16V. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 180 Erscheint täglich mit Ausnahme des bonntagS. Die ..Gletzener Famillendlätter" werden dem .Anzeiger* oicrmal wöchentlich beigelegr, das „Krcisblatt für den Kreis Lietzen" zweimal roöticntlid). Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion. Expedition und Druckerei: bchul- straße 7. Expedition und Verlag: e«6L Redaktion:^^112. Tel..Adr.:AnzeigerGietzen. Donnerstag 4. August 1910 A Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei. L< H R. Lange. Gießen. sollen, abwälzen können. Daß noch eilte Reihe von Beamtengeschäften auf niedere Beamte übertragen werden kann, wird seit langem gerade aus der mittleren Beamtenschaft heraus wieder und wieder betont Immer noch ist eine große Summe von leichteren Arbeiten Beamten zur völligen Ausnutzung ihrer Arbeitskraft mit zu überweisen, die im Wege der Zusammenlegung und Spezialisierung nach unten abgewälzt werden könnte. Auch ein Postdirektor hat eine ganze Reihe von Arbeiten zu erledigen, die gerade so gut — manche auch besser wegen größerer Sachkenntnis — von mittleren Beamten erledigt werden könnten. Deutschtums. Insgesamt bestehen in den fünf australischen Bundesstaaten 70 deutsche G em ei n d es ch ulen. Davon kommen auf Sudan st ralien allein 54, also über 70 vom Hundert. Dann erst folgt Viktoria mit 13, Neu-Südwales init 2 und endlich Queensland trotz seiner starken deutschen Bevölkerung mit nur einer deutschen Gemeindeschule. In den 54 südaustralisäien Schulen werden insgesamt 1600 Linder deutscher Herkunft unterrichtet. Von Südanstralien aus ist neuerdings auch mit den etwa 900 Deutschen in Tasmanien angeknüpft, und es scheint sich auch dort ein hoffnungsvolles Arbeitsfeld für deutschen Unterricht erschließen. _______ Ausruf zur Lrhallung des alten Eichener £iebig=£aboratoriums. Das alte chemische Laboratorium an der Universität Gießen, in dem von 1824 bis 1852 Justus Liebig seine bahnbrechende Tätigkeit entfaltete, hat für die Entwicklung der Chemie und der gesamten Naturwissenschaften eine so außerordentliche Bedeutung, daß die Pietät der jetzt Lebenden dieses altehrwürdige Institut als einen Markstein, der den Beginn eines neuen Abschnitts in der Geschichte der Naturwissenschaften bezeichnet, erhalten und kommenden Geschlechtern unverändert überliefern sollte. Das alte chemische Laboratorium der Universität Gießen war das erste Universitätslaboratorium, seinerzeit der einzige Platz in der ganzen Welt, wo angehenden Chemikern em mit praktischen Hebungen verbundener Unterricht geboten wurde. Die bedeutendsten Lehrer der Chemie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts sind aus diesem Laboratorium hervorgegMigen, so, um nur die allerhervorragendsten zu nennen, die Deutschen Max Pettenkofer, Remigius. Fresenius, Adolf Strecker, Aug Wilh^ Hofmann, Aug. Kekulä, die Franzosen Charles Gerhardt und Adolphe Würtz, die Engländer Williamson und Playfarr, der Schweizer Marignae. Wenn jetzt jede deutsche Hochschule ihr wohleingerichtetes Laboratorium besitzt — an den meisten hat man sogar deren mehrere so ist daS alte Gießener Laboratorium, das anfänglich nur 9, später etliche 20 Schüler faßte, das Urbild aller dieser Institute, die jetzt Tausende von Schülern in die Chemie emführen. Die wissen schaftlichen Arbeiten, die aus ihm hervorgingen, machten die Chemie den alten Geisteswissenschaften ebenbürtig; sein glänzender Ruf, der in Gießen Schuler aus allen Teilen der Welt versammelte, zwang die anderen deutschen Universitäten, auch ihrerseits für chemische Laboratorien Sorge zu tragen, und bis zu den sechziger Jahren galt das Gießener Laboratorium für alle diese neuen Anstalten als Muster. _________________ Die Methode des Unterrichts, die noch heute in allen Instituten zur Anwendung kommt, ist im großen ganzen noch die deA alten Gießener Laboratoriums. Dieser wissenschaftliche Unterricht der Chemiker bedeutet die! wesentliche Grundlage für die Vorherrschaft der deutschen chemischen! Industrie. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland s-> gut wie keine chemische Industrie. Auf die Gründung des Gießener Laboratoriums durch Liebig und des Meisters umfassende, ine Technik außerordentlich befruchtende Forschertätig leck ist zurua- zuführen, daß die deutsche chemische Industrie ihre staunenswerte Entwicklung genommen hat. Liebig hat man daher mit yi verdanken, daß der jugenbträftigen, rasch wachsenden Bevölkerung Deutschlands neue große Einnahmequellen erschlossen wurden und die deutsche Volkswirtschaft eine so glänzende Entwicklung nehmen konnte. Die deutsche chemische Industrie zahlte 1907 an 207 000 Arbeiter in über 8500 Betrieben fast eine Viertelmrlliarde Löhne/ erzeugte für dreizehnhundert Millionen Mark Produkte und führte davon für dreihundert Millionen Mark aus. — Das Deutschtum in Süd Australien. Wertvolle Angaben über das australische Deutschtum, zumal das in Südaustralien, entnehmen die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland dem an den Verein gerichteten Privatbriefe eines südaustralischen deutschen Lehrers. Der Verfasser beklagt zunächst die schnelle Verengländerung des Deutschtums in den Städten Australiens, zumal in der jüngeren Generation. Er stellt dem das platte Land als Sitz eines noch kräftig pulsierenden deutschen Lebens gegenüber und rühmt hierbei ganz besonders Südaustralien als eine Hochburg australischen Daß das Uebergabeverfahren ftcitoaubenb und schwerfällig ist, j soll zugegeben werden, aber hat der Herr Postdirektor, als em . dazu berufener, auch schon Verbesserungsvorichläge bei seinen , Vorgesetzten vorgelegt ober seine Beamten, wenn er selbst feine . weiß, nach solchen befragt? Bei einer Uebergabe sind aber nicht nur Postwertzeichen zu übergeben, sondern auch Wechselmarken, statistische Marken, Bersicherungsmarlen, Formulare in bald hundert Arten, Geldbeträge und Wertsendungen im Betrage von oft Hunderttausenden, sowie hunderte lagernder Postaufträge und Nachnahmen, abgesehen von noch anderen Gegenständen. Die Aufnahme ist aber auch nötig zur Fertigung des täglichen, ganz un- eittbehrlichen Kassenabschlusses, bei dem es sich um einen die Verantwortung abgrenzenden Vorgang hairdelt, dessen zufriedenstellender Ausgang regelmäßig den Beamten einen Stein vom Herzen nimmt Daß diese Aufnahme meistens bet geöffnetem Schalter geschehen muß, ist eine bureaukratische Rücksichtslosigkert, für deren Abschaffung aber bei den „höheren" Beamten, die der Schuh da nicht drückt, keine Gegenliebe zu finden ist. Oder hat der Herr Poktdirektor bei seinem Amte die übliche Art der Uebergabe ab» geschafft? In diesen Blättern fehlt der Raum, um dem Postdircktor hcn Unterschied zwischen den im Privatdienste von Lehrlingen, jungen Mädchen, Laufburschen und Hausdienern wahrgenommenen Geschäften und den für die ganzen Verkehrsverhältnisse so wichtigen, unendliche Ersatzverbindlichkeiten tn sich schließenden Arbeiten der mittleren Beamten klar zu machen. Direkt unrichtig i|t feine Angabe, daß mittlere Beamte mit dem Zeugnis zum Ein;.- Freiw.-Dienst ausschließlich zur Bedienung der Telegraphenapparate verwendet werden. Auch bestreiten wir durchaus, daß es Schalterbeamte gibt, die „stundenlang vor Langeweile bald umkommen". Hat der Herr Postdirektor solche bei seinem Amte geduldet, so ist er ein unfähiger und pflichtvergessener Beamter. Daß der Postdirektor es für eine Kleinigkeit hält, den ganzen Tag , nur Postanweisungen" anzunehmen, muß den Kenner verblüffen. Die Annahme von mehreren hunderten Postanweisungen und neuerdings Postkarten — nur bei einer solchen täglichen Zahl Toinmt ein besonderer Postanweisungsschalter in Betracht — mit 30 000 bis 60 000 oder iroch mehr Mark aus allen Münzsorten sich zusammensetzender Beträge und deren kassenmäßige Verpackung und Ablieferung ist ein überaus anstrengender und schwierigen Dienst bei dessen Llusübunq der betreffende Beamte fortgesetzt Gefahr läuft, in hohem Grade ersatzpflichtig gemacht zu werden. Ist dem Herrn Postdirektor von beit fast jeden Monat auftretenden hohen Minderbeträgen — oft genug bis zu 100 Mark im Einzel- falle — nichts bekannt? Welches Privatgeschäft zahlt dem einen solchen Posten Bedienenden Tagegelder von 2,75, 3,50 und 4 Mk. als ganzen Entgelt, wie es in tausenden Fällen die Po|werwaltung tut? Der Herr Postdirektor spricht von einer „Vereinfachung des viel zu umständlichen Dienstbetriebes". Wodurch wird der Dienst- betricb so umständlich? Durch die in 12 dicken Banden Abschnitte der Dienstanweisung — enthaltenen minuhoicn, tn her Praxis unmöglich zu bewältigenden Vorschriften Tür alle und lebe möglichen und unmöglichen Fälle, aufgestellt von „höheren Beamten" und noch ergänzt von den Herren Postdirektoren durch die örtlichen umfangreichen Geschästsordnungen. Es gibt tauseiide von Beamten, die für den Hauptzweck dieser Reglements den anwhen, daß „höhere Beamte" bei irgend welchen Vorkomntnmen stets einen Sündenbock in deren engen Maschen fangen und ihn in die Wüste schicken können und so einen wesentlichen Teil der eigenen Verantwortung für den Betrieb, den sie doch letten und fuhren auf Sulz zu wurde durch große Hitze erschwert. Nachmittags um 2 Uhr wurde ein allgemeines Biwak aller Truppenteile de- ohlen; wir bekamen unseren Platz an einem kleinen.Bergabhang auf einem Kartoffelfelde .angewiesen, dessen halbreife fruchte, mit Zwiebeln und Fleisch gedämpft, uns nicht so übel schmeckten. Der warme Sonnenschein lud uns ein, unsere noch vom geitrigen Regen oder vom . bares Gestein und nicht beachteten Abfall m wertvolle Stoste um* • wandeln und dem Lande ungezählte Millionen zufuhren: sie hat , gelehrt, die Fruchtbarkeit des Bodens zu mehren unb die Volks-, Wohlfahrt auf mannigfachste Weise zu fördern. 6 August. Empfindlich kühl am Morgen und dazu in nassen Kleidern! Ein warmer Kaffee brachte cm, wenig Leben und Wärme in die erstarrten Glieder. — MarschbeTehl um b Uhr — um i/27 Uhr standen wir schon zum Abmarsch fertig. — Die aufgeweichteu Wege- und Felder erschwerten schr umern Manch, dagegen tat uns der trocknende und wärmende strahl der Morgen- sonne sehr wohl. — Um 9 Uhr hörte.'! wir den ersten Kanonendonner und bald darauf traf ber Befehl ein, baß wir, sowie die hinter uns licgcnben Truppen in Eilmärschen zu dem bereits bei ben Vorposten entbrannten Gefechte heranzuziehen , seien. — Jetzt kam Leben in bic Mannschaften, Mut unb Kampfeslust bc fceltc uns alle. — Nach ungefähr cinfhnibigcm Marsche längs des Eisenbahudammes hinter Sulz — das Mitrailleufenfeuer hörten wir schon ganz genau — bogen nur auf einen ziemlich bedeutenden Wiesen gründ ab und hier ließ ber Bataillouskomman beur Major von Sodenstern zum ersten Male in bie|cni Feld juge unsere Fahne enthüllen unb das teuere Banner wehte in ben Lüsten, von unserem donnernden Hurra! begrüßt. — Tic beiden anderen neben uns marschierenden Bataillone taten das selbe — Wir marschierten in Formation der Angrifiskolonne bis zu dem Dorfe Gunstett. wo unsere 21. Division bereits seit einiger Zeit im .Gefechte sich befand. — Auf einer Wiese bei einer Mühle legten wir bav Gepäck ab, und hier lamen schon einzelne Mügeln, von denen eine den Leutnant Kern am Oberarm verwundete, an uns heran. — Wie wohl mancher meiner Kameraden in jener Stunde, benutzte ich die uns vergönnte kurze Rast, um meinen Leib und Seele in die Hände meines Gottes zu Empfehlen und habe da so recht erfahren, welch eine Kraft und stärke im Gebete liegt: „mit meinem Gott kann ich über die Mauern springen!" sagt der Kriegsheld David. linier weiterer Vormarsch führte uns (gegen ’M2) übet ein Kartoffelfeld an einen ^8ergeSabhang, dessen Höhe bewaldet roar — Die .Waldlisiere war von Zuaven und Turkos belebt, bie wir halb zurückbrängten, worauf im Walde das Gel echt erjt recht hitzig wurde. Unser .Avancieren ging indesfen IQ rasch, daß wir einmal Flankenfeuer bekamen, doch erreichten wir glücklich die jenseitige Waldlisiere. Tort, an einem Wiesengrunbe, dem gegenüber wieder ein Wald unb vor diesem ein ^steinbrunjl ich befand, kam bas Gefecht zum Stehen und kostete Piel Leute. .Hier wurde auch .unser Hauptmann am Oberarm unb an dev Brust schwer verwundet. — Abermals wurde avanciert — unb abermals stand bas Gefecht bei Fröschweiler, wo Maior v. -Loden- ftern durch einen Schuß in ben Vorderarm verwundet wurde. Unsere Lage war, da unsere Reihen sehr gelichtet waren, eine kritische — da verschaffte uns bic ausgezeichnete, Wirkung unterer Artillerie Luft. „Tas .Ganze avancieren!" hieß es — und vorwärts gings gegen den Feind, ber bei diesem An laufe an umcti\ Bataillon' allein acht Geschütze verlor. Noch einmal hielt er uns hinter F-röschweiler.stand, allein das wackere Eingreifen depj Württemberger mit uns -zugleich brachte ihn wieder zum Weichen7 da jagte Kavallerie, Kürassiere unb Lanciers heran — kaum einige Minuten Schnellfeuer von unserer Seite unb — nach eiiiiganWorten: der Franzosen--bie Kavalleriedivision Bonnemain war nicht mehr^ Gegen 6 Uhr abends war bie Schlacht von Wörth zu Ende;, ein herrlicher Sieg, freilich auch mit vielen teuren L Pfern blutig erkauft, war errungen. Unsere 1. Kompagnie hatte allein drei Offiziere verwundet, unb 50 Mann, darunter 9 jtote, verloren< unferem XI. Armeekorps aber ward an diesem Tage schon die besondere Auszeichnung, daß .auch sein Führer, General von Bose sich unter ben Verwundeten befand: nhon bei Leitung des Gefechtes ber 21. Infanteriedivision am Niederwalde hatte en. einen Schuß in die Hüfte bekommen, war aber trotzdem zu l'teri c geblieben. Beim Vorgehen gegen Fröschweiler trat ihn bie zwecke Kugel unb durchbohrte ihm einen Fuß, wodurch ihm die Fortführung des Kommandos unmöglich gemacht roinbe; neben ihrrn wurde bei dieser zweiten Verwundung der GeneralstabsoUizierl Premierleutnant v. Heineccius getötet. Qum ersten Male in meinem Leben sah ich hier, namentluti an der Straße von Fröschweiler nach Wörth bis hinunter nach Elsaßbausen, das Entsetzliche eines Schlachtfeldes. Die Verwundeten mären so zahlreich, daß es unmöglich war, einem leben raicha Hilfe zu leisten, so viel auch mir, selbst zum Umfallen ermattet, an ihnen taten, was wir nur konnten. ^cichdein in der Nähe des brennenden Dorfes Frösckweileck Se König! Hoheit der Kronprinz an uns vorübergekommen war und uns begrüßt hatte, bezogen wir oberhalb Wörth an einem, Bergabhange unser Biwak und lagen auch hier zwilchen -toten unb Verwundeten. Unseren brennenden Durst zu Ustchen war fast unmöglich, da das vorhandene Wasser größtenteils mit Blut vermischt, stellenweise auch ganz rot gefärbt war. doch gelang esd uns nach einigem Suchen no»h trinkbares Wasser 1 men^ In den massenweise umherliegenden franzöfischen Tornistern faii» ben wir Rationen von Brot, Speck unb Kaffee, die uns zmnt nbbrote dienen mußten. Da auch wollene unb leinene Deckens um herlag en, so konnten wir uns mit denselben ein passables Nacht« lager herrichten, in welchem wir jedoch in der folgenden Nackst; u wegen der Aufregung, bie der vergangene 2ag verursacht, mehr aber noch wegen des wahrend der Nacht stark gehandhabte^ Patr-ouilleit-Dienstes, wenig Schlaf sanden^ Dir Tage von Weißenburg und Wörth. Heute, ant 4. August, sind 40 Jahre dahingegen seit die ewig denkwürdige Schlacht fti Weißenbura dem deut- < scheu Heere den ersten großen Sieg rn FerndeSlwnd brachte. i Das uns vorliegende Kriegstagebuch eines '.)cttburgerL' unserer Stabt Gießen, des .Herrn Gutsverwalters W.M e r u, ber als Angehöriger bes 83. Regiments in Kastel nicht weniger als 22 Schlachten mitgemackO hat, bringt auch interessante Aufzeichnungen aus ben ersten Augusttagen. Bei Weißenburg kam seine Abteilung nicht mehr zum Eingreifen, bageaen aber bei Wörth. Wir fallen hier bic schlichten Schilderungen wörtlich folgen, sie führen am besten in die Spannung der damaligen Zeit zurück: 4 o( lt q u ft Um 2 Uhr morgens wurde alarmiert unb rafch Kaffee gekocht. Ter Regen wurde immer stärker und wurden wir noch vor Antritt des Marsches durchnäßt Der heutige Marsch ging auf zum Teil recht erbärmlichen, durch den Regen arunbloß geworbenen Wegen über Fechenheim, Rohrbach, Winden und Billigheim der französischen Grenze zu. - Zwischen 10 und 11 Uhr vernahmen wir zum ersten Male den Kauonendonn^ von Weißeir bürg her unb überschritten bald barauT bet vagenbach das ö'luWn Lauter unb zugleich die französische Grenze. Xie Helme wurden abgenommen unb dreimal ein tausendstimmiges Hurra. tut tfeier dieses wichtigen Augenblickes angestimmt — Nur ^hr Ilmgsam konnten wir uns bann durch den zwei Stunden ^n^en Vienwalb bewegen: da wir bie Straße Tür Artillerie und MumtionS- kolonnen frei lassen mußten, marschierten wir rechts und Imks der Straße. Vor xins tobte ber Kampf immer heftiger, bas knarrende Geräusch ber Mitrailleusen, das wir Anfangs für Salvenfeuer hielten, drang zum ersten Male an unter Ohr — unb zum ersten Male erblickten wir hier Verwundete (Marburger Jäger », bie vom Gefechtsselde zurückgebracht wurden. — Unserer Erwartung, heute nocki vor den Feind unb ins Feuer zu kommen, wurde indessen nicht entsprochen: außer Artillerie-u. Kavallerieabteilungen nahmen von ber 22. Inf . Division keme Truppen am Kampfe teil. Wegen 4 Uhr nachmittags war die schlacht von Weißenburg mit unferem Sieg beendet — ber erste Lorbeer, wenn auch ohne Unsere Mithilfe, errungen — und uns blieb nichts übrig, als mit hungrigem Magen nach dem uns angewiesenen etwa tot mibe entfernten 'Biwaksplatze zu marschieren, wo alsbald nach unierer Ankunft bie Feuer loderten unb in ben Kesseln das empfangene Fleisch schmorte und kochte. — Hier figurierten zum ersten Male die rohen Beefsteaks, weniger der Gourmandise wegen, als um rasch etwas tn ben Magen zu bekommen. Unb cd tat J ot lut) zu occilen' Kurz nach Beginn des Abkochens würbe das I. Bataillon auf Vorposten kommandiert. Nach einer halben stunde mar schienen wti ab unb bezogen die angewiesene Vorpostcnstcllung; bic Feldwache der 1. Kompagnie stand an ber Straße nach Fort S Loui.',. Unser Biwak — auf einem Kleeackcr — war erträglich. 5 An g u st. Ich mußte früh morgens eine Meldung an das Dioisionslommaiibo überbringen unb nahm von dort den Befehl des Abmarfches mit zurück. — £er angetretene Vormarsch politische Tagesschau. Mängel in der Postorganisation? Wir gaben vor einigen Tagen eine interessante Zuschrift eines Postdireltors an die „Rhein.-Wests. Ztg " wieder, bie besonbers in Postbeamtenlreiseu Aufsehen erregte. Wir werden aus biesen Kreisen um bie Wiebergabe einer Entgegnung gebeten, bie bie „Deutschen Nachr." am Freitag gebracht haben. Der Verfasser ist offenbar ein mittlerer Postbeamter, der den ersten Ausführungen zum Teil bic Richtigkeit nicht bestreitet, zum übrigen Teil aber in scharfer Weise Stellung nimmt. Er schreibt n. a.: Ans Stabt itiiö Caub. aewicht Mk. im <5 Wetter 9luguft — + 15,2 “C. 5 10 10 68.00-71.00 70.00—72.00 71.00—72.00 69.00—71.00 Aug. 1910 bis 3. . 3. 55.00-57.00 56.00-57.00 56.00-57.50 54.50—55.50 Mk. 98-105 91—97 84-89 79—82 76—00 9nn c^cmr SUT'ru^ 1)011 einem Ehrenausschuß von mehr eheneu. Vertretern der chemischen Wissensck>aft und r^^CrsSaVlk1DII$?a--t zunfc) ber mtt der Chemie verwandten Gebiete, be;onders der Physiologie und Medizin unterzeichnet. COxi Sonnenschein Bed. Himmel Regen 59—63 54—58 50—53 37—39 36-00 Schafe. ?ftIän^iec und jüngere Masthammel . . . Ueltere Masthammel und gut genährte Schafe , Schweine. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht Bollfleischige Schweine über 2st, Zentner Lebendgewicht Feklschweme über 3 Ztr.Lebendgew.' ' Fleischige Schweine ..... . Kälber. pullte Mast- (Vollmilchmast) u. beite Saugkälber Mittlere Blast- unb gute Saugkälber . Geniigere Saugkälber Cw. Zürich Direkte Bezugsquelle von Seidenstoffen .jeder Art. ______verzogt! — Verlangen Sic Muster! (D6/ o-. Dortmund 3. Ang. lieber das Vermögen der verfa'kir'en AktimgesellschaL ist heute bas Konkurs- "C nf «rn C f- worben. Tie erste Gläubigcrversamm- hrtmrtrn r r l7k 9Iu?u,t statt. Sie Verbindlichkeiten der Bank ^ufen sich , auf beinahe zwei Millionen Mark, abgesehen von dem eme Million Mark betragenden Aktienkapital. Vermischtes. s r r foa ®r?ctfEr UlKen aus Berlin: Als dürstifter des U eber- 5 fc>>nsel Rugen der Tischler Karl Mohr verhaftet Letterer soll auch der Urheber dec- Doppelmordes bei Saßnitz sech an dem 1909 zwischen Saßnitz und Stubenkammer ist frCECrtc06,1 cn ®-athn verübt wurde. Es <®lD^-r ftc6 in den Tagen des Raubmordes in ^?ohrIlfnmm!C a, }?V-r furä natfl bfm Verbrechen verschwand ra ~at~r brs Raubmordbersuchcs im Ber. nnf m6r?-rr ,yraSe, der am 3. Tezember nötigen ' "'' " 11 Jl L'l'T boitaiuitenh-n Ebel ausgeführt wurde. ko 3bc^el7O^'"fn' 3: 9,U(1- TaZ Tuberkulose. f!11 ec.Jlufeum, das fünf Tage in einem Saale der Miqcn Volksschule ausgestellt war, ist gestern tvieder qe. fWn worden. Obwohl die Besuchsziffer unter den gegen- '^^u Erntearbeiten zu leiden hatte, belief sie sich auf etwa O J Besucher. Zn den letzten Tagen ivurde das Museum oon den Schulen zu Elpenrod, Bernsfeld, Lehnheim, Flensungen, Ober.Ohwen, Ruppertenrod und Wettsaasen besichtigt. Für d,e Oberklassen der Volksschulen bietet das Museum ein dankenswertes Anschauungsmaterial, das zur Unterstützung ,der Geiundhettslehce sich recht dienlich erweisen kann. S0 onC,rhLlt< V'L bnb"Cd’ nu$ Klarheit über die Folgen des Ulkoholmißbrauches zu gewinnen. — Gestern sand hier die Gemeinderatswahl statt. Dabei wurden gewählt Schlossermeister Reitz mit übee 100 Stimmen ®e°k ®ecfcr mit gleichfalls über 100 Stimmen. Beide Wtedergewählken gehörten seither schon den, Gemeinderate an. Ncugeivählt wurde an Stelle seines Vaters K. F Katz mit 87 Stimmen. J Luftschkffahrt. m r. Ueberlandflü g e verbotet. 3. Aug. xun 2lmtsblatt der Provinz BranderGura erscheint eme Verordnung des Oberpräsidmten der Provinz Brandenburg in der Ueberlandfluge von Acroplaneu mit Ordnungsstrafen bis Au 60 Mk. bedroht werden. Auf Freiballons und lenkbare Luftschme bezieht srch diese Verfügung, die im wesentlichen zum schütze des Publikums erlassen wird, nicht. Der Gießener Na dsahrerv ere in 1 885 feiert Samstag den 6. und Sonntag den 7. August sein 2 5 jäh - riges Stiftungsfest. Die Feier geht in Gestalt eines großen Kommerses in Steins Garten (großer Saal) am Samstag abend und eines großen Sommerfestes auf der „Karlsruhe" am Sonntag vor sich. Der Vorstand und der Festausschuß entfaltete eine große Tätigkeit, sind doch Einladungen an alle Sportvereine des Gaues IX a D. N -B i nnb hauptsächlich an alle hiesigen Vereine ergangen,^die auch bereits schon zum größten Teil zugesagt haben. nrrnÄti? zu beachten, daß das zur Verwendung kom- m "^udestens 1, best'er 2 oder 3 Tage alt ist, weil altere» Brot schon etwas ausgetrocknet und deshalb befähigt ist mehr von der insrszierten Flüssigkeit aufzusaugen. 9 © ", ^Uk1? Liter Wasser nimmt man 2 Teelöffel voll innffl? L-Usnb a^blCcCLettoad °ufkochen. Nachdem das Salz- wastcr wieder erkaltet, setzt man 2—4 dieser Mäusetyphuskulturen "^i-k.dreselben vollständig aus. Hiernach nimmt man eine vollständig reme Schüssel, füllt diese mit Brotwürfcln und mhPhT'n s-Ut kfr.JpaiIk' bis sie schön durchsogen sind. Ties wnd vollständig erreicht, wenn die Brotwürsel in der Schüssel einigemal gewendet werden 7 11 1 ^eten daher in letzter Stunde an die ^'chrcit und bitten, durch reiche Unterstützung die Merk- ft-tte des großen Meisters vor dem Untergang zu bewahren ..Geldspende,, nehmen die Berliner und Giestmek Nieder- kaimngen der Mitteldeutschen Kreditbank unter dem Titel - Tonds b'CSrvC6™Cr "/'fbig-Laboratoriums" entgegen. Huf Liebig bezügliche Gegenstände, Bilder, Schriften' usw die Eigentum der Einsender, bleiben können und vorläufig inj Universttatsbiblwthek untergebracht werden, beliebe WnTu SfU6rer' $r' Th°mae-Gießen, Senfeistr, 2, r ^^r Arbeitsausschuß: Prof. Dr. mcd et Phil R Sommer-Gießen, Vorsitzender. Geh. 'Hofrat Pro' Tr O Be- m Oberhessischen Geschichtsvereins: Gieße». Tr. -'.'kax Buchner, Mannheim. 'Pros. Tr. G. Kraule frübcrer Her- ausgeber der ,,Chemiker-Zeitung", Cöthen lAnhalt) Dir Fritz 9 bc5 Vereins deutscher Chemiker,' Mrninheinu Tr ff 9/ mÄflernÄ d°r Stadt Gießen. Medizinalrat ,u;r:6 M°rck-Darmstapt Prwatdozent Dr. C. Thmnae- hälle a' @C^nft,u6rev- Geheimrat Prof. Dr. I. Bolhard- zu- wa'n, daß ihre planmäßige Entwicklung von dem alten Gießener ^aboratorium ausgegangen ist, so wird man freudig dem wlcher Markstein einer neuen Kulturepoch! der Nachwelt nnveriehrt erhalten werden muß. p~ - nkcnswcrter Weise hat sich der in Gießen lebende ^r" Freiherr Hans von Liebig, bereit erklärt, die Ueberlieferungen seiner Familie zur Kennlniä des gcichaftssührenden Ausschusses 'zu bringen. m ÄCnntm- Nach ^age der Verhältnisse wird es irotwendig, das Labo- ^/^ium samt Grundstück von der zum Verkauf gewillten der- ?nnff9Chi ^efnlUmennk bcr Stadt Gießen, zu erwerben: es steht lu werden '^ aiiderweitig verkauft oder sogar niedttgelegt Amtücher wetterbencht. O c f s e n t l i ch e W c r t e r d i en st st c l l c Gießen. A/ir :r?CV öeu SBitteriinq seit gestern in'ch: Von Süd'mesten erwartet, ein neuer, ziemlicl) kräftiger Wirbel westlich 3ilaiid rin Jmuefen. Cm Teilwirbel über Oberitalien und Cft- ^eutschland lebt hiermit m Verbindung. Erbrachte ...iscrem Gebiet in der Nacht überaus starke Negen, besonders im Norden ^pffpn^ ((Bitten 29, Frankfurt 12, Worms 8 Tbn.). 9/0^ ftSrfere r(ufiiinn der westlichen Zyklone ist zu erwarten Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem 5. August 1910- degenfalle, Hark auffrischender Südwest, kühler J 1 ^sraeiiLijche ßeligioiisgeincmoe. (Dotksoienjt in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 6. August 1910: Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nach mittags: 4.00 Uhr. Sabbatausgang: 8.55 Uhr. Israelitische UeützwnLgesellschafL. Gottesdienst. Sabbatfeier am 6. Auqu st 1910 Freitag abenb 7.40 Uhr. 91 U" Samstag vormittag 8.00 Uhr. Prcdiat Nachmittags 4.00'Uhr. * 9 Sabbat-Ansgang 8.55 Uhr. &*od)eiiflotte§bienru Morgens 6,00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Verantwortlich für „Aus Stadt u«d Luch" „Gericktssa-l" V.: Karl Neura16. Meteorologische SeodachtunM der Station Gietzerl. 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Letztere sind leicht herzustellen, indem man se ein Stuck starkes'Papier über die Gefäße bindet und uur« soviel Platz laßt, daß man mit einem Eßlöffel hineinreichen 9 sta?'c?n ^e.befahrenen Gänge der Mäuse werden nun 1 bis ~ ^urTc{ ungefähr o—8 Zentimeter weit eingeschobcn, so, daß die ^onne tagsüber keine Einwirkung auf dieselben haben k^nn Sind mehrere Gange an einem Platze zusammen, so genügt oder zwei belegt werden. Ein Zutreten der belegten Gange ist nicht erforderlich. 3 Am günstigsten für das Austegcn sind trübe Tage Will auSleöcn' sind unter allen Umständen Gesäße nut Deckel zu verwenden. 1 Auslegen günstige Tage gut ausnützen zu können i iJld’k8röJcrc Mengen anzumachen und in einem bc- beeften Bottich oder Eimer mit nachzuführcn m rrtf; Bur Sicherung eines guten Erfolges ist gewissenhafte Besolgu,ng obiger Vorschristen, sowie die Beobachtung größter Reinlichkeit bei Anwendung dieses Verfahrens erforderlich * Urfi •s'lCrf "mr^It19 -in cCa- 14 Tagen sichtbar und läßt ich durch Nachgraben m den Gängen leicht feststcllen. 1 Landwirtschaft. Anleitung e /i^rwendung bpr Kulturen des M ä u se t p p h u s b a z il- Jj;,' be^ösüellt werden in dem veterinär-pathologischen anatomischen Institut der Universität Gießen (Prof. Tr. Olt) i Q .. ,r Zubereitung. hrr in Würfel ungefähr in DolJ -1/2 2 Zentimeter im Quadrat; dieselben sollen mdjt kleiner sein als angegeben, weil kleinere Würfel zu leicht tonefferCau§trotfnm.Ur* 'luMeaen erschweren, andererseits Sport. — Süddeutscher Ruderverband mnrifi, hie Kr,- Verleihung eines Preises des Kaisers an den Mainlki «3g(t n5^ufi (S.iR.SB.) veranstaltet dieser am Sonntag den Z» August m M aiiij eine K a i s e r R e g a 11 a Sfufi-r hem älmserprets der als Wanderpreis im Vierer ohne Stener m a n n ausgesahren werden sott, gelangt die M e i sters ch "s't ”« Rhein int Einer zur Ausfahrt^ Weiterün wurd „ noch folgende Rennen ausgeschrieben t Ermunteruwas b lerer sur Mannschaften, die in diesem Jahre noch niM^a- negt Haben, I u n t o r - V i e r e r , S e n i o r - V j e r e r Ach ter und I u n i o r - E r n e p Der Giessener Ruderklub ,Sa sia" wird e eine Junior- und Senior-Mannschaft, sowie zwei Skulle zu >er Regatta ent|enoen, die solgende Rennen bestreiten J„U, Senior-Vftrer " Billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 g) werden be- förbert mit den Dampfern „Kronprinzessin Cecilie" ab Bremen 9. Aug. „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 16. Aug., Kaiserin Auguste Viktoria" ab Hamburg 18. August, „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 20. August, „Kaiser Wilhelm II - nb Bremen 23. August, „Eleveland" ab Hamburg 25. August „Kaiser Wilhelm der Kratze" ab Bremen 30 August' „Deutschland" ab 'Hamburg 30. August, „Amerika" ab Camburg 1. September, „George Washington" ab Bremen 3. September, „Kronprinzessin Geeilte" ab Bremen 6. Sept „Cincinnati" ab Hamburg 8. September, „Kronprinz Wil- belni" ab Bremen 13. September. Postschluß nach Ankunft der Frühzüge. Aste diese Schiffe außer „Gincinnati" unb „Gleveland" sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Besörderungs- gelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leitvermerk wie „direkter Weg" oder „über Bremen odet Hamburg" zu versehen. Die Portoermößigimg erstreckt sich nur auf Briese, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen ntiw. Vom vorderen Vogelsberg, 3. Aug. Wa° bet Garten an Beeren und der Wald an Erdbeeren versagte bas ersetzen reichlich die Himbeeren. Diese beste alle. Geleefrüchte ist so vorzüglich gediehen, daß unsere Haussrauei mm doch noch einen großen Geleeoorrat herzustellen ver- mochten Dazu kommt setzt noch baS Gelee von grünen Abfall bpfelib das keinesfalls minderwertig ist. Also fehlt auch Henri das *klee nicht in den Vorratskanimern. ** Ans dem nordwestlichen Vogelsberq. en ^agen vor und nach Pfingsten reifte ein Herr Adol ce --US Langen bei Darmstadt in hiesiger Gegend nmb. m an Prwate sowie Geschäfte Stempel vo, öer^,ei,enec ®cdBe und Schrift. Dieselben wollte er zum , Höchste Temperatur nm 2. Niedrigste , w 2. Oliederschtaa' — 29,1 mm. Gießen, 4. August 1910. ’ e chwurgerichtssitzungetr der Provinz L^bas brüte Vierteljahr 1. I. beginnen -L t 9 r6, September vormittags 9i/2 Uhr. 3um Vor- U^enden ist Landgerichtsrat Neuenhagen ernannt worden. *• Regnerischer Sommer. Unser diesjähriger rcgneritcher und kalter Sommer hat seine Vorgänger gehabt. Zm Zähre 1315 regnete es von Mitte Mai bis zum Jahresende jeden Tag. 1401 regnete es von Mitte März ksts Ende September. 1405 regnete e§ von Anfang August bis 9!eu-! jahr 1406. 1468 fiel in der Erntezeit so viel Regen, daß das Korn ungemäht auf den Feldern stehen blieb. 1528 war Ende Juli bis Mitte November mir vier Tage hindurch trockenes Wetter.^ 1579 war ein so nasses Jahr, daß die unfahrbaren Aiarschwege mit Balken ausgelegt werden mußten I um die Ernte einfahren zu können. 1585 war ein so nasser H^bst, daß mau vielerwärts das in Haufen gesetzte Korn erst un Winter mit Schlitten vom Felde holen konnte. 1588 regnete es im Sommer und Herbst ununterbrochen 23 Wochen. 1617 fiel nach einem anhaltenden Sturm so viel Regen, daß niedrige Gegenden in Teiche verwandelt waren. 1660 fiel von Pfingsten au bis spät in den Herbst ein fortwährender Regen, so daß die Feldfrüchte verdarben. 1752 regnete und ftürmtc es den ganzen Sommer und Herbst, nur während des Oktobermonats herrschte die schönste Witterung. 1790 war ' oon Mitte Juni bis Anfang September ein unaufhörliches Regenwetter. Dazu kommen noch die regnerischen SommeH ■ von 1866 und 1868. i i9,-<”™®Je6e"uer.?0(f§bab' 3m Juli b. Js. wurden ?? B°der verabreicht flcfleu 11667 im Juni 1910 und 12522 im pult !909 ober im Durch,chmtt täglich 411 Bäder gegen 389 un Juni 1910 und 410 nu Juli 1909. Der Besuch hat sch einzelnen wie folgt verteilt: ’ ©andcL Cs'fwfmi. ' u esse n. lieber den Nachlaß der Spezierers Phch Segner. Katharina, geb. Rudolph ''llnvah^-lms^^. .nnT r- '^uli das Konkursverfahren eröffnet. ernnnn/9 J 5ei)- t°ll,r.be Äu,n Konknrsverivalter , ^onkursforderungen sind bis zum 30. August bei dem Barluers^^nb^t/n^ anzunielden. — Heber das Vermögen des am 20 El n ei;ei:roat l? 111 Wendelshei m wurde O n tn n f M , tu ^onknrvversahren eröffnet. Kauünanu Georg - a w a l l m Alzey wurde zum Konknrsvenvalter ernannt Kon" hiworbenmflen sind bis zi.m 1. September be denl Amtsgericht Wtt anzumeüen. - Heber den Nachlaß des zu Hilden heim stobam?^'? "" 1D0()nbsn,t ^wesenen nnb verstorbenen Müllers ♦ m ?1ener wiirde am 21. Fnli das Konklirsverfabren er= offiiet. Rechtsanwalt Wendecker in Wörrstadt wnrde ,um r» P.mitmniin». i.nr y§foiberimgcn sind bis zum \ bÄm Amtsgericht Wörrstadt anzumelden. — Heber das vermögen des Kaustnanns Phil. Görtz in S p r e il d l i n a e n w"^ am ^8. Juli das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemein- Ichl ldner lerne Zahlllngsunsahigkeit und Heberschulduug glaubhaft abr,UtVnnt bnL Nechtspraktikant f r .^urde Slim Konkursverwalter ernannt. Kon- «ÄX b,S 3Um 2°- bei dem Aimsgericht . .x, Aus bem Ohmkal, 3. Slug. Tic SRoggenernte S h ' Endc zip Tas Koru hat Schadcn qcuomm n durch dic lange Ralfe die die Aehrcii zu Baden drückte, daß die Kornfelder wie gewalzt aussaheir Ungleich größer ist ab'r der Schaden durch die M ä u stKein Landwirt halte geahnt daß regneriichcn Wtttcrung die Mäuse dcr^ Kornernte *D,cJ‘>cn konnten. Sicher hat der milde Winter unter .brnf,9Dharfefh‘fr- L"161 "uigeraumt. Troh allem ist die Roggen- .inte doch befriedigend, wenn wie es den Anschein bat das rechte Erntewetter anhält. untchem hat - di e ki7h r' ig 7 Wi°n t eVr ® W« Tonnen° im Vorjahrs 8C8C" ®rnte 00,1 8 471007 , . Märkte. /0. Frankfurt a. M. Vieh hol-Bt a r k t b e r i ch t vom 4 Aila 8Ä P.oeiiie, n'Zi'egem"^' ™ 766 Eber, HO Schal?- W’iöer, jiai6er und Schafe lebhaft, sind geräumt ^chweuie schleppend, nicht ansverkailft. Preis pro lOOPsd. Lebend- Schlacht- Preis- von 2 Mk, per Nachnahme in den ersten 14 Tagen an die Abnehmer schicken. Die Stempel stellten sich nach seiner -Ingabe aber billiger, wenn die Käufer den Betrag gleich einzahlten, unb auf diese Vorspiegelungen fiel auch eine ganze Anzahl Leute hinein, indem sie eben den ver- langten Preis voraiisbezahlten. Bis heute sind aber trotz wie e.holler ttuffarbeiungen, auch in eingeschriebenen Briefen noct) keine Stempel eingelroffen. Eine Karte, mit Aufgabe- Itcmpcl Vnngen, traf einmal ein mit der Benachrichtigung bie stempel seien bereits angefertigt unb würben in ben naeblten 4,agen_ emtrefjen, was aber trotzdem nicht ge- ' '"Inc Anfrage an Graph. Bürgermeisterei Langen er» gab d'e Auskunft, baß betreffenber Herr wohl in Langen wohnhaft, aber auf Reisen abwesend sei. Eigentümlich 'iit baß em eingeschriebener Brief an seine Adresse gelangt ist, | maprenb em anderer, auf bem aber der Absender stand, nach riuigci Zcit Ivlcder au öcniclben zurückkam, nachdeni der Brief dem Adreßateu au n.ehrere Orte, so auch nach Villinge.i, Kreis Gieren, mit der Benierkung: ^Wird abgeholt" nach- geiandt worden war. Beini Abholen hat wohl Adressat Öen ■' T 9oJe)e!1/ ön^c' a^cr nichts gutes geahnt und lomit den Vries wieder zurückgehen lassen.' Mau sieht aus busem allen, daß der Herr nur darauf ausgeht, die Leute um ihr Geld zu bringen, daß also seine sämtlichen Angaben aus schwindel beruhen. Em Strafantrag ist deshalb gestellt Schwimmbad: 5220 Männer, darunter 1274 zu 10 Pfg. „ 1624 Frauen, „ 345 10 Wannenbäder 1. Klasse 320 Männer, 165 Frauen " m » 2. „ 986 „ 628 Brausebäder 1. Klasse 1226 Männer, 380 Frauen „ 2. „ 1602 „ 473 Tamuf- u.&ciBhtftbäber, sowie Massage ,in, USMäimer' 14 Frauen Tie Personemvage wurde von 240 Personen benutzt und das Bad von 3 Persoiien besichtigt. 3. 2” 744,0 22,8 9,5 47 W I 9 3. 9“ 743,7 18,1 12,0 77 W 2 4. 742,1 14,6 11,8 96 W 2