1- Ma» geimfit. |$ . Seliersweg L LaLu, ?esS6n "Stamm •yaubeth •toi fti*h *«•^*>555 Alltüt Saife ... BeUülM'fi, betall Vertret« « zum Vertrieb unim «LLk^V 16*Hdi Gustav doch, Nanzenbach Dlür, um, anaphn?« AeS,* A- *ita W t gejucht. iS? Carl Notvack. ’iige General-Agentur iu: ,r Bureau gewandten, enc n, jungen Mann alt Lehrling. lüiuna vom 1 wtW* eiben notmlua^ v. M eucnroeftMIL W zrcmerlrdrling ßeiudjt r Karl dimmcnnani Neuen Laue li SCI ÖU1UUIHH, . 2diieibmaimme puröc- icft schreibt, zum Mö. u t gesucht. 2chr. Ängeb. ne. d?Geyattsanivr u-.^ene^ er Q3613 an den Gies, w« ;ran®c'.j -lnkE-i-tl hrlmg oder 5] sofort gegen BeraUtum cr iiWeiiienberg,MausbD, ^riitibaucrnieWt. »/«ÄmKL । Rl , »KSs-L DonnerStag 28. April 1910 160. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 98 Gießener Anzeiger Erfchetnt KgNch mtt Ausnahme deS Sonntag». General-Anzeiger für Oberhesfen Die „Stetzener KnnilienblStler" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblati für öen Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erfchemen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. giebaftion-.e^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen. Deutscher ^Leichslag. 74 Sitzung, Mittwoch, 27. April. Am BundeSratStisch: Wermuth, Schön. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung 2 Uhr 15 Minuten. Auf der Tagesordnung steht die 3. Beratung der Verein- barung über die Verlängerung des deutfch-fchwe- difchen Handelsvertrages bis zum 1. Dezember 1911, Abg. Graf Kanitz (Kons): Diese Vereinbarung bringt für eine ganze Reihe deutscher Erportprodukte beträchtliche Zollerhöhungen. Beim Abschluß eines neuen Handelsvertrages muffen unsere Unterhändler darauf dringen, daß hier den deutschen Interessen cntgegengekommcn wird. Ich gebe zu, daß unsere Bevollmächtigten kein- ganz leichte Stellung hoben werden. Aber es darf nicht nach dem Prinzip des Herrn Gothein verfahren werden, nach dem wir von vorn. icrein unser Portemonnaie weit aufmachen tollen. Der deutsch, chwedifche Handelsvertrag wird die letzte handelspolitische Tat ieses ReickStagS fern. Wie steht eS mit den französischen Zoll, crhöhungen? Der Wirtschaftliche Ausschuß hat die Anwendung strengster Maßnahmen dagegen verlangt ES wird zur Beruhi- gung weiter kommerzieller Kreise beitragen, wenn vom Regie- rungStisch erklärt würde, daß wir unö diesen Zollerhöhungen nicht einfach untc-werfen werden, auch wenn wir Frankreich natürlich olle unsere Karten nicht gleich offen zeigen. (Beifall rechts.) Die Verlängerung wird genehmigt. Es folgt die 8 Lesung des Gesetzentwurfs über die Haf- kung des Reichs für seine Beamten. Abg. Heine (Soz.): Wir sind nach wie vor gegen den Ausschluß der farbigen Beamten aus diesem Gesetz. Ein Antrag Schultz (Rp.), Erzberger (Zentr.) und Rotb (Wirtscb. Vg.), der auch die Beratung deS Schutzgebiets Kiautschou in das Gesetz einbezieht, wird angenommen und in dieser Fassung daS ganze Gesetz. DaS Gesetz betreffend die Aenderung deS Reich-schuld» buchs wird in 3. Lesung unverändert angenommen. Die Uebersicht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für 1906 wird in dritter Lesung erledigt, ebenso die Uebersichtcn der Einnahmen und Ausgaben des Schutzgebiets Kiautschou für 1904 und 1905. ES folgt die dritte Lesung der Deteranenbeihilfen. Mg. Prinz Tchönaich-Earolalh (Natl.)': DaS Haus ist sich einig, nur die Deckungsfrage macht! Schwierigkeiten. Was soll nach der Ablehnung der Wehrsteuer nun geschehen? So leicht wie der Schahselretär nehmen wir die Sache nicht. Es muß das notwendige Geld beschafft werden. Der Schatzsekrctär möge aus seiner Reserve heraustreten unb1 in einer Konferenz mit Mitgliedern aller Parteien über die DeckungSfrage verhandeln. Wir dürfen uns dem Vorwurf nicht aus setzen, daß wir bei der DeckungSfrage versagt haben. .(Beifall.) Reichsschatzsekretär Wermuth: Die Ablehnung der Wchrsteuer bestätigt die Richtigkeit! meiner Ausführungen am letzten Sonnabend. Ueber die Wehr- steuer liegen sechs Entwürfe im ReichSschatzamt fertig vor. (Heiterkeit.) Aber sie hat eben keine Mehrheit im Hause. Ter Vorwurf kann dem Reichstag nicht erspart werden, daß er für eine beschlossene Ausgabe keine Deckung vorgesehen hat. Darauf, mußte ich Hinweisen und habe harte Worte dafür einstecken müssen. Daran habe ich mich gewöhnt, denn der Schahsekretär darf nicht beliebt sein. (Heiterkeit.) Ich bitte, diese Heiterkeit nicht als von mir provoziert ansehen zu wollen, sonst bekomme ich wieder Vorwürfe zu hören. Mir ist die Sache vielmehr bitter ernst. Im übrigen hege ich noch die Hoffnung, daß eS vielleicht möglich sein wird, einen Teil des Ertrages der ReichSwertzuwachS- steuer für die Veteranen zu verwenden. (Dhal.Rufe.) Der Gedanke stammt nicht von mir, sondern ist aus der Mitte deS Reichs, tages angeregt worden. Dann aber muß dieses Gesetz bald der. abschiedet werden. Abg. Groever (Zentr.) r Wer soll denn die Wehrsteuer bezahlen? Die Eltern, deren Söbne nicht zu dienen brauchen ? Oder auch die Eltern, die nur Töchter oder gar keine Kinder haben? Wie konnten wir da einer Resolution zustimmen, die ganz allgemein die Einführung einer Wehrsteuer verlangte? (Zustimmung im Zentrum.), Wg. Arnstadt (Kons.) : Die Rede deS Reichsschatzsekretärs vom vorigen Sonnabend hat im Volke sehr enttäuscht. Ter Schatzsekretär wird sich sofort beliebt machen, wenn er für die Deckung sorgt. Wir halten an der Wehrsteuer fest, biö uns bessere Vorschläge gemacht werden. (Beifall rechts.) ________________________________________________ (op.): Wrr werben gern an der vom Prinzen Carolath angeregten Konferenz teilnehmen. Für die Deckung muß rasch gesorgt wer- den. Tie Wehrsteuer ist schon deshalb nicht der richtige Weg. Die Herabsetzung der Branntwein-LiebeSgabe hätte alle Schwierigkeiten schnell gelöst. Mg. v. Lieöert (Rp.): Unsere Verhandlungen am Sonnabend haben im Lande ge- radezu Entrüstung hervorgerufen. (Sehr richtig!) Mit schönen Reden ist unseren Veteranen nicht gedient. (Bei'all.) Ter Schotzsekretär sagte, wir hätten mit der Veteranenfürsorge alle Nationen überflügelt. Keine Nation hat aber auch solche Sieger wie wir. (Beifall recht«.) Wg. Werner (Ref.-P.) f Dir dürfen nicht mehr warten. Sonst sterben die Veteranen auS. Der Schatzsekretär scheint die Veteranen als Vorspann zu benutzen für die Reichswertzuwachssteuer. .(Sehr richtig! rechts.) Darauf lassen wir uns nicht ein. Reichsfchahfekretär Wcrmuth: Alle Reden schaffen die Tatsache nicht auS der Welf, daß für Einnahmen hier nicht gesorgt worden ist. Ich muß den Etat balancieren und für Mehrausgaben mutz die Deckungsfrage ganz bestimmt gelöst werden. Auf dem Wege der Wehrsteuer kann die TeckungSsrage für die Veteranen nicht rasch gelöst werden. Ich kann doch nicht irgend einen meiner sechs Entwürfe dem Reichs, tage vorlegen, ohne daß er Aussicht auf Annahme hat! Nun mache ich einen Vorschlag mit der Wertzuwachssteuer und Sie sagen, das geht nicht! Was soll ich weiter tun? Woher soll ich die Mittel neymen? Mg. TchSpflin (Soz.): Nicht an der Wehrsteuer scheitern die Veteranenbeihilfen, sondern an dem hartnäckigen Festhalten der Agrarier an der Liebesgabe, Abg. Biudewald (Wirtfch Dg.): Wozu hat denn die Regierung studierte Finanzmänner, wenn sie uns keine DeckungSgesetze Vorschlägen kann. Die Regierung hat hier Unrecht, daS lasse ich mir nicht auSreden. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Die Regierung kann höchstens das Inkrafttreten der Vete- ranenbeihilfen abhängig machen von der Lösung der Deckunas- frage. Aber sie darf die Lösung der DeckungSfrage uns nicht zu- schieben. Ter Hauptwid-rstand deS Gedankens der Wehrsteuer liegt nicht beim Reichstag, sondern beim BundeSrat. Den Ertrag der Reichswertzuwachssteuer überschätzt der Schatzsekretär. Reichsschatzsekretär Wermuth: Ueber den Vorschlag deS Prinzen Carolath habe^ich mich bisher nicht ausgesprochen, weil mein Vorschlag, diese Sache mit Der Wertzuwachssteuer zu verbinden, rascher zum Ziele zu fuhren scheint. Gegen die Konferenz habe ich natürlich nichts einzuwenden. Abg. Lehmann-Wiesbaden (Soz.): Bisher war es nicht Brauch, daß für bestimmte Zwecke bestimmte Stimmen aufgebracht werden müssen. Wenn wir eine Ausgabe beschließen und der Bundesrat zustimmt, dann müssen eben d-e Einnahmen deS Reiches zur Deckurg dienen. Abg. Prinz zu SchSnaichCarolath (Natl.): Sind denn Ueberschüsse über den Etat vorhanden, auS denen die Beihilfen gewährt werden könnten? Reichsschahsekretär Wermuth: Die neuen Einnahmen haben dazu gedient, daS Defizit, das wir 1909 gehabt haben, von 240 auf 180 Millionen Mark zu reduzieren, so daß 1911 bis 1913 noch je 60 Millionen Mark ao- zubürden sind. DaS ist ja gerade die große Schwierigkeit der Finanzierung der nächsten Jahre, die uns Daran hindert, selbst Die Angelegenheiten, denen wir mit warmen Herzen gegenüberstehen, zu erledigen, da die Leistungsfähigkeit unserer Reichs- kajse es nicht ermöglicht. Abg. Dr. Semler (Natl.) 2 Der Staatssekretär hat meinen Parteifreund, den Prmzen zu Schönaich-Earolath, falsch verstanden. Seine Frage ging dahin, ob die Jsteinnahme der neuen Steuern größer ist als die Solleinnahme, und um wieviel sie größer ist, und »weiten?, warum das Geld nicht für die sehr dringenden Wünsche, die hier geäußert werden, vertoendet wird. Ich wiederhole daher diese Frage. Staatssekretär Wermuth: Ich kann nur wiederholen, was ich schon in ausführlicher Rede in der Budgetkommission dargelegt habe, daß sich zurzeit eine Aufteilung der alten und der neuen Steuern noch nicht vornehmen läßt. Tie Hauptbestandteile können ziffernmäßig erst 1910 erfaßt werden. Zum Beispiel ist es bei der Branntwein- steuer ganz unmöglich festzustellen, welche Beträge aus den neuen Steuern sich ergeben werden. Fch kann nur sagen, daß d i e neuen Steuern so ziemlich den Erwartungen entsprechen werden, die wir gut sic gesctzc haben. Ein Mißtrauen, dag mir unerwartete Mehrerträgmuc zu irgendwelchen Zwecken beiseite legen, ist wohl nicht am Platze. Damit endet die Aussprache. Abg. Dr. Arendt (Rp.) (zur Geschäftsordnung)) beantragt Enbloc - Annahme. Abg. Basscrmann (Natl.): Eine Enbloc-Annahme ist Wohl nicht möglich, da in der zweiten Lesung Abänderungen getroffen wurden. Daß Haus nimmt sodann einstimmig wie in zweiter Lesung in dritter Lesung die Anträge betreffend Gewährung der Beihilfe an K* , e gst e ilne hmer an. Tie DeckungSfrage bleibt ungelöst. Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr: Zusatzabkommen zum Handelsvertrag mit Aegypten, geschäftliche Behandlung der Strasvrozeßordnung unb Reichsversichcrungs- ordnung, Nachtragsetat, südivestasrikanische Aufstarrds kosten, Stellen- Vermittlergesetz. Schluß 4H Uhr. Die Kdwestasrikaiiische Entschließung Des Sndgetauzschusser. :: Berlin, 27. April. Die Ergebnisse der gestern zum Abschluß gekommenen Verhandlungen des Budgctausschusses des Reichstages über bte süd> westafrikanischcn Angelegenheiten wurden gestern von einem Re- daktionsausschuß in eine Entschließung gefaßt, die dem Budgetausschuß in seiner heutigen Sitzung oorlag und von ihm angenommen wurde. Sic enthält die von den verschiedenen Parteien gegebenen Anregungen, mit denen Staatssekretär Dern- burg sein Einverständnis erklärt hat, und hat folgenden Wortlaut: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: 1. in Erwägung zu nehmen, ob und in welchem Umfange, im Hinblick auf die neuere Entwicklung in den Kolonien, eine Abänderung des Schutzgebietsgesetzes in die Wege zu leiten ist, insbesondere auch eine Abänderung der bergrechtlichen Bestimmungen in der Richtung zu erwägen L) ob die früher verliehenen, etwa Dritten noch zustehenden vohcrts- r echte (Privilegien), nötigenfalls gegen Entschädigung, aufgehoben werden können, b) wie durch eine Revision der kaiserlichen Verordnung vom 8. August 1905 über die Aus-- Übung des Bergrechts die Rechte und Pflichten der Schürfer und der Grundeigentümer abgegrenzt und sichergestellt werden können, c) ob ein besonderes Gesetz Über die Gewinnung unb den Absatz von E d e l st e i n c n unter Wahrung wohlerworbener Rechte Dritter zu erlassen ist; 2. einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den in dem Schutzgebiete Südwestafrika vor Ausbruch des dortigen Aufstandes domizilierte leistungsfähige Personen und Gesellschaften zur Entlastung des Reichsfiskus herangezogen werden; 3. dem Reichstag eine Denk - fdjrift über die Frage vorzulegen, unter welchen Voraus setzungen unb in welchem Umfange ein Schutzgebiet durch direkte Besteuerung zur Deckung von Kosten heranzuziehen ist, die aus Kriegsmaßnahmen in diesem Schutzgebiet erwachsen sind. Der Budgetausschuß verhandelte hierauf über die zu diesen Fragen vorliegenden Bittschriften. Berichterstatter ist Dr. Semler (Natl.). Von der Lüdcritzbuchter Eingabe des Bürgermeisters Kreplin und fünf anderer Mitglieder des Bezirksrates werden zur Berücksichtigung überwiesen die Sitten, dic dahin gehen, daß das zurzeit bestehende Sonderrecht zugunsten der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika über den 1. Avril 1911 hinaus, sei cs zu deren Gunsten oder einer anderen Gesellschaft, nur unter solchen Bedingungen verlängert wird, die eine angemessene Gegenleistung zugunsten des Fiskus des Schutzgebietes vorsehen. Ferner, daß den Förderern die Möglichkeit gegeben wird, eine wirksame Kontrolle über die Verwertung ihres Eigentums durch die Regiegesellschaft aus- zuübeu. Zur Erwägung werden übertoiefeit die Bitten, daß neue Sonderrechte nicht mehr verliehen werden, es sei denn zugunsten des Fiskus des Schutzgebietes, und daß Landkonzessionen nicht mehr verliehen oder im Wege des Vertrages bestätigt werden, daß vielmehr die von Landgesellschasten zu Unrecht erhobenen Ansprüche auf Land- und Bergwerksgerechtsame, wie die der Kolonialaesellschasi auf das Gebiet zwischen dem 26. Grad und dem Kuisib, unter Verweisung der Gesellschaft auf den Prozeßwcg zurückgewicfen werden. Die Eingabe, daß sämlliche Verträge, durch welche das Schutzgebiet finanziell belastet wird, zum Beispiel Eisenbabnbauverträge, Eisenbahnkaufverträge, sowie Verträge und Abkommen mit den verschiedenen Gesellschaften, welche in Berlin abgeschlossen werden, dem Landesrat zur gutachtlichen Anhörung vorgelegt werden sollen, wird als Mater i a l^übcrwiesen; soweit die gutachtliche Anhörung auch des kaiserlichen Gouvernements gewünscht wird, wird Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Zur Tagesordnung wirb auch übergegangen über die Eingabe, daß der Pachtvertrag über die mit Bearbeitung des „Faust", und. die Ausführung fand dann viel Erfolg statt. — Wieviel Tierarten gibt es auf der Erde? Sr. Exzellenz den Willen des Herzogs mittetlic und hinzufügte, er könne ans Pietät und Verehrung für den großen Dichter die Sache nicht vorsichtig genug anfassen, ersuche deshalb um gütige Winke und Andeutungen, wie das Werk in des Dichters Simr darzustellen sein dürfte. Nach einer Panse von länger denn 14 Tagen traf die Antwort GoetheS ein. Leider ist sie im Wort-, laut nicht wiederzugeben, da der Brief ans dem Archiv verschwunden ist, aber er soll nach Versicherungen etwa so gelautet haben: „Ew. Wohlgeboren! Als Antwort auf Ihr Schreiben vom 4. November bemerke ich, daß mein Werk im 'Druck er- schienen und Gemeingut des Publikums geworden ist. Ich füge hinzu, daß ich mich seit Jahren nicht mehr mit dem Theater befasse, machen Sie daher mit meinem Faust, was Sie wollen, v. Goethe." Nun unternahm Klingemann wohl oder übel selbst In der Britischen Gesellfchist zur Förderung der Wissenschaften hat der bekannte Zoologe Ä. E. S h i p l e y einige interessante: Mittellustaen gemacht über die Fortschritte der zoologischen Forschung. Lor etwa einem Jahrzehnt hat Günther eine auf genauesten Studien aufgebautc Liste der Tierarten ausgestellt, die man um 1830, und eine von denen, die man 50 Jahre später kannte. 1830 waren der zoologischen Wissenschaft 1200 verschiedene Säugetiere bekannt; 1881 war die Zahl ans 2300 au- gewachsen. Tie Vogelarteu wurden 1830 auf 3600 beziffert; 1881 kannte die Forschung deren 11000. Bei den Reptilien schritt die Forschung von der Kenntnis 543 zu! 3400 (im Jahre 1881); je kleiner die Tiere sind, desto größer ist die Zahl der Arten, die inzwischen bekannt wurden. Von 1830—1881 stiegen die Fischarten von 3500 aus 11000, die Mollusken von 11 000 auf 33 000, die Schaltiere von 1290 (1840) auf 7500, die spinnenartigen Tiere von 1048 auf 8070, die Tausendfüßer von 450 auf 1300, die Insekten von 49 100 auf 220 150, die Stachelhäuter von 230 (1838) ans 18 043, die Würmer von 372 (1838) auf 6070, die Coelenteraten von 500 (1834) auf 2200, die Schwämme von 50 (1835) auf 400 und die Urtiere von 305 (1838—1844) auf 3500. Ilm 1840 also kannte man insgesamt rund 73 588 Tierarten; um 1881 war die Zahl der erforschten Tierarten bereits auf 311653 angewachsen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß seit 1881 alljährlich durchschnittlich 12 000 neue Tierarten entdeckt wurden, so daß man heute wohl gegen 600000 kennt. an und können durch Nachdenken und bei schärferem Hinsehen uns sehr wohl von dieser Illusion befreien und oft verschiedene, hintereinander liegende Teile von Kugelschcllen verschieden großen Halbmessers feststellen." — ZurerstenAufsührung von Goethes „Faust". Die erste Aufführung des Goetheschen „Faust" hat bekannllich unter der Leitung August Klingemanns am 19. Januar 1829 am Hoftheater in Braunschweig stattgefunden. Wie diese erste Darstellung des Werkes, das man damals für unausführbar hielt, zustande kam, darüber erzählt Gustav Starcke im „Neuen Weg" nach den Erinnerungen eines alten Schauspielers interessante Einzelheiten. Klingemann hatte selbst ein viel gespieltes Theaterstück „Faust, ein dramatisches Gemälde in fünf Aufzügen, nach der alten Legende bearbeitet", verfaßt. Am 31. Oktober 1820 wurde dies Stück auf der von ihm geleiteten Bühne gespiell, und Herzog Karl von Braunschweig kam auf die Bühne, um ihm sein Lob auszusprechen. Ter Herzog, der es liebte, in kurz abgebrochenen Sätzen zu sprechen, streckte den Zeigesinger aus und sprach zu Klingemann: „Fameux, fameux — mir gefallen — gut gespielt — mich prächtig amüsiert in dem Stück." Ter Dichter verneigte sich pflichtschuldigst und sagte bescheiden: „Durchlaucht, es ist kein Goethejcher Faust." „Goethe? Minister Goethe? Weimar? Faust geschrieben? Warum nicht aufführen?" „Durchlaucht," erwiderte Klingemann, „er ist nicht für die Bühne bestimmt." „Was? Nicht bestimmt? Für die Bühne Herrichten! Machen!" „Durchlaucht," erlaubt sich der Direktor zu bemerken, „ba» ganze Gedicht ist von großer Schönheit, aber es enthüll nur lose aneinander gereihte Szenen, es ist kein Drama, es ist kein Ganzes." „Was? Kein Ganzes? Gut — ganz machen! Glauben wohl Ihren Faust zu schädigen? Erst recht aufführen! Punktum! Aufführen! Mir Buch schicken!" Und damit drehte sich Durchlaucht auf dem Absatz herum. „Grundgütiger Himmel," seufzte Klingemann, die Hände zusammenschlagend, „was soll das werden?!" Am nächsten Morgen sandte man dem Herzog das Buch von Faust. Mittags erhielt es Klingemann zurück mit Der lakonischen Bemerkung: „Aufführen!" — Ja, das ließ sich wohl sehr leicht schreiben: aufführen — aber wie? Wie konnte man die einzelnen Szenen zu einem Ganzen schmieden?! Klingemann machte sich nun mit einigen seiner Schauspieler daran, eine Bühneneinrichtung herzustellen und die Rollen zu verteilen. — Es kam zu keinem Resultat. Nun setzte er sich hin und schrieb einen untermürfigen, ausführlichen Brief an Goethe, in dem er Aunft, Wissenschaft nnd Leben. — Weshalb muß uns der Himmel als eine hohle Halbkugelschale erscheinen? Auf diese Frage gibt Prof. Dr. Max Schneidewin in Heft 14 der Natur (Verlag von Th. Thomas, Leipzig) folgende ^,Ter^Raum an sich muß doch als unendlich vorgestellt werden, d. h. nicht in einem Widerspruch als vollendete Unendlichkeit, sondern deshalb, well jede ihm einmal in Gedarnen gegebene Begrenzung als in Wirklichkeit unmöglich vom Verstände, den: Gesetzgeber der Natur, erkannt wird. Ter Raum ist also als unendlich nicht „gegeben", sondern wird es durch einen in Gedanken möglichen, wie Kant sagt, „progressus in infinitum". Als unendlich kann er aber keine bestimmte Form haben. Warum sind wir gezwungen, dasjenige von ihm, das in unsere Wahrnehmung tritt, als eine hohle Kugelschale anzuschauen, warum sehen rtnr uns nicht, um die nächstliegende andere Möglichkell äu nennen, als von einem Kubus umgeben? Well kein Grund vorliegt, daß wir nach irgendeiner Richtung naher oder weiter blicken können als nach jeder anderen. Der geometrische Ort aller Punkte nun aber, die oberhalb unser im freien Raum gleich well von uns entfernt sind, ist eben die Schale einer Hohlkugel, deren Radien alle in unserem Auge zu- jammen- und von uns gleich well in die Itnendlichkell laufen. Warum aber sehen wir den bewölkten Himmel «leichfalls als eine Hohlkugel, während wir uns doch sagen müssen, daß die Wolken über uns sehr verschieden well — «der hier lieber gesagt nahe — von uns entfernt sein Bonnen und oft sind? In diesem Falle liegt in der Tat keine Kugelform für uns vor, wie wir oft bei schärferem Jusehen auch feststellen können: wenn wir sehen, daß Ziehendes Gewölk vor einem wetteren Hintergründe anderer Wolken sich befindet. Der für astronomische Beobachtungen hn Betracht kommende Himmel muß aber immer ein freier Ibtnunel sein, der aus dem angegebenen Grunde als hohi^e iLugelschclle erfcheinen muß. Den bewölkten Himmel sehen 'vir also nur aus -Aewohnhett gleichfalls als kugelförmig ben fiskalischen DüuuLNtfelderbesitz wenn möglich ausgehoben uns durch ein die Interessen des Staates besser berücksichtigendes Abkommen ersetzt wird. Aus ötn Reichstagsarirschiiffen. :: Berlin, 27. April. Der K'a liausschuß des Reichstages setzte heute die sozialpolitische Verhandlung, von der noch die Entscheidung über den Einigungs-Antrag Brockhausen sowie die Gewinnbeteiligungs-Anträge aussteht, einstweilen nicht fort, sondern wandte sich den folgenden §§ 22 und 33 zM über die B e t e i l i g u n g s z i f f e r m und die Grundsätze für ihre Festsetzung. Beil § 23, der unter anderem bestimmt, daß maßgebend für die Höhe der Beteiligungsziffern die Ausdehnung und die Beschaffenheit der .erschlossenen Kalisalzlager, sowie die Leistungsfähigkeit der Betriebsvorrichtungen sein soll, machen die Sozialdemokraten den Versuch, den Verstaatlichungsgedanken bis zu einem gewissen Grade dadurch auf Umwegen zur Durchführung zu bringen, daß sie beantragen, daß der jährliche Zuwachs des Gesamtabsatzes den fiskalischen und den zu mehr als der Hälfte im Besitz eines Bundesstaates befindlichen Werken zugeteilt werden soll, bis diese Werke ihre volle Leistungsfähigkeit ausnutzen können. Bon der Regierung wurde dieser Antrag, den die sozialdemokratischen Antragsteller im LaiFc der Verhandlung mehrfach abmilderten, in der Hauptsache schon deshalb zurückgewiesen, weil er zwar eine Begünstigung der im Besitze von Kaliwerken befindlichen Bundesstaaten Preußen und Anhalt sei, aber eine finanzielle Benachteiligung der anderen Bundesstaaten. Aus dem Ausschuß wurde der Antrag als Erdrosselung der Privatbetriebe angesprochen, was die Antragsteller auch als in ihrer Absicht liegend zugaben. Die fortschrittliche Vvlksvartei wollte die Vergünstigung des sozialdemokratischen Antrages nicht den Bundesstaaten, sondern dem Reich zuwenden und dieses dadurch zum Erwerb von Kaliwerken anreizen. Diese Anträge wurden sämtlich abgelehnt. Der Kaliousschi'.st nahm sodann den § 24, der die Frage der selbständigen Werte verhandelt, in einer Fassung an, die verhindern soll, daß zum Zwecke der Erzielung einer größeren Beteiligungsquote eine ungemessene Teilung der Werke eintritt. Sodann wnrbc die Frage des Arbeiterschutzes von neuem verhandelt, wonach der Einigungsantrag von Brockhausen (Kons.) mit dem Anträge Müller-Fulda vorliegt, der die Bestimmungen des Antrages Brockhausen da außer Kraft setzen soll, wo bindende Verträge abgeschlossen werden. Die Verhandlungen hierüber kamen noch nicht zu Ende. Der .Kaliausschuß wird morgen den ganzen Tag sitzen. , * Der Ausschuß für das H a usarbeits g c setz führte heute die zweite Lesung des Gesetzes bis einschließlich § 16 und bestätigte die Beschlüsse der ersten Lesung ohne wesentliche Acnde-' rungen. § 3 gibt dem Bundesrat die Ermächtigung, für gewisse Gewerbszweige zu bestimmen, daß Lohntabellen auszuhängen sind. In der ersten Lesung hatte die Kommission diese Bestimmung mit gewissen Ausnahmen obligatorisch gemacht. Es zeigte sich aber die Zahl der Ausnahmen so groß, mnd es ergaben sich auch andere Schwierigkeiten, so daß der Ausschuß jetzt (beschloß, zur Gestaltung des § 3 einen Unterausschuß einzusetzen. * Der Ausschuß für die Wertzuwachssteuer, der gestern die §§ 10 und 15 erledigt halte, nahm heute den § 11 der Vorlage unverändert au. Desgleichen die §§ 12 'und 13. Der § 14 wird, unter Annahme von Anträgen 2r. Arendt!(Rp.), Frhr. v. Hertling (Zentra) und Cuno (Vp.) in sfolgender Fassung angenommen : „Beschränkt sich der steuerpflichtige Rcchtsvorgang auf einen Teil eines Grundstücks, so wird der Erwerbspreis.dieses Teiles bei Grundstücken, deren früherer Erwerbspreis 60 Mk. -für den Ar nicht übersteigt, nach dem Verhältnis seines Wertes zum Werte des Gesamtgrundstücks, sonst nach dem Verhältnis >der Fläche zur Gesamtfläche berechnet. Unentgeltliche dauernde Ueberlassung von Grundstücken für öffentlickre Zwecke, auch «wenn eine Eigentumsübertragung nicht erfolgt ist, wird in «der Weise berücksichtigt, daß der Gesamterwerbspreis nicht auf die ursprüngliche, sondern auf die nach der Abtretung verbleibendei Fläche verteilt wird. Beschränkt sich der steuerpflichtige Rechts- Vorgang auf einen Teil eines früher erworbenen Grundstücks, so sind nur diejenigen Werterhöhungen oder Aufwendungenl (§§ 3—5) anzurechnen, welche diesen Teil ausschließlich oder gemeinschaftlich mit anderen Teilen betreffen. Im ersten Fall erfolgt bic Anrechnung ausschließlich, im zweiten nach dem Verhältnis der Werte der Grundstücksteile zueinander zur Zeit der Veräußerung." Die 16 und 17 werden unverändert angenommen. Bei § 18: „Hei der Vertauschung ist die Zuwachssteuer für jeden Tauschgegenstand gesondert zu berechnen und zu erheben" regt Abg. Dr. Weber ie eindringliche Mahnung gerichtet, hegt und schützt die Schwalbe, unseren nützlichsten Jnsektenvertilger, insbesondere während der Nist- und Brutzeit. Leider muß man seststellen, daß die Zahl der uns so treuen Hausgenossen sich in fast jedem Jahr vermindert. Hieran tragen nicht allein die zahlreichen Verfolgungen, denen die Schwalben bei ihrer weiten Reise ausgesetzt sind, die Schuld, sondern diese muß auch dem Umstand zur Last geschrieben werden, daß dem Bogel bei uns nicht genügend Schutz und Schonung erwiesen wird. Das gilt in erster Linie von der Hausschwalbe, die gern an der Außenseite der Gebäude nutet und zwar kolonienweise, so daß man an Häusern, an denen die Nester geduldet werden, mitunter ein Dutzend und noch mehr in einer Reihe wahrnehmen kann. So war es auch in den im oberen Lumdatal gelegenen Dörfern bis tior, etwa zehn Jahren, und ganze Scharen der weißbrüstigen Spaltschnäbler bevölkerten damals die Luft und belebten die Straßen und Plätze mit ihrem munteren Gezwitscher. Viele Hunderte würben^ alljährlich hier groß gezogen und rüsteten sich an sonnigen Spätsommertagen aus den hohen Dächern zum weiten Flug. Die int kommenden Frühling an die alten Brutstätten Wiederkehrenden fanden freundliche Aufnahme bei den Menschen. Um so betrübender ist für den Vogelfreund die Tatsache, daß in jenem Bezirk, Wo früher ungezählte Pärchen ihre Nistplätze hatten, jetzt kaum noch ein Nest der Hausschwalbe zu sinden ist. Eine unverständliche Zerstörungswut hat sich anscheinend der Bevölkerung bemächtigt, die kein neues Nest 'a.uffommcn läßt. Tie Haussckwalbe bringe Ungezieser in die Wohnungen, von dieser unsinnigen, leichtfertig ausgesprengten Behauptung haben sich die Bewohner betören und zur Vernichtung des unschuldigen Vogels treiben lassen. Wenn einzelne nicht soviel Liebe zu unserer Vogelwelt haben, daß sie nicht einmal eilt Nest in ihrem Anwesen dulden, dann sollten sie wenigstens gleich zu Ansang des Nestbaues die Vögel auf gelinde Weise vertreiben, damit sie sich anderswo eine Brutstätte suchen. Aeußerst verwerflich und roh muß es bezeichnet werden, Nester mit junger Brut zu zerstören. Durch diese grausame Vernichtung des jungen Nachwuchses wird sich die bcf uns noch nistende kleine Schar mit der Zeit verziehen, so daß die Schwalbe allmählich zu den seltenen Vögeln in unserer Gegend zählen würde. Es ist Pflicht eines jeden Vogelsreundes, dem mit allen Mitteln entgegenzusteuern, denn gerade die Schwalbe verdient es, sie zu hegen, und für ihren Fortbestand bei uns besorgt zu sein. Gönnt deshalb dem schutzlos dem Menschen preisgegebenen schwachen Geschöpf einen Nistplatz an euren Häusern, es wird eure Wohltat durch seinen Nutzen vergelten. ** Der Landesverband der hessischen Bürgermeister hält seine Hauptversammlung am Montag, 9. Mai, in Mainz ab. Außer den Verwaltungsangelegenheiten des Vereins steht ein Vortrag des Abg. v. Brentano über die neuen hessischen Verivaltungsgesctze nach der Vorlage von 1909 auf der Tagesordnung. ** Jagd nachrichten aus der Provinz. Mit dem 1. Mai endet bei uns die Schonzeit auf Rehböcke. Tas Rehwild ist vorzüglich durch den milden Winter gekommen. Die Böcke haben sehr früh gefegt und durch die Buchenmast starke Geweihbildung erhalten; sie sind auch im Wildbret sehr kräftig entwickelt. Ter Hasen bestand hat sich reichlich vermehrt, so daß für die Jäger ein gutes Lasenjahr bevorsteht. Von Hühnern und Fasanen ist eine sehr frühe Brutzeit zu erwarten. Alle Vorbedingungen einer guten Jagd sind also in diesem Jahre-gegeben. •* OeNentliche Lesehalle. Im März wurden 2280 Bände ausgeliehen. Davon kommen ans erzählende Literatur 1046, Zeitschriften 479, Jugendschrüten 245, Bers- dichtungen und Dramen 28, Literaturgeschichte 10, Länder- und Völkerkunde 94, Kulturgeschichte 35, Geschichte und Biographien 125, Kunstgeschichte 14, Naturwissenschaft und Technologie 98, Heer- und Seewesen 15, Haus- und Landwirtschast 20, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 38, Staatswissenfchast 10, Sprachwissenschaft' 9, Fremdsprachliches 7 Bände. Nach auswärts kamen 67 Bände. ** Diebstahl. Aus dem physikalisch-chem. Laboratorium hier wurden gestern mittag sieben Stück Platin-El ekt or öd en im Gesamtwerte von 600 Mk. gestohlen. Verdacht fällt auf einen Unbekannten, der sich als Student ausgab und Erkundigungen im Institut eiuzog. ** Plötzlicher Tod. In dem gestern nachmittag 5.55 Uhr hier eintreffenden Berliner Schnellzug wurde ein Reisender, der mit einer Fahrkarte nach Bad- Nauheim versehen war, tot aufgefunden. Tie Leiche nmrde nach dem neuen Friedhof gebracht und der Arzt stellte als Todesursache Herzschlag fest. Nach einem bei-der Leiche gefundenen russ. Paß handelt es sich um einen Paul Moderoff aus Moskau. ** Das Wrack des Zeppelin II in der Schaubude. Bei den Offizieren der Lustschiffer-Abteilung, die am Montag abend in einem Hotel zu Weilburg speisten, meldete sich ein Schausteller, der für das Gerippe des Luftschiffes ohne Gondeln und Maschinen, wie es am Webersberg hing, 100 000 Mk. bot. Auf die Frage, was er denn eigentlich mit dem Wrack anfangen wolle, erklärte der Mann, er verspreche sich ein Bombengeschäft davon, daß er den zerstörten Ballon in großen StäDten, auf Messen und Märkten gegen Eintrittsgeld zur Schau stelle. Tie Offiziere bedauerten sehr, das Geschäft nicht machen zu können und erklärten, daß sich das Reich auf einen solchen Handel nicht einlassen werde. "Wehres Geschichtchen. Bubi hört zu, wie eine andere Frau zu seiner Mama sagt: „Oh, diese Männer! Sie sind alle über einen Leisten geschlagen." „Nein, das ist nicht wahr", sagt Bubi, „der Herr S..... ist doch viel dicker wie die andern". -4- Ettingshausen, 27. April. Gestern nachmittag fiel das vierjährige Söhnchen des Försters H. Keil zwischen dem eisernen Steg und der Launspach'schen Mühle in den Aeschersüach. Der Maurer H. Mohr, der nicht weit davon beschäftigt war, wurde durch das Schreien der Kinder aufmerksam und holte das Kind aus der etwa 1 Meter tiefen Stelle. Erst als es gerieben wurde, kam Wasser aus dem Munde und bas Kind sing wieder an zu atmen. Q Klein-Eichen, 26. April. Gestern ereignete sich hier ein bedauerlicher Unglücksfall. Da? dreijährige Kind des Landwirts Hogy lief unbeachtet tn der Stube herum und fiel dabei in ein vom Dienstmädchen mit kochendem Wasser gefülltes Gefäß, wodurch es sich so ver- brannte, daß es bald darauf starb. m. Mücke, 27. April. Noch vor wenigen Jähren wrr der Fas-an auf unseren Jagden hier ein fremdes Dier. J-etzt hat man solche in dem benachbarten großen Burgwald — der Name erinnert an die frühere Merlauer Burg — eingesetzt. Die Versuche sind als durchaus gelungen zu betrachten, die Fasanen vermehren sich. In den benachbarten Jeldern ist darum 'her Fasan öfters zu beobachten. Der seitherige Verlauf des Frühjahrs war der Fasanenentwicke- lung sehr günstig, so daß auf eine ergiebige Fasanenjagd geschlossen werden darf. 8. Ulrichstein, 26. April. Am 11. und 12. Juni veranstaltet der „Geflügelzuchtverein Ulrichstein und Umgegend" eine Ausstellung, verbunden mit Prämiierung und Verlosung. x Bad-Nauheim, 26.April. Der hiesige Damen. Turnverein, der zahlreiche Mitglieder aus allen Gesellschaftskreisen zählt, feiert in diesem Jahre sein lOjähriges Stiftungsfest. Der Verein wurde von Reallehrer Heuser ins Leben gerufen und steht feit dessen Versetzung nach Mainz unter Leitung von Lehrer Hamann. Als Turnraum wird dem Damen-Turuverein von der Stadt die Turnhalle der Stadtschule überlasten. Seit vorigem Jahre besteht auch noch eine Damenriege bc§ Turnvereins. he. Darmstadt, 27. April. Aus einstimmigen Antrag der Abteilu.ng für Maschinenbau wurde durch Beschluß von Rektor und Großem Senat der hiesigen Technischen Hochschule dem Mitgliede des Direktoriums der Firma Friedrich Krupp, Aktiengesellschaft, Direktor M. Tr eg er zu Essen in Anerkennung seiner Verdienste um das deutsche Kriegsmaterial, insonderheit um die Perbessernngeu und Einführungen neuerer Konstruktionen auf dem Gebiete des Ar tilleriew es en s, die Würde eines „Doktor-Ingenieurs Ehrenhalber" verliehen. X Dornholzhausen (Kr. Wetzlar), 27. April. Unsere Gcmeindejagd, die bisher zu 435 Mk. verpachtet war, erzielte bei der Neu Verpachtung 85 0 Mk. Der Gesamtflächeninhalt der Gemarkung beträgt 542,4 Hektar. Der jetzige Pächter ist Kaufmann Wallenfels aus Gießen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 26. April. Ein nettes Kleeblatt entdeckte vor einem Jahr ein Landwirt in Reiskirchen in feiner Scheuer. Als er die Scheuer betrat, hörte er auf dem Heuboden leises Gespräch. In der Annahme, der Sohn seines Nachbars habe die Katze mit Jungen entdeckt, fragte er, wie viel Junge da seien. Da er trotz mehrfacher Aufforderung nichts mehr hörte, begab er sich hinaus, wo er sich einem kräftigen Mann gegenüber sah, der ihm auf seine Frage, was er M tue, antwortete, er habe mit seinen zwei Freunden — die inzwischen aus dem Heu krochen — nur nächtigen wollen. Der Landwirt wollte erst nach der Mistgabel greifen, doch die Leute beruhigten ihn, indem sie angaben, sie seien spät nachts auf der Suche nach Arbeit in dem Ort angekommen; es hätte zu schlecht ausgesehen, wenn sic sich um diese Zeit nach einem Quartier umgcschen hätten. Dadurch wurde er milder gestimmt; er ließ sich in ein Gespräch ein und ließ ihnen Kafsee in der Scheuer auftragen, doch hatte er die Absicht, die Gendarmerie in Kenntnis zu setzen. Seine Frau riet ihm ab, da die Leute anständig gekleidet waren und einen guten Eindruck machten. Am nämlichen Tag besuchte einer der drei eine Wirtschaft; es fiel auf, daß er sich überall um sah und zu den Fenstern hinaus mit Leuten sprach, trotzdem er sic nicht kannte. Einer der anderen hielt vor der Wirtschaft Umschau, während man von dem dritten nichts merkte. Als am andern Morgen ein Gendarm die Wirtschaft besuchte und der Wirt nach einem abends zuvor angebrochenen Zigarrenkistchcn sehen wollte, war dieses verschwunden. Ta auch eine Flasche Branntwein vermißt wurde, vermutete der Gendarm einen Einbruch, was man bestätigt fand, als man nach dem Geldbehältcr eines Automaten sah, der mit deut Inhalt verschwunden war. Zum Uebersluß bestätigte das Dienstmädchen, es habe Spuren von Fußtritten auf einer Fensterbank wahrgenommen, sich aber dabei nichts gedacht. Der Gendarm ging nach seiner Wohnung und erfuhr von seinem Hausherrn, daß er ebenfalls nächtlichen Besuch gehabt habe; es sei ihm aus dem Kcllcr Wurst und Speck gestohlen worden. Am nächsten Tag brachte ein Forstbeamtcr einen Teil der gestohlenen Wurst, die sein Hund in der Nähe der Ganseburg aufgespürt hatte. Dort hatten die Diebe an scheinend ihre Mahlzeit gehalten und den Rest in einer Schürz eingewickelt vergraben. Am nächsten Tage kehrten die drei in einer Wirtschaft zu Heuchelheim ein. Man beobachtete, daß ihnen das Herannahen eines Gendarmen Unbehagen verursachte. Am andern Morgen war die Bufcttkassc ihres 53 Mk. betragenden Inhaltes entledigt; es fehlten einige Kistchen Zigarren und eine Flasche Branntwein. Die Diebe waren durch das Abortfenstcr eingestiegen, dessen Riegel schon am Tage zuvor zurückgeschoben worden war, der Draht der elektrischen Leitung war durch schnitten. In der nämlichen Nacht wurde einer Wirtin zu Atzbach ebenfalls mittels Einsteigens eine größere Partie Zigarren und Zigaretten, sowie Branntwein gestohlen. Ein Bahn- toräter traf in der Nacht drei Leute am Bahnübergang, von denen einer ihm Branntwein anbot; auch fand man in nächster Nähe am andern Tag eine zertrümmerte. Flasche, die aus der Wirtschaft stammte. Der Verdacht lenkte sich auf beit um die genannte Zeit aus dem Zuchthaus ausgebrochenen Dienstknecht A. A. von Güßel bei Fulda, der mit dem Schlossergesellcik F. R. aus Horras und dem Fabrikarbeiter K. P. aus Fulda auf der Reise nach Belgien durch die hiesige Gegend gekommen war. Nachdem sie die ihnen in Luxemburg juerfannten Strafen verbüßt hatten, wurden sic ausgeliefcrt und den Zeugen gegen- übergestcllt, die sie alle mit Bestimmtheit erkannten. Trotzdem leugneten alle, die hiesige Gegend berührt zu haben. Für das (Bericht bestand fein Zweifel, daß die Angeklagten in allen Fällen in Betracht kommen. Der mehrfach vorbestrafte A., der noch acht Jahre Zuchthaus zu verbüßen bat, bekam wegen eines Hausfriedensbruchs und vier Diebstählen im Rückfall 6 Jahre Zuchthaus. R., ein ungemein frecher Mensch, bekam 4 I a h r c Zuchthaus; beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte aus 10 Jahre aberkannt und gegen sie die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen. P., der jüngste der Angeklagten, war damals noch nicht bestraft; er kam mit 2 Jahren Gefängnis durch. Eine eigenartige Beleidigung hatte dem Schneider L. G. von N i e d e r - W ö l l st a d t am Schöffengericht 8 Tage Gefängnis eingetragen. Er befand lieh mit einer Stickerin aus Okarben, die nach Frankfurt a. M. fuhr, allein in einem Eisenbahnabteil. Nach den Angaben des Mädchens hat sich der Angeklagte, ohne ein Wort zu reden, in einer Weise verhalten, daß sic ein unsittliches Attentat befürchtete und an der nächsten Station den Wagen verließ, um Meldung zu erstatten. Der Angeklagte focht das Urteil an und behauptete, daß er von dem Zustand, in dem ihn das Mädchen gesehen haben will, nichts wisse. Die unter Ausschluß der Oessentlichkeit erfolgte Verhandlung führte zur Freisprechung des Angeklagten. Wahrnehmung berechtigter Interessen billigten Schöffengericht und Strafkammer dem wegen Beleidigung verklagten Straßenwart K. D. von Hopfgarten, sowie dem von ihm widerbeklagten Kreisausschußmitglied I. G. von Hcrgers- borf zu. Die Parteien stehen sich schon seit längerer Zeit feindlich gegenüber. G. hat wieberholt Vorgesetzten bcs T. von einem Gerücht, nach bem er bes Ehebruchs verbachtig wäre, Mitteilung gemacht unb um seine Versetzung nachgcsnchl. Da bieses nichts fruchtete, machte er bei einer Krcisausschußsitzung einem anderen Ausschußmitglieb Mitteilung, was zur Folge hatte, baß ber Kreisstraßenmeister von bem Bauinspektor beauftragt mürbe, bem j-1- darüber Vorhalt zu machen. Dieser regte sich über die Sache sehr auf, er gab auf bem Kreisamt zu Protokoll, G. habe unerlaubte Beziehungen zu Frauen; er habe ihn zu einer falschen Aussage verleitet unb sei ber Unterschlagung verbächtia, au® habe er bei Anfuhr von Steinen unreblich verfahren. G. eryov Privatklage wegen Beleibigung unb D. Wibcrklagc, aber das Schöffengericht wendete bei beiden den 8 193 an und sprach fte frei. Die Strafkammer wies bic von beiben Teilen eingelegte Berufung zurück.__________ _ Landwirtschaft. -n. Friedberg, 27. April. Ain Sonntag fand im Same ber „Drei Schwerter" die Hauptversammlung des K r e t s- A»" E ,-irisch^ Ziegettz»cb s hsSrs aui S -alancierl iut Werbet sti erl°a gäbe. ^£nbeiW’ ^'H m ndungc" de" ^""-Friedberg, öeiffl11’1 4:a[)[gral Sck°d- ‘"VbM bttti Ms E DtnWdie .KM. m ALkAL MLSA •3er Sal'O tfl Uhr. I .-ciBbvot 2 Mg. 62 Pig. |Schwarzbrot 2 Mg. 54 Nun bleibt mir gefälligst einmal vom Leibe mit all dem sadcn Zeug, das mir gründlich den Magen f/Svvj verdorben hat. ohne gegen meinen Katarrh wirklich zu LwliZ! helfen. Öcfct will ich Sodener haben -- ober daß mir auch nur die echten von „Fay" gebracht werden. Man hört's überall, daß die mit so einem Natarrh im Handumdrehen VZ=^\\ ausräumen und nebenbei auch für Magen und Darm eine (((tvy Wohltat sind. FayS echte Sodener nibi'd in Apotheken, Drogerien rc. für nur 85 Psg. pro Schachtel. [ss*/i Einzelne Zentner „ Einz. Ztr. (Proben) „ 68—70 66—69 Vermischte». * Sven Hedin, der sich durch die Erschließung Tibets einen unvergänglichen Ruhm unr die geographische Wissenfckxui erworben hat und durch seine Werke uns tiefe Blicke in die Sonde-, lrchleiten des tibetanischen Volkes in Leben, Weben und Religion, tun läßt, ist auch cm großer Tierfreund. In seinem Werke „Transhimalaja" findet sich ein Bild mit der Unterschritt „Dcr- vorragende Mitglieder der ersten Expedition", das außer Ganpal Sing, den Radschput, Robert, den Eurasier, und Manuel, Den Mod), auch die drei jungen Dundc des Forjckjers darstcllt, drc er sorglich aus dem Arm hält. Zahlreich sind im Werke Die stellen, Die von den Tieren handeln, und an ihrer guten Pflege ließ Dedin eS niemals fehlen. So schreibt er, den Aufbruch aus Turkestan nach Tibet schildernd: „Am meisten tat es mir jedoch um die Tiere leid, denn ich nmßte, daß ihnen eine äungertur bevorstand. Soweit ich Gelegenheit sand, sollten sie ,rch gründlich an Mais und Gerste sattsressen, damit sic nachher möglichst lange von ihrem Fette leben konnten. . . . Das Gepäck wird.zu MaueiU von Proviantsäcken und Stiften ausgestapelt, und Manuel kann sich endlich über die Küchenausrüstung hermachen. Die Tiere wiehern und stampfen und geben ihren Nachbarn gelegentlich) einen kameradschaftlichen Schlag mit den Hinterbeinen; doch als die Gerstenbcutel umhergetragen und ihnen um den Vals gehängt werden, lassen sie behaglickjes Wiehern hören, das Ungeduld und guten Appetit verrät. ... Ein Teppich, cm Bett und die zwei Stiften mit den täglichen Bedarssgegenständen bilden die ganze Einrichtung, dazu die jungen Vunde. Es sind ihrer «drei, zwei davon Hündinnen. Es sind Parias: sie nntrdeir rn Srinagar von der Straße sortgelockt. Robert und ich, die wir stets englisch sprechen, nennen den weißen und den gelben einfach „Puppy , der Dritte erhielt bald den Namen „Manuels Freund", Denn Manuel und er hielten immer zusammen." Schon nach wenigen Seiten finden loir diese netten Geschichten von Tierfreuw>lichkett. Aber Hcdins Buch und Hedins Werke sind voll davon. 'Daß auch seine Umgebung freundlich zu den Tieren war, brauche ich kaum zu sagen, die Inder — und mit ihnen viele Völker Asiens — sind von Natur aus freundlicher zu den Tieren, zumal auch die Religionen des Ostens bestimmte! Vorschriften über Tierschutz haben, die Dem Christentum in diesem Maße und in dieser Bestimmtheit leider fehlen. * Schlau „Karlchen, quäl' doch die Tante nicht immerfort mit Fragen!" — „Ja, Mama, sonst ißt sie den ganzen Kuchen aut!" ' . * Inder Sprech stunde. ,L>crr Doktor, ich mochte um Den Totenschein bitten!" — „Wer hat denn den Patienten behandelt?" — „Niemand, der ist von selber gestorben!" F.C. Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 27. April. Austrieb Rinder 133, Kälber 254, Schake 49, Schweine 392. Kälber, Schale und Schweine mittel- Preis Durch- Täglich vermehrt sich Die Kundschaft auf meinen ftnisch gebrannten ICaffee Pfund von 90 Pfg. an, Stege n zu chtvereinS statt, die aus allen Teilen des Kreises stark beluchi war. Nachdem der Vorsitzende, Lekonomierat spiev, den Jahresbericht über das abgelameue Vereinsfahr erstattet Halle, wurde in die umfangreiche Tagesordnung eingetreten, die m allen Punkten einmütig erledigt wurde. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Beschickung der Ausstellung der Deutschen Land- ivirtschails.^eiellschn't in Hamburg mit Ziegen. Auf welch hoher Ltu'e die Ziegenzucht im Kreise Friedberg steht, zeigt der ein- stimmige Bcschliiß, aus Vieler AuSslellmig mit einer Sammlung üon neun Tieren in Den Wettbewerb mit Ausstellern aus allen Gauen Deutschlands zu treten. Der Kreis Ziegenzuchloerein läßt kein Mittel uiweijuchl, die Ziegenzucht immer mehr zu heben, co unterhält er ans eigenen Mitteln in Bad-Nauheim eine grove Ziegenweidc. deren Betrieb am 30. Mai wieder eröffnet wird, und versorgt nicht allein die Zuchtgemeinden des Kreises mit erstklassigen, Zuchtmaterial, sondern fuhrt auch Böcke nach andereii (»egenden Deutschlands aus. Des weiteren stellt er Mittel bereit zu Lris und Stallschauen für Ziegen, die er neben der Landwirlschasts- kammer ebenfalls aus eigenen Mitteln durchfuhrt, und wird auch in diesem Fahre ci flmalig die Prämiierung von angekmlcn Ziegen auf dem 9- -ner Mart! unterstützen. Ter Voranschlag des Verems für 1910/1 avanciert mit Mt. 1856,— in Einnahme und Ausgabe. öierbet sei erwähnt, daß sowohl der Laiidwirtschaftskannner- AnSschuß für Oberhessen, als auch der Kreis Friedberg durch namhafte Zuwendmigen den Verein m seinen Arbeiten zur Hebung der heimischen Ziegenzucht unterftimeiu -- Friedberg, 27. April. Der Verein ehemaliger Ackcrbauschüler in Friedberg wird am Samstag den 30. April, nachmittags 31/4 Uhr, im B e tterhäuserFeld- Gewann Mühleisen und bei den 5?ohen Steinen — laus dein Gelände des P'ahlgrabens - eintrefsen zu einer Besichtigung der D e m t s ch i n s k p n l t u r e n des Abg. Köhler - L a n g s- darf. Es stehen dort zur Einsicht 5V» Morgen Roggcm, 8 Morgen Weizen und -s Morgen X)afcr. Der Roggen ist Reinsaat, direkt von Derrn v. Lochow ain Petkus bezogen. Die Saat für vier Morgen Weizen und 8 Morgen Daser ist von Züchter Fr. Strube in Schlomstedt bezogen. Die Wintersaaten sind nach der Methode Demtschinsl'i bestellt. Der Roggen ist einmal im Derbst und einmal im Frühjahr behäufelt Der Weizen (zur Halste) zweimal im Derbst mit einem Sackschen Dandhäipelpflug behäufelt und im Frühjahr einmal mit dein Karlosselhäufelpflug und einmal mit einem Kartei fei hacfmlug (Dreischar) durchfahren. Die Weizensaat mürbe zweimal im Frühjahr sckstirf geeggt; zwei Spuren versuchsweu'e sogar mit der Laakeschen eisernen, schioeren Acker egge. Der Weizen ist bereits über Meter hoch. Die Hälfte des Weizenfeldes (auf Rotklee) erhielt aus den Morgen 1 Zentner Suverphosphat und keinen Ebiliialpeter; die andere Dälste Wor- srucht Kartoffel> 2 Zentner Ehilisalpeter und zwar anfangs März. Der D a f e r ist aus 22 Zentimeter Breite gesät, mährend der irockenen Tage des April wegen des massenhaft angegangenen Ackersenss (tzedrichj in kurzen Zwischenräumen zweimal schon geeggt und dann mit dem Sackschen Dandhäufelapparat «Reihe für Reihe aufgestrichen. Wenn die Saaten zur Ernte halten, was ihr Stand gegenwärtig verspricht, so bedeutet dies annähernd eine Verdoppelung der seither gekannten Ernteerträge. b. Biedenkopf, 26. April. Um die Pferdezucht im Kreise Biedenkopf zu heben, hat die Direktion des Landgestüts Dillenburg neben der Deckstati 0n Gladenbach auch eine solche in Biedenkopf eröffnet. Gerste: Fultergerste 0,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk., Haler -.60 iJtf., Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 0,00-0,00 Alk. Pfund -Paket 25 Pfg. Jakab Maternus, stirer. 26. SM. ,“nt- l>°rtc er aus eÄtbC- eof,n S e.rtbcdt, fragte et, h./ aifr ^horbeuing nj^ “ hd) einem kresligr: c ID05 er da lll, Wen Ter Landirie c Stute bernMflteni^ Jder eudie nach Arb-r wean auc-gesehrn, men: lartiet umgefefjen hättet WB stch in ein tzesprä: ucr auslragen, doch hin; -nntnis zu setzen. See ndig gekleidet waren ine nuchcn ?ag besuchte ein. MB er sich überall umi? eil sprach, trotzdem er i-, )t der Birtichast Uinfd): mcrltc. Als am anb:i besuchte und der en Zigarrenkistchen ieki auch eine Flasche Ärarr Äendarm einen Ginbruc b dem Aeldbehälter ein. verschwunden war. Zir n, es habe Spuren::: genommen, sich aber dcr lach seiner Wohnung N bensalls nächtlicheii W (er Wurst und Söed 9 fragte ein Forstbeomf [ein Hund in bet M t hatten die D'vede » :n M in einer Ser, Lage iehüen die brr: n. Man beobachtete, tg en Unbehagen Herum® • ihres 53 Mk. betrag »istcken Zigarren unb 0 rn durch das Aborlmr läge zuvor zurückgäM ischen Leitung war buic wurde einer Wirlill ens eine größere W wein gestohlen. 6m i e am Bahnübergang, ^ auch sand man tu nm. enftt ü<6 «ui bm ” Ä&S« M,.'!«"»« L SUyi-S 5 1 im Ruck'all x ürgerlAn U $ lij6 lic-3£hlfiena9Vn. -- r.-ebet>8" ingetragen. handel. v Elpenrod, 27. April. Tie vorgestrige lehteHolz- Versteigerung in den benawbarten Walddistriklen rechtkertigte die Doffnung auf billige Dolzvreife, wie man sie in diesem frühlinge crinauet hatte. Es galten vier Raumnieter Buchenscheiter 22-23 Alk., desgleichen Knüvvel 18-22 Ml.. bc5flleicbcu etodc 10—12 Alk., vier Rm. Kleierknüi'pel 10—12 Alk., der Rin. Buchen- reisig 60—80 Pf. Tie Versteigerung-Preise blieben hinter dem Tarif zurück, von dem nur ca. 92 Proz. erreicht wurden. Uuglctd) noch billiger mar das Brennholz bei der pingnen Perneigeruiig zu Ermenrod, >vo mir ca. 56 Proz. des Tarifs gelost ivurren. d-r 6,e !°w bl bj, N ■«&» rot U, ^ma W njtc um bn-C V1 e ^rbefic^nbpeul'>. ^U'demALk lcä InH tc^ Heu. ,Uttot5ün. 27. Avni HelS -usM,d^ Ein «iriiicli loltameiies Bell ist nur zu erreichen mit der neuen von mir patentamtlich angemeldeten Sprung- .. federmatratze „Uneneicht bequem“ Vor Anschaffung von Schlafzimmern und einzelnen Matratzen prüfe man erst diese Neuheit Ihsolotß VOPZDy8 > Holzbettstellen, leichtes Ausheben, kein metallisches Geräusch wie bei eisernen Matratzen, bequemes, den Körperformen ansebmiegen- des Material, statt Eisenkante federndes Polster. Staubfrei u. modern. Hygienik vollständ. entsprechend Wiederverkäufer Extra-Konditionen. Anfertigungsrechte nach Uebereinkunft. 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Allen denen, die uns beim Tode unserer lieben Entschlafenen durch ihre herzliche Teilnahme so treu zur Seite standen, unseren allerbesten Dank. -Md. i"r W W W - E i VMM? »M i: M. W '' -7 >1 K 132/09. (B21/4 Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr werden in unserem Amtszimmer die den • Christian Reibeling Ehleuten in Gieren zu- schriebenen, nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert: 3/273l,/ioo = 224 qm Hofreite zw. dem Wäldchen u. dem Schieh- baus. 3/273lä/1Oo — 191 qm Grabgarten daselbst. Giehen, den 20. Avril 1910. Grohherzogliches Ortsgericht. Gros. K 31/10. (BM/3 Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr wird in unserem Amtszimmer die dem Grohhaus, Heinr. II., und Ehefrau geb. Wallenfels zugeschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 1/374 = 974 qm Hofreite in der Walltorstrahe. Gießen, den 29. März 1910. Grohherzogliches Ortsgcricht. G ros. K 26/10. (Bs'/3 Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr wird in unserem Amtszimmer die dem Georg Euler II. in Giehen zugeschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 27/129 — 1607 gm Grabgarten mit Häuschen über dem Rodt aus die Rodtgärten. Giehen, den 30. März 1910. Grohherzogliches Ortsgericht. Gros. K 62/09. (^ Donnerstag, 12. Mai 1910, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die den Joh. Förtsch Eheleuten in Giehen zugeschriebenen, nachstehend verzeichneten, Parzellen versteigert: l/11644/io = 34 qm Hosreitegrund hinter dem Stockbaus, 1/1158 = 92 qm Hosraum mit Scheuer in der Welzsteingasse, 1/1162 — 594 qm Hofreite daselbst, 1/1159 = 87 qm Hofreite daselbst, 1/1163 — 389 qm Grabgarten hinter dem Stockhaus, von 1/1161 —128 qm Einfahrt in der Welzsteingasse, die den Schuldnern zuitehende ideelle Hälfte. Giehen, den 29. März 1910. Grohh. Ortsgericht Giehen. Gros. Heute früh 5 Uhr nahm un§ Gott durch einen sanften Tod, nach kurzer schwerer Krankheit, meinen innigst geliebten Mann, unseren treu sorgenden Vater, den Königlichen Oberstleutnant a. D. George Giese im 69. Lebensjahre. In tiefster Trauer: Emma Giese geb. Bozi Robert Giese, Hauptmann u. Komp.-- Chef im Jnfant.-Regiment Kaiser D”/4 Wilhelm (2. Grohh. Hess.) Nr. 116 Elisabeth Giese Ella Giese geb. Sartorius. Minden (Wests.), den 25. April 1910. ■ Giehen, den 28. April 1910. 03603 Danksagung Allen denjenigen, welche an dem Hinscheiden unserer lieben Tante Fräulei» Marie Philippi teilgenommen haben, sagen wir hiermit unfern innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Stoll. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dah e5 Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante grüii Wsübethi Bcpier, geb. Albert im 63. Lebensjahr nach kurzem, schwerem Leiden zu sich abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Bepler. Heuchelheim (Kirchstr. 5), den 27. April 1910. Die Beerdigung findet Freitag den 29. April nachm. 2 Uhr vom Sterbehausc aus statt. 2515 Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen bezüglich der Firma Geestcmünder Fischhallen Johannes Nimtsch in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 22. April 1910. Großherzogtiches Amtsgericht. K 32/10. (Bs1/3 Donnerstag, 12. Mai 1910, nachm. 3 Uhr werden in unserem Amtszimmer die den Louis Becker Eheleuten zugeschriebcnen, nachstehend verzeichneten, Parzellen versteigert: 3/119 ---- 47 qm Hofreite am Brennofen, flöht auf die Wiese, 3/121 = 637 qm Grabgarten daselbst, 3/120 — 1242 qm Grabgarten daselbst, 3/122 — 439 qm Hofreite daselbst. Giehen, den 29. März 1910. Grohherzogl. Ortsgericht Giehen. Gros. K 3810. IßW« Donnerstag, 19. Mai 1910, nachm. 3 Uhr wird in unserem Amtszimmer die dem Ludwig Wacker u. Ehefrau geb. Druschke in Giehen zugeschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: Fl. I Nr. 463 Hofreite in der Schlohgasse, 39 qm. Giehen. den 13. Avril 1910. Grohherzogliches Ortsgericht. Gros. leueste Singer- Sämaschine „11*0116 . Ostern bürg b. Oldenburg, 17.12. 06. Ich bitte um sofortige Absendany einer N&bmaschine Krone. Da ich vor etwa 18 Jahren bereits eine Maschine bezog, so darf ich wohl annehmen, daß ich auch diesmal gut bedient werde. Emil Schilling1, Regim.-Bflchsenm. 11 _ .Bu. Sinjeij-Nah- HlpÖ® maschine „Krone“ ~&i verriegelt die Naht am Ende, auch ver- und rtckwirte nahend « Seit 30 Jahren Lle- « r-.Fir^a x ferant v. Post-, Preuß SJ kÄvL—A $ Staats- u. Reiehselsen- bahn-Beamten, Lehrer-, Milit. - Vereinen, ver- sendet die deutsche berbarelgr S nger Nih- maichlne „Krone“ mit hygienischer FuOruno für alle Arten Schneiderei, 40, 44, 48, ü" ük.. 4wöchentl. 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Grassamen Rahgras, englisches (2349 Raugras, italienisches Raugras, französisches Timotbe Gras-Mischungen für Dämme und Böschungen „ gewöhnlichen Rasen „ trockene Wiesen „ feuchte Wiesen „ dauernden Bleichraseu „ „ sjZartenrasen n „ Tiervarkrasen // u Äierrasen ,/ » Rasen in Schattenlage r „ extraf. Tevvich rasen Klee Samen Deutscher Rotklee Schwedenklee Weihklee Ewigklee, echt vroveucer Luzerne, Inkarnatklee Gartensämereien empfiehlt H. F. Nassauer, Neuenweg 15 Mitglied d. Rab.- Spar -Vereinig. Lange Zeit frisch hält sich folgender Kuchen. Dr. Oetker’s Plumkuchen. Zutaten: 250 g Butter, 375g Zucker, 6 Eier. 500 g Mehl, 1 Päckchen Dr. Oetker’s Backpulver« 10 g gestossenen Zimt, 4 klein geschnittene Feigen, */°n !lc bei, i ?’e ‘8i jtic tjeutigtJ Dos progr«"«ti SL -E SSSSti SS5$ä 'jM durch die Ac mdmttschastllcheN' ,'rcifiaienluiD lige Kapital we freundschast nnben I liche M, eme 3r schassen, dre zwhchc neuen Weits- und1 aröüeren und Üm Sucher mit Geld, Lebensmitteln usw/ werden. Die Regierung aus dem Gebiet de mußt. Von der Ve zur '5ec zu spreche heilig und werde, beeinflußt. Edens Sterigkeit geben, Mnisrer, den Kan auswärtigen leit des Dreibu begrüßten Ächch, willkommenen &af. Ms/aujih dergemei mömgen Ministern bekräftigt werde, die Gro^-Hritannien im' Hechnaen zu allen deutlicher als einen der unter allen 11 schlagen oder zu ui gierunaen einander zu verbrüdern. 2er Ministerp! man im Jahre 191 nalen Wiedergebur lammentreten sehe meinen festen Zeus rung und Verlust, b „.Siele Deputii Präsidenten.