Erster Naü M. Jahrgang Keüag, 25. vezemver W Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. e- Lhefredakteur: A Goetz, verantwortlich für den politischen Teil: August Voetz; für .Feuilleton*, .BennifchteS* und monatlich 7L Ps^ viertel- jährlich Dtk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- demzufolge auch ttnebcr 384 000 Mark bcnrilligt, und ebenso nrnr es im Jahre 1908, wo am 12. Mai die Verfassungs- resorm angekündigt wurde. Im Hinblick auf diese Bereitwilligkeit der Regierung erhob die Landschaft auch keinen Widerspruch, als im Jahre 1909 die Forderung der Regierung auf 700 000 Mark flieg. Jetzt aber ist, da die Bersassungsreform auch nid)t einen Schritt vorwärts- gekommen ist, ihre Geduld erschöpft. Sie lehnt die jetzt ge- sorderten 1800 000 Mark oo, um so die zaudernde Re- gieruna dazu zu bringen, mit der Verfassungsreform, auch gegen den Willen der Ritterschaft, endlich Ernst zu machen. Ob man sich in Schwerin dazu entschließt, will uns äußerst fraglich erscheinen. Denn wenn auch der Hinweis Helme vom Kopfe gefallen. Nur die weißen baumwollenen Zipfelmützen aus den Quartieren, die sie unter den Helmen der Kälte wegen getragen hatten, waren sitzen geblieben. Die Leichen waren erst gefroren, mm tauten sie auf. entsetzlicher Anblick. Auch das Dorf Oringy passierten wir. Hier war am 10. Dezember früh ein Halbbataillon unseres 32. Regiments von einer liebermacht angegriffen. Sie hatten sich tapfer gewehrt. Das bewiesen die zahlreichen feinblidjen Toten Offiziers und Soldaten, die auf kurze Entfernung bis in das Dors hinein» niedergesckwssen waren. Aber 150 deutsche Soldaten mit ihrem, Bataillonskommandeur waren gefangen. Zum ersten Male sah id) hier zerschlagene Zündnadelgewchre. Unser Marsch endete schließlich bei Freteyal am Loir. Wir lösten lster unsere 17. Division auf Vorposten ab. Zu unseren Füßen un Grund- floß der Loir. Auf dem jenseitigen Ufer hielt noch die Nachhut der Franzosen. Eine lange Wagenreihe mit anscheinend ganz neuen Plantüchern, hielt auf der Straße. Die feindliche Infanterie machte sich das Vergnügen, unsere Vorposten: zu beschießen. Eine feindliche Batterie beschoß aus kurze Entfernung unsere Ablösungsmannschaften, ohne ihnen zu schaden. Die einschlagenden Granaten versanken im Schlamm und die Splitter blieben wohl meist stecken. Ware unsere Artillerie aufgefahren, so hätte sie die Batterie und die Wagenkolonne vernichtete Es schien ein gemessener Befehl zu bestehen, sich auf nichts einzulassen. Von Bendome herauf donnerten die Kanonen des 10. Korps. Den Franzosen war die Lust vergangen, mit ihrer zerrütteten Armee den leicht zu verteidigenden Loir-Abschnitt in halten. Krieg an der Loire ging in diesen Tagen für das Jahr 1870 zu Ende. Die Franzosen hatten vorläufig genug. Sie waren nickst mehr gefechtsfähig und bedurften der Ruche wrd der Nrn- ordnung ihrer Truppenverbände. Auch bei uns hatten sich Schäden tzerausgestellt. Schon tm* 10. Dezember mußten mitten auS der Schlacht die Meßzahl unserer leidsten Batterien zurückgezogen werden, sie waren durch' allzustarke Benutzung vollständig unbrauchbar geworden und mußten zu Hause ersetzt werden. Das Bild aus dem Loirefeldzug wäre nickst vollständig, wenn rch die Stiefelkrankhert in unserer Division nicht erwähnte. Schon anfangs November gab es Soldaten in der Division, die teure Stiefel mehr an den Füßen hatten und deshalb auf den Bagage- wagen mttgeführt wurden als Stiefelkranke. Die Anordnung bah leder Soldat berechtigt wurde, feine defekten Stiefeln mit ledan Franzosen der ilnn begegnete, auszutauschen, fruchtete nichts auch nichts, i»aß wir an den kleinen Stationen in der P eiche ganze Berge von Schul^zeug für die französische Armee bestimmt «LsUüoz « die Franzojw hatten M ta Füßä Äuun ttoä ltt. 3M Der tkfifwrr erscheuu täglich, außer Sonntags. — Beilagen: d i e t tu a l wachenttid: SletzenerZomilienblatter. Iiuetrnal wöchenllUreir- 1austrrörL au3fd)L Beslella. Zeilenpreis: lokal IbPu, artswätts SO Pienniq. wlrttchostliche äettftageU M MM Mr xr Bfl ’ tttnilprtd) - Slnldilüfie: jä M M für bif Sitdaluon 113, XaJr _ General-Anzeiger für Gberheffen ’"rnö!e"‘w«nü?mn« Botcfiottsbruif md Vertag berBringen Nnio.-Vuch. und SM^ruderel v. fange. Bebattlon, LsptMon Mld Drutferel: Schulstratze 7. "'d! >ü" .Sl->d- und bl- vonniuags 8 Uhr. «pcttffon ffii BflMngen: vqhnhosstrah. 16a. - tdept)on Nr. 50. 3. Der Präsident trifft die erforderlichen Maßnahmen, um die Ausschließung durchzuführen. Er kann hierzu die Sitzung aus bestimmte Zeit aussetzen, den Sitzungssaal und die Tribunen räumen und den ausgeschlossenen Abgeordneten aus den Räumen entfernen lassen, sowie betten Wiedereintritt verhindern. 4. Gegen den Ordnungsruf ober die Ausschließung durch den Präsidenten kann der betr. Abgeordnete spätestens am folgenden Tage schriftlich Einspruch erheben. Das Haus entscheidet frühestens in der nächsten Sitzung nach Eingang des Einspruchs ohne Besprechung, ob der Ordnungsruf ober die Ausschließung gerecht* fertigt war. 5. Erfolgt während ber Dauer der Ausschließung n? anderen als Geschäftsordnungsfragen eine Abstimmung, bei der die Stimme des oder ber ausgeschlossenen Mitglieder hätten den Ausschlag geben können, so wird die Abstimmung in der nächsten Sitzung wiederholt. 6. Bei andauernder Störung ist ber Präs deut befugt, die Sitzung zu unterbrechen oder zu schließen. Man darf gespannt fein, welches Schicksal der Antrag haben wird. Ver Vorturner Lpionageprozetz vor dem Reichsgericht. -4 Leipzig, 22. Dezember. Ter Prozeß gegen die beiden englischen Offiziere Trench und Brandon wegen Spionage, der seit gestern die vereinigten zweiten und dritten Strafsenate des Reichsgerichts beschäftigt, wurde heute zunächst unter Zulassung der Öffentlichkeit fortgesetzt. Der Vorsitzende, Senatspräsident Dr. Menge eröffnete die Sitzung um 9 Uhr und erteilte das Wort zunächst dem Ob er-Reichsan walt Dr.Z weigert. Der Oberreichsanwalt Uah-m B^ug aus den Bericht eines Lediger Mattes über die gestrige Verhandlung, ivonach er gesagt^ haben sötte, England Plaue einen Heberfall auf Deutschland. Seine diesbezüglichen Auslassungen seien m'cht richtig rotebergegeben worden. Er habe nur ausgesührt, daß die Erkundigungen, welche die englischen Offiziere evngezogen haben, für bat Fall eines geplanten Uebersalles von hohem Wert sein föitnen. Darauf beriet der Geridstshof unter Ausschluß der Oesf.nt ich- keit über die Zulassung verschiedener Militär- und Zivilpersonc«' »n der geheimen Sitzung. Nach Wiederherstellung der Oeffeniltcfr- feit verkündete der Vorsitzende den Beschluß, daß den Anträgen aus Zulassung seitens der Militär- und Zivilpersonen sbattgegeben nrorden sei, nur den beiden Vertretern des hiesigen englischen Konsuls wurde der Aufenthalt ün Saale während ber geheimen Sitzung nicht gestattet. Nach Wieder her stettung ber Oesfenttichkeit, die länger als rrvei Stunden ausgesdüossen war, ergreift der Reichsanwatt R i ch- t e r bas Wort zu seinem Plädoyer. Er ging davon aus, daß dec kProzeß in den weitesten Kreisen Aufsehen erregt habe. Die Be- weisaufnalMe sei In voller Oesfentlichkeit erfolgt, wie überhaupt noch nicht in einem Spionageprozeß. Lediglich bei der Erörterung der DefesttgmlgSanlagen aus Borkum sei ün militärischen Jnterenc die Oeffentliä^eit ausgeschlossen worden. Nicht Spionage furcht, sondern wirkliche Interessen der Landesverteidigung kamen hier in Frage. Diese Interessen der Landesverteidigung sirrd durch die systematische Auskundschaftung der deutschen Küstenbeftstig- imgrn gefährdet worden. Die Angeklagten sind Auslailder, fie werden aber selbst das Zugeständnis machen, daß fie hier als Angelwrige eines geachteten Standes, wenn auch eines fremden Staates behandelt worden falb. Wenn sie hier für ihre Handlungsweise Sülme leisten müssen, so werden sie sich sagen, daß sie unter der Anschuldigung eines Verbrechens stehen, das mit Zucht- haussttafen bis zu 15 Jahren geahndet wird: das Gesetz macht keinen Urtterschied zwisd)en Inländern und Ausländern. Dev Reid)sanwatt bespricht dann die gemeinsame Fahrt der beiden Angettagten an der deutschen Nordseeküste und weist darauf hin, daß Trench selbst zugegeben habe, es sei eine ErkundungsfahNl Der Mecklenburgische versassungrstreit. Der Mnklenburg^Schweriner Regierung, die bekcornt- ttch ihre Verfassungsreform wegen des Widerstandes der an ihren Vorrechten festt)altenden Ritterfdyaft nicht durchsetz cm kann, ift über Nacht tn der Landschaft, den Bürger- jnciftent, ein BundeSaenosse entstanden. Und zwar indirekt in dein Sinne, daß die Landschaft am 16. Dezember den von der Regierung geforderten Zuschatß zu den Kosten des Landesregiments in Höhe von 1800 000 Mark ablehnte, mit der Begründung, baß sie so beträchtliche, ständig wieder- kehrende Mehrforderungen nicht ohne Erteilung des Budg-t- rochtS bewilligen förme, daß aber die Erteilung des Budget- rechtS an den bestehenden Ständeländtag deshalb nicht im Interesse Mecklenburgs liege, weil fie nur die dort vorherrschende Mackft der Ritterschaft noch weiter starken würde. Mit diesem Votum hat natürlich die Landschaft den resorma- torisd^en Bestrebungen der Regiertmg Hilfe leisten wollen, so daß die Rittersck^st aus Zorn darüber der Regierung nur 1 200 000 Mark bewilligte, mit der Motivierung, daß in Mecklenburg viel mehr gespart werden müsse. Trotzdem ift, da die Zustimmung der Landschaft fehlt, die Vorlage gefallen, und die Regierung hat in einer Antwort an den Landtag vom 19. Dezember keinen Zweifel daran gelassen, daß sie gewittt ift, dringend eine Verständigung übet bie Verfassungsreform zu fordern. Würden, so beißt es, die Verhandlungen über die Verfassungsresorm scheitern, |o sieht die Regierung nur den einen Weg offen, bie Kosten des Landesregiments entweder aus dem angesammelten Domanialkavitalfonds, der rund 75 Mittionen Mark beträgt und in länottchen Bauemstellen besteht, oder aus einer Anleihe zu decken. Die Verantwortung für diese Unwinfä-astliche Maßnahme weift die Regierung aber dem Landtage zu, der die zurzeit für notwendig erklärte Ver» fassungsreform hindert. So fragt man sich, nachdem bie Verfassungsfrage noch durch einen Streit über den Haushalt verschärft ift, unwillkürlich, waS jetzt in Mecklenburg geschehen soll. Dic ;<5d)ritte der beiden mecklenburgischen Regierungen finb schon zweimal an dem Widerstande ber Ritter gescheitert und wird jetzt wahrscheinlich dasselbe Schicksal haben. Aber Mecklen burg-Sck)-werin braucht, wie andere Staaten, auch Geld. Und farie die VersassunAsaktion von der Regierung nicht etwa ,airs politischen Gründen eingeleitet wurde, um Mecklenburg dem Konstituttonalismus zuAufül;ren, sondern aus finanziellen Gründen, um die ewigen Geldnöte Mecklenburgs zu heben und die Steuervorrechte der Ritterschaft zu be- ieitigen, so stelft jetzt Mecklenburg-Sck>werin direkt vor chtverer finanzieller Unordnung, toenn die Ritterschaft in er Verfassungsreform frage nicht nachaibt, oder die Regierung nicht den Landtag auflöst unb Mecklenburg die Verfassung aufoktroyiert. Der Haushaltsstrett, wie er jetzt zum Aus trag kommen soll, schreibt sich sck>on aus dem Jahre 1904 her, wo die Schweriner Regierung vom Landtag einen Zuschuß hon 530 000 Mark zu den allgemeinen Staatsausgaben verlangte, die Stände sich aber nur dazu verstanden, ihr für bie nächsten drei Jahre 384 000 Mark zu bewilligen, wobei die Landschaft ihre Zustimmung zu ber Weiterbewilligung dieses „Av er sums" ausdrücklich von der Lösung der Verfassungsfrage abhängig machte. Im Jahre 1907 gab die Regierung diesbezügliche Versprechungen ab und erhielt y. ^^urzeNackricbtenausKunstu Wissenschaft. berühmte Sprachreiniqer und Direktor deS Leipziger Rat- asyl«, Prof Dr Gustav Wustmann, ist in Leipzig 7f. Jt o r den. (Wustmann, der namentlich durch sein Werk: Allerhand "'beiten bekannt geworden ist, hat ein Alter von ,^uch seine Forschungen über die Geschichte der Stadt Leipzig smd viel beachtet worden. Die SchrisU.) ' .. — ‘vuiui yuic xyinicrquamcTc, Da tornttat ton uns »weder heraus futtern. Wir feierten m Frieden "™öTCUDat rnitcrm Tarmenbanm das Wrihnachtsfest. Mit der Doft trafen Wechncnhtsgescheute aus der Heimat ein mit zahl» Fiesen ^- Spannung der Nerven nahm langsam ab, L? AH Minder Behaglichkeit wieder Menschen, »^chk stündlich auf dem qiu vive stehen. ~ -rotzs Glück für biefm Teil der Armee, daß 'S? ©IicbCT ,rnden friedlichen Weihnochtz. mch Neuiahrstomm M einmal wieder auf sich selbst besinnen konnten. Juvt3ta8T” Avh™10»,1" S1IA8t|i“I?ete W We Loge wieder kriegerisch, und seelisch einigcrmahen wieder hergestellt, war tue Armee neuen Schwierigkeiten gewachsen. Lntte in der Kompanie fanden Schulung, das sie tragen tamitca. Wir mußten diese Kriegsbeute vernichten. Eine andere sehr lästige Krankheit Maven die Kleiderläuse, «e s«y m den Kompagnien immer ntthr verbveibeten. Sie ver- schrnrten auch die jungen Leutnants nicht, die versäumte», unter Den schtzmerigen Verhältnissen die Wäsche öfters zu wechseln. Ein wtcher runger Luftikus schwor eines Abends als es sehr kalt war semer mttn^n Einquartierung Rache. Er ließ durch seinen 93ur» W“ alle Bildungsstufe ins Freie hangen und erzählte uns M« anderen Morgen beim Rendezvous, daß er einige der Atten» Ater txz ertzrrt^srch m die Nahte seines Waffenrofes verkrochen hatten, am frühen Morgen herausgeholt und in seinem Zimmer Mfem Papier gesteckt habe. Durch die Zimm erwärme seien sie ^^-?L"!^^S^den, einige hätten sich sogar auf die Hfttterfuße gestellt ruto hätten sich die Vorderfuhe um die Schulbern geschlagen, um sich wieder zu erwärmen! Nun hören Sie aber auf, dem lachcmden Kreis seiner Zu^rer zur Antwort -)er Kr«g war wirklich vorläufig zu Kche. Das 10. Korps *5®eder 1. KMmlleritchivlsion bei Vendrome auf der Wache, das 5., 9. unb das Korps von der Dann bei Orleans. Die 22 Di« wnttrufwärts und zog sich in ihre bekannten Ausland. Die französische Negierung brachte einen Gesetzentwurf zur Unterdrückung der Sabotage ein. Danach werden die Rechte der Syndikate nicht angetastet, dagegen die geistigen Urheber und Anstifter mit Strafe bedroht. Der Sabotage gleichgestellt wiro, wenn Eisenbahnangestellte den Dienst verlassen. Schließlich wird der Gang des schiedsgerichtlichen Verfahrens festgelegt zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten mit Gruppen der Eisenbahnangestellten. Der Gesetzentwurf verbietet ferner die Vorbereitungen zu Ausständen in den öffentlichen jDienstbetrieben. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die Frage der mohammedanischen Ländereien in der Dobrudscha wurde dadurch geregelt, daß die Pforte den von Rumänien angebotenen Preis von 1750000 Frauken annahm. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ist der mit der Tramtvaygesellschast, in der größtenteils deutsches Kapital vertreten ist, abgeschlossene Vertrag betreffs der Elektrisierung der Straßenbahnen genehmigt worden. Mitgliederversammlung des landwirtschastl. Vereins für Oberhessen. e. Gießen, 23. Dez. Die auf den 22. Dezember einberufene Versammlung, der eine kurze Ausschußsitzung voranging, war aus allen Kreisen der Provinz besucht. Einer schon vor 14 Tagen abgehaltenen Ausschußsrtmng hatten Anträge zur Beschlußfassung vorgelegen, die heute durch die Mitgliederversammlung zu bestätigen ober abzulehnen waren. Es handelte sich um die Frage, wie die laufenden Mittel im nächsten Geschäftsjahre zu verwenden seien und ob Ausgaben, die darüber hinausgehen, gemacht werden sollten aus dem Vereinsvermögen unter der Voraussetzung, daß dies iVereinsvermögen wieder ergänzt werde in den nächsten Jahren. Die Mitgliederversammlung hieß aut, daß 1. ein Betrag verwendet werden solle für Ehrenpreise gelegentlich der Aus- stellungen in der Provinz, die der Landwirtschaftskammeraus- schuß im Laufe des Geschäftsjahres veranstattet. 2. Daß in der Folge während der Wintermonate nicht wie bisher eine, sondern drei Mitgliederversammlungen stattnnden tollen. In diesen Versammlungen, die in drei verschiedenen Kreisstädten stattfinden, soll neben geschäftlichen Verhandlungen des Vereins je ein Vortrag, der vorherrschend volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Fragen behandelt, gehalten werden. Die Kosten für die Veranstaltungen unter 1 und 2 sollen aus den laufenden Mitteln des Vereins besttitten werden, ar Kreise Büdingen war der Antrag beim Ausschuß eingebracht, der Pvovinzlalverein möge erwirken, baß chaftliche Dienstboten, die bei einer Dienst» berrfdjaft 15 $ a fcr e treu gedient haben, ausgezeichnet werden möchten durch eine Denkmünze, die dem Dienstdoten nebst einer Urkunde in feierlicher Weise durch die Bezirksvereine überreicht werden solle. Laiwwirtschaftliche Dienstboten, die einer Familie 25 Jahre freu gebtenl haben, sollen cm Diplom erhalten, da« ihnen in glncher Weise übergeben werden Jo(I. Auf die künstlerische Aus- stlhrung eines solchen Diploms soll besonderer Wert gelegt werden. Es soll, unter Glas und Rahmen gebracht, in der bescheidenen Wohnung deS Arbeiters einen Wandschmuck bilden, an dem der die Angehörigen eine nach- ba ftTeub« haben. Es ist Voraussetzung, daß der Arbeitgeber, dessen Arbeiter ober Arbetterin so ausgezeichnet wird, selbst auS feinen Mitteln jenen eine Geldspende gewährt. Denn die Aus- zeichmrng des Gesindes, das dem Arbeitgeber so lange Jahre treu blieb ehr auch diesen und er wird sich daher immer bereit Unben Wen, die Ehrung durch den Verein aus eigenen Mitteln zu unterstützen. «rttfl: Die Htoettagtat werden fo je Jahren Festung »enrrteilt Zwei Monate der Untersuchungshaft kommen in Anrechnung. Die Losten deS Verfahrens faßen den Lngettagtrn zur Last In der Begründung des Urtecks wurde angeführt, daß dw beiden Angeklagten sich schuldig gemacht haben, geheim gehaltene Angelegenheiten der deutschen veebefesttgiaigSwerke an ein ausländisches Nachrichtenbureau übermittelt zu haben. Es wurde aber angenommen, daß nicht vollendeter Verrat militärischer Geheimnisse vorlag, sondern nur der Versuch dazu. Als strafmildernd wurde in "Bettacht gezogen bie bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten, ihre Zugehörigkeit zu einem fremden Staate sowäab d-m Beifall durch Leider konnte ben Wünschen deS Gießener Zieaco« tUÄtvoreiüS um VcwilliLium vou Mittel« nicht stattgevchen Bckastend für die Angeklagten seien vor allem die bei ihnen Vorgefundenen Gegenstände, die photographischen Apparate, Meßinstrumente und die Fragebogen. In diesem sei das Material, bas die englische Admiralität bereits besitzt, eingetragen. Es werden aber spezielle Fragen gestellt nach Dingen, die zu erfahren man $n England ein Interesse hat. Der Reichsamvalt erklärte, baß die beiden Angeklagten in voller Absicht und in vollem Bewußtsein die Reise an die deutsche Nordseeküste unternommen hätten, um bie dortigen Befestigungsanlagen an szn spionieren. Er erachte es auch für voll komm en erwiesen, daß die beiden Angeklagten irn Dufttage des englischen Nachrichtendienstes hierhergeschickt seien, das gehe aus verschiedenen Punkten der Beweisaufnahme klar hervor. Desgleichen sei dafür Beweis erbracht, daß die Angeklagten bereits einen Teil ihres Materials an das englische -Nachrichtenbureau geschickt haben, bevor sie verhaftet werden Knuten. Der Beweis hierfür gehe aus mehreren Briefen hervor, Die die Angeklagten erhalten bezw. die sie abgeschickt hätten. der Tatsache, daß bereits Material nach England abgesckictt worden sei, sei das Moment des vo l l e n dete n'H o ch v e r- rats gegeben. Bei den übrigen Sttastaten komme dagegen mir Versuch jum Hochverrat in Bettacht. Als der schwerste Punkt der Anklage ist das Eindringen in die Festungswerke in Borkum nach^Ueberschreittrng des Stacheldrahtzaunes zu betrachten. In ben ftbngen Fällen handelt es sich nur um die Beobachtung von Festungswerken an Orten, die nicht nur Militärpersonen, sondern mich anderen Leuten, Spaziergängern usw. zugänglich seien. In Borkum hätten sich die Angeklagten unKweifelhast bes Vergehens deS Verrats militärischer Geheimnisse schulbig gemacht. Bei ber i.Demessung der inkriminierten Handlungen werde auch zu be- trücksichtigen sein, in welch konsequenter Weise bee beiden Angeklagten vorgegangen seien. Darauf erhätt der OHerr ei chsa nwalt Dr. Zweigert da- Wort zur Beantragung des SttafmaßeS. Er erklärt, darauf Rücksicht nehmen zu wollen, daß die Angeklagten nicht aus unehrenhafter Gesinnung heraus gehandelt hätten und sehe daher von einer Zuchthausstrafe ab. Er beantrage aber, gegen beide Angeklagten eine Festungsstrafe von je sechs Jahren toobei auf bie Untersuchungshaft zwei Monate in AnrÄnung zu (bringen seien. Der erste Verteidiger, Justizrat Dr. v. Gor do n (Berttu) verbreitet sich in der Hauptsache über tne Bedeutung des Wortes ^geheim" vom juristischen Standpunkt aus und gibt der liebet* jeugung Ausdruck, daß auch die Ergebnisse der Spionage auf Bor- lum nur geringwertige seien. Der Verteidiger bittet bei dem Strafmaß über einige Monate nicht hinaus^ugehM. * Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Otto (Leipzig) ItlY- J11^ ^esen Ausführungen an und plädiert auf mildernde ‘Wnftattoe, wenn nicht überhaupt auf Freisprechung zu erkennen sei. Hieraus erfolgt die Beratung des Gerichtshofes. Nach etwa einer halben Stunde erscheinen die Mitglieder des Gerichtshofes DenNeictz. Staatssekretär v. Kiderlen-Waechter machte am Donnerstag vormittag dem früheren deutschen Botschafter Grasen Monts auf Schloß Haimyausen bei München einen längeren Besuch. Die Weiterreise von München tritt der Staatssekretär Freitag früh 7 Uchr an. Jchm zu Ehren gab Staatsminister Freiherr v. Podewils Donnerstag abend ein Essen, zu dem der preußisch« und württemberaisck)e Gesandte mit Gemahlinnen, sowie alle Staatsminister mit Gemahlinnen und der bayerische Gesandte in Berlin Graf von und zu Lerchenfeld geladen waren. jo trete dieses Moment hinter den Hauptzweck jedenfalls |nrikt jDir; Arig.'klagten haben auch von Anfang an das Bestreben gehabt, fiyrrn 'starrt) unb ihren Namen zu verbergen. Sie haben sich zunächst als Reisende an- Hamburg bezeichnet und banx als Stu* barten. Brandon behauptete sogar, er sei Bankbeamter ge- tvefen, der mit seinem photographischen Apparat nur harmlose Laüdsthastsbilder anfgenommat hätte. Ju Wirklichkeit sind sie tAgencen des engliscl^ai Nachrichtendienstes und für die Zwecke bet Ansspionierung besonders gut vorbereitet. Der Angeklagte ÄSranbon ist besonders in der Vermessungsabteilung der englischai Admiralität beschäftigt gewesen. Trench unterstützte ihn als Prak- tischer Seemann und als Kenner der deutschen Sprache. Diese Kenntnis der deutschen Sprache war wohl auch tne Ursache, daß Trench auf den ,Fdnig Edtonrd", das Flaggschiff des LordBeressord kommandiert wurde, der als der zukünftige Führer in einem et* toüigrn Kriege mit Deutschland galt. Darin sind die beiden An- geklagtai als Lehrer auf das Kadettenschulschiff „ClTrnwalles" gekommen. Die Sackiverständigen haben ausgeführt, daß das Erscheinen dieses Schiffes in der Ostsee seiner-eft viel Aufsehen erregte. Besonders wurde bemerkt, daß es so viel deutsche und dänische Häsen anlief. Es muß also damals in der englischen Marine ein Bedürfnis dafür bestemben haben, bie deutschen und dänischen Häfen zu besuchen. Aus dieses Schiff wurden die beiden Angeklagten lonrmairbiert, jedenfalls in der besonderen Absicht, sich ihre speziellen Kenntnisse für einen besonderen Zweck nutzbar zu machen. Dam sonst ift, wir ebenfalls der Sachverständige ausgeführt hat, nicht ein einziger Fall bekannt, daß Bermessungsofftziere auf Schulschiffe kommandiett wurden. Man hat also für den beabsichtigten Zweck der Auskimdschafttmg einen im Vermessungswesen erprobten Offt-ier ausgewählt und diesem einen Kameraden beigegeben, der ibn durch seine Kenntnis der deutschen Sprache nützlich sein konnte. Erne Antwort auf die Frage, wie ursprüngliä) die gemeinsame Reise geplant gewesen sei unb wie sie zu staube gtEommen sei, haben bie Angeklagten abgelehnt. Wenn es sich für sie lediglich barum gehandelt hätte, eine Vergnügungsfahrt zu unternehmen unb event. ähren militärisckien Gesichtstteis zu erweitern, so hätten sie dies ruhig Mgeben können, sie hätten mich zugeben können, daß sie dabei von der Absicht geleitet wurden, nachzuprüfen, ob bie An- , gab en des Marine-Bädekers noch richtig feton. Die Angeklagten Laben das aber nicht getan, sondern bie Antwort verweigert. Der Schluß hieraus liegt sehr nahe. Hierzu kommt die Kommandierung des Angeklagten Trench nach 'Dänemark. Dänemarks Bcsestigimgs- alckaqen bieten, wie wir von den (Sadjöerfüütbigen gehört haben, für 'Deutschland kein Interesse, ein solches Interesse bestes aus bestimmten Gründen für England und Trench sollte dieses Material sammeln. Ud>erm^fm Ertrag berichtete ausführlich KrriSntt Boeck- maun»Büdingen, der Vorsitzende des Kreisvereins. Er befürwortete in warmen Worten dessen Annahme. ES entspann sich eine längere Aussprache^ an der sich eine größere Anzahl der Mttglleder beteiligte. Einzelne der Redner befürworteten, man möge diese Prämiierung treuer Dienstboten der Landwirtschafts- kammer überlassen, viele andere waren dagegen der Meinung, ------ — IHV Ul tvtc oaannrm, sÄsÄÄb Angelegmhett gerade die Aufgabe der freien landwirt- zutttck, m das Gebiet der Lude noch Charttes, Main- sLM? Dereimguru,en sn. Schließlich ermächtigte die Ver- ^non, Mvgertt le roi nsw. Das waren gute Winterquartiere do ^?irn un9 nahezu anfttmmig den Ausschuß, aus dem Vereinsver- *------ ------ ‘ ” mögen eine befhmmtc Summe zu entnehmen und die Auszeick». uung der Dienstboten, die 15 oder 25 Jahre einer Familie un landwirtschaftlichen Betriebe treu gebient haben, in bie Wege zu leiten. »erbat, da diese wünsche verib«ek iton IMbrir» te» ©TW1 dem scheint eS bei den beschränkten Mitteln de» BerrinS nich» tunlich, die Lokalvererne der Provinz in gleicher Weise zm HO» rücksichtigen, was beanspruckt werden würde. _ Der Vorsitzende schloß die Mitgliederversammlung mit guten Wünschen für das Weihnachtsfest unb daS nene Jahr. Dem Landwirt schaftskammerausschuß der Provinz Obev- heffen war schon vorher bet Dank ausgesprochen für die Verwendung der Mittel, die der Verein für Ehrenpreise bei den im Laufe des Sommer» unb Herbste veranstalteten landwirtschaftlich«! Ausstellungen zur Verwendung hergegeben hatte. Ans Stadt und Cant» Gießen, 23. Dezember 1910, Weihnachtszeit und Brandgefahr. Die Statistik weiß nichts zu berichten von Weihnachtsfreude und Ehristbaumiubel, ihre ttocknen Ziffern reg titrieren lediglich die infolge der erhöhten Verwendung unvenvahrten Lichtes während der Weihnachtszeit außerordentlich vermehrten Brandfälle. Das Altzünden der Kerzen am Christbaum, das HerabfaUen ungenügend befestigter, brennender Kerzen, die 9tiü>e leicht entzündlicher Gegenstände, namentlich von Gardinen und Vorhängen, das Umfallen de» im Lichterschmuck glänzenden Baume» und ähnliches verursacht alljährlich in Tausenden von Fällen kleinere und größere Brände, die dringend zur Vorsitzt mahnen. Eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle bilden ferner die Weihnachtskrippen, die aus Pappe und anderen brennbaren Stoffen hergestellt, durch Heine Lichter erhellt werden und infolge von Unvorsichtigkeit häufig nicht nur selbst in den Flammen ausgehen, sondern auch die Umgebung in Brand setzen. Sogar die anscheinend so harmlosen, zur Weihnachtszeit besonders beliebten Magnesium-Wunderkerzen, bie beim Abbrennen em Feuerwerkchen bieten, veranlassen zahlreiche Brandschäden Nach der Statistck gelangten in der vorjährigen Weihnachtszeit über 300 Schäden durch Wunderkerzen zur Anmeldung mit einer Schadensumme von über 30 000 Mk. Die Zahl der nicht angemeldeten Schäden dürfte eine weit höhere sein. Die Enffdehungsuriache dieser Schäd« liegt nicht in den heruntersprühenden Funken, sondern in beut Herabttvpsen geschmolzener glühenber Substanz, bie auf bet Haut empfindliche Brandwunden und auf leicht entzündlichen Gegenständen Brandschäden Heineren oder größeren Umfangs, auf Gege,»» ständen von Zelluloid fofortipeä Aufflammen derselben bewirkt. Neuerdings werden zwar im Handel Wunderkerzen vertrieben, bei denen die an einem Draht befindliche, aus Holzkohlenstaub und Magnesium bestehende Zünbmasse nach dem tibbternten nicht herabtropft, aber auch hier bleibt die mit dem Anzünden, namentlich durch Kinder, verbundene Feuersgefahr bestehen. — Damit das Wrihnachtsfest nicht durch solche, unter Umständen recht ernstliche Unfälle gestört wird, sollte in jeder Familie ine größte Vorsicht walten. w „ Oberhessksche VerkehrSfragien. Unt ben ttorfei Beschwerden bei Festlegung des Fahrplanes einigermaßen zu begegnen, nxirrbe von der Eisenbahmdirektion zu Frankfurt a. M. die Emrichttrng getroffen, größere Jnteressentengrnppen zusammen zu rufen, um Wünsche zur Verbesserung der Fahrgelegeiihett entgegen zu nehmen. Eine solche Konferenz tagte dieser Tage in Stocks heim, an der außer 41 Vertretern von Gemeinden OderheffenS^ nameittlich aus der Wetterau, Regierungsvat Schwarz aus Frankfurt a. M., Eisenbcchnverkel/rs-Jnspektvr Löhr-Gießen, Eisenbahn^ Inspektor Ziegel-Fulda, sowie die Kreisräde SchliLphake-Friri»- ebrg, v. Bcchthold-Lauterbach Kreisamtmann Dr. Pvsbst-Bü- dmgen und Kreisamtmann Fröhlich^Schottcn, ferner eine Anzahlj Mitglieder der verschiedenen Handelskammern teil nahmen. Bei den äußerst schwierigen Verhältnissen der Dahn Vilbel —Stoch, heim — Lanterb ach an den Kreuzungspunkten mit derSttecko Friebbera—Hanau in Heldenbergen und mit bet Strecke Gießen— G elnhausen in Stockheim, ist eS trotz bes Eitt gegen kommens bec Eisenbahndttektion nicht möglich, allen Wünschen gerecht zu werden. Besonders ungünstig ist die Fahrgelegenheit im oberen Vogelsbergs Hartmannshain, Oberseemen und Gedern, wo eine größere Rüg» Jotge ipegen der äußerst geringen Frequenz undenkbar ift Anzahl Vertreter bringen die verscknedensteii Wünsche vor, die größtenteils dadurch scheitern, baß die Aiffchlüsse nn den KreuNtngK. bahnen eine Aenderung nicht zulassen. Auf der Teilstrecke Vilbel— Heldenbergen—Altenstadt—Lindheim, auf der ein reger Arbeiter- Verkehr ist, soll eine besserte Verbindung angestrebt werden, die Verbindung der preußischen Orte Gronau, Nieder» unb Oberdorfelden, Kilianstädten, Windecken, sollen mit besserer Fahr» gelegenhett nach Hanau bedacht werden, da biet im ganzen Tag uur Swei Züge bie Verbindung Herstellen. Bürgermeister MüA schwein-Vilbel und Herr Kullmamv-Vilbef schildern dann noch bie schlechten Verkehrsverhältnisse afn Bahnhof Vilbek-Süb, n» bet bem großen Arbeiterverkehr noch Verbesserungen gesthoKev werden müssen. ** Staatliche Prüfungen. Die Derordnun- g en über die Prüfungen für den staatlichen Berwal» tungsdienst sind geändert nrorben. Die Derart» mmg über die Vorbereitung für den Staairdienst im Justi». unb VerwaUungsdienst enthält in § 11 folgende abgeän. bette Bestimmungen' Für bie einzelnen Arbeiten sonne sur jedes Prüfungsfach wird bas Ergebnis durch fvlgende Noten festgestellt: I sehr gut, II gut, III genügend, IV teilweise genügend, V ungenügend. Zwischen den tn Abf 1 ausgeftihrten Noten können die Zmiscl>ennoten I—II (1,25). II—I (1,75), II—III, III—II usw. erteilt werden. Die Koiw- nnssion hat die Prüfung stets als nicht bestanden zu bezeichnen, wenn das durchschnittliche Ergebnis sämtlicher Prüsungsfächer bie Note „genügend" nicht erreicht. Tvs- selbe gilt, wenn im Zivilreäst, im öffentlichen Recht ober ,m Strafrecht, sinschl. bes Strafprozesses, bas PrüfungS. ergebnis hinter ber bezeick-neten Note zuEbleiht. Wird bre Prüfung als bestanden bezeichnet, so ist sie mit einet der drei ersten im Abs. 1 aufgeführten Noten zu beurteile«. Die Rixnrnwffion kann jedoch einer Prüfung, die nicht als „gut", aber erl-eblich besser als „genügend" befixutbat ist. bie Note ,^m ganzen gut (II—III)" erteilen. Weitere Zwie schemwten sinb bet der Feststellung des Gesamtergebnisses nicht zulässig. In ähnlicher Weise sind die Prüsunasord- nunaen für den lchherm Finonzbienst, den höheren Forst- dienst unb ben mittleren Finanzdienst geändert worden. " Zum Hoskonditor wurde vom Scobherzog Konditor Heinrich Hettler hier ernannt, während der Witwe deS HosböckerS Friedr. Noll der Hosbäckertitel tu neuert wurde. -Sie G-werbebank ist morgen von 8 V, Uhr vor- mittags bis 21/, Uhr nachmittags geöffnet. " WeihnachtSzüge. Anlätzlich des Weihnacht«, und NeujahrSsesteS fahren folgende Vorzüge: a) Richtung Frankfurt: am 2 3. Dezem ber 1910: Vorzug 780 ab 11« vorm., Vorz. 794 ab 454 nachm., Vorz. 778 ab 806 unb Vorz: D 74 ab 9JJ> abends; am 2 4. Dezember 19 10: Vorz. 780 ab 11« vorm., Vorz. 794 ab 454 »achm., Vor,. 778 ab 806 abends; am 26. und 2 6. Dezember 1910: Vorz. 778 ab 8^6 abends; am 27. Dezember 1910: Vor,. 794 ab 454 nachm.; am 2. Januar 1911: Vor,. 778 ab 806 abends, b) Richtung Raffel: am 23. Dezember 1910: Vorz. 773 ab 1155 vorm., Vorz. 779 ab 455 nachm., Vorz. D. 76 ab 951 abends: am 24. Dezember 1910: Vorz. 771 ab 141 nachts, Von. 773 ab 1155 vorm., Vorz. 793 ab 254 nachm., Vor,. 779 ab 455 nachm.; am 3. Januar 1911: Vorz. 771 ab 141 nachts, c) Richtung Fulda: am 2 4. und 81. Dezember 1910: Vorz. 529 ab 688 yachm. m Richtung Kvlin am 24», ff6» und 27. Dezember kg 10: Vorz. 641 ab 819 nachm. Außerdem fährt am und 2 4. Dezember 1910 D. 60 ab 536 nachm. w Sublimatvergistung. Die Haushälterin Wilhelmine Cchneider aus Dörnberg hatte aus LebenS- hberdcuß am 15» l. MtS. eine Sublimatpastille aufgelöst und pi sich genommen. Eie wurde in die hiesige Klinik ein* jclief Gesamtgesänge, Klavier- und Violinvorträge, die den -führenden verdienten Beifall eintrugen, wechselten mit treichcn, die besten Darstellungen der WeihnachtSgesckichte x Zeiten veranschaulichenden Lichtbildern ab. Im Lause xl Abends nahm Pfarrer Goebel Veranlassung, der .-tekwrin, der Fürstin und den Prinzessinnen des fürsten HauleS, sowie den Mitwickenden, Freunden und Gön- n für ihr warmeS Interesse an den Bestrebungen des :einS und ihre durch Woü und Tat betätigte Unter- jung herzlich zu danken, und jede gute Sache als ge- ert zu bezeichnen, wenn die Frauen und Jungfrauen für u eintreten. Mit der Aufforderung an die Erschienenen, äußeren Schönheit christlichen Lebens die innere anzu- sen, schloß Pfarrer Goebel feine Ansprache. —■ Der Feier i*ujU sich ein gemeinsamer ckasseetisch an. -4-Büdingeu,22. Dez. Die hiesiae Kleinkinder* Iigele mußte in voriger Woche geschlossen werden, da Lasern und Scharlach Über die Hälfte der Kinderzahl BSchulbesuch'hinderte. Auch in der Stadtschule machten auS gleicher Ursache erhebliche Lücken bemerkbar. -— Turn verein Büding en feiert im Sommer n. I. sein ÜvjührigeS Stiftungsfest. Die Feier soll in tzorm eines Volksfestes abgehalten und Vereine des Mittel* rheinkrciseS und des Gaues cingeladen werden. Die Aus- kchttsse sind zum größten Telle schon zusammengesetzt. — gne freüoillige Feuerwehr wird ihre Hauptversammlung Mtte Januar und ihr Winterfest im Februar nächsten glchreS ab halten. I x ^ t b b kommen wir aus der Hebung nicht heraus. Das beste ist, daß es bei uns bei solchen Gelegenheiten ruhig und. fried* sljch zugeht. X AuS dem SreiS Büdingen, 22. Dez. ES se hier auf einen Unfug hingewiesen (ander- kann man es Nicht nennen), der schon seit Jahresfrist dann und wann fich VreÄ machk. Da vmwteü Vttmv 'e,' dn^efn dder"vUch7mtf Mschdvrükken, kwS ^errghauL ttrit) ttogt asfifle Bkr büude der Firma Morris u. Eo. en Lichtes mit dem Werk Verbum Zeugung e l e k t den und hat c .... ____ auch die Straßenbeleuchtung des OrteS übernommen. Nunmehr hat sich eine Anzahl Bürger ebenfalls angeschlossen, nachdem sie den Wert der elektrischen Beleuchtung kennen gelernt haben. Kreis Friedberg. Cuttfd) iffabrt. Berlin, 23. Dez. Tas Mili 1 ärluftschisf ,M m* wurde gestern auf der Rückkehr von der Fahrt von Tegel über Frankfurt a. d. Oder, Guben und Lüben durch widrige Winde und Benzinmangel zu einer Notlandung südlich von Groß-Lichterfelde gezwungen. Ter Luftkreuzer erlitt dabei eine unbedeutende Besch ä d i g u n g. Tie Insassen blieben unverletzt. Handel. Der „Bund Südwe st deutscher Wein-Sudler* Ver eine" erläßt folgende Erklärung über die Erhöhung der Weinpreise: »^Infolge der jahrelangen schlechten Ernten im Weinbau, be- sonders injolge des großen Ausfalles bei der diesjährigen Weinernte in ganz Europa, sind die Winzer und dadurch auch der Weinhandel gezwungen, die Preise hauptsächlich der Mosel- imb Rheinweine zu erhöhen. Wir bitten unsere verehrten Abnehmer höflichst, der bestehenden Geschäftslage Rechnung zu tragen. Auch machen wir darauf aufmerksam, daß demnächst mit einer weiteren Preiserhöhung gerechnet werden muß." EinBerbandderdeutschenLinoleumindustrie. Tie zur Wahrung und Förderung'der Interessen der deutschen Linoleumindustrie in Berlin versammelten Vertreter sämtlicher Werke haben einen Verband der deutschen Linolemumdustrst gegründet. Grotzfeuer im Schlachthaus zu New-Yorl. Ueber einen Riesenbrand, der außergewöhnlich viele Menschenleben kostete, wird aus Chicago gemeldet: Chicago, 22. Dez. Bei der Firma Morris il Cie. im hiesigen Viehhofe brach infolge einer Explosion Feuer auS und Derbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Feuerwehrleute standen unter dem Mttalldache am Ostende des Lagerhauses, als das Dach plötzlich zusammenstürzte und von der Feuerwehr mehr als 20 Mann begrub. Die Zahl der Toten wird auf 30 angegeben. Das Feuer breitete sich trotz der heldenmütigen Anstrengungen der Feuerwehr und der im Lager beschäftigten Leute, die gerade zur Arbeit kamen, immer weiter aus. Tie Löschversuche wurden durch den Mangel an Wasser äußerst erf chwert. Man glaubt, daß einige von den Leuten, denen durch das Feuer der Aus gang abgeschnitten ist, noch leben, doch ist vorläufig keine Rettung der Eingelchlossenem möglich. Tas Feuer war nachmittags noch nicht gelöscht., Zert- weilig war daS ganze Schlachthaus bedroht. DaS Dach fiel auf zwei Kompagnien der Feuerwehr. Die unter den Trümmern Begrabenen wurden buchstäblich zu Tode geröstet. Der Sachschaden wird auf etwa iy> Millionen Dollars geschätzt. Chicago, 22. Dez. Spät nachmittags war das Feuer b'd Morris soweit eingedämmt, daß das, bedwhte Viertel von Gefahr frei schien. Chicago, 22. Dez. Nach den letzten Meldungen sind bet dem Feuer 29 Feuerwehrleute ums Leben gekommen, unter ihnen der Branddirektor und zwei seiner Assistenten. Der Schadeir belauft sich auf etwa iy4 Million Dollars. Eingeäschert sind zwei Lagerhäuser Die Moabiter Stratzenkrawalte vor Gericht. A Berlin, 22. Dezember. Die heute fottgesetzte Beweisauinahme im Prozeß wegen der Moabiter Straßenlrawalle gibt das gleiche Bild, rote an den Tagen zuvor: Auf einen Zeugen, der da» Vorgehen der Schutzleute brutal und roh nennt, kommt ein anderer, von der Staatsanroaltschait zitterter Zeuge, der von ^tißhandluttgen der Pasfanten nichts gesehen haben will. — Zeuge Dr. S i l b e r i n g ist ^lrzt am Moabiter Krankenhaus und hat von dort aus den Tumutt am kleinen Ziergarten beobachtet. Der Zeuge hat nicht gesehen, daß die Schutzleute sich inkorrekt benommen hätten, die Schuld habe vielmehr auf Setten der Tumultuanten gelegen. — Ter Zeuge Schauspieler Neumann beschwert sich über polizeiliche Uebergrifse; er habe vom Polizeipräsidium die Antwort erhalten, daß seiner Beschwerde nicht fiattgegcbeu werden könne; in so unruhigen Zeiten sei e» unmöglich, einen Unterschied zwischen harmlosen Passanten und den Unruhestiftern zu machem L. Friedberg, 22. Dez. Noch leben drei Leute hier, die im Jahre 18*20 aeboren wurden. Von diesen ältesten Bewohnern unserer Stabt feiert der jüngste am Weihnachtsabend seinen 90. Geburtstag. Es ist der Schreinermeister Franz Klein, der körperlich und geistig noch frisch ist. — Täglich erhalten 50—60 Kinder unserer Volksschule ein warmes FrühstüL Jedem Kinde wird eine Tasse Milch und ein Brötchen gereicht. Die Kosten trägt die Friedberger Freimaurer-Loge. Bon Mitte November bis Anfang März wird das Frühstück verabfolgt. zu zweien, im letzteren Fall der eine mit einer großen grille, als ob er blind fd, btt andere fett und wohlgenährt, ein Begleiter, und bieten gedruckte Blättchen an, auf denen mit ganz gewöhnlichen groben Buchstaben irgend ein Uit* llück geschildert wirb, das irgendwo sich ereignet hat. Sie tehen offenbar mit den vom Unglück Betroffenen in gar keiner Verbindung, das beweist schon die hessische Mundart. Um sie los zu werden, gibt man ihnen für ein Blättchen, das keinen y2 Pfennig wert ist, 10 Pfennig. Die Ernte der Leute ist sehr reichlich, sonst würde die Sache nicht so oft wiederholt. Manchmal enthalt das Mättchen auch reckt verfänglichen Stofs in Lied und Erzählung. Solche Blättchen werden auch bei Kirchweihen verkauft. Es liegt die Frage nahe, ob diese Leute berechtigt sind, auf diesem verdeckten Bettel herumzugehen. Er ist der Weg, auf dem auch mancher Schund unter daS Volk gebracht wird. X Unter-Schmitten, 22. Dez. Wie schon früher mitgeteilt, hat daS (nunmehr bedeutend erweiterte) Sägewerk der Gebrüder Ruppel Hierselbst für sich die Er- Ein ähnliches Unglück, daS dieselben schrecklichen pat* gen hatte, ereignete sich in Philadelphia. Bei dem Brande einer Lederfabrik sind durch Umstürzen von zwei Mauern ein schwerer Verlust an Menschenleben zu beklagen. Die zweite Mauer begrub 30 Menschen unter sich, von denen 15 getötet wurden. Insgesamt wurden bisher 23 Tote gefunden. Amtlicher Wetterbericht. WetteranSsichten m Hessen am Samslag dem 24. Dez. 1910 Zunehmende südwestliche Winde, geringer Regen, müder. Schneebericht. F e l d b e r g (Schroarzroald), 1Ö00 m ü. SDL, 82. De^, 5.80 nachm. Schibahn gut, Wetter- und Alpenaussicht prachtvoll, Schneehöhe 2U—*0 cm. Für Schi und Rodel günstig. Letzte Nachrichten. L. Offenbach, 23. Dez. Die hiesige Sriminalpoltlti warnt vor einem unbekannten Schwindler, bet unter dem Namen eines Dr. Friedländer, ^Direktor bet chemischen Werke in Hamm, der in den Zeitungen durch Inserate für die chemischen Werte in Hamm Kassenbeamte sucht, die 500—1000 Mark Kaution stellen können.' Der angebliche Direktor häll sich an den betreffenden Otten auf, nimmt den Leuten, d« sich gemeldet haben, ihr Geld ad und verschwindet. Die Sache beruht auf Schwirrdel. Der angebliche Tr. Friedländer ist 1,61 Meter groß, 26—30 Jahre alt, blond, hat hageres Gesicht und schlanke Gestatt und dunklen Schnurrbart. Er trägt einen hellgrauen^ weichen Hut mit schwarzem Band^ schwarzen Gehrock, dunkle Hose, Stehumlegkragen, rote Binde und rotbraune Handschich^ Sem Austttten ist gewandt, er spricht rheinischen Dialekt, München, 23. D^. Staatssekretär von Liderle»* W ä ch t e r ist nach Stuttgart abgernft — DaS Staatsministerium will die pfälzischen Winzer, die die SchüdlmgsbekäMpstMg ausnchmen, mit 300 000 Mark unterstützen. Paris, 23. De-. Aus bem Bahnhof Toussaint stieß gestern abend ein Personenzug mit einem öfttliXiÄfll zusammen. Zwanzig Reisende wurden verletzt- Petersburg, 22. Dez. In einer amtlichen Bekannd» machung wird darauf hingewiesen, daß trotz deS kategorischen Verbots der Schulobrigkeit feit Mitte November studentische Versammlungen ftattfanben, zu deren Auflösung toieberbolt das Einschreiten der Polizei nötig war. In Versammlungen, besorrderS der letzten Tage, hätten sozialrevolutionäre und sozialdemokratische Organisationen unter den Studenten Aufrufe zur Einigung zum Kampfe gegen die Reaieruna verbreitet und aufwieglerische Reden gehalten. Infolgedessen habe der Ministerrat angeordnet, diejenigen sofott von den Hochschnleu a u s z u s ch l i e ß e n. die zu Versammlungen aufsordern und sie leiten oder die durch ihr Auftrtten hartnäckig gegen die Gesetze und die Schulordnung verstoßen. Southshields, 22. Dez. In einer Bersammümg deS Verbandes der Seeleute und Maschinisten der Nordostküste wurde gestern abend ein Zirkular der Zentrale in London verlesen, nach dem die kontinentalen Verbände der Seeleute beschlossen, mit dem englischen Verbände in den Ausstand zu treten. Der internationale Ausstand soll im April oder Mai 1912 beginnen. um 8 Uhr, statt. 010428 -? LodeS-Anzeige. Gestern mittag 8 Uhr verschied nach schwerem Leiden, im 89. Lebensjahr, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Herr Kasper Engelhardt» Die trauernden Hinterbliebenen: FamUie Engelhardt nud Buchner. Hausen, den 23. Dezember 1910. Die Beerdigung findet den 1. Feiertag, nachm. i Kaufet Husten Heiserkeit, Katarrh und Ver- ichleimuua, Krampf- n. Keuch- bustcu, als die setnschmeckenden Kaisers Vniß-CmiilM mit den EDret Tauuen". KOM not. beoL Beugn. v. Aerzten vvVV u. Privaten verbürgen den scheren Erfolg. Paket 85 Pfa., Dose 50 Pfg. Zu bauen bet: Georg Wallenfels, Marktel. 21, Aug. Wallenfels, Marttplatz 17, E. Tort, Walttorstraße 45, L. Steinhäuser, Bahnbofstr. 26, Neuen Baue 17, SetterSweg 27. Gietzener Bügel- u. Reparatur - Anstalt Souuenstraßc 31 «empfiehlt sich im Aufbügeln und ßieparieven von Herrcnklcidcrn zu den 'bllligsten Preisen. (OKXfey Älcholen frei! Zustellen frei! jWftrtf gps'ligst Bordeam-Wsin garantiert rein und abgelagert, emostehlt preiswett (6282 Carl Schwaab, Sclterswea 23.Tel. 27. Buner mieten v a u 0 zunz uiUvuibciuoUitcn pro 1. April 1911, 10 Wobn- räume, 3 Beranden, Badezimm., llüche m. Zubehör und (harten zu vermiet Marburger Slraire 14 Zu erfrag. Berlagöbuchbandler Noch, 'Marburger Strane 20. 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