schäft auf 13 535 926 Mk. 73 Pfg., toäjyrenb der Anschlag 12 950 000 Mk. betrug, für 1910 wird statt veranschlagter 12 654 000 Mk. ein Anteil van mehr als 14 000 000 Mk. erwartet. Danach kann für beide Jahre die Schuldentilgung gemäß teil Vorschriften des 1896 er Gesetzes vorgenommen werten, auch wird der Ausgleichfonds in 1910 nicht aufgezehrt, vielmehr Ente dieses Jahres voraussichtlich noch ein Bestand von mindestens 780 000 Mark aufiveisen. In den Entwurf des Hauptvoranschlags für 1911 konnte erfreulicherweise sogar ein Anteil an Eisenbahnüberschüssen von 14 980 000 Mk. eingestellt werten oder 2 326 000 Mk. mehr als 1910. Allein auch bei solch erhöhten Eisenbahncimrahmen vermag das dermalige Ausgleichsfondsgesctz schon wegen der Ansprüche des Reichs, die ständig steigen und voraussichtlich weiter steigen werten, und wegen des ständigen Anwach-sens ter Schuldzinsen seinen Zweck für die Folge nicht mehr nachhaltig zu erfüllen: die dem Ausgleichsfonds nach Deckung aller Lasten zufließenden! Einnahmen werden nicht mehr ausreichen, der laufenden Ver- waltrmg alljährlich), wie gesetzlich vorgesehen, 3 500 000 Mk. zur Verfügung zu stellen und sein noch als Reserve vorhantenctü Resttetrag würde schon im kommenden Jahr völlig aufgezehrt werten. Eine Aenderung des Gesetzes über den Äus- gleichsfonds ist batet nach dieser Entwicklung unabweisbar. Ebenso notwendig aber ist es nach wie vor gerade angesichts des Anwachsens der Eisenbahn-, wie der gesamten Staatsschuld, daß fü reine st ärkereSchuldentilgungSorgegetragen wird. In den dem Landtag vor kurzem übergebenen Abänderungen und Nachträgen zum Entwurf eines Gesetzes über die Tilgung der Staatsschuld sind Vorschläge zur Lösung beider Aufgaben niedergelegt. In ihnen wird, mit Bezug auf die Verhandlungen in den Aussächsseit beider Ständekammern bei der letzten Budgetberatnng und die dort geäußerten Wünsche, versucht, ohne weitere Belastung der Steuerzahler dem Erfordernis einer stärkeren Schuldentilgung gerecht zu werden und daneben doch noch einen Teil ter Eisendähnübcrschiisse für die laufende Verwaltung nutzbar zu machen. Es sollen nämlich die Eisenbahnüberschüsse zwar auch nach diesen Vorschlägen — ebenso wie dies der Gesetzentwurf in seiner ursprünglichen Fassung vorschlug — grundsätzlich zur Schuldentilgung verwendet werten. Doch ist das in dem Gesetzentwurf vorgesehene Tilgungsmaß herabgesetzt worden. Uebcrdies wird das aus den EisenbahnübersckMssen zu deckende Tilgungssoll durch Heranziehung anderer Tilgungsmittel so gemindert, daß noch ein erheblicher Rest an Ucberschüssen verbleibt. Dieser würde in einen Ausgleichs- und Tilgungsfonds zu fließen haben, ter anstelle des bisherigen Allsglekchsfonds treten und der allgemeinen Verwaltung den nachhaltigen Bezug eines Jahreszuschusses bis zu 950 000 Mk. gewährleisten soll. Der Restbestand des alten Ausgleichsfonds soll dem neuen Fonds zugeführt werden. Es darf inl übrigen auf die „Abänderungen und Nachträge" selbst und ihre Begründung verwiesen und hier nur bezüglich ter Wirkungen des Gesetzentwurfs auf den vorliegenden Haupwor- anschlag Folgendes bemerkt werden. Es sind vorgesehen: Unter der Hauptabteilung XI „Ausleihungen und Staatsschuld" in Einnahme: die aus besonderen Fonds zu Tilgungszwecken verfügbaren 510 000 Mk., in Ausgabe: neben diesen^ Betrag und den aus Staatsrentenkapitalien weiter verfügbarem! 107 200 Mk. zur Tilgung der alten Schuld und der vom 1. April 1911 ab zugehenden Eisenbahnschuld aus Eisenbahnüberschüssej^ ein Betrag von 1 577 970 Mk. und zur Tilgimg der vom 1. April 1911 ab zugehenten sonstigen Schuld ein Betrag von 30 354 Mk., zusammen also zu Tilgungszwecken rund 2 225 500 Mk., Unter der künftig „Ausgleichs- und Tilgungsfonds" zu benennenden Hauptabteilung XIII a in Ausgabe: eine Ablieferung aus Eisenbahnüberschüssen an den Fonds von 1 728 118 Mk. und in Einnahme: eine Entnahme aus dem Fonds zur Deckung laufender Verwaltungsausgaben von 937 727 Mk. 09 Pfg. Mit dem bisherigen Ausgleichsfonds sind an Einnahmen und ^lusgaben der Anteil Hessens an der von Preußen der Hessisch- Thüringischen Lotteriegeineinschaft zu zahlenden Rente, ter Anteil Hessens an der Reichserbschaftssteuer, sowie eigene Einnahinen an Erbschaftssteuer und die durch Überweisungen nicht gedeckten Matri- kularbciträge an das Reich verbunden. Diese sind in Zukunft wie alle übrigen Verwaltungseinnahmen und Ausgaben zu behandeln, d. h. sie wirken unmittelbar und ganz auf den Abschluß des neuen Haupt Voranschlags ein. Die Annahme dieser Vorschläge ermöglicht es, den Haupt- Voranschlag für 1911 mit den dermalen zum Ausschlag kommenden Einkommen- und Vermögenssteuersätzen ohne Fehlbetrag, abzuschließen. Auf die Herstellung des Gleichgewichts im Venvaltungsteil, der in Einnahme und Ausgabe mit 67 669 669 Mark 86 Pfg. schließt, wirkte von besonders hervor zuheb enden Mymenten zunächst günstig ein der Umstand, daß bei den direkten Steuern infolge der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein Mehrertrag von 411 467 Mk. gegen den laufenden Hauptvoranschlag eingestellt werden konnte. Gegenüber steht dem indessen ein Einnahmeausfall bei der Erbschaftssteuer von 552 650 Mk. infolge von Umständen, auf die unten zurückzukommen sein wird. Bei den Ausgaben waren trotz größter Sparsamkeit auf allen Gebieten höhere Ansätze für Schuldzinsen, Gehalte, Pensionen, Schreibhilsekosten, Ausfälle usw. unvermeidlich, auch mußte der Etat mit einigen neuen unabwendbaren Ausgaben belastet werten, so mit dem Zuschuß für die demnächst zu eröffnende Irrenanstalt zu Gießen und mit den Aufwendungen, die der Staatskasse nach dem Reichsviehseuchengesetz vom 22. Juni 1909 für Entschädigungen für Viehverluste usw. künftig neu zuwachsen. Besonders günstig beeinflußt ist der Abschluß durch die schon oben erwähnte Ueberweisung von 370 389 Mark 32 Pfg. aus Mitteln des Jahres 1910, die sich somit auch nachträglich als notwendiger Akt weiser Vorsorge für das Jahr 1911 bewährt. Bezüglich des Verhältnisses zum Reich ist damit gerechnet, daß keine Erhöhung ter durch Ueberweisungen nicht gedeckten Matrikularbeiträge über den dermaligen Satz von 80 Pfg. auf den Kopf der Bevölkerrmg hinaus stattfindet. Ersparnisse aus der bereits eingeleiteten Vereinfach ring der Staatsverwaltung konnten naturgemäß nur in geringem Umfang vorgesehen werden, sie können erst später in stärkerem Maße erfüllen. Immerhin enthalt auch der vorliegende Entwurf schon zwei größere Ersparnisposten: wie bei den betreffenden Kapiteln unten noch besonders erläutert ist, vermindert sich der Zuschuß für die Gendarmerie um rund 25 000 Mk., der für den Strafvollzug um rund 30 000 Mk. Für eine Aufbesserung der Bezüge der Beamten usw. haben srch leider in diesem Hauptvoranschlag Mittel nichtbereit st ellenlassen: sie muß aber die nächste Aufgabe sein, die zu lösen ist, sobald über eine ausreichende Tilgung ter .Staatsschuld eine Verständigung erzielt jein wird. Aus dem hessischen Voranschlag für sytz. Der Hmiptvoranschlag der Staats-Ernn-chmen und Aus. gaben für das Etatsjahr 1911 M am 24. Dezember erschienen, ger-che noch zur rechten Zeit, nm den Mitgliedern der Landstande als Weihnachtsgabe unter den Christbaum gelegt werden können. Und unfern Lesern, denen wir noch in der Weihnachtsnummer nähere Mitteilung darüber machen konnten, wird die Nachricht über den vcr- hältnismüßig günstigen Abschluß der neuer: Staatsrechnung gewiß nicht mutter willkommen gewesen sein. Zum ersten Male seit langen Jahren wieder ein Staatsbudget ohne Defizit! Das ist in ter Tat ein Ereignis, das wohltuend auf jeden Staatsbürger und Steuerz-ahler einwirken muß! Wie anders war es doch im vorigen Jahre: Der damals schon 14 Tage vor dem Fest bekanntgegebene Staatsvoranschlag hatte ein Defizit von fast fünf Millionen Mark gebracht. Den Hauptanteil an dieser Erfreulichen Wendung der Verhältnisse trägt, veranlaßt durch die langsame, aber stetig fortschreitende Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage, der außerordentlich günstige Aufschwung des Eisenbahnverkehrs und der dadurch bedingte hohe Ueberschuß aus der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft. Der Anteil Hessens an diesen Ucberschüssen hatte schon im Jahre 1909'über 13y2 Mrüionen betragen, während im Hauptvoranschlag für 1909 ■nur 12950 000 Mk. dafür an gesetzt worden waren. Für das Jahr 1910 hatte Finanzminister Gnauth, bei Würdigung aller in Betracht kommenden Verhältnisse höchstens einen Betrag von 12 Millionen dafür ansetzen zu können geglaubt, der erst nach hartem Kampf mit dem Finanzausschuß auf 12654 000 Mk. erhöht wurde. In Wirklichkeit aber wird sich nun, wie die amtliche Denkschrift zum Staatsvoranschlag bemerkt, der Anteil Hessens für 1910 auf mehr als 14 Millionen belaufen. Der neue Staatsvoranschlag balanziert, wie schon erwähnt, im ganzen mit 80122 272 Mk., wovon 67669 669 Mk. auf den Verwaltungsteil entfallen, der im vorigen Jahre 65 780000 Mk. betrug. Der Voranschlag zeichnet sich vor seinen Vorgängern besonders dadurch vorteilhaft aus, daß die früher viel betonte weise Sparsamkeit diesmal auch äußerlich wirksam in die Erscheinung tritt. Man hat den Worten jetzt auch die Taten folgen lassen und überall da, wo eS dem praktischen Blick des neuen Finanzministers irgendwie angängig erschien, auch nicht unerhebliche Ersparnisse durchgefüyrt. Wir geben nunmehr die Ausführungen der amtlichen Denkschrift hier wörtlich wieder: Bei Aufstellung und Vorlage des Entwurfs des Hauptvor- «rschlagS für 19 10 ging die Großh. Regierung von der Auffassung aus, daß es dringend erforderlich sei, die finanziellen Verhältnisse des Großherzogtums neu zu ordnen; der Entwurf des Verwaltungsteils des Hauptvoranschlags zog aus dieser Auffassung und den zu ihrer Verwirklichung vorgeschlagenen Maßnahmen die finanziellen Folgerungen. Sachlich notwendig schien eine solche Neuordnung mit Rücksicht auf den starken Rückgang -der Eisenbahneinnohmen bei steigendem Zinsaufwand für die Staatsschuld. Mindestens äußerlich veranlaßt war sie auch durch die im Sommer 1909 zustande gekommene Reichsfinanzreform, ibie das Verhältnis der Bundesstaaten zum Reich sowohl bezüglich kihrer Matrisularbeitragspflicht, wie bezüglich ihres Anteilsrechts • an der Erbschaftssteuer auf eine neue Grundlage stellte. Diese 'Heiden Umstände — starkes Sinken der Eisenbahnüberschüsse und ^Aenderung des Verhältnisses zum Reich — ließen allein schon eine ,.Aenderung der Vorschriften über den durch sie hauptsächlich beeinflußten Alusgleichsfonds angezeigt und die Beschaffung neuer 'Mittel notwendig erscheinen. Dazu kam, daß auch bei den nicht mit dem Ausgleichsfonds zusammenhängenden Einnahmen und Ausgaben schon seither ein sehr erheblicher Fehlbetrag vorbanden war, der nach Auszehrung der Vermögensreste aus früheren Jahren nun nicht mehr wie in vorderen Hauptvoranschlägen einfach aus diesen gedeckt werden konnte. Die Neuordnung war schließlich geboten im Hinblick auf den hohen Stand unserer Staatsschuld und ihre unzureichende Tilgung, tvar doch die durch das Gesetz vom 3. Oktober 1896 angeordnete Tilgung bei der: gesunkenen Eisenbahneinnahmen in 1908 nicht angängig und erschien solche für die folgenden Jahre nur mit ganz unbedeutenden Beträgen möglich! Beides drängt dazu, eine stärkere Tilgung als bisher sicher zu stellen, umsomehr, als auch das Reich und andere Bundesstaaten bereits ähnliche Vorkehrungen getroffen haben. Dem den Landständen vorgelegten Gesetzentwurf über die Tilgung der Staatsschuld entsprechend, der die völlige Aufhebung der Vorschriften über den Ausgleichsfonds vorsah, wurden denn auch wesentlich erhöhte Betrage in dem Hauptvoranschlagsentwurf für 1910 vorgesehen. Die Beschaffung der hiernach neu aufzubringenden Mittel war nur durch eine Erhöhung der direkten Steuern zu ermöglichen. Sie wurde mit einem Satz von 30 Prozent bei der Einkommensteuer vvrgesckstagen und mit solcher (Ännahmeverbesserung der .Hauptvoranschlagsentwurf ins Gleichgewicht gebracht. Bekanntlich ist ein Einvernehmen mit den Landstänten über den erwähnten Gesetzentwurf nicht zustande gekommen. In den endgültig genehmigten Hauptvoranschlage für 1910 wurde deshalb anstelle des vorgesehenen nur der geringe Tilgungsbetrag, wie er sich ans Grund oes Gesetzes vom 3. Oktober 1896 berechnete, eingestellt. Hierdurch und durch verschiedene andere Beschlüsse und sonstige Maßnahmen gelang es, die vorgeschlagene Steuererhöhung auf 15 Prozent bei der Einkommensteuer und 20 Pfg. vom Tausend Mark Vermögen bei der Vermögenssteuer zu ermäßigen und dabei Einnahmen und Ausgaben so auszugleichen, daß noch ein Betrag von 370 389 Mk. 32 Pfg. verfügbar blieb und zur Vereinnahmung im Hauptvoranschlag 1911 der leichteren Balancierung wegen verausgabt werden konnte. Damit waren zwar die Verhältnisse des Jahres 1910 geregelt, eine dauernde Ordnung ter Finanzen und vor allem eine angemessene Schuldentilgung wurde indessen nicht erreicht, sie bleibt nach wie vor anzustreben. Inzwischen hat nun wohl eine wenn auch langsam vorwärts schreitende Besserung ter wirtschaftlichen Verhältnisse begonnen. In deren Folge — allerdings auch veranlaßt durch Ersparnismahnahmen der Eisenbahngenteinschaftsverwaltung — stieg schon 1909 der^Apteft HMens an, hem UeterMrß ter Kisetcha.hngemM^ Auch bei Aufstellung des zweiten, die Einnahmen und Ausgaben des Vermögens enthaltenden Teils des Haupt-- Voranschlags wurde in der Uebernahme neuer Lasten auf die .Staatskasse größte Zurückhaltung geübt. Trotzdem mußte eine Anleihe für Eisenbahnzwecke von 5 744 000 Mk. und eine solch« für andere außerordentliche Bedürfnisse von 1011800 Mk., zusammen 6 755 800 Mk., vorgesehen werten. Die für Eisenbahn- zwecle vorgesehenen Mittel sind, abgesehen von den Anforderungen für Betriebsmittel, für den Erwerb militärfiskalischen Geländes auf dem linken Rheinufer beim Bahnhof Mainz-Süd, sowie endlich für die Erweiterung der Bahnhöfe Babenhausen und Fulda nicht für neue Zwecke, sondern für solche Eisenbahnbauten bestimmt, welche in früheren Hauptvoranschlägen bereits genehmigt morteii sind. Einnahmen und Ausgaben dieses Teils balancieren nriI 12 452 602 Mk. 41 Pfg. Aus den Einzelheiten des neuen Hauptvoranschlags seien nur die wesentlichsten Punkte und insbesondere die erheblicheren Abweichungen von dem Hauptvoranschlag des laufenden Jahres hervvrgehoben. Aus dem ersten Teil: Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung sind die Hauptabteilunggen I: Reste aus früheren Jahren und XIV: Indisponible und reservierte Fonds zusammen zu betrachten. Dort fütb die aus dem letzten abgeschlossenen Etatsjahr 1909 verbliebenen Reste mit 422 520 Mk. 65 Pfg. Einnahme und 1865 Mk. 02 Pfg. Ausgabe eingestellt^ also ein Einnahmeüberschuß von 420 655 Mk. 63 Pfg.; bi er sind die davon zur Bestreitung ftüher verwilligter, noch übertragbarer Ausgaben verfügbar zu haltenden 107 913 Mk. 37 Pfg. ut Ausgabe vorgesehen. Als indisponibel ist diesmal nichts in Ausgabe zu stellen, weil von jenen 1909er Resten int Jahre 1910, iit dessen Rechnung sie tatsächlich übergingen, nichts zu laufenden Ausgaben verbraucht wurde. Bei Vergleich ter Abschlußziffern beider Hauptabteilungen erscheint als reiner Verwaltungsrest 1909, der zur Deckung laufender Ausgaben des neuen Hauptvoranschlags verwendet wird, der Betrag von 312 743 Mk. 26 Pfg. Da ter laufende Hauptvoranschlag durch 'den ungünstigen Abschluß tes Jahres 1909 in seinen „Resten aus früheren Jahren" mit einer Ausgabe von 521 899 Mk. 30 Pfg. belastet ist, so ergibt sich für den neuen Hauptvoranschlag im Vergleich zu jenem eine Verbesserung von 834 641 Mk. 56 Pfg. Die Hauptabteilung II: Domänen des Großherzoglichen Hauses schließt bei 6 319 769 Mk. 50 Pfg. Einnahme 5 241 203 Mk. 95 Pfg. Ausgabe mit einem Ueberschuß von 1 078 565 Mk. 55 Pfg. ab, d. i. gegen das laufende Jahr weniger 32 797 Mk. 76 Pfg. Die Verschlechterung ist bei ten Weinbaudom anen zu suchen und hier veranlaßt durch das geringe Ergebnis des Herbstes 1909, der für Rechnung des Etatsjahres 1911 versteigert werden wird. Ter wichtigste Posten dieser Hauptabteilung, die Einnahme aus Bau-, Nutz- und Brennholz ist unverändert mit 4 330 000 Mk. wieder eingestellt, da der Fällungsetat mit 433 000 Festmeter der gleiche bleibt und auch der Preis für den Festmeter mit 10 Mk., tote für 1910, anzusetzen war. Die Kulturkosten wurden um 50 000 Mk. gekürzt und sonach mit 354 000 Mk. eingestellt, obwohl die Oberförstereien 414 845 Mk. gefordert hatten: es soll versucht werden, entsprechend dem bei der letzten Budgetberatung geäußerten Wunsch der Landstände, mit dem geringeren Betrag auszukommen. Tie Hauptabteilung III: Staatsdomänen- bringt ein Mehr an Ueberschuß gegen 1910 von 2 286 326 Mk. — Pfg. Ihre Einnahmen sind zu 16 987 190 Mk. 06 Pfg. veranschlagt, ihre Ausgaben zu 2128 942 Mk. — Pfg. Dieser günstige ylbschluß ist allein auf die Staatseisenbahnen zurückzuführen. Nachdem in 1908 der Anteil Hessens an dem Betriebsüberschuß der Eisenbahngemeinschaft auf 10 610152 Mk. 39 Pfg. gesunken war, hob er sich in 1909 infolge Besserung ter wirtschaftlichen Verhältnisse und durch Ersparnismaßnahmen der Gemeinschaftsverwaltung, die den Betriebskoeffizienten (das Verhältnis der Betriebsausgaben zu den Betriebseinnahmen) von 74,62 in 1908 auf 68,99 herabgehen ließen, wieder auf 13 535 926 Mk. 73 Pfg. Wemt es auch nicht ausgeschlossen ist, daß der Betriebskoeffizient wieder wachsen wird, so kann doch für 1910 mit einem Ueberfchußanteil Hessens von mindestens' 14 000 000 Mark statt veranschlagter 12 654 000 Mk. gerechnet und für 1911 ein Anteil von 14 980 000 Mark erwartet werden. Dieser Betrag wurde auch in dem Hauptvoranschlagsentwurf vorgesehen: er stellt ein Mehr gegen 1910 von 2 326 000 Mk. dar. Ihm ist unter der hier in Rede stehenden Hauptabteilung eine Ausgabe für öffentliche Abgaben von 350 000 Mark gegenüber gestellt. Wogen seiner weiteren Verwendung zur Verzinsung und Tilgung der Eisenbahnschuld und zur Deckung sonstiger Verwaltungsausgaben wird auf die Einleitung dieser Denkschrift und auf die Hauptabteilungen „Ausleihungen und Staatsschuld" und „Ausgleichs- und Tilgungsfonds" verwiesen. Bei dem Braunkohlenbergwerk Ludwigshoff- n u n g Unirte infolge Rückgangs des Absatzes schon im laufenden Hauptvoranschlag mit einer Verkaufsmenge von nur 17 000 000 Preßsteinen gegen früher 18 000 000 gerechnet. Nun muß sogar auf eine Verkaufsmenge von 13 000 000 zurückgegangen werten. Ein erfreulicheres Bild gewährkter Etat der Badeanstalt Bad-Nauheim. Infolge dauernder Zunahme des Besuchs des Bades, Zunahme der Bäterabgabe und Erhöhung ter Baderpreise können die 93ategeiter um 42 000 Mk. höher als 1910, nun mit 800 000 Mk., Kurtaxe und Eintrittsgelder um 44 000 ML höher, nun mit 366 000 Mk. angesetzt werden. Die GesamterTr- nahme stellt sich auf 1 479 000 Mk., die Ausgabe einschließlich einer Ablieferung von 412 010 Mk. an den Emeuerungsfondsi (85 860 Mk. mehr als 1910) auf 1355 030 Mk. Für Bad Salzhausen betragen die Einnahmen 22 100 Mk. und die Ausgaben 46 070 Mk. Der hiernach erforderliche Znschußtedarf von 23 970 Mk. (1910 = 26 380 Mk.) wird wieder von BateNauheim gedeckt, so daß sich beim Vergleich der Gesamteinnahmen und -Ausgaben beider in einem Etat vereinigten Badeanstalten, wie bisher, ein für allgemeine Staatszwecke verfügbarer Ueberschuß von 100 000 Mk. ergibt Der Erneuerungsfonds Bad-Nau- beim betrug Ente 1909 -- 1566 000 Mk. In 1910 werten ihm aus dem Ueberschuß der Badeanstalt voraussichtlich 520000 Mk. zugeführt, andererseits aber ihm entnommen an Zinsen für Bau- barleben aus ter Hauptstaatskasse 300 000 Mk., an Abträgen auf diese Darlehen 600 000 Mk., an Abträgen auf Vorlagen ter Hauptstaatskasse für Geländeankaufe in Bad-Nauheim 147 555 Mk, schließlich zur Deckung ter Kosten ter in 1910 bewilligten Neu- bauten 674140 M. In dem Fonds wcndV iopach Gute 1910 to- , ____Erster Blatt |60. Jahrgang Dienstag, Yt. Dezember 19(0 GiesienerAnreiaer ZZU General-Anzeiger für Gberhefsen --LZM Är bi, taflesnumme" NotaNonr-ruck und Verlag der vrLhl'schen Univ.-Vuch- und Stem-rucktrei «.Laugt. Redaktion, trpeöition und vruckerei: Lchulstratzt 7. Land'-E Heß'" llr dm °°rinm°gs 9 Uhr. Expedition für Büdingen: Bahnhoffttatze 16a. - Telephon Nr. 50. Anzeig'-nteil: H. Beck. hoch 354 000 DL angrscmwttS Tebt, während sich Nrnn bte Anleiheschuld bei der Hauptftaatsskasse auf rund 8 200 000 DL stellen wird. Die seinerzeit genehmigten Neu- und Umbauten werden Ende 1911 sämtlich fertiggeftellt sein; deshalb war auch eine Fmderung für solche Bauten in dem Vermogenselat nicht mehr ixi stellen. ______________________ politische Tagesschau. Die deutsche Regierung und die aus Portugal ausgewiesenen Jesuiten. Wie wir vermutet hatten, ist xu der bekannt'e^Ver- öffentlichung Erzbergers alsbald eine halbamtliche Erklärung gemacht morden. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: Hiesige Blätter berichteten, die deutsche Reichs-regie- nntg habe bei der vorläusigen Regierung Portugals förmlichen Einspruch gegen die Ausweisung deutscher Jesuiten aus den portugiesischen Kolonien erhoben. Dazu ist zu bemerken, daß sich das Vorgehen der deutschen Regierung nicht gegen die Ausweisung desOrdensals solchen richtete. Rach einem £?rtu* aiesischen Gesetze sind alle Orden ans Portugal und seinen Besitzungen ausgewiesen. Demgegenüber hat die deutsche Regierung die Jnteressevihrer Staatsangehörigen dahin gewahrt, daß sie Portugal ersucht hat, bei der Auflösung der Jesuitenmissionen in den portugiesischen Kolonien jede Verletzung deutschen Eigentums zu vermeiden und die Auflösung auch nicht so überstürzen, daß dadurch materielle Interessen geschädigt werden. Wenn die Jesuiten sich entschließen, in den portugiesischen Kolonien auf die förmliche Gliederung als Orden zu verzichten, so werde sich vielleicht ein Weg finben, um die Fortsetzung ihrer Mtssionstätigkeit zu ermöglichen. Die deutsche Regierung hat in diesem Falle dem Orden gegenüber nicht mehr getan, als sie jedem Deutschen gegenüber, der ihren Schutz anruft, tun rnuß und zu tun pflegt. Die Eigenschaft als Orden steht daher mit dem Verhalten der Regierung in keinerlei Verbindung. Man wird diesen amtlichen Maßnahmen zusllrnmen müssen. Die sächsische Regierung gegen den Prinzen Max. Im „Dresdener Journal", dem amtlichen Organ der sächsischen Regierung, wird sehr auffällig Stellung gegen den Prinzen Max genommen. Man erinnert sich, bay der König Friedrich .August gegen den letzten, die Protestanten verletzenden Hirtenbrief des .Papstes bei diesem schriftlich .Einspruch erhoben haben sollte. Ob nun der Welt gezeigt 'werden soll, daß der sächsische Hof mit dem Vatikan vorzügliche Beziehungen unterhält, und wer wohl die hier folgende, seltsame Veröffentlichung, die viele Rätsel enthält und kaum dringend geboten war, veranlaßt hat? Das Dresdener Journal" schreibt: Der Axtitel des Prinzen Max, PonsöeS für P Union des Eglises, in der neuen Zeitschrift „Rom« e V Oriente" ist zum Gegenstände weitgehender Erörterungen in der Presse gemacht worden. Demgegenüber wird hiermit feftgestellt: Eer fragliche Artikel erörtert das Problem, in welcher Weise vom Standpunkte und aus den Auffassung^. der nichtunierten ^Orientalen heraus betrachtet, am aussichtsvollsten die Wiedervereinigung der orientalischen und okzidentali- schenKirche herbeigefuhrt werden könne. Die gv diesem Zwecke gemachten eigenen kritischen Bemerkungen und Vorschläge früh, “' sie sich auf exegetischem, kirchengeschichtlichem und kirchen- *em Gebiete bewegen, nicht einwandfrei und unter- iner wissenschaftlichen Beurteilung. Insofern sie mrtDog- ver katholischen Kirche im Zusammenhang stehen, sind sie nicht nur einer sachlichen Prüfung an sich ausgesetzt, sondern Haben auch mit der: Gesamtlehre der Kirche im Einklang zu ft eben. Von dieser aber abzuweichen oder mit irbr sich in Widerspruch zu setzen, lag und liegt dem Prinzen vollkommen fern. Daß die Zurückziehung des Artikels opportun war, bestätigen die Mißverstäntmiss-e rund tatsächlichen Mißdeutungen nicht,, welch letztere wiederholt dem Wortlaute wiedersprechen. Rom, 26. Dez. Prinz Max von Sachsen ist hier eingetrosfen. £ärm in der türkischen Kammer. Konstantinopel, 26. Dez. In der Kammer kam es gestern bei der Verhandlung über die Rachtragsakte zur Bekämpfung der Cholera zu einem erregten Zwischenfall zwischen dem Minister des Innern und dem Präsidenten der Sanitätskommission, dem jungtürkischen Abgeordneten Jsmit Der Minister des Innern nannte Jsmit einen .Gauner, worauf dieser rief: Unverschämtheit! Schuft! Much der Jungtürke Said beschimpfte den Minister des Innern. Infolgedessen entstand ein so heftiger Lärm, daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Infolgedessen entstanden Gerüchte von einer Demission des Ministers des Innern. Authentischen Nachrichten zufolge war Talat-Bey auch entschlossen, zurückzutreten, wurde jedoch vorläufig durch den Großwesir und andere einflußreiche Komiteemitglieder ersucht, davon Abstand zu nehmen. Morgen findet eine Konferenz des jungtürkischen Komitees statt, in welcher der Minister des Innern die Ausschließung Jsmits und Saids, sowie anderer Deputierter, die sich an den Lärmszenen beteiligten, verlangen wird. Sollte sein Antrag nicht durchgehen, so beabsichtigt er zurück- zutreten. Au- Hessen. Der Finanzausschuß der Ersten Kamme r hat zwei Berichte fertig gestellt, nach denen das Gesuch des Arbeiterradfahrerbundes betr. Aufhebung der Fahr- Mdsteuer usw. entsprechend dem Beschluß der Zweiten Kammer abgelehnt wird. Bezüglich der Vorstellung der Oberlehrer, betreffend Regelung ihres Besoldungsdienstalters, schließt sich auch hier der Ausschuß dem zustimmenden Beschlüsse der Zweiten Kammer an. Bei der Ersten Kammer ist dann eingegangen eine Vorstellung der Warenhausbesitzer Tietz, Wronker, Knopf, Halbreich und Landauer, in welcher ersucht wird, eine Kumulierung der Gewerbe-, Warenhaus- und Filialsteuer auszuschließen usw. — An die Zweite Kammer der Stände hat der Verein mittlerer Justizbeamten eine Vorstellung, betr. Gewährung einer Teuerungszulage, igerichtet. Es heißt darin u. a.: Die weiter anhaltende Preissteigerung des Lebensbedarfs, deren Ende vorerst noch nicht abzusehen ist, bringt die Hessischen Staatsbeamten in eine stetig sich verschlimmernde Lage. Naturgemäß tritt dieser Notstand neben den unteren gerade bei den mittleren Beamten besonders empfindlich hervor und drängt so auch besonders hier auf recht baldige Abhilfe. Einig ist man sich, daß eine wirksame und dauernde Abhilfe nur durch eine durchgreifende Revision der geltenden Besoldungsordnung herbeigeführt werden kann. Ob aber unter, den gegenwarttgen Ftnanzverhältnissen des Staates die alsbaldige Revision sicher erwartet werden kann, erscheint immerhin fraglich. Trifft diese Befürchtung aber zu, dann werden zahlreiche Familien, die sich bisher nur unter Einschränkungen und Entbehrungen mühsam durchbringen konnten, noch gerade in eine direkt unhaltbare Lage kommen. Wie wenig solche Zustande der Würde eines Staates entsprechen, 6ebarf wohl keines besonderen Hinweises, es läßt sich aber weiter nicht verkennen, daß diese für die Dauer Folgeerscheinungen zeigen werden, die sowohl im Interesse der Beamten als auch des Staates bedauerlich erscheinen müssen. Daß aber die Lage vieler BeamtenfamÜien heute geradezu eine verzweifelte ist, darüber dürften auch bei Regierung und Land es Vertretung Zweifel kaum mehr bestehen Hiervon ausgehend, richten wir an hohe Zweite Kammer der Landstände die ehrerbietige Bitte: um Gewährung einer Teuerungszulage bis zur allgemeinen Revision der Besoldungsordnung. Deutsche» Aesch. DerStreit zwischenbemordentlichcnProsessor der Nationalökonomie Ludwig Bernhard und Max S e r i n g ist, wie der „Berl. Lokalanzeiger" meldet, durch Ver- mittellmq des Kultusministers am Weihnachtsabend beigelegt worden SluslflitO* 'Zu den Gerüchten, Italien plane eine militärische Expedition nach Tripolis, erklärt die „Tribuna", daß ein feindliches Vorgehen gegen die Türkei der italienischen Regierung jetzt ferner liege als je. Das Blatt spricht sein Erstaunen darüber aus, daß ernsthafte Zeitungen derartige Nachrichten verbreiten. 2000 Stückmeister und 10000 Gehilfen des Schneidergewerbes in Wien haben beschlossen, am 1. Januar die Arbeit ein^u ft eilen, da die Konfektionäre eine Lohnerhöhung verweigern. Nach einer Versammlung, in der der Beschluß gefaßt wurde, veranstalteten etwa 1000 Teilnehmer Straßenkundgebungen vor den Konseltionshäusern Cseters und .Gerngroß. Tie Polizei zerstreute die Ruhestörer. Den türkischen Blättern zufolge kaufte der türkische Flottenverein einen amerikanischen Dampfer an, der als Kreuzer dritter Klasse armiert werden soll. „Jkdam" zufolge wurden einige Redifbataillone des fünften Korps zur Sicherung der Ruhe in der Gegend von Kerak mobilisiert. „Turguie" meldet einen neuen Kampf mit Trusen bei Kerak. Die Drusen sollen die Position behauptet und die Truppen 100 Mann verloren haben. Infolge der wiederholten Bittschriften, um Einberufung des chinesischen Parlaments und infolge der Ankunft von Abgeordneten und Bittsteller in Peking, wurde ein kaiserliches Edikt erlassen, in dem jede Agitation mit parlamentarischen Angelegenheiten streng verboten wird. Die Pekinger Polizei wurde verantwortlich gemacht, daß neue Agitatoren nicht zugelassen ; bte anwesenden mürben ausgewiesen. Das Edikt wetst die Vizekönige und Gouverneure an, die Agitation in den Provinzen durch ähnliche Maßnahmen zu unterbrüaen. Nach dem Erlaß des Edikts genehmigte der Reichsausschuß eine Denkschrift, in der die Einsetzung eines verantwortlichen Kabinetts gefordert wird. Der Reichsausschuß wurde durch das kaiserliche Edikt zufrieden gestellt. Das Haus beschloß mit dreiviertel Mehrheit die am 24. Dezember angenommene Denkschrift, in der ein verantwortliches Kabinett verlangt wird, zurückzuziehen. Es herrscht allgemeine Genugtuung, daß eine Krise vermieden wurde. Das verbot der Viehmärkte. Alsfeld, 27. Dez. Heute nachmittag fanb' hier im Deutschen Kaiser eine Versammlung oes Oberhessischen Viehhändlervereins statt, die schwach besucht war. Der Vorsitzende Flörsheim wies darauf hin, daß nicht nur die Viehhändler in Oberhessen, sondern auch besonders die Mehrheit der Landwirte in der Provinz in ihren Erwerbsverhältnissen igefchädigt seien durch das Verbot der Viehmärkte und des Hausierhandels mit Klauenvieh. Begreiflich und zu billigen seien alle Maßnahmen der Regierung, die wirtlich bezwecken, die Heucke den Viehbeständen innerhalb unserer Grenzen fernzuhalten, aber es gehe entschieden zu weit, wenn man dabet den in Oberhessen üblichen Handel und die Abhaltung der Märkte mit unverseuchtem Vieh ausHer Provinz hindere. Es sei möglich, den Gießener Markt allein für Vreh aus Oberhessen abzu- halten, dessen Herkunft man durch behördliche Nachweisscheine feststellen könne. Wenn man ernstlich in Darm- tadt wolle, könne man dem Viehhartdel helfen und damit auch den zahlreichen kleinen Landwirten entgegenkommen, deren Vieh von Spezialkäufern nur auf den DÜirkten gesucht und gut bezahlt wird. In der sehr lebhaften Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß die obere hessische veterinärmedizinische Behörde dem Viehhandel sich stets wenig entgegenkommend gezeigt habe. Es wurde darauf hinge- wiesen, daß in Hanau, Kirchhain und Fulda, also unmittelbar an der hessischen Grenze, Märkte ungehindert stattsinden, auf denen hessisches Vieh zum Verkauf kommt und auch Tiere ür Oberhessen gekauft werden, ohne daß damit der Ver- euchung des Viehbestandes in Oberhesjen Vorschub ge- eistet worden sei. Ein Redner führte aus, die Angst vor )er Maul- und Klauenseuche sei an gewissen Stellen in Hessen nahezu krankhaft. Er verwies ferner daraus, daß )as Ministerium es abgelehnt habe, am Tage vor dem Gießener Markt die Tiere ärztlich untersuchen zu lassen, wodurch der .Auftrieb auf den Markt beschleunigt werden önnte. Dieser Antrag, sei abgelehnt worden, well man >er Ansicht ]ei, daß Vieh, das am Tage vor dem Markt bei der Untersuchung für gesund erklärt sei, am andern Morgen beim Auftrieb zum Markt schon mit der Seuche behaftet sein könne. Es kam ferner zum Ausdruck, daß der Staat jetzt bei den Steuererklärungen erfahren werde, wie weit er mit seinen überstrengen Maßnahmen gegen den Viebhandel in Hessen komme, denn dieser Erwerbszweig ei seit einem Vierteljahr so gut wie lahm gelegt In der Versammlung wurde mitgetei.it, daß die Vertreter des Ministeriums den Hinweis aus das Fortbestehen der Märkte von Fulda, Hanau und Kirchhain usw. damit zu entkräften uchen, daß man eben in dem großen Preußen das Seuchen- wsetz leider weniger streng anwende, als bei uns. Die Versammlung beschloß darauf einstimmig, an das Ministerium eine Eingabe zu richten, die man auch von den interessierten Landwirten unterzeichnen lassen will. Es soll )arin gefordert werden, daß die Quarantäne gegenüber Vieh aus fremden verseuchten Gebieten ftzr Hesjen streng aufrecht erhalten werde, dagegen wird verlangt, daß die Märkte und der Hausierhandel mit Klauenvieh, das man durch behördliche Ursprungszeugnisse als gesundes Vieh aus Hessen ausweisen könne, sreigegeben würde. Während überall in Oberhejsen das Zutreiven von Vieh für den Frankfurter Montagsmartt vom Samstag abend bis Sonntag früh um 5 Uhr nach den Eisenbahnstationen und des-en Verladen in die Sonntagsviehzüge bis zu dieser Zeit von )en Kreisämtern gestattet wird, hat dies das Kreisamt Alsfeld verboten. Hierdurch werden zahlreiche Israeliten gezwungen^, ihr Vieh entweder am Frertag nachmittag schon zu verladen vder den Sabbat zu entheiligen. Die Der» Sammlung ist der Ansicht, was in den anderen Kreisen der Provinz erlaubt sei, müsse im Kreise Alsfeld ebenfalls gestattet sein, und beschließt deshalb, eine erneute Vorstellung beim Kreisamt Alsfeld und eventuell beim Ministerium einzureichen. Die weiteren Beratungsgegenstände der Versammlung betreffen Vereinsangelegenheiten. 21 us Stadt und Land. Gießen, L7. Dezember 1910. " T a g es k a l e n d e r für Dienstag, 27. Tez. Stadt- theater. Nachmittags 3% llfjr: ,.D i e M ä u | e f 5 n t q i n*; abends 71/, Ul;r: ,D i e F ö r ft e r cf) r i ft e l*. Mittwoch nachm. 37, Uhr: »Den KörrtgdrücktderSchuh". Kolosseum: Programmwechsel. iNingkampl-Konkurrenz). Milrtärkonzert auf der Lievigshöhe. Ansang 47, Uhr. * ** Vom Großh. Hofe. Das GroßherzvgSpaar bescherte am Freitag nachmittag 3 Uhr im Alten Palais zu Darmstadt 12 armen hiesigen Familien. Hieraus begab sich die Großherzogin in Begleitung der Hofdame Freiin von Rotsmann im Auto zur Weihnachtsbejcherung nach dem Elisabethenstist in Nieder-Ramstadt. " Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Vorsitzenden des Vorstandes der Sektion VI der Hessen-Nassauischen Baugewerks - BerufSgenofsenschaft, Weiß- bindermeister Ludw. Petri II. zu Gießen, den Roten Adlerorden 4. Klasse verliehen. ** Titelverlcihungen. Der Großherzog hat den Oberinspektoren Dr. Karl Becker zu Darmstadt und Dr. Albr. Offenbächer zu Worms, sowie den Vorständen der Finanzämter Zwingenbera und Seligenstadt, Gg. Kn ab zu Zwingenberg und Wilh. Lorenz zu Seligenshadt, den Charakter als „Finanzrat" verlichen. Prüfungsordnung für Aerzie. In das Det> zeichnis der Krankenhäuser und medizinisch-wissenschaftlichen Institute, die gemäß der PrüfnBgSordnung für Aerzte in Hessen zur Annahme von Praktikanten ermächtigt sind, sind für bnS Jahr 1911 die Ernst-Ludwig-Hellanstalt in Darmstadt und das Bürgerhospital in Friedberg ausgenommen worden. •• Neuer Kammerherr. Der Großherzog hat den Major ä la suite der Kavallerie Gustav Frhr. v. Schau- roth zum Kammerherrn ernannt. ” Bürgermeister. Der Großherzog hat dem besoldeten Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt Rudolf Mueller den Xitel ,Bürgermeister* verliehen. •* Ernannt wurde der Bureau- und Kassediener bei der Hessischen Landes-Hypothekenbank Wilh. Güße selb zum Hausverwalter bei dieser Bank. *♦ Hessischer Dia ko nieverern. Der Vorstand deS Hessischen Drakonievereins hat in der Person des Pfarrers Schneider, zurzett Pfarrer zu Dittelsheim in Rheinhessen, vorher 3 Jahre Pfarrasfistent in Darmstadt, anstelle oes Pfarrers Rehwald, dem die evang. Pfarrstelle zu Heppenheim übertragen worden ist, einen neuen Verein s g e i st l i ch e n für die Dauer eines Jahres gewonnen. Er wird seine Stelle Mitte Januar antteten. ** Jubiläum der Hessischen LandeS- statistik. Am 28. Dezember d. I. bluft die Großh. Zentralstelle für die Landesstatsitik in Darmstadt auf eine 50jährige Tätigkeit zurück. Sie hat sich während dieses Zeitraums aus kleinen Anfängen zu einem nicht unwich- tigen Glied der Staatsverwaltung entwickelt. Ihre Ausgabe ist es, in erster Linie für die Bedürfnisse der Staatsverwaltung, aber auch für allgemeine wissenschaftliche Zwecke das Material zu sammeln und zu verarbeiten, das für die Kenntnis des Landes, seiner Bewohner, seiner Kultur und staatlichen Verhältnisse von Bedeutung ist. Vor allem fällt oer Zentralstelle die Durchführung der großen stattstifcheA Erhebungen zu, nämlich der Volks-, Berufs- und Betriebszählungen, der landwirtschaftlichen Erhebungen, der Sta, tistik der Geburten, Eheschließungen und Sterbfälle, der Schisfabrtsstattstik usw. Die statistischen Ergebnisse, die sich auf die Bevölkerung, auf die Landwirtscyaft, Handel und Gewerbe, auf Verkehr, auf Religion^ Unterricht, Rechtspflege, auf Finanz-, Medizinal-, Versicherungswesen usw. erstrecken, werden in ben von der Zentralstelle herausgegebenen Beiträgen" und „Mitteilungen" veröffenllicht. ** VersorgungSan st alt für staatlicheArbeiter. Die Normativbestimmungen der Vecsorgungsanstalt für staatliche Arbeiter werden dahin abgeändert, daß eine nachträgliche Zahlung von Ruhegehalten, Witwen- und Waisengeldern aus der Versorgungsanstalt für die der Festsetzung der Renten vorausgehende Zeit nicht mehr stattsinden soll. Die Zahlung der Ruhegehalte, sowie der Witwen- und Waisengelder hat vielmehr regelmäßig mit dem auf den Zeitpunkt der Rentenbewilligung folgenden nächsten Monats- beginn anzufangen. •• Genehmigte Stiftung. Der Großherzog Haider ,Fritz und Anna Stroh Familienstistung* in Offenbach die erforderliche Genehmigung erteilt. — Stadttheater. Aus die nochmalige Aufführung der reizenden Märchenoperette ,Den König drückt der Schuh* am Diittwoch, 28. Dezember, nachmittags S1/, Uhr, sei ganz besonders hingewiesen. Die hübsche harmlose Handlung, die entzückende Musik Bogumil ZeplerS, bie hervorragende Ausstattung sowie flotte Darstellung und anmutige Tänze lohnen den Besuch für Jung und Alt. — Das liebenswürdige Stück ist dieser Tage, wie der ,93erL Börsen- courier* mitteilt, auch im Königsberger StadUheat« mit außerordentlichem Erfolg aufgesühtt worden. ** Kun st verein. Die diesjährige Verlosung vor Anrechtscheinen und Kunstgegenständen findet Freitag dev 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in der Kunsthalle zu Darmstadt statt. ** Ein gutes Mittel gegen Rheumatismus. Im Sommer schlug der Blitz toänrenb eines schweren Gewitters in die Ho freite eines Landwirtes In Inheiden. Die Hausbewohner, unter chnen der Besitzer, spürten während dieses Geschehnisses Zuckungen int Körper. Seit dieses Blitzschlages ist der Besitzer des Anwesens, der seither von heftigem Rheumatismus geplagt war, völlig von diesem Hebel befreit ** Maul- und Klauenseuche. Neue AuS- br üch e der Seuche sind gemeldet aus Oettings häufen (Herzogtum Koburg). Landkreis Gießen. 0 Hattenrod, 26. Dez. Heute feierte d'aS Ehepaar Karl Neeb seine goldene Hochzeit Beide Ehcgaiteu erfreuen sich trotz ihrer 75 Jahre bester Gesundheit, sie gehep noch täglich .ihren landwittschastlichen Arbeiten nach. > L 26. Mtz. 3Sfc -eMrlrch eS 3t toentt die Sraflfr Kreis Büdingen. 3 Zimmer .(Offene Stellen Mietgel niste 'Visitenkarten liefert ruoh end bilhget Tüchtiger bilanzsicherer Buchhalter mit sauberer Handschrift zur Aushilfe vom 1. Januar bis 1. April gesucht. , Scbriftl. Angebote uni. 6989 an den Gieftener Anzeiger erb. Die Gmseuder von Angebote», Bewerbungen u. s. w. aas An- zeigen mit Buchstaben- und Nirmmern-Zeichen, modle» wir darauf aufmerksam, daß unS bie Auftraggeber solcher Anzeigen härtst» unbekannt find. ES empfiehlt sich deShaw, derartigen Briefen flkts out Adslhnstt, von wichtigeren Papiere», Zeugnissen u^gl-beizufüge» Wir können zur Wieder» crlangung etwaiger Einlagen, BÜber u. f. w. atchtS tun. Gießener Anzeiger Ladenlokal in bester Lage für feines Spezialgeschäft z. 1. April oder 1. Juli zu mieten gesucht. Schristl. Angebote unter 6978 an den Gießener Anzeig er erbeten. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch dem 28. Dez. 1910: Schnee, Nordwind, Eintritt von Frostwetter. o . Schneebericht: Kreuzberg (Rhon) 40 em, — 3 Grad, Schneefall; Hoherodskops 12 em, - 2 Gr., Schneefall; Feldberg (Taunus 20 em Schneehöhe. Schi und Rodel überall gut. ßattöcL Charlette (Nordkarolma), 24. Dez. Die groben Baumwollspinnereien Randelman Manufacturing Company und Naemisalls Manufacturing Eom- pany haben infolge des Darniederliegens des Handels m Baum- wollerzeugnissen ihre Zahlungen eingestellt. Dte Passiven belaulen sich auf 800 000 Dollars. KLEINS KIOSS™ Türk.Tabak-& agarettenfabrik„Kios“ o E. Robert Böhme, Dresden. Kleine Tageschronik. Der langjährige Kampf um den jungen Grafen 5ctot* leki scheint jetzt in sein letztes Stadium zu treten. Für die am 23. Februar n. I. bei dem Reichsgericht ftatt- indende Verhandlung wird der Klägerin, der ^tatrons* aufsehersfrau M e y e r, die gegen den Grafen Ktotlekr wegen Herausgabe des deinen Grafen Ktoileki klagt, von dem Reichsgericht das Armenrecht bewilligt werden. Der Flieger Hoxsey erreichte während eines Fluges in Los-Angelos eine Höhe von 11474 Fuß und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. . Am Weihnachtsabend wurde in Bern tut älteres, in bescheidenen Verhältnissen lebendes Ehepaar Namens Hr r- s ch i in ihrer Mansardenwohnung ermordet aufgefunden. Der Mörder hatte das Zimmer in Brand gesteckt, um btt Spuren zu verwischen. Beide Leichen weisen zahlreiche Hieb- und Stichwunden auf. Unzweifelhaft liegt Raubmord vor Ein Mann namens Mederreuder, der die Nacht in der Wohnung verbracht hatte, wurde verhaftet und der Tat überführt. In seinem Besitze befand sich eine llhr der Frau Hirschi und verschiedene Schmuckstücke. 1 X. AUS dem Kreis Büdingen', 26. Dez. Nach dem Zusammenbruche des Vorschuß- und Kredit- Vereins Ober-Mockstadt, e. G. m. u. H., und den Folgen, die sich daran knüpften, hat alsbald die Hilfs- tatigkeit für die durch die auf Grund ihrer Haftpflicht ve- 68921 Schön möbl. Wohn- und Schlafzimmer ev. mit Kabinett u. 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Die aufstrebende Gemeinde Nodheim verdankt ihrem Bürgermeister eine Reihe gemeinnütziger Einrichtungen, wodurch Rodheim geradezu vorbildlich für die benachbarte Landgemeinden geworden ist. Die hiesige Ortsbehörde hat z. B. | kürzlich vneder die Mittel für eine Quellwasserversorgung bewilligt, dazu die Kanalisation der Dorfstraße durchgesührt und mit bedeutendem Kostenaufwand eine Schule erbaut. = Wenkbach (Kreis Marburg), 26. Dez. Heute nacht brannte die im vorigen Jahre erbaute Scheuer nebst Stal- I (ung des Landwirts Kone. Schneider vollständig nieder. Das Schwere Eisenbahnunsalle. Paris, 24. Ter. Im Batzntzos von AA™“ von Bordeanr-C-ttc stieb am Freitag «bcnbgegm m P-rsonmzno mit einem von $ o u t o u ie. tonurenba sammm. Ein Zuasührer und drei Soldaten wuite» getötet, an 4 ÖSR eil e nbe„ »Est Sotoat--^ « Urlaub in ihre Heimat reisten, f d)to er J) e r t c 6 • . beigö- selben Bahnlinie hatte vorher infolge tesNebels b« La baujac ein Zusammenstoß zwisck^n Guterzugen Itattge- fuitben, ein Lokomotivführer war Dabei u m i e! o m m c iu — Turä) die Untersuchung über das Unglück wurde festgestellt; da» der Lokomotivführer des Personenzuges mit von 60 Kilometer fuhr und die Signale des vorausia-rendeq Expreßzuges nicht sah, e m ar;§ 24 Dez. Auf der Paris—Lyon—Mittelmeer-Bahn stießen im Balmhose von Monttrtau ein Derlonenzug und em Güt er zu a zusammen. An 20 Reisende wurden verletz . Paris 24. Dez. Ein neues Eisenbahnunglück ereignete sich in M a r m a n b e. Eine Maschine W in einen «us Mont-de- Marsan kommenden Personenziig. 10 Reisen de^erlitten. V erleb u n g e n — Von den bei dem Enenbahmmgluck in ArbanatS Verletzten ist noch eine Person gestorben, so daß die Zahl derToten fünf beträgt — Das Eisenbahnunglück in Montereau soll Durchs die Nichtbeachtung der Signale veranlaßt worden lein. London, 24. Dez. In der Nähe von Kirkbv Stephen fufc ein Expreßzug auf zwei vorausfahrende Lokomotwm E Dre beiden Lokomotiven des Expreßzuges und die verausfayrenden Lokomotiven entgleisten. Die Speisewagen fingen 5 tuen Nach den neuesten Meldungen erfolgte der Zusammenstoß des WA* tischen Expreßzuges mit den beiten voraus!Kenten LokonwtE bei ter Kreuzungsstation Dawes, acht Meilen südlich von Kir bv Stephen auf ter Midlanteisenbahn. Die Gewalt te^ ßu^ sammensroßes war so groß, daß die vorauftahrenten Lokontotivm eine große Strecke vorwärts geschleudert und vollständig zertrümmert wurden. Die beiden Maschinen des Expreßzuges erttglei ten und stürzten um; ter Zug war sehr lang und mit etwa 500 Passa^ gieren besetzt. Es wird berichtet, datz alle Wagen, em,chließlich des Schlafwagens, mit Ausnahme des Hinteren Bremswagens, in Brand gerieten; mehrere verkohlte Körper wurden unter den Trümmern gefunden. Ein Mitreisender erzählt, er sah em 5hnh vor den Augen der Eltern verbrennen. Am t l ich wird di«: Za^ der G et ö t et en auf neun angegeben, .ba die Nacht sehr dunkel, war, und der Ort der Katastrophe sehr vereinsamt i& so tonntx mit geringe Hilfe geleistet werden. Hobelbreiter- e Vertretung. Oberrhein. grofteS Hobelwerk such! für Gieften u. Umgebung rühr. Vertreter für seine Erzeugnisse in pitch vtne, red pine:c. Hobelriemen. Angeb. u. E 605 FMa. R.Moffe Frankfurt a.M. "Zum Besuch der Kundschaft u. Einkassieren v. Teilzablungen wird ein fleih. Mann in. g. Zeugnisten und kleiner Kaution gesucht. Schrinl. Angebote unter 010466 an den Gießener Anzeiger erb. ZüngtrerHsiiSbilriihe $cNt Carl Becker Rachs., Blumen 6986^ Handlung, Seltersweg 44. SBien, 24. Dez. Auf ter Südbahn ist der heute früh 6 Uhr 35 Minuten ausfahrende Personenzug kurz vor der Station auf einen einfahrenden Güterzug aufgesahren. Bon den Reisenden wurden d r e i l e i ch t verletzt, ^n dem Zugpersonal wurden vier schwer und drei leicht verletzt. Die «öer< kehrsstörung ist bereits gehoben. ftn unseren Neubauten t.Keveler- strafte» sind mehrere hochmoderne ^Ünszimmer-Wohnungen zum 1. Avril 1911 zu vermieten. (6401 Abermann L Kling, Löberstr. 8 ,ÄBÖ| Schöne 5-Zimmer-Wohnung rin freier, gesunder Lage zum .1 AprU zu vermieten ' _______________Hesseustraße 2 8 - Zimmer - Wohnung im I. Stock per L Avril zu vermiet. Löberstrafte 3^ Jüilgms Midlben gchA. 0104611 ______Asterweg 48. Ein Fraulcin, welches saubere Handschrift bat u. mit der Hand» habung d. Nähmaschine vertr. ist. wird für sofort od. später gefudjt Schrift!. 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Sie bleibt in der Hauptsache aus einige Orte beschränkt, von denen jeder seine Spezialität hat: In RebgeShain schnitzt man Rechen, in Helpershain Schindeln, in Köddingen die berühmten Vogelsberger Holzlöffel, die noch vielfach im Gedrängten Vereinsmitglieder ein gefegt, die in 'ztoeiTeile I brauch stnd. feinere Ku nstgegenst än de werden au er eu zerlegen ist. Wir lassen eine Darsteflung der Der- in MeicheS, wo em Schnitzer Stöcke und Stockg ff , hältnisse hier folgen: Der erste Teil der Hrlfstätigkeit nur noch bei unS in Scholten hergestellt und zwar ini der zugunsten der gefährdeten Mitglieder des Vorschußvereins hiesigen Möbelfabrik. Es sind ferne Handschnitzereien (etöae, ^)ber-Mocksta.dt war der Abschluß einer Uebereinkunft Zchlüsselhalter, Vasen und andere Gebrauchsgegenstände), die zwischen KonkurSdertoolkung und Mitgliedern, die Veran- Absatz finden. lassung der Gemeinden zur Beschaffung von Geld oder u n öeloerShain, 26. Dez. Der voriges Jahr ge- jvurgschaftsübernahme für alle gefichrdeten Mitglieder und Turnverein, einer der wenigen im hohen Vogels- bie Sammlung eines Hil s onds. Dies tourbe vom Kreis- zündete Lurnverein, einer » amt Sübinflen durchgrführt. Der zwrtte Teil der Hil,s- bttg, tjat tn dem J°hr I-mes Be l^on tu«-« tfltigreit sollte noch weitere größere Fonds beschnffen und beitet Schon einige ®erate hat « Nch angeschaNt. zwar durch folgendes zwischen dem Sozialen Museum in Neuerdings haben wir auch einen Gesangverein, eine Frankfurt a. M., dem Verband aetoerblicher Genossen- gemischten Chor, den die beiden hiesigen Lehrer tnß teben schasten und den Kreisämtern" Büdingen und Friedberg gerufen haben. vereinbartes Verfahren: Eine geschäftsführende Kasse sollte O Von hohen Vogelsberg, 26. D^. Ein heftiger piöglichst viele Forderungen der Gläubiger der Konkurs- Sturm mit Schneefall verbunden ging am Weihnachtssamstag über piasse gegen 20 Prozent Nachlaß aufkaufen und auf Be- den hohen Vogelsberg. Fast überall sind bie Baume ftart te* chleunissung des Konkursverfahrens hintoirken. Dadurch schädigt worden; viele liegen entwurzelt am Boden ül0iicn Beifall des reisenden Publikums fand, tätigfeit ist gesund, gelingt ferne Durchführung, |o erhalten $ Friedberg, 27. Dez. Am 22. Januar fmtet in die Gläubiger alsbald ihr Geld mit einem Abzub und das F^edberg ter 3. Verbandstag des Süd west deut scheu Ver- Versahren wird abgekürzt. Der Kreistag des Krerses Frred- Handes der Mr'l ch pro du ; e nt en--V ereini g un g e n, berg hat noch zu beschließen. Und wemr dann, to-re zu Sitz Darmstadt, unter dem Vorsitz des Oekonomierats Fritsch- ertoarten, die Vorgarantie von 30 000 Mk. beschafft wird, Dilshofen statt. Auch Vertreter der Verbände Köln und Karlsruhe io kann die Wwickelung des Werkes beginnen, die der werden dem Verbandstag anwohnen ^elegenttrch vieler Tagung «--iw«»**-*-*-«4, rrt ■= Wenings, 25. Dez. Seit Jahren bestanden rn «^gnkfurt a M. u^ Umgebung m T^rast treten und wieviel Jirnfertm Städtchen zwei Molkereien, eure Frlrale der betragen wird. Mit dem Milchhandel, so hat .ter Vorstand ^Molkereigenossenschaft Büdingen" und die „Zentral- I beschlossen, wird in Verhandlungen deshalb nicht eingetreten Dmnpftnoikerei". Infolge der Konkurrenz war nun bei k. Butzbach, 27. Dez. Die Wahl des ötngeorbnrtcn Karl s t WsTis xrtÄK" : sä» wäS F -"W^nin?sDez.^^G.nhiesiger Schneider der- Wetzlar, 24. Dez. Die philosoMsche Fakultät der letzte sich vor einigen Wochen mit einem Strohhalm Universität Marburg hat den Semorchef der Firma Ern^l fei'Ä'Ä ’UÜ «k otorit fertig gestellt, daß sie von Fuhrwerken benützt toer- chen kann. Damit ist einem lebhaft empfundenen Hebet- .stunde abgehvlfen, da die alte Strecke bei 10 und 12 Pro- ,eni Steigung mit schweren Lastfuhrwerken nicht zu befahren war, so daß sie genötigt waren, einen werten Umweg über Vonhausen zu machen. Die neue Strecke steigt bei einer Länge von 840 Meter etwa. 40 Meter, geht also über 5 Prozent Steigung nicht hinaus. Man muß der Kreisverwaltung Dank wissen, daß sie bestrebt war, das Angenehme mit dem Nützlichen in Verbindung zu bringen. So hat sie die Straße teilweise mit neuen Apfelsorten (Uelzener Calvill und Cooks Orange), an anderen Stellen mit Linden und Akazien bepflanzt, um auch den Imkern der Umgegend Rechnung zu tragen. An einer langen Kurve wurde unter Wa kirnst- und Lindenbaum en eine kleine Anlage mit Bänken hergestellt, die im kommenden Frühjahre von einer Fichtenhecke umfriedigt wird. zum 1. Januar gesucht. [Bn/l3 ________gbirnraiidie Klinik. Gesucht rorrb ein tücht. HauSmadchcn, das servieren u. nut nahen kann. 6980] Neustadt 32. Wne Stellen -L »i= Zeitung: Deutsche Vakanzen- Post Eftlingen a. N. 142. Ausmärtigc' Grofthandluna der Lebensmittelbranche sucht tÜchlig. ioliiiai jungen Mann für die Reise. Antritt 2. Jamtar. Schrift!. 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Dezember 1910. ^10434 Danksagung. herzlicher Teilnahme, welche uns während des schweren Leidens und beim Hinschetüen unseres unvergeßlichen Bruders, Schwagers und Onkels Wilhelm Schwab von allen Seiten gewidmet wurden, sagen wir tiefgefühlten, herzlichen Dan5 Gan- besonderen Dank aber den Herren Pfarrern Schwabe, Gießen und Muhl, Scholten für ihre ergreifenden Worte, dem Offizier- und Umeroffizierkorvs, dem Kriegerverew Rainrod für die zahlreichen Kranzspenden und dem Sanitätspersonal für die liebevolle, auf- opsernde Pflege wahrend der langen Erkrankung. Die üeftrauernden Hinterbliebenen. .... — 3-ü. N.: K. Schwab, Bizefeldwebel. Gießen, Weihnachten 1910. 010456 Mittwoch onb Donscrslag irrsten ein: Pa. Angelfcheltstsche, Bratfische, Kabliau ohne Kopf. Fische Spiegel-Karpfen. Für die Sylvester-Bowle offerieren wir: Feinst.Punsch Efftnzen « _ in lk und Vi Flaschen * ' S6e«*’ echt franz. 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