Donnerstag 31. März 1910 160. Jahrgang Nr. 74 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?. ia eifrig ba§ Wort redet in der Besorgnis, die Anhänger der! und ans chlag gebend Werben sollte. »;\v .s iid: aber in We >isaleit-Rtetnlanb nationalliberalen Partei würden für die Preisgabe der Sollte sich ergeben, daß die Bezirksdrittelung des Flußes. Liberische Truppen hatten sich wieder in der Nähe La er- erörtert. Dabei treten einige neue, interessante 6)e,ichts- puntte zutage, von denen wir Notiz nehmen müssen. Während S .23. die nationalliberale „M a g d "e b n r g i s ch e Z t g." einer Verslänlizung z .ishen Nation l b.ra en und K -i f ? bi i en hatten sich an der Mündung eines kleinen Flusses ein Fort geb au, und von dort aus feuerten sie auf alle Boote, die auf dem Fluß herunter kamen und ebenso aus die deutschen, französischen und englischen Nieder- Beginn der Herrenhausverhandlungen benutzt, um das für die Beratung dieses im Augenblick wichtigsten Punktes der pclitifcbc Lagos,cyau. Die 3»fuiift der preuhischen Wahlrechttvorlcige. Bon den Blättern aller Parteien wird die bevorstehende Entscheidung in der preußischen Wahlrechts rage eingehend Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Die „Gtehener Kamiltendlätter" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigclegt, da? „Hrefsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Vie Kriegsftidd auf der Elfenbeinküste. lieber die ernsten Eingeborenenunruhen an der französischen Elfenbeinküste, durch die, wie wir bereits meldeten, alle europäischen Niederlassungen bedroht werden, kommen, uns aus London noch bemerkenswerte Einzelheiten zu: £ London, 29. März. Heber die Verhältnisse an der französischen Elfenbeinküste hat der 'Dampfer Salaga der Elder Dernvster Linie, der soeben in Liverpool ankam, feine erfreulichen Nachrichten mitgebracht. Der Dampfer verließ Kap Palmas in Liberia am 9. März. Mehrere Europäer wollten dort an Bord des Dampfers gehen, und als sie in Booten von der Küste abfuhren, wurden sie von den Eingeborenen beschossen. Sie erreichten aber alle glücklich das Schiff. Die feindlichen Eingeborenen gehören zu einem Stamm, der mit der Republik Liberia in Krieg und Feindschaft lebt. Diese Wilden Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^S112. Tel.-Adru Anzeig erGießen. Die Großindustrie ist gegen jede Wahlrefvrm, und and; weit größere Kreise des städtischen liberalen Bürger- mms, als bisher angenommen wurde, lehnen sie rundweg ab. Cs wäre deshalb auch kein Unglück, wenn in der Frage der Trst- ttlung ein Einverständnis zurzeit nicht erzielt und die Wahlrefvrm überhaupt auf ruhigere Zeiten verschoben werden sollte." Gießener Anzeiger Eeneral-Anzeiger für Gberheffen Aus Darmstadt wird uns unterm 30. März geschrieben: Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes Darmstadt 1910. Die unter dem Ehrenschutz des Großherzogs ftattfinbenbe Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes wird am 12. Mai im Alten Palais eröffnet und am 16. Oktober geschlossen werden. Der Ausstellung wird von den Künstlern ein reges Interesse entgegengebracht; täglich gehen Anmeldungen ein. Die Lieferung der Werke beginnt am 1. April; die Jury wird am 21., 22. und 23. April zusammentreten. Zu Mitgliedern der Jury find die Herren Adolf Beyer, Prof. Carlos Grethe, Prof. H. Hahn, Prof. Graf v. Kalkreuth, Prof. Geheimrat Dr. Max Klinger, Prof. Geheimrat G. Kuehl, Prost Max Liebermann, Prof. Max Slevoat, Karl Moll, Prof. Hans Olde, Prof. Chr. Rohlfs, Prof. Wilh. Trübner, Prof. L. Tuaillon, Prof. D. Fritz v. Uhde (Frhr. v. Habermann). Das Ausstellungsplakat ist von Prof. Kleukens entworfen; es zeigt eine auf einem laufenden Pfau knieende Elfe. Das Verzeichnis wird Handzeichnungen, Wiedergaben von ausgestellten Werken enthalten. Die Handzeichnungen rühren von Hans Thoma, L. o. Hofmann, Wilh. Trübner, Max Liebermann, Graf Kalckreuth, Max Slevogt u. a. her. — Ein Kampf um das Goethemanuskript. Ein Mtarbester des B. T. hatte eine Unterredung mit Professor Billeter, der die Handschrift des Goetheschen „Ur-Meister" auf- gesunden hat. Danach wurde mit der Firma Diederichs in Berlin vor einigen Tagen ein Vertrag rechtsgültig abgeschlossen, wonach Diederichs heute alleiniger 23esitzer des Erstveröfsent- lichungs rechts ist. Diederichs erwarb dieses Recht für achtzehntausend Franks. Gewisse Urheberrechtliche Fragen, über welche die Professoren M i 11 e l st a e d t und Kohler Gutachten abzugeben haben, bilden noch ein Hemmnis für den Beginn der Drucklegung. Von diesen Fragen ist bis jetzt nur die eine definitiv geklärt, batz nämlich der Manuskripteigentümer Dr. Denzler in Zürich sowie der Erwerber des Erstveröffentlichungsrechtesi Dieterichs keinen Schutz vor Nachdruck genießen, nachdem die erste Veröffentlichung erfolgt* sein wird. Professor Billeter sagt ferner, die erste Veröffentlichung erfolge keinesfalls vor Oktober. Von der Handschrift sind bereits zwei Abschriften angefertigt worden. Um die Originalhanbschrist bewirbt iick) die Züricher Stadtbibliothek. Proses'vr Billeter betreibt jedoch mit allem Eifer die Auflieferung an das Weimarer Goethearchiv. Diese Frage ist jedoch nod) unentschieden. — Der Tod des Kapellmeisters Edouard Co-? tonne wird sicher weit über die Grenzen Frankreichs hinaus als ein herber Verlust für die klassische Musik empfunden werden. Allerdings war man auf den betrübenden Ausgang des reichen Lebens Jules Judas, wie der große Orchesterleiter mit feinem wahren Namen hieß, seit geraumer Zeit gefaßt, da der 72 jährige schon Monate an einer schweren Krankheit in seinem Pariser Heime barnieberLgg. Seine Laufbahn enthält, das faitn man sagen, die wichtigsten Daten für die Entwicklung der klassischen Konzerte in Frankreich. Der aus Bordeaux gebürtige Musikenthusiast machte seine Studien im Konservatorium von Paris, errang dort große Preise, wurde zum ersten Geiger an die Oper berufen, blieb aber nicht lange, sondern schuf das (üoncert National, das kurz daraus die Association Arttstique wurde und mit den Konzerten Pasdoloup in scharfen Wettbewerb trat. Die Colonne-Kvnzerte wurden bald berühmt und find unverändert neben denen Lamoureux' und seines Schwiegersohnes Chevillard's, sowie denen des Konservatoriums die Pflegestätten der edelsten Harmonie geblieben. — Zu der Wagner-Verbreitung in Frankreich hat Colonne auch sein Teil beigetragen, aber sein Haupttuhm besteht entschieden in der Ehrenrettung Berlioz' in seinem eigenen Vaterlande, in dem der große Musiker so schnöde verkannt wurde. Der letzte große Erfolg Eolonne's war die Ausführung der Bühnenmusik für Rens Fauchois' „Beethoven" im Odeon, in der die bedeutendsten unbf schönsten Motive der Symphonien und Ouvertüren des Tondichters vereinigt sind. — Die Haddock-Violin en-Sammlung, die in Musikkreisen für eine der schönsten Violinsamrnlungen im Privat- besitz gilt, wird demnächst versteigert werden. Die Sammlung wurde von dem verstorbenen George Haddock begonnen, der sie seinen Söhnen Edgar und S. P. Haddock in Leeds hinterließ. In. der Sammlung befindet sich die „Kaiser Stradivarius"-Violine, die Joachim als die schönste Violine bezeichnete, die er je ge'ehen habe. Diese Geige soll einen Wert von 200 000 Mark besitzen. Eine andere Perle der Sammlung ist die unter dem Namen „Drummond Amati" bekannte Geige, die die Jahreszahl 1615 trägt. Eine andere Amati ist vom Jahre 1648. Außer den Stradivari und Amati enthält die Sammlung noch vier schöne Guarnerii und Geigen von Angerius, Gagliano, Guadagnini, Jacob Steiner und Lupot. Ferner enthält sie Bogen von Frantzoie Tourse, Lupot, Voirin und bekannter englischer (Geigenbauer; würde, so seien Mittel und Wege zur Abhilfe zu finden. Der Artikel schließt mit folgenden Bemerkungen: „Ein gangbarer'Jö eg könnte gefüllten werden, wenn das Auftücken in eine höhere Abteilung von einer bestimmten Steuer fei ftung abhängig gemacht würde. Schon jetzt werden alle Woher, die nidjt zu einer Steuer veranlagt sind, der dritten Abteilung überwiesen. Man wird noch einen Schritt weiter gehen können und für das Auftücken in die zweite Abteilung ein steuerpflichtiges Einkommen ton etwa 1500 Mark und in die erste Abteilung von etwa 2400 Mark zugrunde legen, und demgemäß unter Berücksichtigung der Ergebnifie der letzten Wahl- ftatigit eine Ce amtsteuer le istung von etwa 50 Mark für ein Aufrücken in die zweite und von etwa 100 Mark in die erssk? Abteilung verlangen Müssen, selbstverständlich nur in den Gemeinden mit mehreren Urwahlbezirken. Em solches Verfahren würde auf der einen Seite den Vorteil haben, daß tee jetzt vor- d an denen großen Verschiedenheiten bei der Trittelung in Ui Wahlbezirken und die darauf auf gebauten Angriffe erheblich abgeschwächt werden. Anderseits würde dadurch un- zweiselhaft eine Stärkung des Mittelstandes insofern herbeigeführt Ivetten, als die gut bezahlten Lohnarbeiter, btc jetzt häufig in die zweite, ja schm in die er'je Aoteil'ung gelangen, teil berechtigten Einfluß d.s Mittelstandes auf das Endergebnis weniger schwächen, als es jetzt ter Fall ist. leicht bei unten werden müßten. Auch die konservative „Kreuzztg." beschäftigt sich wieder in interessanter Weise mit der schwerwiegenden Frage. So gibt die „Kreuzztg." eine Zuschrift aus dem Jndustrie- gebiete wieder, in der der Nachweis versucht wird, daß der Einfluß der Drittelung auf das Wahlergebnis vom Zentrum wie von den Nationallibera.en überschätzt werde: „Es wird -'imäidst auf die Feststellung an kommen, welche Wirkung die Trittelung in den Urwahlbezirken, die 1891 be- teuttid} btobadften. Ein liberischerKutter, Geschützen an Bord, schoß vom W a i ser aus kortges etzt auf die Rebellen, aber diese ließen nch dadurch offenbar nicht sehr stören, und als der Salaga abfuhr, hatte sich an den Lage nicht viel geändert. Von ter französischen Elfenbeinküste wurde berichtet, daß zwei der mächtigsten Stämme revoltierten, die Kroos und die sogenannten Appolonischen Fentios, die aus dem Hinterland an die Küste kamen, um die europäischen Niederlassungen anzugretfen Jm ganzen sollen 34 Franzosen getötet worden |etn uno die Leiche eines französischen Kaufmanns wurde v om d c n Eingeborenen gefressen. Von Dakar aus unb 700 M^tn singalesischer Truppen an die Elfenbeinküste beordert worden. Tas englische Kriegsschiff Mutene war in Freetown Harbour, als ter Dampfer Salaga Sierra Leone am 12 März verließ, und es ist wahrscheinlich, daß dieses Kriegsschiff sich nunmehr nach Liberia begeben hat. Goethe im Urteil einer Zwanzigjährigen. Im neuesten Heft der preußischen Jahrbücher veröffentlicht Katharina Broicher aus den hinterlassenen Papieren ihres Großvaters, des im Jahre 1865 verstorbenen Hamburger Senators Hieronymus Hudtwalcker, der als junger Jenaer Student haung Gast im Haus-e Goethes war, eine Reihe von Famtltenbrtefen, die sich besonders eingehend über den Verkehr Goethes mit jungen Leuten äußern. Aus diesen Briefen, die aus dem Jahre 1800 stammen, sei einzelnes hier roietergegeben. Hubtw alcker war durch Goethes Sohn bei ihm eingeführt und machte gleid; nach der Ankunft in Jena dem Dichter seine Aul- toartung. Er schreibt darüber: „Ich suchte ihn gleich am andern Morgen in Jena auf. Er war nicht ganz wohl, aber überaus liebenswürdig und schön. Er pflegte im Frühjahr gern Einige Monate in Jena zuzubringen und besuchte dann viel das ftttom- mannfebe Haus. Ich fand ihn bisweilen sehr still, aber nie stolz ober abstoßeiid, wenn man ihm sich nidjt aufbrangte. Namentlich befaßte er sich gerne mit jungen Leuten, wenn sie bescheiden waren Im botanischeii Garten, wo er fast täglich >parieren ging, unterhielt er sich lange1 mit meinen aus Göttingen etngetrof- ^nen Freunden unb mir, auch über vaterländische Angelegen- h^An seine Mutter schrieb er um diese Zeit: „Es vergeht kein Tag, wo ich nicht zu Frommanns gehe, wo Goethe te£ Abends bisweilen ist. Am Sonntag Abend war er von neben bis elf Uhr dort und sprach sehr viel. Und rote crjprW! Bisher habe ich zuweilen geglaubt, man könne ten Menjchm Goethe vom Dichter absonberii, aber nun ist er recht eigentlich auch meinem .Herzen tteuer geworden. Jedermann bildet sich em, wenn er mit N spricht, selbst Goethe zu sein, und fühlt sich unbewußt zu ihn heraufgehoben. Er schätzt Jedes, keimt Jedes beurtheilt.Jedes, was irgend, einen menschlichen G^sk beschäftigen kann. Am mtereti fantcüen ist es, ihn über naturhistorische Gegenstände, besonders über Blumen zu hören. Seine fast kindliche und rührende Zartheit, die seine Le^e? kennen, erscheint hier in einer Liebenswürdigkeit, b!e ton G-dichl erreich-« tarn. Ipricht met großer Le > haftigfett, unb Gries (ber Ueber jeher des 4,orquato ~affo), der ja fo taub ist, daß er feine Worte nicht W, m M er verstehe Viehes bloß durch feine Geberten. Blick ist hinreißend, unb wenn vollends eme Throne ' was ihm im Feurn seiner Begeijterung unb bei 1 einer Isttlichen Reizbarkeit nickst selten begegnet,. h??uKke gewiß jeter J^lglmg ihm um ben Hals fallen unb jedes Mabchm an leine J^rufL An ben Grafen Baudissin berichtet Hubtwalcker m derselben Zeit: „Kürzlicko war ich mit Goethe in einer großen langweiligen Gesellschaft bei Knebel, wo er nicht viel iprach Dagegen war er zweimal allein bei Frommanns övm Abendessen, uich wa das letzte Mal so liebenswürdig, daß dieser Übend nur ten Donath Werth zu sein scheint, den ick) hier zubringe. Er 'bra^^s^.^^ viel, und auch mit mir, hauptsächlich über naturhistoryche Gegenstände, Ahndungen^ Aberglauben ujw. U. a. sagte er, daß die tviinig mch 3 r'JJtanoale reruoren! Bei den >pureren Wahlen sind erheblickie Verschiebungen nicht vor gekommen. . . . streitig tm rheinisdj-westfälischen Industriegebiet zwiscken Zentrum unb National liberalen sind überhaupt nur folgende Mandate: Doitmund-»2tad t, j?tzt national liberal, T or imund-Lanb, Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim a. Ruhr, jetzt Zentrum. Alle übrigen Mandate sind sicherer Besitz, mag so oder so gedrittelt werten. Möglich ist allerdings, daß in Zukunft bei einer tociterciS 3ntuftrialifierung der eine ober andere Wahlkreis noch stteitig wird, namentiid] wenn die Sozialdemokratie noch weiter erstarken 1 und ausschlaggebend werden sollte. Für ten Augenblick kann es sich aber in Westsalen-Rheinland nur um' 5 Mandate handeln. Es muß, so-heißt es in der „Kreuzztg." weiter, erwartet vom Grüninger-DorsgMer Markwald. Aus Grüningen geht uns folgende Erwiderung auf die veröffentlichte Zuschrift vom Lande zu: Auf den Artikel im zweiten Blatt des Gießener Anzeigers Nr. 73 vom 30. März d. I. erlaube ich mir zur Klarheit zu erwidern: Die Grüninger und Dorfgiller Markteilhabcr hatten sich im Jahre 1839 auf Anraten des Herrn Landrats Schenk durch Statut geeinigt, daß der jeweilige Bürgermeister von Grüningen den Vorfttz und der jeweilige Bürgermeister von Dorfgill die Stellvertretung und Kontrolle führen sollten.' Zu weiteren Vorstandsmitgliedern sollten zwei Markteilhaber von Grüningen und ein Markteilhaber von Dorfgill alle drei Jahre gewählt werden. Auf Grund dieses Statuts fanden nun die Wahlen statt und zwar, da die Oberaufsicht dem Großh. Kreisamt zustand, nach den allgemeinen Vorschriften der Landgemeinde-Ordnung mit der Ausnahme^ daß nach Verfügung der Aufsichtsbehörde alle Markteilhaber, auch Frauen (Witwen), Stiftungen, Kirchen und bergt, durch Vollmacht von ihrem Mstimmnngsrecht bei den Wahlen Gebrauch machen konnten (vergl. Versügungen vom 20. Juli 1869, 5. November 1872, 18. März 1881, 28. November 1884 usw.). • Weiter fanden auf Grund gesetzlicher Vorschrift in den gesetzlichen Rahmen die Betrieb^sregulierungen statt, und die Großh. Oberförstcrei fertigte die jeweiligen Wirtschaftspläne an, woran sich dann die Voranschläge jedes Jahr anschlossen und dem Großh. Kreisamt zur Prüfung und Genehmigung unterbreitet wurden. Nach denselben Regeln der Landgemeinden wurde das R e chn u n gs wesen geleitet, und der Großh. Oberrechnungskammer zur Prüfung und Revision vorgelegt, wobei jedesmal der Bürgermeister von Dorfgill seine Einwilligung zur Gültiglcit der Anweisungen nach gesetzlicher Vorschrift geben mußte. Es erschernt mir deshalb sonderbar, da ich in dem Artitel- schreiber einen größeren Biarkteilhäber vermute, lucnit dieser schreibt — außer unserm Herrgott — hätten die Führung nur zwei Männer. Nach den obigen Ausführungen sind es doch drei und waren bis 1901 sogar sechs Männer. Würde der Artitelschreiber einmal in die jedes Jahr in fristgerechter Zeit offengetegte Rechnung nebst Urkundenband Einsicht genommen haben, so wäre eine solche falsche Schreibweise unnötig gewesen. Hierdurch ist bewiesen, daß die technische Führung von der Oberförsterei und die materielle Führung von den beiden Bürgermeistern und den wetteren Vorstandsmitgliedern unter Aufticht des Großh. Kreisamts bis 1901 geführt wurde und von da ab ohne Vorstandsmitglieder. So ging es, wie erwähnt, bis 1901, wo wiederum die Markvorstandswahl fällig war, und dabei wurde nach den. Gebräuchen wie altersher verfahren. H e r r e n I) a u f c an das Abgeordnetenhaus zurück käme unb die Fraktionen zu neuen Beschlüssen unb Gruppierungen zwänge. Im Anschluß daran gibt das Blatt einen Artikel der „Grenzboten" wieder, in welchem die Vermutung ausgesprochen wird, daß die Vorlage in veränderter Gestalt aus dem Herrenhause zurücktommen werde, und in welchem es weiter heißt: Tiic Frage entsteht nun, was seitens ter Regierung sowohl wie des Herrenhauses geschehen müsse, um die Wahlrechtsvorlagc sv umMgestalt.n, daß ihr bic Frei^nservativen unb National- liberalen zustimmen. Als Basis wird die inbireftc Wahl mit geheimer Stimmabgabe ter Urwähler und die öffentlidje Wahl ter Abgeordneten zu gelten haben. Jede Abweichung von dieser grundsätzlichen Feststellung würde sicher ein Sck/e tern ber Vor- ■Talge herteisühren. Um dem zuzustimmen, verlangen die National- liberalen: ■ 1. die Wieterherstellung der Steuerdrtttelung in ten Gemeinden ; 2. die Zulassung ter Auswahl von Wahlmännern in ten Urwahlbezirlen aus dem zugehörigen Landkreise; 3. Befestigung ter Ein- und Zweimännerwahlabteilungen; 4. eine anbeimdtigc Regelung ter Privilegierung von Urwählern: 5. Vermehrung ter Abgeorbnetenzahl in ten größeren Wahlbezirken. Tie Freilonserrativen machen die Forterung zu 1 zur Voraussetzung ihrer Zustimmung zum Gesetz unb halten im übrigen die anderweitige Regelung ber übrigen Punkte zum Teil für wünschenswert. Dazu macht die^Mtn. Ztg." folgende Bemerkungen: Tieje Forterungen der 9tatiünallioeralen gehen in einigen 'Punkten über bas in Magkeourg Geforderte hinaus; ferner stellen sie noch einmal grundsätzlick; bas in ten Vordergrund, was in ten Kämpfen um die Vorlage -arg vernachlässigt worden war: die Vermehrung ber Abgeordneten;aht in den benachteiligten Wahlbezirken ; 'direkte Wahl freilich wird nicht gefordert. Die Frage würde tarnt .tftio p» zu stallen feint ob die direkte Wahl jo schwer wiegt, daß dagegen die übrigen fünf Forterungen, von ten.n jede einzelne eine Verbesserung des Wahlrechts will, zu lange bezweifelte Sage vom Heerwurm sich neuerlich bewährt habe, intern ber Herzog von Weimar unb ber alte Hojrath Stark einen solchen bei Wilhelmsthal unweit Eisenach im Walte gefunden. Er hat die Länge einer Elle ober eines Fußes, dies weiß ich nicht gewiß, gehabt, und besteht aller Wahrscheinlichkest nach aus einem ungeheuren Raupennest in Gestalt einer Schlange: die Bewegungen unb Anstrengungen ber einzelnen Raupen wälzen bas Ganze wellenförmig langsam'fort, wie eine Schlange. In alten Ehroniken kommt er in einer Länge von zwei bis drei Ellen vor u"b sollte Krieg bedeuten. Warum der Herzog und Stark ihn i icht genauer haben untersuchen können, weiß ich nicht... lieber Blumen solltest Du Goethe einmal reden hören, roie eine Jungfrau zart unb innig unb begeistert wie eine Brahmine." Freude an Reich unb Staat auf die Tauer an Parteiversamnt- I? 't?»1 Cd occ •' hingen und dem Vereinsleben kein Genüge finden, schreibt werden, datz die S t a a^t s r: e g i e tug। bte: fß ) ö die aleichs-llr nattonallifcerale „Köln. Zig.": »-«'«n der tzerrenhm»sverhandlungen benutzt, um das für Tie Fraktion hat allen Grund, ben Vorwurf ber Schwächlich- -------..o . r.„/4r4Y',A ,o • f ... feit unb d.s ung.v,1.-? tfertigten Nachgevens zu 'cheuen; ein solcher Vorlage erforderliche einwandfreie statilti^che . caterjal KU Vorwurf loürte aber ' rrnehmlich laut unb mit Berechtigung er- beschaffen. Sollte sich ergeben, daß die Bezirtsbrittelung hoben werten, wenn die Fraktion nachträglich, mit kleinen Ge- zusammen mit der Maximierung demokratisierend wirken schenken bestochen, auf den Boten ter Kompromißparteien träte. - - . - ‘ "" .««*.<•« £- Anders aber lägen die Tinge — und diese beinahe mit Sicherheit kommende Möglichkeit wirb bei der Beurteilung ter Haltung der Fraktion beharrlich übersehen —, wenn Die Vorlage in einer wesentlich veränderten Gestalt ans dem Wirrung uvu striiicrung in utn un iw«, vu- 1 <. A < ■■ ■ 7 < 3 ..; \ r X 7- schossen, zum ersten Male 1893 in Kraft getreten ist, auf bte la Hungen unb Lagerhäuser auf der gegenüberliegenden Sette Zusammenfttzung des Abgeordnetenhaufts gehabt hat. Ta er- te? gibt fick» bezügüich dcs Zentrums solgentes: es sind gewählt 1888 ber englischen Niederlassungen sestge.etzt unb zwifchen 98 1893 95, 1898 100, 1903 96, 1908 104 Zentrumsabgeorbnete. biesen und ben Wtlben wurde em ständiges Feuer unter- Im Jahre 1893 hat * bas Zentrum bei ter jetzt gültigen Trit- halten. Man konnte ben Kampf von dem Teck des Dampfers aus Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben 3’/»% Reichsanleihe .5r. 66.60 Prince - Henri - Eisenbahn S. 136.60 Berliner Börse« 30. März. Aafa.ii rscum. Elektriz. Labmeyer . Elektriz. Sehuckert . Eschweiier Bergwerk 179.70 49.35 91.75 69.40 99.75 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank -. Deutsche Rank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . Baltimore- und. Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahn . . .1 Lombard. Eisenbahn.: Oesterr. Staatsbahn .' 3°/n 3'/»% 3% 37,7, 3V,"l. Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk ... Lanrahütte . . Nordd. Lloyd .t . . . . Oberscbles. Eisen-Industrie -16 20 144.30 200.30 172.00 105.30 99.50 181.50 137.00 253.00 154.00 Ji>1.60 166 00 215.10 Briefkasten der Redaktion. (Anonyme -(«fragen bleiben unberücksichtigt.) B. S. Nach Art. 21 des hessischen Volksschulgesetzes von 1874 haben Rinder, die das Ziel der Volksschule in den wesentlicheren Nnterrichtsciegenständen, namentlich in Religion, deutscher Sprache, Lesen, Rechnen lind Schreiben bis zum Ablauf des 8. Schuljahres ilicht erreicht haben, die Schule aui Aiiordnung der Kreisschul-- kommlssion ein Jahr lang weiter zu besuchen. Harpener Bergwerk Lanrahütte . . . Lombarden E. B. . si Nordd. Lloyd . _ Türkenluse . «. Die Marktpreise für Lieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreise ___________ am 30. März 1910. LLrrchiiche Nachrichten« Israelitische Religionsgenwmöc. Gottesölenst in der Synagoge (Süd-Anlage), Satnstag den 2. April 1910: Vorabend 6.45 Uhr. Alorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbatausgang 7.45 Uhr. MarNe. X Groß-Felda, 30. Dlärz. Unseren gestrigen Oster- mar k t begleitete ein Wetter, das stark an /iveifee Ostern" gemahnte. Ter Schweineinarkt war gut befahren, allein die Nachfrage übertraf bei weitem das Angebot, so das; viele Läufer unbefriedigt bleiben mussten. Ter Handel ging sehr gut bei recht hohen Preisen. Bezahlt wurde das Paar Reifel erster Sorte mit Alk. 75, zweiter mit Mk. 70 und dritter mit Alk. 60—65. Ter Markt war in kurzer Zeit geräumt. ^-L ich, 29. März. Der heutige Schweineinarkt war gut befahren. Bei hoben Preisen ivurde fast alles obgesetzt, so daß gegen 11 Uhr der Markt schon leer war. Für Ferkel wurden 50—70 Alk. das Paar bezahlt, Läufer kamen aus 70—80 Alk. 47,% rass. Staatsanl. 1905 100.20 4'/,7„ japan. Staatsanleihe 98.40 4% Conv.Türken von 1903 94.50 do. Konsols jj. do. *7 Hessen . ■?. Oberhessen 9345 85.10 93.40 85.05 9330 91 50 99.75 88.60 95.25 In allen KliktrlilltUwrr und InelaUaHone-Oe.cUkU rbUlllcb. — Man acht* i den Keaet.llch ,eechUt»ten v Mn* n .O.ram-Lampe“. ■ .r-gesellsthatt Berlin 0.17 Telefonische Ku^sbsipichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie1i*,GlAsqerr. Frankfurter Börse, 30. März, 1.15 Uhr. Lustschiffahrt. Düsseldorf, 30. Alärz. Tie Sladtverordnetensitzung stinnnte heute einem Vertrage mit der Deutschen Lnftschifsahrt- Gesellschaft über die Veranstaltung von Flügen von Tüssel- dorf aus in der Zeit vom 18. Juni bis 31. Juli und vom 1. Oktober 19L) bis 31. Mai 1911 zu, in dem sich die Stadt verpflichtet, außer entsprechender Verrichtung des Landungsplatzes eine Ballon- Halle zu bauen. Die der Stadt entstehenden Kosten werden 109 0 0 Mk. betragen. Außerdem wurde beschlossen, der Düsseldorfer Ortsgruppe des Deutschen Lustflotten-Vereins zur Veran- stoltung von Schauflügen mit Flugmaschinen eine Beihilfe von 3000 Alk. zu gewähren. Beim Rauchen. xu ist merkwürdig und gewiß den meisten Frauen unver- standlich, daß so viele Männer am Rauchen gefallen finden können. Und doch muß ein eigener Genuß darin liegen, den sogar manche Frau nicht gerne mehr missen möchte. Sei die Zigarre gut oder schlecht, so bleibt nach dem größeren oder kleineren Genüsse derselben im Munde und Rachen des Rauchers jedesmal ein unangenehmes kratzendes Gefühl, das nur zu leicht sich festsetzen und in hartnäckigen Rachenkatarrh ausarten kann. Diesen zu verhüten, gibt es kein besseres und zugleich angenehmeres Mittel als gleich nach beendeter Zigarre, Zigarette oder Pfeife einige Wybert-Tabletten im Munde langsam zergehen zu lassen. Sofort verschwindet die unangenehme Beigabe des Rauchens, der Mund und Atem werden wieder frisch und angenehm. Jeder Raucher sollte daher Wybert-Tabletten beständig bei sich führen. Wybert-Tabletten können in allen Apotheken in Originalschachteln ä Mk. 1.— bezogen werden. Depot in Gießen: Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2. ss“/» Türkeulose r. 47» Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier77 37» Mexikaner . . 47,7» Chinesen . ■ Offenbach, 30. März. Vertr ete r v er s a M m - lnng des „Katholischen Lehrervereins int Großherzogi- timt Dessen" tagte gestern hier unter dem Vorsitz des Lehrers I Schorn-Mainz. Tie 17 Bczirls.ereine des Hauptvereins toar : durch 83 Delegierte bertreten. Ter Verein zählt zurzeit 1204 Mit i glieber, das Vereinsorgan, „Hessische Schulblätter", 1155 Abon-i nenten Von den zur Beratung gestellten Anträgen seien der auf Herausgabe eines eigenen Le hrer käsenderS und der auf Gleichstellung der Ferien der Viollsschulen mit den Ferren der höheren Schulen hervorgehoben: beide Anträge wurden angenommen. Tie Für sorge käste, die sich in Dtu- dinM des Allo Holismus brachte zunächst einen Vortrag des Reg- und Medizinalrats Tr. Svlbrig (Allcnstein) über ,.Staatliche und städtische Maßnahmen gegen den Alloholismus". Tas zweit? Thema betraf die „psyckuophysischen Wirtungen des Alkohols" und würde von Prof. Tr. Sommer (Gießen) behandelt. Die klinische Untersuchung der alkoholistischen Geistesstörungen in Verbindung mit der experimentell-psychologischen Untersuchung hat allmählich eine Reihe von Einbacken in die psycho-physischen Wirkungen des Alkohols gewährt. Schon bei der häufigsten Krankheit dieser Art, dem delirium tremens, tritt ein motorisches Symptom, nämlich das Zittern, besonders an den Fingern, aber auch an anderen Teilen des Körpers, hervor. Dieses äußert sich in sehr charakteristischer Weise an der Lchrift, so daß mehrfach wiederholte Schriftproben einen Einblick in den Ablauf der Krankheit geben. Ter Redner hat diese Zitterbewegungen mit bestimmten Slpparaten, die sie in allen drei Tämensionen registrieren, festgehalten und studiert. Es zeigen sich habet eine Reihe charakteristifcher Züge. Auch' im psychischen Bilde des deliriums findet fick) ein motorisches Moment in den Visionen bewegter Gegenständ^, besonders in Fvrm von Tiervisionen. Im Anschluß daran wurden die motorischen Wirkungen des Alkohols methodisch studiert. Diese bestehen 1. im Wegfall von automatischen Hemmungen, die normaler- to'cifc die reflektorischen Bewegungen sestlmlten und gewissermaßen bremsen. Dieser Verlust macht sich z. B. in bestimmten Veränderungen der Kurven des Driereflexes bemerklich. 2. In der Steigerung von reflektorischen Vorgängen, die mit oder ohne Wegfall der nachträglichen Bremsung austreten kann. 3. In dem Wegfall von Reflexen bei höheren Graden der Alkoholvergiftung. Psychologisch -entspricht diesem Vorgänge der Ausfall bestimmter Funktionen. — Tiefen drei G nmderscheinungen entsprechen viele psyckiologische Züge der Alloholwiriung: V r.nst von H. mmungen, «Steigerung der Erregbarkeit; bei höheren Gradm der Vergiftung: Lähmung der Funktion. Sa taffen stch z. B. die sexuellen Folgen des Alloholismus: Steigerung der Erregung, .Haltungslosigkeit und bei höheren (traben Jm^potenz leicht erklären. Tie Kriminalität der Alloholisten äußert sich dementsprechend wesentlich in Körperverletzungen, Roheitsdelikten und Sittlichleitsverbrechen. Tarn kommen, be> . nders 'bei impotent gewordenen AUoholisten mandy mal Eifersuchtsrerbrechen oder wenigstens brutale Behandlung der 6begatten mit Eifersuchlsideen. Tie anregende Wirkung des Alkohols beruht auf der Anschaltung von quälenden und hemmenden Vorstellungsgruppen, der Steigerung der motorischen Erregung, besonders im motorischen Äprechapparat, dem physischen Wohlbehagen. Ter AlkoholiÄnus ist die Kehrseite einer einseitig auf Hemmung von Trieben zugeschnittenen Zivilisation, und daher haftet er so lange in der menschlichen Gesellschaft. Praktisch stellt der Redner bei seiner Bekämpfung das Bewegungsspiel in den Vordergrund, da hier motorische Erregung mit Wohlbehagen ohne geistige Schädigung auftritt. März -- ch 5.3 0 C. „ = — 0,3 UC. 470 Oesterr. Goldrente 47s7o Oesterr. Silberrentc.'1 47O Ungar. Goldrente 4" „ Italien. Rente . - ,-»a 3% Portugiesen Serie I 370 Portugiesen „ III . gibt, daß eine Beitragserhöhung bald llommen dürfte, zumal mit dem 1. Juli 1911 ber Deu tsche Lehrer verein die Haftpflicht übernimmt. Das gibt für jedes Mitglied 25 Pfg. Mehrkosten. Ti« Ausgaben betrugen 1909 14 742 Mark, die Einnahmen 14 765 Mark, der Ueberschuß nur 23 Mark. Ter Understütznngsverein zeigt ein Vermögen von 18 076 Mark. An erkrankte Schulverw-alter wurden 3005 Mark bezahlt. Dem Rechner Heck-Zwingenberg wurde Entlastung erteilt. Ter Feuerverfiche- rungsverbano hat dem Hauptverein 100 Mark bewilligt. Eine längere Aussprache entspinnt sich über einen Wunsch des Bezirksvereins .Hungen, betreffend die Schriftleitung des Entboten. Schließlich gelangt folgender D r i n g l i ch k e i t s a n t r a g zur Annahme: „Tie Vertreter-Versammlung ist der Meinung, daß der Vorstand satzungsgemäß gehalten ist, jeden Antrag rechtzeitig in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen." Tie Satzungsänderung des Unterstützungsvereins wurde genehmigt, ebenso zwei Unterstützungen für dauernd erkrankte Schulverwalter. Ter Bezirksverein Darmstadt beantragt eine zeitgemäße Umgestaltung des Vorstandes, er stehe zu der Größe des Vereins und der wachsenden Arbeit in keinem Verhältnis mehr. Es wird beschlossen, den Vorstand zu beauftragen, Vorschläge über Satzungsänderungen und Erweiterung des Vorstandes auszuarbeiten und der nächsti ihrigen Vertreterversammlung vorzulegen. Ter Antrag Michelbach, der die Unterstützung des Antrags Köhler und des Gießener Bürgervereins betreffs der Fe rienordnung fordert, wird angenommen. Nach dem Antrag Osthofen wird beschlossen, dem Titelblatt des „Schulboten" zum Andenken an Johann Schmidt beizufügen: „gegründet von Johann Schmidt". Ter Antrag des Bezirks Friedberg-Bad-Nauheim betreffs Gewährung der früheren Ortszulagen findet die Sympathie der Versammlung. Dem Airtrag des Landtagsabgg. Pagenstecher und Schmitt betreffend Witwen- und Waiserversor- gung steht der Vorstand vorläufig abwartend gegenüber, während der Antrag Gonsenheim, Weisenau und Nieder^lm, der die Regelung der Lehrerwohnungsfrage fordert, einstimmig Annahme findet. Gegen 4 Uhr waren die 5Vs stündigen Verhandlungen beendet. Es schloß sich ein gemeinsames Essen und die Besichtigung der neuen Werke und Anlagen des Bade- und Salinenbetriebes an. — Die Hauptversammlung des Feuerversiche- r u n gs ve r b a n d e s fand in der Restauration „Burk" unter dem Vorsitz des Hauptlehrers Knauß-Gießen statt. Sowohl Rechenschaftsbericht, als auch Jahresrechnung für 1909 zeigen ein erfreuliches Bild des Aufblühens. Die Mitgliederzahl stieg auf fast 1800, die Versicherungsfumme auf 9,7 Millionen Mark, der Reingewinn auf 5255 Mark und der Reservefonds auf 36 000 Mark. Der Ludwig- und Alieestiftung wurden 500 Mark, dem Landeslehrerverein 100 Mark überwiesen, die Satzungen wurden, dem Ansinnen des Reichsaufsichtsamts entsprechend, geändert. hessischer Lehrertag. u • vad-Nauhelm, 30. März. Etwa 600—700 Lehrer aus allen Teilen Hessens hatten sicks heute ant 30. Mach zu ber Vertreterversammlung dcS Landeslehrervereins eingefunden. Gleichzeitig tagten noch der Feuerversicherungsverband hessischer Lehrer und der Unterstützungsverein für provisorisch, angestellte Schul Verwalter und -Verwalterinnen. Tie Eröffnung der Versammlung im Sprudel-Hotel bildete eine Trauer-Kundgebung für „VaterBacke s", den Ehremobmünn des Landes- Ikehrervereins. der am 12. NvveMber 1909 int Alter von 72 Jahren zu Darmstadt verschieden ist. Stehend hörten die Lehrer den Nack^nj d.s Obmannes O u f f - Darmstadt an. Dem hervorragenden Vorkämpfer und Strecker für Lehrer internen werden Helsens Lehrer ein bleibendes, ehrendes Gedächtnis bewahren. Tann gelangte die vom Vorstand entworfene Geschäftsordnung jur Annahme. Aus dem Jahresberickch sei entnommen, daß die Mitgliederzahl auf 3430 gestiegen ist. Der Schulbvle erschien rm 50. Jahrgang in 3500 Auflage Lv tz-Offenbach wünscht Beseitigung des § 50 des Schulgesetzes. Wie Landtags- abgeordneter Lehrer Bach ausführt, ist die. Beseitigung einzelner Bestimmungen nickst möglich, vicl.nehr muß ba4 ganze Schulgesetz geändert werden. Tie Beseitigung des L e i che n s i n g e n s wird ebensalls angestrebt und die Regierung zeigt sich hierbei sehr entgegenfommenb. Ter jetzige Landtag sei einer Revisimi des Schulgesetzes nicht günstig. Tie Rechnungsablage für 1909 er- T ., . 200.20 tz.L. 171.90 C.r. 31-90 Run glaubten sieben Herren von Dorsgill die alten Gebräuche antasten Zu können und benutzten nicht den Weg jdes Verwaltungsstr'eitverfahrens, sondern wollten eine Lücke nach dem B. G. B. suchen, um die Gewählten — die ihnen nicht paßten — >durch Klage bei dem Großh. Landgericht der Provinz Obcrhessen zu beängstigen mit dem Kiagcantrag: „Die Wahl für ungültig zu erklären und die Beklagten ^Gewählten) kostenpflichtig zu verurteilen und auf die Wahl als Markvorstände zu verzichten und das Amt niederzulegen." Dieses taten die Gewählten mit Fug und Recht nicht, da sie weder ein Amt angenommen hatten, noch bestätigt waren und den Markteilhabern doch nicht wehren konnten, sie mit Stimmenmehrheit als Vorstände zu wählen. So beschäftigte sich das Landgericht MM erstenmal mit der Marlvorstandswahl und entschied: „Die W chl w rd für ungültig erklärt unter Verurteilung der Beklagten in die Kosten." lieber diese Auffassung und Entscheidung war man geteilter Ansicht und legte Berufung gegen das Urteil beim Großh. Oberlandesgericht mit dem Anträge ein: „Die Kläger mit der unbegründeten Klage abKuweisen und ihnen auch die sämtlichen Kosten des Verfahrens, unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, auf^ulcgen." Der Ansicht der Beklagten (Gewählten) trat denn auch das Oberlauoesgericht durch Urteil vom 15. Februar 1905 bei und wies die Kläger nach dem Klageantrag (Berufungskläger) ab. Der Artikelschreiber hat, wie das Oberlandesgerichtliche Urteil richtig ausgeführt, ganz richtig geschrieben, das; bis jetzt gesetzliche Regelunb seitens der hessischen Landesgesetz- gebung noch nicht herbeigesührt worden ist. Aus 'diesen Gründen unterblieb bis jetzt jede Wahl, um nicht wieder einen unliebfam.n Prozeß herbeizuführm. E..d lich, «am 7. >März d. I., erwachten wähl wieder die sieben Herren von Dorfgill und sammelten sich um einen ihrer Heerführer, um eine Mitgliederversammlung mit noch anderen nach § 37 B. G. B. zu verlangen. Um nun die Mark Grüningen und Dorfgill in die richtigen Bahnen zu leiten, was schon lange mein Wunsch ist, ohne die konstitutionelle Regierungswei)e nach 2000 I ihren ihren Einzug halten zu lassen, bin ich dem Wunsche der Einberufung nachgekommen und habe eine Mitgliederversammlung auf Samstag den 2. April d. I. einberufen. Ich wünsche rechte Aussprache zum gedeihlichen Fortbestehen der Mark Grüningen und Dor,giU. .Grüningen, den 31. März 1910. er t, Großh. Bürgermeister, als Vorsitzender der Mark Grüningen und Dorsgill. Höchste Temperatur am 29. bis 30. Niedrigste , „ 29. „ 30. Nieoerschlag: — 1,5 mm. Canada E. B.......— Darmstädter Bank ... . 137.10 Deutsche Bank . ... . 25-'.80 Dortmunder-Union C.^. . 93.90 Dresdner Bank . ...... 166.40 Tendenz: ruhig. Dcrimicbtcs. * Graf $ io I ft io i über den Weltuntergang durch denK-o meten. Graf TTlstoi gehört zu den g!anz seltenen Menschen, die sich über die Möglichkeit eines Weltunterganges^ durch den Zufawmenstvß mit beut in Aussicht stehenden Halleyschcn Kometen höckitst erfreut zeigen. Wie der ,^liif." aus Petersburg geschrieben w ird, gibt -er darüber in einem Briefe an feinen Der bannten Freund u. Sekretär Nikolai Gussew Auskunft, der ihn um seine Ansicht über diese wichtig« Frage ersucht hatte. Tolstoi schreibt: „Mir ist die Möglichkeit, daß die Erde mit dem Kometen zusammenstoßen und dadurch zugrunde gehen werde, sehr angenehm. Die fDZcnfdyen machen sich darüber durchaus falsche Vorstellungen. Die Folgen sind lange nicht fo schrecklich, w>ie man int1 allgemeinen glaubt. Desgleichen hat der ht Aussicht stehende Weltuntergang nicht die Bedeutung, die man ihm zuschrcibt." Es sei klar, fo führt bet greife Dichter des weiteren aus, dast alle materiellen, sichtbaren, begreiflichen Folgen — nichts sind. Tas geistige Leben kann durch die Vernichtung der Erde ebensowenig ausgelöscht werden, wie das Leden der Welt durch den Tod einer Fliege. Noch viel weniger. Wir glauben bloß nicht daran, weil wir dem materiellen Leben eine unnatürliche Bedeutung beimessen. Tas geistige Prinzip besteht an und für sich und steht außer Zeit urtb Raum. Zech und Raum sind nur Illusionen des tierischen Lebens, ein Betrug der Sinne, in dem Sinne etwa, wie es uns scheint, daß der Mono vorübergeht, während die Wolken vor ihm vorüberziehen. Der Greift ist ein und derselbe bei allen Menschen und in der ganzen Welt. Er ist nur in unserem Körper begrenzt, aus dem er, zu unserem Wohl, sich zu befreien strebt. Sterben ist nichts mrderes ajls was wir Leben nennen), d. h. eine allmähliche Befreiung des Geistigen vvm Körper." * Eine amüsante Wirkung hatte eine Beschwerde im „Spreck^saal" einer ungarischen Pwvmzzeitung. In der Stadt T«ls kaufte der Glashändler Peter Fekete fünf Kilo Zucker. Als er zu Hause den Einkauf besah, fand er, daß der Zucker zu einem Fünftel wenigstens Reibsand enthielt. Boller Wut veröffentlichte er mt „Offenen Sprechfaul" der „Tcher Zeitung" folgende Auf- Itirberung: „Bn einem hiesigen Kauf manne kaufte ich heute fünf Kilo Zucker, darin war aber wenigstens ein Kilo Reibsand. Wenn mir der Gamrm innerhalb 24 Stunden den Schaden nicht ersetzt, 1v werde ich feinen Namen nennen." Und prompt erhielt Fekete am nädjüen Morgen van sämtlichen Spezereihändlern von T4s ic fünf Kilo des besten und reinsten Zuckers zugeschickt! * Verschn appt. „Sind Sie wirklich Alkoholgegner geworden?" — „Gewiß, — ich trinke keinen Tropfen 'Wein und keinen Twpfen Wer mehr, jeden Abend Tee." — „Aber wo bl mit Kognak?" — „Allerdings!" * Kleines Mißverständnis. Hausfrau: „Auguste ich sehe oft einen Soldaten bei Ihnen in der Küche; das kann gefährlich werden." — Dienstmädcktcn: „Ach nee; er sckmallt ja seinen Säbel inrirter gleich ab!" ' • .i :• in.50 I. .V — — 21.90 16 >.00 Aktien Sattel Bochum Guss.....242.60 Buderus E. W.-.~ . <.,^110.95 Tendenz: fest Neue elektrische SlUhlempe 70% Stromersparnis 16—600 Kerzen« Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. Dl. Fleischpreise in Gießen Ochsen halber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 76-81 Mk. Kg. Schlachrgeiv. 96-104 W. 7, n w 08 — 71 „ 7, Kg. 76-84 Pfg. 7, , 72—76 , 7, . 80-96 , Getreidepreise in Dl a n n h e i in Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 00.00 00.00 Dlk. Roggen 100 Lg.-.0.00-00.00 Dlk. Weißbrot 2 Mg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Mg. 54 'Big. März i 1910 £ auf 0® reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke || M esf*» COjd Wetter 30. 2” 752,3 4,5 4,4 70 NE 6 9 SchneeMll 30. 755,1 0,3 4.3 92 NNE 4 0 Llarer-'önnmel 31. 7“ 756,1 — 1,1 3,8 90 NE 4 10 Schneefall Wieseck, den 31. März 1910. 1919 Die Beerdigung findet Freitag, 1. April, nachmittags 2 Uhr, statt. Statt Karten Aliendorf a. d. Lda., 31. März 1910. 1907 so reichem Masse bewiesene herzliche des schmerzlichen Verlustes der uns hierdurch allen Freunden und Bekannten Für die uns in Teilnahme anlässlich betroffen hat sage ich herzlichsten Dank. Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Fritz Kunz. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere liebe, treusorgende Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Elisabethe Drescher Wwe. ged. Deibel im Alter von 77 Jahren infolge eines Schlaganfalles plötzlich verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen. K 62/09. ' B * Donnerstag, 12. Mai 1910, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die den Joh. Förfsch Eheleuten in Gietzen zugeschriebenen, nachstehend verzeichneten, Parzellen versteigert: = 34 qm Hosrettegrnnd hinter dem Slockhaus, 1/1158 — 92 qm Hofraum mit Scheuer in Der Wetzsteingasse, 1/1162 — 594qmHofreite daselbst, 1/1159 = 87 qm Hofreite daselbst, 1/1163 — 389 qm Grabgarten hinter dem Stockbaus, von 1/1161 = 128 qm Einfahrt in der Wetzsteingasse, die den Schuldnern zustehende ideelle Halste. Gietzen, den 29. März 1910. Grotzh. Orlsgericht Gietzen. Gros. K 32/10. _ . (B«/. Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr werden tn unserem Amtszimmer Die den Louis Lecket Eheleuten zugeschriebeneu, nachitehend verzeichneten, Par- zeuen verneigert: 8/119 = 4« qm Hofreile am Brennofen, stöbt auf die Wiese, 3/121 = 637 qm Grabgarten daselbst, 3/120 — 1242 qm Grabgarten daselbst, 3/122 = 439 qm Hofreite daselbft. Gtegen, den 29. Marz 1910. Grogherzogl. Ortsgericht Gietzen. _________Gros._________ K 26/10. (B3l/s Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr wird m unserem Amisziimner die dem Georg Euler 11. in Gietzen zugeschrie- vene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 2//129 — 1607 qm Grabgarten mit Häuschen über dem tHoDt auf die Rodlgarten. Gietzen, den 30. März 1910. Grogherzogliches Or.ögericht. Gros. K 31/10. (Bsl/n Donuersiag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr wird in uiiserem Amtszimmer die dem Grotzhaus, Heinr. II., und Ehefrau geb. Wallenfels zugefchrlebene, nachstehend verzeichnete Parzelle bewahren. Familie Duill 2l6enbftem, den 31. März 1910. Die Beerdigung findet Freitag den 1. April, nachmittags 2 Uhr, von Heuchelheim, Brauhausstrahe aus statt. 1917 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten machen wir hierdurch die traurige Mitteilung von dem gestern abend erfolgten Ableben der 80jährigen Frau Katharina Lotz von Allendors a.d. Lumda. Sie hat uns 33 Jahre treu gedient und bedauern wir alle den Verlust der Entschlafenen aufs schmerzlichste und werden ihr ein dauerndes und ehrendes Andenken Höhere Bürgerschule Schollkn. Militärbercchtigte Lehranstalt. Die Aufnahme neu eintretender Schüler findet Montag den 4. April, vormittags 9—11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten statt. Dabei sind Geburtsurkunde, Impfschein und letztes Schulzeugnis vorzulegen. Anmeldungen werden auch schriftlich entgegengenommen. Die Anstalt umfaßt die Klassen Sevtima bis Untersekunda. Jede weitere Auskunft erteilt die unterfertigte Stelle, die auch Pensionen für auswärtige nachweift. Schotten, den 15. März 1910. Die Leitung der Höheren Bürgerschule. Dr. Rausch. D,7/3 Sandgrube. Die Sandgrube der Gemeinde Lützellinden an der Frankfurter Straße im Markwalde soll vom 1. Juli d. Js. ab auf weitere 9 Jahre verpachtet werden. Die öffentliche Verpachtung an den Meistbietenden sindet statt am Samstag dem 9. April, nachmittags 3 Uhr, im Schulhause zu Lützellinden. -D3% Die Bedingungen liegen beim Gemeindevorsteher, daselbst, zur Einsicht offen. Groß-Rechtenbach, den 26. März 1910. Der Bürgermeister. Großen Linden, 30. März 1910. Auf die Veröffentlichung des GenieinderatsmitgliedS Lang vom 26. März 1910 im „Gießener Anzeiger", worin mein Name genannt ist, erwidere ich an dieser Stelle nur, daß ich mich auf weitere Presseauseinandersetzungen nicht einlaffe. Dies um so mehr, als Lang sehr bequem den im Flugblatt enthaltenen Andeutungen mit der Bemerkung aus- weicht, er halte e§ unter seiner Würde, darauf zu erwidern. Ich habe mich um die von Lang genannten Wahlen nicht so bemüht, wie gerade er selbst, der bei solchen Anläffen tagelang bis zur späten Nachtstunde agitiert, wie er sich auch darüber aufgeregt hat, daß er nicht zum Ortsgerichtsvorsteher ernannt wurde/ Seine von ihm erwähnte Tätigkeit als Ge- meindcratsmitglied werden die Bürger beurteilen können. 02579 Ludwig Menges X. Seitdem ich weiss ,. \ ■ daß Benzin, reiner Spiritus, Teer-, scharfe Seifenpräpa- ■ I rate dem Haare nicht zuträglich smd, wasche ich meine I Haare nur mit . ■ ■ Haarwaschtee Relorita ä Karton 35 Pf. | I und benütze nur Haarwasser Relorita ä Flasche ■ H Mk. 2.-. Haarwaschtee Relorita ist in allen Apotheken, | Parfümerien. Drogerien zu haben. Haarwasser I I Relorita bei Herrn.Plank Ww., Damensalou, Kaplansg. W Klement & Spaeth, Parfümeriefabrik, Ravensburg. W Karloffehi >r. Speise- u Salatkartoffcln, upsiehlt (81 J. Weisel. elephon 235. Somicnstratze 6. versteinert: 1/374 — 974 qm Hofreite in der Walltorstratze. Gietzen, Den 29. März 1910. Grotzherzogliches Ortsgericht. Gros. doh Kl. LacknM Gießen, Süd-Anlage 7. Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten owie Kunstarbeitcn, Brandmalerei, Ticfbrand, Schnitzerei, ^edcrvlaftik nsw. Montag den 4. April 1910 Für Auswärtige ganze oder teilweise Pension im Hause. (1818 zur Wiederherstellung der St. Lorenzkirche in Nürnberg. Ziehung am 7. und 8. April 19 0. 6319 Geldgewinne Mark: 712.0 000 Hauptgewinne bar ohne Abzug: 50000. 20000. 1OOOO. etc. etc. etc. Lose ä M. --• P3O^Ptg? ext®a.Q Za beziehen durch die Generalagentnr Eberhard Fetzer, Stuttgart, Kanzleistr. 20. - d- n Z Die von mir nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste ist mir bewilligt worden. — Ich führe meine Privat-Praxis illr Ohren- u. Nasenkranke unverändert weiter. 1866 Prof. Dr. Leutert. AMknMflAM I- Qualität, 1 Dtzd. 75 Psg. BJameilljBflCaeBl 5 Dtzd. 3 Mk., Gürtel 40 und 11921 C. Röhr L Co.. Babnbofitratzc 44.60 Psg. als jed. andere alkoholfreie Getränk ist yefcmiitlier bereitet nur aus bestem Malz u. Hopfen ohne irgend welche sonstigen Zutaten. m «k nonreie uetranK ist Nahrhafter Bekanntmachung. Die nachfolgende Ortssatzung bringen wir hierdurch unter dem Anfügcn zur öffentlichen Kenntnis, da^dte Schlachtbofkaffe sich vorläuffg im Okrroihaus am 'JkintoDtcr Lvr beffndet. Bürgernteislerct Gietzen. 9)1 c c u m. Ortssatzung für den städtischen Scklachtbof in Gietzen. Auf Beschlus; der Stadtverordneten Versammlung vom 17. Februar und 24. März 1910, nach Anhören des Kreisausichilffes und nut Genehmigung des Grotzb. Aiinisteriums des Innern vom 23. März 1910 zu 9Zr. Ai. d. F. II. 1407 wird aut WrunD ber stimmungen tn Artikel 9 der Slädteordnung für den städtischen Schlachthof in Gietzen folgende Ortssalzung crlaffcn. tür ein Schivein für cm Ferkel (Schweine im Alter bis zu 13 Wochen! für ein ^ctiaf I. Schlachtgebllbren. S 1. Wer ein Stück Biel; Der nachbenannten Arten tm stadt. Schladuhos schlachtet oder schlachten läßt, bat für dte Benutzung der hierfür bemmmten Räume und Einrichtungen zu zahlen: für ein Stück Großvieh „ -P/F für ein Kalb «Rindvieh im Alter bis zu 6 Wochen) 1.10 All. für ein Stück Einhufer b. rj“- ein Schweiz ---------------- ) oZ Mk. 1.10 Pik. für eine Ziege 0.60 lür cm Lamm lSchas oder Ziege, noch n. d. Mutter genährt) 0L Alt. § 2. Für Rotschlachtungen an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen wird cm Zuschlag von 2 tUif. für lebe angetangene stunde, für Schlachtungen autzerhalb der Schlachtzett em Zuschlag von 1 Mk. für iede angefangene Stunde erhoben. In beiden Fallen nt das Schlachten nur mtt besonderer Erlaubnis des SchiachthosdtrektorS ober seines Vertreters erlaubt. II. Stallgcbübren. . , § 3. Für das Ernstellen der Tiere tn die Stalle des S.chiacht- hofs ist zu zahlen, wenn das Tier über Nacht im Stalle bleibt, für jeden angefangenen Kalendertag a) für em Stück Grotzvieh oder em Pferd 20 Ptg- bl für ein Schwein über ein Stück Kleinvieh 10 Psg- c) wenn das Vieh zwischen 8 Uljr abends und der Oeffnung des Stalles am'Morgen oder an einem Sonntag oder gesetzlichen Feiertag eingestellt wird, für jeden Transport eine weitere Gebühr von 50 Psg- III. Futtcrgcld. £ 8 4. DaS Futter, welches den Tieren tm Schlachthof verabreicht wird, ist nach den vom Bürgermeister feitzusetzenden Ein- heltspreisen, welche durch Aushang bekannt gemacht werden, zu vergüten. Der Bürgermeister bestimmt auch die an die einzelnen Tiere zu verabreichenden Futtermengen. IV. Wiegegebützren. § 5. 1. Für das Wiegen des lebenden Btehes tst zu enb richten. cjn Stück Grotzvieh . 20 Psg- dl für ein Stück Kleinvieh oder ein Schwein 10 Psg. 2. Für das Wiegen des ausgeichlachteten Fleisches, für welches die Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttterc betretf., vom 5. Dezember 1908 matzgebend ist für Fett, Haute und bergt, ivird erhoben: a) für ein Stück Grotzvieh 40 Psg. bi für ein Viertel von einem Stuck Grotzvieh 10 Psg. c) für ein Schivein 10 Pfg- d) für ein Kalb, Schaf ober Ziege o vfß- e) für Fett, Haute und andere Teile eines geschlachteten Tieres 5 wfl- 3. Dao Wiegen darf nur auf den öffentlichen Wagen im Schlachthof geschehen (§ 1 Abs. 2 der Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttiere betrcffcuD, vom 5. Dezember 1908». 4. Für eine Ohrmarke zur Kennzeichnung der Schweine werden erhoben 15 Psg. V. Freibankgebübrcn. § 6. Für Zerteilen des Fleisches, den Verkauf desselben und die Einnahme der Geldbeträge werden erhoben: für ein Stück Grotzvieh 8.— Mk. für ein Stück Kleinvieh 4.— Mk. VI. Allgemeine Bestimmungen. 8 7. Gebühren, Die tn dieser Ortssatzung nicht vorgesehen sind, dürfen nicht erhoben werden, nut Ausnahme der Gebühren Tür Fleischbeschau und Trichinenschau. „ .. .. 8 8. Die Gebühren sind im voraus fällig: ne sind zu bezahlen, bevor die Handlung verrichtet oder die Sache gegeben wird, für welche die Gebühren erhoben werden. „ 8 9. Die Zahlung erfolgt an der Kaffe des Schlachthofes gegen Empfangsbescheinigung derselben. . § 10. In den Schlachthof cingebradüe Tiere und Teile von solchen können für die Dafür nach dieser Ortssatzung zu entrichtenden Gebühren in Anspruch genommen werden. Die Tiere und ihre Teile Dürfen nicht eher aus Dein Schlachthof entfernt werden, als bis Die Gebühren entrichtet sind. § 11. Wenn die Zahlung der Gebühr verweigert wird, ist die Schlachthofverwaltung berechtigt, soviel Fleisch ober andere Teile Der Tiere zurückzubehalten und zu verkaufen, wie nötig ist, um die Gebühr aus dem Erlöse zu decken. Der etwaige Mehrerlös wirb dem Gebührenpflichtigen herausgegeben und ist von ihm gegen seine Empfangsbescheinigung an der Schlachthofkasse in Empfang zu nehmen. 8 12. Diese Ortssatzung tritt am 1. April 1910 in Kraft. Mit demselben Tage werden ausgehoben: Die Bekanntmachung, die Wtegegebühren betreffend, vom 19. Oktober 1890 und vom 26. August 1898, Die Bekanntmachung, betreffend die Gebühren für den Bep kauf des nicht labcnrcmen, aber noch genießbaren Fleisches auf Der Freibank im städtilchen Schlachthaus, vom 31. März 1894, Die Bekanntmachuiig, betreffend die Schlachtgebühren, Fleisch beschau- und Trichinenschaugebühren im städtischen Schlachthof, vom 31. März 1909, soweit sie Die Schlachtgebühren betrifft. [B^/s Gietzen, Den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecu nt. 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