Mwvoch, 28. vezench« $10 Nr. 304 |60. Jahrgang Kfd)rmi 4? /Cy 9 mo”atlid)*75*i7ui*rtet- MMMbnbllbt ^nivluvl »NM« tTUr,’Tt ^r'rH%lMv ssssstt für bi« «ebnhien 112. WLF V-Iililchen r-il: August •iBr ... General-Anzeiger zur Cberheffen LLLsL *”ec>l,"ii-ia'-nt.ii: H. B-ck. Var Wirtschaftsjahr syfv. TOgddlf van bei Mttteldeutschen Srebitbonf, Filiale Gießen.*) I. Ein von bloßen Politischen Erschütterungen freies, aber in toirtschaftlrcher Beziehung um so interessanteres Jahr liegt hinter uns. Zwar haben zu Beginn des Jahres die alljährlich gegen bas Frühjahr auftauchenden Balkanwirren den Blick einige Zeit gefesselt. Es gelang aber den überwachenden Großmächten, sowohl den traurigen politischen Zuständen Griechenlands, als auch der Spannung zwischen diesem Land und der Türkei den bedrohlichen Charakter zu nehmen. Viel mehr übte die schwierige Lösung der Budget- srage in England, der Tod König Eduards VII. und der im Spätherbst wieder neu entbrennende Wahlkampf in England zeitweise einen lähmenden Eindruck nicht nur aus den englischen Markt, sondern auch auf das Ausland aus, dank der überragenden polittschen Machtstellung Eng- lands. Der unerwartete Wahlsieg der Demokratie tu den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika im November d. I wirkte aus die Newyorker Börse, die sich immer mehr zu einer tonangebeirden Stellung im internationalen Wirtschaftsleben ausgeschwungen hat, enttäuschend. Man hätte glauben sollen, daß die Hoffirung aus eine Beseittgung des Schutzzollsystems und damit auf eine Besserung in den Lebensverhältnissen des amerikanischen Volkes durch diesen Wahlsieg eine belebende Wirkung ausüben würde. Das Gegenteil trat aber ein, man gab der Befürchtung Raum, daß durch die Aenderung im Regierungssystem bei gewaltige Kamps zwischen der Negierung unö den kapita listtschen Interessen der großen Unternehmungen allmäh lich noch schärfere Formen annehmen unb damit dem Wirt «schaftsleben der Union noch größere Schädigungen bringen würde, als dies bisher der Fall war. Die Revolution in Portugal, die wie ein Mitzsttahl niederfuhr und überall gewalttges Staunen erregte, wickelte sich so glatt und ohne Störung* des internationalen politischen Lebens ab, daß ihre Wirkung nur eine ganr vorübergehende war. Ebenso haben die anfangs übertriebenen Gerückte über eine Revo lutwn in Mexiko nur kurze Zett die allgemeine Aufrnerk- samkeit erregt. Die Regierung ist des Aufstandes nahezu Derr aeworden und das Zutrauen zu dem aufstrebenden Land hat hierdurch keine Einbuße erlitten. Ferner hat die Meuterei in der brasilianischen Marine keinen nachhattigen Eindruck zu machen vermocht. Man kann also das Fahr 1910 in politischer Beziehung als ein Jahr des äußeren Friedens bezeichnen Nach außen hin hat Deutschland wohl im allgemeinen eine weitere Besserung in den Beziehungen zu oen einzelnen Staaten zu verzeichnen. Die Teilnahme des Kaisers an den Deisetzungsfeierlichketten in London hat zweifellos aus das Verhältnis zu England und Frankreich günstig gewirkt Der Besuch des Kaisers in Wien hat der Freundschaft zu der habsburgischen Monarchie eine noch herzlichere Gestaltung gegeben und die Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren und jeinem Minister hat dazu beigetragen, daß das politische Verl>ältnis zwischen Rußland und Deutschland ein etwas besseres geworden ist. Durch die Rede des Reichskanzlern gelegentlich der Etatberatung ist diese Besserung in den Beziehungen zu dem östlichen Nachbar öffentlich anerkannt worden. Unsere Handelsbeziehungen zu den Ver einigten Staaten von Nordamerika, die zu Anfang des Jahres wegen der ablehnenden Haltung unserer Regierung gegenüber der Einfuhr amerikanischen Fleisches und Viehet Die Befürchtung eines Zollkrieges auskommen ließen, wurden durch das neue Abkommen wesentlich verbessert und wirkten sowohl auf die polittschen Beziehungen, als auch aus Unsere Industrie in günstigem Sinne ein. Im Inneren unseres Vaterlandes dagegen gärt es ge wattig und die Verhältnisse sind noch so ungeklärt, daß man der kommenden Zeit, namentlich dent großen Wahlkampf im Jahre 1912, nur mit einem Gefühl des Unbe «Hagens entgegenblicken kann. Unzufriedenheit in fast allen Schichten der Bevölkerung und der Mangel an großen Ge fichtspunkten, das sind die beiden Momente, die eigentlich bei keiner Partei eine Freude am innerpolitischen Leben aufkommen lassen wollen. Hier haben auch die Aus führungen des Reichskanzlers bei der Etatberatung keine wefentttche Besserung zu erzielen vermocht. Im internationalen und im nationalen Wirtschaftsleben sah es dahingegen nicht so ruhig fau5, wie auf der polittschen Weltbühne. Hier spielten sich rgenxiltige Kämpfe ab und großartige Zentralisationsbestre- bungen traten in die Erscheinung, so daß das Jahr 1910 in ^dieser Beziehung einen ganz besonderen Platz in der Geschichte der Wirtsck-afisentwlcklung einnehmen wird. Fast während des ganzen Jahres hielten die hie Und da krisenartig auftretenden Erschütterungen der Newyorker Börse die Gemüter in Spannung, wenn auch die Beobachtung gemacht werden konnte, daß die rüefläutige Bewegung in Den Kursen der amerikanischen Werte im allgemeinen «nicht so stark auf die euröpäische.n Börsen wirtte, wie dies in früheren Jahren, h. B. im Krisenjahr 1907, der Fall war. Der Grund zu dieser merkwürdigen Erscheinung ist wohl zum Tett darin zu suchen, daß in Deutschland die Hoffnung auf eine anhaltend steigende Entwicklung unserer Industrie festgewurzelt ist, und daß zum anoeren Teil der Rückgang in Amerika nicht der Ausdruck eines Umschwungs in den dortigen Verhältnissen ist, sondern mehr *) Wir glauben, baß ein sachkundiger Ueberblick über das Wirtschaftsjahr 1910 Dan allgemeinem Interesse ist und sind darum mit der Mitteldeutschen Creditbank in Verbindung getreten, die uns &u einem solchen Aufsatz für unser Blatt behilflich sein wollte. Auch dce politischen Streiflichter in dem Aufsatz treffen im allgemeinen das Richtige. eine Kundgebung des Kapitals gegen die trustfeindliche Polittk der Regierung darstellt.. r Ist doch das Wirtschaftsleben in Amerika mehr als irgendwo anders auf das Trustwesen im allgemeinen aufgebaut. In diesem Kampfe stehen sich zwei gewaltige Machtfaktoren gegenüber. Auf der einen Sette oie Regierung, die mit der Allgemeinheit ein Interesse an der Verbilligung des Verkehrs und der Lebensbedingungen hat und auf der anderen Sette die mächttgen Kapitalgruppen der Eisenbahnen und die Trustgesellschaften, die durch Lohnerhöhung und Steigerung der Materialpreise in ihrem Interesse zu Erhöhungen der Frachtraten und Rohprodukte hingedrängt werden. Die Unsicherheit darüber, wie dieser Kampf, der sich wohl noch lange hinziehen dürfte, enden wird, wird die Wirtschaftslage der Union vielleicht noch lange beeinflussen. Diese Erscheinung, verbunden mit der Tatsache, daß unser deutsches Publikum stark in amerikanischen Werten engagiert ist, fordert möglichste Zurückhaltung in der Eingehung weiterer Verbindlichkeiten. Während in Amerika der Kampf zwischen der von der össentlichen Meinung gedrängten Regierung und dem Kapital hin unb her wogte, hat in Europa eine Reihe von Kraftproben zwischen Kapital und Arbeit stattgefunden, die mehr oder weniger weite Kreise des erwerbstätigen Volkes in Mitleidenschaft zogen Grn ausgedehnter Aus- stand der Kohlenarbeiter in Northumberland trat zu Beginn des Jahres auf, die zwei Monate dauernde Aussperrung im deutschen Bauhandwerk hat ebenso, wie der Ausstand der Werftarbeiter und der Metallarbeiter in Pforzheim einer Reihe von Industriezweigen schwere Wunden geschlagen. Die Gefahr einer Gesamtaussperrung der Me- allarbeiter Deutschlands ist noch im letzten Augenblick beseitigt worden. Dagegen hatte aber der Aufstand der Eisenbahnangestellten in Frankreich Formen angenommen, wie mir solche bisher in dem Kampf zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland glücklicherweise noch nicht erlebt haben. Solche Jnteressenkämpse werden bei aufsteigen der Konjunktur immer wieder §u verzeichnen sein und sie werden bei der zunehmenden Konzentration innerhalb der beiden Machtfaktoren an Schärfe und Ausdehnung für die Folge wohl noch eine Steigerung erfahren. Lrmordung von vier Deutschen durch aufständische Eingeborene auf Ponape. Die Sttlle der Weihnachtsserienzett wird jäh unter- brocken durch eine Meldung des Gouverneurs von Deutsch- Neuguinea, wonach vor kurzer Zeit von aufständigen Ein- geborenen vier wackere deutsche Beamte und außerdem fünf .angeborene Bootsjungen getötet worden sind. Zwar hat ?s mit dem Aufstand der Dschokadschleute nicht viel auf sich, da ihre Zahl verhältnismäßig gering ist und unsere deutschen Landsleute fick rechtzeittg gerüstet haben, aber _'s bleibt doch eine Schreckensnachricht, die uns wieder einmal zeigt, daß in unseren deutschen Neuländern den Eingeborenen gegenüber stets die größte Vorsicht am Platze ist. Wir erhielten folgende Meldung: Berlin, 27. Dez. Nach einem von dem stellvertretenden Gouverneur von Deutsch-Neuguinea, Siegle» cungsrat Dr. O ß wa l d, aus Jap (Karolinen) eingetrof- senen Telegramm sind am 18. Oktober der Bezirksamtmann, Regierungsrat Boeder, Sekretär Brauckmann, otationsbeamter Hollborn, Wegebautechniker Häfner und fünf eingeborene Bootsjungen auf Dscho - kadsch von Dschokadschleuten ermordet worden, die sich seitdem im Ausstand befinden. Der Beweggrund scheint Unzufriedenheit mit b en Wegebauten gewesen zu fein. Die Nachricht traf am 30. November mit dem Dampfer „Germania" in Rabaul ein; der stellvertretende Gouverneur ging sofort mit 90 Polizeisoldaten, seinem Sekretär und dem Polizeimeister nach Ponape und fand alle übrigen Europäer wohlbehalten. Wettere ernste Angriffe auf die Kolonie haben nicht ftattgefunben. Am 13. Dezember trafen Weitere siebzig Soldaten und am 19. Dezember das Schiff „Kormoran" ein. Die Zahl der Aufrührer beläuft sich auf 200 biS 250; sie haben angeblich etwa 90 Gewehre und andere Schußwaffen; wie viel Munitton sie haben, ist unbekannt. Bis^ her herrschte übrigens in Ponape völlige Ruhe. Die Ein wohnerschaft verhätt sich zum größten Teil loyal. Nack einem weiteren Telegramm ist inzwischen noch das K r i e g s schiff „Plane t" (Vermessungsschiff) von Neu-Guinea nach Ponape abgegangen. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erläutert die Nachricht von der Ermordung der vier Regierungsbeamten und der fünf Eingeborenen, durch Darlegung der bisherigen Zu stände auf Po na pe, und der vorgelagerten kleinen Insel Dscho kadsch oder Jokvz. Es gelang danach dem ®oubcrneur Dr. Hahl, naclidem die Kavolineninseln im Jahre 1899 von Deutschland erworben waren, durch Verhandlungen mit den Eingeborenen friedliche Zustände aus der Insel Ponape he rbeizu führen, die siä) unter spanischer Herrschaft in fast immerwährendem Kriegszustände befand. Ta späterhin nicht selten immer iwch Zwistigkeiten vorkamen, wurde zur Beruhigung der Eingeborenen mit den Wegebauten vorgegangen Tiefen gegenüber verhielt sich jedoch ein Teü der Eingeborenen ablehnend w daß wiederholt Unruhen drohten, die 1908 durch Entsendung von einem Kriegsschiff mit Polizeisotdaten, und wiederholt auch durch persönliche Verhandlungen des Bezirksamtmanne« Boder mit den Häuptlingen verhindert wurden. Namentlich schien das Anlaufen des Ostasiattschen Geschwaders im Juni einen oachhattigen Eindruck auf die Eingeborenen hervorgerufcn zu haben. Nach der vorliegenden telegraphischen Meldung kann eS sich nur um einen friedlichen Besuch des Bezirksamt- mannes in Dscheskodsch gehandelt haben, der jedemalte ohne Mitnahme von Soldaten erfolgte. Es scheint ein heimtückischer Ueberfall durch die Eingeborenen erfolgt zu sein, die mit der Fortführung des Wegebaues unzufrieden waren Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" fügt hinzu, daß die Kotonial- verwaltung in dem Regierungsrat Böder einen ihrer ältesten in langjähriger Wirksamkeit bewährten, ruhigen, in Behandlung der Eingeborenen besonders erfahrenen Beamten verliert, und daß auch der ermordete Sekretär Brauckmann bei der Stellvertretung Bäders gleichfalls Ruhe und Besonnenhett an den Tag gelegt habe. politische Lagcsscha«. Die sächsische Regierung und die Angelegenheit des Prinien Max. In die von uns mitgeteilte Veröffentlichung des amtlichen „Dresdener Journals" fällt jetzt nachträglich ein Lichtstrahl. Unsere Vermutung, daß das Königshaus in der Erinnerung an den Hirtenbrief-Protest des Königs Friedrich August diesmal Rom eine Verbeuguna machen wolle, wird durch folgende roeitere Veröffentlichung des „Dresdener Journals" beftätigt: Die Erklärung im amtlia>en Teil unseres Blattes vom 24. Dezember betreffend den vielbesprochenen Artikel des Pttnzen Max ging uns nicht von der Staatsregierung zu, auch nicht von dem in evangelicis beauftragten Staatsminister, s o n - dernvomMinisterium des königlichen Hauses. Wie luir feststellen können, waren weder die Staatsregierung, noch die in evangelicis beauftragten Minister mit der Angelegenheit befaßt -nw hatten v^n dem Attikel vor dem Erscheinen keine Kenntnis. Daß der öffentliche Rüffel des Prinzen. Max durch das Ministerium des königlichen Hauses in einer Prchat- fache, die das Königshaus doch gar nicht berührt, einen besonders schönen (Andruck mache, kann man nicht gerade sagen. Inzwischen hat der Vatikan in seiner bekannten energischen Art zugepackt. Der Prinz soll in Rom anscheinend leine Irrtümer" abschwören; er soll aber dabei ein „sestes Auftreten" gezeigt haben. Ein ungefähres Bild der Lage gibt folgende Meldung des Wolsffchen Bureaus: Rom, 27. Dez. 'Die Zeitungen beschäftigen sich fott- gesetzt mit dem Prinzen Max. Tie Tribun a" behauptet, der Prinz habe gestern ohne weitere (Erörterung die vom Heiligen, Dienst aufgefebteErklärung unterzeichnet, in der er völlig die dogmatischen, geschichtlichm und philosophischen Irrtümer anerkenne. Das Blatt fügt hinzu, der Heilige Dienst habe das Verfahren gegen die Mönche des Klosters Grottaferrataeingeleitet, welche den Artikel des Prinzen in der „Roma e l'Orients veröffentlichten und es scheine, daß diese Zeitschrift ihr Erscheinen für einige Zeit einstellen toerbe, „Giornale d'Jtali a" schreibt: Der Prinz ist nach Rom gekommen, um sich zu verantworten, aber die Verhandlungen sind ärtneriger, als er sich gedacht hat. Der Prinz habe zwei Audienzen beim Papst gehabt. Er habe immer seine Bereitwilligkett zur Unterwersung erklärt, aber inAusdrücken, iv eiche den Kirchenbehörden ungenügend seienZ Sie würden indessen infolge des festen Auftretens bt 3 Prinzen dessen lakonisck)e Erllärung annehmen. Der Heilige Stuhl bel-alte sich nach Umständen vor, den Wortlaut der Erklärung zu veröffentlichen oder nicht. Ein Redakteur des katholischen „(Sortiere d'Jtalia" versuchte den Prinzen zu interviewen, aber dieser hat es abgelehnt, ihn zu empfangen, da er mit geistlichen Exerzitien beschäftigt sei und Daher nicht über Sachen sprechen könne, die den Gedanken, in Denen sich der Geist gesammelt, ziemlich fremd feien» Der Arbeitsplan des Retchstags im neuen 3ahre. Es besteht im Reichstage die Absicht, vor dem Beginne der zweiten Haushaltslesung noch eine Reihe der "vorliegenden Gesetze teils in zweiter, teils in dritter Lesung zu verabschieden. In Frage kommt zunächst das Hausarbetts- gesetz, das Zuwachssteuergesetz, das Reichsbesteuerungsgesetz, das Arbeitskammergesetz, das Gesetz über die Errichtung eines obersten Kolonialgerichtshofes und eine Reihe lleinerer Gesetze. Mit der zwetten Haushaltsberattmg wird erst begonnen werden, wenn der Budgetausschuß einige Haushalte erledigt Ija&en wird. Die erste Lesung des elsaß- lothringischen Verfassungsgesetzes wird ebenfalls noch im Januar ftattfinben. Was die Reichsversicherungsordnung betrifft, so ist vorläufig beabsichtigt, die zweite Lesung im Plenum erst vorzunehmen, wenn der Haushalt zum größten Teile erledigt sein wird, zumal der Reichsveisicherungs- ausschuß seine Beratungen vor Ende Februar endgüttig nicht abschließen wird. England nnd perfien. Der persische Minister des Aeußern ist zurückgetreten, wahrscheinlich wegen der drohenden Haltung Englands Aus einer Meldung des Reuter-Bureaus ist zu ersehen, daß Persien auf die bekannte Drohnote hin mehrfach Maßnahmen getroffen hat, um England zufriedenzustellen. Es scheint aber die Mslcht der „maßgebenden Kreise" in London zu sein, die Vorwände zu einem Eingreifen in persische Angelegenheiten nicht aus der Hand "zu geben, obgleich aus derselben Quelle ganz ruhig versichert wird, im Süden des Landes sei es bisher ruhlg gewesen. Wir erhielten folgende Meldungen- Teheran, 27. Dez. Der M in i st e r d e s A e u ß er n Ku li-C h ari ist zu r ü ck g e tr e t e n. London, 27. Dez. Dem Reuterschen Bureau wird aus Teheran gemeldet: In maßgebenden Kreisen betrachte man den Rücktritt des Ministers des Aeußern 'Mi- Gbarf aß eine Folge der englischen Note über bie Zustande im Süden und führe ihn auf die bal- Wahrscheinlichkeit zurück, datz bie in ber enn« (ifdjen Note ausgesprochene Drohung zur Slii.ifiib- rung kommen werbe. Der Zeitpunkt, an dem die von tritt* Bulgarische Zwischenfälle. Deutsches Reich. der den I- BücheS, 27. Dez. Am Weihnachtsabend fand hier im Schulsaale eine in allen Stücken wohtgetungene Weih- nachtsfeier des Gesangvereins „Ltederkranz" und der Schulkinder unter Leitung des Lehrers Loos statt. Lehrer Loos hielt eine Ansprache über den Zweck und die Bedeutung des WeihnachtSfesteS für Alt und Jung. Deklamationen der Schulkinder wechselten mit GesangS- und Musikvorträgen ab. Den Höhepunkt der Feier bildete wohl das lebende Bild: „Zwei (SngeP mit begleitendem Gesänge deS Vereins „Aus der deutschen Messe 11 zum Sanklus" für vierstimmigen Männerchor gesetzt von Fr. Schubert. Auch die beiden WeihnachtSfestspiele „Pechsieders Weihnacht" und .Drei Wünsche' fanden viel Anklang und besonders Über das letzte wurde viel gelacht. Durch den Weihnachtsmann wurden, dann !furt a. M. nach Salzwedel, Elz er in Hagenau nach Frank, surt a. 9)L versetzt. Starkenburg und Rheinhessen Darmstadt, 28. Dez. Finanzminister Vraun n. d. Tagebl. heute eine mehrwöchige Erholungsreise an. Kreis Schotten. r. Schotten, 27. Dez. Das Holzmachen in den Waldungen ging bis Weihnachten infolge des schneefreien Winters gut. Tie Leute konnten durchschnittlich 5 Mk. den Tag verdienen. Zwischen den Jahren ruht die Holzhauerei; wenn der Schnee anhält, dürfte sich die Arbeit noch etwas hinauSziehen, anderenfalls würde sie zwei bis drei Wochen nach Neujahr fertig sein. Mehrere langjährige Waldarbeiter wurden zu Weihnachten durch Geschenke erfreut. Kreis Friedberg. L. Ober-Rosbach, 27. Dez. Unser Städtchen gewinnt nunmehr an Bedeutung, beim die Bergwerks- - Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der vom Grafen zu Erbach.Erbach aus die Lehrerslelle an der Gemeinde, schule zu Schönnen, präsentierte Schulamtsaspirant Max Grühl aus Pinneberg. Die evang. Schulslelle zu Feld, krücken ist erledigt. Mit der Stelle ist Organisten, und Vorlesedienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. - Stadttheater. Auf die Wiederholung von Vjörnsons ergrelsendem Schauspiel „Ueber die Kraft" in der nächsten Freitagsaufführung sei besonders hingewiesen. DaS Werk hat bei der ersten Aufführung am 25. d. Mts. nachhaltigen Eindruck gemacht. — Andauernde Anziehungs. kraft übt auch das Kindermärchen „Die Mäusekönlgin" aus, das deshalb am Samstag nachmittag nochmals bei Volkspreisen wiederholt wird. DaS lustige Stück, die reizende Musik und die sehenswerte Ausstattung verbürgen Alt wie Jung ein paar angenehme Stunden. Qm **^?s?^rnationale Ring kämpf.Konkurrenz. Im ,^volosseum nahmen gestern die angekündigten Ringkämpfe mente. Trvhbem sich beide Ringer die größte Mühe gaben, cük flctnUjen warm, konnten dem leiblich gut besetzten *pau|e doch! kraftvolle, sehnige Erscheinungen, vorgestellt werden. Nachdem vorn Leiter der Konkurrenz einige erläuternde (mioningcn gegeben tmen, nahmen die Kämpfe chren Anfang! I Den Reigen eröffneten der Mannheimer Heß und der Mlrttem- [ berg er Wrngharts. Nach hochinteressantem Kampfe, bei dem Heß eine geschickte Verteidigung zeigte, siegte WinghartsinIZ Min. i Im zweiten Kampf siegte der hier noch von einer früheren Äon» kurrenz bestbekannte Bayer Michael Ditzler über seinen Gegner L em merz nach 7 Min. Auch der dritte Kampf Christensen^ Schweden gegen Ea^eberg-Fmnland brachte rocht intCTtnanfe Mo- mente. Trotzdem sich beide Ringer die größte Mühe gaben eine Entsä^eidung herbeizuführen, mußte der Kampf nach 20 Min. unentschieden abgebrochen werden. Zum Schlüsse siegte der riesenhafte Amerikaner Jackson über Debrie-Rheinland nach 7 Min. Den Ringkämpfen voran ging ein mit der größten Sorgfältigkeit zusammengestelltes Varieteeprogramm, das vom Publikum mit großem Beifall ausgezeichnet wurde. Heute werden die Ringkämpfe fortgesetzt, es finden wieder vier Kämpfe statt. •* Geländeoertau f. Tte Stadt verkaufte an der Liebigstraße, am Treffpunkt der qu8 Anlaß deS UnioersitätS* festes hergestellten Querstraße, einen Eckbauplatz zum Preise von 15 Mk^ für den Quadratmeter an Rentier Ein Häuser, der im nächsten Jahre ein Wohnhaus darauf errichten taffen will. ES handelt sich um ehemaliges Gelände der Aktien- Brauerei. - Gestohlene Briefmarken. Zwei Arbeiter aus England aeftellte Frist für Me Wiederherstellung der Orb- nunß auf ben südlichen Handelsstraßen ab laufe, rücke schnell heran, und es habe nicht den Anschein, als ob die persische Regierung irneub ein Ergebnis von Bedeutung erzielt habe, wenn auch bte Hauptstraße zwischen Abuscher und Schiras in den letzten Wochen verbaltnismäßiy sicher gewesen sei. Tie Maßnahmen, welche die persische Regierung bisher getroffen habe, erstreckten sich auf die Ernennung eines Generalgouverneurs für die Provinz FarS, der übrigens auf seinen Posten noch nicht gelangt sei, unb die Entsendung von 800 Mann nach Schiras. Ferner sei an die italienische Regierung ein Gesuch um Ueberlassung von Offizieren zur Organisierung einer Gendarmerie gerich- tet worden, das aber bisher ohne Ergebnis geblieben fei. Die Anleihefrage unterliege noch immer den Beratungen des Medschlis. Binnen kurzem werde, wie verlautet, eine Antwort auf die britische Note ergehen, in der mitgeteilt werde, welche Schritte die persische Regierung getan habe, um die Ordnung im Süden wicoerherzustellen. tn. Offenbach, 27. Tez. Der 26jährige Metzgergeselle Karl Haag, der bei dem Metzaermeister Hamann hier in Stellung war, hat sich von einem Zua auf der Strecke Mülheim-Offenbach überfahren lassen. Haag stammt aus Böckingen bei Heilbronn und durfte den Selbstmord aus Schwermut begangen haben. — 10000 Kubikmeter Wasser der städtischen Wasserleitung mußten in den Main gelassen werden, da bad Wasser infolge des Anstreichens einer Wasserkammer mit Tucktol einen Teergeschmack behalten hatte. Tie Kammer wurde außer Betrieb gesetzt und wird vor Wiederbenutzung noch einigemal mit Wasser gefüllt werden. *o. Mainz, 2,. Dez. Der Jagdpächter Ludwig Kohl in Finthen war durchnäßt von der Jaad heimgekommen und wollte sich nur umziehen, um gleich wieder hinaus- zugehen. Er stellte sein Gewehr in eine Ecke der Kuchen wo seine Frau mit dem Dienstmädchen am Herd beschäftigt war, während seine zwei Knaben im Alter von neun unb sieben Jahren hinzutamen, otS eben der Vater hinauS- gegangen war. Der ältere Knabe ergriff das Gewehr unb zielte im Scherz nach seinem jüngeren Bruder, da krachte auch schon ein Schuß und der jüngere Bruder sank zu Tode getroffen zu Boden. Die obere Schädeldecke war vollständig zerschmettert, da der Schuß aus allernächster Nähe abgegeben war. Nachdem die Staatsanwalt- schast den Tatbestand ausgenommen hatte, konfiszierte sie das Gewehr. Die Familie hatte nur die beiden Kinder. F. C. Mainz, 27. Dez. Hier tagte heute die 4. Jahresversammlung deS Vereins evang. Organisten unb Chordirigenten in Hessen unter dem Vorsitz des ReattehrerS Müller-Friedberg. Ter Vertreter des Evang. Kirchengesang- verems für Hessen erwähnte, fern Kollege Diehl in Darmstadt habe urkundlich festgestellt, daß der Organistenstand bis tief in das 17. Jahrhundert hinein selbständig gewesen sei, während er jetzt mit dem Schullehramt verbunden sei. Rach Erstattung des Jahres« berichts durch den Vorsitzenden und des Rechnungsberichts durch Lehrer Ter eich-Mainz wurde ine Verfügung des Großh. Ober- konfistoriums in Darmstadt (Dienstordnung) besprochen. In der Dienltvrdiiung wurde hauptsächlich der Artikel 60 beaniumbet, der besagt, daß die Lehrer neben ihrem Lehramt noch das Organistenamt gegen eure jährlich« Vergütung von 150 Mk. zu versehen hält tut. Man war einstimmig der Ansicht, daß der Orga- niitenbienft nicht jeweils von dem Lehrer ausgeübt werden muffe, sondern es in das freie Ermessen des Lehrers gestellt w^rde, ob er diesen Dienst miwersehen wolle. Wenn der Lehrer sich zu der llebernahme bereit erkläre, dann hätte er nicht 150 Du. jährlich sondern V«—Vs seines Jahrcsgehatts zu beanspruchen. In diesem Sinne ist dem Oberkonsiswrium eine Eingabe von dem Vorstand des Vereins unterbreitet worden. Pfarrer Ritter- ft-rieb* berg stellte den Antrag, das Korrespondenzblatt durch den Verein den Mitgliedern zuzustellen. Er fand Annahme. Ter Beitritt zum Evang. Nachrichtenverband wurde abgelehnt. Tie VorstandS- wahl ergab: Reallehrer Müller-Friedberg, Lehrer Görlach-G.eßen- Reallehrer Römer-Tarmstadt, Lehrer Zimmermann-WorrnS, Bauptlehrer Oppel-Groß-Gerau, Reallehrer Kammer-Osfenbach, ehrer Törner-Offenbach und Lehrer Küßner-Mainz. Hierauf fand eine Vorführung der Orgel in der Christuskirche durch die Lehrer Küßner und Roseiithal und eine solche in der JodanniA- kirche durch Musikdirektor Hackebell statt. Die nächste JahreHi Versammlung findet in Offenbach statt. Kreis Wetzlar. — Krofdorf, 27, Dez. Am 2. Weihnachtstage feierte der Turnverein Krofdorf sein Winterfest in dem großen Saale deS Gastwirt MooS. DaS Fest hatte ein sehr reichhaltiges Programm aufzuweisen. Vor der Abendpause and eine Verlosung statt, die allseitigen Anklang fand. Nach der Pause wurde noch ein Aelplertanz-Tanzreigen von acht Paaren und ein chinesischer Schirmtanz von 17 Turnern aufgesührt. Alle Aufführungen Verliesen sehr schön unb fanden lebhaften Beifall. Besonders die Stabwindübungen der Schülerabteilung fanden allseitigen Anklang, Es folgte zum Schluß Tanz. 600 bis 700 Personen mögen das Fest besucht haben. Sofia, 27. Dez. Als heute der frühere Minister Wetzlar wurden hier gestern polizeilich angchalten, weil sie Paia ko ff das Sobranjegebäude betrat, um Erklärungen größere Posten von Briefmarken verkauften. Die Feststellungen zu dem Antrag abzugeben, die früheren Minister Petrow, ergaben, daß der Sohn des einen für ca. 30 Mk. Brief- Gadess und Pajakofs usw. in den Anklagezustand zu ver- marken in Wetzlar gestohlen und einen Teil davon feinem setzen, erlitt er einen Sch lag anfall, dem er sofort sinter übergeben hatte. c r a-. Das Haus vertagte sich rnf olgedes>en bis Don« -ZudemBericht über die W e i h N a ch t s f e i e r in der n er »tag, die Session der Sobran^e wurde bis 25. Februar rieche «anstatt sei bemerkt, daß nicht Kanimerzierat Emmclius verlängert» I iondern Rentner H ch. Em meliuS Alstglied des Kuralo- * iriumS ist und bei der Feier anroeieub war. Konstantinopel, 27. Dez. Wie ber „Tanin" er- yinninn-n fährt, wurden sehr wichtige Geheim-Dokumente MAM - .. aus der türkischen Gesandtschafts-Kanzlei in L .. , ^.n'. Dez. Ter Turnverein hielt Sofia gestohlen. Die Diebe forschten besonders nach 7'ne WelhnachtSseler im neuen Nathaussaale ab. Die Dokumenten betreffend die Haltung Rumäniens im Veranstaltung war recht zahlreich besucht. Die Darbietungen. Falle eines türkisch-bulgarischen Konflikts. die aus Langstabubungen, Konzertstücken, Keulenübungen. -.....- ■ ■ ------------ - --------- ■ einem Freiübungsreigen der Turnerinnen, Pferdturnen und Aus Hessen. Pyramiden bestanden, wurden exakt auSgeführt unb ernteten Ober-Ingelheim, 24. Tez. Der evangelische Lehrer reichen Beifall. Ein gemütliches Tänzchen, dem bis in den Glosser "VGroß-Winternheim bat nad) dem Mainzer An- setzen Morgen hinein gehuldigt wurde, hielt die Teilnehmer ÄSÄ - echt turner^er ft-h..ch°r Stimmung zul->mm°n. -T.e Beiä)averbe geführt, tocil der Pfarrer in der Simullanschule zuIDurngesellschaft beging ihre Weihnachtsfeier im Saale Groß-W int ernlMm 18' katholischen Schulkiubern eine H au saus- des Fürsienhoses. Aiich hier war der Besuch sehr rege. Tie e .a ?d en Heften riß und die mannigfaltigen Darbietungen fanden die ihnen gebührende Kinder aufforderte, solche Hausaufgaben ni(ßtkrtl,fh/r6 r Ar__ n u , rr . ’ mehr zu erledigen. Der Landtagsabgeordnete des SBabk öanfbare ^lufnahme. Zum Schluffe wurde Therpsichore ge- kreises Mombach-Jngelheim, Dr. Wolf-Gonsenheim, hat über huldigt und zwar in recht ausgiebigem Maße. diesen Fall unter Bezugnahme auf den Fall Dr. Strecker-Bad- -6- Büdingen, 27. Dez. Tie silberne Hochzeit 8rotittn 6 = ffifd,en fciern am 29. d. W. der Fürst,. Hofkulscher Hemr.ch D.tze, E - - ‘ m Inno Ehefrau. Hessen-Nassau. W. Fra nkfurt a. SJJL, 27. Dez. '«-er vom Magistrat beantragte Erlaß eines Ortsstatuts auf Grund des Gesetzes vom 15.Juli 1907 gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden stieß in der heutigen Stadtverordnctensitzung auf lebhaften Widerspruch, wurde aber nach Befürwortung durch den Niaglstrat schließlich doch zur Prüfung an ben vereinigten Hochbau- und NechtSausschuß verwiesen. W Kr onnberg i. T. 27. Dezbr. Im Walde wurde am elften Weihnachtsfeiertag die Uniform des MuSkeUerS Schul z von der zweiten Kompagnie des SchleSwig-Hol- stemischen Infanterieregiments Nr. 163 aufgefunden. Wu die Uniform dahingekommen ist weiß man nicht. voikzählungsergebnisse m den gröberen hessischen Gemeinden. Gemeinden mit üoer 5UU0 Einwohnern gibt es nach den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung vom 1- Dezember 1910 31. Davon sind gezählt in Starkenburg 8, nämlich Darmstadt (86 975), Offenbach (75 528), Neu-, Isenburg (11425), Lampertheim (10 335), Viernheim (9112), Bensheim (8909;, Eberstadt (7443), Heppenheim a. d. B. (7020), Psungstabt (6839), Langen ?, Griesheim (6825), Ar- heil gen (6369;, Bürstaät (6130), Garend.ingen (6101), Mühlheim (6032), Rüsselsheim (6006), Dieburg (5751), Groß- Gerau (5590); inOberhessen 5, nämlich: Gießen (30 981), Friedberg (9520), Bad-Nauhcim (5686;, Vilbel (520J), Als- eld (5002); in Rheinhessen 8, nämlich Mainz (110670), Worms (46 854), Bingen (9952),-Alzey (8316), Kostheim 7473), Weisenau (6458), Gonsenheim (6220), Bretzenheim (5130). Nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1905 gab es im Großherzogtum nur 27 Gemeinden mit über 5C0J Einwohnern (Star tenburg: 17, Oberhesfen: 3, Rheinhessen: 7). Tie relativ größte Bevöllerungszunahrne hatten die Gemeinden Rüsselsheim mit 32,7, Sprendlingen (Starkenburg) mit 18,5 und Arheilgen mit 18,4 Proz ; die geringste Zunahme hatten Bingen mit 0,0, Weisenau mit 2,3 und Dieburg mit 3,5 Proz. Die Zahl der Gemeinden mit 2000 bis 5000 Sin« wshneru beträgt 794 nämlich 47 m Starkenburg, 12 In anlagen hier fordern zurzeit reiche Ausbeute an Eisen* steinen und Mangan-Erzen. Tie Bergleute hoben von den Besitzern der Grube als Weihnachtsgeschenk, je nach ihren Arbeitsjahren, reiche Geldgeschenke erhalten. Wenn die Witterung es einigermaßen erlaubt, sieht man Touristen von der nahen Kapersburg durch unseren Ort wandern. Die Kapersburg selber wird nunmehr bloß gelegt. Eine Fußwanderung von Bad-Nauheim oder Friedberg auS durch die schönen Waldwege zur Kapersburg hin und dann nach dem Ober-Rosbacher Kirschenbera und nach Station Ober-Rosbach gehört auch zur Winterszeit zu schönsten Touren der südlichen Wetterau. Heer nnd Flotte Lauterbach. artigen Motor besitzt, der sowohl an der MeercsoberfläckE ^^^oro log ische Station 3. Ordnung errichtet wie unter Wasser benutzt werden kann. Der Motor beruht anf rooti)en- .Die Instrumente sind in dem Garten des Kcets- einer Erfinbung eines Marinegenieoffizicrs, der einen flteffd er- umtsgebäudes hier aufgestellt und der Kreisdiener Schließer Ninden I>abcn soll, der bei der Fahrt an der Meeresoberflaä-c mit dtm Beobachtungen, die am L Januar 1911 beginnen ™n”)e akkumuliert, die dann unter Wasser den Divtor betreibt I sollen, beauftragt werden. Su iberiudye feilen cm Musnges SrgebnU gchabt haben. | X. Uetzhausen, 25. Dcz. Bei der hier Vorgenom. ------—- mnibn Beigeordnetenwahl wurde an Stelle des zum S’iwcr uno Lauo. Bürgermeister gewählten bisherigen BeigeordnetenSchajer Gießen, 28. Dezember 1910. I ^alidwirt Johannes Wahlll. mit 21 Sttmmen zum Bei- - Veränderungen im 18. Armeekorps. Ä'i« Gegenkandidat Landwirt Weber Oben au er, Buxmann, KriegSgerichlsräte bei der Grogh. ‘ = Grebenhain 26 D« Der bieiiae Turn ^A^ceko^s'°'k 33‘ $l°ra dem Generalkommando des verein veranstaltete zu Weihnachten im Ta^mstäd^er Ho, 2. Armeekorps bezw. zur Grotzherzogl. Hcsi. (25.) Div., die eine Familienfeier, die sehr schon verlies. Turnen Garmf. - BenvaltungS - Inspektoren Röttger in Frank- der Schülerabtelluna, Gesang, leb. Bilder, Deklamationen ,m4 a fiLi.... -• - . . 'usw. füllten die Zeit in jchönster Weise aus, woraus ein Tanz die Feier beschloß. n. Schlitz, 26. Dez. Die Feier des Weihnachtsfestes verlief in gewohnter Weise. Am hclligcN Abend sang em Knabenckwr, von der Stadtkapclle begleitet, vom Turm der Stadtkirche herunter zwei Weihnachtslieder übers Städtchen hin. Am L Feiertag fang im VormtttagsgoUesbienst der Kirchen- gesangverein, und der Gemeindegesang wurde vom Posaunenchor begleitet. Am Abend fand ein sehr stark besuchter liturgi,cher Wcihnachtsgottesdiemt statt, der wiederum durch Gesangsvorträge des Kirchengesangvereins und eines Kiiabcnchors verschönt wurde. Heute am 2. Feicttag veranstalten die einzelnen Vereine ihre Weih^ nachtsfeier. Im Gesangverein „Harmonisches Kränzchen" kommt erne Kinderaufsührung zur Tarstolpung: „Die Znrergenpvst". Auch Turnverein und Bürgerklnb hatten Weihnachtsfeiern in ihren Vereinslokalen ab. Dre Neuwahlen zum Reichstag dürsten voraussicht- lich erst Ende Oktober oder Anfang 9ä)Dentber stattfinden. Daß dieser Termüi in Aussicht genommen worben ist, kann wohl als sicher gelten, da, wie wir hären, die Armeekorps beauftragt worben sinb, bei Aufstellung des Führungsplanes für 1911 in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. 9^00anbei tunlichst keine Reservisten und Landwchrmänner zur Uebung einzuziehen. Auch die Bezirkskommandos sind bereits daraus hingewiesen worden, daß die Neuwahlen wahrscheinlich in die Zeit der Kontrollversammlungen, also in den November fallen werden, und die Tage der Reichstagswahl mit Kontrollversammlimgen nicht besetzt werden dürften, da bekanntlich an diesem Tage die Kontrvllpslichtigen unter Militäraesetz stehen unb sich jeder Kundgebung sozialistischer Att zu enthalten hätten. Wie niis aus Berlin geschrieben wttb, wird in der ersten JaTmar- woche das preußische Staotsministerium eine Sitzung abhattcn, i . „ M r; . K. um über den Antrag des Ansiedlungsausschusses für Poseii und unter paffenden Tcklamatlonen dte Geschenke an bte Kinder Westpreußen betreffs Inangriffnahme der Enteignung von verteilt, während für die Erwachsenen eine WeihnachlS-Ver- polnischen Gütern in der Ostmark Beschluß zu fassen. Da lojung folgte. voraussichtlich im Landtage eine Anfrage über die EnteignungS- ©tjU«® grr<5f,rh frage emgebraebt werden wird, so wird bad StaatsminisLruun sich A 07 , auch über die zu gebende Antwort schlüssig machen. k» «Lm« of a Chnstckindchen wurde - «... , ,, ««« > —— dem Postillon August Rahn, der die Post zwilchen lllrich)iein 21M<üüiia I ruw hier seit fünf Jahren fährt, zuteil, nämlich bie silberne lEhrenpeitsche. Der Verem der schwedischen Schuhfabrikanten be- § Vom vorderen Vogelsberg, 27. Der. Nun bat es ** Weber noch „weiße Weihnachten" gegebeit Heute am dritten Arbeiter am 2. ^anuar auslperren. Von Weihnachtsfeiertag — man feiert hier nach alter Sitte drei Fest- der Äusserung werden 5000 Arbeiter betroffen. Lage - schneit es ununt eVd r o ch e n7 Die Schnee^cke (au^Un Verf ämmTu n n un‘r' nabeiu fufeljcd). $cr Gdjnee liegt schwer aus den Bäumm, U n 16Vr f itlt nuf Sn43 1 ^ u den t en der w daß 'Hefte abbrechen. Ebenso drückt er die Leitungsdrühte der zln,1 ? f .r,’110 1 au>jjfowiniltratinem Wege zu ©traten von einem Telegraphen- und Telephonanlaaen ü'rnieder JnRuoverten- binbel btä ru zwei Wochen Ha,t vcrurte.lt. - r o d brachen die Trä-Ie^Imn && W ixt Punschessenzen Arrak Rum Bowlenweine : M. Htlzner ttif. Heinrich Driesch. Kaviar nur erste Qualitäten empfiehlt (7M Yb erh essen und 20 in Rheinhessen. Die höchste Zunahme haben Kelsterbach mit 29,4 Proz und Walldorf mit 28,2 Proz, während 7 Gemeinden in der Bewohnerzahl ab- HenommcTi haben, 4 rheinhefs sche, 2 oberhessische und eine Starkenburger. Die größte Abnahme hat Sprendlingen in Kheinh. zu verzeichnen mit 8,3, eS folgen Wörrstadt mit 8,2 Proz., Beerfelden 7,6 Proz., Büdingen 3,1 Proz., Schlitz 0,8 Proz, Ober-Ingelheim 0,8 Proz. und Rieder-Saalheirn, das um einen Einwohner abgenornmen hat. Im ganzen hat Hessen nunmehr 110 Gemeinden mit mehr als 2000 Anwohnern, während es 1905 nur 105 waren. Davon liegen in Starkenburg 65, in Oberbessen 17, und in Rheinhessen 28. Die oberhessischen Gemeinden sind Gießen 30981 (1905 28 769) oder 7,7 Proz. mehr, Frieoberg mit Fauerbach 9520 (8852) = 9,29 Proz. mehr, Bad-Nauheim 5696 (5053) - 12,7 Proz., Vilbel 5209 (4811) --- 8,3 Proz., Als- seid 5002 (4613) - 8,4 Proz., Butzbach 4579 (4258) - 7,5 Prozent, Lauterbach 4328 (4056) --- 6,7 Proz., Büdingen 3302 (3406) — 3,1 Proz. weniger, Wieseck 3181 (2876) — 10,6 Proz. wehr, Lich 2748 (2619) «■ 4,9 Proz., Heuchelheim b. Gießen 2577 (2390) - 7,8 Proz., Schlitz 2570 (2591) - 0,8 Proz. weniger, Grünberg 2220 (2164) — 2,6 Proz. mehr, Ober- Mörlen 2197 (2161) = 1,7 Pro-., Schotten 2145 (2099) - 2,2 Proz., Nidda 2130 (2001) - 6,5 Proz., Lollar 2122 (2010) -= 5,6 Proz. (Die vorstehende, den Mitteilungen der Großb. Zentralstelle für die Landesbibliothek entnommene Zusammenstellung ist anscheinend nicht ganz vollständig. Nach den uns vorliegenden Zahlen sind z. B. Watzenborn-Steinberg mit 2042 (1905: 1909) Einwohnern und Großen-Linden mit 2037 (1905: 1916) Einwohnern vergesse n. Red.).________________________________________________ Kleine Cagerchronik. In Breslau ist der Ingenieur Hayn, der mit einem von Ihm selbst oebauten Fallschirm einen Absprung aus einem Luitbalton verführen wollte, ungefähr 150 Meter hoch ab- gestürrt, wobei er tödlich verletzt wurde. Er erlitt unter anderem einen Bruch der Wirbelsäule. In Weimar ist der Literatuchishniker LudliuSkl cm einem Gchirnschlag gestorben.' Bei der Volkszählung am 1. Dezember dieses Jahres wurden nach vorläufiger Feststellung im Groß Herzogtum Baden 2 140 605 orts anwesende Personen gezählt, gegenüber der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1905 von 2 010 728 Personen. Zum 5. Januar beabsichtigen die W i e n er Ka s f e e ha u s - kellner einen großen Ausstand, dn sich auf alle Wiener Kaffeehäuser erstrecken soll. Die Wiener Kaffee Hausbesitzer wollen einer Schädigung ihres Gewerbes vorbeugen, indem sie in ihren Lokalen weibliche Bedienung einführen. Seit Montag nacht stößt der Aetna wieder Rauchwolken auS, au- denen Flammenzucken und leichter Bimfteinregen niedergeht. In Catania (Sizilien) fiel aus einem Wagen, der sechs Fässer Benzin führte, ein Faß auf das Pflaster und explodierte. Tas Feuer brachte auch die anderen Fässer zur Explosion. Eine gewaltige Flamme walzte sich durch die Straßen. Einige Häuser gerieten in Brand. Zahlreiche Personen erlitten Brandwunden, sechs von ihnen so schwere, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Aus San Paulo in Brasilien wird gemeldet, daß der italienische Flieger Pieollot auf dem dortigen Flugfelde auS einer Höhe von 100 Meter mit seinem Eindecker abgestürzt und wenige Minuten darauf gestorben ist.__ Wetteraussichten in vefien am Donnerstag Dem 29. Tez. 191u: Zunahme des Frostes, anfangs heiter, dann wieder Trübung und später Schnee, milder. Schneebericht: Flachland Mittel- und Süddeutsch land Schneedecke, Gießen, Cannstadt 6 om. Hoherodskopf 60 cm, 7 Gr. Külte. Feldberg (Taunus 20) em, stellenweise löO em, 9 Grad Kälte. UebeiaU Schrbahn sehr gut.______________________________ Letzte Nachrichten. Sturmschäden. :/: Köln, 28. Dez. (Prlvattelegramm.) Heftige Stürme wüteten über dem Westerwald, der Pfalz und Süddeutschland und riefen mehrfach große Verkehrsstörungen hervor. Beide Strecken des WesterwaldeS, sowohl der Fernsprechverkehr, als auch der Telegraphendienst waren unterbrochen, da die Leitungsstangen geknickt wurden. Auch der Bahnverkehr bat mehrfach Störungen erfahren, da die Geleise von Bäumen und Geröll überschüttet sind. An einzelnen Stationen mußte n Züge st und en l an g halten. Auch sonst wurden größere Schäden hervorgerusen. Ein Kampf britischer Matrosen mit Waffenschmuggleru. ^London, 27. Dez. Einer heute hier veröffentlichten amtlichen Meldung zufolge sand am Weihnachtsabend bei Dibai am Persischen Meerbusen ein verzweifelter Kampf zwischen einer Abteilung britischer Matrosen, die von dem Kreuzer Hyacinth gelandet worden war, und arabis chen Waffenschmugglern statt. Auf der britischen Seite wurden vier Matrosen getötet, neun wurden verwundet und einer wird vermißt. Die Araber sollen vierzig Mann verloren haben. Infolge der großen Zunahme des Wafsen- schmuggels während des zu Ende gehenden Jahres und der großen Gefahr, die die moderne Bewaffnung der Stämme an der indischen Grenze mit sich bringt, haben die Kriegsschiffe, die diese Küsten abzupatrouillieren haben, den Befehl bekommen, mit besonderer Schärfe vorzugehen. In der letzten Zeit sind den Schmugglern wiederholt große Mengen Waffen und Munition abgenommen worden, und natürlicherweise ist es auch verschiedentlich zu Kämpfen mit den Schmugglern gekommen. Dieser letzte Kampf scheint jedoch der ernsteste von allen bisher gemeldeten Zusammenstößen gewesen zu (ein. :: Haag, 28. Dez. (Privattelegrcrrnm.) Wie die Blätter aus zuverlässiger Quelle melden, wurde der Entwurf für die holländische Küstenbefestigung allen Machten belcmntgegeben, ohne daß eine Einsprache erfolgt wäre. Die Vorlage wird im Januar vor das Parlament kommen. Bahnhof Elm, Giessen und Schlüchtern, den 27. Dezember 1910. Kondolenzbesuche dankend verbeten« 6994 6997 (6303 empfiehlt Carl Schwaab. Tel. 27 Seltersw. 23. 6 Flaschen 'Ä^eit-Anlage 44. 7003) 7009 icherstraße 17IL 010481) Marktplatz 18 IL 010480) Tel. 27. Selterswca 23. 010478) Mk. Die. 'th. v. [6182 1.45, 1.35, 130, Die trauernden Hinterbliebenen: L d. N.: Friedrich Wirbelaaer« Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, nnsem lieben, treubesorgten Gatten, Vater, Sohn, Bruder, Schwiegervater, Grossvater und Onkel r. Levermaaa, LeUerLweg & Genommen Blockstraße 7 und Riegclvjad 17 IL ftin flfliiff "egen geblieben, tib- ülll 2,11111 zuholen gegen Erstattung der Jnierttonükosten. 1 Trauring 1901. Gegen Belohn, ßbaugeben Käse Emmentaler Edamer tiouda Tilsiter Roquefort Weichkäse aller Art Spezialität: Liptauer Wieseck, den 28. Dezember 1910. Die Beerdigung findet Donnerstag 29. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, statt. Alten-Buseek, 28. Dezember 1910. Die Beerdigung findet Freitag den 30. d. Mts., nachmittags 2 Uhr statt. Die trauernden Hinterbliebenen, L d. 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