9 irr. 302 Der Olrtzener Alytl-N trid)er Kraft den stillen Tranen, den erwürgten Seufzern, dem inner lid>en Verbluten einer stolzen Frau, deren welker Hand das Zepter entfällt, mit dem sie über die Herzen zu gebieten lange gewohnt war. Solches Sckstcksal scheint bitterer zu sein als der Tod, denn es verlangt von dem Menschen, daß er sich selbst überlebe. Wenn sich die Frauen gegen das Alter sträuben, so haben sie chre guten Gründe. Der Abschied von der Jugend, zuletzt von dem Schein der Jugend, den auf die Wange festzubannen alle Spezereien Arabiens nicht mehr vermögend sind, verurteilt sie in den Augen der Welt zu einer geradezu beschämenden Nolle; lange gelebt zu haben, wird ihnen als eine Art Verbrochen ausgelegt, und zwei Worte, die man vor Fronen nie aussprechen sollte, die Worte: alt und häßlich, werden ihnen mehr oder minder deutlich zu verkosten gegeben, ja die Neigenfülner solcher Unart sind zumeist alte Männer. Welcher Undank in dieser schnöden Auffassung des Frauenalters liegt, braucht man wohl kaum zu sagen. Für wen werden sie denn alt, als .für uns und unsere Kinder? Was erschöpft ihre Jugend, als die großl>erzige Freigebigkeit, mit welclfer sie Freuden gewähren und Schmerzen übernehmen? Wie oft sind die frühzeitigen Falten in ihrem Gesicht nichts anderes als die Furchen des Kummers, ben ihnen die Ihrigen bereitet, als das Rinnsal der Tränen, die sie um uns geweint haben? Wir vemicksten sie Und verachten sie — eine Barbarei, deren nicht einmal der vom Himmel vergessene Mann fähig sein sollte, welcher junge Frauenliebe nur flüchtig genossen und nicht ihre mit den Jahren wachsende Kraft und Innigkeit an sich erprobt hat. Was man einmal recht von Herzen geliebt, das, sollte man meinen, könnte nicht altern, Und die älter werdenden Augen müßten es immer jung erblicken. kJhr blüht!" müßte man zu den weißen Haaren sagen, und zu *) Aus.: Heilige Zeiten, Verlag von Meyer und Jessen. der Falte um den Mund: „Du lächelst!" mrd das ist keine Lüge, sondern nur das Wunder der Liebe. Dieses Wunder häufiger zu machen, liegt zu einem guten Teil in der Hand der Frauen, und wenn ich zuerst die Männer angeklagt habe, so mögen es auch die Frauen dulden, wenn ich sie — nicht etwa gleichfalls anklage, sondern nur ein klein wenig ins Gebet nehme. Da möchte ich nun sagen, daß viele Frauen die Kunst nicht verstehen, mit dem Alter sick) auf einen freundschaftlichen Fuß zu setzen, daß sie bald zu alt sind für ihre Jahre, bald zu jugendlich (nicht etwa zu jung) für ihr Alter. Ferne fei es von mir, den Schulmeister zu spielen, wozu mir die Natur jede Anlage versagt hat, und den Schulmeister vollends gegenüber den Frauen, die einen Pedanten höchstens heiraten, aber nie von ihm lernen; ich will nur einige Meinungen mitteilen, die sich um das angeschlagene Thema drehen — Meinungen, die ebenso schlicht als unmaßgeblich sind. Es ist heute Weihrlachtsabend, das Fest der Kinder und jungen Leute, und wenn ich von meinem Papier aufsehe, erblicke ich, in Gläser gestellt, schlanke Barbarazweige, welche die grünen Augen öffnen, UUO Oie ruyrende Jerut-orvie, die, gestern noch dürr und kahl, un Wasser aufguillt und ihre Dolden füllt. Ich kann heute an nichts Altes glauben, am wenigsten an das Alter der Frauen. Als die natürlichen Vertvalterinnen der Schönheit und der Anmut glauben die meisten Frauen ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein, sobald die Jugend von ihnen gewichen ist, und sie lassen sich entweder fallen ober bilden sich eine künUiche Jugend an. Beides ist falsch unb entstellt die Frauen. Was nicht einmal in der Dichtung und Kunst gültig ist, wo jedes Alter seine ihm eigentümliche Schönheit entfaltet, wie kann das Geltung haben auf dem der Sinnlichkeit doch mehr entfremdeten sittlichen Gebiete? Auch im Wohlwollen und in der Güte kann Schönheit und Anmut liegen, und man spricht nicht umsonst von einer sittlichen Grazie. Es ist mein Lieblingswvrt, daß jedes Alter seine Jugend habe und daß es nur daraus ankomme, sich aus der einen Jugend in die andere hinüberzuretten. Ein reifes Mädchen wird eine junge Mutter, und sie faiut jung bleiben bis hinauf zur Großmutter und Urgroßmutter. Tas Entscheidende liegt mir immer darin, daß man die Gesinnung seines Alters habe (l'esprit be son äge). Man muß sich gegen die anrückenden <3aIrre weder trotzig stemmen, noch ihnen feige weichen; wer sich ihnen widersetzt, den schleppen sie mit den Haaren mit sich; wer Urnen aber freundlich entgegeicheht, den führen sie freundlich an der Hand. Das schlimmste abet ist und den Männern gegenüber das allerunklugste, wenn eine Frau vor dem Alter sofort die Waffen streckt; das macht am ältesten, denn die Frau, die sich gegen ihren Feind verzweifelt wehrt, wird wenigstens für kurze Zeit, freilich mit einem um so heftigeren Rückschlag, die Schönheit der Energie besitzen. In vielen Fällen ist es die Angst vor dem Alter, welches die Frauen altern macht; sie verzehrt das Kapital der gegenwärtigen Kraft und macht leichtsinnig Anlehen bei einer späteren Altersstufe. Die Jugend in das Alter hinein- zuziehen oder das Alter vorwegzunehmen, kleidet eine Frau gleich übel. Gefallend kann, ja muß sie immer sein; Gefallsucht aber macht das Alter älter. Die Kunst der Einfachheit sollte sich mit der größeren Reife immer mehr vervollkommnen. Keine Koketterie haben, ist auch eine, und vielleicht die feinste. Damit kann sich ein Zug von Mädckjieuhastigkeit verbinden, eine bei aller Erfahrung erhaltene Unschuld und Frische der Seele, die ich schon bei siebzigjährigen Frauen angetroffen und bewundert habe. Daß bas Alter schlechter macht, konnte man gewissen Erscheinungen gegenüber wohl glauben; aber man kann mit derselben Berechtigung wohl sagen, daß es besser mache. Das Wahre an der Sache wird aber wohl sein, daß das Alter weder schlechter noch besser madrt, sondern einfach alle Geheimnisse des Charakter^ aus dem Menschen heraustreibt. Tie Aufgabe der Frau wird es fein, solche hervorschießende Spitzen des Charakters an sich und anderen umzubiegen. Um sich aber unter allen Umständen jung »u erhalten, pflege sie bei sich eine Liebe, ein Interesse, welches sie für die Welt nicht absterben läßt. Ein Weib ohne Liebe gibt ftd) selbst asm, denn ob sie jünger oder älter fei, die Liebe ist das grobe Geschäft ihres Lebens. Auch höheren geistigen Interessen die doch das Salz der Seele sind, bleibe sie nicht fremd, und m Literatur, Kunst und im großen Weltleben sich regt, tretd immerhin an sie heran. Die Feder benütze sie nur zum Brief- schreiben, worin die Frauen Meister find; denn literarische Hervorbringungen sind mit einer Verletzung der weiblichen Scbam Hastigkeit verknüpft, toelche kaum durch die große Bedeutung beä Hervorgebrachten entschuldigt wird. Eine gute und anmutige Frau- welche wcht dichtet, ftelst mir hoher als eine dickstende Frau, denn sie rft selber ein Gedicht. 'Tas sind nur einige Schlagworte zur Kunst, jung zu bleiben- aber rch werje |te getrosten Mutes aus, daß sie als gesunder Sarnen m den Herzen der Frauen wuchern mögen. Ich kann nicht nn iter- schrerben, denn ich höre das Rauschen des Taiulerrbaumes, imd der aljimngsvolle Duft der Wachskerzen zieht mich vom Schreibtisch. Das tft ja das schöne Fest der Jugend und der Alten, bie iima geblieben sind, । der zu nütz- Aus Stadt nnd Land Segen und den Frieden, von den Kindern kommt. machte Gotteß Liebe Tag und Traum so reich! unsre ganze Seele Ten Der Wie Uns Und Gießen, 24. Dezember 1910. Weihnachtsgebet. Wir treten zu dem Baume, Die Kindlein aus dem Arm; Wir sehn uns an und schweigen Und beten slill und warm. Wir fühlen tief im Herzen, WaS unferm Leben frommt, museums Professor Dr. Back und dem Inspektor deS Naturalien- Kabinetts des Landesmuseums Professor Dr. v. Koch die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihnen von dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislausordens 2. Klasse erteilt. x ** Freiherrlich v. Weyherische Eleonoren- Stiftung. AuS der Frecherrlich v. Weyherischen Eleonoren- Stiftung sind zwei Pensionen neu zu vergeben. Es werden daher alle die, die auf Grund der hessischen Verordnung vom 19. Januar 1848 um eine solche Pension nachsuchen wollen und nicht bereits früher darum eingekommen sind, hiermit ausgefordert, spätestens bis zum 21. Januar 1911 ihre Gesuche unter Anschluß ihres Geburtsscheines bei dem hessischen Ministerium des Innern einzurelchen. Die Gesuche sind stempelfrei. "Das goldene Ehejubiläum feiern am ersten Weihnachtstaq Rendant Rausch und seine Ehefrau. Deutscher Heid?» Staatssekretär v. Kiderlen-Waechteristam Freitag vormittag 10.49 Uhr von München kommend in Stuttgart eingetroffen und bei Verwandten abgestiegen, bei denen er die Weihnachtsfeier tage zu verbringen gedenkt. .Die in der Presse aufgetauchte Behauptung, die deutsche Regierung habe nach einem von Professor Meili (Zürich) ausgearbeiteten Rechtsgutachten, den Standpunkt, wonach die Schweiz die Gotthard bahn nicht ohne Zustimmung der Subventionsstaaten Deutschland und Italien verstaatlichen könne, aufgegeben, wird von der „Nordd. Allgem. Ztg." aus gut unterrichteter Quelle als unzutreffend erklärt. Deutschland und Italien stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Schweiz die Verstaatlichung der Gotthardbahn nur mit Zustimmung der Vertragsstaaten! vornehmen dürfe und daß diese die Zustimmung zur Ver- Itaatlichung von Bedingungen abhängig machen könnten. Von der Austragung einer Streitfrage habe man bisher absehen können, diese würde jedoch auf die eine oder andere Weise zum Austrag zu bringen sein, wenn der Gotthard- vertrag von der Schweiz nicht ratifiziert würde. Uebri- gens werde die Berechtigung des deutschen Standpunktes neuerdings auch teilweise in der Schweiz anerkannt. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden, ist der Re ichstaasabgeordnete Schmid von Immen stabt schwer erkrankt. ** Weihnachtsfeier im Mädchenhort. In ! der Turnhalle der Stadt-Mädchenschule, Schillerstraße, fand am Dienstag abend die Weihnachtsfeier des Mädchenhortes statt, der auch der Großh. Kreisschulinspektor Prof. Dr. Alles beiwohnte. Der weite Raum war von Eltern der Hortkinder, Lehrern, Lehrerinnen und Freunden des Hortes dicht besetzt. Die Feier wurde durch den allgemeinen Gesang eines Weihnachtsliedes stimmungsvoll eingeleitet. Hauptlehrer Schaaf, der Leiter des Mädchenhortes, sprach sodann über die Bedeutung des Christbaumes, seiner Lichter und der Weihnachtsgaben. Er führte weiter aus, daß auch der Hort ein Werk christlicher Liebe sei. In dieser wohltätigen Einrichtung dürfe nicht die Strenge der Schule walten, es müsse sich vielmehr ein familiäres Verhältnis zwischen Lehrern uno Schülern, wie Zwischen Eltern und Kindern herausbilden. Hier sollteu die Kinder zu nützlicher Beschäftigung angeleitet und so vor dem verderblichen Müßiggang und böser Gesellschaft bewahrt werden. Schularbeiten würden zwar überwacht, aber das Lernen sei nicht ausschließlicher Zweck des Hortes. Es sollten viel- wäre. Es wäre sehr beklagbar, wenn der gegenwärtige Fall zu der Vermehrung des Argwohnes und der Mißstimmung Teutschlcnü) gegen England führen sollte. In Anbetracht dieser Möglichkeit, sei es zu bedauern, daß die deutschen Behörden dem Verfahren eine s o großeOeffentlichkeit gegeben hätten und daß Aeußerungen gefallen seien, die geeignet wären, die öffentliche Meinung auf- lirregert „Standard" meint: Es kann keine Einwendung erhoben werden gegen die Bemerkung des Staatsanwaltes, daß das von den Angeklagten gesammelte Nachrichtenmaterial nur nütze im Falle von Flottenoperationen einer fremden Macht gegen Deutschland: ebensowenig brauchen!wir anxunehmen, daß diese Bemerkung durch ein unfreundliches Empfinden gegen England veranlaßt wurde. Aus der Ausübung der Spionage braucht kein Vorwurf der Unfreundlichkeit oder Angriffslust hergeleitet zu werden. Es ist Tatsache, daß wir über die Verteidigungsanlagen Deutschlands gut unterrichtet sind: dies macht uns aber nicht begieriger, phne Anlaß uns in einen Streit mit der großen dSitschtew Natron einMlasscn. Kein Land ist berechtigt, in dieser Angelegenheit aus ein anderes Steine zu werfen. So lange die gegenwärtigen! Verhältnisse andauern, gibt es stets fähige und ehrgeizige Offiziere, die ohne Kenntnis ihrer Vorgesetzten versuchen, sich in ihrem Berufe auszuzeichnen und ihrem patriotischen Empfinden dadurch genug zu tun, daß sie Geheimnisse der strategischen und taktischen Pläne fremder Mächte zu erkunden trachten. Die „Times" meint: Es ist verkehrt, Episok^n dieser Art eine verhängnisvolle Be- benhing zuzumessen. Tas deutsche Volk würde — wie wir glauben — dies zu allerletzt tun. Wir sind vollkommen überzeugt, daß das deutsche und das britische Volk nicht schlechter von ihren beiderseitigen Absichten denken, weil sie in den beiden letzten Wochen gezwungen gewesen sind, von einer gewissen Klasse von Fremden, die sich innerhalb ihrer Grenzen aufhielten, eine nur natürliche Aufklärung zu verlangen. Wir schließen uns von Herzen der deutschen Ansicht an, daß es den beiden Nationen zur Ehre gereicht, wenn ihre jungen Soldaten und Seeleute begierig sind, Eifer in ihrem Beruf zu zeigen. Keine verantwortliche Persönlichkeit in Deutschland und England erkennt einen ifinftcren Zusammenhang zwischen dem Diensteifer der Offiziere und den Zielen ihrer Regierungen. biet zu beruhigen, zu beschränken. Der Minister schloß mit der Versicherung, die Regierung verfolge in den Kolonien eine wohlüberlegte Politik des Friedens und der Zivili- fierung, weise in der Verwaltung, loyal in der Diplomatie. (Beifall.) Weiterberatung morgen. Die Kämpfe im wadai in der französischen Kammer. Die französische Regierung hat auf die Anfragen in der Kammer der öffentlichen Meinung ein Entgegenkommen insofern bewiesen, als sie erklären ließ, sie beabsichtige keine Eroberung im Wadai, sondern wolle mtr die Ruhe verstellen. Das Parlament h«t sich anscheinend damit zufrieden gegeben. Bei der Beratung der Kammer über die Anfragen betr. die Ereignisse im Wadai drang Admiral Bienai'me auf eine entschiedene Kolonialpolitik. Der Kolonialminister erwiderte, der Kampf von Trigele sei ein ruhmreicher Sieg, wenn er auch mehreren tapferen Soldaten das Leben gekostet habe. Er war keine Ueber- raschuna gewesen, sondern eine Episode in der Bekämpfung von Räubern. Der Gouverneur ermächtigte den Oberstleutnant Moll, geaen Maffalit eine Strafexpedition zu unternehmen unter der Bedingung, sich nicht im Lande festzusetzen. Augayneur sprach die Ansicht aus, man sei inach dem Waidar gezogen, nicht nach einem festen Plan, sow dern indem man sich immer weiter in die Sache hineinziehen ließ. Man dürfe nicht vergessen, daß man es mit einer mohamedanischen Bevölkerung zu tun habe, deren Erregung zugenommen habe, seitdem die Jungtürken zu der Herrschaft in der Türkei gelangten. Augagneur wünschte eine vom Parlament vorgeschriebene feste 'Kolonialpolitik. Der Kolonialminister setzte auseinander, Frankreich habe im Tschadsee-Gebiet zwei Bataillone in der Stärke von 1600 Mann. Der neuernannte Befehls- Lab er Oberst Largeau brauche drei Bataillone damit er 600 Mann zur Verfügung behalte. Oberstleutnant Moll hatte bei Drijele nur 300 Mann. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß die Kammer die Entscheidungen billige. Largeau gelte als außergewöhnlich befähigter Verwaltungsbeamter. Er habe volles Vertrauen, daß Largeau seine Aufgabe glücklich durchführe.' Largeau sei angewiesen, nicht weiter vor- AUstoßen und sich auf die übertragene Aufgabe, das Ge- Die englische presse und die vom Reichsgericht verurteilten Offiziere. London, 23. Dez. Sir William Bnllv, ein Schwager Brandons, erhielt ein Telegramm der verurteilten englischen Offiziere, worin sie mitteilen, daß sie mit dem Ergebnis des Prozesses zufrieden und sich nicht zu beklagen hätten. Bull bemerkt dazu, er fei vollkommen überzeugt, daß den beiden ein faires Gerichtsverfahren zuteil geworden fei, und er möchte den Anwälten Gordon und Otto seine Hochachtung und Anerkennung aussprechen, daß sie die Sache der Angeklagten so geschickt geführt hätten. Tie englischen Blätter drücken zwar ihre Sympathie mit den beiden verurteilten Offizieren aus, finden aber an dem Urteil nichts auszusetzcn; erkennen das gerechte Verhalten des Gerichtshofes gegenüber den Angeklagten an und sprechen dem Falle jede politische Bedeutung ab. ^Taily Chronicle" sagt: Wenn ausländische Offiziere von unseren Geri'ch'ts- höfen wegen derselben Vergehen verurteilt würden, so würden sie den schwersten Strafen verfallen. Das Blatt zieht den Fall Helm heran und stellt fest, erstens, daß das Gericht in Winchester die Anklage wegen beabsichtigter Mitteilungen militärischer Geheimnisse an eine fremde Regierung fallen ließ unb zweitens, daß der Charakter der erlangten Information und die Art der Erlangung im Falle Helm offenbar weniger gravierend waren. „Daily News" erklärt: Da die Episode Borkum nicht Ne geringste Beziehung zur Politik hat und mit dem guten Willen und freundschaftlichen Absichten der beiden Regierungen nicht das mindeste zu tun hat, wird sie den Fortschritt und Ne Entwickelung der Beziehungen zwischen Deutschland und England nicht beinflussen. Die „Morning Post" sagt gegenüber den Ausführungen des Reichsanwalts, Ne Versuche, Kenntnis von den Verteidigungsanlagen zu erhalten, schlössen einen Angriffsplan ebensowenig ein, wie der Bau und Ne Armierung von Schiffen, als ein Zeichen dafür genommen werden könnten, daß ein Angriff beabsichtigt Erledigte Oberlehrerstelle. Eine Stelle für «nen Oberlehrer mit Lehrbefähigung für beschreibende Natur- Wissenschaften, dazu Mathematik oder Physik und Chemie an der höheren Mädchenschule zu Offenbach vom 1. April 1911 an. e_. . E Großherzog hat dem I *'*.« —7-", wv«. wvpjvpuumw «quhchuiivc Direktor dec Kunst- und historischen Sammlungen des Landes- * für den Besuch von Schulen oder Schülern veranstalten. Ist Glück und Dank zugleich. Ferdinand Werner. KreiS Büdingen. * (!) AuS dem Kreis Büdingen, int Dezember. Tagsskale nver. S t a d t t b e a t e r: Sonntag (erster Die Großh. Kreisschulkommisfion Büdingen Hut eine seh« petettaa), abends 1% Uhr: ,Ueber tie Krast". Montag (2. Feier- bemerkenswerte Verfügung betreffend die Schmutz - und t(^na ? '* rl^eLblrnfJe Punkt"; abends 77, Uhr -Schundliteratur erlassen. Die Hauptpunkte sind Tm9Ma ri- folgende: Einrichtung und Förderung von Schülerbiblio- B i o arm:" Neuer' San U?en ; es ist da auch den Bedürfnissen der^aendlichen M r l i t ä r k o n z e r t am 2. WeihnachtSseiertag in ©tein§ Rechnung ju tragen. Die Lehrer sollen in (Barten. Anfang nachmittags 4 Uhr. lehrendem Sinn auf ihre Schuler ernwirken, die Benutzung Militär konzert am 3. Weihuachtsfeiertag auf der LiebigS- bet Bibliothek fördern und die Auswahl der Bücher den höhe. Anfang nachmittags 47, Uhr. Schülern so freilassen, daß sic die Bücher mit Lust benutzen. * Im Unterricht soll auf die gelesenen Bücher Bezug ge- ♦* Lehrerpersonalien. In den Ruhestand vor- nommen werden, weshalb manche Bücher in mehrfachen etzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Alt-Wiedermus Exemplaren vorhanden sein sollen. Um auch Erwachsenen, Phü. Eduard Ackermann auf sein Nachsuchen unter Amerken- besonders Fortbildungsschülern, geeigneten Lesestoff zu langiahrrgen treuen Dienste und unter Verleihung! bieten, sollen Volksbibliotheken gegründet werden' ebenso ®to6mütt"Ä ÄtoM m bk GC, ^fftCn JÜr ®Ü?er Ausbringen. LSKSÄ3SNSO1S: MtaÄ" n“ Kreuz s des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit bei treten werden, die dre Vermittlung des Verkaufs guter Krone — Bestätigt wurde am 17. Dezember d. I. der von Volksschriften an Fortbildungsschulen übernehmen. Vor dem Sraftm su Erbach-Fürstenau auf die Lehrerstelle an der allem sind die Schaufenster und Läden der Buch- und Gemeindeschule zu Güttersbach präsentierte Schulamtsaspirant Gg. Schreibwarenhändler daraufhin im Auge zu behalten daß ® Vn n Beerfelden. — Erl edig t sind eine Lehrerstelle sie der Jugend nachteilige Druckschriften und Abbildungen ‘ ----- Schülern aus schuldisziplinären Gründen verboten werden müßte, ihren Bedarf in den betreffenden Geschäften zu decken. Es soll auf Besitzer von Kinematographen eingewirkt werden, daß sie Vorstellungen aus dem Gebiete der Märchen, der Geschoßtechnik, Länder- und Völkerkunde * Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Eich, Kreis Worms: Brake, Regierungsbezirk Minden, bei Händlervieh; Stendorf, Regierungsbezirk Stade: Drohe, Regierungsbezirk Lüneburg. Wie die „Pfälzische Presse" von „bestunterrichteter Seite" erfährt, wird den pfälzischen Winzern vom Staatsmini- , ft en um die Summe von 3 0 0 0 0 0 Mark überwiesen werden und zwar an die Winzer, die si-ck) freiwillig den Arbeiten zur Bekämpfung der Rebschädlinge unterziehen im Sinne der ober polizeilichen Vorschriften. Den Winzern soll dadurch einesteils Ersatz für Arbeitslöhne und andererseits Ersatz für den entgangenen। > w ~ . --- -M------ — ,----------- Arbeitsverdienst geboten werden. Die Zuschüsse sind im all- "rehr Arbeit und Spiel miteinander abwechseln. Darum gemeinen gedacht als unverzinsliche Darlehen, bei kleineren Dar-I möchten die Eltern, denen das Wohl ihrer Kinder am lehen auch als direkte Unterstützung. Herzen liege, nicht versäumen, von dieser wohltätigen Ein- ............. - richtung Gebrauch zu machen. — Der „Knecht Riiprecht" mit seiner Rute und dem mit Aepfeln und Nüssen gefüllten Der französische Senat stimmte den Gesetzentwürfen Weihnachtssacke brachte dann die rechte Weihnachtsstimmung über Herstellung und Verkauf a u to m a t i sche r F euer z e u g e in die jugendliche Schar, und nach einer wohlgelungenen und Ne Verzollung emgeführter Feuerzeuge zu. Darstellung der „Weisen aus dem Morgenlande" gelangte 3i/8icer?n=18 T’l’l endlich die Märchenszene „Sneewittchen Sei bett 7 Zwergen" Legislative und Exettttive %nt Grundlage haben. Ter Präsident dem allgemeinen Gesang von „O du fröhliche usw." schloß wird von der gesetzgebenden Körperschaft auf fünf Jahre gewählt, schöne und erhebende Feier. — Auch dieses Mal konnte, seine Machtbefugnisse können nicht sofort erneuert werden. Es lme alljährlich, jedes Kind mit einer kleinen Weihnachts- wird nur eine gesetzgebende Versammlung geben, die a.le drei gäbe bedacht werden. Jahre gewählt wird. Ter Kriegs-, Finanz-, Marine- und Ar- •• Einwandfreie Waren, Sevtember b srntÄSSÄs***ww •** * *4*. Aus Sofia wird gemeldet: Eine Gruppe von 88 Abge- waren, beschlagnahmt worden seien. Die inzwischen ordneten unterbreitete der Sobranje den Antrag, Ne oorgenommene Untersuchung der beschlagnahmten Gegen- Pcttoff Gabeff, Majakaff, Ghcnadiew, ©encral ftänbe hat einwandfrei ergeben, daß sie keinesfalls bleihaltig Savow, Haladscheff und Schischmanvff in Anklag ezu st and ..„d brfihnfh nilrh nirfii '____ 5 st v e r f e tz e n. Nach dem Gesetze bett, die Anklage von Ministern, -rx- m 2. \e 1; 8 a 1 roaren* müssen Ne in dem Antrag Genannten binnen drei Tagen vor der e -oefchlagnahme oer Waren ist deshalb aufgehoben und Sobranje erscheinen und Aufklärung geben. Hieraus erfolgt der Be- das gegen den Fabrikanten des Geschirrs, Fuldaer Stanz- schluß des Hauses. . lin^ Emaillierwerk F. C. Bellinger eingeleitete Verfahren von v - r f am mlun g W dmRücktkii tVer R^gk°°rung mr' 8eC ro0=b,n- , genommen, welche durch ein aus AnhÄrgern aller Parteien ge- 1 ” b ? a m t e n - C e l b ft b 11 f e. am hie- biwetes Kabinett ersetzt werden fall. - DaS neue Kabinett soll "Bherbl lhd’flne,9rt5fl«UVDeu ®ru‘,e"* passiven Widm'tand leisten, falls die Schutzmächte den Krei-em! _2u S-V 6 LV « C«2nnn Schurn 1. W., eine Lösung der Lage auferlegen, die sich gegen die Bereinigung e et Wechnachten etwa 66 000 Mk. laufende Wuwen- und mit Griechenland richtet. Die Kammer hat ferner die Bewaf f- ^'^"^-rstutzungen aus. Davon werden auch wesige Angehörige nung der Armee für den Fall einer Intervention seitens „„d ^abn beamten mtt an ehnüchen Betragen be- der Türkei beschlossen und eine Million rum SInf a u f öaM Eteibeaeldzahlungen des genanuten Verbandes iur 1910 von Waff en bewilligt 1 10 21311 aU1 herben bid (imöe des Jahres etwa 130 000 Mk. und die Stellen- Aus Tokio wird gemeldet: Der Landtag wurde am ^igfettS-Un^^^^ und einmaligen Unter- Freitag eröffnet. Tie Thronrede, welche die ^Dtrt)n^Ngfeit f?,5uUifln 2°n Hran^eit nnö ionstiger unverfchuideter Not betont, den Frieden im fernen O st en aufrecht zu erhalten, p^a^l 6000_ 1 tf. betragen. wurde namens des leichterkrankten Kaisers von dem Minister- ™ ,er 1 ka verst0rbene Hessen. Isaak Stern, Präsident verlesen. Nach der Annahme der Antwortadressen wurdtz Ä Jahre alt, in Ncwyork (Er war Begründer des Wetthauses der LanNag bis zum 20. Januar vertagt. Stern) Elisabecha Drude, geb. Schmidt, 74 Jahre alt, in ------ 'Syrakuse: (5nu(te Schmidt, geb. Hilgenberg in Baltimores Frau Eva Heinrichs, 71 Jahre alt, in Erie: Christian Äeß, 89 Jahre alt, in Pittsburg: Frau Eva Bald, 64 Jahre alt, in Cleveland' Karolina Keller, geb. Krämer, 41 Jahre alt, aus Steinbach, in Dayton; Psarrer Andreas H. Lindenfeld, 71 Jahre alt, aus Dieburg, in Louisoille (wurde 1864 in Baltimore zum Priester geweiht); Ludw. Kämmerer- 76 Jahre alt, aus Offenbach, in Medford: Wilh. Gordmann, 67 Jahre alt, in Richmond; Heinrich Si ft mann, 53 Jahre alt, aus Alsfeld, in Denver: Zacharias Hirsch, 76 Jahre alt, in Ouinzy, aus Ludwigshöhe; Ph. Schmidt, 68 Jahre att, aus Dolgesheim, in Elgin; Hch. Döring, 55 Jahre alt, m Newport News, er starb plötzlich und war unverheiratet. Nur seine Verwandten in Deutschland sind erbberechtigt; Joh. Boch, 78 Jahre alt, in Muskatine, Ludw. K. Schönfeld, 70 Jahre alt, in Seattle. Die beiden letztgenannten haben den Bürgerkrieg mitgemacht. pertwrrttgenbeS Fnkrreffe, BoWvvrken ttnb OpferwMgkeit bewiesen Hache unb stets ihr Vorkämpfer unb Protektor gewesen sei. Auch ist es, so fuhr bet Redner fort Unsere Ueberzeugung, daß nicht nur politische Baoeggrünbe, sondern auch Menschenliebe den Kaiser leiteten, als er vor zwei Jahren einen blutigen Krieg von unseren Grenzen abwenden hals. Es ist allen bekannt, daß Kaiser Wilhelm ein wohlwollender Freund Ungarns ist, wovon er einen beredten Beweis gegeben hat, als er in seiner Rede bei Gelegenheit der Millenniumfeier die glorreiche Vergangenheit und geschichtliche Mission Ungarns schÜderte. Der Rektor erinnerte ferner daran, daß Kaiser Wilhelm das Gefühl der Bundesfrcunbsck>ast, ber Hochschatzung und der Anhänglichkeit am Geburtstage des Kaisers Franz Josefs ausgedrückt habe und daß bie Universität der alten ttanssilvanischen Hauptstabt Ne Berufenste sei, um die altt geschichtliche Verbindung aufzufrischen, die vor 300 Jahren zwiscAn den Hohenzollern und dem alten transsüvanisck-en Fürstentum bestanden habe. Besonders sott aus den Aorportnaevuchdandel ein scharfes Augenmerk gehalten teerten An die Lehrer wird ein Flua- Watt -ur Verteilung an die Schüler gesandt werden das die Ueberschnst trägt: Eltern, hütet und schützet eure Kinder, in dem auf die verderblichen Folgen deS Lesens von Schund- und Schauerromanen hingewiesen Wird, unseres Erachtens wird hier am meisten Unheil durch den Kolportagebuchhandel angerichtet. Da werden gute Bücher angeboten, aber unten im Koffer liegt der Schund, der bei sicherer Gelegenheit herausgeholt wird Auch manche N eu j a h rs-Uz ka r ten Preisen oft sehr an ßchmutz und Schund. Kreis Schotten. = Schotten, 23. Dez. Auf die erledigte Kreisst raßen wärt erste! le im 33. Wärterbezirk hatten sich acht Bewerber gemeldet. vermischtes. *..^ErschütteteVa^rouillen. Ueber die durch Lawinenbrucb verschutteiePatrouillebeischln derb ach über bie roir in Hummer 800 buchteten, wird der Frkft. Ztg." aus Innsbruck geschrieben: Die näheren Mitteilungen über das bereits telegraMsch gemeldete schwere Lawinenunglück, beidemsechsSoldatenden Tod fanden, bei Schluderbach ergeben, daß die Katastrophe mü einem unverzeihlichen Leichtsinn geradezu heraufbeschworen wurde, und daß man allen gutgemeinten Warnungen zum Trotz die kleine Patrouille in ein Gebiet schickte, das bei dem hohen Neu- schnee und den ungünstigen TemperaturverbÄtnissen eine sichere Lebensgefahr bringen mußte. Der Weg, den die Mili- tarmannschaft zu geben ha'te. um den (Äip'ei des Monte 'bum ui erreichen, iühit durch ein außerordentlich lawinengesährlicbes Terrain, das auch bei den heften Wetteraussichten besondere Vorsicht verlangt. In den Tagen vor dem verhängnisvollen Patrouillen- gang war aber reichlich Schnee gefallen, und so konnte jeder Berg- kundige niit Sicherheu den Hiebet ;nng von Lawinen vorhersehen. Auch bie kleine Patrouille der in Hieberborf stationierten 8. Kompagnie bes 33 Jnianrerieregiments, bie — beslehenb aus sechs Mann und dem Kvmmandanlen Leutnant Richel — am Morgen des 20. über schluberbach ben Weg auf ben Monte Pian antrat, ist wiederholt gewarnt worden, und noch in Schluderbach selbst verbuchte der dortige Hotelbesitzer Planer den Offizier auf das Gefährliche seines Unternehmend aufmerksam zu machen. Aber alles Abraten war vergebens, denn bie Patrouille mußte eben ihren Befehl ausführen. Der Aufstieg gelang ohne größere Schwierigkeiten, unb man gelangte ohne Unfall auf bie breite Hochfläche bes aussichtsreichen Gipfels, bas bie Grenze bilbet -wischen Tirol unb dem nahen Italien. Hier, menige Schritte von oer kleinen Monte-Plan-Hütte entfernt, ließ sich bie Mannschaft a m Rande des Abgrundes zu einer kurzen Rast nieder, unglücklicher Weise so eng beisammen, daß biuci) Die eigene Körpt-schwere ein ungeheures Schneebrett, auf bas sich bie Leute gesetzt hatten, abgebrochen würbe Die mebergehenbeu Schneemassen rissen bie sechs Infanteristen mit unb ballten sich rasch zu einer ungeheuren Lawine zusammen, die mit rasenber Geschwindigkeit ihren Weg onrch eine enge, ungefähr einen Kilometer lange Rinne nahm. An den vorstcheuden Felsblöcken unb Scharten fielen bie Unglücklichen mit kolossaler Wucht an, so daß wo bl mit Sicherheit gesagt werden kann, baß der Tob aller sechs Menschen sofort eingetreten fein mußte. Leutnant Richel entging nur burch einen Zufall dem Tobe. Er war wenige Sekuuben früher ein paar Schritte zurückgetreten und verdankt dem sein Leben. Der Offizier eilte auf Schneeschuhen in8 Tal, um sofort eine Rettungsexpebition anszurüsten, aber die Leute, bie bie niebergegangene Lawine von unten gesehen hatten, aber freilich noch nicht wußten, daß alle sechs Soldaten mitgeriffen worden waren, kamen ihm schon auf halbem Wege entgegen. Später folgten dann sämtliche versügbaren Militärmannschasten und eine große Anzahl beigfunbiger Einheimischer. Tie Lerchen der Solbaten, von Denen fünf erst in der folgenden Nacht, bie sechste erst am nächsten Morgen gefimben wurden, waren furchtbar v e r ft ü m in e l t. Die meisten Verunglückten wollten heute ihren WeihnachtSurlaub antteten. — Heute berichtet der Draht schon loieber einen ähnlichen Unfall au« Innsbruck. Oberleutnant H i e b l e r wurde oberhalb vom Palsarege-Paß mit einer Patrouille Laiidesschützen von einer Lawine fortgeriffen. Alle sind mehr oder minder schwer vorletzt. Kleine Tagerchronik. In Hamborn entstand ans geringfügiger Ursache zwischen einer Anzahl angetrunkener Bergarbeiter ein Streit. Zwei Personen wurden durch Messerstiche lebensgefährlich, drei andere schwer verletzt. Ein A u t o m o b i l, in dem sich der französische Minister der Oeffentlichen Arbeiten Puech befand, geriet auf der Fahrt durch ben Wald von Fontainebleauin einen Rudel Hirsche. Eines der Tiere wurde dabei getötet. Im Bahnhof von Saint Fons bei Lyon stieß infolge des dichten Nebels ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. An 20 Reisende wurden verwundet. Auf Schloß Serrahn verlobte sich die Prinzessin MariavonSachsen-Altenburg mit dem Prinzen Heinrich von Heu 6 XXXV. (Trebschen bei Züllichau). Der bei dem Brand des Unterkunsthauses auf dem Alt- vater vermißte Wirt wurde bei den Wegräumungsarbeiten verkohlt aufgefunden. Am Mittwoch st i e ß ein unbekannter Dampfer auf der Höhe von Micante mit dem französischen Schiff „Jean Consel" zusammen. Der „Jean C o n s e l" sank innerhalb weniger Minuten mit der ganzen Besatzung, von der nur e i n einziger Matrose nach einigen Stunden durch ein englisches Schiff gerettet wurde. In Olmütz erkrankten ftinbet in einer Schule unter den gleichen Anzeichen, welche bei der tierischen Maul- und Klauenseuche austreten. Im .Geschästsviertel von New Orleans ist eine Feuersbrunst ausgebrochen. Der Schaden ist bedeutend. Man befürchtet, daß dreiMenschen umgekommen sind. Das Feuer in den Schlachthäusern von Chicago war bis gestern nicht gelöscht. Der Fonds für die Hinterbliebenen der Verunglückten weift bereits über 50 000 Dollars auf. Van-et. *♦ P o stnotiz en Die von der Reichspost unlängst ein^ geführten braunen Formulare zu Nachnah-mepaketadrefsen und Nachnahmekarten mit anhängernder Postanweisung oder Zahlkarte werden fortan im Interesse der Geschäftswelt so hergestellt werden, daß beim Auseinanderfalten die Nachnahmepaketadresse oder Nachnahmekarte sich in einer Fläche mit der Ausschriftseite der Postanweisung oder Zahlkarte befinden. Auf diese Weise spart man also künftig beim Ausfüllen der Formulare das Umwenden. Vom 1. Januar 1911 ab sind zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika nebst Canada telegraphische Postanweisungen zulässig. Meistbetrag 200 Dollars. Außer der Gebühr für das Telegramm wird eine Postanweisungsgebühr von 20 Psg. für je 20 Mk. erhoben. Die Ueberweisungstelegramme nehmen ihren Weg ausschließlich über Emden.________________________________ Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterbien st stelle Gießen. Verlauf der Witterung feit gestern früh: Die nordwestliche Zyklone hat sich ganz außerordeutfich verstärkt und lagert heule früh über Mitrelfkandinavien. Auf ihrer Südseite bestehen große Druck- binerenzen, so daß an der deutschen Hüfte bereits Sturm herrscht. Südwestliche Winde haben überall Regen unb Erwärmung gebracht. Unter dem Einfluß des tiefen Druckes im Horden, der durch Zuzug neuer Zyklone von Westen her sich verstärkt, tritt stürmische Witterung em. WetterauSfichten in dessen am Sonntag dem 85. Dez. 1910: Stürmische südwestliche Winde, milder, Regenfälle; in höheren Gebirgslagen Schnee. Letzte Nachrichten. Die Angelegenheit des Prinzen Max von Sachsen. :/: Köln, 24. Dez. (Privattelegranim). In Kreisen, die dem Vatikan nahestehen, wird auf bas Bestimmteste versichert, daß die Angelegenheit des Prinzen Max von Sachsen unverändert ist. Prinz Max hat kein Wort von seiner Veröffentlichung zurückgenommen. * R.D. T armstadt, 24. Dez. Der Staats vor a n schl a g ist soeben den Abgeordneten zugestellt worden. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 80 Millionen ab und zwar bei Beibehaltung der vorj ährig en Steuerzu- schlüge ohne Fehlbetrag. Der Z u s ch u ß b edarf für die Technische Hochschule und die Landesuniversität ist wesentlich zurück gegangen (für letztere, um 20 000 Mk.), ebenso sind die Kosten für den Strafvollzug und bie Gendarmerie wesentlich niedriger angesetzt. Eine Vermehrung der Beamtenzahl findet nicht statt, auch nicht in der Schulvei> waltung. Tie Einkommensteuer ist um 40000 Mark höher veranschlagt als im Vorjahr. Tie Eisen-, bahneinnahrnen sind mit 15 Millionen Mark wesen11ich höher veranschlagt als im Vorjahr. 1910 kann bei den Eisen- bahneinnahrnen mit 14 Millionen gerechnet werden, wahrend im Voranschlag nur 12,6 Millionen eingestellt waren. Auch die Einnahmen aus Bad-Hauheirn haben sich erfreulich entwickelt, sie betragen 185000 Mk. gegen 100000 Mk. im Jahre 1910. w. Frankfurts. M., 24. Dez. (Tel.) Gestern abend 11 !lhr überfiel in der Mainzer Landstraße in der Nähe des Exerzierplatzes ein etwa 28 Jahre alter, unbekannter Mensch den' 23jähriaen Chauffeur Happes und verletzte ihn durch einen Messerstich in oie Brust schwer. Er raubte dem Ueb erfüllen en oie Uhr und flüchtete. Paris, 24. Dez. 36 radikale und sozialistisch-radikale Deputierte haben an den Präsidenten der Republik die Bitte gerichtet, den zumTodeverurteiltenSyn- dikatsführer Durand zu begnadigen, da das Urteil auf einem Irrtum beruhe. Bordeaux, 24. Dez. Infolge Nebels fuhr bei Arban ats ein Schnellzug aus einen Personenzug. Wie verlautet, gab es Tote und Verwundete. London, 24. Dez. Gestern abend lag über das Schicksal Graces, der den Kanal überfliegen wollte, noch keine Nachricht vor, so daß angenommen wird, er habe auf der Rückkehr von Frankreich im Nebel das Land verfehlt und den Tod im Meere gefunden. Die englischen Kriegsschiffe schicken Marcesm- telegramme an alle mit Apparaten ausgerüsteten Schiffe, in denen um Suchen nach Graece gebeten wird. Tanger, 24. Dez. Das algerisch-marokkanische Grenzgebiet wird in zwei Zonen geteilt, von denen die nördliche der Kolonialverwaltung und die südliche, die vom S ch a u j a g e b i e t bis zur Sahara reicht, der Militärbehörde unterstellt werden soll. Kind ?funb, munter unb frisch sich sehen wollen, so geben Sie ihm Hämatogen. Warnung! Man brücküch ben Namen Dr. Hvmi Zu uvvmietcn 7 Zimmer 68041 Frankfurter Straße 34 herrsch. Wohnung v. 7 Zimmern (eo. mehr) mit Zentralheizung, eleftr. Licht, Gas unb Bad ver sofort ober später zu vermieten. Näh. Frankfurter Straße 36. 6 Zimmer 6574) Herrschaftl. 6-Zinunerwohn., Bad 20-, Keplerstr. 1, eine Treppe, hoch, per 1. Avril zu vermieten. &66J Schöne 6-Zunmer-Wohnung zum 1. April zu vermieten. 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Die Verzinsung hört mit bem 1. Avril 1911 auf. Büdingen, ben 22. Dezember 1910. Grotzherzogltche Bürgermeisterei Büdingen. Fendt. 0035 Bekanntmachung. Betr.: Die Wandergemerbesteuer für das Kalenderjahr 1911. Die Wandergewerbetreibenden in ber Gemeinde Büdingen machen wir auf die Bekanntumchung Gr. Finanzamts Büdingen int AmtüverkünbigungSblatt 9k. 50 vom 10. Dezember 1910 aufmerksam und empfehlen Befolgung ber gesetzlichen Bestimmungen. Büdingen, 23. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Büdingen. F e n b t. 0086 LUDWIG ALTER En gros En detail Export Zeichnungen und Vorschläge Kostenlos 6957) Der Vorstand. — Tadellose Bedienung. — 6964 010440) Der Vorstand. Wilh. Pfeil. 6975 J. Jttmann nach Bauer'scher 6966) Der Vorstand. $trtinijiininer nodi frei, i Golduer Rmg, Braudgage £ £ihuf-(6iTnd)c Grösstes Waren- n. 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