Hl 503 Meteorologische Beobachtungen -er Station Eiehen. I <5 Wetter o 1910 £ w Höchste Temperatur am 25. bis 26. Dezember -4- yliebriqnt , , 25. w 26. , ■■ Niederschlaq: 4,5 muu 26, 26. 27. 733,8 733.7 729,6 WO. 2.8 *0, Erlchrtw E-Nch mit Nuß^ahme bet 18— iffl. ®ie „IltjtneT §amillevdlLtter" werben dem ,8liuriflcr‘ viermal wöchentlich beigelegt, bot „Mrdiblüfi flr b« «teil Gießen" zweimal Wöchentlich. Die ..randwirtschafttichen Lett- fraßen" erscheinen monatlich zweimal. E©-- o «■§ Dienstag, 27. Dezember MO Rotationsdruck und Verlag der Vrüblichen UniversitätS - Bilch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. 5* halten wird. Diesen sollte Gelegenheit gegeben werden, an einem) anderen Tage nach Frankfurt zu kommen und Markt zu halten^ Der Frankfurter Fruchtmarkt ist der bedeutendste in Deutschland. Die Mitgliederzahl der Vereinigung „Frankfurter Fruchtmarkt", die aus Mühlenbesitzern, Händlern usw. besteht, die offtziell den Markt besuchen, betragt 700, während an der Berliner Börse nur 500 Mitglieder verkehren. Wenn auch in Berlin, Hamburg und Mamrheim größere Quantitäten gehandelt werden, so fte&t Frankfurt mit dem Effektiv-Geschäft an erster Stelle. So besuchen aus Frankfurt a. M. offtziell den Markt 178 Mhlenbescher- Händler, Landleute und Vertreter von Genossenschaften, aus Alsfeld 4, Kassel 8, Darmstadt 26, Düsseldorf 3, Friedberg 17,. Gießen 16, Hanau 12, Höchst a. M. 6, Karlsruhe 1, Kreuznach 2, Limburg 4, Mainz 17, Mannheim 12, Marburg 8, Nürnberg 1, Offenbach 7, Worms 7, Würzburg 5, Wiesbaden 9 usto. Der letzt abgelehnts Antrag, der die erforderliche */, Majorität nicht erhielt, soll bald wieder eingebracht werden. O Rebgeshain, 26. D^. Erne Weihnachtsfeier wurde am Samstag abend von unserem Lehrer Rau unter Mitwirkung der Schulkinder abgehalten. Die Feier nahm einen schönen Verlauf. Die Ansprache von Lehrer Rau und sämtliche Darbietungen fanden den Beb- fall der fast vollständig anwesenden Gemeinde. 1^ Friedberg, 25. Dez. Wohl veranlagt durch die gelinde Witterung, die den Arbeit suchenden auch Arbeit gibt, fanden sich gestern nicht so viele Herbergsgaste in der Herberge zur Heimat ein, wie in oen vorhergehenden Jahren. Immerhin umstanden 98 Wanderer den gedeckten Weihnachtstisch. —g. Gleiberg, 26. Dez. Der Weihnachtsbaum inmitten der Vurgkirche war wieder der Sammelpunkt der ganzen Ge-» meinde geioorden. Schon 25 Jahre leitet Lehrer Lochau diese Veranstaltung. Die Kinder erhielten passende Geschenke. △ Ki nzenba ch, 26. Dez. Trotz der überaus ungünstigen Witterung war die Kirche bei der Weihnachts - feier dickt besetzt. Wie in dem Hauptgottesdienst am ersten Weihnachtsmorgen wirkten der Gesangverein und ein gemischter Chor mit und trugen nach Kräften dazu bei, das Fest würdig zu gestalten. Die Kinder wurden mit Erzählungen und Lebkuchen beschenkt. O Rodh eim a. d. Bieber, 24. Dez. In altgewohnter Weise wurde am heutigen Abend das Weihnachtsfest durch einen gut besuchten Gottesdienst eingeleitet. Bei günstiger Witterung pflegen zu ihm selbst viele Besucher aus den Vachbarorten Bieber, Haina und Vetzberg herbeizueilen. X. Hanau, 26. Dez. Eine hübsche Weihnachtsgabe hat die chemische Fabrik Leopold Cassel la u. Co., G. m. b. H, in Mainkur bei Hanau ihrem Arbeitspersonal zukommen lassen. Sie wird ihren Arbeitern, Arbeiterinnen, Oberarbeitern und Vorarbeitern vom 1. Januar 1911 ab in Krankheitsfällen zu dem Bezügen aus der Fabrikkrankenkasse soviel zuschießen, daß die Erkrankten ebensoviel beziehen, als der Wochenlohw bei normaler Arbeitsfähigkeit bis zu 30 Mark wöchentlich beträgt. Als weitere Zuwendung zahlt die Firma außerhalb der Fabrik-Krankenunterstützung beim Ableben der Ehefrau eines Arbeiters an den Ehemann ein Sterbegeld von 50 Mk., beim Tode eines schulpflichtigen. Kindes ein Sterbegeld von 30 Mk. und beim Tode eines noch nicht schulpflichtigen, aber mindestens 12 Monate alten Kindes ein Sterbegeld von 20 Mk. Auf das Sterbegeld für Kinder haben auch verwitwete Arbeiterinnen Anspruch. Weihnachtsfeiern. Gießen'- 27.; DH. i In d'e«r Herbeckge zur Heimat. Die Wanderirden hatten sich bei dem nassen Wetter am Weihnachtsabend schon frühzeitig in der Herberge zur Heim«! emgefunden, wo der Herbergsvater Loh zum erstenmal seit dessen Bestehen ihnen hn grasten Saale den Weihnachtsbaum hergerichtet hatte. An 3 langen weistgedeckten Tischen waren auf Tellern Aepfel, Nüsse und getrocknete Trauben, sowie Gebäck und für . jeden Wanderer 1 Paar wollene Strümpfe bereit gelegt. Um V2? Uhr flammte der Lichterbaum auf und die 70 Wanderer, die eingekehtt waren, betraten mit erstaunten Gesichtern den. Saal. „Vom Himmel hoch, da komm ich her", so Hang es mit Harmonium- begleitung durch den Raum, woran anknüpfend Pfarramtsassistent Schorlemmer das Evangelium der frohen Botschaft verlas, um dann eine Ansprackpe zu halten. Er erinnerte seine Hörer daran, nric das heutige Christfest für sie wohl dazu angetan sei, Erinnerungen an die Jugend wachzurufen, wo die Eltern für sie den Weihnachtstisch bereitet hätten. Um den Männern von der Landstraße auch eine Weihnachtsfreude zu machen, habe die Herberge, dank der Opferwilligkeit edler Menschen, ebenfalls eine Bescherung für sie eingerichtet. Der Redner ging dann kurz auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes ein und wünschte den Gasten dann ftöhliche Weihnachten. Die beiden Schlustverse des Liedes, das die schlichte Feier eingeleitet hatte, bildete den Schluß. Jeder der Wanderer erhielt ein Dutzend Zigarren und ein Paket Tabak, die von mehrer ent imserer Industriellen für diesen Zweck gestiftet touren. Im Saale wurde dann zu Abend gegessen und zwar Rnrderbraten, Salat und Kartoffeln, und dann wurden die Zigarren angezündet. Am ersten Weihnachtstage gab es Kaffee uird Kuchen unt> dann ging es an die Ausstaffierung der Männer, deren Garderobe abgerissen und zerschlissen war. Gute Menschen hatten reichlich dafür gesorgt, daß die armen Brüder an den Feiertagen an- ftänbige Kleider und ganzes Schnhwerk anziehen konnten. Die dagegen eingetauschten Lumpen wurden verbrannt. Die Herbergs- eltern haben zwar viel Arbeit an beiden Feiettagen mit ihren Gästen gehabt, aber sie hatten damit ein gutes Werk vollbracht, und manchem armen Watrderer über die Trübsal des Daseins an den Festtagvi hinweg geholfen. In unseten Kasernen hat man die größte Zahl der großen blauen Kinder über Weihnachten zu Muttern geschickt. Die Kompagnien sind deshalb sehr gelichtet. Man hat gerade noch Mannschaften genug zurück- behalten, um den nötigsten Dienst, besmrders den Wachdienst aus- ftihren zu können. Am Heiliaenabend um 5 Uhr traten die Mannschaften, Evangelische und Katholiken gesondert, zum Kirchgang an, her für die ersteren in der Stadtkirche stattfand. Später gab es Abeiidbrot und dann flammten in den Mannschaftsstuben die Kerzen an den mäcfyttgcn Tannenbäumen auf. Hier und da hatte sich der Kompagniechef zur Feier eingefunden, meistens aber es die Mutter der Kompagnie, der au dem Abmd gar mild gestimmte Herr Feldwebel, der die Anspraä)« an die veffammelten Lents richtete. 'Dann gings an die Verteilung der Gaben, die die Kompagnie gestiftet hatte. Sie bestanden aus praktischen Gegenständen, wie sie,des Soldaten Herz erfreuen, Pfeifen, Tabak, Zigarren, Stammseidel, Hosenträger, Taschenmesser usw., Aepfel uni) Nüsse. Dann rückten die Beschenkten zusammen, um das für den Weihnachtsabend gespendete Faß Bier zu trinken. Es war ein recht militärisches Stimmungsbild, das sich darauf in den einzelnen Stuben entwickelte. Zigarren- und Tabaksqualm und die darin sitzenden trinkenden Mannsckmften, dazwischen die Vorgesetzten, die echt kameradschaftlich die Festfeier in gleicher Weise mitmachten. Jrn Provinzialarresthaus war am Heiligen Abend ebenfalls der Weihnachtsmann eingekehrt. Die 25 Insassen waren in dem für gottesdienstliche Zwecke bestimmten Raum versammelt, der durch einen prächtigen Lichter- baum geschmückt war. Pfarrer Ausfeld hielt die Rede, in der er mit warmen Worten seine Hörer tröstend darauf hinwies, daß auch für sie wieder die Zeit kommen werde, wo sie erfahren werden, daß sich liebende Mcmschen ihrer annehmen, toenn sie mit dem festen Vorsatz wieder in die Welt hinaustreteu, andere, gute Menschen zu werden. Die Tochter des Verwalters Klingler trug ein der Bedeutung des Festes entsprechendes Gedicht vor, wobei man in manchem Auge der Gefangenen Tränen wahrnehmen konnte. Zu Ehren der Festtage hat man im Arresthause für die Gefangenen Kuchen gebacken, auch wurden ihnen über Weihnachten manche Vergünstigungen gewährt. Weihnachtsfeier in der Provinzial-Siechenanstalt. Am 23. Dezember konnte auch in diesem Jahre, Dank der von der Provinz bewilligten Mittel und der Gaben hochherziger Spender, eine Weihnachtsbescherung für die Insassen der Anstalt stattsinden. In vier Sälen waren getrennt von einander, neben dem brennenden Weihnachtsbaum, auf großen Tischen für jede einzelne Person die Gaben ausgebreitet, die meist praktischen Inhalts dem Wunsche des Betreffenden angepaßt waren. Von der Provinzialdirektion waren erschienen Provinzialdirektor Dr. U H n g e r nebst Familie, Beigeordneter Keller im Namen der Stadt, Kommerzienrat E m m e l i u s im Namen des Kuratotiums; außerdem waren noch einige geladene Gäste anwesend. Ein aus Wärtern, Wärterinnen, Schwestern und einigen Pfleglingen zu/ammeugesetzter Chor trug unter Leitung des Musikdirektors Krauße auf jeder Abteilung schöne, stimmungsvolle Weihnachtschöre vor, Sologesänge und Duetts, gesungen von Frau Lerch und Fmulein Krautze, Verlesung des Evangeliums, Deklamationen und eine Ansprache des Direktors Dr. Langer- mann folgten, und die Verteilung der Gaben bildete den Schluß der wohlgelungenen und alle sehr bcftiedigenden Christbescherung in der Siechenanstalt. i» '+ Ettingshausen, 24. Dez. Heute abend fand in unserer dicht besetzten Kircke eine Vorfeier zum Weihnachtsfeste statt. Um oen im Glanze feiner Lichter sttahlenden Weihnachtsbaum hatte sich Alt und Jung versammelt. Mit Spannung hörten die Eltern die Vorträge der Schulkinder, die durch Gesänge von Weihnachtsliederu der Schüler, des gemischten Chors und der Gemeinde unterbrochen wurden. Nach Schluß der sehr schön verlaufenen Feier wurden unter die Kinder Jugeudschriftchcn verteilt. = Lich, 25. Dez. Ein alter schöner Brauch, an dem die Bevölkerung noch in gleicher Weise wie früher festhält, ist die Weihnachtsfeier, die immer am Abend des ersten Feiertages in der Marienstiftskirche veranstaltet wird und im Bolksmund „Christmitt^ (von „Mette" oder „Messe") heißt. Die Kirche erlebt an dem Tage immer ihren stärksten Besuch; auch heute waren die weiten Räume wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Den Schulkindern wurden kleine Weihnachtsgabeu überreicht. Der schönen Feier, die unter brennenden Christbäumen stattfindet, liegt eine besondere Liturgie zu Grunde, in der Gesänge der Gemeiuoe und der Kinder mit Ansprachen des Geistlichen und Textworten, die von älteren Schiftern Lelpwchen werden, wechj eln, b ■ 1 eo Graf vallestrem f. SreSIau, 24. Dez. Wie die „Schles. voMztg/' mel- bet, ist am 23. Dezember auf Schloß Plawniowitz der frühere Reichstagspräsideut Exzellenz Gras Franz Ballestrem «gestorben. ^.5ran^.®ra? von Ballestrem wurde am 5. September 1834 zu Plawniowitz in Oberschlesien geboren. Seine Er- ziehung genoß er auf geistlichen Anstalten. Die Universität Lüttich besuchte er von 1853—1835, unb wurde darauf Ka- vallerw^Osftzier. Ms solcher machte er die Kriege 1866 und 1870/71 mit. Infolge eines Sturzes inva.lide geworden, schted er aus der Armee aus und ließ sich in den Reichstag wählen, wo er sich der Zentrumspartei anschloß. Sehr lebhast beteiligte sich Gras Ballestrem an den Kulturkamps- Verhandlungen und gehörte nach deren Beendigung zum konservattven Teil des Zentrums. 1890 wurde er zum ersten Vizepräsidenten des Reichstages und 1891 zum Mitglied des preußischen Abgeordnetenhmlses gewählt. Bei der Abstimmung über die Militärvorlage stimmte er, im Gegensatz zur Zentrumspartei, für diese und ließ sich deshalb nach Auflösung des Reichstages nicht wieder als Kandtdaten wr f stell en, ,blieb aber Mitglied des Abgeordnetenhauses. 1898 erfolgte seine Wiederwahl in den Reichstag, zu dessen Präsident er am 7. Dezember desselben Jahres berufen wurde. Am 18. Juli 1900 wurde ihm wegen seiner Verdienste um das Zustandebringen der Flottenvorlage der Charakter «ls preußischer Wirklicher Geheimer Rat verliehen. Die Sicherheit, Unparteilichkeit und Jovialität, mit welcher er die Geschäfte des Reichstagspräsidenten führte, brachten ihm die Hochachtung und Sympathie aller Reichs- ttagsmitglieder ein. Von ungewöhnlicher Sachkenntnis, großer Erfahrung und begabt mit der Fähigkeit, oft durch einen treffenden Witz über bedenkliche Lagen hinweqzu- helsen und Gegensätze zu versöhnen, hat er sich ein bleibendes Verdienst um das parlamentarische Leben und die Gesetzgebung des Deutschen Meiches erworben. Graf Ballesttem hatte auch einen erblichen Sitz im preußischen Herrenhause. Als der Reichstag 1906 ausgelöst toutbe, verzichtete Graf Ballestrem auf eine Kandidatur und lebte von da an nur noch seinen Privatangelegenheiten. Schloß Plawniowitz, 24. Dez. Der Tod des Grafen Ballestrem trat gestern 10i/2 Uhr ein. Die Todesursache ist Alters- und Herzschwäche, sowie die Folgen eines kvor zwei Jahren erlittenen Schlaganfalles. Berlin, 24. Dez. Aus Anlaß des Hinscheidens des Grafen Ballesttem telegraphierte der Präsident des Reichstages an die Gräfin: „Tief erschüttert vom Heimgang Ihres von mir hoch verehrten Gemahls sende ich Euerer Exzellenz, und zugleich im Namen des Reichstages den Ausdruck aller herzlichster Anteilnahme Mü dem gesamten deutschen Volke wird der Reichstag dem langjährigen allverehtten und hochverdienten Präsidenten in unvergänglicher Dankbarkeit ein treues und ehrendes Andenken bewahren. Präsident des Reichstages." Vie Moabiter 5trahenkrawalle vor Gericht. & Berlin, 24. Dez. Am heuttgen Weihnachts-Hreiligenabend wurde die Be-- Weisaufnahme im Moabiter Krawallprozeß fortgesetzt, damit die folgenden drei Tage sitzungsftei bleiben können. Wenn heute die Sitzung ausgefallen wäre, hätte am dritten Feiertage verhandelt oder der ganze Prozeß von neuem aufgerollt werden müssen. Es hat sich der Prozeßbetei- tigten jedoch eine gewisse Weihnachtssttmmtmg bemächtigt, so daß die Verhandlung nach kaum zweistündiger Dauer vertagt wurde. Der Zeuge Gustav Salb ach bekundet, daß er sick lediglich deshalb als Zeuge gemeldet habe, weil er aus Zeitttngs bericht en ersehen habe, daß seitens der Polizei dte Vorgänge in dem Lanzerathschen Lokal falsch oargestellt worden seien. Andere Gründe l)abe er nicht gehabt, denn es sei wahrlich kein Vergnügen, hier als Zeuge aufzutreten. Ter Zeuge hat geseheii, wie am Bahnhofe Beußelftraße ein junger Mann ohne Grund einen Hieb über den Kopf erhielt. Er selbst, der Zeuge, sei ohne Grund über den Rücken geschlagen worden. Der Zeuge Steuern war in dem Lanzerathschen Lokal anwesend. Er ha.t nicht gehört, daß aus dem Lokal der Ruf „Btttthunde ertönte oder gesehen, oaß die Schutzleute mit Steinen beworfen wurden. Er hatte die Toilette aufgesucht und als er wieder das Lokal betrat, sah er, wie die Gäste durch die Schutzleute von vorn nach hinten getrieben wurden. Als er nach vorn kam, habe er zunächst einen Hieb über den Kopf und dann einen über den Rücken erhalten, so daß er den Hut vom Kopse verlor. Eine Aus- sorderuntz, sich zu entfernen, fei, so sagt er, an den Zeugen vorher nicht ergangen. Zeuge Rauch hat in der Beußelftraße gesehen, daß em Mann, der auf der einen Seite der Straße ging, während auf der anderen die Menge von Schutzleuten verfolgt wurde, von Beamten gestoßen wurde. Als er ftolverte, wurde sofort auf ihn eingeschlagen, so daß er hinfiel und mit dem Gesicht auf den Sternfließen wie tot liegen blieb. Es wurden darauf aus der Menge Ausrufe der Entrüstung wie „Pfui!" und „unerhört!" Laut. Schließlich wurde der Verletzte mit einem Auto forttzejchafst. Ferner bekundet der Zeuge einen Vorfall, der sich an einer Sttaßenbahn- haltestelle abspielte. Hier stand ein Manu, der auf seine Elektrische wartete. Der Mann wurde ohne Grund von einem Polizisten geschlagen, obwohl er diesem seine Llbonne- mentskarte zeigte und erklärte, daß er ilach Hause fahren wolle. Dem Mann fiel durch das Schlagen der Hut vom Kopfe und als er sicy danach bückte, erhielt er noch Stöße mit dem Knie und Fußtritte. Der folgende Zeuge ist ein Schutzmann, der über einen der geschilderten Vorgänge, an dem er beteiligt gewesen fein soll, Aufklärung geben soll. Er vermag nur anzugeben, daß er und seine Kollegen durchaus korrekt vorgegangen seien. Darauf wurden die Verl)a.ndLungen auf Mttwoch vormittag IQ ützr vertagt, 5,0 5,6 86 W 2 10 Hagel 2,6 5,1 93 WNW 3 10 Bed. 0,9 4,6 94 8 3 10 Schneefall Telephon 487 Krofdorfer Str. 12 6985 1. ic 6967 !2 Neuen Bäue 11 Äug. Gabriel jr., Giessen Telephon 84 [6979] Telephon 84 la. Lilülitöteil, Maffeilfilbriklltliintil, Bahüiliiswß. Amlliije StfuafMinigei der Stadt Wei 5. 6. 2. 3. e 8 Grünberg, den 27. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Die imfernt 4. November 1910 angeordnete Sverre der Krof- Korfer Straße zwischen Rodheimer Straße mH Gleiberger Weg wird hiermit ausgehoben. Gießen, den 23. Dezember 1910. Die unterm 24. September 1910 angeordnete Sperre des HobleüHwegs vom Schlachthof bis zum Untermühlwehr wird! hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Dezember 1910. Großherzogliches PolizeiamL Gießen. Gebhardt. Legler in Firma Ricker’sche Bocbhandinng Süd-Anlage 5. ^47 Holzverfteigerung im Gemeindewald zu Muschenheim Donnerstag den 29» Dezember d. I., vormittags 10 Uhr, im Hinterwald kommt zur Versteigerung: 70 Fichben-Stämme von 13 bi§ 30 Zentimeter Durch- meter und 14 bis 25 Mtr. Länge -- 48 Fstm. 1376 Stück Derbstangen = 41 Fstm. 220 Stück Reisstang en --- 3 Fstm. 6,5 Rmtr. -,jr * " " KiiigL Preiiss. Klassen-Lotlerij: Die Ziehung der I. Klasse 224. Lotterie beginnt am 13. Januar 1911 76 Rmtr. Fickften- und Gichen-Reisig. 14 Rmtr. Fichten-Stöcke. Muschenheim, am 23. Dezember 1910. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Grünberg für 1911 Rj. liegt vom 31. d. MtS. acht Tage auf unserem Geschäftszimmer zur Einsicht offen. Dampfwaschanstalt Edelweiss Friedrich Wörner. Oieewen Die Arbeiten zur Erweiterung des Bahnhofs Friedberg in T^-SOOOOOcbm Erdbewegung, 80 000 qm Böschungs- -1n7p000o q1m ^.usuerung, rd. 10600 cbm Mauerwerk, 66 cbm 820 000 qm Oberbauvacklage usw. zum flrdfeten teil ohne Lieferung sollen unter Aufhebung der Submission in einem Lose ausgeschrieben werden. Zeichnungen, Arbeitspläne usw. und Angebotsmutter liegen im Geslöäitsgebäude bet 93au:8lbteilung zur Einsicht aus- letztere können, soweit der Dorrat reicht, gegen vorto- und beitellgeldfreie Einsendung von L^x,^oftanwelsung> bezogen werden. Die Angebote werden JS1' vormittags 10 Uhr, im Geschästsgebäude der Bau-Abtei lung, BlsmarckUratze 32, geöffnet. n”A. 20 Monate. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Brotzberzogl. Hess. Eisenbahn Bauabteilung Friedberg i. H. Entheb»,ng von Neujahrs-Glückwünschen « x» v r Neujabr 1911. Seit langen Jahren ist es Brauch und Uebereinkommen geworden, tue Neujahrs-Glückwünsche durch eine Gabe an die Aleintinder-Bewahranstalt abzulösen. or ?!L/®c6e& deren Namen noch vor JahreSschlutz im „Gießener Anzeige^ veröffentlicht werden, und damit von der Verpflichtung zu Neujahrsbetuchen, sowie von Zusendung von Glückwunschkarten betreu und beanspruchen beides nicht. lind zur Entgegennahme solcher Gaben, bte zugleich für die Amtalt eine große Wohltat sind, bereit. Gießen, den 24. Dezember 1010. vnf Aarrer Ausseld. Pfarrer Bechtolsheimer. Siadtverordn. Helm. Reallehrer Jann. Landgerlchtsrat Neuenhagen. Pfarrer D. Schlosser. _______Pfarrer Schwabe. Weinhändler August Schwan. Bekanntmachung. 9A hiesigem Amtsgericht sind für das Geschäftsjahr 1911 hechfolqende Dienst- und Sprechstunden für das rechtsuchende Publikum festgesetzt: Die Amtstage für den Verkehr des Publikums mit dem dichter für die Einwohner des Stadtbezirks Gießen Di en stags, kür die Einwohner des Landbezirks Mittwochs, autzdem die ordentlichen Gerichtstage in Gemäßheit des § 500 der Zivilprozeß, ordnuna. Tie Gerichtsschreiberei ist für Rechtsucherrde täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von vormittags 10 bis 12 Uhr geöffnet. Die Dienststunden in Grnndbnchsachen zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in Gemäßheit des § 150 der Anordnungen, die Ausführung der Grundbuchordnung betreffend: 1. Für die Orte Allendorf a. Lahn, Allendorf a. Lda., Allertshausen, Alien-Buseck, Beuern, Elimbach, Mainzlar, Oppenrod, Treis a. Lda., Lang-Göns, Leihgestern und Wieseck Dienstag von V bis 12 Uhr vormittags. 2. Für die Orte Albach, Bersrod mit Winnerod, Großen- Lindem Hausen, Klein-Linden, ReiSkircheit, Ruttershausen, Stauien- berg, Steinbach und Watzenborn-Steinberg Mittwoch von 9 bis 12 Uhr vormittag«. 3. Für die Orte Annerod, Burkhardsfelden. Großen-Buseck, Rödgen und Trohe Do nnerstag von 9 bis 12 Uhr vormittags In d ringenden Fällen können Anträge und Erklärungen jeder Art auch außerhalb der festgesetzten Dienststunden entgegen genommen werden. Gießen, den 22. Dezember 1910. Kroßberzoqliches Amtsgericht. Gaseinheitspreis. Antragsformulare zur kostenlosen Abnahme des zweiten Gasmessers bezw. Umänderung der Gasleitung liegen auf dem technischen Büro des Gaswerkes zur Abholung bereit. Der Annas ist vom Hausbesitzer bezw. dessen Stellvertreter zu stellen. Margarine. ©er bei einer innerhalb der nächsten 8 Monate ein» ^senden Erkrankung den Nachweis bringt, daß sie auf einen schädlichen Stoff ober eine schädliche Eigenschaft in unserer Margarine oder unseren Margarine-Käsen zurückzusühren ist, dem zahlen wir für jeden Erkrankungsfall eine Belohnung von 1000 ]Marh und zwar gleichviel, ob es sich um den Genuß von Marke Aacka, Marke Luisa, Marke Frischer Mohr oder unseres Margarine-Käses Jmohr handelt. Dazu bemerken mir: Die in den letzten Tagen immer unb immer wieber austauchenben Alarmnachrichten über Margarine-Erkrankungen sind samt unb sonberS unwahr. Auch h - Lin rlttcm einzigen Falle ist unsere Margarine als Ur|ad)e einer Erkrankung amtlich ober auf anbere Art zuverlässig erwiesen worben. Zum Teil sind die Nachrichten gmtt edunbeiL Zum Teil beruhen sie auf der Einbildung und ber Angst des künstlich erregten Publikums (Suggestion). Bet einem, großen Teile handelt es sich um Magenverstimmungen und ähnliche Dinge, die immer vorkommen, und jetzt ohne (Srunb auf den Margarinegenuß zurückgeführt werden. Hierfür folgender sprechender Beleg: In Hamburg, dem Haupt-Konsumorte unserer Marianne, ist uns am 20. Dezember auf ber Polizeibehörbe erklärt worben, daß seit minbestens 14 Tagen irgenbwelche Meldungen über Margarine-Erkrankungen nicht eingegangen ftnb. Trotzbem werben von auswärtigen Plätzen bis in die letzten Tage hinein immer unb immer wieber Mitteilungen über angebliche Erkrankungen in Hamburg in bie Zeitungen gebracht. Selbstverstänblich ist unsere Konkurrenz allerorten mit Eifer am Werke, uns au schaben und uns ben Absatz streitig zu machen, ben wir uns ausschließlich burch bie wüte unserer Fabrikate erobert haben. Als unsere jetzige rtabrtf im Jahre 1905 errichtet würbe, betrug unser wöchentlicher Versand 400 Postpakete 4 9 Pfund. Er ist seitdem bis auf wöchentlich 100 000 Pakete 4 9 Pfund angewachsen Diese gelangen zum größeren Teile durch das von der ReichS- Post-Verwaltung in unserem Fabrikgebäude nur für unseren Betrieb errichtete Postpaket-Amt zum Versand, zum geringeren Deilr durch die Eisenbahn. Dieser Erfolg steht in der Margartne- industrie der ganzen Welt beispiellos da. Er beweist bester als alle Reklame bie Güte unserer Ware, zumal er im wesentlichen im unmittelbaren Verkehr zwischen unserer Fabrik unb ben Konsumenten, ohne Unterstützung burch ben Zwischenhandel, errungen ist. Kein Wunder, daß deswegen jetzt neben ben Konkurrenzfabriken auch ber Zwischenhanbel die Gelegenheit gern wahrnimmt, auf unS loszuschlagen und daß er sich dem Publikum als den unentbehrlichen Vermittler bei dem Ankauf von Margarine anpreist. Wir übernehmen die vollste Garantie dafür, daß unsere sämtlichen Margarine-Marken: „Frischer Mohr", „Luisa" und,,Backa", ebenso wie unserMargarinekäse „Jmohr" in jeder Beziehung tadellos und einwandfrei sind. Demgemäß offerieren wir: 1. Eigelb-Margarine Marke „Frischer Mohr", vollkommener Ersatz für Bralbutter, weil sie beim Braten bräunt unb duftet wie gute Butter, zum Preise von 67 Pfg. per Pfund, 2. Süßrahm-Margarine Marke „Luisa", vollständiger Ersatz für feine Molkerei-Butler, auf Brot zu essen unb für alle feineren Küchenzwecke geeignet, zum Preise von 62Pfg^oer Pfunb, 3. Milch-Margarine Marke „Backa", zum Backen gut geeignet, aum Preise von 57 Pfg. per Pfund, 4. Vollsetten Margarine-Käse Macke „Jmohr", zum Preise von 49 Pfg. per Pfund. Dieser volliette Käse ist nicht nur ein delikater Brotbelag, sondern er besitzt auch nach dem Gutachten deS beeidigten Gerichtschemikers Dr. Ad. Langfurth in Altona ein Pfund von diesem Margarme-Käse fast den gleichen Nährwert wie zwei Pfund knochenfreies Rindfleisch, sodaß er einen vollkommenen Ersatz für Fleisch in allen Verwendungs. zwecken bildet. Alle unsere Waren sind verpackt in Kisten L 9/1 Pfund. Die Preise verstehen sich franko jeder deutschen Postanslalt, nach Wahl des Bestellers Nachnahme ober monatliche Abrechnung. Es können auch gemischte Postkolli von mehreren Sorten ober allen 4 Sorten bestellt werben. Wie von Anbeginn unseres Geschäftes an, so nehmen wir auch in Zukunft NichtgesallendeS nach Belieben unserer Kundschaft ohne Grundangabe innerhalb 14 Tagen nach Empfang ber Ware, auch in angebrochenem Zustanbe, unfrankiert zurück, sobaß bei einer Bestellung nicht baS gerlnfte Risiko oorliegt Wir wiederholen, daß wir vollste Garantie leisten für schmackhafte und gesunde Ware. Altona-Ottensen, ben 22. Dezember 1910. I flOO j,8 - *12_______11 für jede ___ LUbM.5.- m. lo.-nomno” Stammholz-Berfteiqerung. sind, solange Vorrat, zu beziehen durch die Königl. 25" 9. Januar, vormittags'io Uhr. werden im Preuss. Lotterie-Einnehmer in Giessen. - ^Deutschen Hames zu Alsfeld" von der Abtriebsfläche m n li,. • 3- r ^erberaAbt. 2 (an dem Gicinalweg von Rainrod nach empfiehlt sich die Lose schon jetzt abzuholen schwarz» und das Windfallholz aus verschiedenen Distrikten der Forstwartei Schwarz versteigert: wninen oeri Stämme: 2 Eiche vi. Kl: 0,45 Fstm.,- 2 Birke V. Kl.: 1,21 ftftm.; »UCBiaCKer Flimm klötze bis44emZopf)Vi40Kies^n'iii!m^i^iEv§F^m' Neuen Bäue 11 Walltorstrasse 63 (barunier lo leinringige Schnittklötze),- 232 Kiefer 174 Kiefer V. Kl.: 104,96 «rftm.; ^r,16 Fstm. lSchniltklötze): 3 Lärche Fstm. lSchnittklütze): 6 Lärche IV. ftL- KW M hi um in . -e~i-ä- Ml Vb 10 sichte' Der?stangen: Gummi-Schuhe »SS .B£S Gummiwaren C.Fattberg.Seltersweg60 Seifen = Parfümerien -------n.J= Toiletteartikel = A.Welz, Seltersweg 6 Amerikan. Neuplätterei für Herren- ======== Wäsche. ===== Spezial Wäscherei für Haushaltungen, Ausstattungsgeschäfte und Hotels. Garantie für absolute Schonung 6313 : Konkurrenzlose Ausführung : Für sparsame Hausfrauen sind meine Abteilungen: Rollwäsche und Nasswäsche die billigsten Einrichtungen. Abholen und Rücklieferung durch meine Wagen. = Schnellste Lieferung. ===== Altonaer Margarine-Werks Mohr 4 h, Uhl J. H. Mohr. es Pnm.slWük-VkWill. Diele Ware -eichnet sich befon- berS durch milden Geschmack auS, ist frei von Aetherdeimtfchungen seines in französischer Art ver-' schnittenes Weindesttllat, pro Ltr.- ^lasche Mk. 2.25. <1297 Ferner empfehle ich erstklassigen franeöelHchen Kognak. E. 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Dem Betriebsführer Johannes Wilhelmi zu Lich ist Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Ver- Kollektiv Prokura erteilt und Kwar mit der Bestimrnung, daß meidung von Ansteckung. . er in Gemeinschaft mit einem anderen der bestellten Pro- ----—— ____________ kuristen znr Vertretnng der Gewerkschaft, insbesondere auch ä f» e < * ir « sä aws*" für Weinnacnten n. Sylvester Großh. Amtsgericht. ______BM/1 ff* leb. Spiegelkarpfen, Bekanntmachnna. Zander, Der Voranschlag der Gemeinde Birklar für 1911 Rj. jungen, ScheUysche u. Kabliau re. liegt vom 29. Dezember d. I. ab acht Tage lang auf unserem Schokolade, Tee, Kakao, Kaffee, e-l*»-.— ... P»»sch°ff.«z°n, Rum. Arrak, Kaguak. Großh. Bürgermeisterei Birklar druhzeitige VorauSbettellungen erbeten. Prompter Versand Kraufck ' ßQv1 nach auSwärtS. [6909 ----------------- 1 ”*■. I. M. Schulhof “S” Allerbeste Auswahl.