Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. g Der Tod der Negus Meneiik. und rechts.) Nach zweistündiger Aussprache beschloß die Reichsduma gegen Dar italienische Kabinett Luzzatti. Aus Rom meldet man: In den Wandelgängen in der Kammer Hält man «es für gewiß, daß sich das neue Kabinett wie folgt zusammensetzt: Luzzatti: Ministerpräsident und Inneres; di San Giuliano: Aeußeres; Fani: Justiz; Tedesco: Schatz; Facta: Finanzen; General Spin- Aus Hessen. Ter Bund der technisch-industriellen Beamten, Ortsgruppe Tarrnstadt, hat an die Zweite .Kammer die Vorstellung gerichtet, dahin wirken zu wollen, daß die. Pensivns- und Hinter blrebenen-Versicherung der Privatan gestellten im Zusammenhänge mit der allgemeinen Reform der sozialen Versicherung mit größtmöglichster Beschleunigung verwirklicht wird. toGdarauf setzte das Haus die allgemeine Beratung über die Entschließungen betreffend das Oberbaus fort. Ein ofsizielles Amendement zu der Resolution der Re- erung wird gm Donnerstag beantragt uno die Aussprache am Montag abend geschlossen werden, ^.as osfizielle Amen- rement, welches von Sir Robert Fin lo y beantragt wird, t|i eincs Auftrages einen 1 abgeben, wenn der Vorschuß amu-alt die Herausgabe der Alten und Ausfertigungen verweigern, wenn Gebühren, Auslagen, Stempelabgaben und liserichtswsten nicht vorher bezahlt werden. Für Notare treten folgende Aenderungen ein: Tie für die Beurkundung bestimmte Gebühr wird auch dann erhoben, wenn der Notar aus Erfordern nur den Entwurf einer Urkund' fertigt. Tie Kosten für E rundbuchseintraaungen usw. sind mittels Kostenmarkcn lw.c bei allen GerichMosten vom 1. April ab» zu begleichen, lwndelt ein Notar dieser Verpflichtung zuwider, so hastet er für die Kosten Persönlich. Nach der Ansicht des Hauses ist eine starke wirksame Zweite Kammer notwendig. Tas Haus ist bereit, Vorschläge für die Reform und Zusammensetzung der bestehen den Zweiten Kammer in Erwägung zu ziehen, lehnt es aber ab, sich mit Vorschlägen weiter zu befassen, welche den ganzen Nutzen jeder Zweiten Kammer, wie sie auch zusammengesetzt sein möge, vernichten, und die einzige Sicherung entfernen würden, dagegen, daß die Regierung große Aenderungen nicht nur ohne die Zustimmung, sondern gegen die Wünsche der Mehrheit der Wähler vornimmt. Zur Abänderung der geltenden Gebührenordnung für Rechtsanwälte und Notare. Mit dem 1. April treten auf dem Gebiete des Gebührenwesens für die Rechtsanwälte einige Neuerungen in Kraft, die für das große Publikum von Interesse sind. Für die Schreib- und Portogebühren werden Pauschsätze erhoben und zwar 10 Prozent der znm Ansah gelangenden Gebühren (Mindestsatz 50 Pfg., Höchst ,atz 20 Abart). Ter Rechtsanwalt ist berechtigt, bei Uebernahme ' Vorschuß zu fordern und kann den Auftrag! :schuß ausolcibt. Ebenfalls kann der Rechts- Unruhen in Portugal. Aus Portugal werden jetzt beinahe täglich Unruhen, Morde und Verbrechen aller Art gemeldet, die daraus deuten, daß die Zustände än dem genannten Lande von Tag zu Tag schlimmer werden anstatt besser. Fetzt wird von einem Aufruhr berichtet, der sich an der s p a n i s ch e n G r e n z e in Santo Eolvma zutrug. Bei einer Wahl, die dort vor einigen Tagen stattfand, behaupteten am Schluß die Belegten, daß nicht alles mir rechten Dingen zugegangen sei und daß Fälschungen bei der Stimmenabgabe stattgcsunden haben mußten. Als sic mit diesem Widerspruch nichts er reichen konnten und die Sieger sich anschickten, Besitz von; dem Rathaus des Städtchens zu ergreifen, taten sich die Gegner zusammen und führten einenregelr e ch ten Angriff auf das Stadthaus aus. >sie stürmten es, wurden aber zurückgeschlagen. Dann erschien Militär und stellte die Ordnung wieder her. Es wurden aber viel Verhaftungen vorgenommen und ebenso sind sehr viele Leute beiderlei Geschlechts mehr oder weniger schwer verwundet in das Hospital eingeliefert worden. entwurf an einen Ausschuß von 21 Mitgliedern zu überweisen. Helsingfors, 30. März. Im finnischen Senat wurde das Kaiserliche Manifest vom 27. März verlesen, der Senat Aden, 30. März. Kaiser Menelik ist gestorben. Die ausgenommen. Kaiserin ist die Gefangene der Thronfolgerpartei. CimtlanbS UnterbrÜCfuna er schon »»neldet daß in bet Sorauäfidjt b« russisch- Tum° bat den ihr ^gegangenen G-s-b-utwurs Todes Meneliks die Anhänger des alten Systems, die Haupt- i i-। J überroicfen lingo der Schoastämme, welche den Vormund des jugend- "Petersburg, 30. März. Bei der Beratung des Gesetzlichen Thronfolgers Lids Jeassu, eines EnkelsI ^twurfes über Finnland in der Reichsduma er- Meneliks, den Ras Tassama, sowie den Kriegsminister Fi-klärte der Führer der Kadetten, Miljukow, die Regierung ver- taurai dazu bestimmten, die Kaiserin von dem Siranfenbette [angc von der Duma eine unrechtmäßige Handlung. Ein ,olches und aus dem Palast Meneliks zu verweisen. Ferner sollten Gesetz könne lediglich durch Annahme seitens der gesetzgebenden alle Günstlinge der Kaiserin, die diese in die wichtigen Institutionen Finnlcmds geschossen werden, da nach den -and- Sommanboficitcn in den Provinzen g-bracht hatte nbg-M *»»»“ ÄÄÄ’tm(SnÄnfö m“t und die Stellen oen verdrängten Anhängern des recht- Landtage erfolgen könne. Nikolaus I. habe tm Jahre 1894 mäßigen Thronfolgers wiedergegeben werden. Man be- Krochen, diese Gesetze unverbrüchlich zu wahren. Für die V e r - fürchtete die Diktatur der Kaiser in Tartu, deren oe- , nung dieses Monarchenworts seien die verantwortlich, wegtc Lebensbahn wir gestern ausführlich mitgeteilt haben. ben Monarchen irreführten. Der verstorbene Negus Menelik war 1844 in Ankober Namens des Zentrums sprach Graf Be nnigsen und sagte als Sohn des damaligen Kronprinzen Hailu Malalot und auf Grund des § 2 der Grundgesetze habe die Rerchsduma und einer Sklavin geborem Ergeriet 18o5 ^^att^des^Kaisers I Sm t r e i rf) ’ "b c rü fr en benC GZetzgebung; das gleiche ginge aus den und dem Tode seines Vaterv in die Gewalt desKaisers j^^^sten von 1905 und 1906 hervor. Tie finnischen Landtags- Theodor, floh aber 1856 nach Schoa und nahm dort den I rtatutcil gäben also keinerlei Recht zu der Erklärung, daß die vor- Königstitel an. Nack Theodors Tod behauptete er sich Agende Frage auf dem Wege der finnischen Gesetzgebung zu er- ncqen dessen von den Engländern unterstützten Nachfolger ^^^n ^i, t,a ftc das Gesamtreich berühre; Finnland^habe die Johannes im Besitze Schoas. Nach dessen Tod ließ Menelik innere Autonomier erhallen. Miljukow jedoch habe Finnlands Heb 1890 in Antoto zum Negus Negasti von Abes,inien Autonomie als Staat verlangt Tie Duma werde den Ruf des 1 ■ -'Kaisers dankbar aufnehmen. (Anhaltender Beifall im Zentrum Nr. 74 Erstes Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 31.9Wärs 1910 Der Siebener Anzeiger . ■ im- a O monatlich75Pf.,viertes blatt für den Ureis Gießen M « W U ®F S ■ ■ / ■ | | ®T M Ze,lenpreis: lokal 15Pf, SSSVlVllVIlvl 4411 Ferniprech - Anschlüsse: politischen Teil: August für die Redaktion 112 /Uf. .. A4* Goetz, kür .Fenille- Bä General-Anzeiger für Oberhessen Z-MM llnnnhm» «ati Mntf’ _ . , - — kpol"; Heß; für den für Oie Tagesnummer Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Unw.'vuch- und Zteindruckerei rr. Lange. Nedattion, Expedition und Druckerei: Zchnlftrah . Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. Deutsches Nerch. Ter vierte deutsche O b e r l e h r e r t a g , der am 30. d. Mts. in Magdeburg stattsand, nahm folgenden Antrag an: „Ter 4. deutsche Oberlehrertag ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß der Stand der akademisch gebildeten Lehrer sein Ansehen und seine Geltung weiter gründen muß auf die Pflege der idealen Güter. Er erklärt es daher für geboten;, daß die Landes- und Provinzialvereine für die Vermehrung der Gelegenheiten zur wissenschaftlichen Weiterbildung der Kollegen mit Nachdruck tätig sind. Die weitere Verfolgung der ganzen Frage wird einem Ausschuß übergeben, den der gegenwärtig-' Vorstand ernennt." 2lit5lanö. Aus London wird berichtet: Nach der Konferenz der großbritannischen Bergarbeitervereinigung wurde am Mittwoch eine Entschließung bekannt gegeben, in der den Bergleuten von Südwales der Rat erteilt wird, die Bedingungen anzunehmen, die nach den Unterhandlungen zwischen den Grubenbesitzern und den Bergarbeiterdelegierten aufgestellt wurden. Tie letzt noch strittigen Punkte sind nicht wichtig genug, um einen regionalen- oder nationalen Streik zu rechtfertigen. daß die Fürsten der Schoastämme nicht verzichten werden und die Regierungsgewalt behalten unter Ausschluß der Kaiserin in allen Regierungsgeschäften. Die Möglichkeit von Zwischenfällen und Konflikten scheint gegenwärtig Nicht zu bestehen. Mehrere der Kaiserin günstig gesinnt e^Fürsten wurden in Ketten gelegt. Raga d a r a s Kai le, der frühere Minister des Auswärtigen und des Handels, der von der Kaiserin abgesetzt worden war, wurde in das Amt des Handelsministers wieder ein- gerbt: Krieg; Kontreadmiral Leon ar di: Marine; e r c 51 gefe^, während Nagadaras Agasu das Amt des Mi- daro: Unterricht; Sacchi: Oeffentliche Arbeiten unb n||tcr§ des Aeußern erhalten hat, Apte Siorgis bleibt Ciuffelli: Post. Das Kabinett werbe sich am heutigen ^iegsminister, Ras Jassama, Vormund des Kron Donnerstag konstituieren. Prinzen, wurde als Haupt der gegenwärtigen Regierung Hierzu wirb uns aus Berlin geschrieben: anerkannt. Es ist eine Persönlichkeit mit hochfliegenbem Das italienische Kab nett Luzzatti. Geist. Ihm verdankt man, daß es bis jetzt noch nicht zu Nachdem der Kammerpräsident Marcora die Neu- -chtve^en Verwickelungen gekommen ist. Er trägt auch zur bildung des italienischen Kabinetts teils aus Gcsundhetts- Regiments bei, das eine Garantie für die 7 - » “■ —- qelehnt hatte, und auch Giolitti sich nicht hatte bewegen der Rechte der Ausländer bietet. lassen, schon jetzt au die Spitze ber^italienischen Regterung ----- zu treten, hat ber König am letzten Lrams ag bem bDtö OrlC(!)lb5,6 vLl^rOltrCOC. Ackerbauminister Luigi Luzzatti die BUbung des Mtnt-I Unter allerlei überschwänglichen Phrasen wird tn der Thron "Ä to^aÄjoriStTn b=8r Stammet öerr^au. in ber 8anSen Ze.t gefp.clt hat, nerbedi unb hinter jich hat, vielmehr Giolitti dort noch aur lange Athen 30 März Tie Thronrede, die der Kömg Zeit hinaus ber herrschende Mann b.eiben durste. Immer- . vormittag il Uhr in der Kammer zur Verlesung brachte, hin ist die Situation kür Luzzatti aünftiger, als für Sonnmo, tutete: nicht, etwa deshalb, weil ihm Giolitti seine Unterstützung ^ie Umstände, unter denen Sie feiner auer erb ent - ruaesaat hat, was auch bei Sonnino ber Fall war, sondern lichen Tagung einberufen wurden, sind Ihnen wohl bekannt, in der Hauptsache, weil er willens ist, die Linke, ja sogar die Sie sind gerufen worden, um entsprechend dem G"st der Ber- Radilalen in sein neu zu bildendes Ministerium auszu- assung.an bem Resormwerk zu arbeiten, das bt Jo nehmen, obwohl er, wie Sonnino, der Rechten^Mut^onmaclwn^w^^eü^Müte August dauerte die Sonnmo hatte sich auf die Gwlittianer und aus dte Rechte peinliches nationales Hindernis hervorgerusene Agitation gestützt und mußte tn demselben Augenblick fallen, wo das , unb einc fd)roeTe politische Krisis drohte tn etner Sackgasse Gros der Partei Giolittis bei ber Dampfersubventton^vor- ^nden, denn die regellose Aktion kennzeichnete den überreizten läge von ihm abfchweitkte, um sich mit ber Linken zu feinem §pi((cn der öffentlichen Meinung, zum Zweck der Wtederauirich Sturze ^usammenzutun. Luzzatti dagegen kann auf die Lunq des Landes und zur Befestigung des Regimes, womit die bleibt 'auch die Abhängigtett seines' ^Uttt i’niftctret^nb weünhin v^allrn um chen Thron an sich bestehen, ihm bennoch nicht fo völlig aus Gnade und politischen Autoritären des Landes bezeichnet. Ich Ungnade ausgeliefert ist, tote Sonnmo. ßin g^Mch, fest stell en zu können, daß das Parlament sich beinahe Luigi Luzzatti, der Wie Sonnino israelitischer Ab- einmütig dieser Anschauungsweise angeschlossen hat, wie aus der kunft ist, wurde 1841 zu Venedig geboren, steht also jetzt im Abstimmung vom 18. 'Februar a. St. .^vorgeht, wodurch du 69 Lebensicibre Mit'^6 Fahren bereits wurde er Professor I Kammer den Vortchlag angenommen hat, der ihr hinilchtlim des BÄ ungsrechts än tataStdt Padua, mft si 1 lat ber Redsswn ber nicht grnnbl-,rn -n ^mmuagen b^r V-r, er in die Tcpntiertenta.nmer ein unb begann damit feine faffung untcrbralct wurde. Ich versprech-, kch der »rschlub politische Laufbahn, die ihn, nachdem er als Generalsekretär zur Ausführung gelangt, es wird em königliches Dekret erlassen, im Ackerbau- und Handelsministerium u. a. an der Kündi- Auf die Vorschläge meiner verantwortlichen Ratgeber wird die gung des französisch-italienischen Handelsvertrages milge- in hem Artikel 107 der Verfassung erwähnte revisionistische Kam- nrirtt hatte, viermal in das Schatzsekretariat führte, zum I mer zusammenberusen, die über die reformierenden Bestimmungen letzten Mal unter Sonnino im Jahre 1903, unter bem er ^schließen wird. Ich bringe Ihnen meinen königlichen Dank auch jetzt wieder an die Spitze des neugeschaffenen ALerbau- Ausdruck für den edlen Eifer und die Hingebung an das rninisteriurns treten konnte. Verdienste, die sich Luzzatti I tz^terland und die Dhnastie, von der Sie bei der Erfüllung erworben hat, liegen in der Beendigung des Zollkrieges mit \^xn Aufgabe im Laufe dieser außerordentlichen Tagung erfüllt Frankreich im I ihre 1898, der Italien schwere wirlfchastliche gewesen sind. Sie haben hierdurch meine Regierung in den Verluste gebracht hatte, sowie in der italienischen Renten- Bemühungen um eine endgültige Wiederaufrichtung des Landes konversion vom Jahre 1903, durch die Italien jetzt jährlich und die Wiederh^beisührung der für das Wohl des Vaterlandes ca. 40 Millionen Lire f° Di^V7?l efu n/de7 Thronrede vollzog sich in einfachen infolge der Herabsetzung de^ H04Rn- hJu irfie 5«nteit. Man bemerkte zahlreiche Offiziere in Galauniform. Die Kursstand der italienischen Staalvrente (104,80. beut,ct)c, k waren überfüllt: das diplomatische Korps war voll- und zwar 4 pro-heutige nur 102,30) auch nur irgendwie g^ ,äMirt anwesend Um 101/. Uhr trafen der König und die Königin litten hätte. Das Ministerium Luzzatti wird voraussichtlich 'm geso ber eit Wagen vor ber Kammer ein. Als d?r König, in ber Drcibunbpolittt dieselbe Haltung einnehmen, wie tue bcr ^miralsuniforni trug, ben im ^Gungssaal ausgeschlagetien Ministerien Giolitti und Sonnino, ganz gleichgültig, wer an Thron bestieg, wurde er mit lautmi Beisall empfangen Nach di° Spitze ber miStoärtigen Augel-genh-iteu treten werd. |^«erfefun^ertonte^ye.^.y durch die Thronrede vollendete Werk sei ein Werk der nationalen Versöhnung. Die Erklärung wurde mit Beifall tränen. 1896 geriet Menilik mit den Italienern, die eine Art Protettorat über Abessinien ausüb.en, in Streit. Un.er ihrem General Baratieri erlitten sie in der Schlacht von . . Adua eine schwere Niederlage, die zur Folge hatte, daß pie Stimmen der Kadetten, Mohamedaner, Polen, der Arbeiterdas italienische Protektorat aufgehoben und Abessiniens partci und der Sozialdemokraten, den Finnland betreffenden Gesetz- Unabhängigkeit anerkannt wurde. R o m, 30. März. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Addis Abeba unterm 28. März: Es erscheint sicher. beschloß einstimmig, das Manifest zu verösstntlichen und ^e Gesetzesvorlage über die Abgrenzung der finnischen und der Reichs Gesetzgebung sogleich dem Landtage zur Begutachtung zu uber^ geben Ter stellvertretende. Prokureur legte Wi^rspruch ^gen den Beschluß des Senates em und erklatte, das Manifest roioci spreche den finnischen Grundgejetzen. , Mus dem englisch n Unterhause. London. 30. März A'i Untcrdouse fr-gte Middlemore (lons.) den ersten Lord der Admiralität Mc Kenna unter Bezugnahme auf die Tatsache, daß «ui e nach Konstantinopel an. Zur 'Teckung für die innere Anleihe in Persien werden zwangsweise von zehn Kaufleuten je 50 000 Tomans und von 15 Kaufleuten je 5000 Tomans eingctrieben. Tic Kaufleute fordern eine Kontrolle und die Verausgabung des Geldes für die Bedürfnisse der Provinz Aserbaidschan. Aus Philadelphia wird gemeldete Alle Eisenbahn- resellschastenPennsylvaniens haben sich freiwillig ent- chlossen, dem Beispiel der Pennsylvania Railroad-Company zu olgen und die unter 300 Dollars betragenden Monatslöhne ihrer Angestellten um 6 Proz. zu erhöhen. Die Lohnerhöhung kommt 195 000 Angestellten zugute und vermehrt die Lohnbcträgc insgesamt um 10 Millionen Dollars. Die Bewegung der Bevölkerung, insbesondere die Sterblichkeit in der Stadt Gichen im Zahre ,909. Lebend geboren wurden in der Stadt Gießen'irn Jahre 1909 1190 Kinder, 597 Knaben und 593 Mädchen; hiervon kommen als Bevölkerungszuwachs in Betracht 659 Kinder ober — bei einer um die Mitte des Jahres geschätzten Einwohnerzahl von 31100 — auf 1000 Bewohner 21,2 (im Votjahre 22,1 °/00); die übrigen 531 Neugeborenen gehörten ortsfremden Müttern an und sind bald nach der Gteburt wieder wcggebracl-t worden. Totgeboren zählten wir 40 eheliche und 10 uneheliche, zusammen 50, von welchen ebenfalls ein gröberer Teil von fremden Eltern abstammte. Gestorben sind im Berichtsjahre 320 Einheimische und 321 Ortsfremde, zusammen 641 Personen (im Jahre 1908: 644), sie verteilen sich nach verschiedenen Altersklassen folgendermaßen : Es starben im Alter von: 0-1 1—15 15-30 30-60 60—70 über70Jahre Einheimische 55 4b 37 77 49 57 =3-0 OrlSiremde 86 39 öS 122 41 25 = 821 tii Hl Uj 1U9 VI) eiden, geht ans dem Vergleiche der Sterbezahlen des besten Mannesalters von 15—60 Jahren bei den Einheimischen und Ortsfremden hervor: es starben in der genannten Altersklasse 114 Einheimische und 180 Ortsfremde. 3 m ersten Lebensjahre sind verstorben 55 Kinder (im Vorjahre 67) ober 17,2 Proz. aller Gestorbenen und 1,7 (2,2) auf 1000 Einwohner, und der Jahresüberschuß der lebend Geborenen, b. h. ber Zuwachs durch Geburten, beträgt rund 600 Kinder; es ist je der zwölfte Säugling in Gießen verstorben. Das ist ein außergewöhnlich günstiges Verhältnis und zeugt von rationeller Pflege durch Mütter und Pflegemütter. Ja, das Verhältnis wird noch besser, wenn wir die an Lebensschwäche infolge von Frühgeburt, Mißbildungen usw. zu Grund gegangenen 9 Säuglinge (oder ein Sechstel der (fKstorbenen), die den Todeskeim schon mit zur Welt brachten, abzählen. Hoffen wir, daß die viel besprochene Säuglingssterblichkeit durch Belehrung seitens der Aerzte und Hebammen eine immer noch günstigere werde! In der Altersklasse von 1—15 Jabren sind 45 (62) Kinder verstorben. Die 220 Erwachsenen haben ein durck)schnittliches Lebensalter von 55,36 Jahren erreicht, eine die mit dem Durchschnitt der vorauSgegangenen 12 Jahre ziemlich auf gleicher Höhe bleibt, dieser ist 55,25. Von den 57 Personen, welch« das 70. Lebensjahr überschrillen hallen, sind 21 über 80 und, 3 über 90 Jahre alt geworden. Von den Monate n brachten März, Februar und September mit 36,33 und 32 die meisten Todesfälle, b)e kleinsten Zahlen 19 und 20 der August und der Juli. Auf die wichtigsten Krankheiten und Krankheitsgruppen, welck>e Todesursachen gewesen sind, verteilen sich die Sterbesälle wie folgt: Wie bereits bemerkt, waren 9 Säuglinge an Lebensschwäche zu Grunde gegangen (im Vorjahre 12), an Altersschwäche 17 (16) Personen gestorben. An den vornehmlich die Jugend bedrohenden akuten Infektionskrankheiten sind zusammen 23 Personen gestorben, und zwar von 189 Erkrankungen an Scharlach, die uns bekannt geworden sind, 14 oder 7,4 Prozent ber Kranken. An M asern sind 3 ftinber gestorben. Bei 42 an Diphtherie Erkrankten hatten wir 2 Tobcs- sälle zu verzeichnen. Dem Keuchhusten sind 3 Kinder, dem Typhus ein junger Mann, im Auslande infiziert, erlegen, 'Sie einzige Infektion mit Unterleibstyphus, welche auf Gießen oder seine Umgebung zurückzusühren ist, ging in Genesung über. An Tuberkulose sind 64 (61) Personen gestorben, hiervon kommen auf Lungenschwindsucht 46 (34) (14,8 auf 10 000 Einwohner) und 18 (27) auf Tuberkulose anderer Organe. Lungenentzündung und Influenza sührten 26 Mal (20), andere entzündliche Erkrankungen der Atmungsorgane 16 (46) Mal zum Tode. An Krankheiten des Herzens und ber Blutgefäße starben 22 (82), an Gchirnschlagfluß 21 (20), an anderen Krankheiten dcS Zentralnervensystems 14 (22) Personen. Fast ein Viertel ber verstorbenen Säuglinge 15 (15) litten an Magendarmkatarrh; an anderen Krankheiten ber Verdauungsorga ne starben 6 Perfonen, an Wurmfartsatzentzündung 1 (4). Krankheiten ber Harnorgane brachten 17 (18), bösartige Neubildungen, meist Krebs, 25 (18) Todesfälle (an der letzten Krankheitsgruppe starben außerdem 49 Ortsfremde'. Durch Selbstmord endeten im Januar 1 und im März 4, zusammen 5 (7) Personen, gelötet wurde ein neugeborener Kind, 9 Personen sind tödlich verunglückt. Der Rest der Todesfälle (29) ist auf minderwichtige Krankheiten verteilt. Großh. KvciSgesulidhcitsamt Gießen. F. Habcrkvrn. Au» Stafct unö CaiiO. Gießen, 31. März 1910. •* In Audienz empfangen wurden gestern vom Großherzog u. a. Provmzialdiiektor Geheimerat Dr. Brei dert von Mainz und Pcovinzialbircktor Dr. Usinger von Gießen. •• Lehrerpersonalien. U ebertragen wurde bem Lehrer Ernst Gorr zu Eich eine LehrersteUe an der Gemeindeschule zu Griesheim; dem Lehrer Gg. Hering in Pfungstadt eine Lehrerstelle an der Gemeinbcfchulc zu Griesheim; dem Lehrer Pet. Heiser zu Alzey eine Lehrerstelle au der Ge- meinbejchule zu Haßloch; bem Lehrer Will). Ohly zu Steinheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Arheilgen; dem Lehrer Friedr. Gläser zu Eppertshausen eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Eberstadt (Kr. Darmstadt); dem SchulamlSaspiranten Hugo Hei,n auS Dettingen (Bayern eine Lehrerstelle an dec Gemeindeschule zu Nieber-Roden; dem Lehrer Beruh. Willen borg in Jügesheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bieber; eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Grünberg dem Schulamtsaspiranten Bud. K ohl dach auS Tonndorf (Sachsen-Wein,ar); eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lauterbach dem Lehrer vch. Dörr zu Landenhailsen. — Lehrer Joh. Alt zu GraS- Ellenbach wurde auf sein Rachsuchen von ber Uebernahme der 'hm übertragenen Lehrerstelle an d^r Gemeinbeschule zu Wochenheim unb Lehrer Joh. Wagner zu Fehlheim aus sein Rachsuchen von er Uebernahme der ihm übertragenen Lehrerstelle an der fa. . Schule zu Alsheim entbunden. — Erledigt ist eine mit einem eocmg. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lauterbach. ** Ober-Postbirektion. Wie die Darmst. Ztg. hört, ist dem Obcc-Postbircltor, Geh. Ober-Poslrat Kobelt, die nachgesuchte Dienstentlassung erteilt und der Charakter als Wirtlicher Geheiiner Ober-Poslrat mit dem Range eines Rats erster Klosse verliehen worden. Herr Kobelt wird am 1. Jul, — nach einer Dienstzeit von 48 Jahren — in den Ruhestand treten. •• Der frühere Polizeisekretär Bilo, gegen den ein Strafverfahren wegen Amtsvergehens emgeleitet worden >var, ist durch Gerichtsbeschluß außer Verfolgung ge- jetzt worden. Es handelte sich nicht so sehr um den Erlös verkatifler Polizeialten als vielmehr ooriviegend um die Erhebung und yinetßtumg von Gebührenbeträgen, die in die Stadlkasse hätten stießen müssen, wenn sie überhaupt erhoben werben durften. Bei dem Mangel an bestehenden Vor- ichuften über polizeiliche Gebühren und der Unsicherheit der hierüber getroffenen Anordnungen konnte die Vecteidlgungs- behaiiptung beS Angeschulbigten, er habe sich zur Verein- nahmung ber erhobenen Betrage für berechtigt gehalten, nichi ividerlegt werden. Die Bestimmung über den Erlös für die verkauften Polizeiakten ging von dem Vorsteher des Polizeiamts aus, ber sich zu bieser Anorbnung ebenfalls f berechtigt hielt. ** Schneefälle und Kälte sind wie von hier aus zahlreichen anderen Gegenden Deutschlands zu berichten, nachdem die Oslerfeiertage überall das Gezmeige richliger Früh- ahrStage gezeigt halten. Während dec Rachwinter hier noch ziemlich gelind auftcat, werden auS bem Vogelsberg heftige Schneegestöber unb starke Kälte gemelbet, der Reuschnee liegt )iö z»i 15 Zentimeter hoch. Auch aus dem kurhessischen Oberhessen werben Schneefälle gemelbet. ** Im Kolosseum finheii beute abenb bie Schluß- kämpfe statt, woran Pierre le Boucher, QJiacbonalb, Weber unb der Unbekannte teilnehmen. Wie es vorccuszusehen ist, giot es sehr spannende Kämpfe, ba sich ebenbürtige Gegner gegenüber» tehen. Tas ErgeoniS bcs gestrigen Abends war: Der Kampf Aivifchen Weber unb Pierre le Boucher war unentschieden. Ter Gang Nhacboualb gegen Eigeinann endete mit ber Niederlage Eigemvims, der jetzt auch aus der Konkurrenz ausschieb. •• Wohltätigkeit für Ober-Mockstadt. Auf Anregung beS V. H. C.-Zweigvereins in Frankfurt hat bie dortige Gewerbekaffe einen Geldbetrag an das Hilfskomitee nach Ober-Mockstadt gesandt, waS der Verband Frankfurter Brauereien deinnächst auch ausführen will. Daran sollten sich alle oberhessischen Genossenschaften ähnlicher Art em Muster nehmen. ** V. H. C. ES ist eine F-reude, zu hören, daß der Vogelsberger Höhen-Club, der nicht lediglich ein Wander- unb Gebirtzsverein, sondern wegen seiner verschie- )eitcit idealen Heimatsbestrebungeii ein gemeinnütziger Verein sür ganz Oberheifen ist, im uergangenen Vereiiis-- jayr ivicoer um mehr als 600 Milgliedec zugenommen hat, o daß er jetzt gegen 3000 Mitglieder zu reger Arbeit vereint. Das frisch puljierenbe^Leben hat im vergangenen Monat die zwei Zweigvereine in S ch l i tz unb Grost - Fe. lba entstehen tasten, Hal bie Mitglieberzahl des erst Vor einem Jahre gegründeten Zweigvereins in Os send ach über JOü gebraut, >ie schöne Tat des Frankfurter V. H. C., 1200 Mk. an die bedrängten Ober-Mockstüdler Kassenniilglieder abliefern zu können, gezeitigt, ferner die Einrichtung der Schüler - H er der gen in Gedern, Schotten nnd Ulrichstein durch Gewähr eines Frühstücks außer freiem Nachtlager zum Wohle >er wandernden Jagend erweitert und endlich bei der Frü h- ahrs Wanderung am 20. März nach Hirzenhain iber 200 V. H. C.-Brikder und -Schwestern aus Büdingen, Frankfurt, Geocrn, Hirzenhain, Offenbach usw. in heller Begeisterung Vereint. Uel>erall herrscht nichtige Frühttngs- lininiung, die günstige Weiterentwicklung und sichere Durch- ührung neuer Aufgaben zum Vorteile unserer Provinz verbürgt. ** Wie meid) ft ein beinah einmal berühmt g e - worden wäre. AuS Ulrichstein wird uns geschrieben: Es find ck>on einige Jahre her; mau wußte damals noch wenig von Luftschiffen und Flugmafchiiien, da befaßten sich zwei unternehm unps- lustige Herren, ein Kaufmann und ein Gerichtsbeamter, in Wiidy* tein mit der Konstruktion einer Fl u g in a f chi n e. Alltäglich wurde mit Eifer an der Maschine gearbeitet unb alles würbe geheimnisvoll gemackst, baß ja lein unberufenes Auge bas große Weck vor feiner Ucocrgabc an bie Ocffenllichkeit fehe. Enblich war es fertig. Am kommenden Sonntag, ganz in ber Frühe, ollte ber erste Flug unternommen werben. In ber bem großen Tage vorhergeheitben Nackst ließ die Aufregung unsere Erfinder kein Auge zutun. Enblich kam die große Stunde. Als AbstugS- ftcllc war bcc Schloßberg gewählt worben. Wetter und Winb ivaren günstig. Noch einmal würbe bie Flug maschine in allen Teilen genau nachgesehen. Alles klappte. Höher schlugen zwei Männerherzen. Jetzt würbe ber Grundstein zu ihrer Berühmtheit gelegt. Noch ehe cs Abenb würbe, konnte ber Telegraph es aller Welt mclbcu: Das große Problem ist gelöst. Aus allen Gegenben würben Berichterstatter fonimcn und Photographen. Im Geiste sahen sie sck>on ihr Bild in den FamilienbUittern. ,— Wie friedlich lag iwch zu ihren Füßen daS schlafende Ulrichstein. Ja, Die ahnten nicht, daß Großes sich eben auf bem Schloßberg vorbereitete. Ulrichstein, halb sollst bu bekannt sein aller Welt! Also los: Eins, zwei, brci! Hopp! Bis drei klappte alles, doch weiter kam eS nicht. Am selben Tage sah man die kühnen Lust- schiyec nicht mehr, auch am folgenbcu Tage nicht. Der Apotheker ivnnbcrte sich, daß in den nächsten Tagen so viel Verbandzeng geholt wurde. £ic Flugmaichine aber hat niemand gesehen. Ob ber Winb sie weggefuhrl, ob ihre Trümmer auf der Tiefe des Schloßbergweiherü ruhen, oder was fonfl mit ihr geschehen, man weiß es nicht und bie Erfinder hüllten sich in Schweigen und in ihr Verbandzeug. . w. Lang-Göns, 30. März. Wer nut der Mam- Weser-Bahst au unserem echt hessischen Bauerndorf vorbei- fuljr, freute sich über das idyllische Bild, das in seinem Vordergrund wirkungsvoll durch den zwischen dem Bahn- körper und bem Oct liegenden Wiesengrstnd gehoben wurde, '.en ber Mühlbach in vielen Windungen durchzieht. Roch schöner aber wurde dieses Bild durch die alten gebooteten Weiden- unb Erlenbäuine, welche den Mühlbach ninsäninten. Mit diesem schönen Anblick, der einem Maler 311111 Vorwurf hätte dienen können, ist cS nun für immer vorbei. Die Feldbcreinigung, bie jeden Streisen noch so unfruchtbaren Landes auSzuniitzen sucht, springt mit Hecken und Bäumen, besonders solchen, die der Landschaft nur'zur Zierde gereichen, gar grausam um. Der Mühlgraben wird jetzt schnurgerade gelegt und sein altes Bett beseitigt. Ob inan das neue Bett aiiszementicren will und dann mit städtischen Kngelakazien bepflanzt, bleibt abzuwarten. Einige Bauersleute, die Sinn für Raturschönheiten haben, wollten ihre Bäume sieben lassen, bekamen ober von der Behörde den Bescheid, daß im Unterlassungsfälle von behördlicher Seite abgeholzt würde und ihnen für jeden Baum 3 Dik. Strafe abverlangt würden. Tie schönen Poppeln in unserer Gemarkung und die alten Tannen am Friedhof sind ebenfalls verschwunden. (In der Gießener Stadtverordneten-Vcrianun- lung wurde wiederholt über die Allesgleichmachcrei der Feldbereinigung lebhaft geklagt; hier kommt dieselbe bewegte Klage üom Lande, und zwar mit Recht. Gibt es keine Behörde, bie bem Barbarismus, mit dem man bie Landschaft verschandelt, Einhalt zu gebieten vermag? D. R.) )-( Lich, 29. März. Eine alte Sitte, bie fast allenthalben mehr und mehr ver,chwinpet, hat sich hier noch gut erhalten: bas „Eierwerfe n" an den beiden öfter tagen. Jang und alt zieht hinaus aus eine große, an der Bahnlinie "ach Gießen zu gelegenen Wiese, wo immer ein fröhliches Treiben beginnt, be,onders wenn dabei das Werter noch günstig ist wie dieses Jahr. Ein bewegtes Bild und recht vuntes Leben, die unwillkürlich an den Frühlingsspozirrgang in Goethes „Faust" erinnern, zeigten sich den vielen Fremden, die an den beiden Tagen zu Fuß ober iin Eisenbaynzug an oec „Eierwiese" horüberiamen. — Der Krämer mark t, der am 3. Ostertag immer mit dem Schweinemant verbunden ist, hat viel von seinem früheren Glanz verloren. Noch reihte sich heute am Rathaus Mestbnoe an Meßbude, nocy mt ein Karustell der Jugend frohe Belustigung, aber man vermißte gegen früher vas bewegre Marttleben, das besonders durch die auswärtige Bebötterung, die jetzt mehr unb mehr sernbleibt, verursacht wurde. 8 Ruppertenrod, 30. März. Vorgestern unb gestern abeno hielt der Gesangverein unter Leitung des Lehrers ReiberZrn Gastl-aus zum Löwen Aoenbunterhaltungen ab. Ter Saal war b.s auf den letzten Platz gefüllt. Die Vorträge wurden gefchickt unb hübfch ausuefühtt; |ie sanden stürmischen Beifall. Die Leistungen ber Vortragenden verdienen um so mehr Anerkennung, a.s tue Einübungszeit sich nur auf vier Wochen erstreckte. — Heute abenb fand im gleiten Saale ein Lichtbilder- vuttcag über unsere Flotte durch Pfarrer 11111 g von Ober- OlMen stall. = Bettenhausen, 29. Marz. Einen in jeder Be-, ziehung gelungen vertäutenen Unterhaltungsabend Veranstaltete gestern unser Lehrer Diey mit seinen Schü- er n unter Mitwirkung des Gesangvereins. Tas abwechs- un^sreiche unb pajsenD ausgewählte Programm stellte in Gelängen, Derlamationen, Aiiipracyen und lebenden Bildern einen Gang durch die deutsche Geschichte dar. Das Ganze war ein vaterländisches Festspiel, dessen treffliche Wiedergabe unserer Schulewas beste Zeugnis ausstellte. Die zahlreich anwefenden Eltern spendeten reichen Beifall. Welch begeisterte Auftrahme die Veranstaltung gesunden hat, be- iüti|t am besten ber allseitige Wunsch, solche tm Dienste allgemeiner Volksbildung stehenden Uniechaltungsabenbe öfters in unserem Orte stattfinden zu lassen. S ch a d e n b a ch , 29. März. Ter Landivirt H o r n m a n n rutschte beim Hcrabwcrfcn von Stroh vom l-ochslen Balten feiner SllMrer, dem sogenannten .stabenbalten, und stürzte in die Scheuer tenne. Ter Llbgcstürzle zog sich Verletzungen am Hüls, an Arnien und Beinen zu. = Lauterbach, 30. Kllärz. Der Rechner der Bezirks- 'parfaffe Laiiterbach, Rendant Jakob Wahl, ist heute im 62. Lebensjahr gestorben. Dec Verstorbene, ber in allen Kreisen bcc Bevölkerung sehr geschätzt war, war 31 Jahre ang Rechner ber Sparkasse. X Ba b Nauheim, 30. März. Ein Gesuch um Errichtung einer Bahnmeisterei Bao Nauheim hatte der Gern erbe verein an dieiEisenbahndlrelUon Frankfurt a. M. gerichtet. Die Eingabe wurde zwar abschlägig beschieden, aber nur für die nächste Zeil, da für die Um und Neubauten der Bahnhöfe Friedberg und Bad Nauheim Vorerjt eine eigene Baubehörde in Friedberg errichtet werde. — Eine ausführliche Wochenin ar 110 r b n 11 n g, bie vom Mini ich um bes Innern genehmigt unb vom Polizeiamt jetzt veröffentlicht worben ist, tritt mit bem 1. April in Kraft. Sie entspricht in jeber Beziehung, besonders auch in hygionischer Hinsicht dolltommen Den ncuzeillichen Forderungen. Wochenmärkle werden jetzt jeden Werttag abgehalten, als alleiniger Ort des Martrvertehrs gilt der Burgplatz, auf anderen Straßen und Plätzen ist er untersagt. )( 3fr i ebb er g, 30. März. Im Zeichen der Lehrer Zusammenkünfte stand heute unsere Stadt. Neben den jungen Lehrern, die vor 10 und 15 Jahren das Seminar verließen, sah man auch Viele alte tm Dienst ergraute Männer. ck. Mainz, 30. März. Die Stadtverordneten- Versammlung beschäftigte sich heute bei Beratung des Haushalts-Voranschlags auch mit dem durch den Wegfall bc5 Oktrois auf die Lebensmittel entstehenden, noch ungedeckten Ausfall von 237 068 Mk. Die Bürgerineisterei machte beit Vorschlag, den Ausfall durch Erhöhung der Umlagen von 106,5 auf 111,6 Proz. vorzunehmen, während 29 Stadtverordneten beantragten, in diesem Jahre die Bürgerschaft, Die durch bie Steuerreform unb bie stäbtischcn Abgaben (Erhöhung bcS GaSpreises, der Oktroigebührcn auf Wein, Vier sc.) schon genügend belastet sei/ von einer Steucrerhöhung zu verschonen und den Ausfall aus deu früheren Betriebs- Überschüssen zu decken. Dieser Antrag wurde mit großer 'Mehrheit angenommen. Im übrigen wurden die Anträge veS Finanzausschusses, die stch auf größere Sparsamkeit im Haushalts-Voranschlag beziehen, angenommen. Von dem Berichterstatter Stadtv. Dr. 'JJlüUcc wurde der Antrag der 'Regierung, daß in Zukunft ein Teil der Kosten der Ober- rechnungSkammer vo«i den Gemeinden getragen werdcii sollen, entschieden bekämpft. Sie Prüfungen dec Obercechnungs- lärnmer, die sich auf die abgelaufenen städtischen Rcchmingc» beschränkten, hätten überhaupt keinen Zweck; noch mcnialS seien wesentliche Beanftaiidungen vorgekomme». ** Kleine Mitteilungen auö H e f s c n nnb^bcn Nachbarstaaten. I» '21 r i c 1 b brannte bas Hans drs^clwy maidiiciä /sinliof nieder. Ein der Branbftistung u.-nY.icl)ugi*r M-.aue wurde vcrl-afwt. — In K i rchha in geriet bas Wohnhaus des Gastwirts Ruhl in Brand und der mtgmd’tete Schaden ist beträchtlich. — In Merkenfritz geriet ein Knecht mit der einen Hand in die Kreissäge, wobei er sich an -zwei Fingern »erheHüche Verletzungen zuzog. Ein entsetzliche; Eisenbahnunglück bei Mülheim o.RH. Ein entsetzliches Eisenbahnunglück, dessen Folgen noch kaum zu übersehen sind, ereignete^ sich gestern nachmittag gegen 2 Uhr im Bahnhof Mülheim am Rhein, wo ein Luxuszug auf einen Militärzug aufsuhr. 50 Reisende, meist Soldaten sind getötet oder schwer verletzt. Die amtliche Meldung besagt: Mülheim a. Rh., 30. März. Leute nachmittag gegen zwei Uhr fuhr der Luxuszug Nr. 174 auf den Militärurlauberzug Nr. 40 im Bahnhof Mülheim a. Rh. infolge Ueberfahrens des Haltesignals. Von den Militärpersonen sind verschiedene tot, sowie eine Unzahl mehr oder weniger schwer verletzt, der Betrieb wird über Güterzuggeleise geleitet. Umleitungen der Schnellzüge von Düsseldorf nach Köln erfolgte über Neuß. Vier Wagen sind stark, die Lokomotive und zwei Wagen leicht beschädigt. Soweit bis abends festgestellt wurde, sind bei dem Eisenbahnunfall 19 Soldaten getötet und 3 9, sowie zwei Schaffner des Militärzuges verletzt worden. Die Schuld an dem Unfall trifft einen Lokomotivführer. Ein Ministerialkommissar ist sofort an die Unglücksstelle geeilt. Eisenbahnminster von Breitenbach, der sich zur Besichtigung der neuen Bahnstrecke Köln-Südbrücke-Kalk zufällig in Mülheim befand, ist sofort an der Unfallstelle erschienen. Die Angaben über die Zahl der Verwundeten schwanken beständig, weil sich nachträglich nod) Leichtverletzte melden, die im Bahnhossrestaurant verbunden worden sind. Ihre Zahl soll sich auf gegen 100 belaufen. Die Zahl der Toten wird neuer- drnas mit 19 angegeben, die der Schwerverletzten auf 50. Die Soldaten gehören den in Straßburg i.E. bezw. Metz garni- fonierenben 130. und 144. Infanterieregiment an.. Sie wollten sich aus Wanne, Hamm und Soest in ihre Garnisonen begeben. — Der Gouverneur von Köln, General von Sperling be- -suchtc die Verletzten in den Krankenhäusern. Die Unglücksstelle liegt ungefähr 500 Meter vor dem Mülheimer Bahnhofe. Der Militärzug stand auf dem Gleis und der Luruszug fuhr dann von hinten in den Militärzug hinein. Die beiden letzten W a g e n des Militärzuges wurden überein- anderge schoben und auch die beiden folgenden Wagen wurden teilweise zertrümmert. Die Rettungsarbeiten gingen schnell von statten. ,, . Nach einer Meldung des Wolff'schen T. B. ereignete ttch das Unglück erst um 2,30 Uhr. Im Luxuszuge befanden sich 13 bis 16 Personen, von denen niemand verletzt wurde. Der Oberkellner des Luruszuaes erhielt eine Kopfverletzung. Der Luxuszug setzte um 5 Uhr feine Fahrt nach Genua fort. Den Militärzug war bereits heute früh 9 Uhr 55 in D ort mund abgelassen worden. Minister von Breitenbach ist um 7 Uhr 14 nach Düsseldorf weitergefahren. Weitere Traittnachrichlen. Mülheim a. Rh., 30. März. Im hiesigen Krankenhause liegen sieben Tote und in der Leichenhalle 13 Tote; ferner- im Krankenhause etwa 3 0, Verwundete, darunter 2 0 schwer,; im Hospita l sieben Verwundete, darunter vier schwer. Ob Zivilpersonen verwundet worden sind, konnte bisher nod) nicht ftstgestellt werden Unter den Verwundeten befindet sich ein Bahnbeamter. Mülheim a. Rh., 30. März. Wie von zuständiger Seite gemeldet wird, sind über zehn Personen tot und gegen 30 mehr oder minder schwer verletzt.. Das Unglück ereignete ) id) am Uebergangc in der Gladbacherstraße in Mülheim. Der Militärzug sollte über Köln, Koblenz nach Straßburg i. E. fahr en. Köln, 30. März. Dem bei dem Eisenbah n - U nal u ck in Mülheim a. Rh. verwundeten Eisenbahnbeamten, einem Schass- ner des Militärzuges, mußte ein Bein abgenommen werden. Tas 7 Pionier-Bataillon ist bei den Aufräumungsarbeiten tätig. Sämtliche Sanitäts-Offiziere und -Unteroffiziere der Garnijon Köln-Deutz sind zur Hilfeleistung an Ort und Stelle erschienen. Wie da; Unglück entstand. Mülheim a. Rh., 30. März. Der Militärzug wartete vor dem Bahnhof Mülheim au!f das Einfahrtssignals Als nun das Einsahrlssignal gegeben wurde und sich der Militärzug langsam in Bewegung setzte, brauste auf demselben Gleise der Expreßzug heran und fuhr, wie die Mülheinier Zeitung nutteut, hinten aufl den Militärzug auf. Durch den Anprall wurden die letzten Wagen des Militärzuges völlig ineinandergeschoben und zertrümmert. Im ganzen sind 19 Soldaten getötet worden. In den Hospitälern sind insgesamt 43 Verwundete untergebracht. Zahlreiche Personen, die leichte Verletzungen erhalten hatten, wurden verbunden und entlassen. Unter ihnen befinden Nch Soldaten aus Essen, Duisburg unb anberen Plätzen bcs I ndustriebezirks. Die Opfer Mülheim a. Rh., 30. März. Die bei dem Eisenbahn-Unglück getöteten Personen sinb: Die Musketiere: Fischer, Krzhcniak, Schuck, Bcnzola, Mochten und der Hornist Roettgen, sämtlich aus Metz; ferner der Musketier Bruckstet, der Gefreite Köhler, der Kanonier Bedarf und die Musketiere Snnnrng, Bongers, Klcczkowski, Renz, Kokowcinski, Köhler, Ortmann, Kn- letzki, Schnack und Prenß. . t . Schwer verletzt sind.: Steinchen, Hezek, Bollwerk, Bud- zinski, Theodor Worberg, Greschkowiak, Heimann, Kotthoff, Wawr- zhniak, Brüder, Marx, Burmonn, Baloniak, Kozak, Peblansn. Szhnokowiak, Wovezeyl, Mrasek, Sosteen, Bubnick, Bauhaus, Spel- lekcn, Mikolczyk, Jäger, Ulot, Wewers, Donczyk, Häusler, Kurek, Osterlaiid, Mever, Heitridi, Zbiarstik, Krakowick, Presloski, Wiebel- niann, Hage, Sypakowski, Hofsoben, Brehsmann, Köpsert, Ter- foorth, Teer Haan und Draczenski. Ein Augenzeuge des Unglücks berichtet der Rhein. Wests. Ztg.: Der Dortmunder Zug hielt hier, zum größten Teil angefüllt mit'Soldaten aus der Dortmunder Gegend, als ich plötzlich em gewaltiges Geprassel horte. Ich sah unb hörte im ersten Moment nichts. Nur ein furchtbarer Aufschrei aus hundert Kehlen, bann ein Geprassel unb Brechen ber Wagen. Dann eine Minute Schweigen unb — alles lost sich in Stöhnen unb Dngstgeschrei auf. Als ich mich ivicber von meiner Bestürzung eijoit hatte, war mein erster Blick auf bis Wagen; ein furchtbarer Anblick. Der Wagen 2005 war auf 1406 vollständig aufgefahren. Iui ersten Augenblick sehe id) nichts weiter als eine zertrümmerte AUisse aus der Arme, Hände unb Beine hervorragen. Ein furdjt= bares 'Angstgefchret hallt wieder! Zuerst sind nur die wenigen Bahnbeamten anwesend. Sprachlos stehen sie einen Augenblick da, nicht wissend, was sie anfangen sollen Dann endlich kehrt die Besinnung wieder. Wir eilen auf die Wagen zu ; von dem Luxuszug sind die Reisenden ausgestiegen, alles stürzt sich auf die Wagen. Audi vom Hauptbahnhof kommt jetzt Hilfe an. Wir machen uns an die Rettungsarbeiten, zuerst auf die beiden aufgefahrenen Wagen. Sämtliche Soldaten, die sich in diesen beiden Wagen befanden, find entweder schwer verwundet aber tot. Wir sehen eine unförmige Masse von Mcnschenlcibcrn, hoch oben unterhalb der Deckenbretter liegen nod) zwei verwundete ^olbaten, die Leben zeigen. Dieses sind die einzig UebeHebcnbcn bieier beiben Wagen. Die Fahrtteilnehmer der anderen Wagen sind teilweise schwer verwundet. Die meisten Leichen haben keine äußerlich sichtbaren Wunden erlitten. . , . v x 3 , .. Folgenden anschaulichen Bericht jenbet uns unser Mitarbeiter in K ö l n. :: Köln, 31. März. (Privattelegramm.) Im Laufe des Abeiibs meldeten sich nod) mehrere leicht Verletzte, so daß die Zahl der Toten und Verwundeten jetzt rund zweihunderi beträgt. — Der Eisenbahnminister leitete noch spät abeiids die Untersuchung cm und befragte das beteiligte Personal. Aus den Erfuridigungen geht hervor, baß dem Militärzug wie auch dem Luxuszug zu gleicher Zeit bas Einfahrtssignal gegeben wurde. Auf bem neuen Mülheimer Friedhof wurden die 13 Opfer, die sofort getötet und gräßlich verstümmelt worden waren, anf- gebahrt. Die Einwohner von Mülheim sind fortgesetzt in der größten Aufregung. Bis spät abends sah man Soldaten mit verbundenen Köpfen von zahlreichen Leuten umringt. Auch in der Heimat der Soldaten herrscht begreiflicherweise große Ausregung. Frisch unb munter haben bie jungen Solbaten von ihren Lieben Abschied genommen und nur wenige Stunden später lag ein großer Teil auf ber Bahre. 1 Manche von denen, die unverletzt geblieben sind, war der Schreck so in die Glieder gefahren, daß sie die Sprache verloren hatten. Sie wurden zum größten Teil mit den fahrplanmäßigen Zügen von Köln aus weiterbesördert; andere sind in die Heimat zurückgekehrt oder in Köln untergebracht worden. Der Zusammenstoß soll nach dem Bericht von Augenzeugen fürchterlich gewesen sein. In den Wagen, die bei dem Anprall unversehrt geblieben waren, wurden viele durch Glassplitter verletzt. Das Gepäck flog vielfack) durch die Fenster auf den Bahndamm. Doch das war nur das kleinere Hebet im Vergleich zu bem übrigen Unheil. In ben üorberen Wagen ging es noch ziemlich glimpflich ab, in ber Mitte aber würben die Wagen in» einanber gedrückt unb ber vorletzte unb ber vorvorletzte hatten sich vollständig ineinander geschoben. Es war ein Grauen erregendes Bild, die blutuberftrömten Verwundeten und bie Leichen fort|djaffen zu sehen. Ter Bahnbamm gleicht einem Kriegsschauplatz, ein Anblick, ber noch durch das Eintteffen ber 16 er, ber Pioniere, bet Artillerie sowie des Krankenwagens ber Deutzer Kürassiere wesentlich verstärkt wurde. Dermifditcs. * Eine schwere Gasexplosion ereignete sich gestern abenb gegen 8 Uhr in B r e s l a u, irn Hause Einbaumstraße Nr. 4. Sämtliche Türen unb Fenster würben herausgerissen. Einem am Hause vorübergehenben Herrn würbe voll ber herausstürzenben Haustüre ber Kopf zerschmettert. Das Haus ist ein gestürzt. Die Feuerwehr arbeitet fieberhaft an ber Rettung ber Verschütteten. Bis um 10 Uhr waren 8 Tote unb Schwerverwundete geborgen. Die Explosion, durch die drei Menschen getötet und fünf schwerverletzt worden sind unb bie einen großen Materialschaden zur Folge hatte, entstand dadurch, baß ein im ersten Stock wohnenber Lehrer, dem ein starker Gasgeruch ausfiel, den Hausmeister veranlaßte, sich in eine zur "Zeit leerstehende Wohnung im Erdgeschoß zu begeben. Unvorsichtigerweise betrat ber Hausmeister trotz bet Warnung des Lehrers die leerstehende Wohnung mit einem brennenden Lichte. In demselben Augenblicke erfolgte ein heftiger Kall. Sämtliche Fensterscheiben stürzten heraus und der hintere Teil des Hauses stürzte krachend zusammen. In allen Stockwerken wurden, Schreckensrufe laut. Auch in der weiteren Umgebung wurden Scheiben zertrümmert unb F^uster- kreuze her aus gerissen. Den Lehret fanben bie alsbald herbev- geedten Polizei- unb Feuerwehrmannschaften m einer Ecke ber Parterrewohnung zwar noch lebenb auf, doch starb er auf dem Wege nach bem Ktankenhau.se. Der Hausverwalter ist merkwürdigerweise mit leichteren Verletzungen davongekommen, sein Sohn unb seine brei Töchter wurden schwer verletzt unter beit Trümmern hervorgezogen. Ein anderes Kind bes Lehrers konnte nicht geborgen werden. SHeiitc Bei der Ueberfahrt über den 20 Kilvmleber von Petersburg entfernten Luga Tschermensee brachen eine Anzahl Schlitten, bie nach Luga unterwegs zum Pferdemattt waren, em. oO Mann kamen uns Selen. Im Tierpark in Unterburg bet Nürnberg z erneis chte gestern eine Löwin einem am Gitter ber Käfige stehenden Knaben den Arm und die linke Gesichtshälfte; einem! Mädchen wurden die Kleiber vom Leibe gerissen. Ter Bändiger konnte schließlich das wütende Tier von seinen Opfern abbringen. Tie Tätigkeit ber Ae tu a nimmt zu. Der Lava- strvm bewegt sich auf die Ortschaft Dior e llo zu, der auf zwei Kilometer nahegckommen ist. — KleineChronikaus KunstundWissenschaft. Konsistorialrat Pros. Tr. theol. Äärl Friedrich Noesgen in Rostock vollendet am 31. März das 75. Lebensjahr. — Dte Versammlung akademisch gebildeter Lehrer wählte als Ort ber nächstjährigen Tagung Dresden. — Unter zahlreicher Beteiligung wurde gestern vormittag in Berlin bie 39. Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Chi- rurgie eröffnet. Tie chirurgischen Behandlungen ber Epilepsie besprach Geh. Medizinalrat Prof. Dr. F. Krause (Berlin). H erauf berichtete Pros. Tilmann (Köln) über bie 2!teb(mi)» lang ber traumatischen ) Geometcrgebilfe und Geometcrlebrling sofort gesucht. Dteffenvach, Grotzh. Geometer 11. 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