden. Hessen-Nassau. • Kirchhain, 27. Dez. Nach einer vorläufigen Fest- stellung hat unser Kreis 10737 männliche und 12016 weibliche Einwohner zusammen 22 753 Einwo hner, gegen 10 440 männliche und 11183 weibliche, zusammen 22 273 Einwohner im Jahr 1905. X. Schlüchtern, 27. Dez. Im Bahnhof «Gemünden blieb der StationSdienstgehilfe Anton Hartmann nach dem Zusammenkiippeln von Wagen mit dem linken Fuße an der Schiene fyänj n und geriet unter d e in Bewegung befindlichen Wagen. Er wurde so schwer verletzt, daß er noch vor Eintreffen des Bahnarztes verschied. Die oberhessischen volkszählungrergebnisie. Kreis Frievderg. Gemeinde H eldenbera en. Hohl der Haushaltungen 371, Einwohnerzahl 1562, davon sind 264 evangelisch, 1177 katholisch, 118 israelitisch, 3 anderer Religion. (1905: 1469.) Universitäts-Nachrichten. hc. Marburg. Professor Dr. Rudolf B e n e k e, Ordinarius und Direktor des pathologischen Instituts, hat den Ruf in gleicher Eigenschaft an die Universität Halle als Nachfolger des zum 1. April 1911 vom Lehramte zurückttetenden Geh. Rats Pros. Eberth angenommen. Prof. Beneke war früher in Göttingen und Königsberg tätig. Dermijebfej. — Russische Erfinder. DaS vierzigjährige Jubiläum der Glühlichtlampe gibt der „Nowoje Wremja" Gelegenhrit, wieder einmal daS alte Klagelied über das Schicksal der russischen Erfinder anzustimmen. Wie so viele andere Erfindungen, meint das russische Blatt, verdanke die Welt auch die Glüylichtlampe einem Russen. Genau vor vierzig Jahren, Ende November 1870, umhüllte ein gewisser Alexander Nikolajewitsch Lodygin einen Heinen Zylinder aus Kohle mit einer Glasglocke, pumpte die Luft aus dieser Glocke und demonsttierte zum erstenmal ein Licht, bei dem der das Licht erzeugende Körper nicht verbrannte. Edison und dann Siemens, fährt die Nowoie Wremja fort, haben später durch die praktische Verwertung der Lodyginschen Idee Dutzende Millionen gewonnen, wobei sie nicht in Abrede stellten, daß Lodygin die Priorität der Ersindung gebührt. Schließlich besann man sich in Rußland auf die Verdienste Lodygins, und im Jahre 1874 erkannte ihm die Akademie der Wissenschaften, „die nach ihren zwei Jahrhunderte alten Traditionen fast nur aus Deutschen besteht", die Lomonossow-Prämie zu. „Ueber- haupt," ruft die „Nowoje Wremja" aus, haben denn die Russen wenig bemerkenswerte Erfindungen gemacht? Die Explosivstoffe und oas rauchlose Pulver Tschelzows, Kostowitschs Idee des Luft- schifses, Moshaiskis Aeroplan, Popows drahtloser Telegraph, Mendelejew, Menschutkin, Pirogow, MetschniLow, die erste Idee des Unterseebootes Drshew^kis usw. Wann wird man endlich aufhören, zu behaupten, daß die Russen nur den Ssamowar erfunden hätten?" * Was i ft amerikanisch? Ter Name Amerika bezeichnete anfänglich, was wenig bekannt sein Öiitfte, nur Südamerika,^nnd zwar speziell ziierst bie User Brasiliens, spater das östliche Süv- ammfa, dis Mercator im Jahre 1541 das Wort Amerika für die ganze neue Welt anwandte So hat eigentlich der Brasilianer von allen Ainerikaliern europäischer Abkinift das meiste Recht, sich .amerikanisch^ zu nennen. Iiidesien haben die Be>vohuer der Vereinigten Staaten dou Nordamerika mehr und mehr die Aufsasinny verbreitet, als ob sie allem .die* Amerikaner seien im Gegensatz zu allen anderen Leuten, die in der neuen Welt wohnen, seien es nun Kanadier, Dlexikaner oder Bürger der südlichen Republiken. Tie Schuld an diesem bereits zum Gewohnheitsrecht gewordenen Tnnkel weist Lllexander F. Chamberlain voii der Clark-Uiiiversikät zu Worcester, der iin „®lobu§* die Bedentung des Wortes »amerikanisch uiitersuchl, zum großen Teil and) den Eurpäern zu, die die Ausdrücke „Amerika^ uiid »Vereinigte Staaten* als gleichbedeutend zu gebrauchen pflegen. In diesem Sinne ist die Frage sogar schon amtlich geregelt worden: im Juiii 1904 ordnete der Staatssekretär Iohii Hay ausdrücklich an, daß im diplomatischen Verkehr statt „Ambassador of the United States“, „Lesration of the United States“ usw stets „American Ambassador", American Legation“ usw. gejagt und geschrieben werden sollte. Ganz anderer '?imlcf)t sind natürlich die Dkilltonen von Amerikanern, die den südlicheii Teil des Kontinents beivohneii. Hier erinnert man an die Tatsache, daß an den Ufern des St. Lorenzsiromes französisch-kanadische Bailern wohneii, deren Vorfahren sehr lange vor der Landung der „Pilgerväter" m Massachusetts-Bai als Amerikaner hätten gelten können, und daß Vorsirio Tiaz, der Präsident von Mexiko, einer der echtesten Amerikaner ist, da in seinen Adern nicht nur das Blut der alten Aztekeii, sondern auch das rer spanischen Konquistadoren stießt. Heutziltage wird die erweiterte Bedeuinng des Wortes ,an enfamfd)N in einem Sinne gebraucht, der gerade feine Höflichkeiten einschließt. Der Franzose z. B. sagt „ä l’am6ricaine“, indem er auf die unbegrenzte . . . Freiheit vieler Pankces hinwelst. Dos Schivindeln allerlei Art nannte der Gamin, und nach ihm auch die gebildete Sprache von Paris, „vol ä, l’arn^ricaine“. Tem Genossen eines solchen Schwindlers legte man den Namen un americain bei. Die englische Volkssprache feimt den Ausdruck „american tweezers“, womit man die Drahtzange der Gasihantzdiebe bezeichiiet. In seinem un Fahre 1905 perösfentlichten „Dizionario moderno“ erwähnt Panzim das Wort americanata, für das er iolgende Erklärung gibt: .Eine übertriebene, überraschende, kühne Handlung oder Unternehmung, deren charakteristische Heimat 9lorbamerifa ist*. Auch die bekannte Hast und Neivosität, die in Nordamerika zu Hause ist, wird in Europa Amerikanismus genannt — Zwerg elefanten in Afrika. Don einer interessanten zoologischen Entdeckung weiß ein englischer Offizier zu berichten, der in Uganda im Dienste steht. Bei seinen Jagd- zügen stieß er auf einen Trupp Elefanten, der sich völlig von Ser bisher bekannten Art der afrikanischen Elefanten unterschied. Es ist wahrscheinlich, daß diese neue Tierart in größerer Menge vorhanden ist, aber bisher sah man nur diesen einen Trnpp, dessen Weidegebiet in den Virunya-Bergcn in einer Höhe von etwa 2500 Meter Hegt. Der Trupp bestand aus etwa 30 bis 40 Tieren. Was sofort die Aufmerksamkeit des Beobachters erregte, waren die ausfällig fieinen Dimensionen der Stoßzähne. Keines der Tiere hatte Stoßzähne, die über ein Gewicht von etwa 20 Pfund hinausgingen. Der Offizier schoß einen dieser Elefanten, ein vollkommen ausgewachsenes Tier; die Untersuchung ergab, daß die Zahne nicht ganz 16 Pfund wogen. Merkwürdig klein sind auch die Ohren, die Füße und vor allem der Kopf. Ter ganze Körper erreicht eine Höhe von 3 Metern, ist also nur wenig kleiner als der des gewöhnlichen afrikanischen Elefanten. Tie Zwerghaftigkeit beschränkt sich somit auf gewisse Partien des Körpers. Ter Rumps ist etwas kürzer und weniger go- drunaen als bei den anderen Elefanten. Zweifellos handelt es sich hierbei um eine Abart, die den Zoologen bisher unbdannt geblieben war. ©fe Kulsur Sei Wilrtelf 1«8. VNtt SA Kulturpflanze, deren Name an ihre ursprüngliche Heimat, mc nordischen Meeresküsten Europa- bis nach Sibirien innert, in Süddeutschlanb aber allgemein Kren heißt, sind eigentlich nut die oft armdicken, walzenförmigen, weißfleischigen Wu^e^ Lücke bekannt, die sich wegen ihres scharf beißenden, habet jeben» würzigen Geschmacks großer Beliebtheit erfreuen unb meift als pikante, gesunde, appetitanregende Zuspeise zu Fleischgerichte» gerieben, roh ober gekocht genossen werden. Wie gr^ß bet Bedarf an Meerrettich ist, beweist schon bie Tatsache, baß die Stabt Lübbenau im Spreewalbe alljährlich über 36 000 Zentner tm Werte 360 000 Mk. allein nach Berlin liefert ganz abgesehen von dem bedeutenden Ertrage in der Umgebung von Nümoera, Bam-< berg, Würzburg, Rastatt und anderen süddeutschen und öster- reichischeii Ortschaften. Der Meerrettich gedeiht, wie Wilhelnt Wölkerling in der /Landwirtschaft!. Umschau" mitteilt, am besten in schattiger Lage in einem feuchten, lehmartigen, fetten, her durchgegrabenen Boden. Tie Vermehrung erfolgt in der Regel vuvck) die kleineren Nebenwurzeln ober durch bie Krone bet bieten Stöcke, bie man im Herbst oder im zeitigen Frühjahr einige Zentimeter lang ab schneidet und sogleich schräg in das vorbereitete Erbreick) steckt. Sie fangen bald an zu treiben, müssen abej wahrend des Sommers vom Unkraut reingehalten werden inwl 2 Jahre unberührt bleiben, wodurch bie Wurzeln ungemein an Stärke unb Länge zunehmen. Will man barum in jedem Jahre eine Ernte haben, so empfiehlt sich die Anlage von drei Kulturen, die für später keiner besonderen Nachpflanzung bedürfen, da der Meerrettich so stark wuchert, baß er fast nicht mehr zu vertilgen ist. Bei ber Aufbewahrung muß man barauf achten, daß die Stöcke nicht zu warm liegen, weil sie bann zu treiben anfang en, ihren kräftigen Gefchmack verlieren unb feine marktfähige Ware mehr abgeben. Handel. X M atbutg, 27, Dez. In bem Konkurs« über dvs Vermögen des Kautmamrs JujtuS WUhclm B e r b u x in Ivuurüutg, Inhabers der Bankfirma Justus Wilhelm Berbux in Marburg und Besitzers des BasaltwerkeS DreUZausen bei Marbnrg, betragen nach bem jetzigen Stande die angemeldeten Forderungen mit Vorrecht etwa 4000 Mk. Die angemetbeten Forderungen ohne Vorrecht stellen sich auf 1 233 500 Mk., wovon 214 500 Mk. festgestellt sind, 766 500 Mk. bestritten werben und 252 500 Mk. Ausfallforderungen find. In der Masse liegen bar 26 000 Mk., noch zu erwarten ist ber Eingang von 48 000 Mk., so baß bie Vermögenswerte mit 74 000 Mk. anzusetzen finb unb für bic auzunchmenben Forderungen ohne Vorrecht etwa 16Vr bis 17<>/o in der Masse liegen. Der Zusammenbruch dieser Dankfirmw hängt zusammen mit bem Konkurse ber Niederdeutschen Bank in Dortmund. Markte. ke.Frankfurt a.M. Vi e 5 v oi-.'ü a t kt b e ri cht vom 27. Dez. 2luftrieb: 723 Rinder, darunter 201 Cchfen, 21 Bullen, 412 Kühe und Färsen, 145 Kälber, 216 Schafe, 1806 Schweine. Tendenz: Rinder gedruckt, Kälber flott, ausverkauft, Schafe ruhig, auSperkauft, Schweine mäßig. Preis für 100Pfd. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Mk. Mk, Vollfleifchige, auSgeinäftete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—51 86—88 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete ........... 44—47 80— 85 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40—43 74—79 Bullen. Vollfleischige, cuisgewachlene, höchsten Schlachtw. 43—45 71—76 Vollfleischige, jüngere 87—40 61—66 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgenr. Färsen höchst. Schlachtw. 40—44 73—79 Bollfteijchige ausgemcisleleKühe hüchstenSchlacht- werles bis zu 7 Jahren 38—41 70—74 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen .... 82—87 62—71 Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 23— 30 46—60 Gering genährte Kühe und Färsen 18—21 41—48 Kälber. Feinste Mast-(Vollinilchmast) u. beste Saugkälber 58—62 96—108 "Mittlere Masi- und gute Saugkälber .... 52—57 88—97 Geringere Saugkälber 47—51 80—86 Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthcrmmel . . . 36—37 76—78 Aeltere Masthammel und gut genährte Schale 31—00 74—00 Schweine. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebeiidgewlcht 55.00—56.00 68^0—70.00 BollUesichige Schweine über 2'/, Zentner Lebeiidgeivicht 54.60—56.00 68.00—70.00 Feltichweme über 3 Ztr.Lebendgew. . 54.50 —55.50 68.00—70.00 Fleischige Schweine ... . . 52.00—54.00 67.00—69.00 Heber den Markt ist wegen der Maul- und Klauenseuche die Sperre verhängt. ch L i m b u r g a. L., 24. Dez. Der Zutrieb bei bem letzten Viehmarkte bezifferte sich auf etwa 1000 Tiere. Der Geschäftsgang war belebt und ber Absatz flott Es erbrachten ber Zentner Schlachtgewicht: Fette Ochsen 1. Qualität 82—84 Mk., fleischige 2. Qualität 78—80 Mk., 3. Qualität 75—76 Mk.; fette Rinder 1. Qualität 78—81 Mk., fleischige 2. Qualität 74—76 Mk., 3. Qualität 70—72 Mk., 4. Qualität 66—68 Mk.: fette Kühe 1. Qualität 81—82 Mk., fleischige 2. Qualität 78—79 Mark, 3. Qualität 65—68 Mk., 4. Qualität 60—64 Mk.: Schweine 64—68 Mk.: Kälber 70—76 Mk. Das Paar Fahrochsen kostete 650—850 Mk., bas Stück Gehrauchskühe unb -Rinder 320—500 Mk., jüngere Rinder 100—240 Mk., Ferkel bas Paar 24—70 Mk. Meteorologische Beobachtungen ber Station Stehen. Dez. 1910 - o h C G 9 s c ii Wetter Höchste Temperatur am 26. bis 27. Dezember 10 10 0 Niedrig e Vuebeviailaq , 26. , 27. 4,5 mm. 27. z” । ;so,8 + 1.0 4,7 94 NNE 2 27. 9“ <47.3 + 0,8 4,6 94 NE 3 28. ; 1» 748,0 -2,9 85 N 2 Schneefall Klarer Himmel = + 8,3'2. - + 0,3 'G. Wo keine Niederlage, unmittelbarer Versand frischer Füllung. Bei 50 groß. Flaschen frachtfrei in ganz Heesen. Kuverts mit Firma —------------- liefert dilllglt ■ — BrütiHdie UiiwvrlltLtt-Oruckerel • Sieben ®roNb. Hessen für daS Rechnungsjahr 1909. Steinstrabe 48. 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Der Vorsitzende des Vorstandes der HaftpftichtversttderungSaustalt. gez.: Bich manu, Geh. Regierungsrat. Der Geschäftsführer, gez.: Pieper. Genehmigt in der Genossenschaftsversammlung vom 5. Dezember 1910. gez.: Bichmann, Geh. Regierungsrat.!)«/„ lMil'Bsrm-DzzWen von 30 Ztr. an* frei vorS Haus geliefert pro Ztr. 70 Pfg. Einzelne Zentner ........ , 90 , Einzelne Zentner (Proben)..... r 75 r Ferner empfehlen zu billigsten Tagespreisen: Ruhranthrazitkohlen, Nuhkohlen, Bcftmclierte (ge- mischte Kohlen), Arithrazit-CiformbrikettS und Braunkohlenbriketts, sowie alle Sorten Gaskoks und Zechen (Hütten)-KokS, Brennholz. Gebrüder Kahl WlibnMWllW irr Älfinfinöfr='Bcrofll)rflnöalL Auf unsere Bitte sind uns auch in diesem Jahre so reiche Gaben, teils an Geld, teils an Gebrauchsgegenständen zugewendei wOen, dass wir unseren 264 Kindern bei der am 18. Dezember abaevaltenen Feier durch eine schöne Bescherung sehr erfreuen und mancher armen Faunlie eine große Wohltat erweisen konnten. Six0 l ro,r allen Gebern, sowie den Damen, die sich der Muhe desSammelns unterzogen haben, den Damen des Borstandes, unseren «chweuern, den Handarbeitslehrerinnen der höheren und errocuerten Mädchenschule, unseren herzlichsten Dank. Gießen, den 27. Dezember 1910. Der Vorstand der Kleiukinder-Bewabranstalt. v ___________________D. Schlosser. Emil Pistor Nacht, IMM — 1 ■ Verlangen Äie Katalog! ------ Wegen bevorstehenden Umzugs verkaufe ich Oefen, Herde, Petroleum-Hefen, Ofen-Schirme. Bekr.r Die Behandlung der Justiere inT Winter. IRollSChUtZWände, Waschmaschinen, ElSSChränke, von Fuhrwerken^richten wir tne bringenbcal* KonservengläserjFruclitpressenjHeinzelmäiinchen- "u“an,i Sanogres-Koch- und Brat-Apparate, Nickel- fiüssen derWitterung nach Möglichkeit geschützt kesedirre, Emaillewaren, Räucher-Apparate, lutrotn, oqb namentlich: I rr 1 1. We Zugtiere niemals länger als unbedingt Wurstfüllmaschinen erforderltch und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden; I asm . 2 das Zaumzeug im Stall aufbewahrt, oder andernfalls Ze U daS Gebiß vor dem Anlegen erwärmt wird. | Großherzogliches Polizelamt GießeL annehmbaren Preise _____________________________G ebhardt. empfiehlt von heute an Prima echtes Bockbier ErüffimßQvcnjänMßD BÄngen Vorschüsse auf Wertpapiere Unter günstigen Bedingungen. Einlösung von Zins- und Dividenden- scheinen und verlosten Stücken. An- and Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen. Enthebung von Neujahrs Glückwünschen _ , , Neuiabr 1911. Seit langen Jahren ist es Brauch und Uebereinkommen geworden, hie Neuiahrs'Glückwünsche durch eine Gabe an die ttleintinder-Vewahranstalt abzulösen. Die GebeQ deren Namen noch vor Jahresschluss im „Gießener Anzeiger" verönentlicht werden, sind damit von der Verpflichtung zu Neujahrsbesuchsn, sowie von Zusendung von Glückwunschkarten befreit und beanspruchen beides nicht. Die Unterzeichneten sind zur Entgegennahme solcher Gaben, die zugleich für die Anstalt eine große Wohltat find, bereit. Gießen, den 24. Dezember 1010. vrr/ । gfanrr Ausfetd. Pfarrer BechtolSheimer. Stadtverordn. Helm'' Reallehrer Jann. Landgenchiörat Neuenhagen. Pfarrer D. Schlosser Pfarrer Lckiwabe. Weinbändler August Schwan. Wmi.EmitkrIrMWtOckjiWki. äimiios l/rnll ßiüQonn ...nliyilol IXIUII, UiuOuull 9- unb Dienstag den 10. Januar van 9-1 Uhr im Schul Haufe, w < Nord-Anlage 14, entgegengenommen. Vorzulegen find: (sseburtS- ID zz.ö.ox TsIssliAn 90/ urfunbe unö Impfschein, bezw. Bccheimgung der zweiten Impfung I 36118 (68^8) ■ ®iephon 284 und bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Ab- gangSzeugms. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzmtellen. [B“/” Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berück fichttgl werden, insofern die betr. Klassen nicht schon vollzählig sind. Greven, den 22. Dezember 1910. Spezial - Offerte! Nasswäsche* Phind (Mindestgewicht), nur weisse -------------1 Wäsche, vor dem Waschen trocken gewogen, kosten Mk. 2.10, jedes weitere Pfund 7 Pfg. — Lieferzeit 1—2 Tage. Rollwäsche • 3° Pfund (trocken), weisse, bunte und ---------------1 wollene Wäsche, kosten Mk. 5.40, jedes weitere Pfund 18 Pfg., kleinere Quantitäten werden aufs Stück nach der Preisliste berechnet. — Lieferzeit 6—8 Tage. 6409 Abholen und Rückliefern gratis durch meine Wagen. Well! Kami* Misill mMfimsfotr Regulierbar! Enormer Heizeffekt! Sparsamer Brand! ■ Beachten Sie den brennenden Kaminofen im Schaufenster! Oefen amerik. u. irisch. Systems! Bedeutendes Lager in geschmackvollenMustern VenraHnng tqo offenen und geschlossenes Depots. 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Ueber- schuss auS dem 3 Anlage aus Betriebsfonds 1124 86 RechnungSi.1908 15485 48 4 Anlage aus Reservefonds I 4 Verfügbar, lieber- 1124 86 schuh auS dem 5 Postscheckamt 106 94 Rechnungsj. 1909 12761 96 6 Vorlage 200 — 1 Mk. 30497 16 । Mk. 30497 16