Nr. 176 Zweites Blatt erscheint tt-Uch mit Ausnahme des Sonntags. Samstag 3V. Juli 1910 SlotationSbnicf und Verlag der Vrühl'schea UniversitätS - Buch- und Sletndruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.-Ad ru AnzergerGießen. Die „Gießener Fanttlienblätter" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlick beigelegt, das „Xreirdlatt flr den Kreis Gießen" zweimal wesentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal. Aus Stadt und Land. Gießen, 30. Juli 1910. "Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfaarverwalter Wilh. Korell zu Dauernheim und dem Pfarr- vermalter Wilh. Wahl zu Schlierbach die evang. Pfarr- stellen daselbst übertragen. Eigenartiger Unfall. Ein hiesiger Landwirt ließ durch einen Arbeiter das Graß von einer Wiese mähen. Hierbei tat der Arbeiter einen Fehltritt und brach dabei ein Bein. Er mußte durch die Sanitätsmannschaft nach der Klinik gebracht werden. "* Freiwillig gestellt. Der Arbeiter G. aus Elgershausen, der seit 6 Jahren in Berlin Stellung hatte, unterschlug dort vor einigen Tagen einen größeren Geldbetrag und fuhr damit nach Frankfurt a. M. Nachdem er das Geld alles verblitzt hat, stellte er sich freiwillig bei der Polizei. "Festgenommen wurde gestern abend ein junger Arbeiter aus Harbach, welcher seit einiger Zeit Frauen auf öffentlichen Wegen belästigte und unsittliche Handlungen vornahm. m. Bad-Nauheim, 29. Juli. Gegenwärtig ist eine Liste im Umlauf, in der darauf hingewiesen wird, wie schädigend das projektierte B a d e h o t e l mit direkter Massereinführung bereite* auf das »ganze Bade- und Geschäftsleben eingewirkt hat. Die Liste findet zahlreiche Untere schriften in allen Kreisen der Bevölkerung. In der bei-, gegebenen Begründung, die der Bürger- und Stadtverkehrs-, verein gegeben hat, wird darauf hingewiesen, daß Nauheim nnt seinem ca. 50 Mill. Privat- und Bankkapital eines-' Schutzes bedürfe. Schon jetzt, kaum nach Bekanntwerden des unglückseligen Projektes sei der Kredit Nauheims so ge- sunken, wie dies kaum 1901 bei Ausbleiben der drei Sprudel sehn pflegen, verleiht ihnen aber zugleich die nur der Phantasie eigne Freiheit, und macht sie dadurch zu einem dichterischen Ganzen; bei dem Mährchen hingegen verknüpft er eine Reihe bloßer Einfälle allein nach der Willkür der Phantasie, stellt sic aber dennoch zugleich als wirklich geschehen dar, und mischt ihnen daher soviel bon dem Charakter der Wirklichkeit bei, als nothwendig ist, einem bloßen Traum augenblickliche Wesenheit zu verschaffen. Dort behandelt er dasjenige, was auch der Wirklichkeit angchüren könnte, als ein Objekt der Phantasie; hier dasjenige, was nur der Phantasie eigen sehn kann, als einen wirklichen Gegenstand. Dort sollen wir den Gang der Wirllichkeit zum freien Schwünge der Phantasie vergeistigt, hier den Gang der Phantasie zum Lauf der wirklichen Begebenheiten verkörpert sehen. Der Zweck des Dichters beim Mährchen ist daher allein auf die Beschäftigung der Phantasie und zwar nicht bloß in ihrer Freiheit, sondern sogar in ihrer Willkühr gerichtet, und ist daher so schlechterdings formal, daß alles, was Materie genannt werden kann, Handlungen, Gesinnungen, Charaktere ihm nur mittelbar, nie wesentlich angehört, obgleich die Schönheit des M Ührchens gewiß immer in dem Grade steigt, in welchein die Form mehr Materie trägt, ohne von ihrer Leichtigkeit zu verlieren. Daher aber kann auch niemand wahren Sinn für diese Gattung haben, als wer gestimmt ist, die Form bloß um der Form willen zu lieben. Jede andere muß das Mährchen zur Allegorie herabstimmen wollen. Denn in keiner anderen Dichtungsart dürfte leicht das eigentliche Wesen des bloß Poetischen so rein und so allein (ohne alle andere Begleitung) auftreten. Eben darum aber ist es nicht allein so schwer in dieser Gattung vorzüglich zu sehn, sondern auch schon nur die Regeln aufzustellen, nach welcher ihre Güte geprüft werden muß. Wenn das Vorige richtig ist, so können sie sich nur auf zwei Punkte beziehen, 1. auf die reine Darstellung der Form der Phantasie, 2. auf die Beimischung des Objektiven, wodurch jene Form erst einen Körper erhält. Bei dem ersteren Punkt ist die Bestimmung am schwierigsten. Die gänzliche Willkühr, welche die Gattung sogar zur nothwen- digen Bedingung macht, scheint alle Gesetze auszuschließen, und darum habe ich schon manchen armen Tropf sagen hören, daß er solche Mährchen, so oft es verlangt werde, auch machen wolle. Soviel läßt sich indeß doch immer sagen, daß die Phantasie erstlich in einem vorzüglicheren Grade, als bei jeder andern Dichtungsart fein.seyn muß, da sie hei allen gänzlich undichterischen 160. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhejsen Frankreichs zu stützen, wie sie es in seiner früheren Epoche getan haben". In dem Berichte, der nur auszugsweise wiedergegeben wird, heißt es dann: „Graf de Sälignac- Fsnelon benutzte diese Eröffnung, die er weder abwies noch annahm, zum Hervorheben der wohlwollenden Haltung der kaiserlichen Regierung den Bundesstaaten gegenüber. Auf die Möglichkeit einer Annäherung verdeutschen Kleinstaaten an Frankreich wies auch verschiedentlich nach den Berichten des französischen Gesandten in Stockholm, Herrn Fournier Graf v o n M a n d e r st r o e m hin, der besonders ein Vorgehen Skandinaviens gegen Deutschland u n d O e st er r e i ch fortwährend predigte. Allerdings kann bis zum Schlüsse der Verhandlungen vor Ausbruch und im Verlaufe des dänischen Krieges aus den Schriftstücken nachgewiesen werden, daß die französischen Diplomaten in Stockholm stets beschwichtigend zu wirken suchten. Nur als gegen Ende März, 1864 von einer Entsendung österreichischer Schiffe in die Ostsee-Gewässer die Rede war, suchte der französische Gesandte Fournier den Grafen Manderstroem direkt zu einem Vorgehen anzureizen. Der schwedische Minister war durch den Verlauf des Feldzugs stark in seiner Begeisterung für ein Vorgehen gegen die beiden deutschen Staaten abgekühlt worden und erklärte, daß er ein Erscheinen österreichischer Schiffe in den Gewässern Jütlands uno selbst im Belt nicht als eine Beeinträchtigung der Vereinigten Königreiche ansehen würde. Eine Herauchendung der Flotte dieser Königreiche wäre eine Kriegserklärung an Preußen, Oesterreich und Deutschland. Fournier klagt da seinem Minister (Band II S. 159) : Herr Manderstroem wiederholt mir immer: „Wir wollen nicht anfangen". Ich erwiderte ihm, daß der Anfang schon seit langer Zeit von Deutschland, Oesterreich und Preußen gemacht sei und daß da nichts mehr von seinem Willen abhänge. — „Wir bleiben immer auf demselben Standpunkte und haben unseren Willen nicht geändert," sagte er mir, „aber wir wollen nicht allein anfangen, ohne Versicherung oder ohne, positive Bürgschaft. Sie müssen doch sehen, daß das hier in Stockholm das allgemeine Gefühl ist." — „Sehr richtig, aber dieses Gefühl scheint mir etwas der Größe und des geschickten Voraussehens des Kommenden zu ermangeln, es scheint sich zu sehr um die gegenwärdige/w materiellen Interessen und zu wenig um die Zukunft zu bekümmern. Es würde genügen. Ihnen das zu beweisen," erwiderte ich. Aber ich drang nicht weiter darauf. Für die Gewinnung der deutschen Mittelstaaten arbeiteten natürlich allefranzösischen Vertreter bei den deutschen Fürsten, mehr oder minder diskret. Von welchen Erwägungen sie dabei ausgingen und wie sie die »Sache anzufassen suchten, geht besonders anschaulich aus einem Berichte des französischen Geschäftsträgers in München, Grafen de Gabriac vom 2. April 1864 (Band II S. 204—206) hervor: „Für die deutschen Mittelstaaten ist die Frage der Herzogtümer eine Frage des Natiomüstolzes und der Legitimität; es ist also nicht sehr überraschend, daß sie nicht mit günstigen Augen die (von Frankreich vorgeschlagene) Befragung des allgemeinen Stimmrechts zur Beseitigung der Schwierigkeiten ansehen. Auf diesen Gedanken spielte einer der Prinzen der föniglid)cn Familie an, als er mir vor einigen Tagen sagte: „Ich fürchte, die Regierung des Kaisers bereitet eine Uebcrraschung für uns vor." Es müßte scheinen, daß dieses empfindliche Mißtrauen nur wenige Vertreter in der Presse fände; aber man versichert mir, daß die Mehrheit, für den Augenblick wenigstens, Besorgnis vor einem Eingreifen unsererseits hegt, selbst wenn wir als Bundesgenossen des nationalen Gedankens aufträten. Es märe indessen ungerecht, diesen Staaten ein systematisches und endgültiges Uebelwollen gegen uns zuzuschreiben; das Bündnis mit Frankreich, das ehedem ihre Kraft war, könnte eines Tages ihr Heil angesichts der lleber- grifse einer der großen deutschen Mächte werden; aber für den Augenblick muß man zugestehen, daß hier gegen uns ein instinktives Mißtrauen herrscht. Diese Anschauungsart hängt mit einer gewissen Kleinlichkeit und mit Befürchtungen zusammen, die der Einfluß Frankreichs ihnen einflößt. Sie fürchten unsere lieber» legenheit, unsere schnelle und kühne Art, die Fragen zu begreifen und Entscheidungen zu treffen; denn sie wissen, daß ein Wort aus Paris über den Frieden in Europa bestimmen kann, während selbst ganze Reden ihrer Herrscher kaum über die Grenzen ihrer Staaten hinaus eine Wirkung lwben können. Sie erinnern sich daran, daß unsere Nachbarschaft, die ihnen manchmal Provinzen gab, ihnen doch mehr als einmal auch die Revolution und die Invasion gebracht hat. Und es muß iwlgedrungen einige Zeit vergehen, bevor die Reaktion in ihren Gemütern sich vollzieht. Aber ich habe die feste Hoffnung, daß dieser Augenblick kommen Menschen beständig der Empfindung oder dem Verstände dient. Zweitens daß sie grade diese ihre Freiheit an einem Objekte, mcht ent Objekt in dieser Freiheit darzustellen bemüht sein muß. Ihre Freiheit aber, wie ihr Wesen besteht darin, daß sie, mit Entfernung aller Materie, sich allein au die Form hält Ihre Richtschnur und ihr Gesetz ist daher das Ideal der bloßen. Form, die bloß formale Schönheit. 2luch erfemu man diese in ledern guten Mährchen an der Leichtigkeit, Sinnlichkeit, Bewegung, selbst an einer gewissen Leerheit, möchte ich lnnzusetzen. Denn das Erhabne z. B. dürfte nicht für diese Gattung gemacht seyn, obgleich gar sehr das sinnlich Große. Am rathsamsten erscheint es mir zur Prüfung eines einzelnen Produkts dieser Gattung den Einfluß zu erforschen, den es auf die Phantasie des Lesers ausübt. Es ist gewiß immer gut, wenn diese sich leicht, rein, unb ästhetisch gestimmt fühlt, und sollte ich den Nutzen dieser Dich- tungsart an geb en, möchte ich sie ein Reinigungsmittel der Phantasie ihrer bloßen Form nach nennen. Das Ihrige hat sich bei mir, und bei Allen, deren Urtheile ich trauen kann, hierin auf eine bewunderungswürdige Weise bewährt. Mles, von den lieb» sichen geschwätzigen Irrlichtern und ihrem Gvlde an, bis zu der Schatteuhand des Riesen, und der Schlange, die sich als Brücke über ben Strom bäumt, trägt so sehr den Charakter jener Phantasiestimmung an sich, und bringt dieselbe wiederum so sehr hervor, daß man sich augenblicklich von der Hand des Genies ergriffen fühlt. Bei dem zweiten Punkte hatte ich vorhin zu bemerken vergessen, daß der Mährchendichter darauf ausgeht, von der Wahr- heit des Unmöglichen überzeugt zu scheinen, ohne doch int Ernst andere überzeugen zu wollen. Hierdurch entsteht das Naive, oder wenn es niedriger gehalten ist, das Burleske dieser Gattung^ Ucbrtgend wird, dünkt mich, die höchste Wirkuiig hier babunl> erreicht, daß die einzelnen Figuren, in ihrer Gestalt, Hand- langen und Gesinnungen so objektiv und natürlich mit»' abentheu erlich als möglich ist. Dieß schmeichelt auch nebenher .zugleich der menschlichen Neigung, unb nicht sowohl üben den Rchnpel an Gegenständen des Genusses in der Welt, als über die Schwierigkeit sie zu erreichen und umuitauschen klagt. Auch hierin und vor allem in der treuherzigen Naivetät der Er^älüuna ist Ihre Arbeit vortrefflich. Ich schäme mich beinah, in eine ordentliche Theorie bc£i Mährchens verfallen zu sehn. Allein ich rcdine auf Ihre freundschaftliche Nachsicht, unb bitte Sie, dock) mir gelegentlich Ihre Meynung über .meine .Gedanken gu sagen." Di« Vorgeschichte des Krieges von 1870/71 in französischem Lichte. O Paris, 28. Juli. 2ic diplomatische Vorgeschichte des Krieges von 1870/71, deren zwei erste Bäirde über die Epoche vom 25. Dezember 1863 bis zum 9. Mai 1864 eben (bei Gustave Ficker, 6, Rue de ^avoie) im Drucke der Narionaldruckerei erschienen sind, rollt so viele alte, aber in gewissem Sinne noch immer aktuelle Angelegenheiten und Entwicklungen auf, daß ein erschöpfender Ueberblick in einem Artikel völlig unmöglich ist. Es war übrigens nicht gut zu erwarten, daß in diesen diplomatischen Schriftstücken etwas wirklick) Unerwartetes oder Neues zu Tage träte, besonders was Frankreichs Auftreten Preußen und den deutschen Einigungs-Bestrebungen gegenüber betrifft. Die französischen Zeitungen, die etwas eilfertig vor dem Durchlesen der Bände dergleichen in Aussicht stellten, müssen sich jetzt sehr enttäuscht fühlen. Vor allem ist aber der aus gewissen Voreingenommenheiten prüfimgslos herausgeschleudertc Bor Wurf gegen Napoleon III., wenigstens soweit diese Veröffentlichungen in Frage kommen, hinfällig, er habe mit seiner persönlichen Nationasitätcn-Politik bei den Verwicklungen zwischen dem deutschen Bunde, Preußen und Oesterreich einer- und Dänemark cnibrerseits die Bestrebungen der offiziellen französischen Diplomatie häufig durchkreuzt. Man müßte sich wirklich die Augen aussuchen, um in diesen Schriftstücken auch mir den Anflug eines Beweises dafür zu finden. Wenn das wirklich alles ist, was offen oder in Chrffres von der fianzösischen Diplomatie in diesen Fragen an Gedanken unb Anregungen ausgetauscht wurde, — und die Gewissenhaftigkeit des Ausschusses, der diese Arbeit durchführt, bürgt dafür — so muß die französische Diplomatie bei ihrem Wirken in dieser Zeit als tadellos korrekt bezeichnet werden. Aber gerade das berechtigt ja nach der französischen Mentalität den herben Tadel gegen die kaiserliche Politik, nichts vorausgesehen, selbst nichts gemerkt und den großen Plänen Bismarcks in die Hände gearbeitet; zu haben. Mer doch finden sich in diesen 800 Seiten Andeutungen, daß gewisse Entschädigungen für Frankreich am Rheine für die Vergrößerung Preußens bereits ins Auge gefaßt wurden. Diese Entschädigungen wurden vielleicht nur als Sicherungen gegen das anwachsende große Nachbar- reich aufgefaßt und meistens Fremden in den Ndund gelegt. So berichtet /Band II S. 131, 132) der französische Gesandte in Brüssel, Marquis de Ferriöres, unter dem 16. März 1864 an den Minister des Aeußeren über eine Unterredung mit dem belgischen Minister Rogier. Dieser sagte lachend: . „Man behauptet, wenn Deutschland die Hand auf die Herzogtümer legte, wird Ihre Regierung eine Berichtigung der Norb- grenzen und die Schaffung eines neutralen Staates am Rhein verlangen. Warum sollten wir nicht dieser neutrale Staat fein? Geben Sic uns Maestrich und Köln, und wir werden Sie von Deutschland durch ein starkes Bollwerk, eine wahre chinesische Mauer trennen." Der französische Gesandte erwiderte darauf: „Ich glaube wohl, daß eine solche Kombination Ihnen gefallen würde, und ich ersehe daraus mit Vergnügen, daß Sie uns jetzt als sehr reiche und edelmütige Nachbarn ansehen, nachdem Sie uns lange als Diebe gefürchtet hatten." Noch einmal findet man eine ähnliche Anregung in dem Berichte des französ. Gesandten beim Bundesrate, Grafen de Salignae-Fenelon, an den Minister unter dem 1. April 1864 «Band II S. 202, 203). Danach wäre Herr von Dal- wigk von einer Versammlung mehrerer Minister der kleinen deutschen Staaten, die bei dem Baron von Pfordten über die Bedingungen der Vertretung des Deutschen Bundes bet der Londoner Konferenz beraten hatten, zu dem fran- wsischen Diplomaten gekommen und hätte zunächst seine Befriedigung und die der deutschen Staaten über die aufgeklärte uno liberale Sprache der kaiserlichen Regierung ausgedrückt. Er fügt hinzu, daß die Mittelftaaten „durch die Gewalt der Tatsachen ebenso wie durch ihre hohe Achtung für die Weisheit der kaiserlichen Regierung dazu geführt würden, ihr Bündnis zu suchen und sich, ohne den Namen des Rheinbundes zu erneuern, auf die Freundschaft wird. Mann kann schon in Stunden der Ruhe und der Unparteilichkeit erkennen, daß viele uns durch die Evidenz unserer, Mäßigung wieder zugeführt werden. — Von allen Maßregel.n^ die eine Annäherung zwischen den beiden Ländern fördern könnten/ wäre übrigens keine so wirtungsvoll, als die Entwickelung der Handelsfreiheit, zu der die Verträge vom 2. August die Grundlage gelegt haben. Auf dieser fruchtbringenden Bahn, auf die die Initiative der kaiserlichen Regierung Deutschland mit hineingezogen hat, werden sich notgedrungen früher ober später die Interessen zur Aussöhnung begegnen, die die politischen Tendenzen der beiden Nationen bisher voneinander getrennt hatten., Es bleibt immer zu hoffen, daß eines Tages die Stimme der Vernunft kleinliche unb überlegte Vorurteile beherrschen wird, wie sie bisher diese große Nation in sich gespalten und gegen uns. gewendet haben." Die Sorgen Jur die Handelsfreiheit und die Handelsverträge werden feit-ens der napoleonischen Regierung häufig geäußert, so in einer Weisung des Ministers des Aeußeren an den fianzösischen Botschafter in Berlin, Baron von; Talleyrand, unter b-em 9. April 1864 (Band II S. 247. 248): „Einige deutsche Zeitungen kommen sehr nachdrücklich auf den Wunsch, der Oesterreich zuaeschrieben wirb, zu sprechen, Preußen vorzuschlagen, baß es für Vorteile verschiedener Art den Handelsvertrag mit Frankreich (vorn 2. August 1862) fallen ließe. Wir können nicht einen Augenblick auch nur bei dem Gedanken uns aufhalten, daß die preußische Regierung geneigt sein könnte, sich zu derartigen Kombinationen herzugeben. Sie hat sich ihren Verbindlichkeiten gegenüber zu treu gezeigt und in allen ihren Mitteilungen an die Staaten, aus denen der Zollverein besteht, zu ehrlich den Vertrag aufrecht erhalten, als baß der geringste: Zweifel über ihre späteren Absichten bestehen könnte. Trotzdem bitte ich Sie, die Aufmerksamkeit Herrn von Bismarcks auf die unzutreffenden Gerüchte zu lenken, die die Böswilligkeit in Deutschland zu verbreiten sucht, und ich bin überzeugt, daß der Herr Ministerpräsident von Preußen die Gelegenheit ergreifen roirb, um uns die befriedigendsten Versicherungen zu erneuern, die wir bereits von ihm darüber erhalten haben." Für heute sei noch zugefügt, daß m der Sammlung der diplomatischen Aktenstücke sämtliche auf müitärische An-- gelebenheiten bezüglichen Stellen ausgelassen sind, was in gewisser Hinsicht bedauerlich [ift, sich aber aus den Verhältnissen und aus dem Zwecke der Veröffentlichungen hinreichend erklärt. Wilhelm von Humboldt an Goethe über dar Märchen. Eine Reihe von ungedruckten Briefen Wilhelm von Humboldts an Goethe und Schiller erwarb jüngst aus altem Privatbesitz die Stadtbibliothek von Frankfurt a. M. Aus dem bedeutsamen einen Schreiben an Goethe, das Friedrich Ebrard jetzt im Goethe-Jahrbuch veröffentlicht, sei die Stelle hervorgehoben, in welcher der Meister unserer klassischen Aesthetik dem Dichter eine umfassende Theorie des Märchens als selbständiger Dichtungsgattung entwickelt: „Ihr Mährchen scheint mir das erste Muster dieser Gattung in unserer Literatur. Die meisten Leser, deren Urtheile mir hier zu Ohren gekommen sind, haben sich über die Maaßen zerquält, einen philosophischen Sinn heraus- ober wenigstens hineinzudeuteln, unb da sich mehrere deshalb an mich, als müßte gerade ich ganz eigene Offenbarungen darüber haben, wandten, so habe ich sie bei meinen Antworten in zwei Klassen getheilt. Für diejenigen, an beten Bekehrung ich gleich verzweifelte, habe ich aus dem Stegreif eine eigene Erklärung gemacht; ben andern habe ich mich zu zeigen bemüht, daß es feiner bedürfe. Damit aber bin ich freilich nicht durchaus glücklich gewesen, unb in der That ist es schwer, bic Gattung des Mährchens scharf zu bestimmen, wenn man nernlich davon schlechterdings den Roman, die Fabel, die Allegorie, die Novelle u. s. f. rein abfonbern will. Noch schwerer aber scheint es mir, daß, wenn dieß geschehen ist, recht viele, bc* sonders deren, die sich nachdenkenoe unb raisonnietende Köpfe nennen, und nie, tote sie sagen, bloß belustigt seyn wollen, daran Geschmack finden sollten. Sobald das Mährchen nicht bildlicher oder poetischer Ausdruck eines gedachten Satzes, also nicht Fabel oder Allegorie, seyn soll, so steht ihm nur die Erzählung im weitesten Verstände (Roman, Novelle u. s. f.) entgegen, die ich, um sie hont Mährchen zu unterscheiden, die natürliche, sowie bas Mährchen selbst die adentheuerliche nennen will. Bei jeder dichterischen Erzählung muß ein aus der Wirklichkeit genommener Stoff durch die Phantasie zu einem Ganzen bearbeitet werden, unb der verschiedene Autheil, ben die Wirklichkeit und ihr Charakter, unb die Phantasie und der ihrige in der Erzählung nehmen, scheint mir jene Eintheilung zu begründen. Bei der natürlichen Erzählung nimmt nernlich der Dichter eine Reihe von Begebenheiten, verknüpft sie auf eben die Weise, wie sie objektiv verknüpft zu nur fiir dringende Fälle sicher anzutreffen: ID 30/7 Dr. Mueller, Liebigstr. 47. — Dr. Steinreich, NeuenBäue 22. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. L Wetter e. 8 s Ochsen. Dollfleischige, ouSgeniaftete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 46—50 84—87 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und 48 85 Höchste Temperatur am 28. bis 29. Juli Niedrigste , , 28. „ 29. „ ältere ausgemästcte 42—45 79-82 43 80 Niederschlag: — 1,1 mm. 74—77 38 75 80-86 46 83 75-78 41 76 57-60 95—100 58 47 82-09 41-00 41 82 55 71 Blockstraße 10 Telephon 655 4039 tantt tawttl lir Baues iri Herren. feinste Sternwollen ö zu WeMil ermässigten preisen und weitere Umgebung 2361 Gebrüder Kahl, Giessen Ausgabe der Spar-Rabatt Marken. Teleph. 87 Baumaterialien-Handlung Langjährige Haltbarkeits-Garantien werden gegeben! Jahr. Prospekte, Muster, Kostcnvoranschlägc sowie Besuche gratis und unverbindlich durch die Vertriebsstelle für Gießen 70—72 68—70 87—93 73-83 36 31 71 69 55 54 70 63 + 21,9*0. -- 10,6 6C. Juli 1910 Orangestern Blaustem Rotstern Violetstem Grünstern Braunstern Wer über über pro Bed. Himmel Nebel ■e i 90 78 arsame Trauen, Stricket mirLterm-olie 68—72 58-68 52-56 44—50 S g es Reklame-Plakate au! Wunsch gratis! ■örddeeteoha Wollkimeorel 4 Kam®|amepl*Rerei, Altoaa-Bahreefelä. fc. Wiesbaden, 29. Juli. 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Kartosseln (neue) pr. 100 51g. 9.00 bis 10.00 Alk., Zwiebeln per Ztr. 8,00—10,10 Alt., Alilch per Liter 20 Psg., Kirschen per Pfund 40—50 Psg., Nisse 100 Stück 50 bis 60 Psg., per Ztr. 0—00 Alk. Marktzeit von 7—1 Uhr. F.C. Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 29. Juli. Auftrieb: Rinder 53, Kälber 114, Schafe 37, Schweine 231. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber mittelmäßig, Schafe mittelmäßig, Schweine mittelmäßig. Preis Durch- Mäßlg genährte junge und gut ge- nährte ältere.........37—40 Färsen, K ü h e. Vollsielschige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes........44-49 Pollfleischige ausgemästete 51ühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 39—43 Aeltere ausgemästete Kühe und wertig gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 35—38 Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 29—34 Kälber. patente Gebrauchsmuster Warenzeichen LanSwirtichaft. London, 29. Juli. Das Landwirtschastsministerium gibt bekannt, das in Yorkshire alle Tiere, die an der Maul- uit i), Klauenseuche erkrankt waren, jetzt geschlachtet worden sind. In der Nachbarschaft ist bisher kein Seuchenfall entdeckt worden. Man hat Grund zu der Annahme, daß die Seuche nicht weiter um sich greifen wird. Auszug a. d. Ztan-esamtsreglstern der Stadt Sichen. Aufgebote. Juli 22. Karl Trechsler, Postbote, mit Anna Wenderoth, beide in Gießen. — Johann Bechte, Ingenieur ui Hanau, mit Elise Braun in Gießen. — 27. Heinrich Lotz, Lehrer, mit Frieda Michel, beide in Gießen. — 28. Friedrich Böckel, Schneider, mit Margarete Schneider, beide in Bermuthshain. — Heinrich Lenz, Prokurist in Lelde, mit Elise Jung in Gießen. Eheschließungen. Juli 23. Heinrich Hinkler, Kassenbeamter, mit Elisabetha Schul- meyer, beide in Gießen. — Ernst Weller, Ziegelmeister, mit Hedwig' Schrader, beide in Gießen. — Friedrich Meifarth, Kaufmann in Lemgo, mit Johanna Hollmann in Gießen. — Christian Geldbach, Postassistent in Ronsdorf, mit Elisabeth Elmer in Gießen- Geborene. Juli 16. Dem Schlossermcister Georg Etller eine Tochter. — 18. Dem Pflasterer Karl Gerhards eine Tochter, Alma. — Dem Eisenbahn-Pnckmeister Peter Urrigshardt ein Sobn, Heinrich. — 19. Dem Postboten Andreas Fuchs eine Tochter, Karola Katharine Elise. — 20. Dem Kaufmann Louis Mendelsohn eine Tochter, Elisabeth. — Dem Schuhmachermeister Heinrich Müller eine Tochter. — 21. Deut Oberpostsekrelär Karl Hedrich ein Sohn. — 22. Deut Landwirtschaftslehrer Heinrich Schmalbach ein Sohu, Karl. Heinrich. — Dem Taglöhner Wilhelm Ude eine Tochter, Thekla Wilhelmine. — 23. Dem Vizefeldwebel Ernst Heller ein Sohn, Karl Ernst. — Dem Schrmjetzer Richard Strohwig ein Sohn, Walter Franz Lottis Wilhelm. Gestorbene. Juli 23. Georg Kieler, Kaufmann, 32 Jahre alt, Frankfurter Straße 5. — Henriette Heddaeus, geb. Ab6, 80 Jahre alt, Bis- marcksrr. 28. — 24. Friedrich Dietrich, Arbeiter, 44 Jahre alt, Große Mühlgasse 8. — 25. Christian Arnold, Stellwerksweichensteller, 63 Jahre alt, Licher Straße 17. — 26. Barbara Pflanz, geb. Gremm, 70 Jahre alt, Am Rodberg 1. — Marie Lotz, geb. Leng, 66 Jahre alt, Großer Steinweg 26. — 28. Konrad Breitstadt, Hilfswagenmeister, 77 Jahre alt, Wetzsteinstr. 46. her Fall gewesen sei; damals hätte Nauheims Einwohner- Waft beinahe zehn Jahre zu leiden gehabt. Nun werde mit diesem neuesten Projekt wieder die größte Beunruhigung in die Nauheimer Bevölkerung und weitere FinanMeise getragen. Meiler wird darauf hingewiesen, daß die sRe- -gierung seil 1904 rund 8 Mill, für Erbauung der neuen Badehäujer und sonstigen Anlagen aufgewendet habe; es wäre dies doch nicht, notwendig gewesen, wenn man jetzt durch Errichtung eines Riesenbadehotels einen Teil den teuren Badehäuser leer stehen lassen wollte. Durch Errichtung des Hotels würde die Steuerkraft der größeren und kleineren Hotels empfindlich geschädigt Hier seien einzelne Hotels, die 16 000 Mark Steuern jährlich bezahlen; in Zukunft würde dies wohl weniger werden, denn es dürfte doch 'nur eine Frage der Zeit sein, daß die „Erstklassigen" das bequemere Hotel vorziehen würden usw. Um nun einen Vergleich zu ziehen über den Gewinn aus dem Geländeverkauf für das Badehotel und den Wasserverbrauch in ihm und den späteren drohenden Verlust der Steuern dürfte nachstehende Uebcrsicht von Interesse sein: Gesamte für die Gemeindcbesteucrung in Betracht kommende staatliche Einkommensteuer 131 157,07 Mark, hiervon Gemeindesteuer 162111 Mark, gesamtes Gemeindesteuerkapital 227 696,03 Mark, hiervon Grundsieuerkapital 84 430 Mark; gesamtes Gewerbesteucrkapital 94 466 Mark, hiervon Gewerbesteuerkapital 35 028 Mark; gesamtes Kapitalrentensteuerkapital 34 798 Mark, hiervon Kapitalrentensteuerkapital 12 903 Mk. Die zu erwartende Einbuße an Steuern wiege wohl die Einnahme von 40 000 Mark auf, die der Staat für Zinsen aus dem Geländeverkaufspreis und für Wasser erhalten soll. — Wie schädlich das Projekt nun schon gewirkt hat, geljt daraus hervor, daß eine Großbank eine gegebene Zusage für Kapital wieder so lange zurückgezogen hat, bis das Projekt endgültig beseitigt sei. Ferner sei der Verkauf eines der größten Hotels für ly2 Million rückgängig gemacht worden, trotzdem bereits Anzahlung, Bedingungen, Ueb er nähme usw. bis auf die Notariatsurkunde fertig waren. R. B. Darin stadt, 29. Juli. Der Hessische Automobilklub veranstaltete heute einen Vortragsabend, um die Mitglieder und sonstigen Interessenten mit den Wirkungen des neuen Automobil Haftpflichtgesetz es bekannt öu_ machen. Redner des Abend war Rechtsanwalt Sieger, der Rechtsbeistand des Klubs, der sich über das neue Gesetz verbreitete, das von außerordentlicher Wirkung und Wichtigkeit für alle, nicht nur für Automobilfahrer ist. Das Gesetz sei der Notwendigkeit entsprungen, den immer zahlreicher werdenden Unfällen, die mit der Zahl der Autos wachsen, zu steuern. Maßgebend für die Gesetzesbestimmungen war einerseits ein erhöhter Schutz des Publikums, andererseits mußte vermieden werden, durch eine Ueberspannung den Automobilverkehr so zu belasten, daß seine Entwicklung gehemmt oder geschädigt werden kann. Der beste Schutz gegen Autounfälle sei 1. daß das Auto den Anforderungen entspricht, die im Interesse der öffentlichen Sicherheit gestellt werden müssen, 2. daß der Führer eine gute !und fachgemäße Ausbildung besitzt. Dem trägt das Gesetz durch genaue Vorschriften Rechnung. Für die sehr strenge und harte Haftpflicht waren im Wesentlichen die ehemaligen Bestimmungen der Eisenbahnen maßgebend. Das führte aber zu Härten, die umso weniger berechtigt sind, als das Auto immer mehr aus einem Luxusfahrzeug ein fast unentbehrliches Verkehrsmittel wird. Das Autofahren stellt an die Führer die größten Anforderungen. Das Gesetz macht den Besitzer haftpflichtig, wenn ein Unfall entstand durch irgend einen technischen Mangel, er ist für den Schaden verantwortlich ohne Rücksicht auf die Ursache. Der Geschädigte ist nicht verpflichtet, den Nachweis eines Verschuldens zu erbringen, vielmehr hat der Autobesitzer die Pflicht eventuell zu beweisen, daß er den Unfall nicht verschuldet. Jedenfalls ist jedem Autofahrer die Haftpflichtversicherung dringend zu empfehlen. — Der Redner ging dann auf verschiedene wichtige Einzelheiten des Gesetzes ein. Nicht haftbar ist der Automobilhalter nur, wenn ein Unbefugter sein Auto benutzt, oder wenn der Beschädigte ein Insasse des Autos war. Haftbar bleibt der Automobilhalter, wenn er von der Benutzung feines Autos durch Dritte Kenntnis hat, auch ohne daß er die Erlaubnis gab und wenn er sein Auto nicht s o gut verwahrt, daß d i e Benutzung durch Unbefugte ausgeschlossen i st. In zweiter Linie haftet der Führer, wenn er den Unfall verschuldet. Die Schadenersatzpflicht beträgt bis 50 000 Mark, oder bis 13 000 Mark Jahresrente bei Tötung eines Menschen und bis zur dreifachen Summe bei Tötung mehrerer Menschen, oder bis 10 000 Mark bei Sachschaden. Neben Haftpflicht tritt Bestrafung. Wichtig in diesen Bestimmungen ist, daß mit Gefängnis bestraft wird, wer einen Ueberfahrenen hilflos liegen läßt. Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit Milch ernährten Säuglinge, und treten Darmkrankheiten und Brechdurän fälle in erschreckender Weise auf. Wer feinen Liebling dieser großen Gefahr nicht aus setzen will, beuge vor und verabfolge dem Kinde eine gleichbleibende, die Verdauung nicht störende Nahrung. Dm beste Gewähr bietet hierin das seit Jahren altbewährte Nestle'sche Kindermehl, weil dasselbe nur mir Wasser zubereitet werden braucht. ss6/z X. Hanau, 29. Juli. Die Errichtung einer elektrischen U eberlandzentrale wurde auf dem heutigen Kreistag des Landkreises Hanau beraten. Der Kreistag bewilligte den Betrag von 2000 Mk. zur/Bestreitung der Kosten für die ersten Vorarbeiten. * =o. Wiesbaden, 29. Juli. Ein Mord wurde im nahen Dotzheim verübt. In der Luisenstraße wohnte der 77 Jahre alte fleißige und solide Taglohner Franz Schipper, Vater von vier Kindern, seit einiger Zeit mit zwei ledigen Brüdern, den Arbeitern Riebel, die vor lürz,er Zeit erst nach Dotzheim zogen, in demselben auseH zusammen. Da die Brüder äußerst freche Menschen waren, wollte Schipper mit ihnen keine Gemeinschaft haben und nur aus diesem Grunde suchten sie beständig mit dem Manne Händel, auf die sich Schipper nicht einließ. Als Schipper gestern abend gegen 11 Uhr heim ging, lauerten ihm die beiden in der Nähe des Hauses auf und überfielen ihn. Ohne jede Ursache zog der jüngere der Brüder einen Revolver aus der Tasche und gab auf Schipper einen Schuß ab, der nur zu gut traf, denn der Arme ft a r b, als er sich mit einigen Schritten in seine Wohnung geschleppt hatte. Das entsetzliche Jammern der Frau Schivpers und ihrer vier Kinder machte nicht den geringsten Eindruck auf die Mordbuben, sie gaben kalten Blutes zu, wegen der Differenzen, die schon längere Zeit zwischen ihnen und Schipper bestanden hätten, beschlossen zu haben, ihn „aus dem Wege zu schaffen". Der eigentliche Mörder ist der 23 Jahre alte. Maj'chinenhobler Aloys Riebel. pro 100 Psd. schnittspreis lebend, Schlacht, pro 100Pfund gerouhr Redend-Schlacht- oon-biS Don-btS gewicht Neue holl. VoHheringe 3 Stück 20 Psg. Neue ital. Kartoffeln 3 Psund 25 Psg. 13454 Jakob Maternus, Mitglied d. Rabattspar-Vereinig Mastlämmer nnd jüngere Masthammel Schweine. 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Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag den 9. August d. I. vormittags 10 Nhr postfrei bei mir einzureichen, woselbst auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Arbeitsvergebung. Die Arbeiten und Lieferungen für die Entwässerungsanlage der medizinischen und Frauenklinik mit Direktorwohnungen sowie der alten Beterinäranstalt zu Gießen werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 unter den hierzu berechtigten Unternehmern am Ort öffentlich ausgeschrieben. Zur Vergebung gelangen: Los I äußere Entwässerungsanlage, darunter 1600 cbm Erdaushub, 990 Ifdm. glasierte Tonrohre, 104 Ifdm. D. N. -Rohre, 20 Stück Hofsinkkasten, 40 cbm Mauerwerk für Schächte 2c. Los II desgleichen, darunter 275 ebrn ErdauShub, 177 Ifdm. glasierte Tonrohre, 41 Ifdm. D. N. A.-dlo^e, 5,5 cbm Mauerwerk für Schächte 2c. Los III innere Entwässerungsanlage, darunt. 100 cbm Erdaushub, 375 Ifdm. D. N. ^.-Rohre usw. Los IV desgleichen, darunter 50 cbm Erdaushub, 200 Ifdm. O. N. ^..-Rohre re. Los V Wiederherstellung von Pflaster und Chaussierung, darunter ca. 330 qm Chaussierung, 200 qm Gartenwege, 500 qm Reihenpflaster, Kleinpflaster und neues Gossenpflaster. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Amt, Stephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare, so lange der Vorrat reicht, dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis Samstag den 13. August, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, bei uns einzureichen. |Wo kaufen Sie Casseler Herkules-Käse, Mainzer,Bauern, Harzer-, Stanaenkäic re. sehr vorteilhaft in hochfeiner Wai*e? Die beste Die billigste Bezugsquelle ist I NU» Gießen, Plockstr. 14—16 feine Wirst-«. Jkischwaree ff. Emmentalcr-Käsc, Pfund Mk. 1.20. Prima Edamer (Superior). Pfund Mk. 1.00. Edelweiß-Camembert. Prima Limburger- und Handkäse. Jakob üaternus Rabattmarken auch auf Wurst- und Fleischwaren. 4158 Gießen, Steinstraße IO. I. 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Die bei Herstellung der Wasserversorgung^- und Kanalisationsanlage Munster vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: LoS I Zuleitung und Ortsnetz, Nohrgräben, Rohrlieferungen und Verlegungsarbeiten, Los II Hochbehälter in Stampfbeton mit 70 cbm Nutzinhalt sollen durch schriftliche Angebote vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten Zimmer Nr. 24 einzusehen. Angebotsvordrucke sind daselbst beziehbar. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag den 9. August d. I. vormittags 10 Uhr poflfrei bei mir einzureichen, woselbst auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter siattftndet. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. Juli 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Heue Kartoffeln (Pfälzer Kaiserkronen) empfiehlt billigst 3748 J. 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Ministeriums werden hiermit auf Grund des Bcrdingungs- erlasses vom 16. Juni 1893 folgende beim Neubau der Trink- kuranlage vorkommenden Arbeiten öffentlich ausgeschrieben: 1. Erd- und Maurerarbeiten: Los I.' Ostflügcl: 730 cbm Erdbewegung, 680 cbm Bruchsteinmauerwerk, 920 cbm Backsteinmauerwerk, 172 qm Fachwerkswände, 435 qm Zwischendecken usw. Los II. Südflügcl: 440 cbm Erdbewegung, 475 cbm Bruchsteinmauerwerk, 800 cbm Backstcinmauerwerk usw. 2. Stcinhauerarbeiten: Los I. Ostflügel: 121 cbm Muschelkalkstein. Los II. Südflügel: ■188 cbm desgl. Los IV. 4 cbm Basaltlava und Betonbearbeitung für beide Flügel. 3. Bctonarbeiten: etwa 60 cbm Beton verschiedener Art, 26 Pergolapfeiler, 1900 qm Unterlagsbeton, 477 qm Betondecken, 1240 qm Gewölbe in Rabitz oder Beton, 400 m Gesimse. 4. Zimmerarbeiten : Los I. Ostflügel: 116 cbm Tannenholz, 4 cbm Eichenholz zu liefern und zu verzimmern, ferner Gesimse usw. Los II. Südflügcl: 78 cbm Tannenholz, 8 cbm Eichenholz zu liefern und zu verzimmern, ferner Gesimse usw. 5. Eisenlieferung: 2800 kg Träger zu liefern. 6. Grobschlosserarbeiten: Los I. Ostflügel: 1200 kg Elsen- ;eug. Los II. Südflügel: 900 kg Eisenzeug. 7. Zieqcl- liefernng: 72000 Stück holländische Pfannen mit Falzen nebst Grat und Firstziegel usw. 8. Dachdeckerarbeiten: Los I. Ostflügel: 1500 qm, Los II. Südflügel: 1230 qm Dacheindeckung mit zugeh. Grat-, First- und Kehldeckungen, Schneefanggitter usw. 9. Spenglcrarbeiten: Los I. Ostflugel: 250 m Hängekaudel, 138 m Abfallrohre, 54 qm Kehlen und Wandanschlusse aus Zink, 60 qm Blcidichtungen Dachknäufe usw. Los II. Südflügel: 78 m Hängekaudel,' 50 m Abfallrohre aus Kupfer, 220 m Hängekaudel, 78 m Abfallrohrc, 44 qm Kehlen und Wandanschlüsse in Zink, 43 qm Dichtungen in Blei, Dachknäufe usw. 10. Blitzableiteranlage : 2 Auffangstangen, 76 m Leitungsdraht usw. Die Unterlagen sind auf unserem Amte einzusehen. Arbettsbeschreibungcn, Bedingungen und soweit möglich auch Zeichnungen werden zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die Angebote sind unterschrieben, nach Losen getrennt mit vollständiger Aufschrift der Arbeit und des Loses, porto- fret bis spätestens 9. August, vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Bad-Nauheim, 19. Juli 1910. [D11/, Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim Jost. Gasherde Qasschläuche Gaskochertische --------- grösste Auswahl ---------- bei »*/r Carl Schunck. immer 7 Zimmer 4 Wohnung per I. Ctt. oder früher zu vermieten. Näheres im Laden. 14022 4129] Mädchen oder Lrau zur Aushilfe für sofort gesucht. Lein, Walltorstr. 19. HochlohncndcExistenz! Mk. 5000 Jahrcselnk ] Wehsteinstr.40y. ilöl i’ÜlmmerwoünungmitKüche I sofort au uevin. Vidjcv Strasse 59. | Verschiedene | frankfurter Straf,e 31 tzochherrschastliche Wohliiing von t bis 15 Btnuuern mit Bad, elektr. 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