tn Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien. t e rt Südsee- a. ausgeführt: aus u. 2,9 1 Mill. Mk. Jnsektenwachs, für werde. Bei geschickter Führung wir sicherlich gelegentlich unsere 1903 1904 1905 1906 1907 1908 Zusammen 40,3 44,7 öS,5 65,3 73,7 Ostafrika für Kolonien 21,7 20,8 23,4 25,5 35,9 37,7 1908 wurden Kolonien 3,9 3,9 4,4 5,6 5,2 8,7 Kiautschou 14,7 20,0 24,7 34,2 32,6 47,3 sie Werden im Gegenteil über das unangenehme Aufsehen, welches diese Reklame erregt, vielleicht sogar Genugtuung empfinden, weil das Publikum dadurch gezwungen werde, sich mit den betreffenden Gegenständen zu beschäftigen. Aesthetische Gründe werden hiernach bei ihnen kaum verfangen. Aber wir möchten doch die betreffenden Firmen darauf Hinweisen, daß eine ungeschickt und grob betriebene Reklame sehr leicht in das Gegenteil Umschlägen kann. Sehr vielen und gerade denjenigen Kreisen, aus welche hier Reklame wirken will, wird es so gehen, daß sie gercwe vvrnk' Ankaüf einer Zigarette absehen, deren reklamehafte Anpreisung' ihnen ästhetische Uebelkeit verursacht hat, und eine Schokolade wird durch ihre häßliche Anpreisung „geschmacklos" im wörtlick^n Sinne. So werden sich diejenigen Kreise, die sich noch einiges ästhetisches, Gefühl bewahrt haben, gerade von den Firmen abwenden, die durch solche Reklame aus ihr Interesse spekulieren^ -— 6 0 00 Mark Preise für die besten Walzer; Die „Woche" veröffentlicht in ihrem soeben erschienenen *öeft 31 ent Preisausschreiben für Tanz-Walzer und fordert darin die. gesamte musikalische Welt zu einem „Walzer-Wettbewerb" fcrufl für die drei besten Arbeiten sind ausgesetzt: ein erster Preis von. 3000 Mark, ein zweiter Preis von 2000 Mark und ein dritter Preis von 1000 Mark. Der Verlag der „Woche" behält sich vor, weitere, von den Preisrichtern ausgewählte Beiträge gegen ein Honorar von je 200 Mark zu erwerben. Schlußtermin für die Einsendung von Beiträgen ist der 1. Oktober 1910. Das Preisrichterami haben übernommen die Herren: Hofkapellmeister Pro^ssor Dr. Beier-Kassel, ArmeeMusik-Jnspizient Grawert-Berlin, Professor Hans Hermann-Godesberg a. Rh., Professor Dr. Karl Krebs- Berlin und Hofballmusikdirektor Johann Strauß-Wien. Die Bedingungen des Wettbewerbes können durch das Sekretariat der „Woche" in Berlin bezogen werden. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. „B a n a d i e t r i ch", Siegfried Wagners jüngstes Werk, ist soeben auch von der Wiener H o f o p e r zur Aufführung angenommen worden. Auch einige andere größere Opernbühnen haben „Bana- d.ietrich" erworben. — G e r t ru d G i e r s, die bekannte Tragödin, ist in Luzern an einer Gchirnopcration gestorben. Gertrud» Giers, geboren 7. Dezember 1855 in Köln, war von 1881 bis 1886 Mitglied des Hamburger Stadttheaters, von 1886 bis 1888 in Frankfurt a. M. und vmr 1889 bis 1894 am Hoftheater in Hannover. Gertrud Giers war mit dem Schriftsteller Richard Hamel in Oldenburg verheiratet. — Der kürzlich in Karlsruhe verstorbenQ Maler und Akademieprofessor Ernst S ch u r t h vermachte testamentarisch eine Reihe Legate; u. a. erhielt seine Vaterstadt Neustadt im Schwarzwald die Summe von 80 000 Mark zur; Förderung der Volksbildung. Schon diese kurze Aufzählung läßt erkennen, daß unsere Kolonien bereits eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben und daß sie als Lieferanten von Rohstoffen und anderen Produkten für den Markt des Mutterlandes von Jahr Jähr an Wert gewinnen. Die Einfuhr Deutschlands aus den Schutzgebieten hatte im Jahre 1908 einen Wert von 23 Mill. Mark, 1909 einen solchen von 29,5 Mill. Mark. Der Wert der deutschen Ausfuhr nach den Schutzgebieten stellte sich 1908 auf 36,5, 1909 auf 41,8 Mill. Mark. Int Jahre 1909 hat Deutschland u. a. bezogen aus Ostafrika iir 3,2 Mill. Mark Rohgummi, für 1 Mill. Mark Sisalhanf, aus Südwestafrika für 1,2 Mill. Mark Kupfererz, aus Kamerun für 8,6 Mill. Mark Rohgummi, für 1,1 Mill. Mark Kakao, aus Togo für 1,7 Mill. Mark Mais, aus Samoa ur 1,7 Mill. Mark Kopra. Die meisten Rohprodukte unserer Kolonien gehen zollfrei in Deutschland ein. Auf einigen ruht indessen Zoll, so z. B. auf Kaffee, Kakao, Tabak, Wachs, ■Wmil I I, II!I, | iJMMBBMW I IUI I I ■ Köln, 29. Juli. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Die Erzählungen über die angeblichen Abrüstungsvorschläge des Königs von Italien behaupten vielfach, daß Kaiser Wilhelm die Vorschläge abgelehnt habe. Demgegenüber kann auf gründ von Erkundigungen an zuständiger Stelle festgestellt werden, daß der König von Italien niemals mit Abrüstungsvorschlägen an unseren Kaiser heran- getreten ist und daß ebensowenig Verhandlungen über eine olche Frage zwischen der deutschen und italienischen Regierung chwebten. — Geschmacklose Reklame. Einer unserer Mitarbeiter schreibt: Die bescheidene Freude, die man bei stundenlangen Fahrten in der Eisenbahn vom Fenster aus an der Betrachtung der .wechselnden Bilder der vorüber gleit enden Landschaft hat, wird neuerdings stark beeinträchtigt durch eine ungeheuer geschmacklose Reklame. Zwar wurden wir schon bisher bei der Betrachtung eines sehnell vorüberhuschenden Bauernhofes gewaltsam daran erinnert, daß die und die Schokolade die beste, ist, daß jene Sektmarke am bekömmlichsten und jene Kakes- die bedeutendste sei; die Silhouette der Landschaft aber wurde doch wenigstens nicht verunziert. Wenn man aber jetzt aus den meist- besahrenen Linien seinen Blick zum Wagenfenster hinausgleiten läßt, so sieht man die Strecken rechts und links der Bahn mit hohen Reklamegerüsten geradezu bepflastert, die! uns in bestimmten Intervallen in stumpfsinniger Weise an die zurückgelegten oder noch vor uns liegendert Kilometer erinnern mit dem ständig wiederkehrenden zarten Hinweis, daß die und die berühnrte Lampe die größte Stromersparnis bedeute, oder die uns in grellen Karikaturen die Billigkeit einer Zigarettenmarke vor Augen führen. Diese aufdringliche und häßliche Reklame, die das Landschaftsbild schändet und zugleich ein Attentat auf den harmlosen Eisenbahn- reisenden darstellt, greift neuerdings in geradezu erschreckender Vermehrung Platz, zumal da sich besondere Firmen zur Anbringung solcher „Kilometerreklame" aufgetan haben. Auf gesetzlichem Wege läßt sich natürlich nichts hiergegen tun, es wäre aber tm Sinne des guten Geschmacks zu begrüßen, wenn die Presse wiederholt und dringlich auf diesen groben Unfug Hinweisen würde. Den Reklamestrmen ist es vielleicht gleichgültig, ob sie mit ihren unschönen Reklamebauten gegen, den auteu Geschmack verstoßen. anziehungspunkt der Werke des Künstlers hauptsächlich in der Bildung wunderbarer Farbenschönheiten, nunmehr wird die dekorative Kunst mit der malenden gleichen Schritt halten. Durch die neue Erfindung wird es möglich fein, eine Vase, die bisher 80 Mk. kostete, schon für 20 Mk. bis 30 Mk. zu erstehen, was auch für den Handel von Bedeutung ist. Der neue Farbstoff wird das Platin vollständig ersetzen, und Sch. hofft damit noch schönere Farbeffekte erzielen zu können. Weiter wird die dekorative Wirkung der Gläser dadurch erleichtert, daß die zum Verdampfen des Platin notwendige Hitze (bis 2400 Grad) jetzt wegfallt und damit zur Erzielung einer größeren Formenschönheit eine sorgfältigere Bearbeitung des Kristalls ermöglicht wird. Von den 500 mit dem Großh. Wappen versehenen wertvollen Stücken besitzen Sachen: der Großherzog von Hessen, der Kaiser von Rußland, Freiherr v. Hehl, Freiherr v. Oettinger, das Gewerbemuseum Frankfurt, Grassimuseum Leipzig u. v. a. Für 45 000 Mk. hat der Künstler selbst im Besitz. Die Großh. hessische Edelglasmanusaktur aus der Weltausstellung in Brüssel. Man schreibt uns aus Darmstadt: Zu den Künstlern, die im Geheimen Großes schaffen, gehört auch der Direktor der Großh. Edelglasmanufaktur Joseph E. .Schneckendorf. Erst durch das Ausland werden wir wieder auf ihn aufmerksam genracht. Das Lob, das ihm aus der Weltausstellung St. Louis 1904 sowie auf der Dresdener Ausstellung 1907 — König Friedrich August verlieh ihm die goldene Medaille — gezollt wurde, wird ihm jetzt auch auf der Brüsseler Ausstellung zuteil, nachdem er in Darmstadt 1908 entsprechende Würdigung gefunden hat. Schon auf der Mürrchener Ausstellung 1906 war uch die Kritik einig, daß Tiffanh, Köpping urid Galle wahre ^uwele der künstlerischen Veredelung des Glases geschaffen hätten, daß aber die Schöpfungen Schneckendorfs über allen dreien stehen. Auch die Brüsseler Ausstellung bestätigt dies durch die von Schneckendorf eingeschickten Vasen, von denen eine Brüsseler Kritik schreibt: Man sieht ü. a. die köstlichen Gefäße Schneckendorfs lDarmstadt) bei denen die Blumen und Ornamente in das Glas hineingezaubert zu sein scheinen und deren metallische Lasuren m ihrem farbenprächtigen Schillern an ausgegrabene antike Glasgefäße erinnern. Bei einem Besuche, den ich dieser Tage dem Künstler ab stattete, konnte ich von dem Künstler freilich hören, wie er von manchen Seiten in Darmstadt beurteilt wird. Mit scharfer Satyre erzählte mir der Künstler: „Anläßlich meiner neuesten Auszeichnung äußerte sich die Gattin des Ministers 3E.: „Ach, das jft Wohl der Glasbläser?!" lieber denselben Künstler sagten die M. N. N. 1906: „denn das ist sicher, daß kein Glas- künstler der Gegenwart die Gläser Schneckendorfs erreicht oder gar übertrifft." Und wer einmal Schneckendorfs Sammlungen studiert, kann sich satt schwelgen an dem Zauber der unerhörten Farbenverbindungen und der reizenden Launenhaftigkeit der For- Die Hauptbedingung bei Kunstgläsern: — die Vergeistigung des Materials — finden wir bei Sch. in ganz hervorragender -weile. Man sieht Zier- mrd Gebrauchsgläser in allen Größen, ueinc dunkelleuchtende Schalen in der Farbe und der eigenartigen ^erzweigung des Mosachats, irisierende Ziergläser, große Vasen, die trotz ihres derben Aufbaues echt künstlerische Auffassung verraten Durch einen von Sch. neu entdeckten Farbstoff, der noch fein Geheimnis ist, wird nun feine Kunst in vollständig neue Bahnen gelenfr, da hierdurch die Fabrikation außerordentlich verbilligt und damit das Produkt populärer wird und da weiter auf die Formenschönheit, die bisher mit Rücksicht auf das bei der Bearbeitung hauptsächlich verwendete Platin immerhin eine beschränkte War, noch mehr Wert gelegt werden kann. Bisher lag der Haupt- Das Eingreifen der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten der Republik Liberia ist nicht so harmlos, wie es sich nach dem bekannten Telegramm der „Köln. Ztg." in den Köpfen unserer derzeitigen göttlichen Auslandspolitiker malt. Es wurde mitgeteilt, es sei eine Verständigung mit Deutschland, England und Frankreich vorausgegangen. Hat man danach geforscht, welche Gegenleistungen England für seine Zustimmung bekommen hat, das sich bekanntlich sehr nachhaltig der liberischen Finanzen angenommen hatte? Es wird sich Wohl nicht nur um die Rückzahlung der 2000 000 Mark handeln, die England 1871 der Negerrepublik geliehen hat. Wir Deutsche tun's schon für nichts. Und doch marschiert in diesem westafrikanischen Freistaat der deutsche Raubet an der Spitze! Weite national denkende Kreise in Deutschland hatten die Hoffnung gehegt, daß über Liberia noch einmal die deutsche Flagge wehen werde. Bei geschickter Führung der Reichsgeschäfte hätten wir sicherlich gelegentlich unsere Ansprüche in dieser Richtung geltend machen können. Jetzt sind wir durch freundschaftliche Verständigung auch wieder über diese Sorge hinaus. Amerika nimmt Liberia, und uns passiert nichts. Die letzte verdienstliche Tat des Freiherrn v. Schoen. . . . politifd?e Wochenschau. Gießen, 30. Juli. Es sind große Dinge geschehen, aber die Welt erfährt nur wenig davon, denn den Entschlüssen werden die Taten erst noch folgen. Das Rätselspiel um Bethmann-Hollweg geht immer ruhig weiter. Die neuen Staatssekretäre sind im Amte, aber sie arbeiten geräuschlos. Endlich soll alber, so schrieb vorgestern die „Straßburger Post", der Kanzler doch mit einigen Worten den Schleier gelüftet haben und zwar beim1 Empfang einiger Politiker und Publizisten. Er wolle keine „Sensationspolitik" treiben und die Wahlreform zunächst ruhen lassen. Er erwarte aber, im kommenden Winter die Parteien im Reichstage zu sachlicher, stetiger Bearbeitung der Versicherungsgesetzgebung und der S'traf- prozeßordnung zusammenzuführen. Wir begreifen es, daß der Kanzler die sommerliche Ruhe nicht stören will. Aber einige Ereignisse sind doch eingetreten, über die man auch in der Ferienzeit das Volk etwas mehr hätte aufklären dürfen. Im englischen Unterhause, das noch emsig arbeitet und den Ministern täglich Gelegenheit gibt, über alle möglichen Fragen und Gerüchte sich zu äußern, sind vom Regierungstische aus wichtige Aufklä- rungen über die Frage einer Einschränkung der Flottenrüstungen erfolgt; es schien, als ob das amtliche England es endlich begriffen habe, daß Deutschland der Vervollkommnung seiner Wehrkraft noch nicht-entraten kann. Mit größter Ausführlichkeit ist über unsere deutschen Angelegenheiten gesprochen worden; in Berlin hielt man es nicht für nötig, irgend etwas baftu zu sagen. Es hat Zeiten gegeben, rn denen man der Befolgung des Grundsatzes: Schweigen ist Gold lebhafter zugestimmt haben würde als heute. Im Herbst soll eine neue Heeresvorlage kommen und im Volke, auch wohl bei den Abgeordneten, 'bilden sich jetzt schon die Meinungen darüber — ohne die Regierung, ohne ihre Führung oder Mitwirkung. Herr v. Bethmann-Hollweg braucht keine „Sensationspolitik" zu treiben, er mußte aber doch mit ebenso großem Nachdruck den Eindruck meiden, als fahre er in einem Wasser völliger Unentschlossenheit. Weshalb bekennt er in der Heeres- und Flottenfrage nicht Farbe? Hier kann nicht, wie bei der preußischen Wahlrechtsvorlage, geltend gemacht werden, die Frage sei nicht aktuell und brermenb. Vom Ausland ist das Gerücht verbreitet worden, der König von Italien habe in den Flotten frag en eine Vermittlung versucht, sei aber bei unserem Kaiser damit schroff angewiesen worden. Wir haben Bülows wiederholte Erklärungen im deutschen Reichstag, aber mir haben noch keine feste Gewähr dafür, daß der jetzige Kanzler auf demselben Boden beharren wird. Scheut er sich, seine Meinung und Absicht über die „Flottenfraae" frei heraus zu sagen, er, her die ruhigere Tätigkeit in oer inneren Bureaukratie der Entschlußfreudigkeit des Staatsmannes und Diplomaten vorzuziehen scheint? Vielleicht kommt der Teich der amtlichen auswärtigen Politik wieder in ein sicheres Strombett, wenn Herr von Kiderlen-Wächter das Ruder ergreift. Er soll, nach einer Zeitungsmeldung, in Wien geäußert haben, es werde ihm wohl in Berlin nicht schwer fallen, seinen Ansichten über Die Tinge Geltung zu verschaffen. Das Hingt beinahe so, als werde das diplomatisch unbeschriebene Blatt Bethmann leicht und gern auf sich schreiben lassen. Daß der neue Staatssekretär in Mariendad zwei Tage mit dem gewandten und Erstes Blatt 1««. Jahrgang Samstag 3«. Juli 1910 erscheint täglich, außer Bezugspreis: Sonntags. - Beilagen: W ▼ monatlich75P^viertel- «bVHVQVIIVI «ihviuvi für di- Redaktion 112, ___ Verantwortlich füi den MU . General-Anzeiger für Oberhessen bis Dornütta$ni9niU)r^ Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Unw.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. ^ngci:qentcHe^;^ÜVeec? Im Jahre Mill. Mk. Sisalhanf, für 1 Mill. Mk. Kaffee, für 1 Mill. Mk. Rohgummff für 0,8 Mitt'. Mk. Rohhäute, für 0,8 Mill. Mk. Kopra, für 0,6 Mitt. Mk. Elfenbein: aus Kamerun für 4,8 Mill. Mk. Rohgummi, für 2,7 Mill. Mark Kakao, für 2,2 Mill. Mk. Palmkerne, für 1 Milt. Mk. Palmöl, für 0,9 Mitt. Mk. Elfeirbein; aus Togo für 2 Mill. Mk. Mais, für 1 Mill. Mk. Palmkernc, für 0,5 Mill. Mk. Palmöl, für 0,6 Mill. Mk. Rohgummi, für 0,4 Mill. Ml. rohe Baumwolle; aus Südwcstafrika für 6,3 Mill. Mk. Kupfererz, für 1 Mill. Mk. Rohblei; von den Marschall-Inseln für 3,3 Mill. Mark Phosphat; aus Samoa für 2,4 Mitt. Mk. Kopra. Die Ausfuhr Kiautschous besteht wohl nur zum kleineren Teil in Erzeugnissen dieses Schutzgebietes, zum größeren aber Wohl in solchen des chinesischen Hinterlandes. Im Jahre 1908/09 umfaßte die Ausfuhr Tsingtaus u. a. für 18 Mill. Mk. Strohbotte/ für 5,5 Mitt. Mk. Erdnußöl, für 4,4 Mill. Mk. geschälte Erdnüsse, für 3,4 Mill. Mk. Schantung-Pongees, für rund 4 Mill. Mark gelbe Seide und Seidenabfälle, für 1,2 Mill. Mk. Bohn en- öl, füv 1 Mill. MS, schwarze Datteln. zielbewußten Leiter her auswärtigen Politik Oesterreichs offenbar ernst verhandelt hat, sieht gleichfalls danach aus, als sehne der Kanzler sich danach, die Bürde der auswärtigen Polittk von seinen Schultern abzunehmen. Herr v. Kiderlen- Wächter hat jetzt eine ähnliche Aufgabe, wie sie Herr Dern- burg bei feinem1 Amtsantritt vorfand. Er hat unserer auswärtigen Politik wieder Richtung und Ziele zu geben. Und dann wird die Antwort auf die so beharrlich wiederholten Flottenverständigungspläne hoffentlich nicht nur einer Augenblickseingebung gefolgt sein. Dem bisherigen Staatssekretär Freiherm v. Schoen wird keine Träne nachgeweint. Er soll sich, so hieß es in einer offiziösen Meldung, tief gerührt vom Personal des Auswärtigen Amtes verabschiedet haben, und er erhielt, so wurde gleichfalls geschäfttg mitgeteilt, vom Kaiser Franz Josef eine hohe Ordensauszeichnung. Als daran unser amtliches Wolffsches Bureau noch die Verkündung knüpfte, Freiherr v. Aehrenthal habe dem aus dem Amte scheidenden Staatssekretär in verbindlichsten Worten zu der österreichischen Auszeichnung gratuliert und Herr v. Schoen habe tiefgerührt gedankt, ferner, das „Wiener Fremdenblatt" habe gleichfalls dem Herrn v. Schoen einen freundlichen Abschi eds ar tikel gewidmet — da war die stolze Genugtuung über dem eisigen und ablehnenden Verhalten der deuffchen öffentlichen Meinung fertig. Herr v. Schoen geht, gnadenüberhäuft, nach Paris, wo er natürlich wie ein Retter begrüßt wird. Er hat ja, nach dem Urteil der Pariser Presse, bei der Mannesmann-Fraae die französischen Interessen so entschieden vertreten, als ob es die eignen, deutschen, wären. Herr v. Kiderlen-Wächter wird ein scharfes Auge auf die westliche Nachbarschaft haben müssen, und besonders auf unseren dortigen Vertreter, „daß er zur Pfeife nicht Fortunen dient". Wie der Reichsregierung bei der Erledigung von Fragen der Zoll- und Handelspolitik ein ständiger Beirat, nämlich der aus Berttetern von Landwirtschaft, Industrie und §anbeC zusammengesetzte Wirtschaftliche Ausschuß, zur Seite steht, so soll, jetzt auch ein ständiger Wirtscyaftlicher Betrat zur Unterstützung der Reichskolonialverwaltung in kolonialwtrt- schastlichen Fragen geschaffen werden. Dem zu blldenden Beirat sollen vornehmlich auch solche Fragen zur Beratung und Begutachtung vorgelegt werden, die die Produktton: der von unserer heimischen Jndnsttie notwendig gebrauch-- ten Rohstoffe in den Kolonien betreffen. Diese Fragen sind, so schreibt die „Bolksw. Korr.", von großer Bedeutung, und der wirtschaftliche Beirat wird hier Gelegenheit bekommen, das Wohl der Kolonien und der heimischen Volkswirtschaft nach verschiedenen Richtungen zu fördern. Schon jetzt sind unsere Kolonien an der Versorgung des Mutterlandes: mit industriellen Rohstoffen und anderen für den heimischen" Konsum notwendigen Prodllkten ziemlich stark beteiligt. In dem Zeitraum 1903 bis 1908 ist die Ausfuhr unserer Kolonien wie folgt gewachsen. Der Wert der ausgesühr» ten Produkte betrug (in Millionen Mark): Afrikanische ' ZöklbeWnstig'uü^ (iniic^eTi diese Artikel nicht, sie müssen vielmehr denselben Zoll bei uns bezahlen wie die Erzeugnisse fremder Länder. Ebenso wird der deutschen .Einfuhr nach den Kolonien feine Voiz.. gsbehandlung vor der (Mfuhr aus fremden Ländern zuteil. Mit der Frage, vb es ange-z-eigt erscheint, ermäßigte Zollsätze oder gänzliche Zollfreiheit im Verkehr zwischen Deutschland und seinen 'Kolonien einz-uführen, sollte der Beirat der Reichskolonialverwaltung «uch bald befaßt werden. Der vruch zwischen Spanien und dem Vatikan. Rom, 29. Juli. Der „Osservatvre Romano" schreibt in bezug auf die Aeußerungen des spanischen Ministerpräsidenten Canalejas über die letzte Note des Vatikans: Wenn die Aeußerungen genau wiedergegeben sind, könne jemand sich wundern, daß der Heilige Stuhl sich weigere, die Verhandlungen fortzusetzen. Der Heilige Stuhl habe nicht schlechterdings erklärt, die Verhandlungen nicht fortsetzen zu wollen, sondern nur bedingungsweise, wenn nämlich die spanische Regierung fortsahrcn sollte, die Initiative zu ergreifen und einseitig Ent- Ichcidungen über eine Materie zu treffen, die noch Gegenstand von Verhandlungen fei. Der Heilige Stuhl habe das Recht Und die Pflicht, seine Autorität zu wahren und könne nicht dulden, daß im Gegensätze zu den elementarsten Gesetzen diplomatischer Korrektheit die spanische Regierung, wie durch das sogenannte S p e r r c g e s e tz und in Fragen, die noch Gegenstand von Verhandlungen seien, Maßnahmen treffe, die den religiösen Orden außerhalb der gemeinen Rechte stellten. Der Heilige Stuhl könne also nicht unversöhnlich genannt werden, er sei vielmehr einzig und allein für seine Würde und die wichtigsten Interessen der Kirche besorgt. sSan Sebastian, 29. Juli. Ministerpräsident Canalejas erstattete heute dem König Bericht über! die Note des Vatikans und erklärte, die Regierung könne die Bedingungen, die der Vatikan ihr auferlegen wolle, nicht anerkennen. Jii diesem Sinne werde er die Antwort auf die Note abfassen und denantiklerikalenKampf fortsetzen. Er rechnet aus das Vertrauen der .Krone. Die Regierung hätte den Botschafter beim1 Heiligen Stuhl, d e Ojeda, angewiesen, zurückzukehren. Canalejas hält den Bruch mit dem Vatikan für unvermeidlich. Madrid, 29. Juli. Prinz Jaime von Bourbon Nimmt in einem Schreiben an die klerikalen Senatoren und Deputierten auf deren gegen die Politik des Ministerpräsidenten beim Nuntius eingelegten Protest Bezug und beglückwünscht sie tzu ihrer Anhänglichkeit an den Papst. Der Prinz sagt in seinem Schreiben: „Ich glaube, der Tag ist nicht mehr fern, wo die Anhänger der Ordnung in Spanien, sowie die spanische Armee sich unserer rechne werden anschließen müssen, um den Feinden der wirklichen Freiheit eine große Schlacht zu liefern. Dann werde ich zu der Ehrenstellung gelangen, die mir durch die Geburt zugefallen ist." politische Tagesscharr. Zur Reform des Beleidigungsprozcffcs. In der „Deutschen Juristen-Zeitung" hat kürzlich ein Richter Ausführungen veröffentlicht, die angesichts der geringen Benutzung der Einrichtung des Schiedsmannes die Einsetzung von Schiedsämtern befürwortet, weil man diesen mehr Unparteilichkeit zutrauen und sie deshalb mehr in Anspruch nehmen würde. Tatsächlich unterbleibt die Inanspruchnahme des Schiedsmannes lediglich von feiten des Beklagten, also des Beleidigers, dem zudem ein fast unbegrenzter Spielraum zur Beibringung von Entlastungsmaterial gewährt wird. Diese Reinwaschung besteht meistens in Betastungen des Klagers, so daß letzterer förmlich auf die Anklagebank gesetzt und oft in wahrhaft empörender Weise von dem Beklagten mit allen möglichen Beschuldigungen und verletzenden Aeußerungen, die nicht zur Sache gehören, bedacht wird. Der Kläger muß in jedem Falle, wenn der Beklagte an demselben Orte mit ihm wohnt, vor dem Schiedsmann erscheinen, der Beklagte hingegen braucht es nicht, obgleich er den Anlaß zu der Anklage gegeben hat. Aehnlich wird dem Kläger vom Gericht in der Regel persönliches Erscheinen vor Gericht zur Pflicht gemacht, andernfalls die Klage als zurückacnom- inen gilt. 9luf Grund dieses Sachverhaltes ist dem' rechtskundigen Verfasser obigen Aufsatzes von einem Laien eine Aeuße- rung zugesandt worden, in der es heißt, daß mit der Bildung von Schiedsämtern nichts gebessert sein würde, wenn das Erscheinen vor diesen nicht beiden Parteien zur Pflicht gemacht wird. Zur Begründung dieses Verlangens führt der Einsender aus eigener Erfahrung folgendes an: Ich habe einen Beleidiger nicht weniger als dreimal vor den Schledsmann laden lassen müssen, er ist aber niemals erschienen und hat sich nur einmal zu spät mit einer unwahren Mitteilung über Verhinderung entschuldigt. Ich dagegen habe zweimal zum Schledsmann hmgehen und auch das dritte Mal mich dazu bereit halten müssen. Alte Pflichteii inbetresf des Schiedsmaiines sind dem Klager auferlegt, der Beklagte kann machen, was er will, unb fein unentschuldigtes Ausbleiben vom Sühneversuch schädigt ihn vor Gericht iiicht. Hierin liegt meines Erachtens der Hauptgrund der geringen Benutzung der Schiedsinstanz. Der Be- leldiger, namentlich wenn er, wie meistens der Fall, den unteren .Volksklassen an gehört, die in den Städten zum großen Teil sozialdemokratisch verseucht sind, kümmert sich grundsätzlich nicht um den Sichneversuch. Er läßt es darauf ankommen und hofft, durch Hmauszrchen .der Sache dem Kläger die Klage zu tver- leiden, zumal wenn dadurch dem Kläger neue Weiterungen entstehen. Die Mängel des jetzigen Zustandes beruhen in letztem Grunde in der Gleichgültigkeit des Gesetzes gegen Privatbeleidigungen, gegen Ehrverletzungen kund üble Nachreden, die den rechtlichen Menschen oft tiefer kränken als sachliche Schädigungen. Diese Gleichgültigkeit des Gesetzes gegen Beleidigungen des gewöhnlichen Staatsbürgers — bei Beleidigungen von Beamten und Behörden *1* es ganz Inders — gelangt auch in der Einrichtung her Schiedsmänner zum Ausdruck. Dem Beleidigten ist alles mögliche auferlegt, damit er nur ja nicht klage und nicht die Gerichte belästig- Der Beklagte.hat, „NarrmfreihE Hier liegt der Kern des Hebels Das Erscheinen des Beklagten vor dem Schiebs mann muß ihni ebenso zur Pflicht gemacht werden, wie dem Kläger Denn er trägt doch die Schuld an der Klage. ' Wahlabmachungen in Westfalen? Die „Germania" enthüllt einen ganzen Wahlfeldzuas- plan für Westfalen- M 3 m Trotz des Geschreies über den schwarz-blauen Block sind die Nationallibrraleii m (trauter „Heimlichkeit" mit den Konservativen in, W-estfa l^nckch ° ns leißig an der Arbeit, einige Reichstagsmandate Jur qic na einten Wahlen zu verteilen, wobei der „schwarze Block- bruder der Leidtragende sein soll. Wie wir nämlich erfahren, beabsichtigt man im Wahlkreise Hamm dem bisherigen Zentrums-Abgeordneten Wiedeberg'-einen rechtsnationalliberalen Kau- bibaten iveuil'möglich einen Arbeiter, gegenüber zu stellen. Man rechnet'dannt, daß die Sozialdemokraten, die ohnehin gegen Wiede- berg wegen der Finanzreform erbost seien, in der Stichwahl einem evangelischen Arbeiter den Vorzug geben würden. Im Wahlkreis B i e l e s e l d - W i e d e n b r ü cf planen die beiden Parteien einen Verarmten Sonalbohti i aufzustellen, gegen den auch das Zcn- trumin der Stichwahl nicht gut stimmen könne. Man hofft auch auf diese Weise zu verhindern, daß die Christlichsozialen selbstän- big borgeben. Im Wahlkreis Bielefeld-Wiedenbrück haben die „Christlich-Sozialen", die 1903 dort 1723 Stimmen erhielten, ihre Anhänger nicht .unbedeutend vermehrt: 1907 gingen sie im CTÜen Wahlgang mit der Sammelkandidatur Möller. Gehen sie bei der nächsten Wahl selbständig vor, so scheiden Konservative und Nationalliberale aus der Stichwahl zugunsten des Zen- ^rums aus^ Auch im Wahlkreis Hamm-Soest haben die „Ehrrstlich-Sozialen" Boden gewonnen. Durch zwei Kandidaturen glaubt man die Christlich-Sozialen im ersten Wahlgange zu ge- Winnen und so dem Zentrum das Mandat in Hamm und mit r Jv ftr?-e c Zentrums den Sozialdemokraten das Mandat in Biele- seld-Wiedenbrück zu nehmen. In Herford Halle dagegen, wo der Nationalliberale Herr Contze mit Hilfe der „Christlich- Sozialen gegen den Konservativen bei der Wahl 1907 durch ein Ü.^wlschtes.Telegramm siegte, wollen Konservative und National- liberale beide für sich um das Mandat ringen, wer mit oder ohne -Slaldemokrateu oder den Christlich-Sozialen in die Stichwahl kommt. Das Stimmenverhältnis zwischen den vier Par- lolen dürfte für alle ziemlich gleich werden. In Minden- ^.ub decke dagegen herrscht bei der nationalliberalen Partei Jeetgung, einen linksstehenden Nationalliberalen, für den die Fort- olLIt-cr ^"treten wollen, dem Konservativen entgegenzustellen. Ob bie „Christlich-Sozialen" ihre jungen Truppen fortwährend bei bicfer „Sammelpolitik" mitmachen lassen und so Gefahr laufen, bafefie das selbständige Exerzieren vergessen, ist noch nicht bekannt. Recht fraglich dürfte es aber sein, ob die Zentrumspartei in Wieden- bnltf, zum Danke für die Wegnahme des Mandats in Hamm, einen Sammelkandidaten in Bielefeld-Wiedenbrück heraushauen würde. Vie Vertagung des englichen Unterhauses. London, 29. Juli. Premierminister Asguith erklärte im Unterhaus bezüglich der V e t o k o n f e r e n z , die Vertreter der Regierung und der Opposition seien zwölfmal zusammengekommen und hatten mit Sorgfalt einen gcoßen Teil der strittigen Materie in Erwägung gezogen. „Obschon wir bisher noch zu keinem Ueber- emrommen gelangt sind," fuhr Asguith fort, führten doch die Besprechungen zu solchen Fortschritten, daß es nach unser aller Meinung nicht wünschenswert, sondern notwendig ist, sie fortzusetzen. Ich kann tatsächlich noch weitergehen und sagen, wir wurden es für falsch halten, sie in diesem Stadium abzubrechen. Ls handelt sich nicht um eine unbestimmte Fortdauer der Be- vrechungen. Wenn wir in den weiteren Beratungen während der Parlamentspause zu der Ansicht gelangen sollten, daß keine Ansicht auf eine Einigung vorhanden ist, welche dem Parlament im taufe der gegenwärtigen Session mitgeteilt werden könnte, werden wir die Konferenz schließen./" Im Laufe der der Vertagung des Hauses vorausgehenden Haupt- crorterung kamen mehrere Redner auf die in Marokko b er» übten Grausamkeiten zu sprechen. Die Redner legten Der Regierung (nahe, in der Frage eine energischere Haltung cittjuncbmcn und auch die französische Regierung auf die Dringlichkeit der Angelegenheit hinzuweisen. M e. K innonWood erwiderte mit Bezug auf die Folterung der Frau des Gouverneurs von Fez, daß die englische Regierung » französischen das Material über diesen Fall zur Verfügung gestellt habe und sie dafür gewonnen habe, gemeinsam mit der eng- llfchen Regierung auf den Sultan den stärksten Druck auszuüben, um d e n scheußlichen Grausamkeiten ein Ende z u m ie!ten; glaube, daß die französische Regierung in diesem Bestreben ebenio eifrig fei wie die englische. Darauf vertagte sich das Hans bis zum 15. No- v em der. Zu einer formellen Sitzung will das Haus am 3. August zusammentreten, um von der königlichen Genehmigung der Jenöerung der Erklärung bei der Thronbesteigung Kenntnis zu nehmen. rltts rxfjctt. Verschiedentlich tnird mitgeteilt, daß als Nachfolger des Geheimerats Dr. E i s e n h u t h ein juristischvorgebil- d eter Der Mal tun gsb eamt er an die Spitze des hefsi- chen Schulwesens berufen werden solle. Wir können dazu mitteilen, daß es sich bei diesen Mitteilungen lediglich um Kombinationen handelt. Ueber die Besetzung der Mi- nisterialratsstelle in der Abteilung für Schulangelegenheiteu ist im Ministerium noch nicht beraten lvorden, da K. Zt. sowohl der Staatsminister wie auch der FinanMinister auf Urlaub sind und ohne deren Mitwirkung eine so wichtige Stelle auch nicht besetzt werden wird. ^cfKn, 30. Juli. In auswärtigen Blättern wurden Mitteilungen über die Vorbereitungen zur nächsten R e i ch s t a g s iv a h l in unserem R e i ch s t a g s w> a h l - kreis gemacht. „Neue Taaeszig." und „Franks. Ztg."> melden übereinstimmend, daß Prof. Dr. G i s e v i u s von der nationalliberalen Partei aufgestellt werden solle. Während nach der N. T. die fortschrittliche Volkspartei Prof. Dr. '?^^0" Marburg^aufgestellt haben soll, berichtet die Franks. Ztg., daß sich die Freisinnigen morgen erst entscheiden werden, ob sie die natlib. Kandidatur unterstützen oder einen eigenen Kandidaten aufstellcn wollen. In der Tat findet morgen nachmittag eine außerordentliche Wahllreisversammlung der sortschr. Boltspartei statt, die sich hauptsächlich mit der nächsten Reichstagswahl beschäftigen tvird. Nach dem Friedberger Blatt ist außerdem eine.gemeinsame Kandidatur der Deutschsozialen, Christlichsozialen und des Bundes der Landwirte zu erwarten, während es noch nicht feststehe, ob auch der seitherige Aba. Köhler-Langsdorf sich wieder um das Mandat bewirbt. Sozialdem. Kandidat ist wieder Stadtverordneter Krumm. Worms, 29. Juli. Am Mittwoch abend fand im kleinen Saale des „Feschauses" eine stark besuchte Versammlung des bereits am Sonntag 'gegründeten „D e u t sch- vaterländischen Arbeitervereins Worms" statt. Bundessekretär Hilbig-Mannheim hielt einen Vortrag über die vaterländische Arbeiterbewegung. Der Verein, der in der .Hauptsache aus Maurern, Schreinern und Zimmerern besteht, zählt bereits über 60 Mitglieder. Deutsches Aeich. Der Kaiser erwarb von dem Gute Vangsnaes in Sogne ein Stück Land, auf dem das von ihm dem norwegischen Volke geschenkte Frithjofdenkmal errichtet werden oli. Nach dem norwegischen Gesetz wird der Kaiser jetzt die Genehmigung der norwegischen Regierung zum Landankauf einhoten. — Der Kaiser verlieh dem Konsul Mohr den Kroncnorden züveiter Klasse und überreichte ihm die Dekoration eigenhändig an Bord der „Hoheuzollern". Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord ist am Freitag rüh von Bergen nach Swinemünde in See gegangen. Staatssekretär von Kid erlen-W äch t er ist aus Marienbad in Berlin eingetrofsen und nahm in der Amtsvilla Wohnung. Freiherr v. Schoen übergab am Freitag vormittag die Dieustgeschäfte seinem Nachfolger. Die rum än i sch e n Bln tter teilen mit, König Karl habe eine Einladung an den deutschen Kaiser zur Teilnahme an den Herbstmanövern ergehini lassen Wie Münchener Blätter aus Jetzendorf melden, wurde der Reichstags- und L a n d t a g s a b g e o r d nete Freiherr v. Fr eh berg bei einer Ausfahrt in- olge Scheuens der Pferde vom Wagen geschleudert; er erlitt eine Gehirnerschütterung und ist nicht wieder zum Bewußtsein gekommen. Der Kutscher wurde schwer verletzt 2lii5lanö, _ In Italien sanden aus Anlaß des lOjähriger Todestages des Königs Humbert im ganzer Lande feierliche Trauer tu ndgebungen statt. Ällent halben sind die Fahnen halbmast geflaggt. An der Trauei- feier im Phanteon zu Rom haben auch der König, dii Königin und die Königin-Mutter teilgenommen. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Ischl: Der Che des Generalstabes Conrad von Hoetzendorf wurde von Kaiser in Audienz empfangen, um ihm über die Be ratungen des Reichskriegsministeriums betreffend die even tnelle Verlegung oder Absage drr Manöver Bericht zu er statten. Nachdem der Kaiser den Bericht entgegengenommer hatte, verfügte er die vollständige Absage bei diesjährigen Kaisermanöver. Die Petersburger Telegraphen - Agentur meldet auc Ch arbin: Die chinesische Regierung hat be schlossen, die Kolonisation in der Mandschure und in der Mongolei zu verstärken. Um in bei Ansiebelung eine größere Planmäßigkeit zu erzielen, Hai der Prinzregent die Ministerien bes Innern, ber Land wirtschaft und der Kolonieen beauftragt, einen ausführ- lichen Ansiedelungsplan auszuarbeiten. Als Ansiedler soller hauptsächlich die Einwohner der durch Ueberfchwemmungev geschädigten Südprovinzen herbeigezogen werden. Jungtürkische Blätter melden: Eine Karawanr wurde auf dem Wege nach Fez von französischer g ruppen angegriffen, wobei mehrere Hunderi getötet wurden. „Jkdam" meldet, daß der türkische Ministerrat ferne Zustimmung erteilte, dieLiniederBagdadbahn über Aleppo zu führen. In Batum wurde nach einer Petersburger Meldunc das Mitglied der türkischen Deputiertenkammer Paftyr Mas hi an verhaftet unter der Be schuldigung der Teilnahme an den politischen Verbrechen die 1905 in Tiflis begangen wurden. In Täbris wurde eine Handelskammer ge- gründet, der persische und europäische Kaufleute an gehören, um die .Handelsbeziehungen mit Oesterreickr Ungarn, Deutschland und anderen Staaten zu beleben. Das Reutersche Bureau erfährt im Hinblick auf den den indischen Truppen erteilten Befehl, sich für einen Vor marsch nach Tibet in Bereitschaft zu halten: Diese Maßregel sei gänzlich vorbeugender Natur. Es sei im gegenwärtigen Stadium keine Rede von einer wirklickM Expedition oder auch nur von einer Truppensendung übei bie Grenze. Die Maßregel sei nicht' auf den Empfano positiv ernster Nachrichten aus Tibet zurückzuführen, si'c sei nur dazu bestimmt, im Einklang mit den bestehenden Verträgen den Schutz der englischen Haudelsniederlassunaen in Tibet zu sichern. 2Sus StaOt rrnd Land. Gießen, 30. Juli 1910. •* Tageskale n d e r. M i l i t ä r k o n z e r t der Regiments- mufif auf Der Liebigshöhe. Sonntag nachmittag 4% Uhr. Kinematograp h: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. Anlagemusik am Sonnlag vormittag 12 Uhr in bet Sub-Anlage. Spielplan: 1. Wotans 'Abschieb unb Feuerzaubei aus dem Atusikbrama „Die Walküre", von R. Wagner. 3 Ouver. ture zur Over ./Atiguon", von C. Thomas. 3? „Largo", von Handel. 4. Marsch des K. Rufs. Leibgarbe-Semenowsk'schen Neat"i Armeemarsch Nr. 62. 3 ' * *• Eisenbahn-Einnahmen. D i e Verkehrs- Einnahmen ans dem Personen- und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: im Suni 1910 11 040 000 Mk. oder gegen bas Vorjahr mehr 311 000 Mk. — 2,90 Proz.; in der Zeit vom Beginn des Nechnmigsjahres 33 326 000 Mk. ober gegen bas Vgrjahr mehr 1 680 000 Mk. = 5,34 Proz.; für die Preußisch- Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Juni 1910 160 355 000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 5 852 000 Mk. = 3,79 Proz., in der Zeit vom Beginn des Nechnungsjcchres 483 604 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 27 482 000 Mk. = 6,03 Proz. Zum Finanzassessor wiirde der RegierungS- assor Walter Dickors ans Treis a. b. Lumda ernannt. * * Magistrats assessor. Dr jur. Heinrich Kühn von hier, der gegenwärtig beim Frankfurter Magistrat tätig ift, wurde zum besoldeten Magistratsassessor in Rendsburg gewählt. * * Ernannt wurde Emil Boller in Gießen zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Gießen. * ' Prüfung für das höhere Lehramt. Im laufenden Semester ist bie ungewöhnlich hohe Zahl von 87 Kanbibaten angemelbkt gewesen, von benen 75 zur Prüfung gelangt sinb. Nach Abzug von 4 sogenannten Erweiterungs- Prüfungen verblieben 71, unb zwar 25 der mathematisch- naturwissenschaftlichen, 46 ber philologisch-historischen Fächer. Unter letzteren find besonders die neueren Sprachen stark vertreten. Der Ausfall war günstig. Nur 12 Kandidaten Haden nicht bestanden; von den übrigen erhielten 4 die Gesamtnote ausgezeichnet, 15 sehr gut, 24 gut, 16 genügend. Erfreulich t auch die große Zahl der erworbenen Lehrberechtigungen ür die Oberstufe, was um so wichtiger ist, als nach einer zwischen den Bundesstaaten in Kraft getretenen Verpflichtung die gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse u. a. auch davon abhängt, daß der Unterricht von dazu berechtigten Lehrern erteilt wirb. Unter den 71 Kandidaten kamen 30 vom humanistischen, 20 vom Realgymnasium, 21 von der Oberrealschule. Auf bie philologisch-historischen Fächer entfielen von den Humanisten 23 (2 ausgezeichnet, 6 sehr gut, 6 gut, 7 genügenb, 3 nicht bestauben), von den Nealgymnasiasten 15 (4 sehr gut, 7 gilt, 3 genügenb, 1 nicht bestauben), von den Oberrealschul-Abitnrienten 8 (1 sehr gut, 4 gut, 2 genügenb, 1 nicht bestanden). Auf der inathcmatisch-naturwissenschaft- lichen Seite standen 7 Hinna/iisten (1 sehr gut, 2 gut, 2 genügend, 2 nicht bestanden), 5 Nealgymnasiasten (1 sehr gut, 2 genügend, 2 nicht bestanden), 13 Oberrealschul-Abiturienten (2 ausgezeichnet, 3 sehr gut, 5 gut, 3 nicht bestanden). Schließlich sei auch an dieser Stelle nachdrücklich der Wunsch ausgesprochen, es möchten Mittel und Wege gefnnden werden, um das tatsächlich schon in erschreckendem Umfange einge- tretene Abwandern gerade der Tüchtigsten unter den Aschen, jugendlichen Amtsanwärtern zu verhindern. Hebel angebracht ist namentlich die der Negierung schon mehrfach empfohlene Sparsamkeit, die auf volle Ausnutzung der Pflicht- tiidenzahl bringt und dadurch die Möglichkeit zu zeitiveiliger, bescheidener Versorgung der Lehramtsjugend erschwert. DaS gerade Geg^^etl davon ist zu erstreben, lind wahrlich nicht nur im Interesse der Referendare und Assessoren, sondern vor allem im Interesse unserer lernenden Jugend, der die tüchtigsten Lehrer zu gewinnen und zu erhalten eine ernste Pflicht ist, vor der auch der berechtigtste Sparsamkeitseiscr oerflummeti sollte. ** Gießen auf der Berliner Ausstellung 1911. In der letzten Sitzung des hiesigen Verkehrsvereins- Ausschusses wurde berichtet, daß die hessische Regierung in Verbindung mit der Kurdirertion Bad-Nauheim, der Großh. Domäne-Verlvaltung (für Wein) und dein Großh. Keramischen Institut in Eberstadt einen eigenen Pavillon in der internationalen Ausstellung für Reise und Verkehr in Berlin 1911 Mi errichten beabsichtigt. Es kommt ein Nauheimer Prunrbad — Zelle nebst Vorraum und keramischen Eingangstor — zur Vorstellung und Mar an ganz hervorragender Stelle im Ansstellungsgebände, mit einem Kosten- aufwand von 15—18000 Mk. Außen um diesen Pavillon herum entstehen einzelne Abteilungen, durch Stellwände getrennt, die einzelnen Orten des Großherzogtnms über* iassen werden, um durch Dioramen ihre Städtebilder und landschaftlichen Schönheiten z-eigen zu können. Der Gedanke ist großzügig und es unterliegt keinem Zweifel, daß diese geschlossene Ausstellung Hessens mit der anziehendste Teil der Ausstellung werden wird. Ein sprachkundiger Aufseher wird die Verteilung und Abgabe der Führer und Prospekte an das Publikum überwachen. So hat denn auch der hiesige Verkehrsvercin in richtiger Erkenntnis der außerordentlichen Bedeutung diese Gelegenheit, das jetzt schöne Gießen und seine herrliche Umgebung in bester Weise bekannt zu machen, benutzt und "durch eine Zeichnung von 250 Mark seine Beteiligung gesichert. Das Städtebild Gießens, das zurzeit durch einen Kunstmaler aus Hamburg hergestellt wird, wird nach der Skizze ein wirklich vortreffliches Kunsterzeugnis werden und in der rubr. Ausstellung seinen Zweck in wünschenswerter Weise neben einer Anzahl neuer und mustergültiger Bilder, wozu Klischees zurzeit angefertigt werden, erfüllen. Da diese Klischees auch im nächsten Führer von Gießen Verwendung finden sollen, wäre der Verkehrsverein dankbar, Anregungen für eine oder die andere Aufnahme entgegennehmen zu können. ** Das Jugendfest war von 7905 zahlenden Personen besucht, von denen 3434 ihre Karten im Vorverkauf nahmen und 4471 sie an den Kassen am Festplatz lösten. Rechnet man dazu die rund 4000 Kinder, die beim Fest beteiligt waren, das Aufsichtspersonal, die Geschäftsleute und die ohne Karten zum Fest Gekommenen, so ergibt sich, daß etwa die Hälfte der Bevölkerung an dem Fest teilnahm. ** Mäus ev ertilgung. Auf Anregung fand gestern im Beisein eines Praktikanten der Hessischen Landwirtschaftlichen Versuchsstation hier im Neustädter Feld die Vorführung eines Apparates zur Mäusemassenver- tilgung mittelst Ranch statt. Der von Edgar Borrmann hergestellte Apparat arbeitet sehr gut und bezweckt, Rauch in die Baue der Mäuse zu bringen, um sie darin zu ersticken. Es wurden in jedem bewohnten Bau nach dessen Offenlegen die erstickten Mäuse vorgefunden. In einem Ban fand man zwölf tote Mäuse. Da der Versuch als gelungen bezeichnet werden muß, und das Verfahren sich auch bedeutend billiger stellt als das Vergiften, so ist die Vertilgung der Mäuse mittelst Rauch sehr "zu empfehlen, besonders für die Gemeinden. △ Klein-Linden, 29. Juli. Der Geflügel- und Kaninchenznchtverein hält am 7. August in dem Saale zur „Deutschen Eiche* eine Geflügel- und Kaninchen- scha n nnt Prämiierung, Konzert, Tanz und Kinderspielen ab. 4 2 id), 29. Juli. Der Kirchengesangverein unternahm hellte seinen Jahresausflug nach der Saalburg, Homburg v. d. H. und Bad-Nauheim. — 3m Herbst will der Kirchengesangverein (gemischter Chor) gemeinsam mit dem Gesangvereiil „(Säcilia* ein größeres Konzert veranstalten. Beide Vereine stehen unter Leitling von Lehrer W. Zimmer. 0 Lich, 29. Juli. Auf einen geschichtlich interessanten unterirdischen Gang ist man dieser Tage bei Kanalisationsarbeiten am Fuhrschen Hause in der Södelhof- gasse gestoßen. Es handelt sich jedenfalls um einen unterirdischen Zufluchtsweg, der nach dem früher befestigten Södelhof (ursprünglich „Seelenhof") führt. Dieser war nämlich in früheren Jahrhunderten eine sogen. „Freiftätt e", die nach dem damaligen Gerichtsgebrauch einen Verbrecher oder den eines Verbrechens Beschuldigten eine Zuflucht gewähren durfte, wenn sie von ihm, ohne bemerkt zu werden, erreicht wurde. Tort blieb der Flüchtling dem Gesetz nach vorerst vollkommen unbehelligt, und es wurde ihm Zeit gelassen, von dort aus seine etwaige Unschuld nachzuweisen. — Die unterirdischen Gänge spielten hier überhaupt eine große Rolle. Schon mehrfach ist man bei den Kanalisationsarbeiten der letzten Jahre auf solche gestoßen, ohne ihren Zweck in allen Fällen immer mit Sicherheit deuten zu können. Sehr lange bekannt sind hier schon zwei Gänge, die von dem niedergelegten früheren Oswaldschen Hause auf dem Kirchenplatz und dem Schneiderschen Hause in der Oberstadt nach der Maricnstiftskirche führen und noch teilweise erhalten sind. Wann und zu welchem Zweck sie gebraucht mürben, darüber herrschen hier verschiedene Meinün- gen. Möglich ist, daß sie in Belagerungszeiten auch als Zufluchtswege zur .Arche als letztem Zufluchts- und Der-, teidigungsort benutzt worden sind. ----- Bad - 9tall heim, 29. Jllli. Bis znm 28. Juli sind 22 7 45 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 7782 anwesend waren. Bäder wurden bis 311m 28. Juli 272 145 abgegeben. 0 Friedberg, 30. Juli. 9(m Montag beginnen hier die Schulen den Unterricht wieder. Damit kommt wieder Leben in unsere im Juli so stille Stadt. Nlir das Lehrerseminar hat wegen baulicher Veränderlingen, die im Internat vorgenommen werden (u. a. Anlage einer Zentralheizung), 14 Tage Ferienvcrlangerung. Auch die Herbstferien sollen aus demselben Grunde verlängert werden. Gegenwärtig lvicd in den Räumen deS Lehrersenlinars ein Zeichenkursus für Lehrer abgehalten. ver Kaiser und die Stadt Elberfeld. Elberfeld, 29. Juli. Von beni Kaiser ging auf daS an ihn gerichtete Huldigungstelegramm folgende Ant- wort ein: Dem Oberbürgermeister und derSiadtverordneten-Versammlung entbiete ich meinen landesva'tcrlichen Dank für die mir am heutigen Gedenktage dargebrachte Huldigung. Tie Art, wie der Gedenktag acfeiert wird, zeugt von dem in Elberield lebenden Gemeinsinn. Ich erblicke darin eine Bürgschaft für die Erfüllltug meiner aufrichtigen Wünsche für daS weitere Blühen unb Gedeihen der Stadt. Ich gedenke nod) mit Freude des Empfanges, den Elberfeld der Kaiferm und mir gelegentlich der Einweihung des Rathauses im Jahre 1900 bereitete. wandern und Reisen, väder und Sommerfrischen. — Bad-Nauheim, 28. Juli. Zu Gunsten des Pensionsfonds der Kurkapelle (Leipziger Winderstein-Orchecher) fand hier- selbst im vollbesetzten neuen Konzerthause ein Elitekonzert statt, das wieder den Beweis lieferte, welch' großer Beliebtheit Kapelle und Dirigent sich in der großen musikalischen Gemeinde aller während der Kurzeit hier anwesenden Nationen und in den weiten Kreisen der Einwohnerschaft erfreuen. Nach der wundervollen Wiedergabe von Gluck-Wagners „Iphigenie in Aulis" unter Prof. Windersteins sicherer Leitung kamen zum ersten Male St. Säens sinfonische Dichtung „Das Spinnrad" und von dem national-finnischen Komponisten Sibelius die „Elegie" und „Musette" aus König Christan II. und „Valse trifte" aus Järnefelds Drama Kuolcma (Der Tod) zum Vortrag. Für sämtliche musikalischen Genüsse quittierte das Publikum durch lebhaften wiederholten Beifall. Durch Spielreinheit und sehr lebendige feinsinnige Wiedergabe zeichneten sich 2 von Konzertmeister S z a n 10 vorgetragene Sarasatsche Solostücke für Violine mit Klavierbegleitung aus. Heldentenor R ö ß n c r vom Stadttheater in Mainz erfreute die Zuhörer dur.ch 2 Wagnersche Arien. Die Königliche Kammersängerin Fräulein Ellen Beck aus Kopenhagen, die lediglich zur Mitwirkung an diesem Ehrenabend der Kurkavelle aus ihrer nordischen Heimat eingetroffen war, erwarb sich wiederholten stürmischen Applaus durch den seeleiwollen Wohlllang ihrer Stimme und die ebenmäßig gleiche Kraft derselben in hohen und tiefen Lagen bei Liedern von Brahms, Strauß und Schubert. Die ausgezeichnete Akustik des neuen Konzerthauses sand allgemeine Aberkennung. Vermischtes. * Eugen-Richter-Denkmal und Regierung. Man schreibt uns aus Berlin: Die Tatsache, daß die (H-richtung des geplanten Eugen-Richter-Denkmals auf dem Askanischen Platze so lange aujf sich warten läßt, ist, wie der „Inf." mitgeteilt wird, lediglich dem Mangel an genügenden Geldmitteln zuzuschreiben. Seitens der zuständigen Ministerialbehörde wurde bereits im Mai 19 0 9 erklärt, daß der Errichtung des Denkmals für den hervorragenden Parlamentarier auf dem Schmuckplatze des Askanischen Platzes in unmittelbarer Verlängerung der mittleren Achse der Bernburgerstraße oder südlich derselben nichts im Wege stände. Die Angelegenheit ruht demnach jetzt lediglich in den Händen des Denkmal-Komitees und der städtischen Behörden. Der bereits für das Denkmal zusammen- gebraebte Fonds ist durch Abgabe eines namhaften Betrages für die Schaffung eines Eugen- Richter-Turmes in Hagen, der voraussichtlich im Herbst eingeweiht werden kann, derart geschwächt worden, daß eine weitere Auffüllung notwendig erscheint. Vermutlich wird in diesem Herbst mit neuen Sammlungen begonnen werden. Bis jetzt auch die Wahl eines Bildhauers für die Herstellung des Monumentes nicht vorgenommen werden können. Es existieren lediglich private Skizzen des Bildhauers Arnold, der auch das Schulze-Delitzsch-Tenkmal errichtet hat. Ta ein Denkmal in ganzer Figur gewünscht wird, so erscheint eine weitere Vermehrung der Mittel durchaus wünschenswert. * Gewitzigt. „Warum gehen Sie dieses Jahr nicht ins Bad, Frau Speckhuber?" — „Fällt mir gar nicht ein; wahrend der 3eit, die ich voriges Jahr fort n>ar, ist men Li ann so tni wildert, daß ich ein halbes Jahr lang an ihm. rouber zu cm hea hatte!" * Berechtigte Furcht. „Fräulein Liddy . '*• „Nich' doch! Mein Bruder könnte plötzlich beteinfommen und uns !chen' ' — „Nun, was wäre da weiter? Er würde mich auch nicht um- bringen!"„Das nicht, abcr er würde versuchen, Sie anznmnnpen — und mir sind dadurch schon zwei Bewerber abgejd :iapt)t!" Kleine TageSchronit. Der Hüttner Günther in Marbach bei Fulda hat feine Frau ermordet und sich dann selbst entleibt. Der Briefträger Bergmann, der auf dem Berliner Postamt 17 50 000 Mk. unterschlagen hat, ist am Freitag in Berlin verhaftet worden. Aus Berlin wird gemeldet: In später Nachtstunde zwischen Freitag und Samstag watete ein Großfeuer in der Eisengießerei von R 0 c s s e m a n n u. Kuehn em ann in Reinickendorf. DaS Modellhaus und die Tischlerei wurden zum größten Teil eingeäschert, während im Gießereihaus alle brennbaren Gegenstände der Vernichtung verfielen. Ter Kampf der Feuerwehr war durch die enorme Hitze sehr erschwert. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Gotha: Kurz nach 4 Uhr nachmittags gab Major Groß, der Kommandant des Lustschisfes „M. 3" den Befehl, los zu lassen. Er hoffte dem aufsteigendcn Gewitter vorauszueilen Das Luftschiff kam aber wieder wegen deswiderwärtigen Luftdruckes nicht hoch und trieb gegen den die Luftschiffhalle umfassenden Drahtzaun, der durchbrochen wurde. Es trieb dann dicht über der Erde hin, durch ein Haferfeld. Die nacheilenden Soldaten hielten es schließlich fest. Als es in die Halle zurückgebracht worden war, ergab sich, daß weder das Schiff, noch die Insassen irgendeine Beschädigung erlitten haben. Aus Innsbruck meldet man: Im Sextentale stürzte während eines Gewitters eine Heuhü11e ein, worin mehrere Personen Schutz gesucht hatten. Ein Mädchen wurde getötet und mehrere Personen verletzt. Der Lokalanzeiger meldet aus Wien: In der Wohnung des Bankdisponenten Dubsky stahlen Einbrecher Wertgegenstände in Höhe von 60 000 Kronen; von den Einbrechern fehlt jede Spur. In der U m g e g e n d v 0 n M a i l a n d ist g r 0 ß e r S ch n e e- f a l l eingetreten. Die Po-Ebene ist vollständig, verwüstet; Lawinen sperrten die Zufahrtsstraßen im Gebirge. Eine große Anzahl Menschen wurde verwundet. Handel. New york, 30. Juli. Tie nationale Vereinigung in Newyork znr Regelung der U in l a u s s rn i t t e l ist heute gegründet worden. An der konslitntionierenden Versammlung im Elearinghouse nahmen Vertreter von 27 NationcUbanken und ein Stellvertreter des Schatzamtes teil. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Werterdien ft st elle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Der Einfluß des hohen Druckes im Osten wird immer geringer. Randwirbel der westlichen Zyklone brachten gestern vielfach im Gebiet Regen, strichweise auch Gewitter. Auch beute dauert das trübe Wetter mit Regen an. Bei tiefem Truck über Westeuropa nehmen jetzt dir Regeufälle wieder zu. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 31. Juli 1910: Regenicüle, strichweise Gewitter, frischer Südwest, mäßig mann. Gekochtes Obst ist wichtig für die Ernährung und sollte jetzt auf keinem Tisch fehlen. Rote Johannisbeeren und Himbeeren (welche sehr gut zusammen passen unb jetzt reichlich vorhanden sind) schmort man Und serviert dieselben mit einem Flammeri and Indamin und Vollmilch. Ein gleich verlockendes Sommergericht ist ein Mondamin-Fruchtflammeri. Man nimmt statt Mich oen frischen Fruchtsast. Man erhält 1L. Obstsaft ans 1 Psd. Obst, das man mit wenitz Wasser schmort, koche dann kalt angerührte 70 Gr. Mondamin hinein, 3 Minuten lang, nicht 10 Minuten, wie bei Milch. Rezepte auf den Mondamin-Paketen a 60, 30 u. 15 Pfa. Rüsselsheim Main ir Man verlange Preisliste. 06335 w die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Statt besonderer Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meinen lieben Mann, unsern guten, treusorgenden Vater. Grossvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Gemeindevorsteher Johann Georg Hölz nach langem, schweren Leiden im Alter von 64 Jahren zu sich in Die trauernden Hinterbliebenen Lützellinden, den 29. Juli 1910. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr statt. Versteigerung. Montag den 1. August sollen dahier, Walltorstr. 6 (Darmst. Haus» 06334 1 Ladeneinrichtung, 1 Kassenschrank, 1 Musikautomat, 2 Säcke Horn, 1 Klavier, 1 Fahrrad, drei Mille ,8ig-, 2 Hobelb., 26 Pack Bilderleisten, 100 Mistbectfenst., 1 Part. Werkholz, 3 Bilder, em Seltersmassersültmasch., mehr. Pferde u. Wagen, svw. verseh. Lsattlerw., Haus- u. Küchenger. a. A. zwangsw. versteigert werd. Gießen, den 30. Juli 1910. Seipel, Gerichtsvollzieher. Neue Kartoffeln Perle von Erfiirt und Kaiserkrone per Ztr. Mk. 3.50 liefert frei ins Haus E. Rosenbaum, 4161] Krofdorfer Str. 15. Telephon 403. Freibank. Heute: Kubfleisch 40 Psg. (B’°/T mneeeee Prim Neue hM.PMeriM Stück 6 Pfg. ff. marn. Herinqe Stück 9 Pkg. Neue Kartoffeln 10 Pfund 45 Pfg. 25 „ 1- Mk. Neue gros;e Gurken 4159] Stück 6 Pfg. Jakob Maternus Mital. d. Nabatlspar-Vcreinigung. Danksagung Die trauernden Hinterbliebenen. Lich, den 30. Juli 1910. 4137 Für die uns erwiesene Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Blutter Frau Marie Ludwig sagen mir unseren innigsten Dank. Kis. fiiiihcrbcttikllf gesucht. Schriftl. Angeb. m. Preis u. 06282 an den Gießener Anzeiger erbet. Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher und allgemeiner Teilnahme, die uns bei dem Hinschetden unserer lieben guten ajhitter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Barbara Pflanz geb. Gremm dargebracht wurden, sowie für die liebevolle Pflege der ev. Schwestern und die zahlreichen Kranzspenden sagen wtr unseren herzlichsten Dank. ,06324 Familien Aug. Kalbfleisch, Kuhlmann u. Hahn. Gießen (Rodberg 1), Dahlhausen, d. 30. Juli 1910. Frische Einmachgurken, neue Kartoffeln, neue Zwiebeln liefert billigst Karl Rühl. Langgöns. An jedem Wochenmarktßtage auf dem Brand am Eingang zum Alten Schloß. Bestellung, werd. frei inö Hans geliefert. 106327 Zu verkaufen Günstig. GeleplieitsM In BenSbeim (Bergstr.i ist Geschäftshaus Mitte der Stadt (gute 8agc\( erbteilungshalber unter giinst. Beding, sofort zu verkaufen.! Schriftl. Angebote mit. 4139 a. d. Gießener Anzeiger erb.s Trockenes Brennholz z. verk. 4136] Karl Hakn, Löberstr. 17. Wcgzugshalber ist um. günst. Bed. in Darmstadt eine prächtige Billa direkt vom Besitzer z. verk. Neu» zeitlich, solid, prakt. erbaut, ruhige ges. Höhenlage, in vornehm. Prof.- Viertel, am Wald, el. Haltestelle, 12Wobnr., gr.Diele, Glasveranda, 3Balk.,2Log., gr. Badez., Winterg., Gas, elektr. Licht, Zentralheizung. Herrl. Garten, tut 1012 qm. Preis 77 Mille, xh Änz. Hvvoth. 470. Näheres: Landhaus Daheim, Darmstadt. I ss-*'? Bad-Nauheim Hsrl-W Germania, Giessen G-au IX a des D. K. B. mit Anfang 41/, Uhr. Eintritt 40 Pfg. 4108 SASffeEBKBAK'Z Konzert Tanz 170 Meldungen 10 Stafettenmannschaften 06232 Es ladet freundlichst ein Ludwig Werner. 4152 den 31. Juli, wozu ergebens! einladet Anfang nachm. 4 Uhr 4143 Morgens oy3 Uhr Wortdmtfe Nachmittags 3 Uhr Endkämpfc Sportplatz Rodheimer Straße EiMchreis 30 Psg., LGlcr und Militär 20 M. M. Rohrbach. Anfang nachm. 4 Uhr Sonntag den 31. Juli a. c. Wald-Fest am Ludwigsbi'imnen. Kinderspiele VIS! TKA R TEN ln J^r beliebigen Schriftart und Kartonsorte, -----1 sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrihVsche Univ.-DruckereL = - Musik Zur schönen Aussicht Lollar Sonntag laiebig-shöhe. Sonntag den 31. Juli im großen Saale Militär» - Aksnzsrt ausgeführt von der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm" unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löb er. Ludwig’starg* b.wäeseCk Herrlich gelegener Ausflugsort direkt am Wald, an der Busecker Strafte. Guter bürgerlicher Gasthof mit separaten Simmern- Schöne Kegelbahn. Telephon-Anschluß. Es empfiehlt sich bestens 4*53 Lodwig Werner, Mineralwafferfabrik. Gemeinsamer Spaziergang dahin ab Bahnübergang am alten Schiffenberger Weg präzis 3% Uhr nachmittags. Der ungünstigem Wetter abends 8f2 Uhr (Safe Ebel. LEHMANN sein neuester großartiger Schlager ^Der Zerstreutes der Recht wieder stürmisch belacht wird. Für das Vaterland, ergreifendes Drama. Das Urteil des Narren, Humor. Schlager. -A-bschiedswort. Da wir nicht persönlich Abschied nehmen konnten, so sagen wir bei unserem Wegzuge von Giessen auf diesem Wege allen lieben Giessenern, die uns bekannt und befreundet sind, ein herzlichstes Lebewohl ! Wir bitten, uns ein freundliches Gedenken bewahren zu wollen. 06263 Giessen, 30. Juli 1910. Kirchenrat Dr. Naumann und Frau. Sonntag den 31. Juli 1910 Grat olHtie MO Bezirksfest d. 8. Bezirks d. westdeutsch. Verbandes Biograph Plockftraße 12 06287 Plockftraße 12 Das verlorene Perlenhalsband Großartiges Drama nach dem Kriminal-Roman von Jule Nepas, 320 Meter. Stranftcnznchterei in Kalifornien. Sehr lehrreich und höchst interessant. Giessener Sportverein von 1900. Didwigstarg hri Wiestcl Sonntag den 31. Juli, von 3 Uhr an Großes Preis-Kegeln Pflicht u. Bruderliebe Troßes Sensationsdrama nach dem Leben. Wenn man alt wird, humoristisch. Tonbild: Allein zu zwei«, im Wald allein. Wer übernimmt Annahmestelle einer bedeutenden Neuwascherei? Hoher Verdienst ist damit verbunden. Nur in bester Lage, parterre Wohnende, sowie Geschäfte bevorzugt. Schrift!. Anfragen unt. 4105 an den Gietz. Anz. erbeten. Ter Vorstand. 4 &CHTUMG! ACHTUNG! gebeten. 4135] 0M11j Gründ!. Unterr. tn Weiftz.- u. Mmchinennäh.w.ert.Plockstr.l6IV. Mk. 10 000 II. Hypothek auf vt. Objekt hint. 29000 Mk. Bank- hyvothek v. pünktl. Zinsz. gef. Schriftl. Angebote unter 06280 Abfahrt 1 Uhr 45 Min. nachm. Slachzügler 3 Uhr 25 Min. und Uhr 10 Min. „Zmn Ostend“] (Sonntag: Tanzmusik. R.-KL ,Hassia‘. Sonntag den, 31 Juli: Familien Ausflug mit Tanz n. Heuchelhetrn z. Ludwigsburg. Um zahlreiche Beteiligung wird Artillerie-Verein Sonntag den 31. Juli Ausflug nach der Menburg mit Musik. Abmarsch 2% Uhr voni Vereinslokal, Kamerad Röftinger. Sonntag den 14. August Fahnenweihe d. Artillerie- Vereins, Frankfurt a. M. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. v*7t Der Vorstand. Sonntag, 31. Juli, nachmittags 2 Uhr Misfiorrsfest i. Lang-Göns unter Mitwirkung mehrerer Posaunenchöre. Festredner: Missionar Paulsen aus Indien (Hermannsburger Mission) und Pfarrer Bömel, Rodheim a. d. B. p30/, Verein Contentiä Sonntag den 31. Juli: Familien - Ausflug nach R o d h e i m a. Bieber zu Gastwirt Bender. Montag d. 1. August, abends 8V» Uhr Sanptübung Vollzählig. Erscheinen ist dring, erwünscht. (v30/? Das Kommando. Geschw. Kartbaus lzugezogen) empfehlen sich im Kostümnähen m und außer dem Haufe. 106809 Schiffenberger Weg 62. Meine Auto-Tunnelbahn ist morgen Sonntag noch- ~W mals auf dem Schützenplatze aufgestellt. Mein IST- Boden-Karussell befindet sich am neuen Sportplatz, **QS Rodheimer Str. Eröffnung um 3 Ubr nachmittags. Zu recht zahlr. Besuche ladet erg. ein 06316 I Walldorf. an den Gießener Anzeiger erb. Damcnfchirm i. Philosophenw. gefunden. Geg.Erst. der Inserat- geb. abzuholen Neustadt 12. 106258 Wochenprogramm vom 31. Juli bis 6. August 1910. Täglich dreimal Konzert, morgens am Kurbrunnen, nachmittags und abends auf der Terrasse. Sonntag. Nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle mit Einlagen des Deutschen Männer Doppcl-OuartettS. Abends 8 Uhr im Nurhaussaale Theater: Wenn der junge Wein blüht. Montag. Das Nachmittagskonzert derKurkavelle unter LeiMng des Kgl. Professors Haus Winderfiein. — Abends im Kurhaussaale Operette: Die Dollar Prinzessin. Dienstag. Abends im Kurbaussaale Vortrag mit Lichtbildern „Streifzüge durch Norwegen" von Professor Bjarne Smith aus Bergen. Hittwoch. Bon nachm. 3V2 Ubr an Kinderfest auf der Terraffe. Gegen 5'/« Uhr Tagesfeuerwerk vor der Terraffe. Das Abendkonzert der Kurkavelle unter LeiMng des Kgl. Prof. Hans Winderfiein. Im Kurhaussaale Theater: Das Konzert. Donnerstag. Abends auf der Terrasse kinemato- gravbrsche Vorführungen. Freitag. Abends im Kuryaussaale Operette: Der fidele Bauer. Samstag. Abends 8'/< Uhr im neuen Konzerthaus 8. Künstler-Konzert der Kurkapelle unter Mitwirkung von Dr. Woldemar Staegemaun vom Kgl. Schauspielhaus zu Berlin. Vorläufige Anzeigen. Sonntag, 7. August. Militärkonzert auf der Terrasse. Abends im Kurhaussaale Theater: Das Opferlamm. Dienstag, 9. August. Im Kurhausfaale Zauber- Soiree von Stuart Cumberland. Samstag, 13. August. Abends im neuen Konzerthaus 7. Sinfonie-Konzert unter Mitwirkung von Lilly von Marcus-Budapest (Klavier). D*/7 Freunde und Bekannte willkommen. Der Ausflug findet bei jeder Witterung statt. y^V7)___Der Vorstand. Einladung Der Verein für Bewegungsspiele, Svicladteilung des Männer-Turnvereins Gießen, erlaubt sich, seine Mitglieder, oroie die Mitglieder des Männer-Turnvereins nebst Familie, zu seinem am Samstag d.30.Juli, abends8'/2Uhr, im großen Saale derLiebigs- höhe stattfindenden Familienabend mit Konzert u.Tanz einzuladen. Die verehrt. Damen und Korporationen, welche unser S t i f t u n g s f e st verschönen halfen, werden (6a persönl. Einladungen nicht ergehen) auf diesem Wege eingcladen. [4133 Der Vorstand des D. f. B. Wirtschaft i. Gießen Verkauf oder Verpachtung, sofort oder später. Anfragen unt. 4017 befördert die Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger.____________ 2000 Mark Äma'£’”fl0,6c£ Schrift!. Angebote unter 06217 an den Gießener Anzeiger erb. Junge Engländerin v. 17 I. wünscht ein Jahr in einer guten deutschen Familie (am liebst, ein. solch, mit Kindern» zu verbringen. Schrift!. Angebote unter 4147 an den Gießener Anzeiger erb. 06261] Einig.Herren k. a. g.Privat- mittags- u. Äbendtiscki teilnehm. Ludwigstr. 22III, SleDßgraph.-Vei’ßiDSIoIzß-Sßlirey. Dienstag, 2. August, abends 8V2 Uhr im Bereinslokal AnsseFordentl. Generalversamnilnng Tagesordnung: 1. Satzungsänderung. 2. Bundes fest. 3. Verschiedenes. (v28/. Zahlreiches Erscheinen dringend erwünscht. Der Vorstand. Junger liebeuisw. Herr! 22 I., eleg. Erschein., m. groß. Bentzt,(Wert ca.70000 M. > u.gut. Gesch.i.f.Badest.m.e.iährl.Eink. v. Dl. 6000 w.Korr. m. liebensw. Häusl.erz.Damc in. disv.Verm. zw.Heirat. Gefl. ausf.Off. erb. an Continental 22 bahnpostl. Frankfurt a. M., Hauptbahub. DlSkretion Ehrensache. 14138 irnstgemeißte Suche für einen Kunden, Witwer mit 7jährigem Jungen, Inhaber erner flotten, feit ea. 10 Jahren bestehenden Medizinal - Drogerie in einer Großstadt Mitteldeutsch- lands paffende Lebensgefährtin. Reflektiert wird auf eine gediegene, geschäftsgewandte, christliche Dame im Alter von 24—30 Jahren, auch kinderl. Witwe, Mittelstatur, angenehmes Aeußere u. standes- gemäge Mitgift. Makler-Offerten werden nicht berücksichtigt. Offert, unt. F. S. I». 4686 bef Rudolf Moffe, Frankfurt a. M. [ss^/7 Prifäl-tasM erteilt zu jeder Tageszeit Th. BäuKSce, Tanzlehrer Wolfstrasse 9, Ecke Kaiser-Allee. ______Eigener Saal. 05476 Für Schülerin der Oberrealschule wird für Mitte September eins. Zimmer m. Pens, in guter Familie gesucht. Angeb. in. Preisangabe unter 4037 an den Gieß. Anzeiger erbeten. ______________ KleingemM. Mllhch kauft I. ÄVelllröfer, Marburg. Str.Ä. 3989» Fernsprecher 743. ,Zur Nonen Welt1. Tanz. Tanz-Musik Morgen Sonntag Restaurant Bäulke Kaiser Allee. 05956 Für Amerika kaufe ich zu höchsten Preisen: Antike Mel, tztMlde, JhmMe, Seifen, Uhrev uni) Rum. Antike PsrzMe, els 'Baien, giguren, uni) (Scs-Him. Antike Wer, Stoffe uni) Alber-Emir ujia. Gefl. Offerten unter 4150 an die Geschäftsstelle des Gießener Anz. .Lust und Liebe zum Geschäft h, ^guch Einheirat). Bedingung: eh at I. A.: Kemvff XXX. sl*/7] Solider, junger Mann, Ende der 20er, mittelgroß, Inhaber einer Pension (Fachmann), sucht zwecks Heirat Landsmännin, die 05978) Schreibluaschiucnarbeitcu besorgt Marburger Str. 27II. r. "auch Einheirat). Bedingung: ehrlicher, aufrichtiger Charakter, Sinn für Küche und gemütliches Heim. Vermögen erwünscht. Damen, auch junge Witwen, wollen ausführliche Offerten m.Btld bis5.Aug.unter tt.IL.177 Gießen bauptvfil.fend. Sämtliche rückständige Forderungen sind bis zum 15. August bei Vermeidung einstweiliger Nichtberücksichtigung andasCorvs Hassia einzureichen. lDi(7, Der C. C. der Haffia Perfekte Büglerin nimmt noch Kunden an. Daselbst wird auch Wasche z. Waschen u. Bügeln an- genommen I.05731! Harnmfir. 1511. Trockenes, kurzgeschnittenes Abfallholz (Schwarten) zum Feueranmachen liefert für Mk. 1.15 pro ZerLn. frei ans Haus (2266 B. Nuhn, Lollar. Privat - Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer, _______31 Wetzsteingasse 31. «342 055481 Reinigen, Wichsen, sowie Neugnlage 0. Parkettböden wird stets fachm. u. bitl. ausgef. Näheres zu erfr. Ludwigstr. 44. ™ Sonntag den 31. Juli er., von nachmittags 5 Uhr ab nach Eintreffen der Gau - Wanderfahrer | Grosses Gau-Nachtfest im Garten der Brauerei Denninghofi N = Volksbelustigungen ♦ Tanz = Der Vorstand. Kinematograph Bahnhofstr. 54 oesso Bahnhofstr. 54 Cutec durch Schottland, SSÄufw Oer Hirtenknabe ergreifendes Drama aus dem Oesterreichischen Erbfolgekriege. Schmidt will nicht heiraten, urgelungen. (Heiraten ist gut, — nicht heiraten ist besser, dachte Schmidt.) Oer Fi* idiI der Geist Kunstwerk von Path6 fröres, prachtvoll kolorierte Szene aus „Tausend und eine Nacht". Bai In! A* humoristische Szene von dem beliebten Komiker Max Linder. Die Liebe der Frau Irma, 'ÄS“ Die Rache des Depeschenträgers, Das Hütekeu, Tonbild.______________