Ur. 276 Zweiter Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 24. November 19X0 tddietni tLgllch mtt DuSnabme beS Sonntags. Tre ^tefienei ^amtliendlSNer- werden dem ,ÜnAeiaer* otermal robcbentltcb beiqeleql. das „Kreisblati für den Krrts Gießen" zweimal woarenrlich. Die ..LandwlNichatUichev dell* tragen" erichemen monatlich iroemiaL Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwersuäts - Buch- und Stetndruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Exvebition und Druckerei: Schul- strage 7. Exvedmon mrd Verlag: 5L Redaktion: e=^ 112. Tel.-Adr» AnzergerGreßen. hessischer heimaipflegeoercin. + Friedberg, 23. Nov. D-er Hess is che Verein für ländliche Heimat- vslege. Wohlfahrt und Kun st pflege hielt heute unter {c[jr starker Beteiligung seine Jahresversammlung im „Hotel Trapp" ab. Der Gründer unb erste Vorsitzende des Vereins, Vrovinzialdirektor Fey- Tarmstobt, sprach seine Freude über den starken Besuch aus; und begrüßte besonders die Gräfin von Lolms-Röbelheim, als eifrige Förderin der Bestrebungen des Vereins, den Vertreter der Vroviuzialdirektion Gießen, Regierungsrat Dr. Merck, Kreisrat Schliepl-ake-Friedberg, die Schulräte Süß-Friedberg, Gunderloch-Tieburg, Eck-Alsfeld, Oberlehrer Lam- paS als Vertreter des Dülkmiieverenis, die Bürgermeister von Friedberg und Bad-Nauheim und die übrigen Bürgermeister und Lelner. Dann widmete er dem verstorbenen 2. Vorsitzenden, Grafen Oriola-Büdesheim einen warmen Nack-ruf. Ter Vorsitzende gibt dann einen kurzen Jahresrückblick mtb betont die Gründung der Kreisvereine in Giesen und Büdingen und den Eingang der Bestrebungen in die Kreise Dieburg und Tarmstadt, wo bald ebenfalls Kreisvereine entstehen dürften. Als Hauvtzicle des Vereins gelten die Pflege der Heimat- und Volkskunst. Hier haben einzelne Männer, wie z. B. Professor Walde- Tarmstadt, schon viel geschaffen. Wir wollen den Schund verhüten in Literatur und Kunst. Tie hessischen Kunstbestrebungcu, die in erster Linie unser Großherzog fördert, sollen zu einer Heimatkunst werden, Stadt und Land müssen Hand in Hand gehen. Begrüßungsworte sprachen dann Negierungsrat Dr. Merck- Gießen, Kreisrat Schlicphake und Bürgermeister Stahl. Lehrer O ß w a l d - Dad-Nauheim hielt hierauf einen Vortrag über „M aßnahmen gegen Verbreitung der Schund^ literatur unter der Jugend auf dem Lande". Der Vortrag schloß mit folgenden Leitsätzen: 1. Im Interesse einer gesunden Volkswohlfahrt sind bringend Maßnahmen gegen die Verbreitung der Sck-undliteratur notwendig, die in Wort, Schrift und Bild (Ansickirskarten, Plakat, Kinematograph) auch aufs flache Land eindringt inib dort unheilvolle Wirkungen ausübt. 2. Zunächst ist es Pflicht der Ortspolizei, mit allen zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mitteln gegen das verheerende Volksgisl vorMgehen, indem sie: a) dem Plakaluiuvesen energisch steuert: b) die Kolportage und bie Gese nach dieser Richtung hin sind noch immer gescheitert. Es ist deshalb auch verkehrt, an- tunehrnen, Kaiser Wilhelm habe mit dem Bau eines KönigS- chlosses in Posen, in dem ein Königssohn seine Residenz auf- chlägt, die Absicht verbunden, die Großen des Landes $ erbet» Anziehen. Er will durch die königliche Pfalz zeigen, das Land tst und bleibt eine preußische Provinz, ein deutsches Land. Dieser Gedanke llana auch aus einer Rede des Kaisers heraus, die er im Jahre 1902 an die Mitglieder des Johanniterordens richtete, unb die zur Folge hatte, daß ca. 40 angesehene Orbensmitglieder dem deutschen Ostmarkenverein beitraten, wie denn überhaupt eine große Zahl niederer unb höherer Beamten diesem Verein als Mitglieber angeboren. Was nun bie Tätigkeit des Ostmarkenvereins anlangt, so ist hervorzuheben, daß verichiedene Kommissionen tätip sind in dem Bestreben, bas geistige und leibliche Wohl unterer beutschen Brüber im Osten zu pflegen unb zu heben. Unb es tut wahrlich not, beim ber Pole ist rücksichtslos gegen jeoen Fremden. Der Heine Beamte weiß davon ein Lied zu fingen. Ein nicht minder trauriges Los ist dem Lehrer meistens beschieben, den man auf jede mögliche Weise schikaniert, ihm bie notwendigsten Lebensmittel vorenthält, bie er aus ber Stabt beziehen muß. Er leistet eine Arbeit unter ben schwierigsten Verhältnissen, bie nicht hoch genug gewertet werben kann, und es erscheint unbegreiflich, wie man gegen bie sogenannte Ostmarkenzulage fein kann, bie er boppelt verdient. Die Arbeit ber einzelnen Kommissionen wächst von Jahr zu Jahr. Die Zentralstelle für bie Feldarbeiter beschäftigt jetzt 262 Beamte unb hat von Memel bis Ostrowo 40 Stellen errichtet, beren Aufgabe darin besteht, brauchbare Feld- unb Industriearbeiter zu vermitteln. Die Gcwerbeauskunftsstelle bars als bas größte Arbeitsvermittelungsbureau Deutschlands angesehen werden. Es sollen dadurch tüchtige Handwerksleute angesiedelt werden. Die Ansiedelungskommisscon hat 17 000 Familien mit rund 120 000 Kopsen angesiebelt unb 375 000 Hektar Land angekauft. Eine Grundstückserwerbsgenosfenschaft sorgt für billige, gering zu verzinsende Darlehen mit humanen Rückzahlungs- bebingungen. Nach den Anweisungen unb der Anregung durch den Ostmarkenverein ist 1908 ein Vereinsgesetz geschaffen worden, das, wenn es gleich noch nicht ganz befriedigt, doch wenigstens von dem Grundsatz ausgeht: Deutsche Sprache im Deutschen Reiche. Es fehlt noch ein Parzellierungsgesetz, das indessen vielleicht recht bald vorgelegt wird. Auf ber Seite ber Polen bestehen verschiebenartige Kampfesorganisationen, an beren Spitze ber Adel unb ber Klerus steht. Der größte Feind des Deutschtums ist der Klems. Ihm kommt in erster Lrnie bie Nationalttät, bann erst der Beruf. Solche politische und wirtschaftliche Vereine sind: bie Straz, die aber im Abflauen begriffen sind, bie Sokols (Falken), ber Polenbund, sowie ber Unterstützungsverein für bie studierende polnische Jugend. Dieser letzte Verein hat bereits über 2000 junge Leute ausbilden lassen, bie überall zerstreut in polnischem Sinn und Geist eine gefährliche Wirksamkeit ausüben, die um so gefährlicher ist, als wir nichts Aehnliches entgegenzustellen haben. Unterstützt werben diele Organisationen durch bie polnische Presse (man zählt 135 polnische Zeitungen), durch Erwerbs- und Wirtschastsgenossenschasten unb Banken, die sich in ben letzten Jahren ungemein entwickelt haben. Aeußerst betrübenb für manche Gegenden Deutschlands, in erster Linie ist bas rheinische Industriegebiet zu nennen, erscheint die Tatsache, baß daS polnische Element derart angewachsen ist, da ßeS über die Hälfte der Bevölkerung ausmacht unb vielfach in ber Gemeindevertretung und im Kirchenvorstand in ber Mehrzahl ist. Angesichts aller dieser Erscheümngen tut Zusammenschluß der deutsch-nationalen Glieder unseres Volkes not, unb der Vortragende richtete zum Schlüsse an die Anwesenden, besonders auch an die Studenten, irvchmals die Mahnung, tatkräftig mitzuheljen und die Worte Bismarcks zu beherzigen, bie darin gipfeln: Kein Fußbreit deutschen Landes soll verloren werden. Diesem Wunsche jchloß fcch der Vorsitzende an und dankte dem Redner für bie klaren, inhaltreicheit Ausführungen. Mus Stadt und Land. Gießen, 24. November 1910. ** Vresse-Sachversiänbige. Gegen bie Verwischung ber Unterschiebe zwischen den Gepfloqenbeiten ber „Wahrheit*, wie sie in dem bekannten Prozeß beroorqetreten sind, unb den Grundsätzen der anständigen Presse erhebt nunmehr auch der .ZeitungsverlagE, das Organ beS Vereins deutscher Zeitungsoerleger, Einspruch. Der Vorstand dieses Vereins drückt in einer öffentlichen Erklärung sein Bedauern darüber au6, daß bei derartigen Preßprozessen die maßgebenden Stellen so wenig bemüht sind, für geeignete Sachverständige, wie sie nur von den StandeSorganisationen vorgeschlagen werden können, Sorge zu tragen. In Nr. 46 be8 »ZeitungS- oerlagS" wird über dieses Thema ein eingehender Aufsatz veröffentlicht, in dem eS u. a. heißt: Und ba dos Zeitungswesen mit feinen einzelnen Teilen außer- orbcntlicb kompliziert ist, und man von feinem, auch vom tüchtigsten Menschen nicht ermatten kann, baß er über alle Teile gleich sachverständig ist, so verdient die Anregung der letzten Tage aller- dinas größte Beachtung, daß sich die Gertchte um die Stellung eines öder einiger Sachverständiger an die BerussorganisaUonen wenden, und zwar mit möglichst genauer Bezeichnung des zur Begutachtung foinmenben Gebietes. In sehr vielen Fallen wirb ber herein deutscher Zeitungsverleger, der ja über ganz Deutschland verbreitet ist, einen über allgemeine Presse- nerbällniffe, i'onorar'ragen, Mitarbeilerschast usiv. sachverständigen Herrn iiach,vei>en köiinen. Tie größeren Jouriialisten- und Schnftsteller-Dereine waren dann zuständig, einen weiteren Sachverständigen zu stellen ober bem Gericht namhaft zu machen. ** Diefreie Schulgemeinbe Wickersdorf — ein neuer Schultypus. Im unteren Saale bes Hotels Schütz sprach gestern abenb Dr. G. Wyneken aus München, der bekannte Schulre^ormator, vor einem starken Zuhörerkreis über: Die freie Schulgemeinbe Wickersborf — eilt neuer Schulthpus. Der Vortragenbe ging von ber heutigen Staats schule aus, bie in ihrem Fächerwesen und ihrer einseitigen Ausgestaltung veraltet sei, in ber sich Schüler unb Lehrer meistens als Gegner gegenüberstänben. Die Schule — ein notwenbiges soziales Gebilde — müsse die geistige Arbeit einer Zeit zu einem Weltbilde zusammen fassen unb sie müsse sich bewustt n-erden, bie Jugenb ihr eigenes Leben unb ihre eigene Schönheit hade uiü) nicht lebiglichj eine Vorbereitungszcit. Die Einheit alles Unterrichtes sei bas zu erftrebenbe Jbeal, bie Einheitlichkeit aller Erkenntnis. Mit der geistigen Ausbildung müsse bie körperliche Hand in Hand gehen, namentlich sei ber Instinkt für eine gesunbe Lebensführung auszubilden. Ziel bes Unterrichts ist: ein zusammenhängenbes wissenschaftliches Weltbild, das letzte Ziel: für die eigentlichen geistigen Güter, die Werke bes Lebens, ein Organ im Schüler auszubilden. Natur- und Geisteswissenschaften find in innige Verbindung mit- cinanber zu bringen. Stoff des Geschichtsunterrichtes ist bas Werben unb Wachsen des Menschentums, also die Ge- schiHte der Kultur im weitesten Sinne. Ferner muß der Schüler erzogen werben, ein persönliches Verhältnis Lur Kunst zu haben. Der Grunbzug ber ganzen Schule sei daS Bewußtsein, baß ber Mensch sein Leben in ben Dienst höherer Ideen zu stellen hat. Ein schrankenloser Jnbivibualismus, ber die Erziehung in die Pflege von Einzekpersönlichkeiten auflösen und die Schule geradezu zerstören müsse, würde dem sozialen Charakter unserer Zeit nicht gerecht. Der Zögling soll in das Bewußtsein hineinwachsen, daß er eine Persönlichkeit, ein auf sich gestelltes, für sich verantwortliches Wesen ist. Dieses Gefühl der Freiheit bestimmt in der Freien Schulgemeinde zunächst den Verkehr zwischen Zöglingen und Erziehern. Die Schüler gruppieren sich nach eigener Wahl um die einzelnen Lehrer ober Lehrerinnen: in sogenannten Kameradschaften, in denen sie unter sich unb mit den erwählten Führern in nähere Verbindung treten. Es ist selbstverständlich, daß die Mädchen so weit als möglich an allem teilnehmen. Das Verhältnis der Knaben unb Mädchen zueinander sei von vornherein eine unbefangene Kameradschaftlichkeit gewesen und habe nie zu Bedenken irgendwelchen Anlaß gegeben. In der anschließenden Besprechung, an der si.ch Prof. Dr. Messer, Dr. Liebe^ Dr. M e u s e r u. a. beteiligten, trat namentlich Prof. Dr. Natorp-Marburg warm für die Idee des Vortragenden ein. Im Anschluß hieran wurde eine Ortsgruppe gebUbet und Redakteur Karl Neurath mit den Vorarbeiten betraut, Starkenburg und Rheinhessen. = Offenbach, 23. Nov. Der Verband ber Detaillistenvereine in Lessen hielt gestern hier eine Ausschußsitzung ab. Der Vorsitzende, Ka l b fuß-Darmstadt, berichtete über die Tätigkeit des Vorstandes und über die im Laufe des letzten Monats in Berlin abgehaltene Detaillistenversammlung, wegen der Pensionsver,icherung der Angestellten, der Detaillistenversammlung des Hansa- bundes unb ber Generalversammlung ber Zentralvereinigung deutscher Vereine für Handel und Gewerbe. — D« Slum en tag der Großherzogin, der am 2. Adventstag geplant war, ist auf Vorstellung hin bis zum nächsten Frühjahr verschoben worden. Die benötigten Blumen sotten auf Wunsch der Großherzogin durch Vermittlung des Ver- bandsvorsitzendeu von hessischen Fabrikanten bezogen, bena von hessischen Detaillisten vertrieben werben. — Bezüglich ber ©id) erungS Übertragung von Objekten wurde beschlosfen, m Gemeinschaft mit den anderen wirtschaftlichen Verbänden eine Eingabe an den Reichstag zu richten, in dec die dokumentarische Eintragung aller derartiger Uebertragungen in ein bei dem Amtsgericht niedergelegtes Register angestrebt werden sott. — Ten direk- ten Verkauf durch Fabrikanten an Private, sowie das Zugabeunwesen wird der Verband nachdrücklichst weiter bekämpfen, sowie eine Neuregelung bfe staatlichen Submissionswe,ens anstreben. Weiter sott an maßgebender Stelle versucht werden, daß auch in Frankfurt eine Regelung der Ausverkäufe erfolgt, damit die yefsiichen Nachbarstädte unter der Willkür ber Frarikjurtev Geschälte nicht weiter zu. leiden hobetu gesäubert, die Menschenmenge befand sich ober mindestens 200 m or 19 Zunächst schildert der Journalist Wile, mie er mit seinen Kollegen beschloßen habe, sobald er Nachricht von den Unruhen erhielt, sich persönlich davon zu überzeugen. Sie kamen im Auto angefahren und machten dem Kcankenl-ause gegenüber einen Augen- blrck I)alt, um die Vorgänge auf der Straße zu beobachten. Damit hatte die Gedächtnisfeier in der Kapelle ihr Ende erreicht und der Sarg wurde in die im Vorhof befindliche Gruft gebracht. Nach dem Vortrag von „Wie ,re so sanft ruhn" folgte die kirchliche Amtshandlung des Geistlichen, worauf ein von der Kapelle unseres Infanterieregiments gespielter Choral die Trauerfeier beschloß. Unzählige drängten dann hinzu, um dem Entschlafenen den letzten Gruß ins Grab nachzusenden. Ueber die Tätigkeit Heyligenstaedts im .Kreistag verbreitete sich Regierungsrat W e l ck er mit höchst anerkennenden Worten. Im Namen der großen Jndustrieverbände, denen Herr Heyligenstaedt als Vorstandsmitglied angehörte, sprachen zwei Herren aus Mainz, ein Vertreter der Süddeutschen Eisen- und Stahlwerksberufsgenossenschaft und ein solcher des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins. Vie Moabiter Strahenkrawalle vor Gericht. «4 Berlin, 23. Nov. Zu Beginn der heutigen Verhandlung werden die englischen und amerikanischen Journalisten, die bei den Tumulten verletzt worden sind, als Zeugen aufgerufen w Ihn 3c <■ ?er folgende Zeuge ist der Wachtnieister Fritz, der der Dräiid"nt hrr I im™ U^eute 5nwiailC)ierte' welche auf die Journalisten cin^ kÄ.-Z £l.ßBcn- Zeuge Fritz erklärt, wir hatten Aufstelluna am kleinen Seine reichen Lebenserfahrungen, seine Kenntnisse und seinen Ichwer erworbenen Reichtum stellte er stets gern und uneigennützig seinen Mitarbeitern und seiner zweiten Vaterstadt zur Verfügung Die Wohlfahrtseinrichtungen seiner Fabrik, seine werktätige Hilfe der der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins, beim sauglingsheE, seine Kleinkinderschule und vieles andere werden mit heißem Dank und rühmend anerkannt. Er hatte an sich selbst! erfahren die Bedeutung einer guten Ausbildung für den jungen! Handwerker und Industriellen, und die Wirkung dieser Erkenntnis lK" wir in der Gewerbeschule und ihren Erfolgen, die daupt- mchllch das Werk unseres Heyligenstaedt sinh. Neben der männ- Men äugend kam die weibliche nicht zu kurz, indem er dem ttticeschuloerein für die Handarbeitsschule und die Haushaltungs- tb.T /<**“' zu oeooalyien. schule größere Mtttel zur Verfügung stellte. Neben der eigeutlichm r Stromstratze wurde gerade durch Schutzleute von Menschen Berufsausbildung förderte er nach «rüsten auch die allgcmAn- --- Zubung, und der Neubau unseres Stadttheaters — der Stolz Gießens — wäre ohne ihn noch für lange Jahre nicht möglich gewesen. D I :------ r— v-yuuwi rum; man Nimmt doch Nicht an, M sow,e Herren schmeißen. Ich habe den Stoß sofort am Abeptz dem Leutnant gemeldet. R.-A. Heine: Was kann das für ein merkwürdiges In- itrinnent gewesen sein, das teie traf, war es vielleicht em Hnop^ oer einem Ihrer übereifrigen Kollegen abjprang? - Zeuge: Aenl. । Aec okiige hat ohne Be>ehl auf das Auto eingeschlagen, ived er seinen Kollegen an der Droschke m Ge'ahr glaubte Ter eine Herr luuib qiu, gestitullerte, faßte nach der Tasche. Ich muuie an- nehmen, dag er noch einer Waffe griff. — R.-A. Heine: TaS >!l die alle Geschichte in Berlin. Wenn einer geprügelt wird, lonnnt Der andere und sagt, der Monn hat m die Tasche ge'a»t. -o h n: Wie oh hoben Sie in diesen Tagen mit dem --adel geschlagen? - Zeuge: Nur das eme Mal. - i)L-'2l V c i n e: euid in der Gegend vielleicht noch andere Autos verhauen ivorden? - Zeuge: Tas weiß ich nicht. Zeuge Pottzeftentnant Lulas hat baS Einhauen auf dar Auto von fern beobachtet und sofort nach der Ursache gettagt. ici ihm geantwortet worden, vom Auto aus iväre geivoriert u-'orben. '2113 er am nächsten Morgen den Sachverhalt aus den Zeiliiiigen erfuhr, habe er die betretenden beiden Schutzleute, die zugegeben hatten, eingeschlagen zu haben, soiort dem 'Präsidium gemeldet. Es seien die Lchntzlente Hermann und Wenzel geiveieii. 00111,1 tonne '"ch.l bie Rede davon sein, daß etwas verdeckt und vertuscht werden sollte. Tas Bttgverstälidnls sei bedauerlich, aber leider nicht aus der Welt zu schaffen. Nach unwesentlichen Vernehmungen wurden die Verhandlungen ans Freitag frriri vertagt. Bureauoorsteher a. D. B r u ch h ä u s e r pries den wohltätigen Sinn des Verstorbenen, der den bedürftigen Kameraden der Kriegerkameradfchast oft zugute glommen sei. ^??mmen und halten. Em Herr stand auf und zeigte mit dem ^C1P. kleinen Tiergarten. Aufsälligeuveise fuhren Ä’TFtKunö ^er. Da ging mir der Gedanke durch ,nA Herren mit der Sache zu tun haben könnten ötC/£ Au.l° rce9- _^ner der Herren erwiderte: Nein, noch nicht, sofort waren Schutzleute da und da war eben die R.-A. Heine: Dann bernte ich den Wachtmeister Fritz als Denjenigen, der den Bericht erstattet hat und beantrage einen ko« rsfi _ = . 'S möchte ich noch einige Fragen an den Zeugen richten. Ist es wahr, daß aus der Richtung Jhri.s Autos ein^oteinwurs eriolgte'?-— Zeuge: Das halte ich für unmöglich. B ert.: Hielten sich überhaupt Menscheli in Ihrer Nähe auf und wieviel waren das? — Zeuge: Die Menschenmenge in un- Kr.e,r fpQ/)e Island aus 2 Mädchen, die von der Polizei mit Säbelhieben fortgetrieben wurden. — Erster Staatsanwalt: Die Frage, ob Sie im Wagen aufgestanden sind und gestikuliert haben, haben Sie verneint! — Zeuge: Ja, ich habe nur meine Änrte hochgchLUen. — R.-A. Rosenfeld: Hoben Sic yesehen, datz die Mädchen, die von der Polizei fortgetrieben wurden,! "was zuschulden kommen ließen. — Zeuae: Ihre Schuld bestand nur darin, daß sie nicht schnell genug fortiiefen. — Bert. fl^ncn der ?hausseur nicht erklärt, daß sein Wagen von der Polizei vollständig demoliert worden sei. — Zeuge: Ja, per Lbauijeur kam am nächsten Tage und erzählte, fein Chef drohe tönt wtt Entlassung, weil das Auto durch die Schutzmannssäbel so zugerichtet war, daß es aus dem Verkehr gezogen werden mußte, pnnr^rf^- cIb: ballen Sie es für möglich, daß ein englischer Journaltst ... Vors. (unterbrechend): Eine der- fa"l®e kann ich nicht zulassen, wir sind hier in Deutsch- ■ n-!uj^ /-'a me ocneiüiguiig aus dieser Frage bo narrt, wird em Gerichtsbeschluß herbeigeführt. — Ter Vorsitzende verkündet, Hatz die Frage abgelehnt sei, da sie für die Entscheidung nicht ms Gewicht falle. ist natürlich, daß die Bürgerschaft einen Mann von so hervorragenden Eigenschaften zu den höchsten städtischen Ehren- amtern berief Vor 21 Jahren wurde er zum Stadtverordneten gewählt und dieses Amt ihm beim Ablauf der Wahlzeit wieder übertragen. Vor 7 Jahren wurde er Beigeordneter der Stadt Gießen, und dieses Mandat im vorigen Jahr erneuert. Tas »RaB des Vertrauens und der Achtung, die seine Mitbürger ihm! zollten, druckte sich darin aus, daß die Wahl zum Beigeordneten I beidemal e i n ft i m mig erfolgte, beidemal auch mit einmütiger Zustimmung der politischen Gegner. In der Stadtverordneten- Versammlung ergriff er verhältnismäßig selten das Wort- aber wenn er es tat, dann immer mit vollem Erfolg und aus'fchlag- Ä.fttaerigen Fragern Sein Hauptverdienst liegt in der k ^^kigkeit in den stadttschen Deputationen, namentlich in der Baudeputatwn und der Deputation für das Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk. Bei diesen städtischen Werken einschlieÜich der Straßenbahn mar feine Meinung in technischen Fragen stets ausschlaggebend, und ihm verdanken wir in erster Linie ihre Erfolge. Den städtischen Beamten widmete er stets seine Fürsorge, und auch diese stehen dankbar und trauernd an seinem Sarge. Stadt in der Mitglieder-Versammlung u*t l.m ^ufftchtsrat der Sparkasse, im Kreistag, im Provinzialtag und vor 7 Jahren entsandte unser Wahlkreis ihn in den Reichstag. Bei all bufcn Erfolgen und äußeren Ehren blieb er stets oer einfache, schlichte Bürgersmann und in kameradschaftlichem Verkehr mit seinen Arbeitern und ihren Familien. Auftrage des leider durch Krankheit verhinderten Herrn ^esAnr^OeTlIQ? versichere ich den Dahingeschiedenen des dauern- fÄS Angedenkens bei der Baugenossenschaft des eDangc^ bte 7u begründete und als Vorsitzender ?L5Ä ^?'^^eit il>rer Gründung leitete, der Elisabetl--Klein- W“f(e' fCrnn *n9W\ ^id7cn -dcs Tankes, den wir alte ihm 3011^1, haben^an diesem Sarge Kranze niedergelegt: die Stadt ^bben, die Stadtverordneten-Versammlung, die ftäbtifd/en Ve- evangelischen Arbeitervereins, r+°v|La dieBezirkssparkafse, der Vorstand des Aliceseljulvereins und der Vorstand des Säuglings- Dcrmijd?tcs. . Färbung der N a h r u n g s m i 11 el. Einer Reihe von Nahrungömittcln werden Farben beigemengt, um ihnen das üom Publitum geivünjchte Aussehen zu geben, und um Zer- letzungen zu verdecten. Ta von diesen Farbstoffen eine nicht geringe -lnzahl süstidlich ist, hat sich kürzlich — wie der „Kosmos- Vandiveiser sur Naturfreunde" (Stuttgart) in Heft 10/1910 b» Haftet -—eine Abteilung der fianzösi,chen Akademie der Medizm mit Der 6"rage beschästigt, welche Farbstoffe zur Nahrungsmiiieb jarbung zugetafsen weiden tonnen. Teersarbstosse sotten, wie ui dem Benaft geschrieben wird, vom Färben der cigenllichca Nahrungsnuttel, wie Brot, Fleisch, Butter unh der in größere« Heyligenstaedts Name wird in Gießen und weit darüber hinaus unvergessen bleiben als der eines hervorragenden Bürgers und warmherzigen Menschenfteundes. R. i. p. Tie hieraus als Zeugen vernommenen englisck-en Journalisten Shaw und Lawrence bestätigen die Aussagen ihrer Kol- legen. — Zeuge Chauffeur Löwin schildert, wie die Journalisten sein Auto mieteten und ihm den Auftrag gaben, nach Moabit xu fahren. An der Turmstraße wurde zum erstenmal gehalten. Ton roar aber nichts zu sehen. — Bors.: Haben Sie unterwegs nichts bemerkt? — Zeuge: An der Lübecker Straße sah ick einen jungen Mann, der in ziemlich schnellem Marschtempo tvea. Er wurde von einem Schutzmann so geschlagen, daß ev sofort liegen blieb. Noch am nächsten Tage habe id) meinen 1 pa^ajten . bie Blutlache gezeigt. Ter Sämtzmann hatte vvn .halblinks hinten geschlagen. — Vor ft: Wie kam es nun zudem Zwisä-ensall mit den Journalisten? — Zeuge- Als ick eine Strecke weiter gefahren war, hielt ich auf das Zeichen eines Schutzmanns, der nut gezogenem Säbel vor mir stand und mich fragte, wohin ich wollte. Ich erwiderte: Die Herren werden Ihnen das sagen. Als der Herr, der neben mir auf dem Vock saß, indie Tasche faßte, um eine Karte oder einen Paß herauszuholen, da bekam ier emen Hieb, der eigentlich mir gegolten hatte, und w)on war die Schlägerei da. — V o r f.: Sind Sie von niemanban aufgefordert worden, weiter zu fahren? — Zeuge: Nein dec SäMtzmann, der mich angehalten hatte, trat nach der Aufforderung an mich seitwärts zurück. -Bors.: Also den ersten Hieb haben Sie bekommen? — Zeuge: Ja. Sobald ich dann konnte bin ich weiter gefahren. Ehe ich aber die Maschine anfurbcln konnte, dauerte es vielleicht eine halbe Minute. — Erstev L> taatsanwa l t: Nun hat aber hier ein Zeuge ausdrücklich bekundet, er hatte Sie aufgefordert, weiter zu fahren. — Zeuge- Tas hat mir niemand gesagt. — V o r s.: Wir werden Sie nachher konfrontieren. — Neckstsanawt Heine: Wie sah beim das Auto nach dem Zwischenfall aus? — Zeuge: Tas Verbeck war emgeschlagen, ans dem Rahmen war ein Stück herausge- Magen und die zür war an der Leiste ausgeplatzt, als wenn sich ------------------- uhuuhuu. eingehängt hätte. Außerdem war das Auto vollständia vor den Schutzleuten. Sonst war die Straße leer und auch! befleckt. Wir mußten es daher neu bezielien lassem - die Stratzenbahn ging. Sobald das Auto hielt, rief einer vvnI Rechtsanwalt Heine: Wie hoch beliefen sich die Erden Beamten: „Aus die Leute dort los!" Der Zeuge versucht' neuerilngskosten? Zeuge: Auf etwa 450—500 Mark. - aufzustehen, um zu erklären, daß sie mit den Turnutten nichts zu r*le ^Lte Zeugin, eine Frau Solvin, wohnt in der tun hatten, die Antwort war aber nur: „Dreinschlagen." Daraus Nostockev Straße und kam an dem fraglichen Tage abends kur» wurden sie von den Schutzleuten mit Säbeln bearbeitet, ?or "hr nach Hause. Tie Straße war ziemlich meuidKn^ obwohl sie sich im Wagen nieder duckten. Der Zeuge rief fobann ‘>ct Nahe des Krankenhauses hielt ein Auto, das cm dem Chauffeur zu, nach dem Krankenhause zu fahren, wo sie ^amtzmann zun,weiterfahren aufforderte. Der Mann blieb aber verbunden wurden. Sie hatten Schlage über Kopf und Nacken — Nechtsanwalt Heine: Wie hat der Beamte bei erhalten, auch die Kleidung war voll Blut. Clmufseur ausge,ordert? — Zeugin: Mit einer Handbeioegung, R.-A. Heine: Sie sind stellvertretender Vorsitzender h#*« I SV sm ^lraßenkreuzungen gemacht werden, bannt Vereins der ausländischen Presse und haben als foldjer^eine B'- dnüfahren. — Bors.: Haben Sie auch gesehen, schwerde an den Reichskanzler genchtet?-Z euqe Ja' -I sj^n^^y8UAe*^lti9enorourbe? - Zeugin: Ja. - Bors.; Bors.: Sie haben darauf eine Antwort vom Unterstaatchelretär k9 VT V demselben Augenblick, Wahnschafe, erhalten. Wollen Sie uns bitte den Worttau t^r Ami } Oon, ?ec Sache - Wort mttteilen. — Zeuge- Ich bin von meinem Vereine nur kU 9 e ^.cn Eindruck, a 1 s Wenn bec autorifieti, den ©in« k« M mitMeüen - R -A H - , ™■ F 6 Xr V C V “ 6 £ Ü ■’ Je »• ! Ich kann aber auf den Wortlaut nicht verzichten — Reuae: ffr ^.cr= %U9ea^T‘ ^fli|er vernominm. Dann möchte ich den Gerichtshof fragen ob ich das Recht dabe ^ankenhauses aus den Vocsalg. ohne Erlaudnis ton dem Schre.be,, Kenntnis züg^en - S o r f'L!±± ± : 9® l1 ‘ °^e fl!? 11u n2>er Ä»'&Ä,ö!"Ä ZMMMMßMMKMM UMWZWSWZMSMs-Z 9hP»ßC J11, roei anzunehmen ist, daß der Herren in der Troschke säße i. nd ichnehme jetzt an daß der Barnten nn ^n^ts bernommenen oder noch zu vemehinenden Stein aus dem Tiergarten kam: ' ' ' ' Ö ' Beamten an den Minister des Innern erstattet haben, falsch fein1 ' " * Nachdem er schon tn früher Jugend seine thüringische Heimat -erlanen und m unserer Stadt seine Lehrzeit bestanden hatte, bewchte er noch einige Jahre auswärtige Schulen, um mit Be- §mn des reifen Alters wieder nach Gießen zurückzukehren und hier einen kleinen Fabrikbetrieb zu begründen. Von da an wurde Gießen seine Heimat, und mit allen Fasern seines Herzens ist ök mit der Dtodt Gießen und ihrer Bürgerschaft verwachsen.! Wir alle wissen, und die meisten von uns haben es mit erlebt, wie er seine Fabrik ständig vergrößerte und verbesserte, so daß feine Maschinen nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch lenieits des Ozeans seit Jahrzehnten berühmt und begehn und. Noch in den letzten Monaten seines Lebens war ihm die jreube vergönnt, daß seine Maschinen auf der Brüsseler Welt- ausltellung den Wettbewerb mit den besten Fabrikaten der ganz'n Welt siegreich bestanden und Nicht nur aus Südamerika, das er als Absatzgebiet schon lange besaß, sondern auch aus Nordamerika, der Heimat des Präzisionsmaschinenbaues, zahlreiche Aufträge bet ihm eingingen. Direktor May .und Dreher Gem mecker sprachen die letzten Grüße der Beamten und der Arbeiterschaft der Hey- ligenstaedtschen Maschinenfabrik aus. Sie gedachten des Verstorbenen als des allzeit hilfsbereiten, gerechten und wohlwollenden Chefs, der nie versagt habe, wenn Wünsche an ihn gelangt seien. Für den Ortsgewerbeverein, die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt und den Aufsichtsrat oer Gewerbeschule überbrachte Baumeister Traber die letzten Grüße. Im Auftrag seiner politischen Gesinnungsgenossen sprachen dann Rechtsanwalt Kaufmann und Professor Lu l ep herzliche Worte des Dankes für des Verstorbenen Wirken in der natlib. Partei. Ersterer sprach im Namen des Zentralausschusses und der Neichstagsfraktion der nationalliberalen Partei, des hessischen nationalliberalen Landes- t ausschusses und der nationalliberalen Wahlkreisorganisation des Reichstagswahlkreises Gießen-Grünberg-Nwda: Prof. Luley für b’en nationalliberalen Verein Gießen. Heyligenstaedts Heimatstadt Vacha batte zur Beerdigung! ihres Ehrenbürgers eine Abordnung oes Stadtvorstandes | hierhergeschickt, in deren Namen der Bürgermeister ihm die letzten Grüße ins Grab nachrief. Weiter sprachen noch Kaufmann Schwarz für den Männer turnverein, Fabrikant Horst für den kaufmännischen Verein, Vertreter des Eleonorenhospizes Bad- Nauheim, des Tv. Treis a. d. L. und im Namen des Werk- metsterbezirksvereins Werkmeister Schufst. Die Beerdigung des Beigeordneten Uommerzienrat heyligenstaedt. * Gießen, 23. Nov. Gestern nachmittag fand auf dem neuen Friedhof am Rodberg die Bestattung des Beigeordneten Kommerzienrat Ludw. Heyligenstaedt bei einer so zahlreichen Beteiligung von Leidtragenden aus allen Ständen statt, wie sie wohl bis jetzt bei ähnlichen Anlässen noch nicht vorhanden war. Der weite Vorhof der Friedhofskapelle war von zahlreichen Leidtragenden, mit Arbeitern der Heyligenstaedt- schen Fabrik mit ihren Frauen, besetzt, die in der Kapelle keinen Platz mehr gefunden hatten. Der Sarg war über und über mit Blumen bedeckt und vor ihm hatten Depu-> tationen der Kriegerkameradschaft, der freiwilligen Feuer-! wehr, des Männerturnvereins, des Maschinenbauer-Gesangvereins, des Evangelischen Arbeitervereins und des Gesangvereins Frohsinn-Londorf mit ihren umflorten Fahnen Ausstellung genommen. Die Trauerfeier wurde durch einen vom Maschinenbauer-Gesangverein vorgetragenen Chor eröffnet, worauf Pfarrer Schwabe eine tiefempfundene Gedächtnisrede hielt, in der er ein treffliches Charakterbild des trotz aller geschäftlichen Erfolge einfach gebliebenen Mannes gab. Dann hielt Oberbürgermeister Mecum nachstehende Gedächtnisrede auf den Entschlafenen: Hochanschnliche Trauerversammlung! Es ist ein seltener Mann, den wir heute zu Grabe tragen. Aus eigner Kraft und mit nie ermüdendem Fleiß hat er sich emporgearbeitet zum Besitzer einer berühmten Fabrik und zu einem der angesehensten Bürger unserer Stadt. ! Sache geschehen. Bors.: Haben Sie die Leute für Anstifter I gehalten? Zeuge: Ja, der Wachtmeister Harder hatte sie ja | auch schon zum Weiterfahren aufgefordert. Der folgende Zeuge ist der englische Journalist Charles Tower. Er schildert den Vorgang in ähnlicher Weise wie sein Kollege Wile. Der neben ihm sitzende Herr sei über Arm und Schultern geschlagen worden, so daß er heftig blutete. Er habe dem Chauffeur nachher zugerufen, sofort ins Polizeipräsidium zu fahren. Erster (Staatsanwalt: Ist nicht einer der Herren aufgestanden und hat nach einer bestimmten Richtung gezeigt? Zeuge: Nein, der Herr hat nur seinen Paß W; gehoben. R.-A. Heine: Ist aus der Richtung des Autos mit Steinen geworfen worden? Zeuge: Soweit ich gesehen habe ' nicht. Zeuge Polizeiwachtmeister Harder: Als wir die £ette ;! . gebildet hatten, kam uns eine Menge entgegen und zwar von der Heilandskirche her. Als uns die Leute sahen, bogen sie nach dem kleinen Tiergarten ab. Plötzlich sah ich ein Auto kommen, das - Halt machte. Ich forderte den Chauffeur zum Weiterfahren aus ■ er achtete aber nicht darauf. Darauf sagte ich nochmals: Fahren Sie weiter,, fahren Sie doch -u. Der Chauffeur blieb aber stehen, und tm selben Augenblick schlugen die Mannschaften auch 1 won zu. Ich dachte, die Herren gehörten zu den Streikenden. | Ao r s-: Wenn Sie gewußt hätten, daß es Journalisten seien V ' hatten Sie das Auw auch weggewiesen? Zeuge: Ja, aber nicht eingeschlagen. Vors.: Wie schlugen die Polizisten denn! zu? Zeuge: Die Schutzleute standen hinter dem Auto und sckilugen hinein. (Srfter (Staatsanwalt: Hat der Herr im Wagen nach einer Richtung gezeigt oder nur etwas hochgehalten? I ■ Zeuge: Er hat nach einer Richtung gezeigt. R.-A. Heine ' fragt den Zeugen Wile nochmals: Wurde denn ohne Kommando geschlagen? 3 e)rg e2 Ich habe jedenfalls fein Kommando fle_- I J hort. Bert.: Haben Sie auf Ihrer Fahrt irgendwie gesehen I - daß die Beamten angegriffen Wurden? Zeuge: Ich habe nicht* derartiges gesehen. Hochverehrte Versammlung. Sie Werden mir beiflimmen, wenn up eingangs sagte, es ist ein seltener Mann, den wir heute zu Hi». ^rd säwer, wenn nicht unmöglich sein Bürgerschaft und die Stadtvenvaltung, hrfUnauslöschlich aber ist unsere Dank. ^teilte Gedenkem das wir ihm bewahren. Tauern- sewst ftch^ ^uf^ 'ft ^"Unal, das er in seinen Werken Tank, du treuer Mann. Tein Gießen bleibt dir treu! ,, . . Weiter legten Kränze nieder: Provinzialdirektor Dr Usrnger mit folgender Ansprache: Fülle letzte Liebeszeichen, welche diese Bahre um- Ahmbin Kranz, den seinem langjährigen treuen Proviiizialausfchuß der Provinz Oberheffen 16Sa/fTe aans?rI}tit Verstorbene unserer Körper- Wißen, große Lebenserfahrung, stete r-9EClt rur Mitarbeit und hohen Gereciftigteitssinn, hat der VerbliuMie in seiner Perlon bereinigt. Er war ein Mann Bei der Verwaltung uiib Vertretung rc-lb ,em ^udenken stets lebendig bleiben. Möge ihm die Erde leicht sein. Handelskammer, gedachte ^im ^Rainen dwser^ Körner^klärt, wir hatten Aufstellung am kleinen als tüchtiges Mltg.le'd de- ÄTo J s°ch»°ritand.gen Rat schmerzlich Cer. anl’ommen unbJalten. E?« Herr uno mit dem millen werde. »inner nach dem kleinen Tier-a-t^ ^vLaSe, Hafermehl Reismehl Hafer- Flocken Grünkern . Mehl. niahn^ Maccaroni Kätchen Nudeln feine , beste auen d-. M M 1- M M W/. I Tz,/- ■W M /Ä>: Malz-Kaffee ERFURT Der beste Malzkattee der Gegenwart! r " V' ÄWz FRANKFURT* fvl Achtung Haussruurn! Sollten in keinem Haushalt fehlen. öl 47 43 82-87 47 75-80 41 . 58-65 96-108 61 76-00 39 56-57 71-73 56 56 55 54 47 56-57 54—56 70—73 62-68 85-95 73-83 71—73 70—71 Voll fleischige Schweine bi5 zu 2 Zentner r/evendgewlcht........ Vvllfletsdiige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht........ Fleischige Schweine . . ... halber. Tovvellender, ieinsle Mast . . 36 81 Herste: rZutterqerste 9,00 Mr., B^anaerste 11,25 Mk., Haler Alk. 7,15 Erbsen 0,00 "Mk^ Kartoffeln 5,60—6,60 i)tf. ocuvie Man- (Volluillchmast) und beste Saugkälber.........51—57 'Diütleie Mast- und gute Saugkälber . 44—50 S cd a 'e. 'Mastlämmer u. jüngere 2)iasthammel 39—00 Färsen, K ü h e. V«rllfletschige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes........45-50 VoUstenchlge ausgemäslete Kül»e höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 89—44 Vettere ausgemästete liühe und wenig gut entwictette lüugereLtühe u. Fär>en 35—38 'Diäuig genährte ttühe und Färsen . . 28—34 Durchschnittspreis pro lOO Piund Vetienb» Schlaft- UCiUUtjr ?.o Wiesbaden. Viebho^-Marktbericht vom 23. Nov. Austrieb: Rinder 83, Kälber 24^. Lchaie 86. Schweine 436. Tendenz: Rinder, Kälber, Lchaie und Schweine mittelmäßig. Preis pro 100 Psd. _ , , Redend. Ltvtachr» Ochsen. fleiuid)t Tonflfifrfitqe, ouSaemäflete, h5»ften Dcn"l,8D0n"bl3 Schlachlwertes, höchstens 6 Fahre alt 50—52 90—91 Zunge, fleischige, nicht ausgemästete und allere ausgemästete...... 45—49 86—89 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere ..... 42—44 84—85 Pensen verbrauchten Getränke, wie Wein und Bier, grundsätzlich ausyejchlossen werden. Verschiedene Cosine, Triphenylmethan- und Azowrben sollen hingegen als lxirmlos zum Farben von Konditor- iparm, Backwerk lind Likören angescl)en luerbcn fömten. Caramcl, Orseille, Cochenille und Zichoricnaus-ug sollen unschädlich jein. Mit Einnahmen und Ausgaben (nßt sich der Stoffivechsel im Körpei Haushalt vergleichen, liebet* wiegen letztere, d. h. in der Verbrauch von Nährstoffen großer, als er durch die gewöhnliche Nahrungszuiuhr gedeckt werden faim, so inufe das kehlende durch den Gebrauch eines leichiverdaulichen Krä'tigungsiiutlels ersetzt werden. In jeder Beziehung geeignet hierzu ist Scotts Emulsion. Dieses Präparat ist ungewöhnlich nährkräitigend, ganz leicht verdaulich, dabei die Eßlust und die Verdauung anregend. Scans Emulsion wird von un8 anSIcblietzlit tm «roßen verkauft, und zwar nte lose nach (Sewichi ober Matz sondern nur in versiegeuen Driginalflal>»en te fiorton mit unserer Schutzmarke i Finder mit dem Dorsch) Scott & Bowne. B. m b H, Fraiikinr, a i>i Bestandteile feinster Medtjinal-Lebertran 150,0. prima Glyzerin 50X), unterpt)o»Dbortafaurei Ralf 4,3 uniervhoSpho, ig aures itarron za) puio Iroßaut SO fernster avab Gummi pulv 2,0 ilBaflcr 1*9,0 Atkotiol 11,0. Hierzu aromaitfcbe Emulsion mit .gimr-, Mandel- uno 'ÄauNoertaöl ie t Treofen Sanatorium Lindenfels jfwi'-chen Darmstadt—Heidelberg, 400 m hoch herrl. gelegen. fss”/u Großberzogliches Amtsgericht. lichtciten. (09122 (Ä o n t r u m 6431 6433 RüddingShansen, 24. November 1910. Großh. Bürgermeisterei NüddingShausen. Braun. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde bezüglich der Firma Baer & Bamberger in Gießen eingetragen: Der bisherige Gesellschafter Julius Baer ist aus dec offenen Handelsgesellschaft auSgeschieden. DaS Geschäft wird unter der bisherigen Firma durch den bisherigen Gesellschafter Löb Baer fortgeführt. Gießen, den 21. November 1910. Bekanntmachung. Dec Voranschlag des Gemeinde Münster sur 1911 liegt vom 28. d. M. acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei- Bureau dahier offen. Münster, am 23. November 1910. Großh. Bürgermeisterei Münster. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rüddmgshausen für 1911 Nj. liegt vom 26. November l. I. acht Tage lang aus hiesigem Bürgermetsteceibureau zur Einsicht der Interessenten offen. Schelltische feinste Nordsccstsche sind in EiS- ■ Packung lcbeudfrijch etngetrvssen bei 5362 GeorgWallenfels Marktplatz 21 Tclcpbon 46 gegenüber der Enaelavotbeke. Mitgl. dcö Nabattwarvcrcins. I fclairal Meller Wageneanse 9. In nächster Nähe der Stadtvost. 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Himmelreich in Gießen gehörigen, nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert: 3///"/,« = 323 qm Grabgarten hinter der Burg. 3/77"/,«» = 251 qm Hofreite das. Gießen, den 21. Nov. 1910. Großherzogliches Ortsgericht. Gros. Wo mcbteckMIicb.wsgäs man sichl wegen Adr.-Angabe an die Fabrik g SCHACHENMAYfi,MflNN&C°| < SA LACH. J MtirorologWe veodachtungen der Station Sietzen. Wetter Nov. 1910 j=o| ^>6 M 23. r- 23. i>- <47 6 749 9 <53,7 4-33 4- 12 — 2,7 5,3 4,1 4,1 88 82 100 NW NNR NNE 3 2 2 10 9 0 Reif 34. Hökl Niel )fte Te moerati tv am 22. b 22. iS 23. „ 23. Jlou ember = 4- 3,8 e(X - - 02 "'1 Märkte. fc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 23. Nov. Slnfqetneben lvaren 1389 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Vebenbqeio. 0' >.00-ut'.00 Mk., Schlachtgewicht 00- 00 9.9k. Voll fleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 55.00 - 57.00 Mk., Schlachtgewicht 69 — i 1.00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2l/25tr. Ledeudgew. 55.0—56.50.Pik., Schlachtgewicht «O.Oo—71 Ml. ftett- schiveme über 3 Ztr. Lebendgewicht b5.0>»-56 50 Mk., Schlachlgew. 70-72 Mk. fleischige Schweine L,ebenbgeiutd)t 53.00—54.50 Vik., Schlachtgeivicht 68.00—70'DiL Sauen Lebendgewicht 00—00 Nik., Schlachtgewicht 00—M Nik. Geschäft mittelmäßig, bleibt Ueberstand. Limburg a. d. Lahn, 23. 9lou. Rrucbtmarft. Turch- schuittHpreis pro Malter. Noler 2i>eizen (imnamidter) 16,3) Mk., weißer 'JVei^en chnarbauto ftrembiortc) 15,80 Vik., ftorn 11'0 Mk, Wollene Blauschild Rotschild Brauschild Violetschild i Cardinalschild) I Grünschild ^kräftige Game .Weissschild /ConsumjT für Strickmaschinen L vorYeilhafh J Schachenmayr’s Gestern morgen verstarb plötzlich unser innigstgeliebter Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fr« Hansultj Kreisamtsgehille- Wieseck, 24. November 1910. Die Beerdlgnnff findet Freitag den 25. November 1910, nachmittags 4 Uhr, In aller Stille iu Wieseck statt. 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Masthälmchen, ea. 2Pid. schw., ä Psd. 60 Pi., sr..,eschl. u.f ger.,v.g.Nachn. A ttrovat,(^e- slügelgroßm., Laugszargen-Tilstt. la. Nusskohlen 5? la. Langendrahm - Anthrazit Bekanntmachung. Betreffend: Die Reinhaltung und Wegsamkeit der OriSstraßen im Ärciic Büdingen. Bei Beginn des WinierfroiteS machen wir auf die Bestimmung der Polizeiverordnung vom 12. August 1898 aufmerksam. Dieselben sind abgedruckt im AmtSverkündigungSblatt 9kr. 47 vom 19. Nov 1910. Gleichzeitig machen wir auf die Bekanntmachung in demselben AmtSverkünditMngöblatt „betr. Schutz der Wasserleitungen nebst Zubebör gegen Frvit" ausinerksam. Im Interesse der Hausbesitzer empsehlen mir getviffenhaste Befolgung der Bcstimmungeit. Büd ingen, den 21. November 1910. Aruhraz. -Etform-BrikettS Hütten- und GaSkoks Union-BrikettS Bündel-Holz sein gespaltenes Holz empfiehlt (5971 Mandel u. Vanille, Speculatius ÄuS411 €. Katz, Bäckerei Die Legezeit ist da. < . Borzugl. 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Am nächsten Page schneidet man das Gebäck in Scheiben, die man auf dein gefetteten Backblech hellbraun röstet. In einer Blechdose aufbewahrt, halten sich diese Zwiebäcke lange Zeit. fug*/. Bringe Hiermit meine Verleih-Anstalt liir Frack-, Geirack- inte Smoking-tee in empfehlende Erinnerung. ?1nfertigung nach Maß. IoH. Maud, Schneidermkister Weidengasse 1.5394 Cas6 Krämer. H O R Frankfurter Str. 151 erhalten Lie iroh neigenden Preisen Kaffee in feit» heriger hochfeiner Qualtiäi. Lve^ialinarke Mk. 1.30. •”< Jakob Maternus weisser Flockköper starker Köper mit Feston do. mit Umlegekragen do. mit rotem Feston Taghemden weisser Flockköper starker Flockköper mit Spitze......Mk do. mit Kolter und Feston . . Mk. extra prima Köper Mk. Schallerschlusshemd mit Feston Mk Weit unter Freie. K- 8 20